22.11.2017 Österreichs Banken halten Auslandsforderungen in Höhe von 300 Milliarden Euro Wien,

Österreichs Banken halten Auslandsforderungen in Höhe von 300 Milliarden Euro

Meldung der konsolidierten Bankenstatistik an die BIZ

Ende Juni 2017 beliefen sich die Auslandsforderungen der österreichischen Banken mit ihren Auslandstöchtern auf 298,5 Mrd EUR und lagen somit bei 84 % des BIP. Im europäischen Vergleich platziert sich Österreich damit im Mittelfeld. Zu den größten Kreditnehmerländern zählen die Tschechische Republik, die Slowakei und Deutschland.

Die vorliegenden neuen Daten spiegeln abermals die starke Präsenz der österreichischen Banken in den zentral-, ost- und südosteuropäischen Ländern wider. Auf diese Region entfällt ein Anteil von 68,2 % (gemessen an den gesamten Auslandsforderungen) bzw. 203,7 Mrd EUR. Die Forderungen gegenüber der Tschechischen Republik lagen bei 22,2 % bzw. 66,2 Mrd EUR unangefochten an erster Stelle. Mit großem Abstand folgten danach fast gleichauf die Slowakei mit 10,0 % und Deutschland mit 9,7 %. Zu weiteren wichtigen Märkten für Österreichs Banken zählen Rumänien (8,1 %), Kroatien (5,8 %), Polen (5,5 %) und Ungarn (5,2 %). Dahinter reihten sich die Forderungen gegenüber Russland und der Schweiz mit einem Anteil von jeweils 3,3 % ein.

30,9 % bzw. 92,1 Mrd EUR der gesamten Auslandsforderungen österreichischen Banken (inkl. Auslandstöchter) entfielen auf Forderungen an nichtfinanzielle Unternehmen, knapp gefolgt von Forderungen an den Sektor Staat und Zentralbanken mit 30,0 % bzw. 89,4 Mrd EUR. Ausleihungen an private Haushalte machten 22,8 % bzw. 68,2 Mrd EUR aus. Das internationale Interbankengeschäft inkl. finanzieller Unternehmen lag Ende Juni 2017 mit einem Anteil von 16,3 % bei 48,7 Mrd EUR. Insgesamt wurden 183,3 Mrd EUR von Töchtern österreichischer Banken im Ausland gegenüber deren jeweiligen Sitzländern gehalten.

Mit einem Anteil der Auslandsforderungen von 84 % am BIP lag Österreich im europäischen Mittelfeld. So fiel dieser Anteil beispielsweise in Spanien (125 %) und Frankreich (111 %) höher als in Österreich aus. Deutschland (63 %) und Italien (41 %) weisen hingegen geringere Werte aus.

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat infolge einer Systemumstellung des Meldewesens auch die von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) publizierte „Internationale Bankenstatistik“ um eine detailliertere Gliederung der volkswirtschaftlichen Sektoren erweitert und an wesentliche neue Vorgaben der BIZ angepasst. Die Daten sind somit nun auch leichter international vergleichbar. Mit Berichtstermin Juni 2017 liegen nun erstmals Daten über die Verteilung des Auslandsgeschäfts der österreichischen Banken nach verschiedenen volkswirtschaftlichen Sektoren vor, die bis dato nicht verfügbar waren.

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24.10.2017 Sparbuch sticht Vorsorgeprodukte

Sparbuch sticht Vorsorgeprodukte

Entwicklung des Finanzvermögens privater Haushalte bis Juni 2017

Das Investment in Vorsorgeprodukte ist in Österreich unterdurchschnittlich. Nur ein Fünftel des gesamten Geldvermögens der privaten Haushalte von 638 Mrd EUR (Stand Juni 2017) entfällt auf Produkte für die Altersvorsorge, während der Anteil im EU-Schnitt fast doppelt so hoch ist. In Österreich ist dieses Anlagesegment in den letzten zwanzig Jahren nur schwach gewachsen. In den meisten übrigen EU-Mitgliedstaaten investierten Haushalte im selben Zeitraum mehr in Vorsorgeprodukte. Kurzfristig verfügbare Einlagen sind derzeit – wie auch in den vergangenen Jahren – die bei Weitem beliebteste Anlageform der österreichischen Haushalte, obwohl damit kaum Erträge erzielt werden konnten.

„Sicherheit und Verfügbarkeit sind seit einigen Jahren unverrückbare Prämissen der heimischen Sparer, wodurch sich auch das überdurchschnittliche Interesse an Einlagen im Vergleich zum EU-Schnitt erklärt“, erläuterte Dr. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik, bei einer Pressekonferenz der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). „Selbst reale Erträge bei oder unterhalb der Nulllinie werden hierfür in Kauf genommen.“ Einlagen warfen 2016 nominell 0,28 % ab, Lebensversicherungen und Pensionskassenansprüche erzielten infolge der dort enthaltenen Wertpapiere im Vergleichszeitraum dagegen 4,36 % Rendite. Insgesamt erreichten Österreichs Haushalte 2016 mit allen Veranlagungen einen nominellen Ertrag von 2,4 % (real 1,5 %).

Vorsorgeprodukte spielen in der Finanzveranlagung österreichischer Haushalte aber eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Mit nur 21 % oder 134 Mrd EUR des gesamten Geldvermögens waren in Österreich betriebliche und private Vorsorgeprodukte wie Lebensversicherungen (81 Mrd EUR), kapitalgedeckte Pensionsansprüche (43 Mrd EUR) und Ansprüche aus betrieblichen Vorsorgekassen (10 Mrd EUR) im europäischen Vergleich äußerst schwach ausgeprägt (Stand: Ende Juni 2017). In Deutschland lag dieser Anteil bei über 30 %, im EU-Durchschnitt sogar bei 38 %. Seit 1996 ist das Volumen der Vorsorgeprodukte in Österreich auch kaum gestiegen. Eine Vielzahl an EU-Mitgliedstaaten lässt hier eine deutlich dynamischere Entwicklung erkennen. Allerdings weisen staatliche Pensionssysteme, deren Gestaltung das Vorsorgeverhalten der Haushalte beeinflusst, innerhalb Europas markante Unterschiede auf.

Österreichs Haushalte haben in den zwölf Monaten bis Juni 2017 rund 15,6 Mrd EUR oder 7,6 % ihres verfügbaren Einkommens nicht konsumiert. Diese Mittel wurden vor allem für den Aufbau des Geldvermögens (13,7 Mrd EUR) verwendet. Mehr als 80 % dieser Zuwächse beim Geldvermögen entfielen netto auf Einlagen, wobei täglich fällige Produkte zulasten jener mit Bindungsfrist an Bedeutung gewannen. Handelbare Wertpapiere spielten per saldo mit Neuveranlagungen in Höhe von 320 Mio EUR keine Rolle, da der Zukauf von Investmentzertifikaten durch Tilgungen von Bankanleihen annähernd kompensiert wurde. Im Segment der Lebensversicherung überwogen die Auszahlungen gegenüber den Neuveranlagungen, sodass es zu Mittelabflüssen in Höhe von 1,3 Mrd EUR kam. Kapitalgedeckte Pensionsansprüche sowie die Ansprüche an betriebliche Vorsorgekassen stiegen hingegen im gleichen Zeitraum um 1,6 Mrd EUR (das sind 12 % der gesamten Geldvermögensbildung).

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13.10.2017 Starkes Plus beim Halbjahresergebnis für österreichische Kreditinstitute Wien,

Starkes Plus beim Halbjahresergebnis für österreichische Kreditinstitute

Konsolidierte Ertragslage der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute

Im 1. Halbjahr 2017 erzielten die österreichischen Kreditinstitute mit rund 3,4 Mrd EUR ein konsolidiertes Periodenergebnis, das um 465,7 Mio EUR über dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs lag. Für die positive Entwicklung sorgten vor allem die höheren Betriebserträge und Gewinne aus Beteiligungen sowie die deutlich geringeren Abschreibungen und Aufwendungen für Risikovorsorgen im Kreditgeschäft.

Die bereinigten1 konsolidierten Betriebserträge (ohne Risikovorsorgen) der österreichischen Kreditinstitute lagen im 1. Halbjahr 2017 um 4,1 % über dem Vorjahreswert. Starke Veränderungen gab es vor allem beim Provisionsergebnis (+5,3 %) sowie dem sonstigen betrieblichen Ergebnis (+143,7 %). Positiv auf die Betriebserträge wirkten sich zudem die um 12,0 % gestiegenen Dividenden und Beteiligungserträge aus. Der um 29,2 % geringere Handelserfolg2 beeinflusste die Betriebserträge hingegen negativ. Weitgehend stabil blieb das Nettozinsergebnis, das sich als wichtigste Ertragskomponente der österreichischen Kreditinstitute nur geringfügig verschlechterte.

Das bereinigte konsolidierte Betriebsergebnis (ohne Risikovorsorgen) wies einen Anstieg um 17,1 % aus. Dies ist neben den höheren Betriebserträgen auf die um 24,9 % geringeren Abschreibungen von Vermögenswerten3 zurückzuführen. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen hingegen leicht an (+0,9 %); eine Entwicklung, die sowohl von den Personalaufwendungen (+0,8 %) als auch von den Sachaufwendungen (+1,1 %) ausgeht.

Insgesamt konnte das bereinigte konsolidierte Periodenergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen um 32,4 % verbessert werden.

Geringere Aufwendungen für Risikovorsorgen im Kreditgeschäft (–25,4 %) und ein höheres Ergebnis aus Beteiligungen an Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen (+69,0 %) sind dafür maßgeblich. Ergebnis verschlechternd wirkten sich hingegen die stark gestiegenen sonstigen Rückstellungen aus.

Hinweis zur Presseaussendung vom 11. April 2017:
Das darin angeführte konsolidierte Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen des Jahres 2016 in Höhe von 4,8 Mrd EUR basierte auf den zum Zeitpunkt der Presseaussendung vorliegenden aufsichtsstatistischen Meldedaten. Auf Basis von in der Zwischenzeit eingelangten und vom Bankprüfer geprüften IFRS-Jahresabschlüssen beträgt das Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen des Jahres 2016 5,0 Mrd EUR. Dieser Anstieg, der im Zusammenhang mit der Umstrukturierung einer Bankengruppe steht, ist im Wesentlichen auf deutlich geringere Minderheitenanteile zurückzuführen.

 

1) Aufgrund der Abspaltung des Osteuropageschäfts einer Großbank ist dieser Geschäftsbereich nicht mehr in den Daten der Ertragslage für das 1. Halbjahr 2017 enthalten und die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten eingeschränkt. Aus diesem Grund beziehen sich die in der Presseaussendung angeführten prozentuellen Veränderungen auf eine um diese Großbank bereinigte Datenbasis.

2) Handelserfolg = Handelsergebnis + sonstige Bewertungsergebnisse nach IFRS und nGAAP FINREP + sonstige realisierte Gewinne / Verluste aus Finanzgeschäften.

3) Diese Position enthält Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten (inkl. Firmenwerte), Sachanlagen sowie als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien und Beteiligungen.

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23.08.2017 Nur ein Fünftel aller Finanzierungen durch den österreichischen Finanzsektor stammt von Schattenbanken Wien,

Nur ein Fünftel aller Finanzierungen durch den österreichischen Finanzsektor stammt von Schattenbanken

Finanzmittel werden in Österreich überwiegend durch Banken bereitgestellt. Dies geschieht weitgehend durch die Vergabe von Krediten und den Ankauf von Schuldverschreibungen. Etwa ein Fünftel der Finanzierungen wird über sogenannte Schattenbanken abgewickelt. Dabei handelt es sich vor allem um das aufsichtlich gut regulierte Geschäft von Investmentfonds und Versicherungen. Andere gering regulierte Finanzierungsgesellschaften, die ebenfalls zu den Nichtbanken zählen, spielen in Österreich – wie auch in Deutschland – mit etwa 3% der Finanzierungen kaum eine Rolle.

Wie im Euroraum kommt auch in Österreich die Finanzierung der Unternehmen, der privaten Haushalte und des öffentlichen Sektors zu einem überwiegenden Großteil von Banken. Rund vier Fünftel der Kreditvergabe bzw. des Ankaufs von Schuldverschreibungen – der beiden wichtigsten Finanzierungskanäle – werden so abgewickelt. Ende des Jahres 2016 betrug der Aushaftungsstand des gesamten Finanzsektors aus diesen Finanzierungstiteln 771 Mrd EUR; das entspricht dem 2,2- Fachen des österreichischen BIP.

Rund ein Fünftel der Finanzierungen (2016: 170 Mrd EUR) läuft über Finanzinstitute, die nicht als Banken einzustufen sind (sogenannte Nichtbanken‑Finanzintermediäre). Seit 2008 hat sich deren Anteil am gesamten Finanzierungsvolumen des Finanzsektors in Österreich von rund 18 % auf 22 % im Jahr 2016 nur geringfügig erhöht und liegt auf einem mit Deutschland (29 %), Italien (26 %) oder Spanien (18 %) vergleichbaren Niveau.

Die Nichtbanken werden dem sogenannten Schattenbankensektor zugerechnet. Sie üben eine Vielzahl verschiedener Finanzierungstätigkeiten mit unterschiedlichen Risiken und auch jeweils anderen regulatorischen Vorgaben aus. In Österreich ist vor allem der intensiv regulierte Teil des Schattenbankengeschäfts ausgeprägt. Dazu zählen etwa die Aktivitäten von offenen Investmentfonds und Versicherungen, die durch den Ankauf von Schuldverschreibungen für die Finanzierung des öffentlichen Sektors sowohl in Österreich wie auch im Euroraum von Bedeutung sind.

Eine Studie der OeNB beleuchtet Details und Hintergründe des Finanzierungsgeschäfts der Nichtbanken und stellt dieses in den internationalen Kontext (siehe „Kreditintermediation des Nichtbankenfinanzsektors“ in Statistiken – Daten & Analysen Q3/2017).

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04.05.2017 Österreichs Außenwirtschaft ist fest in Europa verankert Wien,

Österreichs Außenwirtschaft ist fest in Europa verankert

Aktuelle Entwicklungen der österreichischen Zahlungsbilanz

Österreich wickelte im Jahr 2016 mehr als 70 % des grenzüberschreitenden Güter- und Dienstleistungshandels mit den anderen EU-Mitgliedstaaten ab. Die starke Einbindung in das europäische Wirtschaftsnetz bringt heimischen Exporteuren Wechselkursstabilität und erhöhte Planungssicherheit. Vor diesem Hintergrund erzielte Österreich im Jahr 2016 neuerlich einen stabilen Leistungsbilanzüberschuss von 6 Mrd EUR (1,7 % des BIP). Die globale Wachstumsschwäche ließ jedoch nur geringe Exportzuwächse im Güter- und Dienstleistungshandel zu. Vielmehr war der Tourismus – noch deutlicher als bisher – die tragende Säule dieses Erfolgs. Der Kapitalverkehr mit dem Ausland war aktiv- und passivseitig durch Nettoabflüsse geprägt, die mit Sonderfaktoren wie der Restrukturierung des UniCredit-Konzerns, verstärkten Nettotilgungen von Bankanleihen oder den geldpolitischen Maßnahmen der EZB zu erklären sind.

„Österreichs Außenwirtschaft profitiert – insbesondere angesichts des weiterhin ungünstigen globalen Umfelds – von langfristig etablierten Wirtschaftsbeziehungen in Europa und zeichnete sich 2016 neuerlich durch makroökonomische Stabilität aus“, hob Vize-Gouverneur Andreas Ittner anlässlich einer Pressekonferenz der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hervor. Dies belegt ein solider Leistungsbilanzüberschuss in Höhe von 6 Mrd EUR oder 1,7 % des BIP (2015: 6,5 Mrd EUR), der auch gemäß den Kriterien der Europäischen Kommission ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht bedeutet.

Deutliches Plus beim Reiseverkehr
Dieser Erfolg basiert jedoch – noch mehr als in den vergangenen Jahren – auf dem hervorragenden Reiseverkehrsergebnis (+8,8 Mrd EUR), während der Güterhandel infolge stagnierender Exporte (+0,7 %) bei gleichzeitig anziehenden Importen in etwa ausgeglichen bilanzierte. Auch die in jüngster Vergangenheit florierenden Unternehmensdienstleistungen Österreichs im Ausland entwickelten sich 2016 mäßig und brachten netto nur ein geringes Plus von 1,4 Mrd EUR. „Die hohe Abhängigkeit des außenwirtschaftlichen Erfolgs vom Reiseverkehr wirft die Frage auf, ob der Industriestandort Österreich sein Potenzial vollständig nützt“, relativiert Vize-Gouverneur Ittner das Ergebnis und ergänzt: „Nachdem sich Österreich in den vergangenen Jahren angesichts steigender Güterexportüberschüsse und innovativer Unternehmens­dienstleistungen weitere außenwirtschaftliche Standbeine geschaffen hatte, schwächte sich dieser Vorteil nun etwas ab“.

Der ehemals beachtliche Exportüberschuss aus dem Güter- und Dienstleistungshandel mit den CESEE-Ländern ist 2016 vollständig abgeschmolzen. War diese Region noch bis vor wenigen Jahren vor allem als Absatzmarkt interessant, so bilanziert der Handel mit Gütern und Dienstleistungen mittlerweile ausgeglichen: Im Jahr 2016 wurden jeweils rund 33 Mrd EUR ein- und ausgeführt. „Bemerkenswert ist der starke Bedeutungsgewinn osteuropäischer Länder für Österreichs Einfuhren, der den positiven Entwicklungspfad dieser Märkte insgesamt reflektiert“, erläuterte Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik.

Deutschland bleibt wichtigster Wirtschaftspartner
Deutschland bleibt aus der Sicht Österreichs – ungeachtet einer guten Diversifizierung im restlichen Europa – jedoch mit Abstand das wichtigste Partnerland, sei es als Herkunfts- und Zielmarkt für den Güter- und Dienstleistungshandel, den Reiseverkehr oder grenzüberschreitende Finanztransaktionen aus Direktinvestitionen, Wertpapieren, Einlagen und Krediten.

Sonderfaktoren beeinflussen österreichische Direktinvestitionen
Österreichische Direktinvestitionen, die sich bereits in den letzten Jahren nur schwach entwickelt hatten, ließen erstmals seit 1995 aktiv- als auch passivseitig per saldo Desinvestitionen erkennen, die jedoch nicht zuletzt durch einige Sonderfaktoren bedingt waren. Besonders deutlich wirkte sich die Restrukturierung des UniCredit-Konzerns aus, die eine Verschiebung des CEE-Geschäfts von Österreich zur Konzernmutter in Italien umfasste. Dies schlug sich in der Statistik mit einer Reduktion von 10 Mrd EUR nieder.

Im grenzüberschreitenden Wertpapiergeschäft ist vor allem das gestiegene Interesse österreichischer Anleger an ausländischen Investmentfondsanteilen zu erwähnen, die im Ausmaß von 7,6 Mrd EUR gekauft wurden. Abgestoßen wurden dagegen internationale – insbesondere deutsche – Staatsanleihen. Umgekehrt trennten sich ausländische Gläubiger von österreichischen Wertpapieren im Ausmaß von 17 Mrd EUR. Hauptsächlich waren dafür Nettotilgungen der österreichischen Banken ausschlaggebend, die ihre Emissionstätigkeit im Rahmen von Bilanzrestrukturierungen seit einigen Jahren deutlich einschränken.

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20.04.2017 Ersparnisse der Haushalte wachsen schneller als zuletzt Wien,

Ersparnisse der Haushalte wachsen schneller als zuletzt

OeNB veröffentlicht Daten zum Finanzverhalten der privaten Haushalte im Jahr 2016

Das Finanzvermögen der österreichischen Haushalte stieg im Jahr 2016 um 2,8 % auf rund 625 Mrd EUR. Ein wesentlicher Grund für den Anstieg waren höhere Neuveranlagungen in Höhe von 13 Mrd EUR. Privatanleger veranlagten diese Ersparnisse vor allem in täglich fälligen Geldern bei inländischen Banken, die sich mehr und mehr als „Finanzparkplatz“ der Österreicherinnen und Österreicher entwickeln. Aktuell betrug der Anteil dieser Sparform rund 20 % des gesamten Finanzvermögens. Angesprungen ist ebenfalls die Kreditfinanzierung, die 2016 auf 3,7 Mrd EUR netto neu aufgenommene Kredite anstieg. Hauptverantwortlich waren die historisch günstigen Wohnbaukredite.

Gemäß den Daten der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung (GFR) der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) erhöhte sich das Finanzvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2016 auf 625 Mrd EUR. Es stieg gegenüber dem Vorjahr um 17 Mrd EUR bzw. 2,8 %. Der Großteil des Anstiegs kam aus zusätzlichen Veranlagungen in Höhe von 13 Mrd EUR (Jahreswachstum zum Endstand 2015: 2,1 %). Dieser Zuwachs übertraf somit die Neuveranlagungen des Jahres 2015 um 2,7 Mrd EUR. Diese Entwicklung war stark durch die Erhöhung des verfügbaren Einkommens getrieben, das im Jahr 2016 um 3,6 % nominell (2,3 % real) über jenem des Vorjahres lag. Die Haushalte verwendeten diese zusätzlichen Mittel nicht nur für höhere Konsumausgaben, sondern auch zum Sparen. Folglich stieg die Sparquote (Quelle: Statistik Austria) von 7,3 % im Jahr 2015 auf 8,2 % im Jahr 2016.

Der größte Teil der Neuveranlagungen floss in Einlagen. Ungeachtet der historisch niedrigen Zinssätze für täglich fällige Einlagen bei inländischen Banken mit einem Jahresdurchschnittswert 2016 von 0,18 % veranlagten private Haushalte 16,2 Mrd EUR (ein Zuwachs gegenüber 2015 um 2,2 Mrd EUR). Wie in den Vorjahren bauten Private aufgrund des weiter sinkenden Zinsvorteils für gebundene Einlagen längerfristige Einlagen (2016: 5,7 Mrd EUR) ab. Mit einem Stand von 123,9 Mrd EUR hatten täglich fällige Einlagen zu Jahresende 2016 einen Anteil von knapp 20 % und entwickelten sich zum „Finanzparkplatz“ der österreichischen Haushalte. Sie überholten damit erstmals den Vermögenswert aus gebundenen Spareinlagen in Höhe von 111 Mrd EUR.

In deutlich geringerem Ausmaß wurden die Wertpapierportfolios umgeschichtet. Die anhaltende Tilgungspolitik der Banken reduzierte das Angebot an Bankanleihen, die sich auch auf das Wertpapierportfolio der Haushalte auswirkte, da rund 13 % dieser ausstehenden Emissionen im Besitz privater Anlegerinnen und Anleger sind. Per saldo wurden verzinsliche Wertpapiere um 2,5 Mrd EUR abgegeben, davon entfielen 1,6 Mrd EUR auf inländische Bankanleihen. Private Wertpapierinvestoren schichteten zum Teil die freigewordenen Mittel in Investmentzertifikate um. Die Nettokäufe betrugen im Jahr 2016 rund 3,0 Mrd EUR, fast die Hälfte davon entfielen auf Zertifikate inländischer Fonds, wobei Investments in gemischte Fonds und Immobilienfonds dominierten. Stärker als durch Nettozukäufe stieg das Wertpapierportfolio durch Kursgewinne vor allem auf den internationalen Aktienmärkten, die sich im zweiten Halbjahr 2016 positiv entwickelten, an. Preisbedingt stieg der Marktwert 2016 um 2,6 Mrd EUR. Mit einem ausstehenden Volumen von 110,8 Mrd EUR hatten Aktien, Anleihen und Investmentzertifikate in Summe einen Anteil von knapp 18 %, ihr Niveau entsprach damit in etwa den gesamten gebundenen Spareinlagen.

Mehr Auszahlungen als Einzahlungen (einschließlich gestiegener Gewinnanteile) führten 2016 per saldo zu einer Reduktion der Lebensversicherungsansprüche der Haushalte im Ausmaß von 0,8 Mrd EUR, während Ansprüche gegenüber Pensionskassen um 0,7 Mrd EUR bzw. gegenüber betrieblichen Vorsorgekassen um1,1 Mrd EUR anstiegen.

