Standardisierung und SEPA

Seit 1995 werden in Österreich flächendeckend Bankkarten mit Chip eingesetzt, wodurch neben der Einführung neuer Funktionen– wie z. B. der elektronischen Geldbörse – vor allem das Sicherheits­niveau im Inland auf dem höchstmöglichen  Stand gehalten werden kann. Der Chip ist Träger aller relevanten Informationen (wie z. B. Betrag, Code, Limit, Gültigkeit, Sperren). Seine Erkennung erfolgt durch spezielle Lesegeräte. Wie Österreich haben auch viele andere Länder ähnliche Chipkarten eingeführt. 

Da die Chipkartentechnologie jedoch auf Basis von unterschiedlichen nationalen Standards eingeführt wurde, mussten grenz­über­schrei­tende Zahlungen über die weniger sichere Magnetstreifentechnologie abgewickelt werden. Dadurch kam es bei grenzüberschreitenden Zahlungen zu hohen Kartenbetrugsfällen. Um Abhilfe zu schaffen beschlossen die großen Kartenorganisationen Visa International und MasterCard International eine Vereinheitlichung der technischen Standards für Chipkarten und Zahlungsabwicklung, den „EMV-Standard". Mittlerweile kümmert sich um die Weiterentwicklung und Standardisierung ein eigenes Unternehmen, die EMVCo die zu je einem Drittel JCB Co. Ltd., MasterCard International und Visa International gehört. Seit Anfang 2012 ist die Migration der Zahlungskarten zum EMV Standard innerhalb der EU nahezu abgeschlossen.

SEPA-Standardisierung

Ziel der SEPA Initiative im Bereich Karten ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem es weder technische, rechtliche noch wirtschaftliche Barrieren gibt. Von Kartenorganisationen über Banken und Händlern bis hin zu den einzelnen Karteninhabenden sollen alle grenzüberschreitende Kartendienstleistungen anbieten bzw. nutzen können.

Die rechtliche Grundlage dafür soll die Richtlinie 2007/64/EG über Zahlungsdienste im Binnenmarkt (Payment Services Directive, PSD) darstellen. Allgemeine Grundsätze und Regelungen für Kartenzahlungen werden im SEPA Cards Framework (SCF) des EPC festgelegt. Der Geltungsbereich des SCF umfasst Kartenzahlungstransaktionen und Settlement innerhalb von SEPA in EUR bzw. Währungen jener Länder, die der EU Verordnung 2560/2001 beigetreten sind. Sonstige kartenbasierte Services, wie beispielsweise die Einräumung eines Kreditrahmens, sind nicht betroffen. Keine Anwendung findet das SCF auf elektronische Geldbörsen.

Ein verbindliches „Migrations-Enddatum“ für Kartenzahlungen ist – im Gegensatz zu Überweisungen und Lastschriften –  nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Für die Schaffung von technischer Interoperabilität ist in mehreren Bereichen Standardisierung notwendig. Seit Herbst 2006 überwacht und koordiniert die EPC Cards Group gezielt die Standardisierungsbemühungen einzelner (unabhängig gegründeter) Initiativen.

Standardisierungsbereiche des SEPA Cards Frameworks