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Modellierung des „Look-through“ im Datenmodell

Überblick, verwendete Entitäten

Im Datenmodell wird die „Zerlegung eines Geschäftsfalls“ (der sogenannte „Look-through“)  in darunterliegende Geschäftsfälle (beispielsweise bei Fonds, Asset Backed Securities, etc.) mittels der Entität GB_Geschaeftsfall_Sachkonto_Sicherheiten_Beziehung modelliert. Diese Geschäftsfallbeziehung wird verwendet, um eine Beziehung zwischen dem „Ursprungsgeschäftsfall“ und den „darunterliegenden Geschäftsfällen“ darstellen zu können. Die Modellierung des Look-through wurde im Zuge der Finanzmarktstabilitätsanforderungen aufgenommen und ist für eine korrekte Darstellung des Letztrisikos erforderlich. Für SmartCubes mit Finanzmarktstabilitätsinhalten soll die Durchschau durch Geschäftsfälle derzeit soweit wie möglich angewandt werden, bei fehlenden Informationen zu darunterliegenden Geschäftsfällen ist eine vollumfänglich Anwendung jedoch nicht verpflichtend.

Der "Ursprungsgeschäftsfall" und der bzw. die "darunterliegenden" Geschäftsfälle werden durch die Entität GB_Geschaeftsfall_Sachkonto_Sicherheiten_Beziehung mithilfe des Attributs GB01_Beziehungsart_Code = „Zerlegung“ verknüpft. Bei den "darunterliegenden" Geschäftsfällen wird zusätzlich (für Identifikationszwecke) das Attribut GF112_Zerlegung_Underlying_Kennzeichen auf „true“ gesetzt (beim „Ursprungsgeschäftsfall“ ist dieses Attribut auf „false“ gesetzt).

Weiters wird das Attribut GFA109_Bilanzseite_local_GAAP_Code bei dem/den „zerlegte(n) Geschäftsfall/Geschäftsfällen“ auf „Aktiv in  der Bilanz“ bzw. „Passiv in der Bilanz“ gesetzt (der „Ursprungsgeschäftsfall“ befindet sich je nach Betrachtung in der Bilanz, also „Aktiv in der Bilanz“ bzw. „Passiv in der Bilanz“). Doppelzählungen werden über das GF112_Zerlegung_Underlying_Kennzeichen vermieden.

Grundsätzlich gilt, dass jeder Wert (unabhängig von der Wertart) des betrachteten „Ursprungsgeschäftsfalls“ der Summe der Werte der „darunterliegenden Geschäftsfälle“ entsprechen muss. Sollte ein Asset des Ursprungsgeschäftsfalls nicht eindeutig als „klassischer“ Geschäftsfall im Datenmodell abbildbar sein (beispielsweise bei in Summe gelieferten Zinsabgrenzungen), so ist ein „Dummy-Geschäftsfall“ als Asset des Ursprungsgeschäftsfalls darzustellen.

Darstellung von Fonds im Datenmodell („Look-through“)

Für LEP (Large Exposure)- und Länderrisiko-Zwecke muss die Modellierung des Look Through Prinzips im Datenmodell jedenfalls vorgesehen werden. Auch für Corep-Zwecke dürfen Institute im Standardansatz gem. Artikel 132 CRR - sofern die zugrunde liegenden Risikopositionen eines OGA (Fonds) bekannt sind - diese direkt heranziehen (Transparenzansatz), um ein durchschnittliches Risikogewicht für seine Risikopositionen in Form von Anteilen an OGA zu berechnen. Als Risikoklasse ist in diesem Fall dennoch „Fonds“ anzugeben. Erfüllen Risikopositionen in Form von Anteilen an OGA die Kriterien des Artikels 132 Absatz 3 und sind dem Institut alle oder ein Teil der zugrunde liegenden Risikopositionen des OGA bekannt, berechnet das Institut im IRB-Ansatz die risikogewichteten Positionsbeträge und die erwarteten Verlustbeträge direkt unter Heranziehung der zugrunde liegenden Risikopositionen.

