SEPA-Kartenzahlungen

Bankkarten mit Zahlungsfunktion haben im Rahmen von SEPA einen großen Stellenwert und sie werden künftig noch mehr forciert. Innerhalb des Rahmenwerkes für den SEPA-Kartenzahlungsverkehr (SEPA Cards Framework, SCF) wurden bereits 2006 allgemeine Grundsätze und Regelungen für Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen definiert.

Demnach soll in jedem SEPA-Land die Bankkarte einheitlich nutzbar sein, sei es um Geld am Bankomaten zu beheben oder an der Bankomatkasse mittels Karte zu bezahlen. Um dies zu ermöglichen, muss es auch in diesem Bereich – genauso wie bei den Überweisungen und Lastschriften – einheitliche Standards geben. Der European Payments Council (EPC) hat im Zuge des „SEPA Cards Standardisation Volume“ ein umfangreiches Rahmenwerk zur funktionalen und technischen Standardisierung im Kartenzahlungsverkehr verabschiedet. Zudem werden im Rahmen des SCF einheitliche Sicherheitsanforderungen für Karten und Terminals von Kartensystemen und der Kreditwirtschaft definiert. Es wird auch eine einheitliche Zahlungsabwicklung auf Basis von EMV-Chip und PIN forciert. Diese Sicherheitstechnologie mittels Chip bietet dabei verbesserten Schutz vor Kartenmissbrauch für Kundinnen und Kunden und den Handel bei Kartenzahlungen in den SEPA-Ländern. Das Eurosystem und das EPC ermitteln regelmäßig den Fortschritt der Migration auf den EMV-Standard anhand von Indikatoren.

Ziel der SEPA-Initiative in Bezug auf Karten ist es, die noch immer vorwiegend nationale Ausrichtung europäischer Kartenzahlungssysteme aufzuheben und Interoperabilität sowie eine weitreichende Standardisierung unter den Teilnehmern am Kartenzahlungsverkehr, Karteninhaberinnen und -inhabern, Issuern (kartenausgebende Bank), Acquirern (Händlerakquisitionsbank) oder Händlern zu schaffen.

Für die österreichischen Kundinnen und Kunden werden die Änderungen marginal sein, da diese ihre Bankkarte mit Zahlungsfunktion außerhalb Österreichs in den SEPA-Teilnehmerländern oft schon heute wie im Inland nutzen können. Ein Umtausch österreichischer Bankkarten ist dafür nicht erforderlich. Da künftig immer mehr Akzeptanzstellen zur Verfügung stehen werden, werden die elektronischen Zahlungen mit der Bankkarte zunehmen.
Da die Standardisierungsinitiativen im Bereich der Kartenzahlungen nicht so weit fortgeschritten sind wie bei den Überweisungen und Lastschriften, wurden die Kartenzahlungen von den Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 260/2012 („SEPA-Verordnung“) ausgenommen.

Im Frühjahr 2012 wurde das Grünbuch der Europäischen Kommission „Towards an integrated European market for card, internet and mobile payments“ veröffentlicht, dessen Inhalte u. a. die Integration des europäischen Kartenzahlungsmarktes fördern sollen.