FAQ: Pandemic emergency purchase programme (PEPP)

Das neue Wertpapierankaufprogramm PEPP

Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Maßnahmenpaket des Eurosystems gegen wirtschaftliche Folgen der Coronavirus-Krise.

Seit wann kauft das Eurosystem Wertpapiere im Rahmen des PEPP an?

Das Eurosystem erwirbt seit 26. März 2020 Wertpapiere im Rahmen des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP). Parallel dazu läuft das reguläre Wertpapierankaufprogramm (APP) weiter, wobei dieses vorübergehend um 120 Mrd EUR aufgestockt wurde (wie nach der EZB-Ratssitzung vom 12. März 2020 bekannt gegeben).

Wie werden die Mittel für Ankäufe im Rahmen des APP bzw. des PEPP aufgeteilt?

Das reguläre Ankaufprogramm (APP), inklusive der vorübergehenden Aufstockung um 120 Mrd EUR gemäß EZB-Ratsbeschluss vom 12. März, wird weiterhin nach den bisher geltenden Prinzipien abgewickelt – allerdings können die zusätzlich dotierten 120 Mrd EUR flexibler eingesetzt werden. Mit dem PEPP ist vorübergehend eine separate Tranche in Höhe 750 Mrd EUR hinzugekommen. Für PEPP-Ankäufe von Wertpapieren des öffentlichen Sektors richtet sich die Mittelaufteilung im Euroraum nach den Anteilen der einzelnen nationalen Zentralbanken am Kapital der EZB. In der operativen Umsetzung kann das Eurosystem aber jeweils flexibel auf die coronabedingte Lage reagieren, also innerhalb des zeitlichen Rahmens in einzelnen Wertpapierklassen und einzelnen Ländern gezielt mal mehr, mal weniger ankaufen.

Gelten für PEPP-Ankäufe die regulären Zulassungskriterien des Eurosystems?

Ja. Alle Wertpapierkategorien, die für die regulären Anleihekäufe zugelassen sind, kommen auch für PEPP-Ankäufe infrage, wobei für die regulär nicht zugelassenen griechischen Staatsanleihen eine Ausnahmeregelung gilt. Ebenfalls neu ist, dass das Eurosystem nun auch Commercial Paper (Schuldtitel, mit denen Unternehmen auf dem Geldmarkt ihren kurzfristigen Kapitalbedarf decken) zum Ankauf zugelassen hat, und zwar sowohl im Rahmen des PEPP als auch im Rahmen der regulären Ankäufe.

Wird es zu „Aufholkäufen" griechischer Staatsanleihen kommen?

Griechische Staatsanleihen dürfen nur im Rahmen des PEPP gekauft werden. Daher wird es zu keinen „Aufholkäufen“ kommen.

Wie verteilen sich die Ankäufe im Rahmen des PEPP auf Wertpapiere des staatlichen und des privaten Sektors?

Das Eurosystem wird beim Ankauf zulässiger Wertpapiere im Rahmen des PEPP flexibel und situationsadäquat vorgehen, um die Funktionsfähigkeit des Marktes und die Übertragung der geldpolitischen Impulse auf die Wirtschaft zu unterstützen. Deshalb gibt es keine vorab festgelegte Verteilung auf einzelne Wertpapierklassen. Im Interesse der Erreichung der geldpolitischen Ziele werden die Ankäufe flexibel gehandhabt werden.

Wird das Risiko im Rahmen des PEPP solidarisch geteilt?

Für den sogenannten Risikoausgleich gelten beim PEPP die gleichen Grundsätze wie für die regulären Ankäufe. Das heißt, etwaige Risiken aus dem Ankauf privatwirtschaftlicher Wertpapiere werden innerhalb des Eurosystems in voller Höhe solidarisch getragen. Hingegen erfolgt bei Wertpapieren des öffentlichen Sektors ein Risikoausgleich nur beim Kauf von Wertpapieren europäischer Institutionen bzw. nur für jenen Anteil, den die EZB kauft. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass 20 % der im Rahmen des PEPP angekauften Wertpapiere des öffentlichen Sektors dem Risikoausgleich unterliegen. Keinen Risikoausgleich gibt es für die staatlichen Wertpapiere, die die nationalen Zentralbanken darüber hinaus erwerben.

