Bezeichnung der BC Codeliste

Geschaeftsfallkategorie_CL
Verbale Beschreibung/Beispiele

Klassifiziert die Geschäftsfälle so, dass zusammen mit den anderen Attributen alle Darstellungen des Bankgeschäfts in Meldungen möglich sind.

Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen die in ihren Meldungen Gliederungen der Geschäftsfälle vorsehen, wie z.B. ESA-2010, BSI-Statistik der EZB, BWG, CRR, diverse Bilanzierungsvorschriften etc.

Rechtlicher Hintergrund
Verweis auf das Data Point Model der EBA oder andere externe Systeme wie z.B. WM/CSDB-
Algorithmus/Entstehung/BildungBei der Erstellung der Codeliste wurde und wird darauf geachtet, dass keine Aspekte des Geschäftes, die als Attribute modelliert werden können, implizit angegeben werden. Bsp. kurzfristige Kredite sind Kredite mit dem Attribut Ursprungslaufzeit < 1 Jahr, kurzfristiger Kredit ist keine Geschäftsfall Kategorie; vgl. Meldekonzepte
Kommt vor in/wird verwendet für

GF00_Geschaeftsfallkategorie_Code

Wertebereich Tabelle (Link)-



CodeCodebezeichnungBeschreibung

B

Wechselkredit
Hier sind Wechsel gem. § 1 Abs. 1 Z 4 Bundesgesetz über das Bankwesen (Bankwesengesetz - BWG)., unabhängig ihrer Refinanzierbarkeit, anzuführen.

C

Kreditkartenkredit
Kreditkartenforderungen werden auf speziellen Kartenkonten gebucht. Unechte oder unverzinste Kreditkartenkredite werden definiert als Kredite, die im Zeitraum zwischen dem/den mit der Karte während einer Abrechnungsperiode vorgenommenen Zahlungsgeschäft(en) und dem Datum, an dem die Sollsalden aus dieser speziellen Abrechnungsperiode fällig werden, zu einem Zinssatz von 0 % gewährt werden. Echte oder verzinste Kreditkartenkredite werden definiert als Kredite, die nach Ablauf des/der Fälligkeitsdatums/-daten der vorherigen Abrechnungsperiode(n) gewährt werden, d.h. Sollbeträge auf dem Kartenkonto, die noch nicht bei der ersten Ausgleichsmöglichkeit ausgeglichen wurden und für die ein Zinssatz oder abgestufte Zinssätze von üblicherweise mehr als 0 % berechnet werden. Eine offene Kreditkartenabrechnung, welche nicht bei der ersten Ausgleichsmöglichkeit ausgeglichen wird und dadurch eine eventuelle Ratenzahlung nach sich zieht, ist als Kreditkartenkredit auszuweisen.

E

Barvorlagen
Unter "Barvorlagen" (auch "Fixtranchen", "Fixvorlagen" u. dgl.) sind insbesondere kurzfristige Zuzählungen, die mit einer fix vereinbarter Laufzeit, einem fixen Betrag und einem festen Zinssatz ausgestattet sind, zu verstehen.

F

Operating Leasing
"Operating Leasing" ist dadurch gekennzeichnet, dass die Gebrauchsüberlassung gegenüber der Finanzierung in den Vordergrund tritt. Aus diesem Grund weist das Operating Leasing viele Gemeinsamkeiten mit dem Mietvertrag nach ABGB auf. Operating Leasing (entspricht im Normalfall der Miete) ist nur dann umfasst, wenn bei wirtschaftlicher Betrachtung ein Kauf bzw. eine Finanzierung vorliegt.

G

Finance Leasing
Ein "Finance Leasing" ist ein Leasingverhältnis, bei dem im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen eines Vermögenswertes übertragen werden. Dabei kann letztendlich das Eigentumsrecht übertragen werden oder nicht.

Finanzierungsleasinggeschäfte sind Verträge, bei denen der Eigentümer eines dauerhaften Wirtschaftsguts („Leasinggeber“) diese Aktiva miethalber für die überwiegende oder gesamte wirtschaftliche Lebensdauer der Aktiva gegen Entrichtung von Ratenzahlungen, welche die Kosten des Wirtschaftsguts plus eine kalkulierte Verzinsung decken, Dritten („Leasingnehmer“) überlässt. Der Leasingnehmer wird dabei de facto so gestellt, dass ihm sämtliche aus der Nutzung des Wirtschaftsguts erzielbaren Vorteile zustehen und er die mit der Eigentümerstellung verbundenen Kosten und Risiken trägt. Finanzierungsleasinggeschäfte werden als Kredite des Leasinggebers an den Leasingnehmer behandelt, durch welche ein Leasingnehmer das Wirtschaftsgut käuflich erwerben kann. Die dem Leasingnehmer miethalber überlassenen Aktiva (dauerhaften Wirtschaftsgüter) werden an keiner Stelle der Bilanz aufgeführt.

