Neuerungen in der Richtlinie zur Zentralkreditregister-Meldungsverordnung (ZKRM)

Sehr geehrte Damen und Herren!

Nach der Einführung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) im Jahr 2013 und den dadurch resultierenden Änderungen der Richtlinie zur Zentralkreditregister-Meldung (ZKRM) wurde diese in der jetzt vorliegenden Version weiter präzisiert und speziell um Informationen zu häufig gestellten Anfragen seitens der meldepflichtigen Institute ergänzt. Es handelt sich bei diesen Änderungen nicht um erweiterte Anforderungen sondern grundsätzlich um Hilfestellungen bei der Meldungslegung.

Weiters ist auf die ab dem Meldetermin 31.3.2017 verpflichtend zu meldenden standardisierten Ausfallklassen hinzuweisen, deren Definition auf der genannten Kapitaladäquanzverordnung (CRR) basieren. Hierfür wurde in der Ausweisrichtlinie ein neues Kapitel („4.2.5.3.1 Meldung von ausgefallenen Kreditnehmern“) aufgenommen und das Eingabeformular für die Ratingsysteme sowie die diesbezügliche Eingabehilfe angepasst. Ab dem genannten Meldestichtag ist somit die Meldung individueller Ausfallklassen nicht mehr gestattet! Es werden künftig drei Ausfallklassen unterschieden, siehe die folgende Tabelle:

Bonitätsklasse/Ausfallklasse   

Beschreibung
Bonitätsklasse/Ausfallklasse       

Kreditgebende
rechtliche Einheit   

DCRR1

Ausfall aufgrund Zahlungseingang unwahrscheinlich
(Default because of unlikely to pay)

Einheit, die direkt oder durch Konsolidierung in den Anwendungsbereich des Art. 178 CRR bzw. Art. 127 CRR fällt

DCRR2

Ausfall aufgrund mehr als 90/180 Tage überfällig
(Default because of past due more than 90/180 days)

Einheit, die direkt oder durch Konsolidierung in den Anwendungsbereich des Art. 178 CRR bzw. Art. 127 CRR fällt

DNCRR

Ausfall bei rechtlicher Einheit, welche nicht in den Anwendungsbereich der CRR fällt

Einheit, die weder direkt noch durch Konsolidierung in den Anwendungsbereich des Art. 178 CRR bzw. Art. 127 CRR fällt

 

Andere als die in der Tabelle angeführten Ausfallsklassen und -arten sind ab dem Meldetermin März 2017 in der Hauptmeldung nicht zulässig.

Die Definition von zwei Ausfallklassen bezieht sich auf den Schuldnerausfall gemäß Artikel 178 CRR bzw. Artikel 127 CRR. Die dritte Ausfallklasse umfasst die Ausfälle bei rechtlicher Einheit, welche nicht in den Anwendungsbereich der CRR fallen. Diese Änderung in der ZKR-Meldungslegung wurde im Rahmen der SCom-Abstimminstanz im Februar 2016 mit Bankenvertretern abgestimmt.
Die Übermittlung eines Eingabeformular_Ratingsysteme nur aufgrund der Einführung der standardisierten Ausfallklassen ist nicht notwendig.

Neben dieser grundlegenden Änderung in der Ausweisrichtlinie zur ZKRM wurden folgende Kapitel angepasst bzw. Erläuterungen präzisiert:

 

4.1.1 Definition von Kredit- bzw. Haftungsrahmen
Quersubventionierungen von fällig gestellten Krediten desselben Kreditnehmers dürfen nicht vorgenommen werden.

4.2.1. In der Bilanz auszuweisende Forderungen
Es wird im Detail ausgeführt, dass Sonderkreditinstitute, die kein Eigenmittelerfordernis gem. CRR berechnen, die Meldeposition „Nettoforderungswert“ nicht befüllen müssen.

4.2.1.2 Anteilsrechte
Obligationsähnliche Genussscheine sind in der Forderungskategorie „Titrierte Forderungen“ zu melden. Weiters wurde die Beschreibung von „Umbrella-Fonds“ neu in diesem Kapitel aufgenommen. Dabei sind jene Subfonds zu melden, in die konkret investiert wurde.

