Aktuelle Trends

Kontaktloses Bezahlen

Bei kontaktlosen Zahlungsvorgängen werden die Transaktionsdaten zwischen Karte und Zahlungsterminal mittels drahtloser Kommunikationstechnologie ausgetauscht. Dabei muss die Karte nicht mehr in das Terminal eingeführt, sondern lediglich bis auf wenige Zentimeter hingehalten werden. Die gleichen Transaktionsdaten können auch zwischen einem Terminal und einer kontaktlosen Anwendung in einem Chip, der sich in einem Mobilfunktelefon befindet, oder einem mit der Chipkarte verbunden Tool (z. B. Schlüsselanhänger) ausgetauscht werden. Dies wird durch die Technologie „Near Field Communication“ (NFC) ermöglicht. NFC ist ein Übertragungsstandard zur kontaktlosen Kommunikation zwischen elektronischen Geräten über kurze Strecken (4cm). In den USA und Asien ist kontaktloses Bezahlen mittels Smart Card bzw. Handy bereits weit verbreitet, in Europa hingegen ist das Bezahlen, ohne die Karte in ein Terminal einzuführen, erst vereinzelt möglich.

Die großen Kreditkartenorganisationen MasterCard  und VISA bieten bereits Produkte an, mit denen es möglich ist, kontaktlos zu bezahlen. Dabei wird die Karte nahe an das Terminal gehalten bzw. dieses kurz berührt. Bei Beträgen, die einen bestimmten Betrag unterschreiten (20 bis 25 EUR) muss kein PIN-Code eingegeben werden; bei allen übrigen Beträgen muss der vierstellige Code am Terminal eingetippt werden. Daher eignen sich diese Produkte v. a. für das Zahlen von Kleinstbeträgen, auch unter dem Aspekt, dass einige Händler bei kleinen Beträgen keine klassischen Debit- oder Kreditkarten annehmen wollen und daher der Kunde bisher gezwungen war, mit Bargeld zu bezahlen. Dies beruht meist auf den Bearbeitungskosten für eine traditionelle Kartentransaktion, für die es oftmals einer Online-Autorisierung durch den Kartenaussteller bedarf und die die Zahlungen von Kleinbeträgen mittels Karte für Händler unattraktiv macht.

Nach einigen Pilotprojekten startete in  Österreich  die breitere Markteinführung des kontaktlosen Zahlens Mitte 2013: Seitdem rüsten einige große österreichischen Banken die von ihnen ausgegebenen Debitkarten im Zuge des allgemeinen Kartentauschs mit der Kontaktlos-Technologie aus. Zeitgleich begann auch der Roll-out von entsprechenden Terminals bei großen Handelsketten.  Mittels Debit- oder Quickkarte können Beträge bis zu 25 EUR kontaktlos bezahlt werden, bei größeren Einkaufssummen muss aus Sicherheitsgründen auch weiterhin die Karte in das Terminal gesteckt und der PIN eingegeben werden.

E-Payments und M-Payments

In den letzten Jahren ist die Internetnutzung kontinuierlich gestiegen. Damit zusammenhängend ist auch ein Wachstum beim elektronischen Handel (E-Commerce) zu beobachten. Noch größere Beliebtheit als das Internet erfreut sich das Mobiltelefon. In Folge dieser erfolgreichen Innovationen  wachsen auch die Anzahl der Zahlungen, die über das Internet  bzw. über das Mobiltelefon getätigt werden.

E-Payment

  • Unter „electronic Payments“ (e-Payments) versteht man Zahlungen, bei denen die Zahlungsinformationen und die Zahlungsanweisung zwischen dem Kunden und dessen Zahlungsdienstleister  online (d.h. über das  Internet) übermittelt und bestätigt werden, wenn der Kunde digitale oder physischen Waren und Dienstleistungen bei einem Internethändler kauft. Das eingesetzte Gerät (Desktop-PC, Laptop, Netbook, Mobiltelefon) und/oder die zum Zugang ins Internet genutzte Servicetechnologie sind in diesem Zusammenhang unerheblich. Solange die Zahlungsdaten über das Internet übermittelt und bestätigt werden, wird die Zahlung als e-Payment und nicht als „mobile Payment“ (m-Payment, Zahlungen die mittels Mobiltelefon getätigt werden) klassifiziert.

    Neben zahlreichen nationalen wie internationalen Anbietern von Internetzahlungsverfahren, haben auch die österreichischen Banken einen einheitlichen Standard entwickelt, der das Bezahlen über das Internet möglich macht: den eps e-payment standard.

M-Payment

  • Unter „mobile Payments“ (m-Payments) versteht man Zahlungen, bei denen die Zahlungsinformation und Zahlungsanweisung für einen Einkauf (off- oder online) zwischen dem Kunden und seinem Zahlungsdienstleister per mobile Kommunikation und Datenübertragungstechnologie (z.B. SMS, Near Field Communication (NFC)-Technologie, Telefonie) übermittelt und/oder bestätigt werden. M-Payments werden über ein Mobiltelefon veranlasst, bestätigt und/oder erhalten. Dabei kommen eine Tastatur (oder Touchscreen) oder kontaktlose Funktechniken wie NFC oder Bluetooth zum Einsatz.

    Es können zwei unterschiedliche Arten von M-Payments unterschieden werden: Kontaktlose Zahlungen und Fernzahlungen. Bei kontaktlosen Zahlungen befinden sich Zahler und Zahlungsempfänger (oder dessen Terminals wie z.B. Verkaufsautomaten, Parkuhren, Ticketautomaten im öffentlichen Verkehr) am selben Ort. Aus diesem Grund wird für diese Art von Zahlungen auch der Begriff „Kurzdistanzzahlung“ verwendet. Bei der Fernzahlung verhält sich das – wie der Name schon vermuten lässt – anders.

    Kontaktlose Zahlungen mittels Zahlungskarte (bei denen auch die NFC-Technologie zum Einsatz kommt) sind von dieser Definition ausgeschlossen. Zahlungen, die unter die Definition von e-Payments fallen, bei denen also das Internet als Übertragungskanal fungiert, gelten nicht als m-Payments, selbst wenn sie über ein Mobiltelefon erfolgen.

    Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Europäische Kommission beschäftigen sich im Zuge der fortschreitenden Marktintegration intensiv mit den Themen e- und m-Payments.

    Ein wesentlicher Faktor bei der Wahl des Zahlungsmittels ist die Sicherheit. Aus diesem Grund hat das Eurosystem Anfang 2013 Empfehlungen für Sicherheitsmaßnahmen bei Internetzahlungen erlassen. Diese Empfehlungen richten sich an Zahlungsdienstleister die Internetzahlung-Services anbieten.