OeNB-Exportindikator

Anhaltend schwache Exportdynamik

Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom Juni 2019

13.06.2019

Im März 2019 wurden gemäß den aktuellen Zahlen von Statistik Austria nominell um 0,9 % weniger Güter im Ausland abgesetzt als im Vorjahresmonat. Dies stellt einen starken Kontrast zum Wachstum im Februar mit einem Plus von 9,4 % dar. Diese Entwicklung war im letzten Exportindikator vom Mai fast punktgenau vorhergesagt worden. Ausschlaggebend war wieder einmal die sehr volatile Entwicklung der Ausfuhren von pharmazeutischen Erzeugnissen nach Frankreich.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2019 stiegen die nominellen Güterexporte um 4,4 %, getragen von den Ausfuhren in die EU-Länder (+5,1 %). Die Ausfuhren nach Frankreich wiesen im ersten Quartal mit 22 % das stärkste Wachstum auf, gefolgt vom Vereinigten Königreich (+16 %), Ungarn (+15 %) und Belgien (+8 %).  Die Ausfuhren nach Deutschland stagnierten nahezu (+1 %). Die Exporte in die Länder außerhalb der EU entwickelten sich sehr heterogen (China: +15 %, USA: +3 %, Türkei: -9 %, Japan: -5 %). Die Güterstruktur des Exportwachstums wurde wieder einmal von den chemischen Erzeugnissen bestimmt, die ein Drittel des gesamten Exportwachstums im ersten Quartal ausmachten und stark von den Pharmazielieferungen nach Frankreich abhängen. Maschinen und Fahrzeuge waren in Summe ebenfalls für ein Drittel des Exportwachstums verantwortlich.

Die Wachstumsabschwächung im ersten Quartal (+4,4 %) gegenüber dem Gesamtjahr 2018 (+5,7 %) ist in erster Linie auf bearbeitete Waren zurückzuführen, die im ersten Quartal nur 0,3 Prozentpunkte beitrugen (2018: 1,4 Prozentpunkte). Dies ist fast ausschließlich auf Metallerzeugnisse zurückzuführen, die eine hohe Sensitivität in Bezug auf die internationale Konjunktur aufweisen.

Die Ergebnisse des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators signalisieren für die Monate April und Mai 2019 eine weitere Abflachung des Wachstumstrends der Güterausfuhren. Im Jahresabstand ist sowohl für den April wie auch für den Mai ein starkes Wachstum von 5,9 % bzw. 8,1 % festzustellen. Dies ist jedoch zur Gänze auf Arbeitstagseffekte (der April hatte einen, der Mail zwei Arbeitstage mehr als im Jahr 2018) und Basiseffekte zurückzuführen. Bereinigt um diese Effekte schwächt sich das Wachstum im Prognosezeitraum auf durchschnittlich rund 3,5 % ab.

Für die nächsten Monate deuten sowohl die von der Europäischen Kommission erhobenen Exporterwartungen als auch die Einschätzung der Exportauftragseingänge lt. Umfrage der Bank Austria auf eine anhaltend schwache Exportdynamik hin. Die Exportauftragseingänge laut Einkaufsmanagerindex sind im Mai leicht gesunken und liegen mit 45,2 Punkten deutlich unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. In der Umfrage der Europäischen Kommission haben die Unternehmen ihre Erwartungen für die Exporttätigkeit in den kommenden Monaten im April nochmals geringfügig zurückgenommen und liegen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Der Rückgang der Indikatoren flacht sich zwar ab, Zeichen für eine Beschleunigung der Exportdynamik in der zweiten Jahreshälfte sind jedoch noch nicht erkennbar.

 Ergebnisse des OeNB−Exportindikators vom Juni 2019  
  LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell
 
  Nicht bereinigt Saison- und arbeitstägig bereinigt
 
2018M11 3,6 1,9 3,7 1,9
2018M12 0,6 0,8 -0,7 -0,2
2019M01 3,5 5,6 3,2 5,2
2019M02 4,2 9,4 4,0 9,4
2019M03 0,6 -0,9 1,2 0,1
2019M04 4,3 5,9 4,0 3,8
2019M05 5,3 8,1 -1,4 3,6
 
2018Q2 6,6 6,2 5,9 5,1
2018Q3 4,7 6,5 4,8 6,6
2018Q4 5,1 4,7 3,1 2,7
2019Q1 2,7 4,4 2,8 4,8
 
2017 3,4 8,2 3,5 8,4
2018 5,6 5,7 5,2 5,1