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Die verwendeten Wertangaben in den Beispielen sind ohne Gewähr und sollen für frei erfundene Szenarien die Darstellung des Kreditrisikos im Basic Cube demonstrieren.

Die Daten der Kreditrisikotabelle bilden das Kreditrisiko gemäß CoRep – Own Funds ab. Jeder Datensatz der Kreditrisikotabelle entspricht einem Exposure (siehe auch GE_Geschaeftsfall_Exposure). Im Folgenden soll eine Logik/Struktur vorgegeben werden, anhand der die Exposure-Entität (mit AI_Zerlegungsansatz_Code = „CoRep (COR)“) und damit in weiterer Folge die Kreditrisikotabelle befüllt werden soll.

Hierbei ist zwischen direkten Exposures, die unmittelbar aus dem Geschäftsfallen bzw. den Bestandteilen von Geschätsfällen entstehen, und indirekten Exposures, die aus direkten Exposures durch Anwendung von Kreditrisikominderung gem. CRR mit Substitutionseffekten (siehe auch ST09_Sicherheit_mit_Substitutionscharakter_gem_CRR_Kennzeichen) entstehen, zu unterscheiden.

  • Im direkten Exposure ist der "Ursprünglicher Risikopositionswert vor Anwendung von Umrechnungsfaktoren (UR)" größer oder gleich dem verbleibenden "Risikopositionswert (RP)". Die dem Exposure zugeordnete Einheit (siehe Rolle_CL) ist immer der "Inhaber (IH)" des Geschäftsfalls, mit dem das Exposure verknüpft ist.
    • Spezialfall Underlying/Zerlegung: In dem Fall, dass das Risiko des Geschäfts anhand der Underlying-Geschäftsfälle bzw. der Geschäftsfälle, die die Zerlegung darstellen, beurteilt wird (beispielsweise im Fall von Credit Default Swaps, siehe Beispiel 2), wird das Exposure mit dem Underlying verknüpft. Dadurch ergibt sich als Exposure-zugeordnete Einheit der Referenzschuldner des Underlyings.
  • Für indirekte Exposures ist hingegen der "Ursprüngliche Risikopositionswert vor Anwendung von Umrechnungsfaktoren (UR)" immer gleich 0. Bei einem indirekten Exposure kommt ein Substitutionseffekt zum Tragen und das Risiko, das in dem Exposure abgebildet wird, wird auf den Sicherungsgeber übertragen. Daher ist in diesen Fällen die dem Exposure zugeordnete Einheit der "Sicherungsgeber (SG)". 

Generelles:

  • Im Basic Cube sollen die Exposures nach Zerlegungsansatz CoRep nur dann für (funded und unfunded) Kreditderivate beim Underlying dargestellt werden, sofern für Zwecke der Eigenmittelunterlegungsberechnung ein "Lookthrough" durchgeführt wird, ansonsten (beispielsweise bei Vorhandensein eines ECAI-Ratings) werden sie beim Instrument dargestellt. Als (die Meldepflicht auslösender) Kreditnehmer laut GKE gilt für alle Kreditderivate der Vertragspartner (und nicht die Referenzschuldner).
  • Für Verbriefungstranchen und Fonds wird in manchen Fällen für Eigenmittelzwecke auch ein Lookthrough durchgeführt - hier soll aber für den CoRep-Zerlegungsansatz nur das Endergebnis der Berechnung in den Basic Cube gesourct werden. Als (die Meldepflicht auslösender) Kreditnehmer laut GKE (und somit als dem Exposure zugeordnete Einheit) gilt der Emittent der Verbriefungstranche bzw. der Fonds (und nicht die dahinter liegenden Bestandteile). Damit ist der Lookthrough auch in der GKE-Meldung nicht ersichtlich, und es ist nicht notwendig, dass für sämtliche Underlyings bzw. Zerlegungsbestandteile eine  Identnummer vorhanden ist bzw.  Bonitätsinformationen gemeldet werden. 
  • Basket-Kreditderivate bzw. n-ter-Ausfall-Kreditderivate werden völlig analog zu plain-vanilla-Kreditderivaten behandelt, d.h. im Falle einer externen Bonitätsbeurteilung einer ECAI ist das Exposure am Instrument darzustellen, ansonsten auf Basis der Underlyings gem. den Vorgaben der CRR. Die Underlyings sind jedenfalls gesondert in der entsprechenden Underlying-Tabelle anzugeben. Die bisher hierfür zu verwendende Dummy-Identnummer 9847235 ist nicht mehr zu verwenden.
  • Für den internen Zerlegungsansatz ist für FMS-Zwecke der Lookthrough für diese Instrumente sehr wohl gewünscht.
  • Bonitätsbeurteilungen des Schuldners (PD, Bonitätsklasse) sind auch für voll abgeschriebene Kredite zu melden ist, solange diese Kredite noch meldepflichtig sind.
  • Unter dem ursprünglichen Risikopositionswert ist jener laut CoRep Templates vor Anwendung von Umrechnungsfaktoren zu verstehen („Spalte c010 im Standardansatz“). Somit sind auch auf einem internen Modell beruhende Berechnungsmethoden erlaubt.

