OeNB-Exportindikator

Verhaltenes Wachstum der Güterexporte zum Jahreswechsel

Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom Februar 2020

14.02.2020

Im November 2019 wurden gemäß den aktuellen Zahlen von Statistik Austria nominell um 4,1 % weniger Güter im Ausland abgesetzt als im Vorjahresmonat. Im Rahmen des letzten Exportindikators war eine Stagnation der Güterexporte erwartet worden (+0,2 %). Die unerwartet schwache Exportleistung betraf fast alle Exportdestinationen und Gütergruppen.

In den ersten elf Monaten des Jahres 2019 stiegen die nominellen Güterexporte um 2,4 %. Die Exporte in den Euroraum zeigten dabei mit +1,4 % eine unterdurchschnittliche Dynamik. Dies ist vor allem der schwachen Entwicklung der Exporte nach Deutschland (-0,7 %) und Italien (+0,1 %) geschuldet, auf die zusammen 37 % der österreichischen Güterexporte entfallen. Das Wachstum in die mittel- und osteuropäischen Staaten fiel deutlich dynamischer aus (+3,4 %). Von den Top‑10 Exportdestinationen Österreichs zeigten die Exporte nach Ungarn (+10,9 %), China (9,4 %) und Polen (8,3 %) die stärkste Dynamik. Rückgänge wurden bei den Ausfuhren nach Tschechien (-4,8 %) und in die USA (-3,5 %) verzeichnet. Bei den Gütergruppen ist insbesondere das starke Wachstum von Brennstoffen und Energie (+11,1 %, preisbedingt), chemischen Erzeugnissen (+9,7 %) und Fahrzeugen (+6,7 %) hervorzuheben, während die Exporte von bearbeiteten Waren leicht schrumpften (-2,9 %). Letztere hängen besonders stark von globalen Konjunkturentwicklungen ab.

Gemäß den aktuellen Ergebnissen des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators stiegen die nominellen Güterexporte in den Monaten Dezember 2019 und Jänner 2020 bereinigt um Saison- und Arbeitstageffekte im Jahresabstand um durchschnittlich knapp 1¼ %. Damit bleibt das Wachstum deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2017 und 2018 (6 %). 

Für das Gesamtjahr 2019 erwarten wir ein Wachstum der nominellen Güterexporte von 2,5 %. Das Volumen der nominellen Güterexporte wird bei knapp 154 Mrd. Euro liegen. Das entspricht rund 39 % des nominellen BIP.

Für die nächsten Monate lassen die Umfragewerte eine leichte Beschleunigung des Exportwachstums erwarten. Die Einschätzung der Exportauftragseingänge lt. Einkaufsmanagerindex der Bank Austria hat sich zuletzt merklich verbessert. Der Indikator stieg im Jänner deutlich an und liegt mit 50,4 Punkten erstmals seit September 2018 – wenn auch nur knapp – über der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Auch die von der Europäischen Kommission erhobenen Erwartungen des Exportvolumens haben sich zu Jahresbeginn deutlich erholt und weisen mit -0,1 Punkten einen neutralen Saldowert auf.

Ergebnisse des OeNB−Exportindikators vom Februar 2020
  LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell
 
  Nicht bereinigt Saison- und arbeitstägig bereinigt
 
2019M07 4,9 5,6 1,4 1,4
2019M08 -4,2 -2,9 -0,6 1,4
2019M09 3,1 3,1 -0,3 -1,1
2019M10 0,5 4,1 -0,6 2,6
2019M11 -3,5 -4,1 -0,1 0,1
2019M12 1,6 4,1 -1,9 1,8
2020M01 -1,6 -1,7 -1,0 0,3
 
2019Q1 2,7 4,7 2,7 5,1
2019Q2 0,1 2,0 1,1 3,2
2019Q3 1,4 2,1 0,2 0,6
2019Q4 -0,6 1,2 -0,9 1,5
 
2018 5,6 5,7 5,2 5,2
2019 0,9 2,5 0,8 2,6