OeNB-Exportindikator

Abschwächung der Exportkonjunktur im November

Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom Dezember 2018

13.12.2018

Im September 2018 wurden gemäß aktuellen Zahlen der Statistik Austria nominell um 2,8 % mehr Güter im Ausland abgesetzt als im Vorjahresmonat. Gegenüber August (+4,5 %) bedeutet dies zwar ein etwas schwächeres Wachstum, was aber auf den Umstand zurückzuführen ist, dass der September einen Arbeitstag weniger als im Vorjahr aufgewiesen hat. Bereinigt um Arbeitstagseffekte hat die Dynamik sogar etwas zugenommen.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 belief sich das Wachstum der nominellen Güterexporte auf 6,0 %. Die regionale Aufteilung zeigt, dass die Exporte in die neuen EU-Mitgliedsländer am stärksten gewachsen sind (+8,9 %). Die Exporte in die Euroraumländer und nach Deutschland wuchsen mit jeweils +5,8 % annähernd so stark wie die gesamten Exporte.

Im September nahmen die Ausfuhren nach Deutschland im Jahresabstand um 0,8 % ab, nachdem sie im bisherigen Jahresverlauf noch kräftig gestiegen waren. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit den Schwierigkeiten der deutschen Autoindustrie, die neuen Abgasanforderungen zu erfüllen, ist jedoch anhand der verfügbaren Daten nicht erkennbar, da die gesamten österreichischen Exporte im Bereich Straßenfahrzeuge auch im September mit +12 % kräftig gewachsen sind. Mögliche verzögerte Effekte stellen aber ein nicht unwesentliches Abwärtsrisiko für unsere Exportprognose dar.

Nach Gütergruppen zeigten in den ersten neun Monaten Straßenfahrzeuge (+17,3 %), bearbeitete Waren (+7,4 %) und sonstige Fertigwaren (+5,9 %) die stärkste Dynamik. Die Ausfuhren von Brennstoffen und Energie (+18 %) nahmen preisbedingt am stärksten zu.

Die aktuellen Ergebnisse des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators signalisieren für die Monate Oktober und November 2018 ein Wachstum der nominellen Güterexporte von 8,1 % bzw. 2,9 % im Vorjahresvergleich. Damit ist die Exportkonjunktur zumindest bis Oktober kräftig geblieben. Die Wachstumsverlangsamung im November könnte jedoch ein Vorbote einer bevorstehenden Abkühlung der Exportkonjunktur sein.

Die verfügbaren Vorlaufindikatoren für den weiteren Verlauf der Güterexporte bis Jahresende lassen eine weitere Abschwächung der Exportdynamik erwarten. Die Einkaufsmanager schätzen die Exportauftragsentwicklung zuletzt recht verhalten ein und auch die von der Europäischen Kommission erhobenen Exportauftragseingänge deuten auf eine Abkühlung der Exportkonjunktur hin.

 Ergebnisse des OeNB−Exportindikators vom Dezember 2018  
  LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell
 
  Nicht bereinigt Saison- und arbeitstägig bereinigt
 
2018M05 0,4 -2,5 7,4 3,9
2018M06 9,6 11,5 6,1 7,5
2018M07 8,5 12,0 5,0 8,8
2018M08 4,3 4,5 4,4 4,2
2018M09 1,5 2,8 4,9 5,9
2018M10 10,1 8,1 6,5 6,0
2018M11 3,6 2,9 3,7 2,9
 
2017Q4 4,9 9,8 4,8 9,9
2018Q1 5,8 5,2 7,1 6,0
2018Q2 6,6 6,3 5,8 5,3
2018Q3 4,7 6,4 4,8 6,3
 
2016 4,8 -0,3 5,1 -0,1
2017 3,4 8,2 3,5 8,3