Der erste Bankarzt

Der erste Bankarzt

Im Jahr 1823 wurde erstmals ein sogenannter „Bestallungs Contract“ für einen Bankarzt abgeschlossen. Der damalige Generalsekretär der National-Bank, Theodor Freiherr von Natorp, hat im Namen der Bank Herrn Joseph M. Moos, Doctor der Heilkunde und Wundarzneykunst, Opperateur und Accoucher (=Geburtshelfer), als ersten Bankarzt angestellt.

Im Anstellungsvertrag wurde dem Bankarzt ein jährliches Honorar von 200 Gulden zugesagt. Dieser Betrag entspricht einer Summe von ca. 4.200 Euro im Jahr 2016. (Kaufkraftvergleiche alter österreichischer Währungen zum Euro können Sie anhand des Inflationscockpits auf dieser Website erstellen.)

Der Bankarzt verpflichtete sich, auch Hausbesuche zu machen. Vom Personal selbst durfte er keine Entschädigung oder Belohnung verlangen. Im Gegensatz zur heutigen Verschwiegenheitspflicht verpflichtete sich Doktor Moss zudem, jederzeit auf Verlangen des Generalsekretärs über den Krankheitszustand der jeweils betreffenden Dienstnehmerin oder des jeweils betreffenden Dienstnehmers zu berichten. 

Der Bankarzt – damals eine Errungenschaft -  blieb seit dem eine ständige Einrichtung in der Nationalbank – bis heute. Im Bewusstsein der Bedeutung von gesunden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Bank seit damals bemüht, medizinische Betreuung zur Verfügung zu stellen.