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Die CRR (Teil 3 Titel II Kapitel 4 Abschnitt 2) unterscheidet grundsätzlich zwei Arten von Netting als zulässige Form der Kreditrisikominderung:

  • das Netting von Bilanzpositionen (On-Balance Sheet Netting) und
  • Netting-Rahmenvereinbarungen (Master Netting Agreements), die Pensionsgeschäfte, Wertpapier- oder Warenverleih- oder -leihgeschäfte oder andere Kapitalmarkttransaktionen betreffen.

Beide Varianten zählen zur Besicherung mit Sicherheitsleistung (Funded Credit Protection) und können sowohl im Standardansatz (SA) als auch im Foundation IRB (FIRB) und Advanced IRB (AIRB) angewandt werden. Damit beide Nettingformen ihre kreditrisikomindernde Wirkung regulatorisch entfalten können, müssen vorab insbes. die in den Artikeln 205 CRR (Netting von Bilanzpositionen) und 206 CRR (Netting-Rahmenvereinbarungen) angeführten Anforderungen erfüllt sein.

Des Weiteren kennt die CRR (Teil 3 Titel II Kapitel 6 Abschnitt 1) ein Netting gemäß Artikel 272 (4) im Zusammenhang mit dem Gegenparteiausfallsrisiko (Counterparty Credit Risk), welche keine Form der Kreditrisikominderung im Sinne der CRR darstellt. Weitere Informationen zu dieser Form des Nettings und zu ihrer Abbildung im Basic Cube findet man unter Regulatorischer Netting-Satz.

Darstellung im Basic Cube und CoRep

Die folgenden Ausführungen gelten für den Zerlegungsansatz CoRep. Die Darstellung der beiden Formen des kreditrisikomindernden Nettings im Basic Cube ist aufgrund der CRR-Bestimmungen unterschiedlich.

Netting von Bilanzpositionen

Gemäß Artikel 219 CRR sind Darlehen an das kreditgebende Institut und Einlagen bei diesem, bei denen ein bilanzielles Netting vorgenommen wird und die auf dieselbe Währung lauten, wie Barsicherheiten zu behandeln. Die „Netting-Barsicherheit“ ist sowohl im SA als auch im IRB unter dem ST03_Sicherheitenkategorie_CodeBareinlage oder bargeldähnliche Instrument (BG) anzuliefern und der Wert der Netting-Barsicherheit, d.h. der Exposure-Teil, der genettet wird, ist unter der Wertart „Anrechenbarer Wert der Sicherheit (BEL) darzustellen. Nur im Standardansatz ist die Netting-Barsicherheit vom „Exposure vor Netting“ (Wertart ursprünglicher Risikopositionswert vor Anwendung von Umrechnungsfaktoren (UR)) abzuziehen. Im IRB-Ansatz wird hingegen der Netting-Effekt in der Nettorisikoposition nach Umrechnungsfaktor (Wertart „Risikopositionswert (RP)“) nicht berücksichtigt.

Für die CoRep-Meldung bedeutet dies, dass abgesehen von anderen Gründen (z.B. Umrechnungsfaktor) die Risikoposition vor Umrechnungsfaktor („ursprüngliche Risikopositionswert vor Anwendung von Umrechnungsfaktoren (UR)“) und die Nettorisikoposition nach Umrechnungsfaktor (Wertart „Risikopositionswert (RP)“) aufgrund des Netting-Effektes im Standardansatz unterschiedlich, aber im IRB gleich hoch sind.

Die Darstellung des „Nettings von Bilanzpositionen“ in den CoRep Templates C07.00.a (SA) und C08.01a (IRB-Ansätze) ist anhand der folgenden Übersicht illustriert.

Netting-Rahmenvereinbarungen

Netting-Rahmenvereinbarungen sind im Gegensatz zum Netting von Bilanzpositionen gemäß CRR nicht wie Barsicherheiten zu behandeln, sondern es ist zum Zweck der Eigenmittelberechnung das gemäß den CRR-Bestimmungen berechnete „Exposure nach Netting“ des kreditgebenden Institutes als Risikoposition vor Umrechnungsfaktor (Wertart „ursprünglicher Risikopositionswert vor Anwendung von Umrechnungsfaktoren“(UR)“) gegenüber der Gegenpartei, das aus den von der Netting-Rahmenvereinbarung umfassten Geschäften resultiert, anzuwenden (s. dazu auch die Anmerkungen in der Tabelle zu den Netting-Rahmenvereinbarungen).

