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Grundsätzlich sind emittierte Wertpapiere mittels der Geschäftsfallkategorien "Wertpapiere (H)", "Investmentfonds (I)" und "Verbriefung (J)" darzustellen. Pro Emission ist ein Datensatz auf GF_Geschaeftsfall anzulegen

Granularität

Es ist erforderlich, (soweit bekannt) sämtliche Investoren für Wertpapieremissionen zu hinterlegen. Für jeden Investor in die Emission ist ein eigener Datensatz auf GI_Geschaeftsfall_Investor anzulegen; der Investor wird in AI_Einheitennummer_ID auf GI_Geschaeftsfall_Investor hinterlegt. Dafür ist eine eindeutige AI_Geschaeftsfall_Investor_ID zu wählen. 

Dies ergibt sich einerseits aus der Notwendigkeit, dass im WPSC gruppenintern gehaltene Wertpapiere nach der Dimension SC_KI_Gruppe_Mitglied_Ident gegliedert werden. Andererseits wird für Zwecke des Liability Data Report und des EBA-ITS on Resolution Planning eine Gliederung der emittierten Wertpapiers auf Investor-Ebene verlangt. Zudem ist es für VERA A1a erforderlich, die (passivseitigen) verbrieften Verbindlichkeiten nach Inland/Ausland zu unterscheiden.

Der Anteil, den der Investor an dem Ausstehenden Nominalwert des Wertpapiers hält, ist auf GIW_Geschaeftsfall_Investor_Wert in der Wertart "gehaltener Anteil an der Emission (GAE)" darzustellen - anders gesagt: der gehaltene Anteil an der Emission repräsentiert den Anteil an der Nominale, die der Investor hält, an dem Teil der Emission, der passiv in der Bilanz gezeigt wird. Der gehaltene Anteil an der Emission hängt somit insbesondere von der Konsolidierungsperspektive ab, da konzernintern gehaltene Wertpapiere aus konsolidierter Sicht nicht in der Bilanz gezeigt werden. Somit sind die konzerninternen Anteile aus konsolidierter Perspektive nicht auf GIW_Geschaeftsfall_Investor_Wert zu hinterlegen - aus unkonsolidierter Perspektive müssen sie jedoch dargestellt werden.

Analog müssen eigene gehaltene Wertpapiere, sofern sie in der Bilanz geführt werden, entsprechend auf GI_Geschaeftsfall_Investor dargestellt werden. Zudem muss ein aktivseitiger Geschäftsfall angelegt werden, der das gehaltene Wertpapier repräsentiert.

Sofern ein eigenes gehaltenes Wertpapier nicht in der Bilanz geführt wird, so ist nur ein Datensatz mit Bilanzseite "Nicht in der Bilanz (NIB)" dafür anzulegen. Dieser Datensatz ist SHSG-melderelevant, sofern das Wertpapier (z.B. durch ein Repo-Geschäft) belastet ist. In diesem Fall wird insbesondere die Darstellung des Investors auf GI_Geschaeftsfall_Investor nicht benötigt/verwendet.

Unbekannter Investor

Sind die Investoren (eines Teils der Emission) nicht bekannt, so muss für diesen Anteil kein Investor auf GI_Geschaeftsfall_Investor hinterlegt werden. Der Rest-Anteil, dessen Investoren nicht bekannt sind, wird mittels XEN_Unbekannter_Investor ermittelt.

Darstellung eigener emittierter Eigenkapitalinstrumente

Eigene emittierte Eigenkapitalinstrumente sind einerseits innerhalb der Sachkontokategorie "Gezeichnetes Kapital in Form von Wertpapieren (exkl. gezeichnetem Kapital, das eingefordert, aber noch nicht eingezahlt ist) (GK2a)" zu führen, andererseits sind sämtliche emittierte Eigenkapitalinstrumente in Form von Wertpapieren auch als Geschäftsfall darzustellen. Sonstige Bestandteile des gezeichneten Kapitals (z.B. Genossenschaftsanteile) sind jedoch nur im Sachkonto "Gezeichnetes Kapital nicht in Form von Wertpapieren (exkl. gezeichnetem Kapital, das eingefordert, aber noch nicht eingezahlt ist) (GK2b)" darzustellen. Insbesondere ist eine Aufsplittung der Geschäftsfälle auf Investor-Ebene notwendig. Es handelt sich somit um eine redundante Darstellung - die Sachkonten werden für die Allokation der FinRep- und der VERA A1a-Erhebung sowie die Smart Cubes verwendet. Die Geschäftsfall-Darstellung dient der Abbildung in Resolution Planning.

Darstellung der Eigenmittel

Ist eine Emission mehreren Eigenmittelkategorien zugeordnet (z.B. Additional Tier 1 und Tier 2 aufgrund von Grandfathering), so muss der Geschäftsfall nicht auf mehrere Datensätze aufgesplittet werden.

