Technische Details des OeNB Euro Survey

Im Folgenden werden die technischen Merkmale, auf denen der OeNB Euro Survey basiert, näher beschrieben: Stichprobe, Fragebogen – einschließlich Aufbau und Übersetzung – und Beobachtungseinheiten, Feldarbeit und Interviewmethode, Gewichtung, Non-Response und Untererfassung sowie Datenplausibilität.

Stichprobe

  • In jeder Umfragewelle werden pro Land ca. 1.000 Personen (Staatsbürgerinnen und Staatsbürger des jeweiligen Landes, Mindestalter 15 Jahre) befragt. Der OeNB Euro Survey wird als Teil nationaler Umfragen durchgeführt, wobei sich die Methode der Stichprobenziehung von Land zu Land unterscheidet.

    Die Auswahl der Stichprobe beruht in den meisten Fällen auf einer mehrstufigen geschichteten Zufallsauswahl, nur in Bulgarien sowie in Bosnien und Herzegowina wird eine Form des Quoten-Sampling verwendet. Die Stichproben sind in allen Ländern für die Bevölkerungsstruktur hinsichtlich Alter, Geschlecht und Region repräsentativ. Eine Ausnahme bildet hier Polen, wo in den Umfragen von Herbst 2007 bis Frühjahr 2012 die Stichprobe nur die zehn größten Städte umfasste; seit Herbst 2012 wird auch in Polen die gesamte Bevölkerung abgedeckt.

    In den Ländern, in denen eine Form der mehrstufigen geschichteten Zufallsauswahl angewendet wird, gibt es zwei bis sechs Schichten. Hier wird jeweils eine Anzahl von Startpunkten gezogen, wobei die Wahrscheinlichkeit proportional zur Bevölkerungszahl und -dichte ist. Die Startpunkte sind im Hinblick auf die Verteilung über Verwaltungseinheiten nach der NUTS-II-Klassifikation (Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik II oder eine gleichwertige Klassifikation) – also im Hinblick auf die Verteilung der Wohnbevölkerung eines Landes auf Ballungszentren sowie auf städtische und ländliche Gebiete – repräsentativ. Des Weiteren wird der Verteilung der einzelnen ethnischen Gruppen eines Landes Rechnung getragen. Für jeden ausgewählten Startpunkt wird nach dem Zufallsprinzip eine erste Adresse gezogen. Davon ausgehend erfolgt die Auswahl weiterer Adressen nach standardmäßigen Random-Route-Verfahren. Für die Randomisierung der Auswahl der zu befragenden Person in jedem Haushalt werden Standardmethoden herangezogen.

Aufbau und Übersetzung der Fragebögen

  • Die Fragebögen des OeNB Euro Survey werden von der OeNB in englischer Sprache erstellt. Die Übersetzung erfolgt direkt in den jeweiligen Ländern in enger Zusammenarbeit mit dem Projektteam. Im Rahmen der Qualitätssicherung werden die übersetzten Fragebögen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des österreichischen Gallup-Instituts sowie professionellen Übersetzerinnen und Übersetzern in Wien überprüft. Damit sollen sprachlich bedingte Missverständnisse, hervorgerufen etwa durch unerwünschte Konnotationen, vermieden werden.

    Die Standardfragen beziehen sich auf Bargeldbestände in Fremdwährungen, Spareinlagen, Portfoliozusammensetzung, aufgenommene und geplante Kredite sowie die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage, Erwartungen und das Vertrauen in Währungen und Institutionen. Einige dieser Themen wurden bereits in früheren Umfragen der OeNB abgefragt. In den vergangenen Jahren wurde das Fragenprogramm fallweise um spezielle Themen erweitert.

