Meldung der Kapitalpufferanforderungen (Belege 80/81, C 04.00 Template)

Sehr geehrte Damen und Herren!

Bei der Meldung der Kapitalpufferanforderungen im C 04.00 Template, Zeilen 740 bis 810 sind folgende Meldeerfordernisse zu berücksichtigen.
 

1. Kapitalerhaltungspuffer, Zeile 750 (PN 8127010) 

In dieser Position ist der absolute Betrag des Kapitalerhaltungspuffers gem. § 23 BWG zu melden, der sich aus dem Produkt aus der anwendbaren Kapitalerhaltungspuffer-Quote und dem Gesamtrisikobetrag ergibt. Sämtliche Kreditinstitute haben auf Einzelbasis sowie auf konsolidierter Basis Kapitalerhaltungspuffer zu halten und in den Belegen 80 und 81 zu melden. Die einheitlich anwendbare Kapitalerhaltungspuffer-Quote für alle in Österreich ansässigen Kreditinstitute beträgt im Jahr 2016 0,625% gem. § 103q Z 11 BWG.
 

2. Kapitalerhaltungspuffer aufgrund von Makroaufsichtsrisiken oder Systemrisiken, die auf Ebene eines Mitgliedstaates ermittelt wurden, Zeile 760 (PN 8127020)

Art. 458 Abs. 2 lit. d Z iv CRR ermächtigt die zuständige nationale Behörde, einen zusätzlichen Kapitalerhaltungspuffer aufgrund von Makroaufsichts- oder Systemrisiken zu verhängen. In Österreich wird von dieser Ermächtigung aktuell kein Gebrauch gemacht und daher kein zusätzlicher Kapitalerhaltungspuffer verhängt. Die Zeile 760 (PN 8127020) ist daher zurzeit sowohl im Beleg 80 als auch im Beleg 81 nicht zu befüllen.
 

3. Institutsspezifischer antizyklischer Kapitalpuffer, Zeile 770 (PN 8127030)

Die Berechnung des institutsspezifischen antizyklischen Kapitalpuffers (AZKP) gem. § 23a BWG folgt den Bestimmungen des § 4 KP-V. Hierzu ist der gewichtete Durchschnitt der AZKP-Quoten, die in jenen Mitgliedstaaten und Drittländern, in denen die wesentlichen Kreditrisikopositionen gem. § 5 KP-V belegen sind, gelten, mit dem Gesamtrisikobetrag zu multiplizieren.
 
Die aktuell gültigen nationalen Quoten sind auf der Homepage des ESRB bzw. für Drittländer auf der Homepage der BIZ zu finden:
https://www.esrb.europa.eu/national_policy/ccb/applicable/html/index.en.html
https://www.bis.org/bcbs/ccyb/
 
Da die meisten nationalen Behörden  (insbesondere inkl. der österreichischen) für die im jeweiligen Land belegenen wesentlichen Kreditrisikopositionen eine Quote von 0% vorsehen und nur die Anteile der iSd § 5 KP-V wesentlichen Kreditrisikopositionen in jenen Ländern, die eine Quote größer als 0% vorsehen, in den Gesamtbetrag des zu haltenden AZKP einfließen, sind tendenziell sehr niedrige Werte für den AZKP zu erwarten.
 
In jedem Fall ist für die Berechnung des AZKP im Jahr 2016 für in Österreich meldepflichtige Institute sowohl auf Einzelbasis als auch auf konsolidierter Basis eine gewichtete Quote von höchstens 0,625% gem. § 103q Z 11 BWG heranzuziehen.
 
Bsp.: Wenn 5% der iSd § 5 KP-V wesentlichen Kreditrisikopositionen eines in Österreich meldepflichtigen Instituts in Schweden und 2% seiner wesentlichen Kreditrisikopositionen in Norwegen belegen sind (wobei in beiden Länder derzeit eine nationale AZKP-Quote iHv 1% vorgesehen ist) und die restlichen 93% seiner wesentlichen Kreditrisikopositionen in Ländern mit einer Quote iHv 0% belegen sind, dann beträgt die gewichtete Quote nur min(5% * 1% + 2% * 1%; 0,625%) = 0,07%. Die gewichtete Quote ist mit dem Gesamtrisikobetrag zu multiplizieren, um den Betrag des AZKP zu ermitteln. Diese Berechnung haben Institute sowohl auf Einzelbasis als auch auf konsolidierter Basis vorzunehmen und das Ergebnis im Beleg 80 bzw. 81 zu melden.

