16.900 m² – geplantes Areal des Bankpalais

16.900 m2 groß war das Areal der ehemaligen Alser Kaserne. Das geplante Bankpalais wurde nie realisiert.

Die Oesterreichisch-Ungarische Bank hatte gegen Ende des 19. Jahrhunderts sowohl geographisch als auch personell stark expandiert. In den alten Gebäuden in der Herrengasse herrschte Platzmangel, sodass die Bankleitung beschloss, auf dem weitläufigen Areal der Alser Kaserne (16.900 m2) im neunten Wiener Gemeindebezirk ein Bankpalais mit dahinterliegendem Druckereigebäude zu errichten.

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Dazu wurden im Jahr 1910 14 Architekten aus Prag, Budapest und Wien zu einem Wettbewerb eingeladen. Prämiert wurden drei Einreichungen, wobei der Auftrag für die Detailplanung schließlich an Leopold Bauer (1872-1938) vergeben wurde. Dieser entwarf schließlich knapp 20 verschiedene Varianten für das Bankpalais und dessen Außenfassade auf die Alser Straße. Das geplante neoklassizistische Gebäude sollte einen turmartigen Aufbau und eine reichlich verzierte Außenfassade bekommen. Zwischen dem Druckereigebäude und einem weiteren Nebengebäude war eine Verbindungsbrücke vorgesehen.
Als im Mai 1911 mit dem Abriss der Alser Kaserne auf dem 16.900 m2 großen Gelände begonnen wurde, konnte 1913 die Baubewilligung erteilt werden.

Leopold Bauer startete mit dem Bau des Druckereigebäudes, der bis zum Kriegsbeginn im Jahr 1914 gut vorankam. Aufgrund der Mobilisierung des Heeres und des dadurch entstandenem Arbeitskräftemangels verzögerte sich der Bau, bis er 1917 schließlich gänzlich zum Erliegen kam. Nach Kriegsende und dem Zerfall der Habsburgermonarchie mussten die Pläne angepasst werden, denn für ein Bankpalais solcher Größenordnung bestand kein Bedarf mehr. Trotz der großen Hoffnung des Architekten wurde der Bau des vorderen Repräsentativbaus nicht mehr in Angriff genommen. Die Notenbank löste den Vertrag mit Leopold Bauer am 8. Dezember 1922 auf und übertrug die Bauleitung an das Architektenteam Ferdinand Glaser und Rudolf Eisler.  

Ein detailgetreues Modell des nie vollendeten Bankpalais können Sie im Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank besichtigen.