H

WertpapiereUnter dieser Geschäftsfallkategorie sind prinzipiell alle Geschäfte mit WP-ISIN (wobei auch interne Wertpapier-Kennnummern hinzuzuzählen sind) zu verstehen mit Ausnahme von Verbriefungen und Investmentzertifikaten. Schuldscheindarlehen (sind als Kredite zu sehen) und (nicht-verbriefte) Finanzderivate - auch wenn sie eine ISIN haben - sind keine Wertpapiere. Siehe auch Modellierung des Look-through

I

Investmentfonds

Ein aus Wertpapieren bzw. anderen Vermögenswerten, die nach dem Grundsatz der Risikostreuung ausgewählt sind, bestehendes Sondervermögen. Es zerfällt in gleiche, in Wertpapieren verkörperte Anteile, steht im Miteigentum der Anteilsinhaber und wird von einer Kapitalanlage- bzw. Investmentfondsgesellschaft verwaltet. Hierunter fallen auch Geldmarktfondsanteile.
 Siehe auch Modellierung des Look-through

J

Verbriefung

Der Begriff Verbriefung wird in Art. 4 Abs. 1 Nummer 61 der CRR wie folgt definiert:

"Verbriefung" ist ein Geschäft oder eine Struktur, durch das bzw. die das mit einer Risikoposition oder einem Pool von Risikopositionen verbundene Kreditrisiko in Tranchen unterteilt wird, und das bzw. die folgende Merkmale aufweist:

a) die im Rahmen des Geschäfts oder der Struktur getätigten Zahlungen hängen von der Wertentwicklung der Risikoposition oder des Pools von Risikopositionen ab;

b) die Rangfolge der Tranchen entscheidet über die Verteilung der Verluste während der Laufzeit der Transaktion oder der Struktur;

  Siehe auch Modellierung des Look-through

K

Anteilsrechte nicht in Form von Wertpapieren
Unter Anteilsrechte nicht in Form von Wertpapieren versteht man nicht-verbriefte Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen z.B. GmbH-Anteile.

L

Einlagen
Einlagen sind Beträge, die das meldende Institut Gläubigern schuldet, und die keine Beträge aus der Ausgabe von handelbaren Wertpapieren (verbriefte Verbindlichkeiten in Form von Schuldverschreibungen, andere verbriefte Verbindlichkeiten) darstellen.

Unter „Einlagen“ fallen ferner auch von MFIs aufgenommene Gelder (Ausleihungen). Das ESVG unterscheidet auf der Basis der die Initiative ergreifenden Partei zwischen „Krediten“ und „Einlagen“ (geht die Initiative vom Kreditnehmer aus, handelt es sich um einen Kredit; geht sie hingegen vom Kreditgeber aus, handelt es sich um eine Einlage). Ein bei einem anderen MFI aufgenommener Kredit wäre beim meldenden MFI somit als eine Einlage auf der Passivseite zu klassifizieren. Auch begebene Schuldscheindarlehen sind als Einlagen zu sehen.

M

Empfangene Kreditzusagen
Vom Melder selbst empfangene und nicht in Anspruch genommene, feste Zusagen, einen Kredit bzw. ein Akzept zu erhalten.

N

Sonstige empfangene Zusagen
Hierunter sind alle vom Melder empfangenen Zusagen zu verstehen, die keine Kreditzusagen und keine Garantien sind, beispielsweise die Zusage, dass ein eigenes Wertpapier gekauft wird bzw. eine Garantie gestellt wird.

P

Außerbilanzielle Geschaefte gem. Anhang I CRR (exkl. Kreditderivate, Kreditzusagen)
Das sind jene Geschäfte, welche im Annex I CRR enthalten sind, jedoch nicht durch andere Geschäftsfallkategorien/Konstrukte abgebildet werden (Kreditderivate, Kreditzusagen). Unterscheidungen in Laufzeiten, Widerrufbarkeit werden über eigene Attribute gesteuert. Treuhandgeschäfte mit Aussonderungsrecht, die nicht in der Bilanz dargestellt werden, sind nicht in dieser Geschäftsfallkategorie zu sourcen, sondern als Kredit-Geschäftsfall darzustellen (Details siehe Darstellung von außerbilanziellen Treuhandkrediten).

