„Wacker im Krieg“ Ausstellung im Vorarlberg Museum in Bregenz

9. Juni 2018 bis 17. Februar 2019

Die Ausstellung veranschaulicht, wie Wacker im sibirischen Lager zum Künstler wurde, und welche Auswirkungen Krieg und Gefangenschaft auf sein weiteres Leben und Schaffen hatten. Die Oesterreichische Nationalbank unterstützt die Ausstellung mit drei Gemälden Rudolf Wackers' aus ihrer Sammlung als Leihgaben. Zwei der Gemälde waren bis 28. Mai 2018 in der Neuen Galerie in New York City (Ronald S. Lauder) ausgestellt.

Wacker im Krieg. Erfahrungen eines Künstlers

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Rudolf Wacker, Schäfchen mit Puppe (1934); Quelle: OeNB

„Für Rudolf Wacker (1893–1939) war der Krieg nie zu Ende. Der 1. August 1914, als er von Bregenz aus in den Krieg zog, und der 14. September 1920, als er aus fünfjähriger Kriegsgefangenschaft in Sibirien nach Bregenz heimkehrte, blieben für den Maler zeitlebens die wichtigsten Erinnerungstage.

Die Ausstellung veranschaulicht, wie Wacker im sibirischen Lager zum Künstler wurde, und welche Auswirkungen Krieg und Gefangenschaft auf sein weiteres Leben und Schaffen hatten. In Zusammenarbeit mit dem Franz-Michael-Felder-Archiv der Vorarlberger Landesbibliothek, die den schriftlichen Nachlass des Künstlers verwahrt.“ (Quelle: vorarlberg museum)

9. Juni 2018 bis 17. Februar 2019
vorarlberg museum, Kornplatz 1, 6900 Bregenz

Zur Person

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Rudolf Wacker: „Stillleben mit Haubensteißfuß“ (1928)
Quelle: OeNB

Rudolf Wacker wird am 25.Februar 1893 in Bregenz geboren. Nach der k.k. Fachschule für gewerbliches Zeichnen in Bregenz lernt Wacker kurz in Wien, um dann im Jahre 1911 an die damals berühmteste Zeichenschule in Weimar zu wechseln. Seine Lehrer waren Albin Egger-Lienz und Walter Klemm.
1914 muss Wacker zum Militär einrücken, ein Jahr später wird er in Polen von den Russen gefangengenommen. Es folgen fast fünf Jahre Gefangenschaft in Sibirien, die er detailliert in Tagebüchern beschreibt, die leider heute großteils verschollen sind. Das schreckliche Kriegserleben mit all seinem Elend beeinflusst Rudolf Wacker und seine künstlerische Entwicklung sehr.
Immer noch in Sibirien nimmt der Künstler 1920 in der Stadt Tomsk an einer Ausstellung teil. Schließlich kann er noch im selben Jahr in die Heimat zurückkehren. Er geht nach Berlin, das Mekka der neuen Kunst, und verschreibt sich anfangs ganz dem Expressionismus. 1921 kehrt er in die Heimatstadt Bregenz zurück. Seine erste große Ausstellung findet 1923 im Vorarlberger Landesmuseum statt. Vorerst bleibt er aber immer noch nur Zeichner, erst 1924 beginnt sich sein malerisches Werk durchzusetzen. Gleichzeitig vollzieht sich ein Stilwandel. Wacker beginnt, ohne sich bewusst einer neuen Richtung anzuschließen, mit den Ausdrucksmitteln der Neuen Sachlichkeit zu arbeiten. Die finanzielle Situation des Künstlers ist und bleibt kritisch. Er nimmt zwar an Ausstellungen teil und verkauft einige Werke, er kann aber für sich und seine Familie kaum das Nötigste aufbringen.
Anfang der 30er Jahr interessiert sich Wacker immer mehr für politische Anliegen, er weist auf eine neuerliche Kriegsgefahr hin, nimmt an Friedenskundgebungen teil. Er ist einer der wenigen Künstler, die offen gegen die Kulturpolitik der Nationalsozialisten auftreten. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich 1938 beginnen die Repressalien gegen Wacker. Bei Hausdurchsuchungen wird zwar kaum belastendes Material gefunden (Briefe und Bücher wurden rechtzeitig versteckt), er scheint aber auf einer Liste der „des Kommunismus verdächtigen Personen“ auf. Bei einer Hausdurchsuchung erleidet er einen ersten Herzanfall, bei einem Verhör durch die Gestapo einen weiteren. Sein Gesundheitszustand verbessert sich immer nur kurzfristig, 1939 schließlich stirbt Rudolf Wacker in seinem Elternhaus in Bregenz.