33 Personen an der Spitze der Notenbank

Insgesamt standen 33 Personen in der 200-jährigen Geschichte der Notenbank an ihrer Spitze. Darunter sind 17 Gouverneure und 15 Präsidenten und eine Präsidentin. Generalrat, Direktoren und auch Präsidenten haben in ihren Funktionen die Notenbank zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlicher Weise begleitet.

Bildergalerie

Die „privilegirte Oesterreichischen National-Bank“  wurde durch zwei Patente von Kaiser Franz I. am 1. Juni 1816 gegründet. Von 1818 bis 1878 wurden neun Gouverneure als Vorsitzende der Bankdirektion eingesetzt. Mit der Gründung der „Oesterreichisch-ungarischen Bank“ 1878 übernahmen sechs Gouverneure den Vorsitz des Generalrates. Mit der Neugründung der Oesterreichischen Nationalbank 1922 folgten administrative Umstrukturierungen: Erstmals wurde ein Präsident als Vorsitzender des Generalrats bestimmt. Von 1938 bis 1945 wurde die Oesterreichische Nationalbank vom Deutschen Reich liquidiert. Beamte der Deutschen Reichsbank übernahmen den Bestand und die Führung der sogenannten Reichsbankhauptstelle Wien.

In den Jahren 1945 bis 1998 waren insgesamt elf Präsidenten und eine Präsidentin an der Spitze der Notenbank. Als erste Frau an der Spitze einer westlichen Notenbank weltweit war Maria Schaumayer von 1990 bis 1995 als Präsidentin der Oesterreichischen Nationalbank tätig.

Seit 1998 ist die Oesterreichische Nationalbank integraler Bestandteil des Eurosystems. Nach Adolf Wala und Herbert Schimetschek ist seit 2008 Claus J. Raidl der amtierende Präsident, der dem Generalrat vorsitzt. Der Gouverneur dient gleichzeitig als Vorsitzender des Direktoriums, welches die zentralen Geschäfte der OeNB führt. Gouverneur Ewald Nowotny ist im Jahr 2008 Klaus Liebscher gefolgt.     

Das Direktorium hat den gesamten Dienstbetrieb zu leiten und die Geschäfte der Oesterreichischen Nationalbank zu führen. Die Ernennung der Mitglieder des Direktoriums erfolgt durch den Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung, die wiederum einen unverbindlichen Vorschlag des Generalrates erhält. Die Funktionsperiode beträgt sechs Jahre.

Dem Generalrat obliegt die Überwachung jener Geschäfte, die nicht in den Aufgabenbereich des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) fallen. Er hat das Direktorium in Angelegenheiten der Geschäftsführung und der Währungspolitik zu beraten. Der Generalrat besteht aus dem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und derzeit acht weiteren Mitgliedern. Die Mitglieder des Generalrates, der Präsident und der Vizepräsident werden von der Bundesregierung auf die Dauer von fünf Jahren ernannt.

Der Gouverneur beteiligt sich sowohl im EZB-Rat als auch im Erweiterten Rat der EZB. Er und sein Vertreter sind bei der Ausübung ihrer Funktion unabhängig vom Direktorium und dem Generalrat. Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank ist – ohne an Weisungen gebunden zu sein – durch sein Mitwirken im EZB-Rat an den geldpolitischen Entscheidungen des Europäischen Systems der Zentralbanken maßgeblich beteiligt.