Single Euro Payments Area

SEPA (Single Euro Payments Area) steht für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum und zielt auf eine Nutzung gleicher Verfahren und Standards im Euro-Zahlungsverkehr ab. Derzeit nehmen 34 europäische Länder an der SEPA-Initiative teil.

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Nach der erfolgreichen Einführung des Euro-Bargeldes soll nun auch der fragmentierte bargeldlose Zahlungsverkehr in Europa vereinheitlicht werden. Alle Zahlungen sollen wie inländische Zahlungen behandelt werden. SEPA führt damit zu der Verwirklichung eines einheitlichen Binnenmarktes im bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Um den unbaren Zahlungsverkehr abzuwickeln, bedarf es entsprechender Formate, Systeme und Regeln. Diese Rahmenbedingungen sind jedoch von Land zu Land unterschiedlich. Aus diesem Grund stellt ein wesentlicher Aspekt des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraumes die Umsetzung der für alle Marktteilnehmer identischen SEPA-Formate für Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen dar. Mit SEPA wird nicht mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden.

 Nutzerinnen und Nutzer von Zahlungsverkehrsdienstleistungen können mit SEPA:

  • bargeldlose Euro-Zahlungen von einem einzigen Konto innerhalb des SEPA-Raumes und unter Verwendung einheitlicher Zahlungsinstrumente vornehmen und
  • diese so einfach, effizient und sicher wie die heutigen Zahlungsverkehrsinstrumente auf nationaler Ebene einsetzen.

Um dies zu gewährleisten, hat die EU im März 2012 eine Verordnung (Verordnung (EU) Nr. 260/2012, SEPA-Verordnung) erlassen, die ein sogenanntes „SEPA- Migrationsenddatum“ festlegt. Demnach sollen in den Ländern des Euroraumes mit spätestens 1. Februar 2014 alle nationalen Überweisungs- und Lastschriftverfahren durch die neuen SEPA-Verfahren ersetzt werden. Auf Vorschlag der Europäischen Kommission wurde die Übergangsfrist auf das SEPA-Zahlungssystem jedoch um sechs Monate, bis 1. August 2014, verlängert.

Die SEPA-Verordnung erfordert die Konto-/Bankkennungen:

  • IBAN (International Bank Account Number, internationale Kontonummer) als auch
  • BIC (Business Identifier Code, internationale Bankleitzahl).

Seit 1. Februar 2016 ist eine Angabe des BIC zusätzlich zur IBAN für Euro-Zahlungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes nicht mehr notwendig. Für nationale Zahlungen gilt diese Regelung bereits seit dem 1. Februar 2014.

Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA umfasst neben der gesamten EU auch die EFTA-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz  sowie Monaco und San Marino.

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  • Die Euro-Banknoten und –Münzen wurden im Jahr 2002 eingeführt. Seitdem können die Menschen im gesamten Euroraum Waren und Dienstleistungen mit Euro-Bargeld bezahlen. Grenzüberschreitende bargeldlose Zahlungen innerhalb Europas zu tätigen ist bislang allerdings häufig noch kompliziert.

    SEPA, der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum soll dies durch die Einführung gemeinsamer Zahlungsinstrumente und die Schaffung eines innovativeren Marktes für Massenzahlungen ändern.

    Die europäische Kreditwirtschaft arbeitet bereits seit mehreren Jahren an entsprechenden Lösungen. Sie hat zwei Zahlungsinstrumente entwickelt, die derzeit europaweit eingeführt werden: Die SEPA-Überweisung und die SEPA-Lastschrift.

    Mit der SEPA-Überweisung können Gelder innerhalb nur eines Geschäftstages auf ein Konto im Inland oder im europäischen Ausland überwiesen werden. Beispielsweise kann ein Unternehmen in Finnland seine Lieferanten in verschiedenen europäischen Ländern genauso unkompliziert und schnell bezahlen wie seine einheimischen Lieferanten.

    Die SEPA-Lastschrift ermöglicht es Unternehmen ihre Forderungen unmittelbar von ausländischen Konten einzuziehen. So kann zum Beispiel ein Österreicher mit Wohnsitz in Frankreich veranlassen, dass seine französische Telefonrechnung direkt von seinem Konto in Österreich abgebucht wird.

    Zur Vereinfachung derartiger Transaktionen wurde in Europa ein internationaler Standard für die Identifizierung von Konten eingeführt, die internationale Bankkontonummer, kurz IBAN.

    Ebenfalls zur Identifizierung von Kontoverbindungen dient die internationale Bankleitzahl, kurz BIC.

    Ab Februar 2014 werden im Euroraum bei inländischen und grenzüberschreitenden Überweisungen sowie Lastschriften in Euro ausschließlich SEPA-Zahlungsinstrumente verwendet. Auch EU-Länder mit anderen Währungen werden diese Instrumente für Euro-Zahlungen bis spätestens 2016 einführen. Außerdem werden weitere Zahlungsinstrumente europaweit vereinheitlicht.