Beobachtungseinheit

  • Als Beobachtungeinheit werden im OeNB Euro Survey Einzelpersonen (nicht Haushalte) herangezogen. Dementsprechend werden persönliche Vermögenswerte abgefragt, was insofern ein Problem darstellen kann, als die Unterscheidung zwischen dem Vermögen eines einzelnen und eines Haushalts mitunter schwierig ist (z. B. im Fall eines zusammenlebenden Paares mit gemeinsamen Vermögenswerten). Dieser Schwierigkeit wird dadurch Rechnung getragen, dass sowohl nach den persönlichen Vermögenswerten als auch nach gemeinsam mit einem Partner gehaltenen Vermögenswerten gefragt wird.

    Der OeNB Euro Survey stellt kein Panel auf Ebene der Beobachtungseinheit dar.

Feldarbeit und Interviewmethode

  • Der OeNB Euro Survey wird vom österreichischen Gallup-Institut im Auftrag der OeNB durchgeführt, wobei Gallup in Österreich eine koordinierende Rolle inne hat und die Feldarbeit von lokalen Partnerinstituten durchgeführt wird. Die Umfragen fanden seit Herbst 2007 zweimal pro Jahr – im April bzw. Mai sowie im Oktober bzw. November – statt. Seit 2015 erfolgen die Erhebungen nur noch einmal im Jahr, nämlich im Herbst. Die erste Welle des OeNB Euro Survey wurde im Herbst 2007 durchgeführt.

    Sämtliche Interviews werden als persönliche Gespräche in der jeweiligen Landessprache in den Häusern bzw. Wohnungen der Befragten abgehalten. Wo möglich, wird dabei computergestützt gearbeitet (CAPI – Computer Assisted Personal Interview); in den anderen Ländern greift man auf Papierfragebögen (PAPI – Paper and Pencil Interview) zurück.

Gewichtung

  • Für alle am OeNB Euro Survey teilnehmenden Länder wird ein eigenes Gewichtungsverfahren (unter Einbeziehung von Marginal- und Kreuzgewichtungen) angewendet; dieses basiert auf der Beschreibung der Grundgesamtheit, die zumindest Geschlecht, Alter und geographischen Variablen Rechnung trägt. Die Beschreibung der Grundgesamtheit stammt von den jeweiligen nationalen Statistikämtern.

Non-Response und Untererfassung

  • Pro Land verweigern ca. 600 bis 700 Personen die Teilnahme an der Umfrage. Der Anteil der abgebrochenen Interviews ist mit 1 % bis 2 % relativ gering, wenn man die bei manchen Fragen sensible Thematik bedenkt. Die Teilnahmequote, d. h. die Zahl der abgeschlossenen Gespräche im Verhältnis zur Zahl der Kontakte, beträgt im Schnitt 60 %.

    Bei Fragen zu sensiblen Themen wie etwa der Höhe des Euro-Bargeldvermögens oder des Netto-Haushaltseinkommens, kommt es gehäuft zu Untererfassung und Non-Response. Der Anteil der „Weiß nicht“- und „Keine Angabe“-Antworten zu den oben genannten Fragen beläuft sich im Schnitt auf 17 % (Euro-Bargeldvermögen) bzw. 19 % (Netto-Haushaltseinkommen).

Datenplausibilität

  • Den internen Plausibilitätsprüfungen zufolge sind die Antworten der überwiegenden Mehrheit der Befragten ineinander konsistent, d. h. die Angaben entsprechen im Großen und Ganzen den Informationen, die sich aus den Daten über das tatsächliche Verhalten ablesen lassen. Allerdings dürfte es den Befragten eher schwerfallen, Fragen bezüglich ihrer Erwartungen zu beantworten.

    Die Genauigkeit der Ergebnisse des OeNB Euro Survey wird durch Vergleiche mit den Resultaten ähnlicher Umfragen bestätigt. Für Vergleichszwecke herangezogen werden etwa Daten aus den Eurobarometer- und Verbraucherumfragen der Europäischen Kommission, dem „International Household Survey Network“ der Weltbank, dem „Review of the international role of the euro“ der EZB und dem „Labour Force Survey“ der OECD.

    Weiterführende Informationen zum OeNB Euro Survey finden sich in Dvorsky, Scheiber and Stix (2008).