Überprüfung der geldpolitischen Strategie

Die Wirtschaft des Euroraums und die Weltwirtschaft sind in den letzten Jahren mit tiefgreifenden strukturellen Veränderungen konfrontiert. Das schwache Wirtschaftswachstum in vielen Regionen aufgrund einer sich verlangsamenden Produktivität und der Bevölkerungsalterung sowie die Nachwirkungen der Finanzkrise haben zu einem niedrigeren Zinsniveau geführt. Letzteres verringert den Spielraum der Europäischen Zentralbank (EZB) und anderer Zentralbanken mit Blick auf eine geldpolitische Lockerung über herkömmliche geldpolitische Instrumente bei ungünstigen Konjunkturentwicklungen. Zudem stellt eine niedrige Inflation Zentralbanken vor andere Herausforderungen, als sie es aus historischer Perspektive von der Bewältigung hoher Inflation kennen. Die Bedrohung der Umwelt, die rasche Digitalisierung, die Globalisierung und sich wandelnde finanzielle Strukturen haben das Umfeld, in dem die Geldpolitik agiert, sowie die Dynamik der Inflation weiter verändert. Zuletzt ist auch noch die COVID-19-Pandemie als schwere Bürde hinzugekommen.

Die EZB und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems unterziehen ihre geldpolitische Strategie einer Überprüfung. Teil dieser Überprüfung ist der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. In einer Reihe von Veranstaltungen der EZB, aber auch der Notenbanken in den Euro-Ländern, wollen wir in den Dialog mit den Unternehmen, den Institutionen, der Wissenschaft und auch den Bürgerinnen und Bürgern Europas treten. Der gesamte Prozess wird im Juni 2021 abgeschlossen sein.

Auch in Österreich wird es diesen Dialog geben. Am 30. Oktober 2020, von 9.30 bis 12.00 Uhr gibt es die Veranstaltung „Die OeNB hört zu“. Eingeladen sind wichtige österreichische Institutionen. Es sind dies z. B. die Sozialpartner, aber auch zivile Organisationen wie die Caritas, die Hochschülerschaft, etc. Eine komplette Liste der eingeladenen Institutionen finden Sie hier:

Eingeladene Institutionen

  • Arbeiterkammer (AK)
  • Wirtschaftskammer Österreich (WKO) 
  • WKO – Sparte Banken und Versicherungen
  • Arbeitsmarktservice (AMS)
  • Industriellenvereinigung (IV)
  • Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB)
  • Landwirtschaftskammer (LK)
  • Fachverband der Pensionskassen
  • Interessenverband für Anleger (IVA)
  • Verein für Konsumenteninformation (VKI)
  • ASB Schuldnerberatungen
  • Kreditschutzverband von 1870 (KSV 1870)
  • Mietervereinigung Österreichs
  • Österreichischer Seniorenrat
  • Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touringclub (ÖAMTC)
  • Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs (ARBÖ)
  • Verkehrsclub Österreich (VCÖ)
  • Bundeselternverband (BEV)
  • Österreichische Hochschülerschaft (ÖH)
  • Bundesschülervertretung (BSV)
  • Bundesjugendvertretung (BJV)
  • Institut für Wirtschaftspädagogik der WU Wien
  • Institut Finance, Accounting & Statistics der WU Wien
  • Attac Österreich
  • Fridays for Future
  • GLOBAL 2000
  • Caritas Österreich
  • Volkshilfe Österreich

Die Institutionen sind eingeladen, Bestätigungen für die Teilnahme sind teilweise eingegangen. Wir werden zeitnah die tatsächlich teilnehmenden Institutionen benennen.


Corona-bedingt ist es leider nicht möglich, eine Veranstaltung durchzuführen, die eine große Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht. Um auch Ihnen die Möglichkeit zu geben, an diesem Dialog teilzunehmen, werden wir diese Veranstaltung im Internet live übertragen.

Livestream am 30. Oktober 2020 ab 9.30 Uhr