Auf der Finanzierungsseite dominierten die Wohnbaukredite. Private sicherten sich 2016 im Umfeld historisch niedriger Kreditzinssätze im Neugeschäft der Banken langfristig eine günstige Finanzierung für Wohnbauzwecke. Neu vergebene Kredite hatten im Jahr 2016 eine durchschnittliche Verzinsung von 1,92 %. Gleichzeitig wählten Haushalte verstärkt Kredite mit längeren Zinsbindungen. Der Anteil neu vergebener Wohnbaukredite mit anfänglicher Zinsbindung über 5 Jahre in Relation zu allen neu vergebenen Wohnbaukrediten stieg zwischen 2012 und 2016 deutlich an und erreichte im Dezember 2016 einen Wert von 35 %. Hingegen ist die Fremdwährungsfinanzierung weiterhin deutlich rückläufig. Neue Wohnbaukredite abzüglich Tilgungen machten über alle Währungen hinweg betrachtet im Jahr 2016 rund 6,6 Mrd EUR aus. Mehr getilgt als neu aufgenommen wurden Konsumkredite sowie Kredite für sonstige Verwendungszwecke. Die Kreditfinanzierung machte insgesamt im Jahr 2016 rund 3,7 Mrd EUR aus und das ausstehende Kreditvolumen zum Jahresultimo 2016 rund 180 Mrd EUR, wobei rund 69 % auf Wohnbaukredite entfielen Die gesamte Kreditverschuldung ist auf rund 35 % der österreichischen Haushalte verteilt.

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11.04.2017 Leicht gesunkenes Jahresergebnis 2016 für österreichische Kreditinstitute Wien,

Leicht gesunkenes Jahresergebnis 2016 für österreichische Kreditinstitute

Stark rückläufige Risikovorsorgen kompensieren sinkende Betriebserträge

Im Jahr 2016 erzielten die österreichischen Kreditinstitute ein konsolidiertes Jahresergebnis in Höhe von rund 4,8 Mrd EUR und damit um 359,0 Mio EUR weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Die deutlichen Rückgänge des Nettozinsergebnisses als wichtigste Ertragskomponente sowie die geringeren Erträge aus den Provisionen konnten durch die um 63% stark gesunkenen Risikovorsorgen mehr als ausgeglichen werden.

Die bereinigten1 konsolidierten Betriebserträge (ohne Risikovorsorgen) der österreichischen Kreditinstitute lagen im Jahr 2016 um 4 % unter dem Vorjahreswert. Starke Veränderungen gab es vor allem beim Nettozinsergebnis, das als wichtigste Ertragskomponente der österreichischen Kreditinstitute einen Rückgang um 3 % verzeichnete. Negativ auf die Betriebserträge wirkten sich zudem das um 2 % gesunkene Provisionsergebnis, die um 32 % geringeren Dividenden und Beteiligungserträge (UGB) sowie das deutlich gesunkene sonstige betriebliche Ergebnis (> –100 %) aus. Einen leichten Anstieg verzeichnete hingegen der um 8 % verbesserte Handelserfolg2.

Das bereinigte konsolidierte Betriebsergebnis (ohne Risikovorsorgen) wies einen Rückgang um 16 % aus. Dies ist vor allem auf die um 16 % gestiegenen Abschreibungen von Vermögenswerten3 zurückzuführen. Zudem wurden um 1 % höhere Verwaltungsaufwendungen verbucht, wobei den gestiegenen Personalaufwendungen geringere Sachaufwendungen gegenüberstehen.

Insgesamt konnte das bereinigte konsolidierte Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen um 8 % verbessert werden.

Dass es trotz des gesunkenen Betriebsergebnisses zu einem Anstieg des konsolidierten Periodenergebnisses nach Steuern kam, ist vor allem auf die um 63 % gesunkenen Risikovorsorgen im Kreditgeschäft zurückzuführen. In diesem Zusammenhang konnten insbesondere zwei Großbanken ihre Risikovorsorgen im Kreditgeschäft vor allem in Zentral- und Osteuropa reduzieren bzw. wesentliche Erträge aus dem Eingang von bereits abgeschriebenen Forderungen verbuchen.

Ergebnisverbessernd wirkten sich auch das stark verbesserte Gesamtergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen (> 100 %) sowie das um 30 % geringere, den Minderheiten zuzurechnende Jahresergebnis aus.

Hinweis:

Das angeführte konsolidierte Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen des Jahres 2016 in Höhe von rund 4,8 Mrd EUR basiert auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Presseaussendung vorliegenden aufsichtsstatistischen Meldedaten. Aus dem Vergleich zu den vom Bankprüfer geprüften IFRS-Jahresabschlüssen, die zum aktuellen Zeitpunkt erst vereinzelt vorliegen, können sich noch Änderungen ergeben. Ein Hinweis auf die geprüften Daten des Jahres 2016 wird im Rahmen einer Presseaussendung mit Daten zum 1. Halbjahr 2017 erfolgen.
 

1Aufgrund der Abspaltung eines wesentlichen Teilgeschäftsbereichs einer Großbank und der damit zusammenhängenden geänderten Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung sind einzelne Aufwands- und Ertragspositionen im Jahresergebnis nur stark eingeschränkt mit den Vorjahreswerten vergleichbar. Aus diesem Grund beziehen sich die in der Presseaussendung angeführten prozentuellen Veränderungen auf eine um diese Großbank bereinigte Datenbasis. Das ausgewiesene Jahresergebnis in Höhe von rund 4,8 Mrd EUR bleibt davon jedoch unberührt. Auf Basis der derzeit vorliegenden Zahlen ist ersichtlich, dass das Jahresergebnis 2016 durch die Abspaltung um rund 1,1 Mrd EUR geringer ausfallen würde.

2Handelserfolg = Handelsergebnis + sonstige Bewertungsergebnisse nach IFRS und nGAAP FINREP + sonstige realisierte Gewinne / Verluste aus Finanzgeschäften.

3Diese Position beinhaltet Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten (inkl. Firmenwerte), Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien und Beteiligungen.

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22.03.2017 Private sichern sich historisch geringe Kreditzinssätze längerfristig ab Wien,

Private sichern sich historisch geringe Kreditzinssätze längerfristig ab

OeNB-Pressekonferenz zu Krediten, Einlagen und Zinssätzen österreichischer Banken

Der niedrige Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgte in Österreich für historisch geringe Kundenzinssätze. Auf der Kreditseite reagierten die Kunden darauf, indem sie sich mit längerfristig fixierten Zinssätzen das günstige Niveau absicherten. Insbesondere bei Wohnbaukrediten waren Produkte mit Fixzinssätzen sehr beliebt. Das Einlagenvolumen stieg trotz historisch geringer Zinssätze auch im Jahr 2016 an. In noch größerem Umfang als bisher wurde in täglich fällige Einlagen veranlagt, was nicht zuletzt auf den sinkenden Zinsvorteil von längerfristig gebundenen Einlagen zurückzuführen ist.

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) veröffentlichte im Rahmen einer Pressekonferenz die aktuelle Entwicklung bei Krediten, Einlagen und Zinssätzen. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik, umriss dabei die Lage: „Die EZB-Nullzinspolitik ließ die Geldmarktzinssätze und die Kundenzinssätze auf neue Tiefststände fallen. Die durchschnittlichen Zinssätze neu vergebener Kredite bzw. Einlagen an Unternehmen und private Haushalte lagen im Dezember 2016 bei 1,79 % bzw. 0,33 %.“

Die Zinsdifferenz zwischen Krediten mit längerfristig fixiertem Zinssatz und jenen mit einer anfänglichen einjährigen Zinsbindung hat sich in den letzten Jahren deutlich verringert. Im Dezember 2016 betrug der Zinssatz für neu vergebene Wohnbaukredite mit anfänglicher Zinsbindung über 5 Jahre 2,14 % und lag damit nur um 37 Basispunkte über jenem mit 1-Jahres-Bindung. Die geringen Zinsaufschläge für Produkte mit Fixzinssatz bzw. das attraktive Zinsniveau dürften die Gründe für den starken Trend hin zu Kreditprodukten mit längeren Zinsbindungsfristen sein. Wie Turner feststellte, „stieg der Anteil neu vergebener Wohnbaukredite mit anfänglicher Zinsbindung über 5 Jahre im Vergleich zu den Vorjahren deutlich an und erreichte im Dezember 2016 einen Wert von 35 %. Damit folgt Österreich dem langjährigen europäischen Trend.“

Das Jahreswachstum von Krediten an private Haushalte legte im Jahr 2016 in Österreich an Dynamik zu und wies im Dezember 3,2 % auf. Die dynamische Entwicklung in Österreich war fast ausschließlich auf die Ausweitung bei Wohnbaukrediten zurückzuführen. Diese stiegen im Jahresvergleich um 4,8 % an, während es bei Konsumkrediten weiterhin zu einer rückläufigen Entwicklung (–2,3 %) kam.

Weiterhin positives Kreditwachstum bei Unternehmen

Das Kreditwachstum nichtfinanzieller Unternehmen in Österreich erholte sich im Jahr 2016 wieder und wies im Dezember einen Wert von 1,5 % auf. Insbesondere kurzfristige Unternehmensfinanzierungen (Laufzeit bis 1 Jahr) dämpften das Kreditwachstum in Österreich und gingen um 6,4 % zurück. Langfristige Unternehmenskredite hingegen beeinflussten laut Turner das Kreditwachstum bei Unternehmen weiterhin positiv.

Ein Grund für die rückläufigen kurzfristigen Finanzierungen dürften die hohen Einlagenbestände von österreichischen Unternehmen sein. Diese stiegen im Jahresvergleich um 11,9 % bzw. 6,5 Mrd EUR an und erreichten im Dezember 2016 erstmals die 60-Mrd-EUR-Marke. Zahlreiche österreichische Unternehmen waren somit ausreichend liquide, was die Nachfrage nach Unternehmenskrediten dämpfte.

Steigende Einlagen der Haushalte

Trotz historisch geringer Zinssätze und somit niedriger Erträge stieg das Einlagenvolumen privater Haushalte auch im Jahr 2016 an (+4,4 % bzw. +9,9 Mrd EUR). Für den starken Einlagenzuwachs verantwortlich waren fast ausschließlich täglich fällige Einlagen, die sich um 15,7 Mrd EUR (+14,5 %) ausweiteten. Zusätzlich wurden noch kurzfristige Einlagen mit Bindungsfrist von 1 Jahr im Ausmaß von +1,1 Mrd EUR bzw. +1,8 % aufgebaut. Die zu Jahresende höhere Inflationsrate (VPI per Dezember 2016: 1,4 %) führte zu einem spürbar negativen Realzinssatz. Dieses Phänomen war jedoch auch in der Vergangenheit schon über längere Zeiträume zu beobachten.

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11.01.2017 Österreich erfüllt Datenstandard SDDS Plus des IWF Wien,

Österreich erfüllt Datenstandard SDDS Plus des IWF

Beitritt zu SDDS Plus als Gütesiegel des heimischen Statistiksystems

Österreich ist am 10. Jänner 2017 dem „Special Data Dissemination Standard Plus (SDDS Plus)“ des Internationalen Währungsfonds (IWF) beigetreten und erfüllt damit eine Reihe strenger Vorgaben zur Erstellung, Verbreitung und Dokumentation von statistischen Daten.

„Verlässliche, rasch verfügbare und international vergleichbare Statistiken sind ein unerlässlicher Wegweiser durch das zunehmend globalisierte wie auch komplexe Wirtschaftsgeschehen unserer Zeit. Österreichs Beitritt zum SDDS Plus dokumentiert nachweislich den hohen Entwicklungsgrad und die Transparenz eines statistischen Systems, woraus ein wertvoller Beitrag für die Attraktivität eines Wirtschafts- und Finanzplatzes resultiert“, erklärte Ewald Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Österreich befindet sich in einem kleinen Kreis von weltweit nur dreizehn Ländern, die diesem international derzeit anspruchsvollsten Qualitätsstandard gerecht werden können. Der SDDS Plus wurde als Reaktion auf die 2007 einsetzende Wirtschafts- und Finanzkrise geschaffen und richtet sich insbesondere an jene Länder, deren Finanzmärkte infolge deren Größe und/oder deren internationaler Vernetzung für das globale Finanzsystem von Bedeutung sind. Der SDDS Plus soll dazu beitragen, makroökonomische Fehlentwicklungen frühzeitig und verlässlich zu erkennen.

Zusätzlich zu den bisher schon geltenden Vorgaben des SDDS, dem Österreich bereits 1996 beigetreten ist, fordert der SDDS Plus ein anspruchsvolles Lieferprogramm in neun weiteren Datenkategorien, zum Beispiel Indikatoren zur Stabilität des österreichischen Finanzsektors oder Informationen zu grenzüberschreitenden Finanztransaktionen. Die neuen Indikatoren betreffen sowohl real- als auch finanzwirtschaftliche Statistiken und richten sich an eine Reihe österreichischer Statistikersteller, die ihre Meldungen ab nun unter der Koordination der OeNB verbindlich an den IWF zu melden haben.

Der Beitritt zum SDDS Plus bringt – abgesehen von der Erfüllung des durch den IWF geforderten Beitrags zur Finanzmarktstabilität – auch positive Effekte in der Wahrnehmung Österreichs bei internationalen Investoren. Ein international akzeptiertes Gütesiegel wie jenes des SDDS Plus-Datenstandards schafft zusätzlich Vertrauen und damit Vorteile im Wettbewerb um internationale Veranlagungen sowie die Ansiedlung ausländischer Unternehmen.

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17.11.2016 Tourismus stützt die österreichische Außenwirtschaft Wien,

Tourismus stützt die österreichische Außenwirtschaft

Aktuelle Entwicklungen der österreichischen Zahlungsbilanz

Im ersten Halbjahr 2016 erzielte Österreich laut vorläufigem Ergebnis einen Leistungsbilanzüberschuss in Höhe von 5,5 Mrd EUR (3,3 % des BIP). Das ist der höchste absolute Wert seit dem globalen Handelseinbruch im Jahr 2009. Tragende Säule der Entwicklung war der Reiseverkehr, der mit einem Einnahmenüberschuss im Ausmaß von 5,8 Mrd EUR einen neuen Spitzenwert erreichte.

Im Güterhandel wurde im ersten Halbjahr 2016 ein Handelsüberschuss von 1,3 Mrd EUR (–0,6 Mrd EUR zum Vorjahr) erzielt. Bei den Wirtschaftsdienstleistungen lag der Saldo das dritte Jahr in Folge unter 1 Mrd EUR. Damit war es vor allem der heimische Tourismus, der mit einem Einnahmenüberschuss von 5,8 Mrd EUR – und damit einem neuen Spitzenwert – die Außenwirtschaft stützte. Das Defizit aus einkommensrelevanten Außenwirtschaftsströmen (Löhne, Gehälter, Vermögenseinkommen, Steuern und Subventionen) verringerte sich im Jahresabstand und betrug –2,3 Mrd EUR.

Die Exporte von Gütern und Wirtschaftsdienstleistungen entwickelten sich im ersten Halbjahr mit +1,2 % bzw. +2,4 % verhalten. Das höchste Absatzwachstum kam aus den 2004 bis 2013 beigetretenen EU-Mitgliedstaaten(1). Die heimischen Exporteure hatten insbesondere in der Russischen Föderation, den USA und der Türkei Rückgänge zu verzeichnen.

Deutlich mehr Urlaubende aus Deutschland

Demgegenüber entwickelt sich das Jahr 2016 bisher zum außerordentlich erfolgreichen Tourismusjahr in Österreich. Die Reiseverkehrseinnahmen von ausländischen Gästen stiegen im ersten Halbjahr um 6,3 % auf 9,3 Mrd EUR. Das ist der höchste absolute Wert, der bislang in einem Halbjahr erzielt wurde. Vor allem deutsche Gäste haben vermehrt in Österreich genächtigt (+4,9 % auf rund 27 Mio von insgesamt 53,2 Mio Nächtigungen ausländischer Gäste). Auch die Zahl der Nächtigungen der einheimischen Gäste hat im ersten Halbjahr zugenommen (+3,3 % auf 17,6 Mio). Die Ausgaben pro Nächtigung sind gestiegen, wobei die Teuerung in der Gastronomie und Hotellerie in Rechnung zu stellen ist. Neben den Ausgaben deutscher Gäste haben auch jene von schweizerischen (+15,2 %), niederländischen (+9,4 %) und italienischen Gästen (+7,5 %) im ersten Halbjahr zugenommen. Der Zuwachs aus China fiel neuerlich dynamisch aus (+9,4 %). Mit Gesamteinnahmen von 56 Mio EUR lag der asiatische Wachstumsmarkt auf Rang 18 der Herkunftsländer, und damit vor Japan, das Rang 23 belegte. Bei den Einnahmen russischer Gäste war neuerlich ein Minus, und zwar im Ausmaß von 23,4 %, zu verzeichnen. Nach wie vor ist die Russische Föderation eine wichtige Quelle für den heimischen Tourismus und lag im ersten Halbjahr 2016 mit einem Einnahmenvolumen von 132 Mio EUR auf Rang 13 der Herkunftsländer.

Direktinvestitionen: weniger Forderungen, aber auch weniger Verpflichtungen

Bei den Direktinvestitionen gab es im ersten Halbjahr 2016 Rückgänge bei den Forderungen und Verbindlichkeiten, zurückzuführen auf den Rückzug einer in Österreich zwar nicht realwirtschaftlich tätigen Zweckgesellschaft (Special Purpose Entity), die aber ihre konzerninternen Finanzen über Österreich abwickelte. Darüber hinaus fanden im ersten Halbjahr Investitionen und Übernahmen statt, wie etwa der Kauf des deutschen Getriebe-Herstellers „Getrag“ durch Magna International Inc., die das Ausmaß des negativen Basiseffekts auf die Entwicklung der Forderungen (–20,3 Mrd EUR) und Verbindlichkeiten (–21,4 Mrd EUR) aus Direktinvestitionen dämpften.

Die Forderungen aus Wertpapierveranlagungen im Ausland sind im ersten Halbjahr 2016 transaktionsbedingt um 4 Mrd EUR gestiegen. Neben verzinslichen Wertpapieren wurden vor allem ausländische Investmentzertifikate nachgefragt. Die Verbindlichkeiten Österreichs im Ausland wurden hingegen im ersten Halbjahr insgesamt um 4,7 Mrd EUR verkürzt, da die heimischen Banken ihre Auslandsrefinanzierung weiter zurückgefahren haben. Österreichische Staatsanleihen fanden weiterhin international Absatz, und zwar im Ausmaß von 2,2 Mrd EUR. Damit lagen Ende Juni 2016 218,3 Mrd EUR oder rund 70 % des Bestands an heimischen Staatspapieren im Besitz ausländischer Gläubiger.

Revidierte Zahlen für 2014 und 2015

Für die Vergleichsjahre 2014 und 2015 wurde die Zahlungsbilanz routinemäßig revidiert, um aktuellen Informationen aus Unternehmensbilanzen sowie Statistik- und Registerdaten Rechnung zu tragen, die nur mit zeitlicher Verzögerung verfügbar sind. Damit wurde die Leistungsbilanz für das Jahr 2014 von 2 % auf 2,4 % im Verhältnis zum BIP revidiert, für das Jahr 2015 von 2,6 % auf 1,9 %. Beigetragen haben dazu neben aktuellen Jahresabschlussdaten der Unternehmen auch Revisionen der Basisstatistiken, wie der Außenhandelsstatistik, sowie die Verfügbarkeit neuer Datenquellen zur Rückversicherung und zur EU-Mehrwertsteuer. In Summe ist der Umfang der Revisionen mit jenem früherer Jahre vergleichbar und stellt im Hinblick auf die zugrundeliegenden Transaktionsvolumina keinen außerordentlichen Revisionsanfall dar.

(1) Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern, Bulgarien, Rumänien, Kroatien.

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28.10.2016 Gouverneur Nowotny: „Sparbuch ist auch in Zeiten niedriger Zinsen sinnvoll“ Wien,

Gouverneur Nowotny: „Sparbuch ist auch in Zeiten niedriger Zinsen sinnvoll“

Das Sparbuch bleibt für die Österreicherinnen und Österreicher noch immer das wichtigste Anlageinstrument. Knapp 140 Milliarden Euro lagen auf Sparbüchern. „Das aktuelle Zinsniveau gibt zwar Sparerinnen und Sparern derzeit keinen Anlass zur Freude. Sparen ist aber dennoch sinnvoll. Es erfüllt eine wichtige Funktion und ist auch für eine gesunde Volkswirtschaft unerlässlich“, sagte Univ.-Prof Dr. Ewald Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), anlässlich des Weltspartages. Die niedrigen Zinsen seien im derzeitigen schwachen wirtschaftlichen Umfeld notwendig, so Nowotny.

Das Sparverhalten der österreichischen Bevölkerung hat sich in den vergangenen Jahren wenig verändert. Die Sparquote liegt mit etwa 7,6 Prozent die jüngsten fünf Jahre sehr konstant auf einem deutlich höheren Niveau als im Durchschnitt Europas. Im Durchschnitt sparte jede Österreicherin und jeder Österreicher 150 Euro pro Monat (Durchschnitt 2015). Das Sparvolumen ist auch dadurch stetig gestiegen.

Gouverneur Nowotny wies darauf hin, dass der Weltspartag seine erzieherische Bedeutung nicht verloren hat: „Es ist wichtig, dass man schon in jungen Jahren lernt, mit Geld – seinem eigenen Taschengeld zum Beispiel – umzugehen.“ Wichtig sei auch zu vermitteln, dass mehr Ertrag immer mit einem höheren Veranlagungsrisiko verbunden sei. „Wer mehr Sicherheit will, wird weniger Zinsen bekommen. Wer Wertpapiere kauft, muss sich des höheren Verlustrisikos bewusst sein“, so Nowotny. Jede Österreicherin und jeder Österreicher entscheidet selbst, welches Veranlagungsrisiko mit der ausgewählten Anlageform eingegangen werden soll.                                                                           

„Als OeNB sind wir daran interessiert, Finanzwissen zu vermitteln. Wir haben dazu eine Reihe von Aktivitäten entwickelt und wollen dieses Angebot noch weiter ausbauen“, sagte Nowotny abschließend. Interessierte können sich über das Angebot auf www.eurologisch.at informieren.

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24.10.2016 Geringes Risiko ist für Österreichs Privathaushalte wichtiger als Erträge Wien,

Geringes Risiko ist für Österreichs Privathaushalte wichtiger als Erträge

Aktuelle Entwicklungen des Finanzverhaltens privater Haushalte

Das Finanzvermögen der österreichischen Haushalte ist trotz des für Anlegerinnen und Anleger schwierigen Umfelds seit 2010 geringfügig gewachsen. Der Großteil der Neuveranlagung floss in täglich fällige Einlagen. Auch in jüngster Zeit geben private Haushalte ungeachtet des Zinsniveaus nahe dem Nullpunkt sicheren Anlagen den Vorzug gegenüber den mit höherem Verlustrisiko verbundenen Wertpapieren. Das Immobilienvermögen stieg seit 2010 um fast ein Drittel und damit deutlich stärker als das Finanzvermögen.

„Die österreichischen Haushalte agierten in Finanzfragen ausgesprochen vorsichtig und hielten Ende Juni 2016 ein Fünftel ihres Vermögens in hochliquiden Anlagen wie Bargeld in der Höhe von 22 Mrd EUR oder täglich fälligen Einlagen in der Höhe von 112 Mrd EUR“, erklärte Dr. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik, im Rahmen einer Pressekonferenz in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). „Finanzmittel sollen einerseits rasch verfügbar bleiben, andererseits bieten die geringen Einlagenzinssätze aller Laufzeiten auch gar keinen ausreichenden Anreiz, um sich finanziell zu binden“, so Turner.

Das Finanzvermögen der privaten Haushalte betrug Ende Juni 2016 rund 610 Mrd EUR. Das entspricht etwa dem Dreifachen des netto verfügbaren Einkommens. Das geschätzte Immobilienvermögen der Haushalte belief sich auf rund 781 Mrd EUR.

Dem stehen Kredite und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 177 Mrd EUR gegenüber, wovon 125 Mrd EUR auf Wohnbaukredite entfallen.

„Mäßige nominelle Einkommenszuwächse und eine damit verbundene geringe Sparquote sowie schwache Erträge infolge des tiefen Zinsniveaus ließen das Geldvermögen seit 2010 nur um 16 % ansteigen“, ergänzte Turner. Angesichts einer Zunahme der Verbraucherpreise um 11 % fiel der reale Gewinn äußerst bescheiden aus.

Immobilienvermögen – verteilt auf rund die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher – verzeichnete dagegen im selben Zeitraum Wertsteigerungen um fast ein Drittel. Das ausstehende Volumen an Wohnbaukrediten stieg – teilweise infolge von Währungskurseffekten – seit 2010 um ein Fünftel an.

Mit rund 230 Mrd EUR sind die Einlagen eine dominante Größe im Finanzvermögen der Haushalte. Fast die Hälfte davon ist täglich fällig. Der Anteil der Bauspareinlagen lag seit 2010 relativ konstant bei rund 10 % an den gesamten Einlagen. Weitere 106 Mrd EUR (17 % des Finanzvermögens) waren in handelbare Wertpapiere investiert, 111 Mrd EUR (18 %) entfielen auf Lebensversicherungen und kapitalgedeckte Pensionsansprüche.

