500.000 Kronen

Emission der 500.000-Kronen-Banknote – Höhepunkt der Hyperinflation 1922
500.000 Kronen-Banknote

Nach dem Ersten Weltkrieg erlitt Österreich eine Hyperinflation, die erst durch die Einführung des Schilling endgültig gebremst werden konnte.

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Auflösung der Habsburgermonarchie befand sich die Republik Österreich in einer währungspolitisch prekären Lage. Österreich gehörte mit Deutschland und Ungarn zu jenen Ländern, die ihre Währung nach dem Ersten Weltkrieg nicht stabilisieren konnten. Der Rückgang der Industrieproduktion, schlechte Ernten, der übernommene Beamtenapparat im Staat, sowie die im Ersten Weltkrieg angehäuften Kriegsschulden waren für die desolate Lage verantwortlich. Wachsende Defizite im Staatshaushalt wurden zudem durch Direktkredit der Notenbank gedeckt.

Der Geldumlauf stieg rasch an, während er im Jahr 1919 bei  60,2 Milliarden Kronen lag, erreichte er Ende 1921 rund 193 Milliarden Kronen. Mit der zunehmenden Geldentwertung verringerte sich zwar die Last der Kriegsschulden und der Beamtengehälter, jedoch verteuerten sich die Lebensmittelpreise für die Bevölkerung.

Warenpreise – Vergleich 1914, 1921 und 1922  
Menge Ware 1914 1921 1922
 
1 Laib Brot 0,46 Kronen 160 Kronen 5670 Kronen
1 kg Mehl 0,36 Kronen 334 Kronen 11.000 Kronen
1 kg Schweinefleisch 2,10 Kronen 1100 Kronen 40.000 Kronen
100 kg Kohlen 4 Kronen 38 Kronen 540 Kronen
1 Herrenanzug mittlerer Güte 70 Kronen 50.000 Kronen 800.000 Kronen
1 Paar Schuhe schlechter Qualität 18 Kronen 7000 Kronen 150.000 Kronen
 

 

Im Jahr 1922 erreichten die Lebenshaltungskosten den 14.000-fachen Wert der Vorkriegszeit. Ein Laib Brot beispielsweise kostete 5.670 Kronen. Den Höhepunkt der Hyperinflation dokumentiert die Emission der 500.000-Kronen-Banknote im September 1922. Das Geld, dem niemand mehr vertraute, war „wertlos“ geworden. Es kam zu täglichen, zum Teil sogar stündlichen Preiserhöhungen. Eine panische Flucht in Sachwerte setzte ein. Die Bevölkerung sah sich mit wachsender Erbitterung dem Treiben von Spekulanten und Schiebern ausgeliefert.

Mit dem Jahr 1922 löste die neue Oesterreichische Nationalbank die Oesterreichisch-ungarische Bank ab, zu deren wichtigster Aufgabe die Sicherung der Stabilität der Währung gehörte. Neben der Ausschöpfung der Völkerbundanleihe war die Einführung der Schillingwährung (in Umlaufbringung 1925) maßgeblich für die Eindämmung der Inflation.