Filing Indicator – Prüfkonzepte und 2nd Level Checks

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Anlehnung an den Newsletter vom 01.08.2017 zum Thema „Filing Indicator – Prüfkonzepte“ möchten wir nun weitere Details bekanntgeben. Wir möchten Sie informieren, dass auf der OeNB-Website unter der zentralen Erhebungsübersicht neue Prüfregelabzüge im Zusammenhang mit den Filing Indicators unter folgendem Link zur Verfügung stehen: https://www.oenb.at/Statistik/Meldewesen.html

Wie im Prüfkonzept angekündigt, wird zwischen optionalen und „expected“ Templates unterschieden. „Expected“ Templates werden von der EZB immer erwartet, die Meldung der optionalen Templates ist von der Geschäftstätigkeit des Melders abhängig. Die Unterscheidung kann anhand der sogenannten 2nd Level Checks oder der OeNB-Prüfregeln nachvollzogen werden. Wir möchten nochmal darauf hinweisen, dass bei „expected“ Templates bereits ab Q3 2017 überprüft wird, ob Werte gemeldet werden.

2nd Level Checks:

Dienen der EZB zur Kontrolle, ob die Meldung vollständig ist und werden pro Melder und Template durchgeführt. Besonders darauf hinweisen möchten wir, dass die Kategorisierung „optional“ nicht bedeutet, dass die Meldung des Template unterbleiben kann. Die Meldung wird abhängig von bestimmten Kriterien dennoch erwartet. Anhand der 2nd Level Checks kann nachvollzogen werden, ob das Template („expected“ oder „optional“) verpflichtend gemeldet werden muss:

  • “Optional” Template:
    • Master data dependent – richten sich nach den gemeldeten Stammdaten (bspw. Kreditrisiko-, OpRisk-, oder Marktrisikoansätze)
    • Activity dependent – die Meldung kann nur dann unterbleiben, wenn kein Geschäft vorliegt (bspw. keine Verbriefungen)
    • Threshold based – hängt vom Über-/Unterschreiten gewisser Kriterien ab (bspw. Meldung des Geographical Breakdowns)

Trifft eines der Kriterien zu, wird die Meldung zumindest eines Wertes für ein Konzept erwartet, welches in den OeNB Prüfregeln enthalten ist.

  • „Expected“ Template: Always required – die Meldung zumindest eines Wertes wird immer erwartet, auch wenn kein Geschäft vorliegt (EZB erwartet die Meldung zumindest eines Nullwertes)
  • “Not expected” Template: Always not required – die Meldung wird nie erwartet

In der Spalte „Template category“ ist im jeweiligen Reiter für die fragliche Erhebung die notwendige Information zur Unterscheidung in „optionale“ und „expected“ Templates zu finden. Die Überprüfung der „optionalen“ Templates anhand der 2nd Level Checks und somit die Implementierung in die OeNB-Systeme ist noch im Jahr 2017 geplant. Nähere Informationen folgen. Als Unterstützung zur Unterscheidung zwischen „optionalen“ und „expected“ Templates wird seitens OeNB zusätzlich eine Auflistung zur Verfügung gestellt, in der die Kategorie pro Erhebung und Template angeführt ist, sowie die in den Prüfungen enthaltenen Konzepte aufgelistet sind. Die 2nd Level Checks und die Auflistung zur Unterscheidung zwischen „optionalen“ und „expected“ Templates finden Sie im Downloadbereich unter Aufsichtsstatistik: https://www.oenb.at/Statistik/Meldewesen/Meldebestimmungen/Aufsichtsstatistik.html

 

Um den Umstieg auf die Meldung der Filing Indicator zu erleichtern, gibt es eine Übergangsphase. Ab Stichtag 30.09.2017 können die Filing Indicator bereits gemeldet werden. Eine verpflichtende Meldung (auch für Vorperioden) hat per Stichtag 30.06.2018 zu erfolgen.

Beschreibung der Prüfregeln:

Die Unterscheidung zwischen „expected“ und „optionalen“ Templates ist anhand der Prüfregelsyntax erkennbar.

Bei den „expected“ Templates muss der Filing Indicator auf „J“ gesetzt werden, falls die Filing Indicators bereits gemeldet werden. Sollten keine Werte vorhanden sein, dann muss die Zahl „0“ in nur einer der in der Prüfregel vorkommenden Positionen gemeldet werden, um eine Rückfrage zur Meldung zu verhindern. Wird bei „expected“ Templates der Filing Indicator nicht gemeldet, muss zumindest ein Wert gemeldet werden (ACHTUNG: auch "0" ist ein Wert).

Beispiel Prüfregel für „expected“ Template:

ifElse(
            !isNa(<ISFINF0101>),
            ifElse(
                        <ISFINF0101> == "J",
                        !isNa(<ISFIN1000000>),
                        false

            ),
            !isNa(<ISFIN1000000>)
)

Verbale Beschreibung des Beispiels:

Diese Prüfregel prüft zuerst, ob ein Filing Indicator gemeldet wurde (Konzept ISFINF0101).

Wenn der Filing Indicator in Konzept ISFINF0101 „J“ ist und in Konzept ISFIN1000000 ein Wert (inkl. 0) gemeldet wurde, ist die Prüfung erfüllt. Sollte dies nicht der Fall sein, wird die Meldung zurückgewiesen. Wurde kein Filing Indicator in Konzept ISFINF0101 gemeldet, wird in der Übergangsphase überprüft, ob im Konzept ISFIN1000000 ein Wert (inkl. 0) gemeldet wurde. Wurde in Konzept ISFIN1000000 kein Wert gemeldet, wird eine automatisierte Anfrage an den Melder versendet.

Bei „optionalen“ Templates wird nur überprüft, ob der gemeldete Filing Indicator mit den enthaltenen Werten übereinstimmt.

Beispiel Prüfregel für optionales Template:

ifElse(
            !isNa(<ISFINF1302>),
            ifElse(
                        !isNa(<ISFIN0001468>),
                        <ISFINF1302> == "J",
                        <ISFINF1302> == "N"
            ),
            true
)

Verbale Beschreibung des Beispiels:

Diese Prüfregel prüft zuerst, ob ein Filing Indicator gemeldet wurde (Konzept ISFINF1302). Wenn in Konzept ISFIN0001468 ein Wert (inkl. 0) gemeldet wurde, dann muss der Filing Indicator in Konzept ISFINF1302 auf „J“ gesetzt sein. Wenn in Konzept ISFIN0001468 kein Wert (inkl. 0) gemeldet wurde, dann muss der Filing Indicator in Konzept ISFINF1302 auf „N“ gesetzt sein. Sollte dies nicht der Fall sein, wird eine automatisierte Anfrage an den Melder versendet.
 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den weiter unten stehenden Kontakt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Gruppe Aufsichtsdaten