Investmentfondsanteile gewinnen im Portfolio der österreichischen Privatanlegerinnen und -anleger an Bedeutung. Aktuell sind rund 52 Mrd EUR (9 % des Finanzvermögens) investiert. Dominant sind bei inländischen Anteilen sowohl Rentenfonds als auch gemischte Fonds. Immobilienfonds sind nicht zuletzt aufgrund der positiven Preisentwicklung stark gefragt (4,6 Mrd EUR bzw. fast 10 % des gesamten Bestands an Investmentzertifikaten). Der Besitz von verzinslichen Wertpapieren summiert sich auf 36 Mrd EUR (5 % des Finanzvermögens) und wird durch inländische Banktitel (rund 20 Mrd EUR) dominiert. Der Aktienbesitz ist in Österreich mit etwa 20 Mrd EUR traditionell sehr gering ausgeprägt.

Nur ein Zehntel aller österreichischen Haushalte ist im Besitz von Investmentfondsanteilen, 4 % halten verzinsliche Wertpapiere und
rund 5 % besitzen Aktien.

Nennenswerte Erträge konnten seit 2010 nur mit Wertpapieren – sowohl direkt gehaltene als auch jene im Deckungsstock von Lebensversicherungen und Pensionskassen ‑ erzielt werden.

Der Direktor der Hauptabteilung Statistik erläutert die aktuellen Entwicklungen des Finanzverhaltens privater Haushalte in Österreich.

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29.09.2016 Positives Halbjahresergebnis für österreichische Kreditinstitute Wien,

Positives Halbjahresergebnis für österreichische Kreditinstitute

Konsolidierte Ertragslage der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute

Im 1. Halbjahr 2016 erzielten die österreichischen Kreditinstitute ein positives konsolidiertes Periodenergebnis in Höhe von rund 2,9 Mrd EUR und damit um 255,8 Mio EUR mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Für das positive Ergebnis sorgten vor allem die stark gesunkenen Risikovorsorgen, die nicht nur die deutlichen Rückgänge des Nettozinsergebnisses als der wichtigsten Ertragskomponente, sondern auch die geringeren Erträge aus den Provisionen und dem Handelsergebnis mehr als ausgleichen konnten.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass aufgrund der Abspaltung eines wesentlichen Teilgeschäftsbereichs einer Großbank und der damit zusammenhängenden geänderten Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Aufwands- und Ertragspositionen im Halbjahresergebnis nur stark eingeschränkt mit den Vorjahreswerten vergleichbar sind. Aus diesem Grund beziehen sich die in der Presseaussendung angeführten prozentuellen Veränderungen auf eine um diese Großbank bereinigte Datenbasis. Das ausgewiesene Halbjahresergebnis in Höhe von rund 2,9 Mrd EUR bleibt davon jedoch unberührt. Auf Basis der derzeit vorliegenden Zahlen ist ersichtlich, dass das Halbjahresergebnis durch die Abspaltung um rund 750 Mio EUR geringer ausfallen würde.

Die konsolidierten Betriebserträge (ohne Risikovorsorgen) der österreichischen Kreditinstitute lagen im 1. Halbjahr 2016 um 7,8 % unter dem Wert der Vergleichsperiode des Vorjahrs. Starke Veränderungen gab es vor allem beim Nettozinsergebnis, das als wichtigste Ertragskomponente der österreichischen Kreditinstitute einen Rückgang um 6,4 % verzeichnete. Negativ auf die Betriebserträge wirkten sich zudem das um 2,6 % gesunkene Provisionsergebnis, der um 10,3 % niedrigere Handelserfolg1 sowie das deutlich gesunkene sonstige betriebliche Ergebnis (> –100 %) aus. Weitgehend stabil blieben die Dividenden und andere Beteiligungserträge.

Das konsolidierte Betriebsergebnis (ohne Risikovorsorgen) wies einen Rückgang um 25,5 % aus. Dies ist vor allem auf die um 28,9 % gestiegenen Abschreibungen von Vermögenswerten2 zurückzuführen. Zudem wurden um 1,3 % höhere Verwaltungsaufwendungen verbucht, wobei sich diese Entwicklung sowohl bei den Sachaufwendungen (+1,2 %) als auch bei den Personalaufwendungen (+1,3 %) widerspiegelt.

Insgesamt konnte das konsolidierte Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen um 5,5 % verbessert werden.

Dass es trotz des gesunkenen Betriebsergebnisses zu einem Anstieg des konsolidierten Periodenergebnisses nach Steuern kommt, ist vor allem auf die um 70,2 % gesunkenen Risikovorsorgen im Kreditgeschäft zurückzuführen. In diesem Zusammenhang konnten zwei Großbanken ihre Risikovorsorgen im Kreditgeschäft in der Ukraine und in Russland bzw. in Ungarn, Kroatien und Österreich im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduzieren.

Ergebnisverbessernd wirkten sich auch die gesunkenen sonstigen Rückstellungen, die geringeren Ertragssteuern und die reduzierten Minderheitenanteile aus.

Hinweis zur Presseaussendung vom 13. April 2016: Das darin angeführte konsolidierte Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen des Jahres 2015 in Höhe von 5,2 Mrd EUR basierte auf den zum Zeitpunkt der Presseaussendung vorliegenden aufsichtsstatistischen Meldedaten. In der Zwischenzeit eingelangte und vom Bankprüfer geprüften IFRS-Jahresabschlüsse führten zu keinen wesentlichen Veränderungen.
 

 

[1] Handelserfolg = Handelsergebnis + sonstige Bewertungsergebnisse nach IFRS und nGAAP FINREP + sonstige realisierte Gewinne / Verluste aus Finanzgeschäften.

[2] Diese Position beinhaltet Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten (inkl. Firmenwerte), Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien und Beteiligungen.

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27.04.2016 Österreichs Exporteure bleiben in schwierigem Umfeld wettbewerbsfähig Wien,

Österreichs Exporteure bleiben in schwierigem Umfeld wettbewerbsfähig

Aktuelle Entwicklungen der österreichischen Zahlungsbilanz

Österreichs Volkswirtschaft erzielte im Jahr 2015 gemäß vorläufigen Daten mit +8,6 Mrd EUR (2,6 % des BIP) einen höheren Leistungsbilanzüberschuss als im Vorjahr (2014: 6,4 Mrd EUR) und demonstrierte damit im anhaltend schwierigen Wirtschaftsumfeld ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Verankerung in den europäischen Produktionsketten und ein ausgewogener Produktmix federten den Rückgang in einzelnen Absatzmärkten ab und ermöglichten einen Anstieg der Güter- und Dienstleistungsexporte um 3,3 %. Diese Entwicklung beruhte maßgeblich auf einem neuerlichen Rekordergebnis im Reiseverkehr, wurde aber auch durch ein vorsichtiges Anziehen der Güterexporte sowie den deutlich geringeren Energiepreisen und dem günstigeren Eurokurs unterstützt. Der globale Handelskollaps im Jahr 2009 stellte jedoch eine Zäsur in der Exportentwicklung dar, die nur noch einem sehr flachen Trend folgt. Für ausländische Direktinvestoren scheint Österreich als Anlageziel derzeit nicht attraktiv zu sein. Entgegen dem internationalen Trend stagnieren die Zuflüsse nach Österreich seit einigen Jahren, woraus sich Handlungsbedarf zur Förderung der Standortattraktivität ablesen lässt.

Der neuerliche Anstieg des Leistungsbilanzüberschusses resultiert sowohl aus dem Güter- als auch dem Dienstleistungshandel. Die Nettoexporte sind  jeweils um rund eine Milliarde Euro angestiegen. Dienstleistungen (einschließlich Reiseverkehr) ergaben 2015 somit einen Überschuss von knapp 12 Mrd EUR, die Güterbilanz schloss mit einem Plus von fast 3 Mrd EUR. Die Wirtschafts- und Finanzkrise führte zu einem deutlich flacheren Wachstumstrend der Exporte. Vor allem Schwellenländer haben als Absatzmarkt jüngst an Bedeutung verloren.

Österreichische Unternehmen profitierten vor allem von ihrer Integration in die europäischen Produktionsketten und damit von der Nachfrage aus Deutschland sowie vom langsamen Anziehen der Konjunktur im übrigen Euroraum und der robusten Wirtschaftsentwicklung in Osteuropa.

Exporte in die Eurozone wuchsen 2015 um 4 % auf 88 Mrd Euro, jene in die seit 2004 beigetretenen EU-Länder  sogar um 6 % auf 26 Mrd Euro. Das sind die stärksten Zuwächse innerhalb der vergangenen vier Jahre.

Die BRICS-Staaten haben dagegen infolge der gebremsten Wirtschaftsdynamik  als Absatzmarkt für Österreich an Bedeutung verloren. Die Exporte gingen im Vergleich zu 2014 um 12 % auf rund 8 Mrd EUR zurück.

Das Rückgrat des heimischen Exports ist traditionell die Maschinen- und Fahrzeugindustrie, die mit einem Ausfuhrplus von rund 4 % die Entwicklung auch 2015 maßgeblich bestimmte.

Die Reiseverkehrsbilanz erzielte 2015 mit knapp 100 Millionen Ausländernächtigungen das beste Ergebnis seit 20 Jahren. Mit fast 27 Mio Ankünften ausländischer Gäste wurde der Höchststand zum sechsten Mal in Folge übertroffen. Chinesische Touristen, die weltweit binnen weniger Jahre zur mit Abstand wichtigsten Gästegruppe aufgestiegen sind, reisen auch zunehmend gerne nach Österreich: Eine Million Nächtigungen entsprechen einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 40 %. Der Reiseverkehr macht bereits rund 70 % des gesamten Dienstleistungsüberschusses aus. Deutsche Gäste haben im Verlauf des letzten Jahrzehnts zwar etwas an Bedeutung verloren, stellen aber weithin mit Abstand die wichtigste Zielgruppe dar: Im Jahr 2015 gaben sie 7,8 Mrd EUR in Österreich aus und sorgten damit für etwa die Hälfte der gesamten Reiseverkehrseinnahmen.

Abgesehen vom Tourismus entwickelten sich innerhalb des Dienstleistungsexports vor allem die Transportbranche, die Bauwirtschaft sowie die nach Österreich ausgelagerte Fertigung (Lohnveredelung) positiv.

Österreichs Nettoauslandsvermögen (Finanzforderungen abzüglich Finanzverpflichtungen im Ausland) erreichte 2015 mit +11 Mrd EUR einen neuen Rekordwert. Ursache des seit Jahren zu beobachtenden Anstiegs sind die anhaltenden Leistungsbilanzüberschüsse Österreichs, in deren Folge laufend (netto) Kapital ins Ausland exportiert und das vormals hohe Defizit (2002: –47 Mrd EUR) in einen Überschuss gedreht werden konnte.

Die seit einigen Jahren anhaltende Stagnation bei passiven Direktinvestitionen steht im deutlichen Gegensatz zum günstigen Leistungsbilanzergebnis und signalisiert Handlungsbedarf zur Erhaltung der heimischen Standortattraktivität. Im Laufe des Jahres 2015 flossen netto lediglich 3,5 Mrd EUR nach Österreich (+2,4 %), womit der weltweite Trend (+6,5 %) klar verfehlt wurde. Der Zuwachs an passiven Direktinvestitionen stammt nicht aus neuen Beteiligungen sondern vor allem aus reinvestierten Gewinnen, deren Ausmaß derzeit nur geschätzt werden kann. Endgültige Daten hierzu werden im September 2017 vorliegen.

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20.04.2016 Reale Einkommenseinbußen bremsten den Finanzvermögenszuwachs der Haushalte Wien,

Reale Einkommenseinbußen bremsten den Finanzvermögenszuwachs der Haushalte

OeNB veröffentlicht Daten zum Finanzverhalten der privaten Haushalte im Jahr 2015

Das Finanzvermögen der Österreicher stieg im Jahr 2015 um 2,2 % auf knapp mehr als 600 Mrd EUR an. In den letzten zehn Jahren war die Zuwachsrate nur 2008 und 2011 geringer als jene des Jahres 2015. Ein realer Einkommensverlust (-0,6 %) im Jahr 2015 erlaubte keine großen Zuflüsse  an zusätzlichen Finanzveranlagungen, der mit rund 10,6 Mrd EUR ähnlich hoch ausfiel wie 2014. Nach einem turbulenten Jahr auf den Aktien- und Rentenmärkten erhöhte sich das Portfolio der Haushalte durch Bewertungseffekte per saldo lediglich um 2,2 Mrd EUR. Jeder fünfte Euro des Finanzvermögens war in Bargeld und täglich fälligen Einlagen veranlagt, das entspricht rund 70 % der Konsumausgaben des Jahres 2015.

Gemäß den Daten der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung (GFR), der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) erhöhten die privaten Haushalte im Jahr 2015 ihr Finanzvermögen durch zusätzliche Veranlagungen um 10,6 Mrd EUR (Jahreswachstum zum Endstand 2014: 1,8 %). Der Zuwachs lag nominell auf dem Niveau des Vorjahreswertes (2014). Die im Jahr 2015 - im Vergleich zum Vorjahr - fast halbierte Inflationsrate führte real zu einer leicht höheren Wachstumsrate. Die Erhöhung fand vor dem Hintergrund realer Einkommenseinbußen von -0,6 % und einer leichten Erhöhung der Konsumausgaben statt, die zu einer Sparquote (Quelle: Statistik Austria) von 6,9 % führte (2014: 7,8 %).

Wie in den Vorjahren beeinflusste der weiter abnehmende Abstand der Neugeschäftszinsen aus täglich fälligen Einlagen gegenüber den Zinsen aus gebundenen Geldern die Umschichtungen in den Vermögensbeständen der Haushalte. Fast eine Milliarde Euro bzw. mehr als 13,7 Mrd EUR flossen zusätzlich in Bargeldbestände bzw. in täglich fällige Einlagen, die im Jahr 2015 nur mehr mit 0,26 % von den Banken verzinst wurden. Ein nicht unwesentlicher Teil wurde von gebundenen Einlagen umgeleitet. Der Rückgang an Einlagen mit Bindungsfrist betrug im Jahr 2015 mehr als 7,2 Mrd EUR.

Eine zweite Form der Umschichtung – ebenfalls schon in den Vorjahren beobachtet – fand zwischen Bankanleihen und Investmentzertifikaten statt. Die anhaltende Tilgungspolitik der Banken reduzierte das Angebot an Bankemissionen, die sich auch auf das Wertpapierportfolio der Haushalte auswirkte (14 % aller ausstehenden Emissionen). Verkäufe und die Tilgungsmaßnahmen der Banken ergeben einen Rückgang von rund 2,5 Mrd EUR im Jahr 2015. Zusätzlich verkauften Haushalte auch Anleihen anderer Emittenten, wodurch es insgesamt zu einer Verringerung um 3,5 Mrd EUR kam. Private Wertpapierinvestoren schichteten zum Teil die freiwerdenden Mittel in Investmentzertifikate um. Die Nettokäufe betrugen im Jahr 2015 3,9 Mrd EUR, mehr als jeder zweite Euro floss dabei in inländische Fonds. Haushalte investierten vorwiegend in Zertifikate inländischer gemischter Fonds und Immobilienfonds.

Die Zuwächse in Bargeldbestände, täglich fällige Einlagen und Investmentzertifikate abzüglich der Rückgänge der gebundenen Einlagen und verzinslichen Wertpapiere erklären 8,7 von 10,5 Mrd EUR der gesamten Finanzinvestitionen der Haushalte im Jahr 2015. Der Löwenteil der verbleibenden Finanzmittel floss in kapitalgedeckte Pensionsreserven (0,8 Mrd EUR) bzw.in Ansprüche gegenüber betrieblichen Vorsorgekassen (1,0 Mrd EUR).

Die in den letzten Jahren feststellbaren Umschichtungen, einerseits zwischen den Einlagenkategorien und andererseits zwischen verzinslichen Wertpapieren und Investmentzertifikaten, führten zu einer anhaltenden Strukturverschiebung in den Portfolios des Haushaltssektors. Rund 127 Mrd EUR (21 %) des Finanzvermögens bestanden aus Bargeld bzw. täglich fälligen Einlagen. Damit könnten rund 70 % der Konsumausgaben des Jahres 2015 finanziert werden. Rund 119 Mrd EUR (20 %) waren Ende 2015 in gebundenen Einlagen veranlagt. Einlagen mit einer Bindungsfrist über zwei Jahre machten davon 32 Mrd EUR aus. Die traditionell beliebten Bauspar- und Sparbucheinlagen hatten zu diesem Zeitpunkt lediglich Anteile von 21 % bzw. 3,3 % (gleichauf mit dem Aktienbesitz) am gesamten Finanzvermögen der Österreicher.

Das niedrige Zinsumfeld beeinflusste auch das Einkommen aus dem bestehenden Finanzvermögen. Betroffen waren sowohl Einlagen (inkl. Kredite) als auch verzinsliche Wertpapiere, die mit insgesamt 263 Mrd EUR 44 % des gesamten Finanzvermögens darstellten. Der Ertrag aus diesen Finanztiteln ergab im Jahr 2015 rund 0,7 % p.a. vor Abzug der KEST und ohne Berücksichtigung der Inflationsrate in Höhe von 0,8 %.

Dem Finanzvermögen der Haushalte standen offene Kredite – vor allem aus Wohnbaufinanzierungen ‑ in Höhe von 175 Mrd EUR gegenüber. Die Nettofinanzposition von rund 430 Mrd EUR entspricht dem rund 2,2 fachen des netto verfügbaren Einkommens im Jahr

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13.04.2016 2015 positives Jahresergebnis von 5,2 Mrd EUR für Kreditinstitute Wien,

2015 positives Jahresergebnis von 5,2 Mrd EUR für Kreditinstitute

Konsolidierte Ertragslage der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute im Jahr 2015

Im Jahr 2015 erzielten die österreichischen Kreditinstitute ein positives konsolidiertes Jahres­ergebnis in Höhe von 5,2 Mrd EUR. Somit verbesserte es sich verglichen mit dem Jahresergebnis 2014 (623,1 Mio EUR) um 4,6 Mrd EUR. Das Jahr 2014 war allerdings von hohen Wert­minderungen von Firmenwerten und anderen immateriellen Vermögenswerten sowie von hohen Risikovorsorgen im Kreditgeschäft zweier Großbanken maßgeblich beeinflusst gewesen. Zudem wurde 2015 aufgrund von außerhalb der ordentlichen Geschäftstätigkeit liegenden Einmal­effekten ein deutlich höherer sonstiger Saldo ausgewiesen.

Die konsolidierten Betriebserträge (ohne Risikovorsorgen) der österreichischen Kreditinstitute betrugen im Jahr 2015 28,1 Mrd EUR und lagen somit um 2,3 % unter dem Wert der Vergleichsperiode 2014.

Starke Veränderungen gab es vor allem beim Nettozinsergebnis, das als wichtigste Ertragskomponente der österreichischen Kreditinstitute verglichen mit dem Jahr 2014 einen Rückgang um 5,2 % auf 18,3 Mrd EUR verzeichnete. Negativ auf die Betriebserträge wirkten sich auch die um 33,6 % auf 619,7 Mio EUR gesunkenen Dividenden und anderen Beteiligungserträge aus.

Dementgegen steht die Verbesserung des sonstigen betrieblichen Ergebnisses um 94,9 % auf -34,8 Mio EUR. In der Vergleichsperiode 2014 waren nämlich noch stärkere Belastungen im Zusammenhang mit dem ungarischen Konsumentenkreditgesetz zur Zwangskonvertierung von Fremdwährungskrediten enthalten gewesen.

Weitgehend stabil geblieben sind das Provisionsergebnis in Höhe von 7,7 Mrd EUR (-0,1 %) sowie der Handelserfolg in Höhe von 1,4 Mrd EUR (+2,6 %).

Trotz der gesunkenen Betriebserträge wies das konsolidierte Betriebsergebnis (ohne Risikovorsorgen) einen Anstieg um 18,9 % auf 10,5 Mrd EUR aus.

Deutlich positiv auf das Betriebsergebnis wirkten sich die um 52,2 % auf 1,8 Mrd EUR gesunkenen Abschreibungen von Vermögenswerten[1] aus. Die Vergleichsperiode 2014 war von den hohen Sonderbelastungen zweier Banken im Zusammenhang mit Wertminderungen von Firmenwerten und anderen immateriellen Vermögenswerten in Rumänien bzw. in Russland und Polen geprägt gewesen. Zudem verringerten sich im Jahr 2015 die Verwaltungsaufwendungen aufgrund der zurückgegangenen Personal­aufwendungen um insgesamt 2,0 % auf 15,8 Mrd EUR.

Insgesamt erzielten die österreichischen Kreditinstitute damit ein positives konsolidiertes Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen in Höhe von 5,2 Mrd EUR. Dies entspricht einer Verbesserung um 4,6 Mrd EUR gegenüber der Vergleichsperiode 2014.

Hohe Rückgänge zeigten sich bei den Risikovorsorgen im Kreditgeschäft, die um 36,2 % auf 4,0 Mrd EUR sanken. Allerdings waren die Werte der Vergleichsperiode 2014 erneut maßgeblich von zwei Banken beeinflusst gewesen, die insbesondere hohe Rückstellungsdotierungen für das Kreditgeschäft in Rumänien bzw. der Ukraine vorgenommen hatten. Ergebnisverbessernd wirkte sich auch der stark gestiegene sonstige Saldo in Höhe von 2,0 Mrd EUR aus. Dies ist zum einen auf die darin enthaltenen deutlich höheren Beteiligungserträge in Höhe von 857,8 Mio EUR und zum anderen auf Einmaleffekte zurückzuführen, die nicht der ordentlichen Geschäftstätigkeit zuzuordnen sind.

Demgegenüber standen die um 171,2 % gestiegenen Verluste aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in Höhe von 485,3 Mio EUR sowie die um 350,4 % auf 708,2 Mio EUR erhöhten Minderheitenanteile.

Hinweis:
Das angeführte konsolidierte Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen des Jahres 2015 in Höhe von 5,2 Mrd EUR basiert auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Presseaussendung vorliegenden aufsichtsstatistischen Meldedaten. Aus dem Vergleich zu den vom Bankprüfer geprüften IFRS-Jahresabschlüssen, die zum aktuellen Zeitpunkt erst vereinzelt vorliegen, können sich noch Änderungen ergeben. Ein Hinweis auf die geprüften Daten des Jahres 2015 wird im Rahmen einer geplanten Presseaussendung mit Daten zum 1. Halbjahr 2016 erfolgen.

[1] Diese Position beinhaltet Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten (inkl. Firmenwerte), Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien und Beteiligungen.

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11.03.2016 Wohnbaukredite stützen Kreditwachstum während der Krise Wien,

Wohnbaukredite stützen Kreditwachstum während der Krise

OeNB-Pressekonferenz zu Krediten, Einlagen und Zinssätzen österreichischer Finanzinstitute

Seit Beginn der Finanzkrise entwickelten sich die Kredite österreichischer Banken an inländische Nichtbanken durchgehend stabil. Insbesondere das Kreditwachstum privater Haushalte erwies sich aufgrund der anhaltenden Dynamik im Wohnbaubereich bei historisch geringen Zinssätzen als robust. Das Wachstum bei Unternehmenskrediten flaute hingegen im Jahr 2015 etwas ab, lag jedoch weiterhin im positiven Bereich. Trotz des Zinssatztiefs gab es weiterhin deutliche Einlagenzuflüsse von privaten Haushalten. Diese waren jedoch ausschließlich bei täglich fälligen Einlagen zu beobachten. Sie sind nach wie vor die Basis einer soliden Liquiditätsausstattung von Banken.

Dr. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), präsentierte am 11. März 2016 die Entwicklung von Krediten, Einlagen und Zinssätzen in den letzten acht Jahren. „Trotz deutlich rückläufiger Bilanzsumme (-201 Mrd EUR) wurden in diesem Zeitraum vor allem Kredite an inländische Nichtbanken auf 334 Mrd EUR ausgeweitet“, so Turner.

Insbesondere die Entwicklung von Krediten privater Haushalte beeinflusste das Kreditwachstum des Nichtbanken-Sektors positiv. Ende 2015 kam es in Österreich zu einem Anspringen der bereinigten Jahreswachstumsrate auf 2,1 %, was dem höchsten Wert seit August 2011 entsprach. Getragen wurde das Kreditwachstum privater Haushalte in Österreich ausschließlich von Wohnbaukrediten, die sich 2015 im Durchschnitt um 3,5 % ausweiteten. Dazu beigetragen haben dürften vor allem die günstigen Kreditkonditionen bei neu vergebenen Wohnbaukrediten. Im Dezember 2015 lag der entsprechende Zinssatz in Österreich bei 2,01 %, was einem Rückgang von 13 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr entsprach.

