15 200 fl. Schaden

Der Fall des Banknotenfälschers Peter Ritter von Bohr
100 Gulden-Schein

Im Jahr 1845 gab der damalige Generalsekretär der privilegirten oesterreichischen National-Bank Franz Salzmann Edler von Bienenfeld zur Anzeige, „daß leider eine ganz neue, höchst gefährliche und täuschende Falsifikation von den Kathegorien zu 100 fl. und zu 10 fl. IVter Form aufgetaucht sey“. Der Generalsekretär sprach von den Fälschungen der 10- und 100-Guldenscheine des Peter Ritter von Bohr.

Seit ihrer Gründung beschäftigte sich die Nationalbank mit dem Thema Fälschungssicherheit und der Überprüfung unechter Geldscheine. Besonders brisant war der Fall des Peter Ritter von Bohr für die damalige privilegirte oesterreichische National-Bank, da zu dieser Zeit eine neue Methode der Banknotenherstellung eingeführt worden ist. Mit dem Oldham’schen System, einem Stahlstich-Verfahren aus England, trachtete die Bank ihre Banknoten fälschungssicherer zu machen.

Anders als heute, reagierte die damalige Nationalbank indem sie alle Bankkassen anwies, die gefälschten Scheine, sofern sie einzeln vorkamen, anstandslos gegen echte Scheine umzutauschen. Damit wollte man eine Verunsicherung der Bevölkerung vermeiden.

Im September 1845 konnte man die Festnahme des 70-jährigen Fälschers Peter Ritter von Bohr gemeinsam mit seiner Frau Mathilde in dessen Wohnung in Meidling erwirken. Peter Ritter von Bohr war bereits aufgrund herber Spekulationsverluste bekannt.

Noch Jahre später tauchten die gefälschten Banknoten des Peter Ritter von Bohr auf. Das gesamte Schadensausmaß wurde damals von der Nationalbank auf etwa 15.200 Gulden beziffert.

Weitere Informationen zum Kriminalfall können Sie im Jubiläumsbuch „Die Oestereichische Nationalbank. Seit 1816“ nachlesen.