OeNB-Exportindikator

Exportdynamik bleibt sehr verhalten

Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom August 2019

14.08.2019

Im Mai 2019 wurden gemäß den aktuellen Zahlen von Statistik Austria nominell um 8,2 % mehr Güter im Ausland abgesetzt als im Vorjahresmonat. Diese Entwicklung war im Rahmen des letzten Exportindikators vom Mai fast punktgenau vorhergesagt worden (+8,7 %).

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 stiegen die nominellen Güterexporte um 5,6 %. Exporte in die EU wuchsen mit 5,1 % geringfügig schwächer als jene in Drittstaaten (6,8 %). Dynamisch entwickelten sich die Ausfuhren in die CESEE-8-Länder mit einem Plus von 7,3 %. Eine Betrachtung nach Einzelländern zeigt starke Zuwächse der Güterexporte nach China (+20,1 %). China ist mit einem Exportanteil von 2,8 % mittlerweile der neuntwichtigste Absatzmarkt für österreichische Güterexporte. Auch für die Ausfuhren nach Belgien (22,4 %), Ungarn (16,2 %), das UK (11,7 %) und Frankreich (10,2 %) wurden zweistellige Zuwachsraten verzeichnet. Die Ausfuhren nach Deutschland entwickelten sich hingegen sehr verhalten (+2,2 %). Deutliche Absatzrückgänge gab es im Handel mit der Türkei (-16,7 %). Von den Gütergruppen ist insbesondere das starke Wachstum von Fahrzeugen (10,4 %) und chemischen Erzeugnissen (+8,4 %) bemerkenswert.

Die Ergebnisse des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators signalisieren für die Monate Juni und Juli 2019 einen anhaltend schwachen Wachstumstrend der Güterausfuhren. Das volatile Prognoseprofil für die Monate Juni und Juli mit Wachstumsraten von -6,1 % bzw. 4,6 % ist auf ungewöhnlich starke Arbeitstageffekte zurückzuführen, die auch eine vergleichsweise hohe Prognoseunsicherheit implizieren. Der Juni hatte drei Arbeitstage weniger als im Vorjahr, der Juli hingegen um einen Arbeitstag mehr. Bereinigt um diese Effekte schwächt sich das Wachstum im Prognosezeitraum auf durchschnittlich unter 2 % ab. Das Wachstum ist jedoch zur Gänze der dynamischen Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2018 geschuldet. Seit Jahresbeginn 2019 stagnieren die österreichischen Güterexporte nahezu.  

Für die nächsten Monate deuten sowohl die von der Europäischen Kommission erhobenen Exporterwartungen als auch die Einschätzung der Exportauftragseingänge lt. Einkaufsmanagerindex der Bank Austria auf eine anhaltend schwache Exportdynamik hin. Die Exportauftragseingänge laut Einkaufsmanagerindex haben sich im Juli zwar etwas erholt und erreichten mit 46,5 Punkten den höchsten Wert im bisherigen Jahresverlauf. Sie liegen damit aber weiterhin deutlich unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Ein ähnlich pessimistisches Bild zeichnet die Umfrage der Europäischen Kommission. Die Unternehmen haben ihre Erwartungen für die Exporttätigkeit in den kommenden Monaten zuletzt sogar nochmals zurückgenommen. Mit -3,3 Punkten liegt ihre Einschätzung damit ebenfalls unter dem langjährigen Durchschnitt und so niedrig wie seit Ende 2012 nicht mehr. Das erhoffte Zeichen für eine Trendwende in den Export-Vorlaufindikatoren ist damit ausgeblieben. In den kommenden Monaten muss daher mit einem Andauern der Stagnation in der Exportentwicklung gerechnet werden.

Ergebnisse des OeNB−Exportindikators vom August 2019
  LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell
 
  Nicht bereinigt Saison- und arbeitstägig bereinigt
 
2019M01 3,5 5,9 3,1 5,5
2019M02 4,2 9,5 4,0 9,6
2019M03 0,6 -0,9 1,2 0,0
2019M04 4,3 6,2 3,9 5,6
2019M05 5,3 8,2 -1,5 5,9
2019M06 -8,6 -6,1 1,0 0,4
2019M07 4,9 4,6 1,4 2,6
 
2018Q3 4,7 6,6 4,8 6,6
2018Q4 5,1 4,8 3,1 2,6
2019Q1 2,7 4,6 2,8 4,9
2019Q2 0,1 2,6 1,1 3,9
 
2017 3,4 8,2 3,5 8,4
2018 5,6 5,7 5,2 5,2