Turner erläuterte, dass sich das Kreditwachstum von Unternehmen im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr abschwäche und im Dezember 2015 bei nur noch 0,6 % läge. Die geringe Dynamik dürfte jedoch nachfrageseitige Gründe haben. Ein Indiz dafür sind die nach wie vor extrem hohen Einlagenstände der Unternehmen, die sich im Jahr 2015 um 9,5 % auf 54,5 Mrd EUR erhöhten. Auch die Finanzierung über Anleiheemissionen entwickelte sich im Jahr 2015 sehr mäßig.

Auf der Passivseite der Bankenbilanzen verloren seit 2008 Zwischenbankeinlagen und begebene Wertpapiere deutlich an Bedeutung und stellten im Dezember 2015 nur noch 21 % bzw. 19 % der Bilanzsumme dar. Trotz Tiefstständen bei den Zinssätzen gab es weiterhin deutliche Einlagenzuflüsse von Nichtbanken, insbesondere getragen von Einlagen  privater Haushalte, die mit 225,5 Mrd EUR Ende 2015 die Passivseite österreichischer Bankbilanzen dominierten. Ein Wachstum war jedoch ausschließlich bei täglich fälligen Einlagen zu beobachten und führte dazu, dass jeder zweite Euro bei Banken täglich verfügbar war. Ein wichtiger Faktor dieser Entwicklung dürften die gesunkenen Opportunitätskosten sein, so lag der Zinsunterschied zwischen täglich fälligen Einlagen (0,22 %) und neu vergebenen Einlagen mit Bindungsfrist bis ein Jahr (0,36 %) im Dezember 2015 nur noch bei 14 Basispunkten. Die anhaltende Niedrigzinsphase bewegte private Haushalte auch weiterhin dazu, kräftig in Investmentfonds zu investieren:2015 im Ausmaß von netto 3,9 Mrd EUR.

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28.10.2015 Kreditinstitute verzeichneten im 1. Halbjahr 2015 ein positives Periodenergebnis Wien,

Kreditinstitute verzeichneten im 1. Halbjahr 2015 ein positives Periodenergebnis

Konsolidierte Ertragslage der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute im 1. Halbjahr 2015

Im 1. Halbjahr 2015 erzielten die österreichischen Kreditinstitute ein positives Ergebnis in Höhe von 2,6 Mrd EUR, nachdem das konsolidierte Periodenergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen im 1. Halbjahr 2014 in Höhe von -593,6 Mio EUR negativ ausgefallen war. Diese Verbesserung um 3,2 Mrd EUR liegt einerseits am Wegfall der mittlerweile restrukturierten Hypo Alpe-Adria-Bank International AG[1], die in der Vergleichsperiode noch einen Verlust in Höhe von 1,7 Mrd EUR gemeldet hatte. Andererseits konnte eine Großbank, die im 1. Halbjahr 2014 hohe Wertminderungen von Firmenwerten und anderen immateriellen Vermögenswerten sowie hohe Risikovorsorgen im Kreditgeschäft zu verbuchen hatte, ihr Halbjahresergebnis 2015 deutlich verbessern.

Im 1. Halbjahr 2015 erzielten die österreichischen Kreditinstitute Betriebserträge (ohne Risikovorsorgen) in Höhe von 14,5 Mrd EUR und lagen somit um 13,0 % höher als in der Vergleichsperiode 2014.

Begründen lässt sich dies vor allem mit einer Verbesserung des sonstigen betrieblichen Ergebnisses um 1.156,5 Mio EUR auf -7,2 Mio EUR. Diese signifikante Veränderung ist in erster Linie auf den Wegfall der mittlerweile restrukturierten Hypo Alpe-Adria-Bank International AG zurückzuführen, die in der Vergleichsperiode 2014 ein negatives sonstiges betriebliches Ergebnis in Höhe von 1,4 Mrd EUR auswies. Dem entgegen wirkten geänderte aufsichtsrechtliche Meldebestimmungen, wonach im sonstigen betrieblichen Ergebnis im 1. Halbjahr 2015 keine Erträge und Aufwendungen seitens vollkonsolidierter Industriebeteiligungen mehr enthalten sind.

Zuwächse gab es auch beim Nettozinsergebnis, das als wichtigste Ertragskomponente der österreichischen Kreditinstitute verglichen mit dem 1. Halbjahr 2014 einen Anstieg um 2,3 % auf 9,3 Mrd EUR verzeichnete. Das Provisionsgeschäft erhöhte sich um 5,5 % auf 3,9 Mrd EUR und der Handelserfolg[2] um 10,6 % auf 936,6 Mio EUR.

Die höheren Betriebserträge trugen wesentlich zum Anstieg des konsolidierten Betriebsergebnisses (ohne Risikovorsorgen) um 101,0 % auf 5,7 Mrd EUR bei.

Positiv wirkten sich darüber hinaus die um 60,8 % auf 701,2 Mio EUR gesunkenen Abschreibungen von Vermögenswerten[3], die im 1. Halbjahr 2014 noch von hohen Sonderbelastungen einer Großbank im Zusammenhang mit Wertminderungen von Firmenwerten und anderen immateriellen Vermögenswerten geprägt waren und die um 1,6 % auf 8,0 Mrd EUR gesunkenen Verwaltungsaufwendungen aus.

Insgesamt erzielten die österreichischen Kreditinstitute nach dem Verlust im 1. Halbjahr 2014 in Höhe von -593,6 Mio EUR wieder ein positives konsolidiertes Periodenergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen in Höhe von 2,6 Mrd EUR. Dies entspricht einer Verbesserung zum 1. Halbjahr 2014 in Höhe von 3,2 Mrd EUR.

Maßgeblich zu dieser günstigen Entwicklung des konsolidierten Periodenergebnisses beigetragen hatte auch der Wegfall der Hypo Alpe-Adria-Bank International AG, die im 1. Halbjahr 2014 noch ein konsolidiertes Periodenergebnis in Höhe von -1,7 Mrd EUR auswies. Zudem gingen die Risikovorsorgen im Kreditgeschäft, die ebenfalls im 1. Halbjahr 2014 von risikoinduzierten Einmaleffekten seitens einer Großbank wesentlich beeinflusst wurden, um 26,9 % auf 1,9 Mrd EUR zurück.

Demgegenüber standen Verluste aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in Höhe von 208,4 Mio EUR, die sich belastend auf das Periodenergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen auswirkten und auf eine weitere Großbank zurückzuführen sind.

Hinweis zur Presseaussendung vom 16.4.2015: Das darin angeführte konsolidierte Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen des Jahres 2014 in Höhe von 1,4 Mrd EUR basierte auf den zum Zeitpunkt der Presseaussendung vorliegenden aufsichtsstatistischen Meldedaten. Auf Basis von in der Zwischenzeit eingelangten und vom Bankprüfer geprüften IFRS-Jahresabschlüssen beträgt das Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen des Jahres 2014 0,7 Mrd EUR. Dieser Rückgang, der im Zusammenhang mit der Umstrukturierung einer Bankengruppe steht, ist im Wesentlichen auf deutlich höhere Wertminderungen bei Anteilen an Beteiligungen zurückzuführen.

[1] Die Hypo Alpe-Adria-Bank International AG firmiert seit 3.11.2014 als Heta Asset Resolution AG; Ende der Konzession zum Betrieb von Bankgeschäften per 30.10.2014; FMA-Bescheid zur Abwicklung der Bank gemäß Bundesgesetz zur Abwicklung und Sanierung von Banken (BaSAG) per 01.03.2015.

[2] Handelserfolg = Handelsergebnis + sonstige Bewertungsergebnisse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) + realisierte Gewinne / Verluste aus Finanzgeschäften.

[3] Diese Position beinhaltet Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten (inkl. Firmenwerte), Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien und Beteiligungen.

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23.10.2015 Achterbahn bei Wertpapieren – Umschichtungen bei Einlagen Wien,

Achterbahn bei Wertpapieren – Umschichtungen bei Einlagen

Neue OeNB-Publikation zu Einkommen, Konsum und Vermögen privater Haushalte 1995-2014

Private Haushalte erhöhten ihr Geldvermögen seit Jahresanfang durch Neuveranlagungen um 2,7 Mrd EUR (das sind rund 0,5 % des gesamten Geldvermögens). Getragen wurde dieser Anstieg nach wie vor durch täglich fällige Gelder in Höhe von 5,5 Mrd EUR, teilweise jedoch zulasten von gebundenen Guthaben (‑3,7 Mrd EUR). Wertpapierinvestoren suchten auch 2015 alternative Investitionsmöglichkeiten für das aus Nettotilgungen der Bankanleihen frei werdende Kapital, das großteils in Investmentfonds geflossen sein dürfte. Die hohe Kapitalmarktvolatilität führte auch im laufenden Jahr zunächst zu deutlichen Kursgewinnen, aber ab dem zweiten Quartal zu deutlichen Kursverlusten.
Das Geldvermögen erhöhte sich im ersten Halbjahr auf 593 Mrd EUR – Grund dafür waren die Nettoneuveranlagung (2,7 Mrd EUR), die positiven Bewertungseffekte (4,7 Mrd EUR) und die Änderungen im Wertansatz für kapitalgedeckte Pensionsansprüche (in Höhe von rund 1,1 Mrd EUR).

Neben dem Geldvermögen hatten private Haushalte auch nichtfinanzielle Vermögenswerte von rund 740 Mrd EUR (davon rund 713 Mrd EUR aus Immobilien) – dies geht aus der soeben erschienen OeNB-Sonderpublikation zu Einkommen, Konsum und Vermögen der privaten Haushalte 1995-2014 hervor.

Dr. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik, erläuterte im Rahmen einer Pressekonferenz der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) das aktuelle Finanzverhalten der privaten Haushalte. Gemäß aktuellsten Daten der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung (GFR) stieg das Geldvermögen aus Nettoneuveranlagungen seit Jahresanfang um 2,7 Mrd EUR bzw. in den letzten vier Quartalen um 8,9 Mrd EUR. Nach wie vor sind die nur moderaten Anstiege der realverfügbaren Einkommen bei konstant unterdurchschnittlicher Sparquote ein wesentlicher Grund für das geringe Wachstum des Geldvermögens aus Neuveranlagungen. „Vor dem Hintergrund, dass die Neugeschäftszinsen für gebundene Einlagen über zwei Jahre im Durchschnitt nur mehr 60 Basispunkte über jenen für täglich fälligen Einlagen liegen, ist es nicht verwunderlich, dass die Österreicher die sofort verfügbare Variante bevorzugen“ erläuterte Dr. Turner den Zuwachs von 5,5 Mrd EUR in den ersten sechs Monaten, dem ein Rückgang der gebundenen Guthaben von 3,7 Mrd EUR gegenüberstand. Ende Juni machten die täglich fälligen Einlagen rund 16 % des gesamten Geldvermögens aus. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren betrug dieser Anteil knapp mehr als 3 %.

Per saldo verkauften heimische Privatinvestoren handelbare Wertpapiere im ersten Halbjahr um 0,8 Mrd EUR – dahinter standen insbesondere Verkäufe von Bankanleihen und Käufe von Investmentfondanteilen. Wie schon in den letzten zehn Jahren investierten Haushalte,  je nach Angebot und wirtschaftlicher Situation, in eines dieser beiden Produkte. Zuletzt führten Nettoverkäufe – zu zwei Drittel aus den Nettotilgungen – zu einem weiteren Rückgang von Bankanleihen in Höhe von rund 2 Mrd EUR (Stand per Ende Juni 2015 23,6 Mrd EUR, das waren rund 13 % des gesamten Umlaufvolumens inländischer Bankanleihen). Im Gegenzug kauften die Haushalte in den ersten sechs Monaten 2015 Investmentzertifikate (vor allem von Rentenfonds und gemischten Fonds) um insgesamt 2,3 Mrd EUR. Darüber hinaus verkauften private Haushalte auch inländische Unternehmensanleihen, Anleihen ausländischer Emittenten sowie börsennotierte Aktien im Gesamtumfang von rund 1,1 Mrd EUR. Wertpapierinvestoren, die zur Jahresmitte 2015 handelbare Wertpapiere im Ausmaß von rund 108 Mrd EUR besaßen, sahen sich seit Jahresanfang mit deutlichen Bewertungsschwankungen konfrontiert. Nach einem preisbedingten Anstieg im ersten Quartal um 5,4 %, verringerte sich der Marktwert im zweiten Quartal um 2,8 % und dann zwischen Juli und August um weitere 6,8 %. Dieses Ergebnis drückt auch auf die Jahresperformance, wie die aktuellen Ergebnisse für Investmentfonds und Pensionskassen deutlich zeigen.

Das gesamte Geldvermögen in Höhe von 592 Mrd EUR bestand zu 44 % aus Einlagen und verzinslichen Wertpapieren. Die wirtschaftliche Entwicklung und insbesondere die deutliche Reduktion der Zinsen für Einlagen und Wertpapiere (gekoppelt mit Umschichtungen) reduzierten die Durchschnittserträge der Vermögenseinkommen von 2,6 % (vor der Finanzkrise 2003 bis 2008) auf 1 % (in den letzten vier Quartalen).

Bei der Pressekonferenz präsentierte Dr. Turner auch die neue Sonderpublikation der OeNB zur Entwicklung von Einkommen, Konsum und Vermögen der privaten Haushalte zwischen 1995 und 2014. Das Datenset beinhaltet auch Daten zum Immobilienvermögen (Quellen: Statistik Austria und eigene Berechnungen der OeNB), dessen Wert Ende 2014 rund 713 Mrd EUR ausmachte. Das Nettovermögen (aus Finanzvermögen und nichtfinanziellen Vermögensgüter abzüglich Kreditverschuldung – vor allem aus Wohnbaukrediten) betrug zum selben Stichtag rund 1.160 Mrd EUR. Seit der Jahrtausendwende stieg es um rund 80 %, wobei 36 Prozentpunkte aus Veranlagungen und Investitionen abzüglich Kreditfinanzierungen kamen und 44 Prozentpunkte aus Bewertungs- und sonstigen Effekten. Dabei spielte der Anstieg der Immobilienpreise eine dominante Rolle.

Die entsprechenden Daten zur Entwicklung des Finanzvermögens finden Sie in den Standardtabellen zur Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung
Weitere Informationen finden Sie im Sonderheft STATISTIKEN zu Einkommen, Konsum und Vermögen der Haushalte.

 

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20.10.2015 Anhaltende Flaute bei Direktinvestitionen Wien,

Anhaltende Flaute bei Direktinvestitionen

Österreichs Direktinvestitionen im ersten Halbjahr 2015

Aktivitäten heimischer Banken zur Restrukturierung und Stabilisierung ihrer Beteiligungen in Ost- und Südosteuropa dominierten die aktiven Direktinvestitionen im ersten Halbjahr 2015. Neuengagements finden seit Ausbruch der Wirtschaftskrise vorwiegend anderenorts statt, wie etwa im traditionellen Zielland Deutschland oder auch in China. Zum Wachstum der Direktinvestitionen  trugen in hohem Ausmaß auch die nicht ausgeschütteten Gewinne der Beteiligungen im Ausland bei. Besonders schwach entwickelten sich die passiven Direktinvestitionen: Wie schon im vergangenen Jahr ziehen ausländische Investoren Eigenkapital aus Österreich ab. Auch die Kreditfinanzierung  ihrer Töchter in Österreich war in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres rückläufig. Der einzige Wachstumsimpuls kam bisher ‑ dank niedriger Dividenden­ausschüttungen an das Ausland ‑ durch reinvestierte Gewinne.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 beliefen sich die aktiven Direktinvestitionen österreichischer Investoren auf 6,4 Mrd EUR. Dieser relativ hohe Wert ist jedoch vorwiegend Ausdruck weitreichender Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen des österreichischen Bankensektors in Ost- und Südosteuropa. Größter Einzelfall ist die Bank Austria, die ihren Anteil an der rumänischen „Tiriac“ auf rund 96 % fast verdoppelte. Gleichzeitig musste der rumänischen Volksbank-Tochter Eigenkapital zugeschossen werden, um deren (mittlerweile finalisierten) Verkauf zu ermöglichen. Vom Gesamtwert entfielen 2,5 Mrd EUR auf Eigenkapital und jeweils knapp 2 Mrd EUR auf die Gewährung konzerninterner Kredite bzw. auf reinvestierte Gewinne. Deren Höhe ist die Folge auffallend geringer Dividendenausschüttungen. Seit 2011 wurden im ersten Halbjahr stets etwa 5,5 Mrd EUR ausgeschüttet, in der Berichtsperiode waren es jedoch weniger als 4 Mrd EUR.

Rückschließend auf die angeführten Aktivitäten heimischer Banken war Rumänien im ersten Halbjahr 2015 die mit Abstand wichtigste Destination (+1,3 Mrd EUR). Mit Neuinvestitionen von 400 bis 500 Mio EUR folgten Deutschland, die Schweiz, China, die Vereinigten Emirate, die Jungferninseln und Großbritannien als Investitionsziele. Weitere zwölf Länder erhielten mehr als 100 Mio EUR an zusätzlichen Investitionen aus Österreich, darunter waren mit Slowenien, Kroatien, Serbien und der Ukraine jedoch nur vier Länder der Region Zentral-, Ost- und Südosteuropas. Desinvestitionen von mehr als 100 Mio EUR verzeichnete die Statistik der OeNB hingegen in der Slowakei und der Tschechischen Republik. Die seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise des Jahres 2008 beobachtbare Tendenz, wonach sich heimische Investoren aus den Transformationsländern zwar nicht zurückziehen, neue Investitionen aber bevorzugt in anderen Regionen tätigen, setzte sich also auch im ersten Halbjahr 2015 fort.

Im Einklang mit einem generellen Rückgang des Interesses an Direktinvestitionen in Europa entwickelten sich die passiven Direktinvestitionen in Österreich in der ersten Hälfte des laufenden Jahres mit nur 2,9 Mrd EUR äußerst schwach: Ausländische Investoren zogen etwa 150 Mio EUR an Eigenkapital ab, ein Vorgang, der im ersten Halbjahr 2014 zum ersten Mal auftrat. Auch das Volumen der konzerninternen Kredite wurde um 300 Mio EUR zurückgenommen. Das positive Gesamtergebnis beruht daher ausschließlich auf einem Verzicht auf Gewinnausschüttungen: Tatsächlich erhielten ausländische Investoren in der Berichtsperiode weniger als 2 Mrd EUR an Dividenden, das ist um eine Milliarde weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres oder weniger als die Hälfte des ersten Halbjahres 2013. Auf Basis der aktuellen Gewinnschätzungen ergaben sich damit Reinvestitionen in der Höhe von 3,3 Mrd EUR.

Trotz des Ausbleibens großer Direktinvestitionen in Österreich gab es erhebliche regionale Umschichtungen. Ein Beispiel dafür, ist der Verpackungsspezialist „Constantia Flexibles“ des ehemaligen Turnauer-Imperiums, welcher von einem US-Fonds an einen französischen Investor verkauft wurde. Im Zuge des Eigentümerwechsels hat sich die Finanzierungsstruktur hin zu konzernfremdem Kapital verschoben. Weitere bedeutende Mergers & Acquisitions-Deals waren der Verkauf von „Duropack“ an einen britischen Konzern, sowie der Verkauf von „C.A.T. oil“- Anteilen zweier österreichischer Großaktionäre an einen auf den britischen Jungfern-Inseln registrierten Investor.

Weitere statistische Informationen unter statistik.oenb.at und dieaktuellezahl.oenb.at.

Methodische Anmerkung: Mit Ausnahme des „Gewinns“ und der „reinvestierten Gewinne“ beruhen sämtliche Daten auf Meldungen der betroffenen Wirtschaftseinheiten an die OeNB. Die Angaben zum Gewinn der Jahre 2014 und 2015 sind hingegen Schätzungen, da die endgültigen Unternehmensgewinne des Jahres 2014 erst im Frühjahr 2016 verfügbar sein werden. Die „reinvestierten Gewinne“ sind die Differenz zwischen der Gewinnschätzung und den laufend gemeldeten Ausschüttungen.

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06.10.2015 Kontaktloses Zahlen: Steigerungen auf niedrigem Niveau Wien,

Kontaktloses Zahlen: Steigerungen auf niedrigem Niveau

Kartenzahlungsverhalten von Juli 2014 bis Juni 2015

Mit den rund 7 Mio. in Österreich ausgegebenen Bankomat- und Kreditkarten, mit denen derzeit kontaktlos bezahlt werden kann, wurden zwischen Juli 2014 und Juni 2015 im Inland rund 21 Mio. Zahlungen im Wert von 411 Mio. EUR getätigt. Dies ist zwar nur ein Anteil von 5,4 % aller Kartenzahlungen in diesem Zeitraum, damit haben sich jedoch diese Transaktionen innerhalb des Jahres fast verdreifacht.

Ungeachtet der weiten Verbreitung NFC-fähiger Karten nutzen nur relativ wenige Konsumentinnen und Konsumenten diese Funktion, allerdings konnte im Untersuchungszeitraum ein steigender Trend verzeichnet werden. Wurden im 3. Quartal 2014 erst 2,6 % aller Kartenzahlungen von in- und ausländischen Kartenbesitzern an elektronischen Kassenterminals (Point-of-Sale – POS) kontaktlos beglichen, so waren es im 2. Quartal 2015 schon mehr als 8,3 %. Im Durchschnitt wurden Zahlungen in der Höhe von 19 EUR damit getätigt. Die Branchen mit den meisten NFC-Transaktionen sind der Handel (91 %), gefolgt von Bewirtung/Restaurants ex aequo mit Tankstellen (3 %).

Ein großer Teil der POS-Terminals bietet bereits die Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens. Von insgesamt 130.092 österreichischen POS-Terminals, waren mit Ende Juni 50.793 davon NFC-fähig.

Zwischen Juli 2014 und Juni 2015 wurden insgesamt 474 Mio. Kartentransaktionen mit einem Gesamtumsatz von 28,2 Mrd. EUR von heimischen Zahlungssystembetreibern im In- und Ausland abgewickelt. Davon wurden 387 Mio. Transaktionen (81,7 %) im Wert von 20,5 Mrd. EUR (72,7 %) von österreichischen Karteninhabern getätigt.

NFC-Transaktionen wurden zu 98 % von Österreicherinnen und Österreichern an inländischen Terminals durchgeführt. NFC-Transaktionen von Ausländern wurden zu 29 % von Kartenbesitzern aus der Slowakei, zu 18 % aus der Tschechischen Republik und zu 13 % aus Deutschland getätigt.

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02.07.2015 Wachstum der Kreditvergabe in Österreich nach wie vor verhalten Wien,

Wachstum der Kreditvergabe in Österreich nach wie vor verhalten

14. Kreditbericht der Oesterreichischen Nationalbank

Das Wachstum der von österreichischen Banken an heimische nicht-finanzielle Unternehmen vergebenen Kredite stagnierte nach einer kontinuierlichen Erholung im vorigen Jahr in den ersten Monaten des laufenden Jahres. In den letzten drei verfügbaren Monaten Februar bis April 2015 lag das Jahreswachstum der Unternehmenskredite unverändert bei 1,2 %. Damit befindet sich das Wachstum der Unternehmenskredite derzeit in etwa auf demselben Niveau wie im Herbst des Vorjahres. Diese verhaltene Entwicklung in Österreich ist allerdings immer noch deutlich besser als die Entwicklung im Euroraum-Durchschnitt, für den die Veränderungsrate der Unternehmenskredite bereits seit mehr als 2 Jahren negativ ist und im April 2015 bei -0,4 % lag.

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Das Wachstum der Kredite österreichischer Banken an die privaten Haushalte hat sich ebenfalls in den letzten Monaten kaum verändert und lag von Februar bis April 2015 bei 1,3 %. Auch bei Krediten an die privaten Haushalte liegt Österreich weiterhin deutlich über dem Euroraum, wo im April 2015 eine Stagnation der Haushaltskredite verzeichnet wurde.