Das Datenmodell bietet jedenfalls das Rüstzeug ein durchgeschautes (Teil-)Portfolio darzustellen.Tranchiert und nicht-tranchiert 

Da Fonds in mehreren Wertpapieren (ISINs) aufgelegt werden und in mehrere Wertpapiere oder sonstige Positionen investieren können, ist für die Darstellung von Fonds im Datenmodell folgendes zu beachten:

Investition in einen Fonds

Diese sind als übliche Geschäftsfälle im Datenmodell modelliert. Dh. sollte in ein bestimmtes Wertpapier eines Fonds investiert worden sein, so ist dies als „klassischer“ Wertpapier-Geschäftsfall im Datenmodell darzustellen, wobei zu beachten ist, dass als Counterpart dieses Geschäftsfalls der Fonds selbst darzustellen ist und nicht die Kapitalanlagegesellschaft. Würde beispielsweise ein Mandant in verschiedene ISINs eines Fonds investieren, so sind diese als einzelne Geschäftsfälle im Datenmodell darzustellen (siehe "Look-through - Darstellung von Fonds").

Weiters kann (optional) die Verknüpfung jener Geschäftsfälle (aufgelegte ISINs), die das Investment in denselben Fonds darstellen, über die Entität GB_Geschaeftsfall_Sachkonto_Beziehung dargestellt werden (mittels Ausprägung „Fondszusammenfassung“ im Attribut GB01_Beziehungsart_Code).

Investitionen des betrachteten Fonds

Die Assets des Fonds sind im Datenmodell als „darunterliegende Geschäftsfälle“ (also mittels Anwendung des „Look-through“) abzubilden. Hierbei ist zu beachten, dass diese „darunterliegenden Geschäftsfälle“ mithilfe der Entität GB_Geschaeftsfall_Sachkonto_Sicherheiten_Beziehung (GB01_Beziehungsart_Code = „Zerlegung“) eine Verknüpfung zum zugehörigen Fonds-Geschäftsfall („Ursprungsgeschäftsfall“) aufweisen. Weiters sind die Werte dieser Geschäftsfälle „durchgerechnet“ abzubilden, dh. sind die Anteile der einzelnen „darunterliegenden Geschäftsfälle“ am Gesamtvolumen des Fonds darzustellen (siehe "Look-through - Darstellung von Fonds").

Darstellung von Garantiefonds, Garantiezertifikaten und ähnlichen Produkten

Diese Produkte versuchen über die Veranlagungsstrategie zu gewährleisten, dass (zu vorher definierten Zeitpunkten) die garantierte Rückzahlung erfolgen kann.

Garantiefonds

Bei Garantiefonds agiert üblicherweise ein Dritter (meist eine Bank mit guter Bonität) als Garantiegeber. Liegt somit der Rückzahlungsbetrag zu einem vereinbarten Zeitpunkt unter dem vereinbarten Wert, so leistet der Garantiegeber den fälligen (Differenz-)Betrag. Garantiefonds lassen sich somit wie jede andere Forderung mit Garantie abbilden. Das Letztrisiko liegt beim Garantiegeber. 

Garantiezertifikate

Bei Garantiezertifikaten liegt das Kreditrisiko allein beim Ausfall des Emittenten (=Garantiegebers) des Zertifikats. Alle anderen Zertifikate sind betreffend Kreditrisiko wie Schuldverschreibungen zu behandeln (Emittentenausfallsrisiko).

Darstellung von Asset Backed Securities/Collateralized Debt Obligations im Datenmodell („Look-Through“)

Es sind tranchierte von nicht-tranchierten Verbriefungspapieren zu unterscheiden. Erstere sind in der eigenen GF-Kategorie „Verbriefung“ (sog. „Verbriefungspapiere“), zweitere in der GF-Kategorie „Wertpapiere“ (Wertpapierart = ABS) darzustellen.

Die Behandlung von nicht-tranchierten Verbriefungspapieren ist ähnlich wie bei der Investition in eine Fonds-ISIN (siehe "Look-through - Darstellung von Fonds"), d.h. der Ausfall eines dahinterliegenden Kredits bzw. Wertpapiers wirkt sich direkt (1:1) auf den rückzuzahlenden Betrag des Wertpapiers aus. Das Ultimate Risk (Länderrisiko) lässt sich daher wie bei Fonds 1:1 aus den dahinterliegenden Assets ermitteln.

