Euroüberweisung

Überweisungsgebühren

Mit den beleghaften (Zahlungsanweisung) oder elektronischen Formaten können Sie Euro-Zahlungen in jedes Land der EU zu den gleichen Kosten wie entsprechende Inlandsüberweisungen tätigen.

Die Verordnung (EU) Nr. 2019/518 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 924/2009 in Bezug auf Entgelte für grenzüberschreitende Zahlungen in der Union und Entgelte für Währungsumrechnungen

Die oben genannte EU-Verordnung, die einige Änderungen an der Verordnung Nr. 924 aus dem Jahr 2009 nach sich zieht, wurde am 29. März 2019 im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Waren bisher nur die Gebühren für grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb des Euroraums den Gebühren von nationalen Zahlungen in der Währung Euro gleichgestellt, so wurde der Geltungsbereich nun ausgeweitet: Grenzüberschreitende Euro-Zahlungen aus EU-Ländern des Nicht-Euroraums dürfen nun ebenfalls nicht teurer sein als nationale Zahlungen in der Währung des Nicht-Euro-Landes. Zudem bringt dieser Rechtsakt für Konsumenten mehr Transparenz bei Währungsumrechnungen und den daraus folgenden Entgelten.

Alle Verordnungen zum Thema Massenzahlungsverkehr sind in der aktuellen Version und mit kurzer Erklärung unter SEPA – Rechtliche Grundlagen zu finden.

Voraussetzung dafür ist, dass die Zahlung bestimmte Kriterien erfüllt:

  • Überweisungswährung ausschließlich Euro
  • das Konto des Empfängers wird in einem EU-Land geführt
  • IBAN des Empfängers ist korrekt angegeben
  • Überweisungsgebühren werden zwischen Auftraggeber und Empfänger geteilt: Spesenoption „SHA“ (von „shared – geteilt): jeder zahlt die von seinem Zahlungsdienstleister erhobenen Spesen. Der Überweisungsbetrag darf nicht um etwaige Spesen gekürzt werden. Auftraggeber und Empfänger müssen daher – sofern keine Währungsumrechnung erfolgt – jeweils die von ihren Banken in Rechnung gestellten Gebühren zahlen.

Aufträge, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen (z. B. wenn die IBAN nicht richtig angegeben ist, usw.), verlieren den Status  einer kostengünstigen EU-Standardüberweisung (siehe z. B. Art. 4 Abs. 3 VO Nr. 924/2009) und können als herkömmliche Auslandsüberweisungen durchgeführt und entsprechend höher vergebührt werden!

Überweisungsfristen

Seit 1.1.2012 muss der Euro-Überweisungsbetrag gemäß dem Zahlungsdienstegesetz am nächst folgenden Geschäftstag bei der Bank des Empfängers einlangen. Für in Papierform ausgelöste Zahlungen (das sind nicht via Internet/nicht elektronisch erteilte Aufträge) verlängert sich diese Frist um einen weiteren Geschäftstag.

 Die Ausführungsfrist – in jeder beliebigen Betragshöhe – gilt

  • für Zahlungen innerhalb der EU in Euro sowie
  • für Zahlungen innerhalb eines EU-Mitgliedstaates außerhalb des Euroraumes oder eines EWR-Staates jeweils in der Währung des betreffenden Staates sowie
  • für sonstige Zahlungen innerhalb des EWR, sofern nur eine Währungsumrechnung zwischen Euro und der Währung eines EWR-Staates durchgeführt wird und – bei grenzüberschreitendem Zahlungsvorgang – die grenzüberschreitende Transaktion in Euro stattfindet.

Beispiele:

  • Zahlungen in Euro innerhalb Österreichs
  • Zahlungen in Euro zwischen Österreich und den anderen Euro-Ländern (Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Irland, usw.)
  • Zahlungen in Euro von Österreich nach Ungarn (EU-Land), wobei in Ungarn der Euro-Betrag in Ungarische Forint umgewechselt wird bzw. Zahlungen in Euro von Österreich nach Norwegen (EWR-Land, aber nicht EU-Mitglied), wobei in Norwegen der Euro-Betrag in Norwegische Kronen umgewechselt wird
  • Zahlungen innerhalb Ungarns in Ungarischen Forint bzw. innerhalb Norwegens in Norwegischen Kronen.

Was tun, wenn Gebührenverrechnung und Überweisungsfrist nicht eingehalten werden?

Ist die Zahlung gemäß den Richtlinien für eine EU-Standardüberweisung ausgefüllt, muss die Gebührenverrechnung eingehalten werden. Die Überweisungsfrist wird durch die oben beschriebenen Voraussetzungen festgelegt.

Benötigen Sie Informationen betreffend der Durchführung Ihrer Zahlung, ist Ihre kontoführende Bank die erste Anlaufstelle für Ihre Fragen. Ihre Bank ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen Auskunft über Abwicklung und Gebührenverrechnung Ihrer Zahlung zu geben.

Für den Fall, dass dies nicht zum gewünschten Erfolg führt, steht Ihnen auch die Schlichtungsstelle der Kreditwirtschaft als Klärungshilfe zur Verfügung.