Die Anrechenbarkeit zu den unterschiedlichen Eigenmittelkategorien wird über die drei Wertarten "CET1- anrechenbarer Anteil", "AT1-anrechenbarer Anteil" und "T2-anrechenbarer Anteil" auf Geschäftsfall-Ebene in Bezug auf den Netto-Buchwert abgebildet.

Zusätzlich müssen die Eigenmittel-Anteile ("CET1", "AT1", "T2")  als %-Wert auf jedem bekannten Investor geliefert werden (es gilt dieselbe Definition, nur auf Investor-Level). Per XEN_Unbekannter_Investor wird aus dem Gesamtbetrag, der Eigenmittel-fähig ist, und den Anteilen pro Investor jener Wert ermittelt, mit dem die Anteile des "Unbekannte Investors" Eigenmittel-fähig sind. Analoges gilt für die beiden Wertarten "MREL" und "IMREL" zwecks Darstellung der (intern) MREL-fähigen Instrumente.

Beispiel: Emission einer Aktie (gezeichnetes Kapital) mit Buchwert = 1.000.000. 20% der Aktie werden von einer Tochterbank gehalten und sind daher nicht CET1-fähig, der Rest ist CET1-fähig. 50% liegt bei unbekannten Investoren.

  • Auf Ebene GF_Geschaeftsfall ist BW = 1.000.000 und CET1 = 80% zu sourcen
  • Investor1 (Tochterbank) auf Ebene GI_Geschaeftsfall_Investor: gehaltener Anteil an der Emission (GAE) = 20%, CET1 = 0%
  • Investor2 (Anderer bekannter Investor): gehaltener Anteil an der Emission (GAE) = 30%, CET1 = 100%
  • Unbekannter Investor (Datensatz wird ermittelt): gehaltener Anteil an der Emission (GAE) = 50 %, CET1 = 100%

Darstellung von eigenen gehaltenen Wertpapieren/einbehaltenen Emissionen

Die Emission ist jedenfalls wie oben beschrieben als Emission auf der Passivseite (GKA01_Bilanzseite_Code "Passiv in der Bilanz (PAS)"), sofern in der Bilanz gebucht, ansonsten mit "Nicht in der Bilanz (NIB)" darzustellen. Der eigene gehaltene Anteil ist entsprechend auf GI_Geschaeftsfall_Investor darzustellen.

Zusätzlich ist der Eigenanteil als eigener Geschäftsfall darzustellen:

Beispiele

Beispiel 1 - Emission einer Schuldverschreibung, nur zwei Investoren sind bekannt

Eine Schuldverschreibung mit Nominalwert (NN) = 1 Mio. wird emittiert. Dem Mandant ist bekannt, dass ein Unternehmen (AI_Einheitennummer_ID = "Unt1") 250.000 der Nominale und eine Privatperson (AI_Einheitennummer_ID = "Priv1") 50.000 an der Nominale halten. Die restlichen Investoren sind unbekannt. Die Emission wird passiv in der Bilanz dargestellt. 

GF_Geschaeftsfall

AI_Geschaeftsfall_IDem01
GFA109_Bilanzseite_local_GAAP_CodePassiv in der Bilanz (PAS)
GFA171_Bilanzseite_IFRS_CodePassiv in der Bilanz (PAS)
Nominale (NN)1.000.000
GI_Geschaeftsfall_InvestorAI_Geschaeftsfall_Investor_ID123
AI_Geschaeftsfall_IDem01em01em01
AI_Einheitennummer_IDUnt1Priv1-

gehaltener Anteil an der Emission (GAE)

25%5%70%


Der Datensatz in Orange wird mittels XEN_Unbekannter_Investor erzeugt und muss daher nicht gesourct werden.

Beispiel 2 - Emission einer Schuldverschreibung, nur zwei Investoren sind bekannt, zudem wird ein Teil vom Mandant selbst gehalten

Eine Schuldverschreibung mit Nominalwert (NN) = 1 Mio. wird emittiert. Dem Mandant ist bekannt, dass ein Unternehmen (AI_Einheitennummer_ID = "Unt1") 250.000 der Nominale und eine Privatperson (AI_Einheitennummer_ID = "Priv1") 50.000 an der Nominale halten. Der Mandant hält 100.000 an der Nominale selbst (AI_Einheitennummer_ID = "MA"). Die restlichen Investoren sind unbekannt. Die Emission wird passiv in der Bilanz dargestellt. Der Netto-Buchwert inkl. Zinsabgrenzungen beträgt EUR 1.050.000 aus solo-Sicht (UGB) und EUR 945.000 aus konsolidierter Sicht (IFRS). Der Unterschied ergibt sich daraus, dass eigene gehaltene Schuldverschreibungen nach UGB on-balance dargestellt werden, während sie nach IFRS off-balance dargestellt werden.