    Mit SEPA für Karten können Verbraucher ihre inländischen Zahlungskarten auch für Einkäufe im europäischen Ausland verwenden und Händler können problemlos Zahlungskarten aus ganz Europa akzeptieren. Für Verbraucher und Händler verbindet SEPA Komfort mit einem hohen Maß an Sicherheit.

    SEPA-basierte Internet-Zahlungen werden den elektronischen Handel in Europa fördern. Außerdem ebnet SEPA den Weg für andere innovative Dienste wie zum Beispiel Zahlungen per Handy.

    Insgesamt sind die Vorteile beachtlich: Verbraucher können problemlos in ganz Europa Waren und Dienstleistungen bezahlen. Es ist auch einfacher zu verreisen oder umzuziehen. Zahlungen erfolgen schnell, zuverlässig und in voller Höhe des Ursprungsbetrags. Unternehmen können ihre Buchhaltung für Europa zentralisieren und alle Zahlungen über ein einziges Konto abwickeln. Banken und Zahlungsinstitute können ihr Geschäftsfeld erweitern und auf europäischer Ebene besser in Wettbewerb treten. SEPA ist für Europa, seine Bürger und seine Wirtschaft ein bedeutendes Projekt. SEPA für einen sicheren und effizienten Zahlungsverkehr in ganz Europa.

(Use of the SEPA mark is under licence from the European Payments Council AISBL. Nutzung des SEPA-Logos mit Bewilligung des Europäischen Zahlungsverkehrsausschusses.)

Vorteile von SEPA

    • Durch die einheitlichen SEPA-Standards können Konsumentinnen und Konsumenten sowie Unternehmen zukünftig ihren gesamten Zahlungsverkehr über ein Konto bei einer beliebigen Bank im SEPA-Raum abwickeln. Einschränkungen auf österreichische Konten sind gemäß Verordnung (EU) Nr. 260/2012 nicht zulässig. Für Unternehmen bietet sich damit die Möglichkeit einer Konzentration der Zahlungsverkehrsabwicklung, einer Verringerung von Bankverbindungen und einer Vereinfachung des Liquiditätsmanagements. Damit und auch durch den verstärkten Wettbewerb zwischen Zahlungsverkehrsdienstleistern ergeben sich diverse Kosteneinsparungspotentiale.
    • Durch das zwecks Umsetzung der EU-Zahlungsdiensterichtlinie in Österreich erlassene Zahlungsdienstegesetz (ZaDiG), das mit November 2009 in Kraft getreten ist, haben sich unter anderem die Überweisungslaufzeiten verkürzt. So können Kundinnen und Kunden seit 2012 bei elektronischen Euro-Überweisungen innerhalb der gesamten EU nach einer maximalen Abwicklungszeit von einem Bankgeschäftstag über den Überweisungsbetrag verfügen. Bei Überweisung mit Zahlungsanweisung in Papierform beträgt die maximale Durchführungsdauer zwei Geschäftstage.
    • Seit November 2009 kann erstmals auch im grenzüberschreitenden europäischen Zahlungsverkehr mittels Lastschrift gezahlt werden. Damit ist es nun beispielsweise möglich, die Rechnung bei einem ausländischen Versandhandel oder das Abonnement einer ausländischen Zeitung mittels Lastschrift zu begleichen.
    • Durch die Angabe des genauen Fälligkeitsdatums in der SEPA-Lastschrift werden die Kundinnen und Kunden über den exakten Tag der Kontobelastung informiert. Dies erleichtert die Disposition und Liquiditätsplanung.
    • Die Verordnung (EU) Nr. 260/2012 räumt den Kontoinhabenden zusätzliche Rechte ein, um ihre Konten gegen missbräuchliche Lastschriften zu schützen. So kann beispielsweise der Betrag einer Lastschrift, die auf das Konto gezogen werden kann, begrenzt werden oder aber auch das Konto für alle Lastschriften oder für Lastschriften von bestimmten Zahlungsempfängern gesperrt werden.
    • Unabhängig vom Transaktionsbetrag gelten für grenzüberschreitende Überweisungen und Lastschriften innerhalb der EU die gleichen Preise wie für die entsprechenden Inlandstransaktionen. Voraussetzungen sind wie bisher die Angabe von IBAN und (noch) BIC, die Angabe des Überweisungsbetrags in EUR und das Aufteilen der Bankspesen zwischen der zahlenden und der empfangenden Person. Achtung: Für Zahlungen nach Monaco, San Marino oder in die Schweiz gilt dies nicht.
    • Debitkarten können europaweit für Barabhebungen am Bankomaten als auch für Zahlungen in Geschäften und Restaurants verwendet werden.