4.2.1.3 Kurz- und langfristige Interbankenforderungen
Finanzinstitute haben diese Meldepositionen nicht zu befüllen. Die Forderungen sind entsprechend ihrer Ausgestaltung als „Einmalkredite und Darlehen“ oder als „revolvierend ausnützbare Kredite“ zu melden.
Weiters wurde definiert, dass es sich bei der Counterparty um eine finanzielle Einheit handeln muss. Ist die Counterparty keine finanzielle Einheit sind diese Geschäfte als „Einmalkredite und Darlehen“ zu melden.

4.2.1.4 Revolvierend ausnützbare Kredite
Forderungen, welche im Zuge von Marginkonten entstehen, sind in dieser Position zu melden. Falls in diesem Zusammenhang Limits bestehen, die Derivategeschäfte betreffen, sind diese als Rahmen auszuweisen; ansonsten ist der Rahmen in Höhe der Ausnutzung anzusetzen.

4.2.1.6.1 Charakteristika eines Leasingvertrags
Besteht ein Andienungsrecht nach Ablauf der Leasing-Laufzeit, liegt eine Meldepflicht in der ZKR vor, da von einem Kauf oder einer Finanzierung auszugehen ist.

4.2.1.6.3 Höhe der Rahmen und Ausnützungsmeldung
Klarstellung, welcher Zinssatz für die Barwertermittlung heranzuziehen ist (incremental borrowing rate). Klarstellung: Rückständige Leasingraten bzw. sonstige offene Forderungen sind – wie schon bisher - in der Ausnutzungsmeldung zu berücksichtigen, jedoch ist für Finanzinstitute keine Meldung der Risikoposition „überfälligen Forderungen“ möglich.

4.2.5.1 Überfällige Forderungen
Die Definition dieser Meldeposition wurde konkretisiert.

4.2.5.2 Einzelwertberichtigungen
Hinweis, dass erhebliche Kreditrisikoanpassungen einen Ausfall gem. CRR darstellen.

4.2.5.3.2 Meldung von nicht gerateten Kreditnehmern (NR)
Detaillierte Erläuterungen, in welchen Fällen ein Kreditnehmer nicht zu raten ist. Solidarkreditnehmergruppen und Arbeitsgemeinschaften können freiwillig mit einem Rating gemeldet werden.

4.2.5.3.3. Keine Risikoinformationen erforderlich
Kapitalanlagegesellschaften (KAG), Immobilien-KAG und Betriebsvorsorgekassen (BVK) müssen kein Rating melden. Eine freiwillige Meldung ist dennoch möglich. Versicherungen können keine Risikoinformationen melden.

4.2.5.3.4 Ratingsystem
Die Abkürzungen der Risikopositionsklassen wurden konkretisiert. Spezialfinanzierungen dürfen grundsätzlich nur mit dem Ansatz „A“ oder „F“ gemeldet werden.
Die Meldung von dreistelligen Ratingsystemen ist seit der Meldung Februar 2016 nicht mehr gestattet und führt zu einer Fehlermeldung.
Bei der Übernahme von Ratingsystemen von externen Ratingagenturen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass langfristige Emittenten-Ratings der ECAIs („long-term issuer ratings“) zu übermitteln sind.

4.2.5.3.6 Ausfallwahrscheinlichkeit (PD)
Die Mindest-Ausfallswahrscheinlichkeit gegenüber Unternehmen, Instituten bzw. dem Mengengeschäft ist 0,03%.

4.2.5.6. Gewählter Ansatz zur Berechnung der Eigenmittelunterlegung
Für ein von der Aufsicht abgenommenes IRB-Ratingsystem darf in der Meldung auch der Eintrag „S“ verwendet werden, wenn dies bankintern so gehandhabt wird.

4.2.6. Sicherheiten
Das gesamte Kapitel wurde aufgrund der Vielzahl von Anfragen überarbeitet. Auch wurden die Unterkapitel genauer ausformuliert.

Bei Fragen zu den oben angeführten Änderungen in der Ausweisrichtlinie zur ZKRM wenden Sie sich bitte an die unten angeführten Kontakte.

 

Mit freundlichen Grüßen

Gruppe Kreditregister und Bilanzdaten

 

Kontakt:
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die auf der Homepage ausgewiesenen Ansprechpersonen unter
https://www.oenb.at/Statistik/Meldewesen/meldekalender-und-verpflichtungen.html