Anders ist dies bei tranchierten Verbriefungspapieren. In diesem Fall gibt es ein ABS-Konstrukt (mit eigener Identnummer), das das dahinterliegende Kreditpool in verschiedene Wertpapiere/ISINs tranchiert. Meist handelt es sich um equity (= Erstverlust-Tranche = nachrangigste Tranche)/mezzanine/senior Tranchen, die ein unterschiedliches Risikoprofil haben. Jedenfalls wirkt sich der Ausfall eines dahinterliegenden Kredits unterschiedlich auf die verschiedenen Tranchen aus. Für Zwecke der Ermittlung des Ultimate Risks (Länderrisiko) wird ein – auf das Land bezogen – homogenes Portfolio unterstellt. Für das Letztrisiko wird dementsprechend nicht zwischen dem Risikoprofil der einzelnen Tranchen unterschieden. Das Ultimate Risk lässt sich durch diese Vereinfachung wie bei Fonds bzw. klassischen ABS 1:1 aus den dahinterliegenden Assets ermitteln.

In der LEP-Meldung ist – abgesehen von Bagatellgrenzen – ein Look Through bei Verbriefungspapieren anzuwenden, jedoch keine Unterscheidung zwischen Tranchen zu machen.


Behandlung unbeurteilter Positionen (CRR Artikel 253 )

CRR Artikel 253 : "(1) Für die Berechnung des risikogewichteten Positionsbetrags einer unbeurteilten Verbriefungsposition darf ein Institut das gewichtete durchschnittliche Risikogewicht verwenden, das es gemäß Kapitel 2 auf die verbrieften Risikopositionen anwenden würde, wenn es sie selbst hielte, multipliziert mit dem in Absatz 2 genannten Konzentrationskoeffizienten. Zu diesem Zweck ist dem Institut die Zusammensetzung des Pools an verbrieften Forderungen jederzeit bekannt.

(2) Der Konzentrationskoeffizient ist gleich der Summe der Nominalwerte aller Tranchen, geteilt durch die Summe der Nominalwerte der Tranchen, die der Tranche, in der sich die Position befindet, einschließlich dieser Tranche selbst, im Rang nachgeordnet oder gleichwertig sind. Das daraus resultierende Risikogewicht darf weder höher als 1 250 % noch niedriger als jedes auf eine beurteilte höherrangige Tranche anwendbare Risikogewicht sein. Ist das Institut nicht zur Bestimmung der Risikogewichte in der Lage, die gemäß Kapitel 2 auf die verbrieften Forderungen angewandt würden, setzt es für die Position ein Risikogewicht von 1 250 % an."


Daher kann bei den Corep SEC-Templates im Falle von unbeurteilten Verbriefungspositionen (d.h. für die keine anerkennungsfähige Bonitätsbeurteilung einer ECAI gemäß Abschnitt 4 CRR vorliegt) das Look-Through-Prinzip angewandt werden.

Ansonsten werden Tranchen aufgrund der unterschiedlichen Bonitätsstufen (Risikogewichts) unterschieden. Ein Look Through ist in diesen Fällen nicht notwendig.

Bemerkungen zum Datenmodell:

  • In diesem Modell wird zwar das unterschiedliche Risikoprofil der Tranchen berücksichtigt, jedoch nicht die unterschiedlichen Ausfallwahrscheinlichkeiten innerhalb des Kreditpools, zumindest nicht im Falle der Durchschau. Es wird angenommen, dass der Pool gleichartig strukturiert ist und die dahinterliegenden Assets die gleiche Ausfallwahrscheinlichkeit haben.
  • Falls eine Durchschau von tranchierten Verbriefungspapieren im Datenmodell gemacht wird, geht im Datenmodell (wie im Falle von Fonds) jedes dahinterliegende (bzw. auch gruppierte) Asset mit seinem anteiligen Wert ein. Es ist sicherzustellen, dass die Summe der dahinterliegenden Einzelwerte der Summe des Investments entspricht. Das beruht auf der berechtigten Annahme, dass in den Referenzpools – in Bezug auf das Risiko - homogene Länder (Beispiel AT,DE oder Benelux Länder) zusammengefasst  werden. Die Durchschau muss nicht auf Einzelkreditnehmer erfolgen, sondern kann für Länderrisiko-Zwecke auch mit Dummy-Kunden auf Länder-/Sektorbasis erfolgen.