Gelten für Ankäufe im Rahmen des PEPP die regulären Ratinganforderungen?

Ja, bis auf eine Ausnahme: griechische Staatsanleihen wurden für PEPP-Zwecke als ankauffähig eingestuft.

Auf welche Anleihelaufzeiten ist das PEPP ausgelegt?

Für die Wertpapiere des öffentlichen Sektors und Unternehmensanleihen gilt eine klar geregelte Restlaufzeit von bis zu 30 Jahren und 364 Tagen, mit einer Untergrenze von 70 Tagen für Wertpapiere des öffentlichen Sektors bzw. von 28 Tagen für Unternehmensanleihen. Verbriefte Finanzmarkttitel (Asset-Backed Securities) und gedeckte Schuldverschreibungen (wie Pfandbriefe) unterliegen keinen Laufzeitbeschränkungen.

Plant das Eurosystem, im Rahmen des PEPP bestimmte Mengen innerhalb bestimmter Zeitfenster anzukaufen?

Das PEPP ist insgesamt auf 750 Mrd EUR ausgelegt. Die operative Umsetzung wird flexibel erfolgen, das heißt, das Eurosystem wird innerhalb des zeitlichen Rahmens mal mehr, mal weniger ankaufen – situationsadäquat im Hinblick auf die geldpolitische Zielerreichung.

Kann der PEPP-Rahmen bei Bedarf aufgestockt werden?

Der EZB-Rat hat für 2020 Ankäufe im Ausmaß von 750 Mrd EUR beschlossen. Sollte die Erfüllung ihres Mandats es erfordern, ist die EZB darauf eingestellt, die Ankaufprogramme je nach den zeitlichen und finanziellen Anforderungen aufzustocken und anzupassen. Im Rahmen ihres Mandats wird die EZB alle möglichen Szenarien durchrechnen und alle ihre Möglichkeiten ausschöpfen, um dazu beizutragen, dass die Wirtschaft diesen außergewöhnlichen Schock verkraftet.

Wie lange läuft das PEPP? Werden die PEPP-Ankäufe bald nach dem Abflauen der Coronakrise eingestellt werden können?

Die Ankäufe werden jedenfalls bis Ende 2020 erfolgen. Eingestellt wird das neue Ankaufprogramm dann, wenn der EZB-Rat befindet, dass sich die Coronakrise wieder gelegt hat; das Programm wird aber keinesfalls vor Jahresende beendet werden.

Sind die PEPP-Bestände auch für Wertpapierleihgeschäfte vorgesehen?

Ja, und es gelten dabei dieselben Konditionen, zu denen die Wertpapierleihgeschäfte auf Basis der regulären Wertpapierankäufe abgeschlossen werden.

Wird die EZB Zahlen zu den PEPP-Ankäufen veröffentlichen?

Ja, und zwar Woche für Woche den Buchwert der PEPP-Wertpapierbestände und auf Monatsbasis die monatlichen und die kumulierten Nettoankäufe.

Ich bin Unternehmer und will Unternehmensanleihen auflegen. Was muss ich beachten, damit diese Anleihen PEPP-konform sind?

Wenn im Euroraum neue Unternehmensanleihen begeben werden, prüft die zuständige Notenbank, ob das fragliche Wertpapier die Mindestanforderungen erfüllt, um als Sicherheit für Refinanzierungsgeschäfte zugelassen zu werden. Wenn dies der Fall ist und weitere Kriterien für Unternehmensanleihen erfüllt sind, besteht die Möglichkeit eines Ankaufs (aber es gibt hier keinen Automatismus).

Spielen bei den PEPP-Ankäufen auch ökologische Überlegungen eine Rolle?

Die Zulassungskriterien für das PEPP unterscheiden sich nicht von den Kriterien für das reguläre Wertpapierankaufprogramm. Das heißt, es gelten dieselben Kriterien wie für die Ankaufprogramme für Wertpapiere des öffentlichen Sektors, Unternehmensanleihen, gedeckte Schuldverschreibungen und forderungsbesicherte Wertpapiere.


Quelle: Europäische Zentralbank
Übersetzung: Oesterreichische Nationalbank