Die Finanzierung österreichischer Unternehmen über Anleihen hat sich seit Anfang 2013 deutlich reduziert. In dieser Zeit ging die Jahreswachstumsrate ausgehend von 14 % auf nunmehr -2 % im April 2015 zurück. Im Gegensatz dazu hat die Finanzierung der österreichischen Unternehmen über Aktienemissionen seit März vergangenen Jahres wieder zugenommen. So kletterte die Jahreswachstumsrate der Netto-Aktienemissionen bis November 2014 auf über 4 % und verharrte auch in den Folgemonaten auf diesem Niveau. Zusätzlich finanzieren sich österreichische Unternehmen auch über Kredite aus dem Ausland und über konzerninterne Finanzierungsströme. Allerdings waren die Netto-Kreditaufnahmen der österreichischen Unternehmen bei ausländischen Banken mit einem Finanzierungssaldo von -1,1 Mrd. EUR für das gesamte Jahr 2014 negativ. Im Gegensatz dazu trugen konzerninterne Finanzierungen (aus dem In- und Ausland) im Jahr 2014 insgesamt rund 3 Mrd. EUR zur Finanzierung der österreichischen Unternehmen bei.

Die durchschnittlichen Zinssätze im Kundengeschäft sind sowohl bei Unternehmenskrediten als auch bei Haushaltskrediten im Lauf des Jahres 2012 parallel zu den Leitzinsen gesunken und haben sich in der Folge auf historisch niedrigem Niveau stabilisiert. Bei den Unternehmenskrediten zeigt sich als Folge weiterer expansiver geldpolitischer Maßnahmen in den vergangenen Monaten neuerlich ein leichter Rückgang der Kundenzinsen. So ging das Zinsniveau bei den neu begebenen Unternehmenskrediten mit einer Zinsbindungsfrist von bis zu einem Jahr und einer Höhe von über 1 Mio. EUR auf nunmehr 1,6 % im April 2015 zurück, bei jenen mit einem Volumen von unter 1 Mio. EUR auf einen historischen Tiefstwert von 2,0 %. Bei den Kundenzinsen für Haushaltskredite ist ein unterschiedlicher Verlauf je Verwendungszweck zu beobachten. Während die Zinsen von neuen Konsumkrediten im Jahr 2013 auf etwa 5 % gestiegen sind und in der Folge auf diesem Niveau verharrten, sind sie bei neuen Wohnbaukrediten bis April 2015 auf ein Rekordtief von 1,9 % gesunken.

Aktuelle Umfragen bei Unternehmen und Banken legen nahe, dass die schleppende Kreditdynamik in den letzten Monaten sowohl angebots- als auch nachfrageseitige Gründe hatte. Zwar konstatierten die befragten Banken im ersten Quartal 2015 zum ersten Mal seit 2007 eine geringfügige Zunahme der Kreditnachfrage der Unternehmen, die Unternehmen selbst schätzten jedoch ihren Finanzierungsbedarf nach wie vor als rückläufig ein.

Weitere Ergebnisse zur Kreditentwicklung und zu den Kreditkonditionen in Österreich finden Sie im 14. Kreditbericht der OeNB http://www.oenb.at/Publikationen/Volkswirtschaft/kreditbericht.html

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29.06.2015 Österreichs Ostexpansion stagnierte erstmals Wien,

Österreichs Ostexpansion stagnierte erstmals

Ergebnisse der Direktinvestitionsbefragung der OeNB für das Jahr 2013

Während der Gesamtbestand an grenzüberschreitenden Unternehmensbeteiligungen erneut leicht zunahm und 168,5 Mrd EUR erreichte, war in der Region Zentral-, Ost- und Südosteuropa (CESEE)  erstmals ein Sinken des österreichischen Engagements festzustellen. Der dort von österreichischen Investoren gehaltene Unternehmenswert sank von 67,3 auf 66,8 Mrd EUR, obwohl die Investoren gleichzeitig 2,5 Mrd EUR frisches Kapital zugeschossen hatten. Diese ungünstige Entwicklung war in erster Linie notwendigen Abschreibungen bzw. Wechselkursverlusten geschuldet. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen trennen sich nur sehr wenige Investoren von ihren Beteiligungen. Denn nach wie vor besteht in Zentral-, Ost- und Südosteuropa erheblicher wirtschaftlicher Aufholbedarf und bis zum Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 waren diese Beteiligungen auch überdurchschnittlich ertragsreich.

Die generell schwierige Lage für Direktinvestoren zeigt sich darin, dass die Anzahl der erfassten Investoren zum zweiten Mal in Folge gesunken ist und dass auch die Anzahl der Auslandsunternehmen, an denen Österreicher beteiligt sind, mit nur 1 % so wenig gewachsen ist wie nie zuvor. Dem schwachen wirtschaftlichen Umfeld entspricht auch die mäßige Aktivitätsausweitung der österreichischen Auslandstöchter: Deren Beschäftigung hat um 3,3 % auf 810.000 Personen zugenommen und auch ihre Umsätze sind um 2,1 % gewachsen. Die gleichzeitig zunehmende Beschäftigung bei den Investoren in Österreich (um 1,5 % auf 372.000 Personen) widerlegt allfällige Befürchtungen, dass das Auslandsengagement vorwiegend auf Kosten der heimischen Belegschaft erfolge.

Die größte Ausweitung erfuhren die Direktinvestitionen im Jahr 2013 in den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten und Deutschland – dort stiegen sowohl die Anzahl der Beteiligungen, als auch der Wert der Investitionen und das Ausmaß der Beschäftigung: In den Niederlanden, einem bevorzugten Sitzland von Holdinggesellschaften, wuchs vor allem das Finanzierungsvolumen; vom globalen Zuwachs um 9,8 Mrd EUR entfielen 7,9 Mrd allein auf die Niederlande. In Großbritannien und den USA stieg die Beschäftigung um 9.000 bzw. 4.700 Personen (57 % der Gesamtzunahme), während die Expansion in Deutschland in allen drei Dimensionen gleichmäßig verlief. Prominentester Neuerwerb waren hier die Innkraftwerke, die der Verbund von der deutschen EON im Tausch für seine türkischen Beteiligungen erhalten hat. Erst auf Platz 5 liegt mit Polen ein Transformationsland: Bei sinkender Anzahl an Beteiligungen und stagnierendem Unternehmenswert hat dort die Beschäftigung um 5.800 Personen zugenommen. In Norwegen dienen die vermehrten Investitionen in erster Linie der heimischen Energieversorgung. Die Anzahl der Beteiligungen in China, dem weltweit wichtigsten Zielland von Direktinvestitionen, ist im Jahr 2013 um 10 auf 137 gestiegen. Damit halten österreichische Investoren mehr Beteiligungen in China als beispielsweise in den Niederlanden oder in den Vereinigten Staaten. Destinationen mit rückläufiger Entwicklung – sei es durch weniger Beteiligungen, einen niedrigeren Wert oder sinkende Beschäftigtenzahlen – waren Ungarn, Italien, Kasachstan, die Slowakei, die Ukraine, Kroatien und die Türkei. Nach den bisher vorliegenden Daten der Zahlungsbilanzstatistik hat sich diese Abkehr vom Osten im Jahr 2014 verstärkt fortgesetzt.

Der Wert der passiven Direktinvestitionen, also der Unternehmensbeteiligungen ausländischer Investoren an österreichischen Unternehmen, belief sich zum Jahresende 2013 auf 130 Mrd EUR, das waren 4,4 % mehr als im Jahr davor. Minimalen zahlenmäßigen Zunahmen an Investoren und Tochterunternehmen standen marginale Rückgänge an Beschäftigung und Umsätzen gegenüber. Wie gewohnt stand Deutschland an der Spitze der ausländischen Geldgeber. Deutlich aufgestockt haben ihre Investitionsbestände auch Russland (+3,7 Mrd EUR) und Brasilien (+2 Mrd EUR). Darin spiegelt sich – zusammen mit dem sechsten Rang Hongkongs – die wachsende Rolle der Schwellenländer in der Weltwirtschaft wider.

Weitere statistische Informationen unter statistik.oenb.at.

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08.05.2015 Gute Entwicklung im Tourismus federt Rückgang in Leistungsbilanz ab Wien,

Gute Entwicklung im Tourismus federt Rückgang in Leistungsbilanz ab

Aktuelle Entwicklungen der österreichischen Zahlungsbilanz

Österreichs Leistungsbilanz erzielte 2014 im Umfeld geringen Wachstums sowie einer schwachen Entwicklung des Welthandels weiterhin einen Überschuss in Höhe von 2,6 Mrd EUR oder knapp einem Prozent des BIP. Im Verlauf der Finanz- und Wirtschaftskrise zeigte sich jedoch ein rückläufiger Trend. 2014 stand einem gestiegenen Güterdefizit sowie einem rückläufigen Überschuss aus unternehmensbezogenen Dienstleistungen neuerlich ein hervorragendes Reiseverkehrsergebnis gegenüber. 25 Millionen Gästeankünfte aus dem Ausland bedeuteten zum fünften Mal in Folge einen neuen Rekordwert. Die Reiseverkehrsbilanz verzeichnete mit 7,4 Mrd EUR die zweithöchsten jemals registrierten Nettoeinnahmen. Österreichs grenzüberschreitende Kapitalströme stagnierten weiterhin auf geringem Niveau. Direktinvestoren zogen netto erstmals Eigenkapital aus dem Ausland ab, woraus zu schließen ist, dass sie ihre Beteiligungen derzeit konsolidieren.

„Die aktuelle Außenwirtschaftsstatistik zeichnet grundsätzlich ein positives Bild des Wirtschaftsstandorts Österreich“, eröffnete Vize-Gouverneur Mag. Andreas Ittner am 8. Mai 2015 die Pressekonferenz der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zur Zahlungsbilanz 2014. „Erfreulicherweise befindet sich Österreich weiterhin im überschaubaren Kreis jener Länder, die Leistungsbilanzüberschüsse erzielen, eine positive Vermögensposition gegenüber dem Ausland aufweisen und die Stabilitätskriterien der EU-Kommission abgesehen von der Staatsschuldenquote nahezu vollständig erfüllen“, so Ittner weiter.

Mit +2,6 Mrd EUR fällt das Plus in der Leistungsbilanz jedoch geringer aus als vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 (+13,2 Mrd EUR). 2014 belastete der Nachfragerückgang aus Ländern außerhalb der EU – allen voran der Russischen Föderation und der Türkei – die Bilanz des Güterhandels, die mit -2,3 Mrd EUR ein höheres Defizit als im Jahr zuvor verzeichnet. Gleichzeitig fiel der Überschuss der unternehmensbezogenen Dienstleistungen mit +3 Mrd EUR geringer aus als in den vergangenen Jahren. Nach wie vor konnten österreichische Unternehmen jedoch mit technologischen Dienstleistungen im Ausland punkten und lukrierten daraus netto 3,8 Mrd EUR. Das sind im Verhältnis zum BIP 1,1 %, womit Österreich mit Ländern wie Deutschland oder dem Vereinigten Königreich konkurrieren kann.

„Die heimische Wirtschaftspolitik hat allerdings weiterhin geeignete Antworten auf den schärferen globalen Wettbewerb zu finden, der sich einerseits in ausländischer Billiglohnkonkurrenz und andererseits im Aufbau von technologischem Know-how bei internationalen Mitbewerbern äußert“, ergänzte Ittner. „Die Stärkung der technologischen Kompetenz Österreichs ist der Schlüssel, um die Attraktivität der heimischen Produkte und des Wirtschaftsstandorts auch künftig zu sichern“, so Ittner, der insbesondere in der industriellen Spitzentechnologie Aufholpotenzial sieht.

„Für das Leistungsbilanzergebnis 2014 erwies sich der Tourismus erneut als sehr bedeutend “ ergänzte Dr. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik. Mit mehr als 25 Mio Ankünften ausländischer Gäste konnte zum fünften Mal in Folge ein neuer Rekordwert erzielt werden. Die Einnahmen aus dem Reiseverkehr erreichten 2014 ein Volumen von 15,5 Mrd EUR, um 1,6 % mehr als 2013. Die Reiseverkehrsausgaben der Österreicherinnen und Österreicher stiegen 2014 nominell um 4,9 % und erreichten 8,1 Mrd EUR. Der Überschuss des Jahres 2014 betrug somit 7,4 Mrd EUR, das ist der zweithöchste jemals verzeichnete Wert. Bei den Ausländernächtigungen registrierte die Statistik Austria im Berichtsjahr 2014 hingegen mit 96,2 Millionen Nächtigungen ein leichtes Minus (-0,6 %). Dennoch erbrachte das Kalenderjahr 2014 das zweitbeste Nächtigungsergebnis der Geschichte.

Tirol und Salzburg vereinen weiterhin deutlich mehr als die Hälfte der Ausländernächtigungen. Besonders dynamisch entwickelt sich Wien, das mittlerweile 11,5 % der Ausländernächtigungen an sich zieht und vom anhaltenden Aufwärtstrend des Städtetourismus profitiert. „Insgesamt ist Österreich nach wie vor ein Schwergewicht im internationalen Reiseverkehr“, erklärte Turner und verwies auf die Statistik des Internationalen Währungsfonds, wonach Österreich – in absoluten Werten – auf Platz 13 der Rangliste der Länder mit den höchsten Tourismuseinnahmen liegt.

Österreichs Kapitalverkehr mit dem Ausland ist weiterhin durch die Auswirkungen der Finanz-, Fiskal- und Wirtschaftskrise geprägt. Im Jahr 2014 wurden internationale Finanzforderungen wie auch Verpflichtungen – insbesondere im Rahmen des Zwischenbankverkehrs – per saldo abgebaut. Zurückhaltend agierten auch österreichische Direktinvestoren, die mit 5,8 Mrd EUR das geringste Auslandsengagement seit 2001 erkennen ließen und erstmals überhaupt netto Eigenkapital aus ihren Beteiligungen abzogen. Das deutet auf einen ausgeprägten Konsolidierungskurs hin, im Zuge dessen verlustträchtige Beteiligungen abgestoßen werden. Umgekehrt schraubten auch internationale Direktinvestoren ihre Veranlagungen in Österreich auf 3,5 Mrd EUR zurück. Deutlich gefragt waren bei ausländischen Anlegern österreichische Staatsanleihen. Deren Nominalbestände im Ausland erhöhten sich von rund 122 Mrd EUR Ende 2006 auf knapp 180 Mrd EUR Ende 2014.

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28.04.2015 Haushalte verzeichnen moderaten Geldvermögenszuwachs Wien,

Haushalte verzeichnen moderaten Geldvermögenszuwachs

Finanzverhalten der privaten Haushalte im Jahr 2014

Das Geldvermögen der österreichischen Haushalte erhöhte sich im Jahr 2014 um 2,7 % (oder 15,1 Mrd EUR) auf 572,4 Mrd EUR. Dieser Anstieg setzt sich zu 9,7 Mrd EUR (bzw. 1,7 %) aus der Geldvermögensbildung (Transaktionen) an sich und zu 5,4 Mrd EUR primär aus Bewertungseffekten durch das positive Umfeld auf den Wertpapiermärkten zusammen. Zum Ultimo Ende 2014 war jeder fünfte Euro des Geldvermögens der privaten Haushalte entweder Bargeld oder er lag in täglich fälligen Einlagen.

Das nominell verfügbare Einkommen von privaten Haushalten (gemäß den Berechnungen von Statistik Austria) stieg um 2,2 % im Jahr 2014. Die Sparquote lag mit einem Wert von 7,5 % etwas über jenem  für das Jahr 2013 (7,3 %), und führte auch zu einer leichten Erhöhung der Geldvermögensbildung der Haushalte auf 9,7 Mrd EUR bzw. 1,7 % ihrer bisherigen Vermögenswerte (lt.  Daten der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung der OeNB).

Die Entwicklung der Geldvermögensbildung war von deutlichen Umschichtungen geprägt, die teilweise auch schon 2013 verzeichnet wurden. Die wesentlichsten Komponenten der gesamten Geldvermögensbildung waren:

  • Deutliche Erhöhungen gab es bei den täglich fälligen Einlagen, die im Jahr 2014 9,2 Mrd EUR ausmachten, was teilweise aus der Umschichtung von gebundenen Einlagen resultierte, die im Jahr 2014 um 5,8 Mrd EUR zurück gingen. Hier spielt auch die Abflachung der Zinsstrukturkurve eine Rolle. Die Zinsdifferenz zwischen Neugeschäftszinsen für täglich fällige Einlagen und Einlagen mit einjähriger Bindungsfrist halbierte sich im Jahr 2014 auf 15 Basispunkte. Der Bestand der täglich fälligen Einlagen betrug zum Jahresende 91 Mrd EUR, der Zinssatz für bestehende täglich fällige Einlagen bei inländischen Banken betrug im Dezember 2014 0,31 %. Darüber hinaus erhöhten Haushalte ihren Bargeldbestand um 0,8 Mrd EUR auf rund 20 Mrd EUR.
  • Ebenfalls stärker veranlagten Haushalte in Investmentzertifikate. Das Nettokaufvolumen im Jahr 2014 betrug 3,3 Mrd EUR (und machte damit – wie schon 2013 – fast ein Drittel der gesamten Geldvermögensbildung aus). Gekauft wurden vor allem Zertifikate von Renten- und Immobilienfonds sowie Zertifikate von gemischten Fonds. Mit einem Nettoerwerb von 2,3 Mrd EUR inländischer Fonds tragen die Haushalte als wesentlichste Investorengruppe auch zum – gegenüber den Vorjahren  wieder – deutlichen Anstieg der inländischen Fondsbranche bei.
  • Im Jahr 2014 erfolgten Tilgungen von Bankanleihen im Ausmaß von rund 15 Mrd EUR, wovon die Haushalte als wichtige Anlegergruppe ebenfalls betroffen waren. Diese reduzierten ihr Geldvermögen in Bankanleihen in Höhe von 3 Mrd EUR. Verkauft wurden – nach einer längeren Kaufphase – auch erstmals wieder inländische Unternehmensanleihen. Über alle Anleihekategorien hinweg betrachtet, wurden von privaten Investoren insgesamt Wertpapiere um 4,3 Mrd EUR abgegeben.

Neben dem Nettoerwerb von Finanztiteln erhöhte sich das Geldvermögen der Haushalte auch preisbedingt: Im Jahr 2014 stiegen die Marktwerte der Investmentzertifikate und der Anleihen, während die Aktienwerte – insbesondere inländischer Emittenten – zurückgingen. Per saldo erhöhte sich das Portfolio der privaten Wertpapierinvestoren im Jahr 2014 durch Preiseffekte um 1,9 Mrd EUR. Die Ansprüche der Haushalte aus Lebensversicherungen und gegenüber Pensionskassen stiegen um 1,8 Mrd EUR. Das Geldvermögen wuchs im Jahr 2014 preisbedingt insgesamt um 0,8 %. Sonstige nicht-transaktionsbedingte Veränderungen führten zu Veränderung des Geldvermögens um 0,2 %.

Nettoneuinvestitionen und im Wesentlichen per saldo positive Preiseffekte ergaben eine Steigerung des Geldvermögens zum Jahresultimo 2014 um 2,7 % auf 572 Mrd EUR. Dieser Zuwachs liegt unter dem langjährigen Durchschnitt von mehr als 4 % und ist vor dem Hintergrund einer Inflationsrate von 1,5 % zu sehen. Vier von zehn Euro des gesamten Geldvermögens waren Ende 2014 bei inländischen Banken platziert. Das inländische Bankensystem wurde mit knapp 30 % von privaten Haushalten finanziert (das entspricht somit einem ähnlichen Ausmaß wie die Verpflichtungsposition gegenüber ausländischen Investoren).

Dem Geldvermögen der Haushalte standen offene Kredite – vor allem aus Wohnbaufinanzierungen  in Höhe von 166 Mrd EUR gegenüber. Die Nettofinanzposition von 406 Mrd EUR entspricht dem rund Zweifachen des netto verfügbaren Einkommens im Jahr 2014.

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16.04.2015 Kreditinstitute verzeichneten 2014 wieder positives Jahresergebnis Wien,

Kreditinstitute verzeichneten 2014 wieder positives Jahresergebnis

Konsolidierte Ertragslage der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute im Jahr 2014

Im Jahr 2014 erzielten die österreichischen Kreditinstitute wieder ein positives Ergebnis in Höhe von 1,4 Mrd EUR, nachdem das konsolidierte Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen im Jahr 2013 in Höhe von -1,0 Mrd EUR erstmalig negativ ausgefallen war. Die Verbesserung um 2,4 Mrd EUR im Vergleich zum Jahr 2013 liegt einerseits am Wegfall der mittlerweile restrukturierten Hypo Alpe Adria AG1, die im Jahr 2013 noch einen Verlust von 1,9 Mrd EUR gemeldet hatte; andererseits konnte eine Großbank, die im Vorjahr hohe Firmenwertabschreibungen vorgenommen hatte, ihr Ergebnis 2014 deutlich verbessern.

Im Jahr 2014 erzielten die österreichischen Kreditinstitute Betriebserträge (ohne Risikovorsorgen) in Höhe von 28,7 Mrd EUR. Dies entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Jahr 2013 in Höhe von 2,8 %.

Begründen lässt sich dies zum einen mit dem Rückgang des Handelserfolgs2, der sich im Jahr 2014 um 36,1 % auf 1,5 Mrd EUR reduzierte; zum anderen mit der Entwicklung des sonstigen betrieblichen Ergebnisses. Im Jahr 2013 war aus dem sonstigen betrieblichen Bereich noch ein positiver Beitrag in Höhe von 302,0 Mio EUR erzielt worden. Aufgrund geänderter aufsichtsrechtlicher Meldebestimmungen3, wonach im sonstigen betrieblichen Ergebnis im Jahr 2014 keine Erträge und Aufwendungen seitens vollkonsolidierter Industriebeteiligungen mehr enthalten sind, verschlechterte sich dieses im Vergleich zu 2013 auf -716,3 Mio EUR.

Dem entgegen wirkte das Nettozinsergebnis, das im Jahr 2014 verglichen mit dem Jahr 2013 etwas besser ausfiel. Da die Zinserträge einen geringeren Rückgang als die Zinsaufwendungen auswiesen, konnte bei der wichtigsten Ertragskomponente der österreichischen Kreditinstitute eine Steigerung um 3,9 % auf 19,3 Mrd EUR gegenüber dem Jahr 2013 festgestellt werden. Auch das Provisionsgeschäft fiel besser aus: es stieg
um 2,0 % auf 7,7 Mrd EUR an.

Trotz der geringeren Betriebserträge konnten die österreichischen Kreditinstitute ihr konsolidiertes Betriebsergebnis (ohne Risikovorsorge) um 16,8 % auf 9,3 Mrd EUR verbessern. Dies ist zum Teil auf die gegenüber dem Jahr 2013 um 4,9 % auf 16,2 Mrd EUR gesunkenen Verwaltungsaufwendungen zurückzuführen, wobei sich vor allem die Reduktion der Personalaufwendungen um 8,0 % auf 9,5 Mrd EUR auswirkte. Die Sachaufwendungen in Höhe von 6,6 Mrd EUR blieben hingegen nahezu konstant.

Des Weiteren kam es 2014, trotz der Wertminderungen immaterieller Vermögenswerte zweier Großbanken in wesentlicher Höhe, bei den Abschreibungen insgesamt zu einer deutlichen Reduktion in Höhe von 29,6 % auf 3,2 Mrd EUR. Allerdings waren 2013 die Abschreibungen aufgrund einer hohen Sonderbelastung einer weiteren Großbank im Zusammenhang mit der Wertminderung von Firmenwerten geprägt.

Insgesamt erzielten die österreichischen Kreditinstitute nach dem Verlust im Jahr 2013 in Höhe von -1,0 Mrd EUR wieder ein positives konsolidiertes Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen in Höhe von 1,4 Mrd EUR. Dies entspricht einer Verbesserung zum Vorjahr in Höhe von 2,4 Mrd EUR, wobei die im Rahmen des SSM4 direkt von der EZB beaufsichtigten Kreditinstitute in Summe keinen Beitrag zum positiven konsolidierten Jahresergebnis leisteten.

Maßgeblichen Einfluss auf den Anstieg des Betriebsergebnisses und insbesondere des konsolidierten Jahresergebnisses hatte die nun nicht mehr zu berücksichtigende Hypo Alpe Adria AG. Dies wirkte sich vor allem auf die Aufwendungen für Risikovorsorgen aus, die um 11,8 % auf 6,2 Mrd EUR zurückgingen, obwohl zwei Großbanken 2014 aufgrund der Entwicklungen in der Ukraine und Rumänien höhere Risikovorsorgen bilden hatten müssen.

Demgegenüber standen gestiegene Ertragssteuern in Höhe von 1,8 Mrd EUR, die sich auf das Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen belastend auswirkten.

Aufgrund aktueller Entwicklungen seitens der Landes-Hypothekenbanken sind zusätzliche Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der HETA Asset Resolution AG für das Jahr 2014 zu erwarten. Daraus können sich Abweichungen zu den angeführten aufsichtsstatistischen Meldedaten und somit dem genannten Jahresergebnis in Höhe von 1,4 Mrd EUR ergeben. Allerdings geht die OeNB aus heutiger Sicht davon aus, dass das konsolidierte Jahresergebnis der österreichischen Kreditinstitute auch nach Berücksichtigung etwaiger zusätzlicher Wertberichtigungen seitens der Landes-Hypothekenbanken positiv sein wird.