Identifikation der „zerlegten Geschäftsfälle“

Die Identifikation des/der „darunterliegenden Geschäftsfalls/Geschäftsfälle“ erfolgt mittels vorhandener GB_Geschaeftsfall_Sachkonto_Sicherheiten_Beziehung (mit GB01_Beziehungsart_Code = „Zerlegung“) und des Attributs GF112_Zerlegung_Underlying_Kennzeichen (welches bei „zerlegten Geschäftsfällen“ auf „true“ gesetzt ist, beim „Ursprungsgeschäftsfall“ auf „false“).

Weiters unterliegt die Struktur des/der „darunterliegenden Geschäftsfalls/Geschäftsfälle“ der üblichen Darstellung von Geschäftsfällen im Datenmodell.

Erläuterung anhand von Beispielen (Look-through)

Look-through - Darstellung von Fonds

Beschreibung des Szenarios (Look-through – Darstellung von Fonds)

Eine österreichische Bank kauft Anteile an zwei ISINs (DE0000000001, DE0000000002), die zum selben Fonds gehören, in Höhe von 400, wobei diese folgendermaßen verteilt sind:

  • in DE0000000001 werden 160 investiert
  • in DE0000000002 werden 240 investiert

Der Fonds selbst besitzt ein Gesamtvolumen von 1.000, welches folgendermaßen aufgeteilt ist:

  • 700 des Gesamtvolumens des Fonds sind der ISIN DE0000000001 zugeordnet
  • 300 des Gesamtvolumens des Fonds sind der ISIN DE0000000002 zugeordnet

Der Fonds selbst setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • 20% Aktien von General Motors
  • 50% griechische Staatsanleihen
  • 30% Cashguthaben auf einem Bankkonto bei einer Britischen Bank

Graphische Darstellung (Look-through – Darstellung von Fonds)


Abbildung 1: Schematische Darstellung der Modellierung des „look-through“ – Fonds

Bemerkung:

  • die grün markierten Entitäten stellen die Zerlegung des Fonds in die darunterliegenden Geschäfte (beispielsweise in jene Wertpapiere, in welche der Fonds investiert) dar
  • blau markierte Attribute dienen der Verknüpfung der verwendeten Entitäten
  • die hell-orange markierten Entitäten stellen die einzelnen Werte der verschiedenen Geschäftsfälle dar (diese werden in der Entität GFW_Geschaeftsfall_Wert verwaltet)
  • bei den „Ursprungsgeschäftsfällen“ (AI_Geschaeftsfall_ID = „123“ bzw. „987“) ist das Attribut GF112_Zerlegung_Underlying_Kennzeichen auf „FALSE“ gesetzt, bei den „darunterliegenden Geschäftsfällen“ ist das Kennzeichen auf „TRUE“ gesetzt

Erläuterung des Szenarios (Look-through – Darstellung von Fonds)

Der Geschäftspartner (Counterpart) des Geschäftsfalls wird in üblicher Form über die Entität KR_Kundenrollen mittels des Attributs AI_Rolle_Code = „Inhaber“ identifiziert. Hier wird im Datenmodell nicht die Kapitalanlagegesellschaft sondern der Investmentfonds selbst abgebildet.

Die beiden Investments der betrachteten Bank (Bank X) stellen im Datenmodell zwei Geschäftsfälle dar, in denen die entsprechende ISIN im Attribut AI_ISIN abgebildet ist; in diesem Beispiel sind das folgende Geschäftsfälle (=„Ursprungsgeschäftsfälle“):

Da diese Geschäftsfälle das Investment in einen Fonds darstellen, sind diese Geschäftsfälle mit den Forderungen/Investments des Fonds entsprechend zu verknüpfen. Dies erfolgt über die Entität GB_Geschaeftsfall_Sachkonto_Sicherheiten_Beziehung mittels des Attributs AI_Rolle_Code = „Zerlegung“.

Die Unterscheidung zwischen „Ursprungsgeschäftsfällen“ (also Fonds) und „darunterliegenden Geschäftsfällen“ erfolgt über die Ausprägung des Attributs GF112_Zerlegung_Underlying_Kennzeichen.

Im hier angeführten Beispiel stellen folgende Geschäftsfälle „darunterliegende Geschäftsfälle“ dar:

Der Counterpart dieser Geschäftsfälle ist in üblicher Form über die Entität KR_Kundenrollen mittels AI_Rolle_Code = „Inhaber“ identifizierbar.

Die Werte der beiden Geschäftsfälle werden in üblicher Form in der Entität GFW_Geschaeftsfall_Wert abgebildet, also hier die hell-orange markierten Entitäten in der graphischen Darstellung.

