Unternehmen

Was bedeuten die Änderungen in der Zahlungsbilanz für Unternehmen als Melder?

Meldungslegung

  • Die Bereitstellung innovativer elektronischer Meldemedien für eine benutzerfreundliche und automationsunterstützte Meldungserstellung ist ein großes Anliegen von OeNB und Statistik Austria. Das Angebot wird bereits von vielen Unternehmen genutzt und trägt dort erfolgreich bei, Zeit und Kosten zu sparen. Allen Unternehmen, die die Möglichkeit zur elektronischen Meldungslegung noch nicht nutzen, stehen die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in OeNB und Statistik Austria gerne mit Rat und Tat zur Seite. Im Internet finden Sie Wegweiser zur elektronischen Meldung auf der Website der OeNB und Statistik Austria.

Grenzüberschreitender Dienstleistungsverkehr

  • Die international vorgeschriebenen Änderungen in der Darstellung des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs werden in Österreich durch die Meldeverordnung ZABIL 1/2012 (120 KB) der OeNB umgesetzt, die am 1. Jänner 2013 in Kraft trat.

    Ab dem Berichtsquartal Q1 2013 ändern sich deshalb einige Dienstleistungscodes: Einerseits entfallen Dienstleistungsarten, andererseits sind neue Dienstleistungsarten zu melden bzw. werden Dienstleistungen näher spezifiziert. Siehe dazu die unten stehende Detailübersicht.

  • UnternehmenDienstleistungsarten 
    Bisher zu melden   Neu zu melden
     
    2850 Leistungen zwischen verbundenen Unternehmen ENTFÄLLT
     
    3100 Personalaufwand für Arbeitnehmerinnen und -nehmer, die in Österreich keinen Hauptwohnsitz haben ENTFÄLLT
     
    2310 Transport in Rohrleitungen und 2330 Transport in Rohrleitungen
    Elektrizitätsübertragung 2340 Elektrizitätsübertragung
     
    2630 EDV-Dienstleistungen 2620 Computer-Software
      2630 Sonstige EDV-Dienstleistungen
     
    2800 Architektur-, Ingenieur- und übrige technische Dienstleistungen 2490 Instandhaltungs- und Reparaturleistungen a. n. g.
      2801 Architekturleistungen
      2802 Ingenieurleistungen
      2803 Wissenschaftliche und andere technische Dienstleistungen
     
    2790 Dienstleistungen der Forschung und Entwicklung 2790 Dienstleistungen der Forschung und Entwicklung als systematisch durchgeführte Arbeiten zur Erweiterung des Kenntnisstands
      2894 Sonstige Leistungen der Forschung und Entwicklung
     
    2830 Dienstleistungen in Landwirtschaft und Bergbau und sonst. Vor-Ort-Bearbeitung 2831 Dienstleistungen in Land-, Forstwirtschaft und Fischerei
      2832 Dienstleistungen im Bergbau und in der Öl- und Gasgewinnung
     
    2892 Sonstige Patente und Lizenzen (Nutzung) 2640 Lizenzen für die Reproduktion und/oder den Vertrieb von Computersoftware
      2650 Lizenzen für die Nutzung der Ergebnisse von Forschung und Entwicklung
      2660 Lizenzen für die Reproduktion und/oder den Vertrieb von audiovisuellen und damit verbundenen künstlerischen Rechten
      2891 Lizenzen für Handelsmarken und Franchise-Verträge
     
    2893 Kauf und Verkauf von Patenten und Lizenzen 2893 Kauf/Verkauf von Eigentumsrechten an Ergebnissen der Forschung und Entwicklung
      2910 Kauf/Verkauf von CO2−Emissionsrechten
     
    2897 Übrige Dienstleistungen für persönliche 2897 Übrige persönliche Dienstleistungen
    Zwecke, Kultur und Freizeit 2898 Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Kulturerbe und der Freizeit
     
      2350 Ausgaben für Dienst- und Geschäftsreisen (exkl. Transport)
     
      2480 Vergütung für Dienstleistungen im Rahmen der Lohnveredelung
  • Im Zuge des Neuerlasses der Meldeverordnung ZABIL 1/2012 (120 KB) wurden auch qualitative Anpassungen des Erhebungssystems vorgenommen. Zu den wichtigsten zählt die Anhebung der Meldegrenze von bislang 50.000 oder 200.000 Euro in Abhängigkeit von der Wirtschaftsbranche auf nunmehr 500.000 Euro für jeweils Dienstleistungsexporte bzw. –importe einheitlich für alle Unternehmen. Aufgrund der verstärkten Nutzung administrativer Daten, wozu die OeNB laut Devisengesetz für Zwecke der Statistikerstellung berechtigt ist, kann die Meldepflicht unterhalb dieses Schwellenwerts entfallen.

