Konferenz in Wien beleuchtet Chancen und Herausforderungen von Fintech

(, Wien)

Innovative Technologien im Finanzdienstleistungssektor – kurz Fintech – stehen im Mittelpunkt einer von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), dem Bundesministerium für Finanzen (BMF), dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und dem Joint Vienna Institute (JVI) organisierten Konferenz, die am 28. und 29. Jänner in Wien stattfindet. Auf der Veranstaltung soll der auf der letzten Herbsttagung des IWF und der Weltbank in Bali erarbeitete Fintech-Aktionsplan (Bali Fintech Agenda) zur Förderung technologischer Neuerungen im Finanzsektor erörtert werden.

Die erste von fünf internationalen Veranstaltungen im Rahmen der Bali-Agenda in diesem Jahr steht ganz im Zeichen des Erfahrungsaustausches. Expertinnen und Experten aus der öffentlichen Verwaltung, Führungskräfte aus dem privaten Sektor sowie Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus Zentral-, Ost- und Südosteuropa, dem Kaukasus und Zentralasien werden darüber diskutieren, wie sie mit den Herausforderungen, die mit dem wachsenden Angebot digitaler Finanzdienste einhergehen, umgehen.

Öffentliche Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger können die in der Bali Fintech Agenda skizzierten Leitlinien nutzen, um eine maßgeschneiderte nationale Fintech-Strategie auszuarbeiten, so Tobias Adrian, Finanzmarktchef des IWF. Der Fokus kann schließlich je nach Land ganz unterschiedlich sein: In manchen Ländern mag die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen im Vordergrund stehen, weswegen sie die Interoperabilität von Zahlungsinfrastrukturen sicherstellen möchten. Für andere Länder wiederum spielt vielleicht der Verbraucherschutz oder finanzielle Integrität eine vorrangige Rolle.

Dass sich der IWF dazu entschlossen hat, die erste Veranstaltung im Rahmen der Bali-Agenda in Österreich abzuhalten, erfüllt Finanzminister Hartwig Löger mit großer Freude. Mit dem jüngst ins Leben gerufenen Fintech-Beirat legt Österreich besonderes Augenmerk auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für den Fintech-Bereich mit dem Ziel, die Digitalisierung des österreichischen Finanzmarkts voranzutreiben. Expertinnen und Experten aus Finanz- und Aufsichtsbehörden sowie aus der Praxis arbeiten eng zusammen, um Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr Wahlmöglichkeiten zu bieten und die Effizienz der Finanzmärkte zu erhöhen. Im Finanzministerium freue man sich darauf, die Erfahrungen Österreichs in den internationalen Diskurs einzubringen, so Löger.

Die Digitalisierung wird den Wandel im Finanzsektor weiter befeuern. Dies birgt, laut OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny, nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen: „Von der Veranstaltung Ende Jänner dürfen wir uns konstruktive Diskussionen erwarten.“

Die Bali Fintech Agenda wurde auf der Jahrestagung des IWF und der Weltbank, die im Oktober 2018 in Bali, Indonesien, stattfand, in Zusammenarbeit mit den 189 Mitgliedstaaten dieser Institutionen lanciert. Der 12 Leitlinien umfassende Aktionsplan soll Mitgliedstaaten dabei unterstützen, die Vorteile der rasanten Entwicklungen im Bereich der Finanztechnologien bestmöglich zu nutzen und gleichzeitig die damit einhergehenden Risiken zu minimieren.

Die nachstehend angeführten Vorträge am ersten Konferenztag sind für Pressevertreterinnen und -vertreter zugänglich. Die Anmeldung erfolgt hier.

Konferenzprogramm

Montag, 28. Jänner 2019

8.30–9.30  Registrierung

9.30–9.45  Begrüßung und Eröffnungsrede
Barbara Kolm
, Vize-Präsidentin des Generalrats, Oesterreichische Nationalbank

9.45–10.30  Einführung ins Thema
Harald Waiglein
, Sektionschef, Bundesministerium für Finanzen
Ewald Nowotny, Gouverneur, Oesterreichische Nationalbank
Tobias Adrian, Financial Counsellor and Director, Internationaler Währungsfonds

11.00–12.30  Die Zukunft von Fintech aus der Sicht des privaten Sektors
Curt Chadha
, Vizepräsident der Gruppe Business Development, Wirecard
Niklaus Santschi, CEO, Ingenico Payone
Shermin Voshmgir, Direktorin des Forschungsinstituts für Kryptoökonomie, Wirtschaftsuniversität Wien

Tagungsort: Kassensaal, Oesterreichische Nationalbank, Otto-Wagner-Platz 3, 1090 Wien