Q

Derivate
Ein "Derivat" ist im Allgemeinen ein Finanzinstrument, dessen Preis vom Preis anderer Produkte abhängt oder davon abgeleitet wird. Finanzderivate sind somit Finanzinstrumente, die mit einem bestimmten Basiswert (Finanzinstrument, Index oder Ware) gekoppelt sind und mittels derer finanzielle Risiken eigenständig auf den Finanzmärkten gehandelt werden können. Zu berücksichtigen sind Derivate gemäß Anhang II der CRR sowie Kreditderivate. Brutto bedeutet, dass Beträge aus mehreren Derivativen-Geschäften nicht saldiert werden, d.h. die Werte vor Netting gemeldet werden.

R

Leihenahme

Ein (Wertpapier-/Waren-) Leihgeschäft ist ein Geschäft, bei dem der Leihgeber einem Leihnehmer ein Wertpapier/eine Ware für eine begrenzte Zeit zur Nutzung überlässt, wofür er normalerweise eine Gebühr erhält. Übernimmt der Mandant die Rolle des Leihnehmers, so ist dieses Geschäft hier als Leihenahme darzustellen.

Siehe auch Darstellung von Leihegeschäften.

S

Lead Management
Unter "Lead Management" versteht man in diesem Sinne die Betreuung von Emission von börsennotierenden und nicht börsennotierenden verbrieften EUR- und FW-Verbindlichkeiten oder Anteilsscheinen (Aktien) von Emittenten, die selbst keine Monetäre Finanzinstitute (MFIs) sind, durch Kreditinstitute. Das meldende Kreditinstitut ist emissionsführende Stelle (z.B. Anleihen öffentlicher Stellen, Anleihen sonstiger Nichtbanken, etc.).

Im Falle des Lead Managements zieht immer die GF00_Geschaeftsfallkategorie_Code = "Leadmanagement (S)" bzw. die entsprechende WMA28_Wertpapierklassifikation_Code = LEAD.

T

Sonstige Aktiva/Passiva aus Zwischenkonten

Bei Beträgen aus Zwischenkonten handelt es sich um Mittel, üblicherweise Kundengelder, die sich gerade im Transit zwischen MFIs befinden. Hiervon sind Schecks und andere Zahlungsformen umfasst, die zur Einziehung an andere MFIs gesandt wurden

U

Sonstige Aktiva/Passiva aus Schwebender Verrechnung

Beträge aus schwebenden Verrechnungen sind in der MFI-Bilanz ausgewiesene Positionen, die nicht unter dem Namen von Kunden verbucht sind, sich aber gleichwohl auf Kundengelder beziehen, z. B. zur Anlage, zur Übertragung oder zur Abwicklung anstehende Mittel.

V

Revolvierender Kredit (exkl. Überziehungskredit)

Unter "Revolvierender Kredit" sind alle jene Kredite zu verstehen, für die ein Rahmen vereinbart wurde, der jederzeit und wiederholt vom Kreditnehmer ausgenützt und wieder rückgeführt werden kann. 

In dieser Kategorie sind keine Sollsalden von Girokonten darzustellen (siehe Überziehungskredit). 

Vormals kategorisiert als "revolvierender Kredit (inkl. Überziehungskredit) (D)".

W

Überziehungskredit

Überziehungskredite sind Sollsalden auf laufenden Konten (Kontokorrenten). Überziehungskredite grenzen sich von Revolvierender Kredit (exkl. Überziehungskredit) insofern ab, dass sie immer im Zusammenhang mit Kontokorrenten auftreten. Für Überziehungskredite gibt es nicht zwangsläufig einen vertraglich vereinbarten Rahmen, sondern sie können auch in Form von nicht-genehmigten Lastschriften oder Nostro-/Lorokonten auftreten.

Vormals kategorisiert als "revolvierender Kredit (inkl. Überziehungskredit) (D)".

X

Einmalkredit (exkl. Kreditlinie)

Unter "Einmalkredit" sind jene Kredite bzw. Darlehen zu verstehen, die in einer Tranche ausgezahlt werden und nach begonnener Rückführung (in Raten, Tranchen oder endfällig) nicht nochmals ausgenützt werden dürfen. Unter der Geschäftsfallkategorie Einmalkredite sind auch Schuldscheindarlehen auszuweisen. Barvorlagen sind hingegen in der eignen Geschäftsfallkategorie "Barvorlagen (E)" abzubilden. In dieser Kategorie sind auch MIRE Guthaben bei der OeNB auszuweisen.   

Vormals kategorisiert als "Einmalkredit (A)".

Y

Kreditlinie

Eine Kreditlinie wird dadurch charakterisiert, dass der Schuldner bis zu einer vorab genehmigten Kreditobergrenze Mittel einsetzen oder abheben kann, ohne den Gläubiger vorher zu benachrichtigen, und der Kredit im Gegensatz zu Einmalkrediten wiederholt (d.h. in mehreren Tranchen) genutzt werden kann. 