GF_GeschaeftsfallAI_Geschaeftsfall_IDem01
GFA109_Bilanzseite_local_GAAP_CodePassiv in der Bilanz (PAS)
GFA171_Bilanzseite_IFRS_CodePassiv in der Bilanz (PAS)
Nominale (NN)1.000.000
Netto-Buchwert inkl.
Zinsabgrenzungen (NBW) - solo
1.050.000
Netto-Buchwert inkl.
Zinsabgrenzungen (NBW) - kons.
945.000


Hier ist zu beachten, dass sich die Wertart "gehaltener Anteil an der Emission (GAE)" aus konsolidierter Sicht von der unkonsolidierten Sicht unterscheidet. Dies resultiert daraus, dass aus unkonsolidierter Sicht der Anteil des Investors an der vollen Nominale über 1 Mio. dargestellt wird, während aus konsolidierter Sicht der Anteil am Wertpapier dargestellt wird, der on-balance dargestellt wird (das entspricht 900.000 der Nominale, da der Anteil der Nominale, der nicht in der Bilanz dargestellt wird, 100.000 beträgt).


GI_Geschaeftsfall_InvestorAI_Geschaeftsfall_Investor_ID1234
AI_Geschaeftsfall_IDem01em01em01em01
AI_Einheitennummer_IDUnt1Priv1MA-
gehaltener Anteil an der Emission (GAE) - solo25%5%10%60%
gehaltener Anteil an der Emission (GAE) - kons.

27,78%

5,56%

-66,66%


Der Datensatz in Orange wird mittels XEN_Unbekannter_Investor erzeugt und muss daher nicht gesourct werden. 

Beispiel 3 - Emission einer Schuldverschreibung, die zur Gänze vom Mandant zurückgekauft wird

Eine Schuldverschreibung mit Nominalwert (NN) = 1 Mio. wird emittiert. Der Mandant kauft die Schuldverschreibung in voller Höhe zurück (AI_Einheitennummer_ID = "MA"). Die Emission wird aus unkonsolidierter Sicht passiv in der Bilanz dargestellt; der Netto-Buchwert inkl. Zinsabgrenzungen beträgt EUR 1.050.000. Aus konsolidierter Sicht wird die Schuldverschreibung nicht in der Bilanz geführt, da dies nach IFRS so vorgesehen ist.

GF_GeschaeftsfallAI_Geschaeftsfall_IDem01
GFA109_Bilanzseite_local_GAAP_CodePassiv in der Bilanz (PAS)
GFA171_Bilanzseite_IFRS_CodeNicht in der Bilanz (NIB)
Nominale (NN)1.000.000
Netto-Buchwert inkl.
Zinsabgrenzungen (NBW) - solo
1.050.000
Netto-Buchwert inkl.
Zinsabgrenzungen (NBW) - kons.
-


Hier ist zu beachten, dass sich die Wertart "gehaltener Anteil an der Emission (GAE)" aus konsolidierter Sicht von der unkonsolidierten Sicht unterscheidet. Dies resultiert daraus, dass aus unkonsolidierter Sicht der Anteil des Investors an der vollen Nominale über 1 Mio. dargestellt wird, während aus konsolidierter Sicht der Anteil am Wertpapier dargestellt wird, der on-balance dargestellt wird (das entspricht 900.000 der Nominale, da der Anteil der Nominale, der nicht in der Bilanz dargestellt wird, 100.000 beträgt).

GI_Geschaeftsfall_InvestorAI_Geschaeftsfall_Investor_ID1
AI_Geschaeftsfall_IDem01
AI_Einheitennummer_IDMA
gehaltener Anteil an der Emission (GAE) - solo100%
gehaltener Anteil an der Emission (GAE) - kons.-


In diesem Fall wird durch XEN_Unbekannter_Investor kein neuer Datensatz erzeugt.

Beispiel 4 - Emission von Aktien, die teilweise konzernintern gehalten werden

1 Mio. Stück Aktien werden emittiert. Bei der Emission werden 200.000 Stück vom Mandant einbehalten. 500.000 Stück werden von der Konzernmutter (AI_Einheitennummer_ID = "Mutter") gehalten, die weiteren Investoren sind unbekannt. Der bilanzielle Wert wird innerhalb des Sachkontos "Gezeichnetes Kapital in Form von Wertpapieren (exkl. gezeichnetem Kapital, das eingefordert, aber noch nicht eingezahlt ist) (GK2a)" dargestellt.

GF_GeschaeftsfallAI_Geschaeftsfall_IDem01
GFA109_Bilanzseite_local_GAAP_CodePassiv in der Bilanz (PAS)
GFA171_Bilanzseite_IFRS_CodePassiv in der Bilanz (PAS)
Stück (STK)1.000.000
GI_Geschaeftsfall_InvestorAI_Geschaeftsfall_Investor_ID123
AI_Geschaeftsfall_IDem01em01em01
AI_Einheitennummer_IDMAMutter-
gehaltener Anteil an der Emission (GAE) - solo-62,5%37,5%
gehaltener Anteil an der Emission (GAE) - kons.--100%


Der Datensatz in Orange wird mittels XEN_Unbekannter_Investor erzeugt und muss daher nicht gesourct werden. 


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