    Wird die Meldegrenze im Kalenderjahr 2012 erreicht oder überschritten, ist eine Meldung an Statistik Österreich für alle vier Quartale 2013 zu legen. Dies gilt auch, wenn die Meldegrenze im Verlauf des Jahres 2013 unterschritten wird oder kein Dienstleistungsverkehr mehr stattfindet, um die Erfüllung oder Nicht-Erfüllung der Meldepflicht eindeutig feststellen zu können.

    Sollte die Meldegrenze im Verlauf des Jahres 2013 erreicht oder überschritten werden, ist ab diesem Zeitpunkt eine Meldung an Statistik Österreich zu legen. Dies gilt, unabhängig von Umfang bzw. Anfall des Dienstleistungsverkehrs, für alle verbleibenden Quartale des Jahres 2013 sowie für alle vier Quartale 2014.

    Neben der Vereinheitlichung der Meldepflicht gibt es ab dem Berichtsjahr 2013 nur mehr ein einheitliches Meldekonzept. Dienstleistungsexporte und -importe sind unter Angabe des Sitzlandes des Geschäftspartners und der Art der Dienstleistung quartalsweise zu melden. Die Jahresmeldung entfällt.

Direktinvestitionen und Sonstige Investitionen

  • Die international vorgeschriebenen Änderungen in der Darstellung der Kapitalbilanz werden in Österreich durch die Meldeverordnung ZABIL 1/2013 (559 KB) der OeNB umgesetzt, die am 1. Jänner 2014 in Kraft tritt.

    Die Änderungen im Bereich der Direktinvestitionen sind zwar relativ umfangreich, betreffen aber vor allem die Darstellung der Ergebnisse in der Zahlungsbilanz, und nur in geringem Maß den Bedarf an zusätzlichen Informationen.

    Abgesehen von einer rein formalen Neugestaltung der Fragebögen der Direktinvestitionserhebung (Transaktionsmeldung, Stammdatenmeldung und Jahreserhebung) wird es nur eine zusätzliche Frage geben, nämlich ob im Zuge einer Direktinvestitionstransaktion Anteile eines bereits bestehenden Unternehmens von Dritten gekauft bzw. an Dritte verkauft wurden (Mergers & Acquisitions), oder aber die finanziellen Mittel in die Gründung oder Erweiterung eines Unternehmens investiert wurden.

    Die OeNB hat darüber hinaus Analysen der derzeitigen Meldepopulation durchgeführt und wird die Meldegrenzen für Direktinvestitionen, Sonstige Investitionen und Handelskredite in der neuen Verordnung deutlich anheben. Es können zahlreiche Unternehmen von der Meldepflicht entlastet werden, insbesondere KMUs, ohne dass dadurch die Aussagekraft des statistischen Ergebnisses beeinträchtigt würde.

    Die Meldetermine der Direktinvestitionsstatistik und der Sonstigen Investitionen werden einheitlich auf den 15. Kalendertag des Monats, nach der Auslösung der Meldepflicht, festgelegt. Das erleichtert den Unternehmen den Überblick und sollte dazu beitragen, Spätmeldungen und daraus folgende Rückfragen der OeNB zu vermeiden.

    Leermeldungen zu den Sonstigen Investitionen müssen nicht mehr sechs Monate in Folge abgegeben werden, sondern nur einmalig, nach der letzten Datenmeldung.

Portfolioinvestitionen

  • Die Änderungen bei den Portfolioinvestitionen können mit Hilfe des bestehenden Einzelwertpapiersystems abgedeckt werden und führen daher zu keinen neuen Anforderungen für Unternehmen in diesem Bereich.