1 Die Hypo Alpe Adria AG firmiert seit 3.11.2014 als Heta Asset Resolution AG; Ende der Konzession zum Betrieb von Bankgeschäften per 30.10.2014; FMA-Bescheid zur Abwicklung der Bank gemäß Bundesgesetz zur Abwicklung und Sanierung von Banken (BaSAG) per 01.03.2015.
2 Handelserfolg = Handelsergebnis + sonstige Bewertungsergebnisse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) + realisierte Gewinne / Verluste aus Finanzgeschäften.
3 Der wesentliche Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge resultiert daraus, dass ab Stichtag 30.09.2014 für die FINREP-Meldung der aufsichtsrechtliche CRR-Konsolidierungskreis (CRR-KI-Gruppe) herangezogen wird.
4 SSM (Single Supervisory Mechanism): Bedeutende Banken werden seit 4. November 2014 direkt von der Europäischen Zentralbank – unter Mitwirkung der nationalen Aufsichtsbehörden - beaufsichtigt.

Weitere statistische Informationen unter http://www.oenb.at/Statistik.html.

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30.03.2015 Neuer Index UDRB löst am 1. April 2015 Sekundärmarktrendite ab Wien,

Neuer Index UDRB löst am 1. April 2015 Sekundärmarktrendite ab

Mit Ende März 2015 stellt die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) die Berechnung und Veröffentlichung der Sekundärmarktrenditen (SMR) ein. Mit 1. April 2015 übernimmt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) die Berechnung und Veröffentlichung des gesetzlichen Nachfolgeindex „Umlaufgewichtete Durchschnittsrendite für Bundesanleihen“ (UDRB). Durch Aktualisierung von Datenbasis und Renditeberechnung wird die OeNB dem Markt ein transparentes, Transaktionsdaten basiertes und repräsentatives Indexprodukt zur Verfügung stellen.

Die bisher von der OeKB berechneten Sekundärmarktrenditen (SMR) sind seit Jahrzehnten weitverbreitete Referenzzinssätze für Spar-, Anlage- und vor allem Kreditprodukte. Sekundärmarktrenditen werden für verschiedene Emittentengruppen veröffentlicht. Im Rahmen der anstehenden Änderung des regulatorischen Umfelds (Einführung einer EU-weiten Verordnung zu Benchmarkindizes) stellt die OeKB die Berechnung der SMR per
31. März 2015 ein. Ab April 2015 berechnet und veröffentlicht die OeNB die „Umlaufgewichtete Durchschnittsrendite für Bundesanleihen“ (UDRB), welche an die Stelle der SMR tritt.

UDRB statt SMR in Alt- und Neuverträgen
Ab April 2015 abgeschlossene Verträge können sich nicht mehr auf die SMR als Referenzzinssatz beziehen. Bei bestehenden, bis Ende März 2015 abgeschlossen Verträgen, die sich auf SMR-Indizes als Referenzzinssatz beziehen, ist die SMR durch die UDRB zu ersetzen – sofern die Vertragsparteien nichts Abweichendes vereinbart haben oder vereinbaren. Eine Ausnahme stellt die „SMR Inländische Banken“ dar, die noch bis Ende Juni dieses Jahres von der OeKB bereitgestellt wird. Die Nachfolge für „SMR Inländische Banken“ ist nicht gesetzlich geregelt, weshalb es hierzu individueller Lösungen der Vertragsparteien bedarf.

Der gesetzliche Übergang von SMR auf UDRB ist im „Bundesgesetz betreffend die Ermittlung der Umlaufgewichteten Durchschnittsrendite für Bundesanleihen“ (UDRBG) geregelt. Gemäß UDRBG werden die „SMR Bund“, „SMR Emittenten Gesamt“, „SMR Inländische Emittenten“ und die „SMR Inländische Nichtbanken“ auf die UDRB übergeleitet.

Die Veröffentlichung der UDRB-Tageswerte der Vorwoche erfolgt jeweils am Freitag der Folgewoche auf der Website der OeNB – erstmals am
10. April 2015. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.oenb.at/Statistik/Standardisierte-Tabellen/zinssaetze-und-wechselkurse/renditen-oesterreichischer-bundesanleihen.html

Hintergrundinformation Methodik UDRB-Berechnung
Die „Umlaufgewichtete Durchschnittsrendite für Bundesanleihen“ (UDRB) gibt gemäß UDRBG die durchschnittliche Rendite der im Umlauf befindlichen nach österreichischem Recht begebenen Euro-Bundesanleihen der Republik Österreich mit einer fixen Verzinsung und einer Restlaufzeit von über einem Jahr wieder.
Die UDRB beruht auf einer breiteren Datenbasis als die SMR: In die SMR Bund wurden nur Transaktionen mit österreichischen Bundesanleihen an der Wiener Börse einbezogen. Aufgrund der geringen Handelsaktivität von österreichischen Bundesanleihen an der Wiener Börse flossen daher zum Teil veraltete Kurse in die SMR-Berechnung ein. Die UDRB basiert hingegen auf EU-weiten börslichen und außerbörslichen Transaktionsdaten. Die FMA stellt der OeNB dieses umfangreiche Set an Meldedaten anonymisiert zur Verfügung.
Die UDRB wird mittels marktüblicher Renditenberechnung („yield to maturity“) ermittelt. Aufgrund ihrer umfangreichen Datenbasis, hohen Datenqualität und verlässlichen Methodik ist die UDRB ein repräsentativer Indikator für die Rendite österreichischer Bundesanleihen.

Weitere Informationen zur Methodik: http://www.oenb.at/Statistik/Standardisierte-Tabellen/zinssaetze-und-wechselkurse/renditen-oesterreichischer-bundesanleihen/udrb-informationen-zur-methodik.html

 

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25.03.2015 Tiefststände bei Zinssätzen beleben die Kreditnachfrage Wien,

Tiefststände bei Zinssätzen beleben die Kreditnachfrage

OeNB-Pressekonferenz zu Krediten, Einlagen und Zinssätzen der österreichischen Finanzinstitute

Die niedrigen EZB-Leitzinssätze bescherten Österreich im Jahr 2014 neue Tiefststände bei Kreditzinssätzen, die nach wie vor deutlich unter jenen des Euroraums lagen. Dadurch konnte das Kreditwachstum von Unternehmen und privaten Haushalten stimuliert werden. Andererseits erreichten auch die Zinssätze für Einlagen einen Tiefstwert. Das hatte zwar eine Auswirkung auf die Struktur der Einlagen, änderte aber nichts an deren positiver Wachstumsrate.

Dr. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), präsentierte am 25. März 2015 die Entwicklung von Krediten und Einlagen in der aktuell herrschenden Niedrigzinsphase. Wie er einleitend betonte, zeigten die
EZB-Leitzinssatzsenkungen der letzten drei Jahre ihre Wirkung. Nachdem der Referenzzinssatz im Juni 2014 auf 0,15 % bzw. im September 2014 auf 0,05 % heruntergesetzt wurde, fielen die Geldmarktzinssätze und in weiterer Folge die Kundenzinssätze auf neue Tiefststände. Der durchschnittliche Zinssatz neu vergebener Kredite an Unternehmen und private Haushalte lag im Jänner 2015 bei 1,85 %, jener für Einlagen bei 0,39 %, was einem Rückgang um 34 bzw. 33 Basispunkte im Vergleich zum Vorjahr entsprach.

Betrachtet man die Entwicklung der Zinssätze nach volkswirtschaftlichen Sektoren so zeigt sich, dass österreichische private Haushalte und Unternehmen weiterhin einen Zinsvorteil gegenüber dem Euroraum-Durchschnitt aufwiesen. Dieser ist jedoch im Jahresvergleich geringer geworden, da die Kreditzinssätze im Euroraum-Durchschnitt stärker als in Österreich zurückgegangen sind, so Turner. Der Zinsvorteil privater Haushalte lag im Jänner 2015 bei 70 Basispunkten (Jänner 2014: 99 Basispunkte), jener von Unternehmen wies 39 Basispunkte auf (Jänner 2014: 66 Basispunkte).

Gestützt von den niedrigen Zinssätzen und gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (Targeted Longer-Term Refinancing Operations, TLTROs) erholte sich das Jahreswachstum von Unternehmenskrediten. „Das Jahreswachstum lag im Jänner 2015 bei 1,5 % und wies damit den höchsten Wert seit März 2013 auf“, erklärte Turner. Im Euroraum lag der entsprechende Wert im Jänner 2015 noch bei -1,2 %, wiewohl der Tiefpunkt im November 2013 mit -3,8 % eindeutig überwunden wurde. Das Kreditvolumen inländischer privater Haushalte entwickelte sich in Österreich weiterhin sehr stabil und erreichte im Jänner 2015 ein Jahreswachstum von ebenfalls 1,5 %. Dieser Wert war weiterhin ausschließlich von Wohnbaukrediten getrieben, deren Jahreswachstum mit 3,2 % zum bereits zehnten Mal in Folge über der 3 %-Marke lag. Im Euroraum insgesamt lag das Jahreswachstum der Kredite an private Haushalte im Jänner 2015 hingegen mit -0,2 % noch im negativen Bereich.

Trotz niedriger Einlagenzinssätze verzeichneten private Haushalte weiterhin ein konstant positives Einlagenwachstum (Jahreswachstum von 2,2 % bzw. 4,9 Mrd EUR), was ausschließlich auf den Anstieg bei täglich fälligen Einlagen zurückzuführen war. Ein Grund dafür ist der Umstand, dass für gebundene Einlagen keine höheren Zinssätze mehr zu lukrieren waren. So lag der Zinsunterschied im Jänner 2015 zwischen täglich fälligen Einlagen (0,30 %) und neu vergebenen Einlagen mit Bindungsfrist bis ein Jahr (0,43 %) nur noch bei 13 Basispunkten. Zusätzlich erlaubt dies den privaten Haushalten, flexibel auf Änderungen der Veranlagungschancen zu reagieren.

Das Interesse von privaten Haushalten an Investmentfonds war 2014 ungebrochen und stieg in der zweiten Jahreshälfte noch stark an. Nachdem bereits im Jahr 2013 netto 2,6 Mrd EUR in Investmentzertifikate flossen, haben private Haushalte im Jahr 2014 mit netto 3,3 Mrd EUR noch mehr investiert. Veranlagungen in festverzinsliche Wertpapiere haben im Rahmen des Niedrigzinsumfeldes hingegen an Attraktivität verloren und wurden im Ausmaß von netto 4,3 Mrd EUR abgebaut.

 

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19.12.2014 Weiterhin verhaltene Kreditdynamik in Österreich 13. Kreditbericht der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) Wien,

Weiterhin verhaltene Kreditdynamik in Österreich

13. Kreditbericht der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB)

Das Wachstum des von österreichischen Banken an heimische nicht-finanzielle Unternehmen vergebenen Kreditvolumens hat sich – nach einem Rückgang in der Zeit von 2012 bis Mitte 2014 – seit Juni dieses Jahres wieder kontinuierlich erholt. Im Oktober 2014 kam die Jahreswachstumsrate der Unternehmenskredite schließlich bei 1,1 % zu liegen. Damit befindet sich das Wachstum der Unternehmenskredite derzeit in etwa auf demselben Niveau wie vor einem Jahr. Weit schlechter stellt sich hingegen die Lage im Euroraum-Durchschnitt dar, für den die Veränderungsrate der Unternehmenskredite bereits seit mehr als 2 Jahren negativ ist und im Oktober 2014 bei -1,8 % lag.

Nach Wirtschaftssektoren betrachtet zeigt sich in Österreich in der Warenerzeugung sowie im Groß- und Einzelhandel ein bereits länger anhaltender Rückgang der Kreditvergabe. In den Sektoren Beherbergung und Gastronomie sowie Verkehr und Lagerei ist die Kreditdynamik erst in den letzten beiden Monaten negativ, während die anderen volkswirtschaftlich bedeutenden Sektoren durchwegs Zuwächse bei der Kreditvergabe aufweisen.

Das Wachstum der Kredite österreichischer Banken an private Haushalte ist bereits seit Mai des Vorjahres tendenziell angestiegen. Der höchste Wert der Wachstumsrate im laufenden Jahr wurde im August mit 1,6 % registriert, danach ging sie bis Oktober leicht auf 1,3 % zurück. Ebenso wie bei den Unternehmenskrediten liegt Österreich damit deutlich über dem Euroraum, wo im Oktober die Haushaltskredite um –0,4 % im Jahresabstand rückläufig waren.

Anleihenfinanzierung österreichsicher Unternehmen rückläufig

Die Finanzierung österreichischer Unternehmen über Anleihen hat sich seit dem ersten Quartal des Vorjahres deutlich reduziert. In dieser Zeit ging die Jahreswachstumsrate der Netto-Anleiheemissionen von 11 % im März 2013 auf nunmehr –0,6 % im Oktober 2014 zurück. Im Gegensatz dazu hat die Finanzierung der österreichischen Unternehmen über Aktienemissionen seit März dieses Jahres wieder zugenommen. So kletterte die Jahreswachstumsrate der Netto-Aktienemissionen ausgehend von leicht negativen Werten zu Jahresbeginn auf nunmehr 3,0 % im Oktober 2014. Zusätzlich finanzieren sich österreichische Unternehmen auch über Kredite aus dem Ausland und über konzerninterne Finanzierungsströme. In der ersten Jahreshälfte 2014 trugen die Netto-Kreditaufnahmen bei ausländischen Banken insgesamt rund 800 Mio. EUR zur Finanzierung der österreichischen Unternehmen bei (im ersten Halbjahr 2013 waren es rund 100 Mio. EUR), die konzerninternen Finanzierungen (aus dem In- und Ausland) hingegen nur rund 340 Mio. EUR.

Zinssätze im Kundengeschäft historisch niedrig

Die durchschnittlichen Zinssätze im Kundengeschäft sind sowohl bei Unternehmenskrediten als auch bei Haushaltskrediten im Lauf des Jahres 2012 parallel zu den Leitzinsen gesunken und haben sich in der Folge auf historisch niedrigem Niveau stabilisiert. Bei den Unternehmenskrediten zeigt sich erst in den letzten Monaten ein weiterer leichter Rückgang der Kundenzinsen, der im Zusammenhang mit weiteren Leitzinssenkungen im heurigen Jahr stehen dürfte. So ging das Zinsniveau bei den neu vergebenen Unternehmenskrediten mit einer Zinsbindungsfrist von bis zu einem Jahr und einer Höhe über 1 Mio. EUR von 1,8 % im Juli auf nunmehr 1,5 % im Oktober zurück, bei jenen mit einem Volumen von unter 1 Mio. EUR von 2,3 % auf 2,1 %. Bei den Kundenzinsen für Haushaltskredite ist ein unterschiedlicher Verlauf je Verwendungszweck zu beobachten. Während die Zinsen von neuen Konsumkrediten seit Jahresbeginn 2013 tendenziell angestiegen sind, stagnierten sie bei neuen Wohnbaukrediten auf einem Niveau von etwas über 2 %.

Vergaberichtlinien der Banken erstmals nach der Krise gelockert

Aktuelle Umfragen bei Unternehmen und Banken legen nahe, dass die schwache Kreditdynamik im bisherigen Verlauf des Jahres 2014 sowohl angebots- als auch nachfrageseitige Gründe hatte. Die befragten KMU berichteten von einer anhaltenden Verschlechterung der Verfügbarkeit von Bankkrediten, wofür sie als Hauptursache die allgemeine Wirtschaftslage nannten. Zudem sollen sich die Banken laut den befragten Unternehmen bei der Gestaltung der Sicherheitenerfordernisse und bei Zusatz- und Nebenvereinbarungen weiterhin restriktiv verhalten haben. Die in der euroraumweiten Umfrage über das Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) befragten Banken hingegen gaben an, die Richtlinien für die Kreditvergabe an KMU im dritten Quartal 2014 erstmals seit über vier Jahren wieder leicht gelockert zu haben. Die in der Vergangenheit erfolgte sukzessive Anhebung der Kreditstandards dürfte jedoch für die Unternehmen nach wie vor restriktiv wirken.

Weitere Ergebnisse zur Kreditentwicklung und zu den Kreditkonditionen in Österreich finden Sie im 13. Kreditbericht der OeNB.

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15.10.2014 Sonderbelastungen beeinträchtigen Erträge der Kreditinstitute Wien,

Sonderbelastungen beeinträchtigen Erträge der Kreditinstitute

Konsolidierte Ertragslage der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute im
1. Halbjahr 2014

Im 1. Halbjahr 2014 fiel das konsolidierte Periodenergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen in Höhe von -0,59 Mrd EUR negativ aus. Der Rückgang um 1,7 Mrd EUR im Vergleich zum 1. Halbjahr 2013 erklärt sich folgendermaßen: Neben den Auswirkungen des anhaltend niedrigen Zinsumfeldes schlugen vor allem hohe Aufwendungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf von Auslandstochterbanken der Hypo Alpe Adria sowie hohe Wertminderungen einer anderen Großbank negativ zu Buche. Positiv wirkten sich hingegen die deutlich zurückgegangenen Risikovorsorgen für das Kreditgeschäft aus. Ohne den Verlust der Hypo Alpe Adria würde das konsolidierte Periodenergebnis der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute einen Wert in Höhe von 1,08 Mrd EUR annehmen.

Im anhaltend niedrigen Zinsumfeld fiel das Nettozinsergebnis im 1. Halbjahr 2014 verglichen mit dem 1. Halbjahr 2013 geringer aus. Da die Zinserträge einen stärkeren Rückgang als die Zinsaufwendungen auswiesen, musste bei der wichtigsten Ertragskomponente eine Verringerung um 2,2% auf 9,14 Mrd EUR gegenüber dem 1. Halbjahr 2013 festgestellt werden. Ebenfalls rückläufig zeigte sich das Provisionsgeschäft, das um 3,6% auf 3,66 Mrd EUR zurückging.

Beim Handelserfolg (d.h. Handelsergebnis, sonstige Bewertungsergebnisse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und realisierte Gewinne aus Finanzgeschäften) war eine leichte Verbesserung im Vergleich zum 1. Halbjahr 2013 zu verzeichnen. In Summe stieg der Handelserfolg im 1. Halbjahr 2014 um rund 5,8% auf 0,85 Mrd EUR. Die Komponenten des Handelserfolgs entwickelten sich jedoch differenziert: Beim Handelsergebnis verzeichneten die Kreditinstitute einen signifikanten Anstieg von 0,17 Mrd EUR auf 0,5 Mrd EUR. Im Gegenzug verringerten sich die realisierten Gewinne aus Finanzgeschäften um 39,1% auf 0,22 Mrd EUR. Zudem lag der Gewinn der sonstigen Bewertungsergebnisse nach IFRS (d.h. Währungsbewertung, Bewertung von Sicherungsbeziehungen und sonstigen Vermögenswerten) mit 0,13 Mrd EUR um 68,9% unter dem Vorjahresvergleichswert.

Aus den eingangs genannten Gründen verringerten sich die Betriebserträge (ohne Risikovorsorgen) damit im Vergleich zum 1. Halbjahr 2013 um 3,1% auf 16,92 Mrd EUR.

Die Verwaltungsaufwendungen, bestehend aus Personal- und Sachaufwendungen, konnten gegenüber dem 1. Halbjahr 2013 um 3,5% auf 8,16 Mrd EUR gesenkt werden. Die Personalaufwendungen lagen mit 4,95 Mrd EUR um 4,3% unter der Vergleichsperiode, die Sachaufwendungen verringerten sich um 2,2% auf 3,21 Mrd EUR.

Im Bereich der Abschreibungen kam es verglichen mit dem 1. Halbjahr 2013 zu einem starken Anstieg von 85,6% auf 1,79 Mrd EUR, da seitens einer Großbank Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte einer ausländischen Tochterbank in maßgeblicher Höhe wertgemindert wurden. Dazu kamen noch hohe Aufwendungen der Hypo Alpe Adria im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Bankennetzwerkes in Südosteuropa und einer italienischen Tochterbank.

Geringere Betriebserträge und die erwähnten Sonderbelastungen ließen das konsolidierte Betriebsergebnis (ohne Risikovorsorge) der Kreditinstitute gegenüber dem 1. Halbjahr 2013 um 42,4% auf 2,85 Mrd EUR sinken. Ohne den Verlust der Hypo Alpe Adria würde das Betriebsergebnis 4,27 Mrd EUR betragen und mit einem Rückgang von 17,1% deutlich besser ausfallen.

Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2013 bildeten die Kreditinstitute in Österreich um knapp 20% weniger Risikovorsorgen für das Kreditgeschäft. Dies ist größtenteils auf starke Rückgänge bei zwei Großbanken zurückzuführen, die in der Vergleichsperiode hohe Vorsorgen getätigt haben. Der Saldo der konsolidierten Kreditrisikovorsorge lag damit bei erfolgsvermindernden 2,60 Mrd EUR.

Zu guter Letzt fielen auch die Ertragssteuern gegenüber dem 1. Halbjahr 2013 mit einem Wert von 0,81 Mrd EUR um 93,3% höher aus. Hauptverantwortlich dafür zeigte sich eine Großbank, die in der Vergleichsperiode positive Einmaleffekte aus der Auflösung von latenten Steuerverbindlichkeiten zu verzeichnen hatte.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Bankensektor sind weitere Belastungen im 2. Halbjahr 2014 nicht auszuschließen.

 

 

 

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26.06.2014 Kreditbericht Wien,

Kreditbericht

Kreditvergabe in Österreich wächst moderat, Vergaberichtlinien der Banken bleiben restriktiv

12. Kreditbericht der Oesterreichischen Nationalbank

Das Wachstum des von österreichischen Banken an nicht-finanzielle Unternehmen vergebenen Kreditvolumens hat sich seit Sommer 2012 mit der Konjunktureintrübung kontinuierlich abgeschwächt und erreichte im März 2014 mit 0,2 % seinen bisherigen Tiefpunkt. Im April 2014 stieg die Jahreswachstumsrate wieder geringfügig auf 0,3 %. Die Entwicklung in Österreich war aber trotz allem noch deutlich positiver als jene des  Euroraum-Durchschnitts, für den die Jahreswachstumsrate von Unternehmenskrediten bereits seit fast zwei Jahren negativ ist und derzeit bei –2,8 % liegt.

Nach Wirtschaftssektoren betrachtet, zeigt sich in den letzten sechs Monaten in den Sektoren Bau, Verkehr, Wohnungswesen, Beherbergung und Energieversorgung ein Zuwachs der Kreditvergabe, während im Handel und in der Sachgütererzeugung die Kreditvergabe rückläufig war.

Das Wachstum der Kredite an die privaten Haushalte war ebenso wie jenes an die Unternehmen seit etwa zweieinhalb Jahren rückläufig, allerdings wurde bei den Haushaltskrediten bereits im Mai des Vorjahres mit einem Wachstum von nahe bei 0 % der bisherige Tiefpunkt erreicht. Seither ist die Wachstumsrate wieder angestiegen und befand sich im April 2014 bei 1,3 %. Die Trendumkehr ist somit bei den Haushaltskrediten erreicht und gut abgesichert.

Die Finanzierung österreichischer Unternehmen über Anleihen wächst seit dem Vorjahr weit weniger dynamisch als davor: So ging die Jahreswachstumsrate der Netto-Anleihemissionen ausgehend von 11 % im März 2013 auf nunmehr 2,5 % im April 2014 zurück. Die Finanzierung der österreichischen Unternehmen über Aktienemissionen stagniert praktisch bereits seit Mitte 2012. Lediglich im April 2014 wurde wieder ein nennenswerter Anstieg der Wachstumsrate der Netto-Aktienemissionen auf 1,4 % registriert. Zusätzlich finanzieren sich inländische Unternehmen auch über Kredite aus dem Ausland und über konzerninterne Finanzierungsströme. Die Netto-Kreditaufnahmen im Ausland waren im Jahr 2013 mit
–1,4 Mrd EUR insgesamt negativ, während die konzerninternen Finanzierungen aus dem Ausland rund 370 Mio EUR zur Finanzierung der österreichischen Unternehmen beitrugen.