Für die CoRep-Meldung bedeutet dies, dass abgesehen von anderen Gründen (z.B. Umrechnungsfaktor) die Risikoposition vor Umrechnungsfaktor („ursprünglicher Risikopositionswert vor Anwendung von Umrechnungsfaktoren (UR)“) und die Nettorisikoposition nach Umrechnungsfaktor (Wertart „Risikopositionswert (RP)“) aufgrund des Netting-Effektes im Standardansatz und im IRB gleich hoch sind.

Die Darstellung von Netting-Rahmenvereinbarungen in den CoRep Templates C07.00.a (SA) und C08.01a (IRB-Ansätze) ist anhand der folgenden Übersicht illustriert.

Die einzelnen von der Netting-Rahmenvereinbarung umfassten Geschäftsfälle (Brutto-Sicht) sind über die Beziehungsart_CL "Regulatorisches Netting (NE)" über die Entität GB_Geschaeftsfall_Sachkonto_Sicherheiten_Beziehung mit dem Netting-Satz zu verknüpfen. Dabei ist der regulatorische Netting-Satz bei AI_Geschaeftsfall_ID und die einzelnen Bestandteile bei AI_Geschaeftsfall_ID2 zu hinterlegen (s. Regulatorischer Netting-Satz).


Die nachstehenden Tabellen geben einerseits einen Überblick über die Formen des kreditrisikomindernden Nettings inkl. der maßgeblichen CRR-Artikel und verdeutlichen andererseits die Unterschiede.

Artikel 195

Netting von Bilanzpositionen

Ansatz

Für STA und IRB
Besicherung mit Besicherungsleistung (Teil 3 Titel II Kapitel 4 Abschnitt 2 Unterabschnitt 1 CRR)

Voraussetzungen

Siehe Artikel 205 CRR

Sicherheit

Risikopositionen, die einem bilanziellem Netting gegenseitiger Forderungen des Instituts und der Gegenpartei von auf dieselbe Währung lautenden, gegenseitigen Barguthaben unterliegen.

Gemäß Artikel 219 CRR sind Darlehen an das kreditgebende Institut und Einlagen bei diesem des Kunden, bei denen ein bilanzielles Netting vorgenommen wird, wie Barsicherheiten zu behandeln.

Methode

Man erhält das „Exposure nach Netting“ indem der Wert der Netting-Barsicherheit vom „Exposure vor Netting“ abgezogen wird (s. Anmerkungen).

Anmerkungen

Berechnung des „Exposures nach Netting“ gemäß den Detailregelungen der CRR-Artikel 222 (Einfache Methode zur Berücksichtigung finanzieller Sicherheiten) und 223 bis 227 (Umfassende Methode zur Berücksichtigung finanzieller Sicherheiten).


Artikel 196

Netting-Rahmenvereinbarungen, die Pensionsgeschäfte, Wertpapier- oder Warenverleih- oder -leihgeschäfte oder andere Kapitalmarkttransaktionen betreffen

Ansatz

Für STA und IRB
Besicherung mit Besicherungsleistung (Teil 3 Titel II Kapitel 4 Abschnitt 2 Unterabschnitt 1 CRR)

Voraussetzungen

Siehe Artikel 206 und 207 CRR

Sicherheit

Risikopositionen, die einer anerkennungsfähigen Netting-Rahmenvereinbarung für Pensionsgeschäfte, Wertpapier- oder Warenverleih- oder -leihgeschäfte oder andere Kapitalmarkttransaktionen unterliegen.

Methode

Es ist das gemäß den CRR-Bestimmungen berechnete „Exposure nach Netting“ (s. Anmerkungen) als Risikoposition des kreditgebenden Institutes gegenüber der Gegenpartei, das aus den von der Netting-Rahmenvereinbarung umfassten Geschäften resultiert, anzuwenden.

Anmerkungen

Berechnung des „Exposures nach Netting“ gemäß den Detailregelungen der CRR-Artikel 220 (Verwendung der aufsichtlichen oder der auf eigenen Schätzungen beruhenden Volatilitätsanpassungen bei Netting-Rahmenvereinbarungen), 221 (Verwendung interner Modelle für Netting- Rahmenvereinbarungen) und 223 bis 227 (Umfassende Methode zur Berücksichtigung finanzieller Sicherheiten).










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