4. Systemrisikopuffer, Zeile 780 (PN 8128000)

In dieser Position ist der absolute Betrag des Systemrisikopuffers gem. § 23d BWG zu melden. Die aktuell anwendbare Quote zur Berechnung des Systemrisikopuffers ist für alle in Österreich ansässigen Institute, denen ein Systemrisikopuffer vorgeschrieben wurde, in § 7 KP-V taxativ aufgelistet:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20009410
 
Jedes in § 7 KP-V angeführte Institut hat den Betrag der Kapitalpufferanforderung aus dem Systemrisikopuffer als das Produkt aus der anwendbaren Quote und seinem Gesamtrisikobetrag zu melden. Diese Quote kann sich aus mehreren Bestandteilen (z. B. aus einer Quote für die systemische Verwundbarkeit zzgl. einer Quote für das systemische Klumpenrisiko) zusammensetzen.
 
Es gilt jedoch, dass ein Systemrisikopuffer gem. § 6 KP-V nur auf konsolidierter Basis zu halten und somit nur im Beleg 81 zu melden ist.
 
Wenn ein Institut gem. § 7 KP-V einen Systemrisikopuffer auf konsolidierter Basis zu halten hat, so ist dieser in jedem Fall in Zeile 780 des C 04.00 Templates zu melden, selbst wenn aufgrund einer gleichzeitig bestehenden höheren (oder gleich hohen) Kapitalpufferanforderung aus dem Titel des Kapitalpuffers für systemrelevante Institute kein zusätzliches Kapitalerfordernis an hartem Kernkapital zur Erfüllung der kombinierten Kapitalpufferanforderung aus dem Systemrisikopuffer erwächst.
 

5. Puffer für systemrelevante Institute, Zeile 790 (PN 8128010)

In dieser Position ist der absolute Betrag der anwendbaren Kapitalpufferanforderung für systemrelevante Institute zu melden. Dieser Betrag ist der jeweils höhere Wert aus dem Kapitalpuffer für global systemrelevante Institute gem. § 23b BWG und dem Kapitalpuffer für andere systemrelevante Institute gem. § 23c BWG. Da aktuell kein Institut in Österreich einen Kapitalpuffer für global systemrelevante Institute vorzuhalten hat, ist der in dieser Position zu meldende Betrag stets identisch mit dem in Zeile 810 des C 04.00 (Kapitalpuffer für andere systemrelevante Institute) gemeldeten Betrag.
 
Gem. § 7a KP-V ist ein Kapitalpuffer für systemrelevante Institute nur auf konsolidierter Basis zu halten und somit nur im Beleg 81 zu melden.
 

6. Puffer für global systemrelevante Institute, Zeile 800 (PN 8128020)

In dieser Position ist der absolute Betrag der anwendbaren Kapitalpufferanforderung für global systemrelevante Institute gem. § 23b BWG zu melden. Da aktuell kein Institut in Österreich einen Kapitalpuffer für global systemrelevante Institute vorzuhalten hat, ist der in dieser Position zu meldende Betrag stets 0 ("NULL").
 

7. Puffer für sonstige systemrelevante Institute, Zeile 810 (PN 8128030)

In dieser Position ist der absolute Betrag der anwendbaren Kapitalpufferanforderung für andere systemrelevante Institute gem. § 23c BWG zu melden.
 
Die aktuell anwendbare Quote zur Berechnung des Kapitalpuffers für andere systemrelevante Institute ist für alle in Österreich ansässigen Institute, denen ein Kapitalpuffer für andere systemrelevante Institute vorgeschrieben wurde, in § 7b KP-V taxativ aufgelistet:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20009410
 
Jedes in § 7b KP-V angeführte Institut hat den Betrag der Kapitalpufferanforderung für andere systemrelevante Institute als das Produkt aus der anwendbaren Quote und seinem Gesamtrisikobetrag zu melden.
 