Erläuterung des Szenarios, Bildung der Werte (Look-through – Darstellung von Fonds)

Die Werte der „Ursprungsgeschäftsfälle“ sind in üblicher Form in der Entität GFW_Geschaeftsfall_Wert abgebildet:

Die Werte der „darunterliegenden Geschäftsfälle“ ebenso:

Die Ermittlung der Werte der „darunterliegenden Geschäftsfälle“ erfolgt folgendermaßen:

(1) Ermittlung der Anteile der „darunterliegenden Geschäftsfälle“ am Gesamtvolumen des Fonds

Anteil am Fondsvolumen = (Wert des betrachteten Geschäftsfalls) / (Fondsvolumen gesamt)

(2) Ermittlung des Werts

Wert = (Anteil am Fondsvolumen) * (Wert der Investition)

Beispielsweise für den Geschäftsfall mit AI_Geschaeftsfall_ID = „234“ bei der Investition in den Fondsanteil mit ISIN = „DE0000000001“:

Wert des betrachteten Geschäftsfalls = 300 (weil 30% des Fondsvolumens)

Fondsvolumen gesamt = 1000

Anteil am Fondsvolumen = (Wert des betrachteten Geschäftsfalls) / (Fondsvolumen gesamt) = 300 / 1000 = 0,3

Wert = (0,3) * (160) = 48

Die Werte der anderen „darunterliegenden Geschäftsfälle“ werden ebenso gebildet und sind folgender Tabelle zu entnehmen:

AI_Geschaeftsfall_IDAILand (Ultimate Risk)LandLAnteil am FondsvolumenWert in WT_Wert
234GB0,348
345US0,232
456GR0,580
654GB0,372
765US0,248
876GR0,5120


Verpflichtungen des Investmentfonds (beispielsweise Kreditaufnahmen) werden im BC zerlegt auch anteilig als Verpflichtung dargestellt. Dadurch ist eine flexible Vorgehensweise garantiert.

Look-through – nicht-tranchierte Asset Backed Security

Beschreibung des Szenarios (Look-through – nicht-tranchierte Asset Backed Security)

Eine österreichische Bank kauft ein Wertpapier (nicht-tranchierte Asset Backed Security) von einer japanischen Bank. Dieses Wertpapier besteht aus gebündelten japanischen Krediten, welche durch japanische Immobilien besichert sind.

Graphische Darstellung (Look-through – nicht-tranchierte Asset Backed Security)



Abbildung 2: Schematische Darstellung der Modellierung des „look-through“ – ABS

Bemerkung:

  • Die grün markierten Entitäten dienen der Darstellung des zum ABS zugeordneten Geschäftsfalls
  • Die blau markierten Attribute dienen der Verknüpfung der Entitäten
  • Die hellorange markierten Entitäten stellen die Werte-Entitäten dar

Erläuterung des Szenarios (Look-through – nicht-tranchierte Asset Backed Security)

Der Geschäftspartner (Counterpart) des Geschäftsfalls wird in üblicher Form über die Entität KR_Kundenrollen mittels des Attributs AI_Rolle_Code = „Inhaber“ identifiziert.

Der die Asset Backed Security (ABS) darstellende Geschäftsfall wird als „klassischer“ Wertpapier-Geschäftsfall im Datenmodell abgebildet. Die Verknüpfung zu den darunterliegenden Geschäftsfall (hier die japanischen Kredite) erfolgt über die Entität GB_Geschaeftsfall_Sachkonto_Sicherheiten_Beziehung mittels GB01_Beziehungsart_Code = „Zerlegung“.

Die Identifikation, dass es sich beim betrachteten Geschäftsfall um ein ABS handelt. erfolgt über die Attribute GF00_Geschaeftsfallkategorie_Code = „Wertpapier“ & GB01_Beziehungsart_Code = „Zerlegung“.

Die Werte des ABS werden in üblicher Form in der Entität GFW_Geschaeftsfall_Wert abgebildet.