Kreditlinien sind von revolvierenden Krediten dadurch zu unterscheiden, dass durch jede Ausnutzung der vorab genehmigte Kreditrahmen reduziert wird, d.h. ein rückbezahlter Betrag nicht wieder ausgenützt werden darf.

Vormals kategorisiert als "Einmalkredit (A)".

Regulatorischer Netting-Satz 
Diese Geschäftsfallkategorie dient einerseits der Zusammenfassung bestehender Geschäftsfälle (beispielweise von Derivaten oder Netting-Rahmenvereinbarungen) für Zwecke der Risikodarstellung, für den Fall, dass die CRR die Berechnung des Risikopositionswerts auf genetteter Basis erlaubt. In diesem Fall können die einzelnen Geschäftsfälle (Brutto-Sicht) mittels der Beziehungsart_CL "Regulatorisches Netting (NE)" mit dem Netting-Satz über die Entität GB_Geschaeftsfall_Sachkonto_Sicherheiten_Beziehung verknüpft werden. Dabei ist der regulatorische Netting-Satz bei AI_Geschaeftsfall_ID und die einzelnen Bestandteile bei AI_Geschaeftsfall_ID2 zu hinterlegen.

Des Weiteren dient diese Geschäftsfallkategorie der Abbildung von Transaktionen, die ein Gegenparteiausfallsrisiko beinhalten, die aber noch nicht als einzelner Geschäftsfall dargestellt sind. Beispielsweise besteht im Fall einer echten Pensionsgabe ein Gegenparteiausfallrisiko, sofern die Differenz zwischen dem Wert des in Pension gegebenen Wertpapiers und dem Wert der Einlage ("Barsicherheit") positiv ist. Die Pensionsgabe wird in Form einer Einlage der Gegenpartei beim Pensionsgeber sowie einer Wertpapierforderung des Pensiongebers dargestellt. Zusätzlich ist das Geschäft bzw. solche Geschäfte, die im Sinne des Art. 272 (4) CRR als Netting-Satz zusammengefasst werden, als regulatorischer Netting-Satz abzubilden, wobei der "Inhaber (IH)" des Geschäftsfalls die Gegenpartei (der Pensionsnehmer) ist. Das Gegenparteiausfallrisiko wird als Exposure modelliert, das mit dem regulatorischen Netting-Satz verknüpft wird. Mehrere Geschäfte mit einer Gegenpartei sind zu subsumieren, sofern auch die Risikopositionswertberechnung nach CRR auf genetteter Basis erfolgt.

Somit ist diese Geschäftsfallkategorie immer zu verwenden, um ein Gegenparteiausfallsrisiko aus Derivaten (gem. CRR, Anhang II) und Geschäften gemäß Art. 271 (2) CRR als Exposure dabei darzustellen. "Stand alone"-Derivate mit Gegenparteiausfallsrisiko sind in der Geschäftsfallkategorie "Derivate (Q)" zu melden.

Siehe auch Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 646/2012 (CRR), Artikel 272 (4).

 
 

AA

Leihegabe

Ein (Wertpapier-/Waren-) Leihgeschäft ist ein Geschäft, bei dem der Leihgeber einem Leihnehmer ein Wertpapier/eine Ware für eine begrenzte Zeit zur Nutzung überlässt, wofür er normalerweise eine Gebühr erhält. Ist der Mandant der Leihgeber, so ist dieses Geschäft hier als Leihegabe darzustellen.

Siehe auch Darstellung von Leihegeschäften

AB

Sonstige Forderungen

In dieser Geschäftsfallkategorie sind jene finanziellen Forderungen darzustellen, die nicht in die anderen Geschäftsfallkategorien fallen. Darunter fallen zum Beispiel Dividendenforderungen oder fällig gestellte Leasingraten.

AC

Empfangene Garantien

In dieser Geschäftsfallkategorie sind Garantien darzustellen, die für den Mandant ausgestellt wurden (d.h. der Mandant ist der Schuldner), z.B. eine Garantie für eine Emission des Mandant, die von der Muttergesellschaft ausgestellt wird, oder eine Patronatserklärung für den Mandant.

Das unterscheidet sich somit von den „financial guarantees received“ gem. FinRep, denn dabei handelt es sich um Garantien, die der Melder als Sicherheit für eine seiner Forderungen hinterlegt hat (der Melder ist in dieser Konstellation der Garantienehmer/Begünstigte). Die erhaltenen Garantien im Sinne von FinRep sind als ST_Sicherheiten_Stammdaten, nicht als GF_Geschaeftsfall modelliert.

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