Es gilt jedoch, dass ein Kapitalpuffer für andere systemrelevante Institute gem. § 7a KP-V nur auf konsolidierter Basis zu halten und somit nur im Beleg 81 zu melden ist.
 
Wenn ein Institut gem. § 7b KP-V einen Kapitalpuffer für systemrelevante Institute auf konsolidierter Basis zu halten hat, so ist dieser in jedem Fall in Zeile 810 des C 04.00 Templates zu melden, selbst wenn aufgrund einer gleichzeitig bestehenden höheren (oder gleich hohen) Kapitalpufferanforderung aus dem Titel des Systemrisikopuffers kein zusätzliches Kapitalerfordernis an hartem Kernkapital zur Erfüllung der kombinierten Kapitalpufferanforderung aus dem Kapitalpuffer für systemrelevante Institute erwächst.
 

8. Kombinierte Kapitalpufferanforderung, Zeile 740 (PN 8127000)

Die kombinierte Kapitalpufferanforderung iSd § 2 Z 45 BWG stellt die Summe der in Form von hartem Kernkapital vorzuhaltenden Kapitalpufferanforderungen aus den o. a. Kapitalpufferbestandteilen dar. Bestehen sowohl Kapitalpufferanforderungen aus dem Titel des Systemrisikopuffers und des Kapitalpuffers für systemrelevante Institute, die beide unabhängig voneinander in den Zeilen 780 und 790 des C 04.00 Templates zu melden sind, so fließt nur der höhere aus diesen beiden Beträgen in die kombinierte Kapitalpufferanforderung ein.
 
Der in Zeile 740 zu meldende Wert ist somit keineswegs die Summe aller folgenden Zeilen, die sich auf Kapitalpufferanforderungen beziehen (d. h., Zeilen 750 bis 810), sondern errechnet sich wie folgt:
 
Kombinierte Kapitalpufferanforderung (Zeile 740)
= Kapitalerhaltungspuffer (Zeile 750)
+ Kapitalerhaltungspuffer aufgrund von Makroaufsichtsrisiken oder Systemrisiken, die auf Ebene eines Mitgliedstaates ermittelt wurden (Zeile 760; dieser Wert ist stets 0)
+ Institutsspezifischer antizyklischer Kapitalpuffer (Zeile 770)
+ max(Systemrisikopuffer (Zeile 780); Kapitalpuffer für systemrelevante Institute (Zeile 790)).
 
 
Sonderfall: Institutional Protection Scheme (IPS)
 
Ein IPS stellt grundsätzlich keine Konsolidierungsebene gem. Art. 11 CRR dar und unterliegt somit nicht den Kapitalpufferanforderungen gem. §§ 23 bis 23d BWG. Das meldende Institut hat daher keine positiven Beträge in den Zeilen 740 bis 810 des C 04.00 in der IS-Meldung zu melden.
 
Der konstituierende IPS-Bescheid kann jedoch Auflagen wie z. B. ein zusätzliches Eigenmittelerfordernis enthalten. Dieser ist jedoch nicht als Kapitalpuffer iSd §§ 23 bis 23d BWG zu werten, sondern stellt eine aufsichtliche Maßnahme in Form eines Säule 2 Kapitalaufschlags dar, welche somit im C 03.00 Template im Bereich der Eigenmittel-Zielquoten inkl. Säule 2 zu melden ist.
 
Wenn z. B. ein IPS einen Kapitalaufschlag iHv x% (nach Berücksichtigung etwaiger Übergangsbestimmungen) zu halten hat, dann hat es keine Kapitalpufferanforderungen im C 04.00 Template, sondern eine Zielquote für das harte Kernkapital inkl. Säule 2 iHv 4,5% + x%, eine Zielquote für das Kernkapital inkl. Säule 2 iHv 6% + x% und eine Zielquote für das Gesamtkapital inkl. Säule 2 iHv 8% + x% in den Zeilen 080, 100 bzw. 120 (PN 7911002, PN 7911004 bzw. PN 7911006) im C 03.00 Template (sowie Anforderungen der Säule 2 im C 04.00 Template, Zeile 820) zu melden.
 

Wir ersuchen um entsprechende Berücksichtigung und die ehest mögliche Übermittlung allfälliger Korrekturmeldungen.