Die durchschnittlichen Zinssätze im Kundengeschäft sind sowohl bei Unternehmenskrediten als auch bei Haushaltskrediten im Lauf des Jahres 2012 parallel zu den Leitzinsen gesunken und haben sich in der Folge auf historisch niedrigem Niveau stabilisiert. Seit dem letzten Jahr zeigt sich allerdings trotz der neuerlichen Leitzinssenkungen kein weiterer Rückgang mehr, in manchen Bereichen wurde sogar eine leichte Aufwärtstendenz der Zinsen beobachtet. Die Zinssätze von neu vergebenen Unternehmenskrediten mit einer Zinsbindungsfrist von bis zu einem Jahr und einer Höhe von bis zu 1 Mio EUR weisen seit Beginn dieses Jahres eine leicht steigende Tendenz auf, jene von Krediten über 1 Mio EUR liegen hingegen kaum verändert bei 1,8 %. Bei den Kundenzinsen für Haushaltskredite ist ein unterschiedlicher Verlauf je Verwendungszweck zu beobachten. So sind die Zinsen von neuen Konsumkrediten seit Jahresbeginn 2013 tendenziell angestiegen, während sie bei neuen Wohnbaukrediten auf einem Niveau von etwas über 2 % stagnierten.

Aktuelle Umfragen bei Unternehmen und Banken legen nahe, dass die Abschwächung der Kreditdynamik in den letzten Monaten sowohl angebots- als auch nachfrage-seitige Gründe hatte. Die befragten KMU berichteten von einer weiteren Ver-schlechterung der Verfügbarkeit von Bankkrediten, wofür sie als Hauptursache die allgemeine Wirtschaftslage nannten. Weiters sollen sich die Banken laut den befragten Unternehmen bei der Gestaltung der Sicherheitenerfordernisse und bei Zusatz- und Nebenvereinbarungen anhaltend restriktiv verhalten haben. Gemäß WIFO-Konjunkturtest hat außerdem der Anteil jener Unternehmen, die trotz bestehenden Kreditbedarfs keinen Bankkredit bekommen hatten seit Herbst 2013 deutlich zugenommen. Die bei der euroraumweiten Umfrage über das Kreditgeschäft  (Bank Lending Survey) befragten Banken gaben an, die Richtlinien für die Kreditvergabe an KMU seit Mitte des Jahres 2013 nicht weiter verschärft zu haben. Die in den acht Quartalen zuvor erfolgte Anhebung der Kreditstandards dürfte jedoch für die Unternehmen nach wie vor spürbar sein.

Weitere Ergebnisse zur Kreditentwicklung und zu den Kreditkonditionen in Österreich finden Sie im 12. Kreditbericht der OeNB:

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24.06.2014 Standortqualität ist für Österreichs Wirtschaft entscheidend Wien,

Standortqualität ist für Österreichs Wirtschaft entscheidend

Ergebnisse der Direktinvestitionsbefragung der OeNB zum Jahreswechsel 2012/2013

Österreichische Unternehmen, die unter ausländischer Kontrolle stehen, gewinnen für die inländische Wirtschaft zunehmend an Bedeutung und sind ihrerseits bedeutende Investoren im Ausland. Sie stehen bereits für rund 40 % des im Ausland investierten Kapitals und erwirtschaften mehr als 60 % des bilanziellen Jahresertrags (Bilanzgewinn ohne Vorträge, nach Dotation bzw. Auflösung von Rücklagen) der österreichischen Auslandstöchter. Gleichzeitig beschäftigen sie fast die Hälfte der Arbeitnehmer in ausländischen Tochterunternehmen. Diese Fakten untermauern, dass die Sicherung der Standortqualität für Österreichs künftige Wirtschaftsentwicklung von entscheidender Bedeutung ist. Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen wurde durch die Wirtschaftskrise zwar deutlich gebremst, beschleunigte sich 2012 jedoch wieder spürbar. Umgekehrt hat die Region Mittel- Ost- und Südosteuropa als Ziel österreichischer Auslandsbeteiligungen vorerst an Attraktivität verloren.

„Die Bedeutung der Standortqualität Österreichs für internationale Niederlassungen und regionale Firmenzentralen lässt sich anhand der aktuellen Direktinvestitionsstatistik gut demonstrieren“, eröffnete Dr. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), eine gemeinsame Presseveranstaltung mit der UN Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD) in der OeNB, in deren Rahmen der „World Investment Report 2014“ vorgestellt wurde.

Ein wachsender Teil des Engagements österreichischer Direktinvestoren wird durch ausländische Konzerne mit Sitz in Österreich gesteuert. Für den Jahresbeginn 2013 weist die Statistik der OeNB 1.361 in Österreich ansässige Investoren aus, von denen ein Drittel selbst unter ausländischer Kontrolle steht. Von 5.162 gemeldeten Auslandsbeteiligungen im Wert von 158,5 Mrd EUR sind diesen Unternehmen 1.613 Beteiligungen (31 %) mit einem Marktwert von 60 Mrd EUR (38 %) zuzurechnen. Diese Beteiligungen sind überdurchschnittlich groß, denn von insgesamt 785.000 Beschäftigten im Ausland entfallen 47 % auf Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne, die ihre Auslandsbeteiligungen über österreichische Holding-gesellschaften verwalten.

Noch deutlicher wird die Dominanz dieser internationalen „Brückenköpfe“ angesichts der Ertragssituation: 60 % des gesamten bilanziellen Jahresertrags (nach Dotation bzw. Auflösung von Rücklagen) oder 5,4 Mrd EUR entfielen auf diese Unternehmen. „Insgesamt bestätigt dieses Bild, dass die Sicherung der Standortqualität für die künftige Wirtschaftsentwicklung Österreichs von entscheidender Bedeutung ist“, so Turner.

Das passive Direktinvestitionsgeschehen Österreichs zeigte sich jüngst wieder deutlich lebhafter: Zum Jahresende 2012 erreichte der Beteiligungsstand in Österreich 124,5 Mrd EUR und wuchs daher stärker als es allein durch die Zuflüsse des Jahres 2012 (3 Mrd EUR) zu erwarten gewesen wäre. „Damit scheint eine ausgeprägte Phase der Stagnation, die Österreichs passive Direktinvestitionen während der vergangenen Krisenjahre geprägt hatte, ein Ende zu finden“, erläuterte Turner. Zwischen 2007 und 2011 war der passive Direktinvestitionsbestand lediglich von 110 Mrd EUR auf 118 Mrd EUR gestiegen. Ende 2012 waren 3.069 Ausländer an 2.768 inländischen Unternehmen beteiligt, die – gewichtet nach Kapitalanteil – 252.000 Personen beschäftigten.

Die Wirtschaftskrise hat auch die regionale Struktur der österreichischen Direktinvestitionen im Ausland beeinflusst. Das Zielgebiet Mittel-, Ost- und Südosteuropa hat vorerst an Attraktivität verloren. Beim investierten Kapital ist der Anteil von 50 % auf 42 % gesunken, bei der Auslandsbeschäftigung ging der Anteil von mehr als 70 % auf 65 % zurück. Dennoch kann nicht davon gesprochen werden, dass sich die Investoren aus dieser Region zurückziehen.

Jeweils mehr als zehn zusätzliche Beteiligungen registrierte die OeNB 2012 in Deutschland, Polen, Rumänien, Bulgarien und China, während die Anzahl der Auslandstöchter in Tschechien, der Slowakei und Mazedonien gesunken ist.

Eine Zunahme der Beschäftigung konnte im Vereinigten Königreich, Polen und der Tschechischen Republik (je +5.000), in den Vereinigten Staaten (+3.000) und der Türkei (+2.000) verzeichnet werden.

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20.05.2014 Dienstleistungserfolge beflügeln Außenwirtschaft Wien,

Dienstleistungserfolge beflügeln Außenwirtschaft

Aktuelle Entwicklungen der österreichischen Zahlungsbilanz

Mit 8,5 Mrd EUR bzw. 2,7 % des BIP übertraf Österreichs Leistungsbilanzüberschuss im Jahr 2013 das gute Vorjahresergebnis (7,3 Mrd EUR) nochmals deutlich. Die Herausforderungen des global ungünstigen Wirtschaftsumfelds wurden bislang vergleichsweise gut bewältigt. Es wird jedoch in Zukunft von zentraler Bedeutung sein, dass Österreich durch attraktive Rahmenbedingungen seine hohe Wettbewerbsfähigkeit und makroökonomische Stabilität aufrechterhält. Die heimischen Dienstleistungsexporte – insbesondere jene mit hohem Technologieanteil – waren 2013 so erfolgreich wie nie zuvor. Auch die Tourismuswirtschaft feierte mit Nettoeinnahmen von 7,5 Mrd EUR das einträglichste Jahr ihrer Geschichte. Gleichzeitig hat sich das Güterdefizit im Jahr 2013 infolge rückläufiger Importe halbiert. Österreichs Kapitalverkehr leidet dagegen weiterhin unter den Nachwirkungen der Finanzkrise. Zentral-, Ost- und Südosteuropa hat als Anlageregion bei österreichischen Direktinvestoren vorerst deutlich an Attraktivität verloren.

„Österreich erzielte 2013 mit knapp 8,5 Mrd EUR bzw. 2,7 % des BIP erneut einen deutlichen Leistungsbilanzüberschuss“, erklärte Vize-Gouverneur Mag. Andreas Ittner anlässlich einer Pressekonferenz in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). „Dennoch ist darauf zu achten, dass Österreich seine gute Wettbewerbsposition auch langfristig sichert“, so Vize-Gouverneur Ittner weiter. Österreichs Leistungsbilanzentwicklung, die seit rund zehn Jahren Überschüsse zeigt, verläuft innerhalb der Richtwerte der EU-Kommission. Diese hat Österreich im Rahmen einer regelmäßigen Überprüfung erst kürzlich wieder als makroökonomisch stabil beurteilt.

Österreichs Dienstleistungsverkehr (einschließlich Tourismus) erreichte mit +15,4 Mrd EUR den höchsten bislang gemessenen Überschuss. Kommerzielle Dienstleister – vor allem das Ingenieurswesen, die EDV-Branche, die Forschung und Entwicklung sowie der Handel – haben die bisherigen Höchstwerte des Jahres 2008 inzwischen übertroffen. „Bemerkenswert ist, dass die Industrie längst nicht mehr nur Waren, sondern auch Dienstleistungen exportiert“, erläuterte Dr. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik. So entfallen bereits 16 % der Dienstleistungsexporte (rund 5,5 Mrd von insgesamt 34 Mrd EUR im Jahr 2013) auf die Industrie.

„Knapp die Hälfte der Dienstleistungsexporte entfällt allerdings auf auslandskontrollierte Unternehmen, was für die Standortfrage naturgemäß von besonderer Bedeutung ist“, betonte Vize-Gouverneur Ittner.

Dem heimischen Tourismus brachte das Jahr 2013 gleich mehrere Rekorde: Ausländische Touristen haben mehr als 15 Mrd EUR in Österreich ausgegeben. Das sind die höchsten jemals erzielten Einnahmen. Angesichts leicht rückläufiger Ausgaben der Österreicher für Auslandsreisen stieg der Überschuss aus der Reiseverkehrsbilanz auf 7,5 Mrd EUR, ebenfalls ein noch nie dagewesener Wert. Mit beinahe 25 Mio Ankünften von Ausländern konnte somit zum vierten Mal in Folge ein Rekordergebnis erzielt werden.

Die Bilanz der Einkommensströme zeigt 2013 zwar ein kleines Minus, ein positiver Trend ist jedoch unübersehbar. „Die anhaltenden Überschüsse im Dienstleistungshandel reduzieren laufend die Auslandsverschuldung und entlasten damit die Einkommensbilanz“, erklärte Turner.

Das Handelsdefizit hat sich auf 3,8 Mrd EUR halbiert. Der Güterhandel konnte sich der weltweiten Wachstumsschwäche nicht entziehen. Die Exporte haben sich nur schwach entwickelt, die Importe sind zurückgegangen. Wichtige Wachstumsimpulse kamen 2013 sowohl aus Russland als auch aus den Erdöl exportierenden Staaten des Nahen Ostens.

Der grenzüberschreitende Kapitalverkehr Österreichs zeigt nach wie vor bei Weitem nicht jene Dynamik wie vor Ausbruch der Finanzkrise. Im Vergleich zum Vorjahr ist jedoch teilweise eine gewisse Belebung auf geringem Niveau erkennbar. Österreichs Nettoveranlagungen waren 2013 immerhin deutlich im Plus: Direktinvestoren veranlagten 10,5 Mrd EUR im Ausland, Wertpapierveranlagungen beliefen sich auf 2,4 Mrd EUR. Kredit- und Einlagenforderungen wurden dagegen per saldo um 4 Mrd EUR abgebaut. Ausländische Investoren zogen 2013 in Summe mit 0,1 Mrd EUR deutlich weniger Kapital aus Österreich ab als noch 2012 (-6,3 Mrd EUR).

Eingebrochen sind im Jahr 2013 hingegen die österreichischen Direktinvestitionen in Zentral-, Ost- und Südosteuropa. Das Investitionsvolumen von 1,5 Mrd EUR war das Geringste seit dem Jahr 1999. Nur noch Kroatien, die Tschechische Republik und die Republik Serbien befanden sich unter den zehn beliebtesten Investitionsländern. Mehr als 80 % der Investitionen des Jahres 2013 flossen in die Niederlande, nach Deutschland und Norwegen.

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29.04.2014 Einmaleffekte führten zu Rückgang des Bankengewinns Wien,

Einmaleffekte führten zu Rückgang des Bankengewinns

Konsolidierte Ertragslage der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute im Jahr 2013

Das konsolidierte Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen der österreichischen Kreditinstitute fiel im Jahr 2013 mit -1,04 Mrd EUR negativ aus. Der Rückgang um 4 Mrd EUR hat eine Reihe von Gründen: Zum einen ist das operative Geschäft von der Niedrigzinsphase geprägt. Zum anderen schlagen sich der Verlust der Hypo Alpe Adria und die hohen Firmenwertabschreibungen einer Großbank zu Buche. Im Jahr 2012 hatten zudem noch Sondereffekte aus dem Rückkauf von Ergänzungs- und Hybridkapital das Jahresergebnis positiv beeinflusst. Erfreulich ist aber, dass sich im Vorfeld des Stresstests vor dem Start der Bankenunion die Eigenmittelsituation der Banken weiter verbesserte. Die Kernkapitalquote stieg seit 2008 von 7,7 % auf 11,9 %.

Im Jahr 2013 setzte sich der Trend eines sinkenden Nettozinsergebnisses fort. Da die Zinserträge stärker sanken als die Zinsaufwendungen, musste bei der wichtigsten Ertragskomponente eine Verringerung um 3,4 % auf 18,60 Mrd EUR festgestellt werden. Das Provisionsgeschäft wuchs vor dem Hintergrund eines sich verbessernden Marktumfeldes und damit steigenden Transaktionen im Wertpapierhandel um 4,5 % auf 7,59 Mrd EUR.

Beim Handelserfolg (d.h. Handelsergebnis, sonstige Bewertungsergebnisse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und realisierte Gewinne aus Finanzgeschäften) war ein deutlicher Rückgang zum Ergebnis 2012 zu verzeichnen. 2012 wurde dieses Ergebnis durch einmalige Sondereffekte zur Stärkung der Eigenmittel (u.a. Rückkäufe von Ergänzungs- und Hybridkapital) sowie durch Bewertungsgewinne maßgeblich verbessert. In Summe sank der Handelserfolg 2013 um rund 28,0 % auf 2,34 Mrd EUR. Die Komponenten des Handelserfolgs entwickelten sich unterschiedlich: Im Vergleich zum Jahresende 2012 verzeichneten die Kreditinstitute zum 31.12.2013 mit 0,67 Mrd EUR ein deutlich geringeres Handelsergebnis, was einem markanten Rückgang von 41,0 % entsprach. Die realisierten Gewinne aus Finanzgeschäften fielen deutlich niedriger als im Vorjahr aus und sanken um ein Drittel auf 0,93 Mrd EUR. Der Gewinn der sonstigen Bewertungsergebnisse nach IFRS (d.h. Währungsbewertung, Bewertung von Sicherungsbeziehungen und sonstigen Vermögenswerten) allerdings lag mit 0,74 Mrd EUR um 12,3 % über dem Wert des Jahres 2012.

In Summe verringerten sich die Betriebserträge (ohne Risikovorsorgen) damit im Vergleich zum Jahresende 2012 um 6,4 % auf 35,27 Mrd EUR.

Die Verwaltungsaufwendungen, bestehend aus Personal- und Sachaufwendungen, erhöhten sich um 1,2 % auf 17,01 Mrd EUR. Die Personalaufwendungen lagen nahezu unverändert auf dem Wert des Jahres 2012 bei 10,38 Mrd EUR. Die Sachaufwendungen stiegen um 3,4 % auf 6,63 Mrd EUR.

Durch hohe Abschreibungen eines Teils des Firmenwertes (Goodwill) der ausländischen Tochterbanken einer Großbank, kam es im Bereich der Abschreibungen zu einer deutlichen Steigerung um 68,5 % auf 4,53 Mrd EUR, die sich unmittelbar erfolgsvermindernd auswirkte. Auf die regulatorische Kapitalquote haben diese Abschreibungen allerdings keine negativen Auswirkungen. Schlussendlich belastete auch der Verlust der Hypo Alpe Adria das konsolidierte Gesamtergebnis für Österreich.

Durch den Rückgang der Erträge, den Anstieg der Verwaltungsaufwendungen und die hohen Abschreibungen der Firmenwerte von Tochterbanken verringerte sich das konsolidierte Betriebsergebnis (ohne Risikovorsorge) der Kreditinstitute, verglichen mit dem 31.12.2012, um 34,2 % und betrug 7,95 Mrd EUR.

Im Vergleich zum Jahr 2012 bildeten die Kreditinstitute in Österreich wieder mehr Risikovorsorgen für das Kreditgeschäft. Der Saldo der konsolidierten Kreditrisikovorsorge stieg um 0,61 Mrd EUR und lag bei erfolgsvermindernden 7,00 Mrd EUR.

Weitere statistische Informationen finden Sie unter www.oenb.at im Bereich „Statistik“.

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24.04.2014 Selektive Finanzplanung der Haushalte im Jahr 2013 Wien,

Selektive Finanzplanung der Haushalte im Jahr 2013

Geldvermögen der Haushalte stieg um 1,4 % auf fast 500 Mrd EUR

Private Haushalte hatten 2012 noch 10,4 Mrd EUR, 2013 jedoch nur mehr 6,9 Mrd EUR in Finanzanlagen investiert.  Der Großteil davon wurde auf Gehalts- und Pensionskonten belassen, in täglich fällige Einlagen transferiert bzw. in Investmentzertifikate investiert. Daneben bleiben private Vorsorgemodelle wie Lebensversicherungen wichtige Investitionsformen. Das Geldvermögen erreichte zum Jahresende 2013 fast die 500-Mrd-EUR-Grenze.

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte verringerte sich im Jahr 2013 real um 1,1 %. Die Sparquote sank von 7,4 % im Jahr 2012 auf 6,6 % im Vorjahr, wodurch der Inlandskonsum unterstützt wurde. Während die realwirtschaftlichen Investitionen in Relation zum verfügbaren Einkommen 2013 gegenüber 2012 stabil geblieben sind, gingen die finanziellen Investitionen sowohl in Relation zum verfügbaren Einkommen als auch in absoluten Beträgen zurück. Gemäß den aktuellen Daten der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung veranlagten die privaten Haushalte – im Jahr 2012 noch 10,4 Mrd EUR, – 2013 aber nur mehr 6,9 Mrd EUR in Geldanlagen. Die niedrigen Zinssätze, eine sehr flache Zinsstrukturkurve und teilweise auch Liquiditätspräferenzen veranlassten die Haushalte, höhere Einkommensteile auf ihren Gehalts- und Pensionskonten zu belassen bzw. mehr Bargeld zu halten: Die Bargeldbestände wuchsen im Jahr 2013 um 0,6 Mrd EUR auf 19,8 Mrd EUR,  die Bestände auf den Gehalts- und Pensionskonten stiegen um 2,3 Mrd EUR auf 22,3 Mrd EUR an. Daneben tätigten die Haushalte Umschichtungen von gebundenen Einlagen auf täglich fällige Gelder in der Größenordnung von 5,3 Mrd EUR. Per saldo stieg der gesamte Bargeld- und Einlagenbestand privater Haushalte transaktionsbedingt um 3 Mrd EUR  (gegenüber 4,4 Mrd EUR im Jahr 2012), das entspricht fast der Hälfte (43 %) der gesamten Geldvermögensbildung im abgelaufenen Jahr. Österreichische Haushalte hatten somit 234 Mrd EUR oder 47 % des gesamten Finanzvermögens in Bargeld und Einlagen investiert. Davon entfielen 143,8 Mrd EUR auf Spareinlagen bei inländischen Banken.

Haushalte mit längerfristigen Spar- und Vorsorgeüberlegungen veranlagten wieder verstärkt in in- und ausländische Investmentzertifikate. Die Nettokäufe in Höhe von 2,5 Mrd EUR im Jahr 2013 fielen dreimal so hoch aus wie im Jahr 2012 und konzentrierten sich auf Immobilien- und Rentenfonds. Die Lebensversicherungsansprüche sowie die Ansprüche aus kapitalgedeckten Pensionsansprüchen, die primär gegenüber inländischen Pensionskassen bestanden, erhöhten sich im Jahr 2013 um 2 Mrd EUR und entsprachen damit weitgehend den Zuwächsen des Jahres 2012. Veranlagungsmotive waren sowohl Spargedanken und private Pensionsvorsorge­überlegungen als auch die Dotierung von Tilgungsträgern endfälliger Kredite. Die aus Lebensversicherungs- und Pensionsansprüchen gebildeten Rückstellungen in Höhe von 89,3 Mrd EUR zum Ultimo 2013 hatten somit einen Anteil von knapp weniger als einem Fünftel am gesamten Finanzvermögen.
Trotz der insgesamt im Vergleich zum Vorjahr geringeren Neuinvestitionen stieg das gesamte Finanzvermögen der Haushalte zu Jahresende 2013 nominell um 1,4 % auf 498 Mrd EUR, was einem leichten realen Rückgang von etwa 0,8 % entspricht.

0,5% Kreditwachstum  nur durch Wohnbaukredite getragen

Private Haushalte verschuldeten sich im Jahr 2013 in Höhe von 1,3 Mrd EUR. Das bedeutet - ungeachtet der attraktiven Kreditzinssätze von Banken im Neugeschäft – eine weiterhin nur sehr moderate Neuverschuldung mit einem Wachstum von 0,5 %. Selbst diese verhaltene Kreditnachfrage wurde nur durch Wohnbaukredite getragen, die – nach Abzug von Tilgungen – per saldo um 2,2 Mrd EUR stiegen. Die Effektivzinssätze für Wohnbaukredite im Neugeschäft gingen von 3,21 % im Jahr 2012 auf 2,84 % im Jahr 2013 zurück. Hingegen nahmen Haushalte netto Tilgungen von Konsumkrediten und sonstigen Krediten (dazu zählen auch Investitionskredite von selbständig Erwerbstätigen) in Höhe von 1 Mrd EUR vor.
Die Gesamtverbindlichkeiten der Haushalte lagen mit 165 Mrd EUR zum Ultimo 2013 auf dem gleichen Niveau wie Ende 2012. Der größte Teil entfiel auf Wohnbaukredite mit einem Aushaftungsstand von 112,6 Mrd EUR.

 

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03.04.2014 Kreditzinsen bleiben in Österreich auf historischen Tiefstständen OeNB-Pressekonferenz zum Kredit- und Einlagengeschäft Wien,

Kreditzinsen bleiben in Österreich auf historischen Tiefstständen

OeNB-Pressekonferenz zum Kredit- und Einlagengeschäft

Ein niedriges Zinsumfeld und eine schwache Konjunktur bescheren Österreich nach wie vor niedrige Kreditzinsen. Österreichische Unternehmen und private Haushalte können sich deutlich günstiger verschulden als jene anderer Euroraumländer. Allerdings sind auch die Zinsen für Einlagen auf historischen Tiefstständen.  

Im Rahmen einer Pressekonferenz der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) präsentierte Dr. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik, aktuelle Entwicklungen von Krediten und Einlagen in der Niedrigzinsphase. Turner skizzierte dabei einleitend das wirtschaftliche Umfeld im Jahr 2013, das durch ein schwaches Wirtschaftswachstum (+0,4 %) und zurückgehende Bruttoanlageinvestitionen (–0,7 %) gekennzeichnet war. Diese Rahmenbedingungen zogen ein relativ mäßiges Wachstum österreichischer Unternehmenskredite nach sich, welches aber mit 0,5 % noch immer deutlich über dem Durchschnitt des Euroraums von -3,0 % lag. „Das mäßige Kreditwachstum dürfte in Österreich vorrangig nachfrageseitige Gründe haben“, erläuterte Turner und machte auf die nach wie vor extrem hohen Einlagenstände der Unternehmen aufmerksam.