Look-through – tranchierte Asset Backed Security/Collateralized Debt Obligation

Beschreibung des Szenarios (Look-through – tranchierte Asset Backed Security/ Collateralized Debt Obligation)

Ein tranchiertes Asset Backed Security besteht aus drei Wertpapieren (Tranchen). Diese Tranchen setzen sich aus japanischen Unternehmenskrediten an Unternehmen mit hoher, mittlerer und niedriger Bonität folgendermaßen zusammen:

  • Kredite an Unternehmen mit hoher Bonität:                    150JPY
  • Kredite an Unternehmen mit mittlerer Bonität:                100JPY
  • Kredite an Unternehmen mit niedriger Bonität:               50JPY
  • Kreditvolumen gesamt:                                                   300JPY

Die einzelnen Tranchen haben ein Volumen von:

  • Equity-Tranche:                        130JPY
  • Mezzanin-Tranche:                    100JPY
  • Senior-Tranche:                          70JPY
  • Tranchenvolumen gesamt:        300JPY

Eine österreichische Bank (Bank X) kauft zwei dieser Tranchen (senior mit JP0000000001, mezzanin mit JP0000000002), wobei von der Mezzanin-Tranche 50JPY und von der Senior-Tranche 60JPY gekauft werden (dh. 50% der Mezzanin-Tranche und 6/7% der Senior-Tranche).

Graphische Darstellung (Look-through – tranchierte Asset Backed Security/ Collateralized Debt Obligation)


Abbildung 3: Schematische Darstellung der Modellierung des „look-through“ – tranchierte ABS

Bemerkung:

  • Die grün markierten Entitäten dienen der Darstellung der zum (tranchierten) ABS zugeordneten Geschäftsfälle
  • Die blau markierten Attribute dienen der Verknüpfung der Entitäten
  • Die hellorange markierten Entitäten stellen die Werte-Entitäten dar
  • Die Verknüpfung der beiden Tranchen über die Entität GB_Geschaeftsfall_Sachkonto_Sicherheiten_Beziehung ist optional
  • Die Unterscheidung zwischen „Ursprungsgeschäftsfällen“ (AI_Geschaeftsfall_ID = „123“ bzw. „987“) und „darunterliegenden Geschäftsfällen“ erfolgt über das Attribut GF112_Zerlegung_Underlying_Kennzeichen

Erläuterung des Szenarios (Look-through – tranchierte Asset Backed Security/ Collateralized Debt Obligation)

Die Werte der „Ursprungsgeschäftsfälle“ sind in üblicher Form in der Entität GFW_Geschaeftsfall_Wert abgebildet:

Die Werte der „darunterliegenden Geschäftsfälle“ ebenso:

Die Ermittlung der Werte der „darunterliegenden Geschäftsfälle“ erfolgt folgendermaßen:

(1) Ermittlung der Anteile der einzelnen Tranchen am Gesamtvolumen aller Tranchen des tranchierten ABS

Anteil der einzelnen Tranche = (Wert der erworbenen Tranche) / (Tranchenvolumen gesamt)

(2) Ermittlung der Anteile der „darunterliegenden Geschäftsfälle“ am Gesamtvolumen der „darunterliegenden Geschäftsfälle“

Anteil des darunterliegenden Geschäftsfalls = (Wert des Geschäftsfalls) / (Kreditvolumen gesamt)

(3) Ermittlung der Werte der „darunterliegenden Geschäftsfälle“

Wert des darunterliegenden Geschäftsfalls = (Anteil der einzelnen Tranche) * (Anteil des darunterliegenden Geschäftsfalls) * (Tranchenvolumen gesamt)

Beispielsweise für den Geschäftsfall mit AI_Geschaeftsfall_ID = „234“ bei der Investition in den Tranche mit ISIN = „JP0000000001“:

Anteil der einzelnen Tranche = 0,1667 (weil 16,67% = 50/300)

Anteil des darunterliegenden Geschäftsfalls = 0,5 (weil 50% = 150/300)

Wert des darunterliegenden Geschäftsfalls = (Anteil der einzelnen Tranche) * (Anteil des darunterliegenden Geschäftsfalls) * (Tranchenvolumen gesamt) = (0,1667) * (0,5) * (300) = 25

Die Werte der anderen „darunterliegenden Geschäftsfälle“ werden ebenso gebildet und sind folgender Tabelle zu entnehmen:

AI_Geschaeftsfall_IDAnteil der einzelnen TrancheAnteAnteil des darunterliegenden GeschäftsfallsAnAWert in WT_WertWe
234

0,17

0,525,00
3450,170,316,67
4560,170,208,33
6450,200,530,00
7650,200,320,00
8760,200,212,00
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