OeNB-Exportindikator

Moderate Exportdynamik zu Jahresbeginn, Vorlaufindikatoren spiegeln hohe Unsicherheit wider

Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom März 2019

14.03.2019

Im Dezember 2018 wurden gemäß den aktuellen Zahlen der Statistik Austria nominell um 0,8 % mehr Güter im Ausland abgesetzt als im Vorjahresmonat und damit deutlich weniger als im Rahmen unserer letzten Prognose erwartet (+5,9 %). Bereinigt um Arbeitstageffekte ging das Exportvolumen sogar geringfügig zurück (-0,2 %). Nachdem das Wachstum im November auch nur 1,9 % betragen hatte, hat die Exportdynamik zum Jahresende 2018 doch deutlich nachgelassen. Die Abschwächung ist regional und sektoral breit gefächert. Im Dezember haben sich die Exporte nach Deutschland leicht rückläufig entwickelt. Die im Rahmen der letzten Veröffentlichung des Exportindikators diskutierten Abwärtsrisiken im Zusammenhang mit den Problemen der europäischen Automobilindustrie bei der Erfüllung der neuen Abgasnormen dürften sich manifestiert haben.

Im Gesamtjahr 2018 belief sich das Wachstum der nominellen Güterexporte auf 5,7 %. Wie erwartet übertrafen die Güterexporte 2018 damit erstmals die Marke von 150 Mrd. €.  Die regionale Aufteilung zeigt, dass die Exporte in die USA (+9,7 %) und in die CESEE-Länder (+7,3 %) stark zugenommen haben. Die Exporte in die Euroraumländer (+5,3 %) und nach Deutschland (+5,6 %) wuchsen annähernd so stark wie die gesamten Exporte.

Von den Gütergruppen zeigten im Jahr 2018 Straßenfahrzeuge (+15,5 %), bearbeitete Waren (+6,5 %) und sonstige Fertigwaren (+6,7 %) die stärkste Dynamik. Die Ausfuhren von Brennstoffen und Energie (+17,4 %) nahmen preisbedingt stark zu. Maschinenexporte – mit einem Anteil von 28 % die wichtigste Kategorie – entwickelten sich leicht unterdurchschnittlich (+4,4 %).

Die aktuellen Ergebnisse des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators signalisieren für die Monate Jänner und Februar 2019 eine leichte Beschleunigung des Wachstums der nominellen Güterexporte auf 3,0 % bzw. 3,5 % im Vorjahresvergleich. Diese Schätzung wird auch durch ein stärkeres deutsches Importwachstum im Jänner gestützt. Unser wichtigster Handelspartner importierte im Jänner nominell um 5 % mehr Güter, nachdem im Dezember ein Rückgang um 0,4 % verzeichnet worden war. Trotz der Beschleunigung bleibt die Exportdynamik in Österreich zu Jahresbeginn 2019 jedoch deutlich schwächer als in den beiden vorangegangenen Jahren.

Für die nächsten Monate deuten sowohl die von der Europäischen Kommission erhobenen Exportauftragseingänge als auch die Einschätzung der Exportauftragseingänge der Bank Austria auf eine moderate Exportdynamik hin. Die Exportauftragseingänge laut Einkaufsmanagerindex der Bank Austria lagen im Februar mit 45,1 Punkten recht deutlich unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. In der Umfrage der Europäischen Kommission beurteilten die Unternehmen die Exportauftragseingänge mit 3,4 Punkten und damit schlechter als im langjährigen Durchschnitt (8,6 Punkte).

 Ergebnisse des OeNB−Exportindikators vom März 2019  
  LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell
 
  Nicht bereinigt Saison- und arbeitstägig bereinigt
 
2018M08 4,3 4,6 4,5 4,8
2018M09 1,5 3,8 5,0 7,8
2018M10 10,1 10,9 6,5 6,5
2018M11 3,6 1,9 3,7 1,8
2018M12 0,6 0,8 -0,7 -0,2
2019M01 3,5 3,0 3,2 3,0
2019M02 4,2 3,5 4,1 3,5
 
2018Q1 5,8 5,3 7,0 6,3
2018Q2 6,6 6,2 5,8 5,1
2018Q3 4,7 6,5 4,8 6,6
2018Q4 5,1 4,7 3,1 2,6
 
2017 3,4 8,2 3,5 8,4
2018 5,6 5,7 5,2 5,1