Kreditzinsen auf historischen Tiefstständen

Die Kreditzinssätze lagen jedenfalls weiterhin auf historischen Tiefstständen. Bei Krediten an Klein- und Mittelbetriebe fiel der Zinsvorteil Österreichs besonders hoch aus. Sowohl Kredite bis eine Million Euro als auch Kredite an selbstständig Erwerbstätige waren im Dezember 2013 mit 2,33 % bzw. 2,69 % deutlich geringer als im Euroraum-Durchschnitt (3,75 % bzw. 3,17 %) verzinst. Trotz der günstigen Konditionen wuchsen die Unternehmenskredite nur um ein halbes Prozent, weil die Unternehmen zum einen weniger Investitionen tätigen und zum anderen generell über hohe Reserven verfügen. Das kumulierte Kreditwachstum kam daher ausschließlich von längerfristigen Krediten (vorrangig Investitionskrediten), während kurzfristige Finanzierungen zurückgingen. „Insgesamt kann man sagen, dass die Konditionen für Unternehmen zur Finanzierung von Wachstum noch nie so günstig waren“, sagte Turner. Bei den privaten Haushalten wurde das Kreditwachstum 2013 ausschließlich von den Wohnbaukrediten (+2,4 %) getrieben, während Konsumkredite rückläufig waren.
Wie fast überall im Euroraum erreichten die Einlagenzinssätze 2013 auch in Österreich historische Tiefststände. Im Jahresverlauf 2013 ging der Zinssatz für neu vergebene Einlagen an private Haushalte in Österreich um 17 Basispunkte auf 0,87 % zurück. Aktionen bei Bausparprodukten führten dazu, dass sich die langfristigen Einlagenzinssätze (Bindungsfrist über 2 Jahre) im Jahresvergleich – gegen den Trend – geringfügig erhöhten (+5 Basispunkte auf 1,74 %).
Trotz der geringen Zinssätze gab es bei Einlagen privater Haushalte 2013 ein positives Wachstum zu verzeichnen. Für diese Entwicklung war der starke Zuwachs der täglich fälligen Einlagen verantwortlich. „Unmittelbar verfügbare Mittel erlauben es den privaten Haushalten flexibel auf Änderungen der Veranlagungschancen zu reagieren“  begründete Turner diese Entwicklung.
Eine weitere Folge des niedrigen Zinsniveaus war auch eine nach wie vor niedrige Zinsspanne im Neugeschäft der Banken mit Krediten und Einlagen. Wenngleich diese 2013 in Österreich geringfügig (um 13 Basispunkte auf 1,37 Prozentpunkte) stieg, so lag sie weiterhin an der Untergrenze im Euroraum. Dies führte unter anderem dazu, dass Banken bei der Suche nach höheren Erträgen verstärkt in etwas höher verzinste Staatsanleihen, wie z. B. die Belgiens und Frankreichs, veranlagten. Eine entsprechende Entwicklung war auch bei Versicherungsunternehmen zu beobachten.
Die privaten Haushalte reagierten auf das niedrige Zinsniveau ebenfalls mit der Suche nach höheren Erträgen und veranlagten wieder vermehrt in  Investmentzertifikate. Die Nettokäufe von in- und ausländischen Investmentzertifikaten der privaten Haushalte beliefen sich im Jahr 2013 auf 3,1 Mrd EUR, was eine Verdreifachung gegenüber 2012 bedeutet.

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23.10.2014 Dienstleistungsexporte halten Österreichs Leistungsbilanz im Plus Wien,

Dienstleistungsexporte halten Österreichs Leistungsbilanz im Plus

Österreichs Leistungsbilanz wies im ersten Halbjahr 2014 mit 0,3 Mrd EUR einen geringen Überschuss aus, der de facto als ein ausgeglichenes Ergebnis interpretiert werden kann. Damit griff die schwache Welthandelsdynamik deutlich auf die heimische Wirtschaft über. Neben dem zunehmenden Defizit aus dem Güterhandel blieb auch der Überschuss aus dem Dienstleistungsverkehr hinter dem Vorjahresergebnis zurück. In Summe ergaben sich im ersten Halbjahr 2014 per Saldo Einkommensabflüsse in Höhe von rund 4 Mrd EUR.

Österreichs Leistungsbilanz erreichte im ersten Halbjahr 2014 einen Überschuss von 0,3 Mrd EUR (1.Halbjahr 2013: 2,5 Mrd EUR), was in Anbetracht des Umfangs der Außenwirtschaftsströme als ausgeglichenes Ergebnis zu interpretieren ist. Der Welthandel ist im Verlauf des Jahres 2014 hinter den Erwartungen zurückgeblieben und bremste damit Österreichs Exportdynamik. Das Defizit aus dem Güterhandel stieg auf -1,6 Mrd EUR (1.Halbjahr 2013: -0,3 Mrd EUR). Zwar kehrte sich die Exportentwicklung laut Zahlungsbilanz geringfügig ins Positive (+0,6 %), die Importe wuchsen jedoch deutlich stärker (+2,7 %, jeweils nominell). Zur Schwäche der Exportentwicklung  trug auch der Transithandel bei, wobei neben der internationalen Nachfrage auch die gesunkenen Rohstoffpreise zu berücksichtigen sind. 

Aus dem Dienstleistungsverkehr wurde im ersten Halbjahr 2014 weiterhin ein solider Einnahmenüberschuss erzielt (5,8 Mrd EUR), der aber hinter dem Ergebnis des Vergleichszeitraums zurückblieb (6,4 Mrd EUR). Die bisher erfolgreiche Entwicklung der Reiseverkehrseinnahmen schwächte sich im laufenden Jahr ab. Von Jänner bis Juni 2014 sank die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste um 2,1%. Dass gleichzeitig die Zahl der Ankünfte aus dem Ausland gestiegen ist, weist darauf hin, dass sich der Trend zu Kurzurlauben fortsetzte. Die rückläufige Entwicklung der Übernachtungen ist zu einem Gutteil auf die schleppende Konjunkturentwicklung in Deutschland, dem wichtigsten Herkunftsland zurückzuführen.

Neben dem Reiseverkehr flachte sich auch der Zuwachs der Auslandsnachfrage in den Dienstleistungsbereichen Lohnveredelung, Beratungsleistungen sowie in den bislang dynamisch wachsenden Sparten EDV und Ingenieurswesen ab. Getrennt nach den wichtigsten Partnerländern ist zu beobachten, dass die Dienstleistungsexporte in den wichtigsten Zielmarkt Deutschland im ersten Halbjahr 2014 noch um rund 3 % expandierten, während sich die Exportdynamik gegenüber der Schweiz deutlich verlangsamte (+1,2 %) und aus Italien ein Nachfragerückgang zu verzeichnen war (‑2,7 %). Rückläufige Exporterlöse ergab auch der Dienstleistungsverkehr mit den USA (‑5,6 %), während sich die Nachfrage aus dem Vereinigten Königreich (+10,6 %) und den Niederlanden (+3 %) positiv entwickelte. Im Gegensatz zum Warenverkehr (laut Außenhandelsstatistik -12%) waren die Dienstleistungsexporte nach Russland, die zu rund der Hälfte auf Reiseverkehrseinnahmen beruhen, bislang nur geringfügig von den aktuellen geopolitischen Spannungen betroffen (-0,9 %).

Neue Methodik für die Berechnung der Zahlungsbilanz

Die Zahlungsbilanzstatistik wurde mit der aktuellen Veröffentlichung im Einklang mit internationalen Vorgaben auf eine aktualisierte Methodengrundlage, das „Balance of Payments Manual 6 (BPM6)“ des Internationalen Währungsfonds, umgestellt. Damit wird den modernen Entwicklungen der globalen Wirtschaft Rechnung getragen, wodurch z.B. internationale Wertschöpfungsketten besser abgebildet werden können. Im Gegensatz zur bisherigen Praxis werden jene Warenströme, die zur Weiterverarbeitung aus- und wieder eingeführt werden (Lohnveredelung), aus der Güterbilanz exkludiert. Die dafür anfallende Gebühr wird als Dienstleistung klassifiziert. Umgekehrt wird der Transithandel vom Dienstleistungs- zum Güterhandel verschoben. Gemäß dem Ziel, jene Warenströme zu erfassen, bei denen tatsächlich ein Eigentumsübertritt zu Grunde liegt, werden zudem Exporte und Importe um Transaktionen nicht gebietsansässiger Unternehmen bereinigt, andererseits um jene Warenströme ergänzt, die nicht die österreichische Grenze passieren, sondern im Zuge internationaler Produktionsketten über Drittstaaten bezogen oder veräußert werden. 

Im Ergebnis führt die Umstellung auf BPM6 zu strukturellen Änderungen und Detaillierungen der Zahlungsbilanzstatistik, macht jedoch – neben regelmäßig statt findenden Revisionen – keine substanziellen Änderungen der bisher veröffentlichten Ergebnisse erforderlich.

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11.11.2014 Sofort verfügbare Finanzierungsinstrumente dominieren weiterhin die Vermögensbildung der Haushalte Wien,

Sofort verfügbare Finanzierungsinstrumente dominieren weiterhin die Vermögensbildung der Haushalte

Angesichts geringer Einkommenszuwächse sowie des niedrigen Zinsniveaus wurde zwischen Juli 2013 und Juni 2014 jeder vierzehnte Euro (7,4 %) des nominell verfügbaren Einkommens gespart. Ein Jahr davor waren es nur 6,1 %. Vor dem Hintergrund dieser (im historischen Vergleich) geringen Sparquote war die Möglichkeit bzw. Bereitschaft finanzielle Veranlagungen vorzunehmen eingeschränkt: Im aktuellen Beobachtungszeitraum der letzten zwölf Monate machten die Nettoneuinvestitionen in Finanztitel 9,3 Mrd EUR aus. Haushalte entschieden sich überwiegend für sofort verfügbare Veranlagungen wie Bargeld oder täglich fällige Einlagen bei Banken und schichteten ihr Vermögen zulasten gebundener Einlagen um. Gleichzeitig rückten Investmentzertifikate wieder verstärkt in den Anlagefokus der Haushalte. Auch Vorsorgeprodukte spielen weiterhin eine wichtige Rolle für den Aufbau des Geldvermögens, das in den letzten zwölf Monaten um 3,4 % auf 566 Mrd EUR stieg.

Vize-Gouverneur Mag. Ittner sowie Dr. Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik, erläuterten im Rahmen einer Pressekonferenz der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) das aktuelle Finanzverhalten der privaten Haushalte. Gemäß aktuellsten Daten der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung (GFR) stieg das Geldvermögen in den letzten zwölf Monaten um 3,4 % bzw. 18 Mrd EUR. Knapp mehr als die Hälfte (9,3 Mrd EUR) dieses Anstiegs kam aus den Nettoneuveranlagungen, während die buchmäßigen Wertsteigerungen der Wertpapierdepots sowie der Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionskassen ebenfalls für einen Anstieg des Geldvermögens sorgten.

Hintergrund dieser geringen Geldvermögensbildung ist vor allem das moderate Wachstum des nominell verfügbaren Einkommens. Laut Statistik Austria lag die Sparquote in den letzten zwölf Monaten bei 7,4 % des verfügbaren Einkommens. Von den durch Sparen, Kapitaltransfers und Kreditaufnahmen verfügbaren Mitteln in Höhe von insgesamt 8,7 % des verfügbaren Einkommens wurden rund 5 Prozentpunkte für Finanzveranlagungen (9,3 Mrd EUR) und der verbleibende Anteil für realwirtschaftliche Anlageinvestitionen, Immobilien und Wertsachen verwendet.

Der größte Teil der finanziellen Nettoneuveranlagungen floss in die Aufstockung der täglich fälligen Einlagenkonten (8,6 Mrd EUR), weitere 1,2 Mrd EUR in den Bargeldbestand. Angesichts des historisch niedrigen Zinsniveaus in allen Einlagenkategorien dürften Haushalte Umschichtungen von gebundenen zu täglich fälligen Einlagen vorgenommen haben. Per saldo gingen die Einlagenbestände gebundener Gelder in den letzten zwölf Monaten um 5 Mrd EUR zurück. Dieser Umschichtungseffekt ist seit rund zweieinhalb Jahren zu beobachten. “Rasche Verfügbarkeit hat für Sparer derzeit Vorrang vor Ertragszielen, die mittels der geringen Verzinsung von gebundenen Einlagen ohnehin kaum erreicht werden können“, erläuterte Vize-Gouverneur Ittner. Gleichzeitig nützten Haushalte Online-Produkte sowie Produkte von Direktbanken. Auf diese Veranlagungsformen entfielen in den letzten zwölf Monaten 17% der gesamten Geldvermögensbildung.

Während Anleihen von inländischen Banken und Unternehmen – nicht zuletzt wegen des geringen Angebots – kein Interesse bei privaten Haushalten hervorriefen, rückten Investmentzertifikate wieder zunehmend in den Anlagefokus. In den letzten zwölf Monaten wurden diese im Umfang von 2,3 Mrd EUR gekauft, womit eine Trendwende eingeleitet wurde. Im Jahr 2011 sowie im ersten Quartal 2012 waren diese per saldo noch abgestoßen worden. Auf der „Einkaufsliste“ der Haushalte standen vor allem Anteile von Rentenfonds, aber auch gemischte Fonds und Immobilienfonds waren gefragt. Der Bestand an Investment­zertifikaten machte mit einem aktuellen Marktwert von 45 Mrd EUR rund 8 % des gesamten Geldvermögens aller Haushalte aus.

Direktor Turner berichtete auch von Neuerungen im Zuge der Umstellung auf das Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010 (ESVG 2010), die – neben der Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts, der Neuordnung in der Klassifikation von Unternehmen als Staatseinheiten, der Verschiebung von Holdings aus dem nicht-finanziellen in den finanziellen Sektor sowie der Behandlung von Forschung und Entwicklung als Investition – auch Änderungen für den Haushaltssektor brachten. In diesem Zusammenhang stellte er ein Forschungsprojekt zwischen Statistik Austria und der OeNB vor, das umfassende Daten der betrieblichen Säule der Altersvorsorge verfügbar macht und erstmals Eingang in die vorliegenden Ergebnisse fand. Demnach bestanden Ende Juni 2014 für Haushalte in Form der zweiten Säule der Altersvorsorge (bestehend aus Pensionskassen, betrieblichen Kollektivversicherungen und der betrieblichen Altersvorsorge) Rückstellungen in Höhe von 36 Mrd EUR. Dies entspricht der Hälfte der Ansprüche aus Lebensversicherungen. Rund ein Fünftel der Finanzveranlagungen in den letzten zwanzig Jahren floss in die Erhöhung der Ansprüche aus Pensionsrückstellungen und aus Lebensversicherungen.

Die entsprechenden Daten zur Entwicklung des Finanzvermögens finden Sie in den adaptieren Tabellen zur GFR hier.

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20.12.2013 Kreditwachstum in Österreich nach wie vor schwach, aber zunehmend leichterer Zugang zu Krediten 11. Kreditbericht der Oesterreichischen Nationalbank Wien,

Kreditwachstum in Österreich nach wie vor schwach, aber zunehmend leichterer Zugang zu Krediten

11. Kreditbericht der Oesterreichischen Nationalbank

Das Wachstum der Kredite österreichischer Banken an nicht-finanzielle Unternehmen war seit Sommer vorigen Jahres rückläufig und erreichte mit 0,2% im August des heurigen Jahres seinen bisherigen Tiefststand. Seither erholte sich die Jahreswachstumsrate wieder etwas und kam zuletzt im Oktober 2013 bei 0,9% zu liegen. Ob dies bereits eine Trendwende in der Wachstumsdynamik markiert, wird sich in den kommenden Monaten herausstellen. Die Entwicklung in Österreich war allerdings deutlich positiver als im Durchschnitt des Euroraums, wo die Jahreswachstumsrate der Unternehmenskredite bereits seit Juni 2012 negativ ist und derzeit bei -3,7% steht.

Nach Wirtschaftssektoren betrachtet zeigt sich in Österreich im bisherigen Jahresverlauf 2013 in den Sektoren Sachgütererzeugung, Bau, Verkehr, Beherbergungswesen und Wohnungswesen ein Anstieg des Kreditwachstums, während im Handel und der Energieversorgung das Kreditwachstum eher zögerlich verlief.

Das Wachstum der Kredite an private Haushalte hat sich – ebenso wie jenes an Unternehmen – nach einer kurzen Erholungsphase unmittelbar nach der Finanzkrise wieder abgeschwächt, allerdings setzte der Rückgang hier bereits im Juli 2011 ein. Die geringste Jahreswachstumsrate wurde bei den Haushaltskrediten mit 0,1% im Mai des heurigen Jahres verzeichnet. Seither ist die Jahreswachstumsrate der Haushaltskredite wieder auf 0,6% (Berichtsmonat Oktober 2013) gestiegen.

Die Finanzierung der Unternehmen über Anleihen hat sich parallel zur Erholung der Kreditvergabe im Jahr 2010 deutlich reduziert. Seit Anfang 2011 schwankte die Jahreswachstumsrate der Netto-Anleiheemissionen österreichischer nicht-finanzieller Unternehmen ohne erkennbaren Trend zwischen 7% und 12% und ging erst in den Monaten September und Oktober 2013 auf einen Wert unter 5% zurück. Die Aktienemissionen österreichischer Unternehmen hingegen stagnieren nach einem vorübergehenden Anstieg im Jahr 2011 seit geraumer Zeit. Zusätzlich finanzieren sich inländische Unternehmen auch über Kredite aus dem Ausland und über konzerninterne Finanzierungsströme, die allerdings beide laut Gesamtwirtschaftlicher Finanzierungsrechnung für das erste Halbjahr 2013 einen negativen Finanzierungsbeitrag, also einen Netto-Kapitalabfluss ins Ausland, zeigen.

Die durchschnittlichen Zinssätze im Kundengeschäft sind sowohl bei Unternehmenskrediten als auch bei Haushaltskrediten im Laufe des Vorjahres parallel zu den Leitzinsen gesunken. Zu Beginn des laufenden Jahres haben sie sich dann auf historisch niedrigem Niveau stabilisiert. Die Zinssätze von neu vergebenen Unternehmenskrediten mit einer Zinsbindungsfrist von bis zu einem Jahr befinden sich seit mehreren Monaten unverändert bei 2,2% für Kredite bis 1 Mio EUR und bei 1,6 bis 1,7% für Kredite über 1 Mio EUR. Bei den Zinssätzen für neu begebene Haushaltskredite ist im vergangenen Jahr ebenfalls ein Rückgang zu beobachten. Allerdings folgte bei den Konsumkrediten im Laufe des heurigen Jahres ein leichter Anstieg auf nahe 5%, während sich die Zinssätze der neuen Wohnbaukredite heuer tendenziell kaum veränderten.

Aktuelle Umfragen bei Unternehmen und Banken legen nahe, dass die Abschwächung der Kreditdynamik im Jahresverlauf 2013 sowohl angebots- als auch nachfrageseitige Gründe hatte. Die befragten KMUs berichteten von einer weiteren Verschlechterung der Verfügbarkeit von Bankkrediten. Als Hauptursache dafür nannten sie die allgemeine Wirtschaftslage, auch wenn sich deren negative Auswirkungen zuletzt merklich verringerten. Zusätzlich berichteten die befragten Unternehmen, dass sich die Banken bei der Gestaltung der Sicherheitenerfordernisse und bei Zusatz- und Nebenvereinbarungen anhaltend restriktiv verhielten. Dieses Verhaltensmuster dürfte sich aber zuletzt geändert haben. So gaben die Banken im Rahmen der euroraumweiten Umfrage über das Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) an, im dritten Quartal 2013 ihre Kreditrichtlinien im Firmenkundengeschäft nicht weiter verschärft zu haben. Ein weiteres positives Signal stellt der steigende Anteil jener Unternehmen im WIFO-Konjunkturtest dar, die im Sommer und Herbst des heurigen Jahres die gewünschten Kredite in voller Höhe und zu den erwarteten Bedingungen erhalten haben.

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02.12.2013 Österreich etabliert sich im Kreis der Nettogläubiger Anhaltende Exportstärke lässt Österreichs Finanzforderungen weiter steigen Wien,

Österreich etabliert sich im Kreis der Nettogläubiger

Anhaltende Exportstärke lässt Österreichs Finanzforderungen weiter steigen

Aufgrund des äußerst ungünstigen globalen Wirtschaftsumfelds war der hochvernetzte österreichische Kapitalmarkt in den vergangenen Jahren durch Zurückhaltung der Investoren sowie eine stagnierende internationale Finanzverflechtung gekennzeichnet. Die traditionell deutlich ausgeprägten Nettoverpflichtungen der heimischen Volkswirtschaft konnten weiterhin abgebaut und 2012 erstmalig in einen Überschuss gedreht werden. Österreich gehört damit innerhalb der EU einer kleinen Gruppe von Nettogläubigern an, die sich durch vergleichsweise gute Wirtschaftsdaten und hohe Bonität auszeichnen, woraus sich an den internationalen Kapitalmärkten günstige Finanzierungskonditionen ergeben. Ausländische Investoren kaufen nicht nur den Großteil der heimischen Bundesemissionen, sondern spielen auch im stark wachsenden Geschäft mit österreichischen Unternehmensanleihen eine entscheidende Rolle.

Österreichs Nettoforderungen gegenüber dem Ausland erreichten Ende Juni 2013 bereits 9 Mrd EUR oder 3% des BIP. „Erfolge im internationalen Güter- und Dienstleistungsverkehr führen seit 2002 regelmäßig zu Leistungsbilanzüberschüssen, die mit Nettokapitalexporten verbunden sind“, erläuterte Dr. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik, bei einer Pressekonferenz in der Oesterreichischen Nationalbank. „So konnten Österreichs Nettoverpflichtungen ‑ die 2007 noch bei rund einem Fünftel der Wirtschaftsleistung lagen ‑ laufend abgebaut und 2012 erstmalig in einen Überschuss verwandelt werden“, so Turner. Derzeit hat nur ein Viertel der 28 EU-Länder Nettogläubigerstatus an den internationalen Kapitalmärkten. Neben Österreich sind dies Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Luxemburg und die Niederlande, deren Bonität ‑ wie jene Österreichs – von den wichtigen Ratingagenturen überdurchschnittlich gut eingeschätzt wird, woraus sich geringe Risikoaufschläge ergeben. „Gemeinsam mit vergleichsweise geringer Arbeitslosigkeit und moderaten Lohnstückkosten fügt sich die Entwicklung der österreichischen Nettoposition zu einem erfreulich positiven Gesamtbild der heimischen Wettbewerbsfähigkeit“, ergänzte Turner.

Positiv wirkt sich auch die Finanzierungsstruktur der heimischen Volkswirtschaft aus, die von Fremdkapitalinstrumenten dominiert wird. Dies erlaubt im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld eine günstige und langfristige Finanzierung. Rund 70% der gesamten Verpflichtungen (827 Mrd EUR) entfielen Ende Juni 2013 auf Fremdkapital; vor allem langfristige Schuldverschreibungen des Bundes (173 Mrd EUR) und der Banken (117 Mrd EUR) sowie das Einlagengeschäft (124 Mrd EUR). Österreich absorbiert deutlich mehr Fremdkapital aus dem Ausland als es dort veranlagt und weist daher in diesem Segment Nettoverpflichtungen von 18% des BIP auf. Umgekehrt ergibt sich im Hinblick auf Eigenkapital eine deutliche Forderungsposition von 21% des BIP. Österreich ist als aktiver Direktinvestor vor allem in Mittel- und Osteuropa sehr engagiert.

Insgesamt bleibt jedoch der Euroraum Österreichs wichtigste Partnerregion im internationalen Kapitalverkehr: Mit rund 365 Mrd EUR sind dort rund 45% des gesamten im Ausland gehaltenen Finanzvermögens (835 Mrd EUR) ohne Währungsrisiko veranlagt. Allein auf Deutschland entfallenrund 140 Mrd EUR.

Gleichzeitig ist Österreich in hohem Ausmaß für ausländische Geldgeber attraktiv: Sowohl Bundesemissionen als auch die Anleiheverpflichtungen der staatsnahen Betriebe lagen jeweils zu rund drei Viertel in ausländischer Hand. Insgesamt gewinnen Unternehmensanleihen als Finanzierungsinstrument in Österreich zunehmend an Bedeutung: Seit 2007 hat sich der Marktwert der umlaufenden Papiere auf 65 Mrd EUR mehr als verdoppelt. Darin enthalten sind auch private Emittenten, die zunehmend auf diesen Markt drängen: Ende Juni 2013 erreichte das Umlaufvolumen dieser rund 200 Unternehmen bereits 27 Mrd EUR.

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