Die Abbildung des Kreditrisikos in der Exposure-Entität soll im Folgenden anhand einiger Beispiele illustriert werden:

Beispiel 1: Einmalkredit, der sowohl von einer Immobilie als auch von einer Garantie besichert wird

Ein Einmalkredit in Höhe von EUR 150.000.000 wird an ein inländisches Unternehmen (Unternehmen1, Risikogewicht=100%) vergeben.

Beim Kredit werden zwei Sicherheiten hinterlegt:

  • Eine Gewerbeimmobilie mit einem gem. CRR anrechenbarem Wert von EUR 20.000.000 (der Marktwert der Immobilie beträgt EUR 40.000.000, es können 50% davon angerechnet werden). Das Risikogewicht für die Gewerbeimmobilie beträgt 50%; dies wird in Exposure mit AI_Exposure_ID = "B" dargestellt. Hierbei handelt es sich um ein direktes Exposure, da die Gewerbeimmobilie nicht zu einem Substitutionseffekt führt (gekennzeichnet durch ST09_Sicherheit_mit_Substitutionscharakter_gem_CRR_Kennzeichen = FALSCH).
  • Eine Finanzgarantie der Bank2 in Höhe von EUR 50.000.000. Gemäß Eigenmittelunterlegung in CoRep im Standardansatz besteht für dieses indirekte Exposure (AI_Exposure_ID = "A") ein Risikogewicht in Höhe von 50%, dies resultiert in einem RWA von EUR 25.000.000. Das in dem Exposure abgebildete Risiko wird auf die Einheit Bank2 übertragen (dargestellt in der Rolle "Dem Exposure zugeordnete Einheit (EE)". Hierbei handelt es sich um ein indirektes Exposure.
  • Die restlichen EUR 80.000.000 verbleiben ohne Besicherung (dargestellt in einem direkten Exposure mit AI_Exposure_ID = "C"), hier beträgt das entsprechende Risikogewicht 100%.

Anmerkung: Der ursprüngliche Risikopositionswert wird bei den beiden "direkten Exposures" hinterlegt. Für das "indirekte Exposure" (Finanzgarantie) ist er daher "0".

Darstellung des Kreditrisikos für Kreditderivate

Ein funded oder unfunded Kreditderivat referenziert auf ein oder mehrere Underlying-Geschäftsfälle.

Sofern der Mandant Sicherungsgeber (= Käufer des Kreditderivats) ist und die Kreditrisikoermittlung für Zwecke der Eigenmittelberechnung gem. CoRep auf Basis der Informationen der Underlyings passiert, sind im Basic Cube die Exposures den Underlyings zuzuweisen. Für die direkten Exposures auf Ebene der Underlyings ergibt sich die "dem Exposure zugeordnete Einheit" (siehe auch XEN_Exposure_zugeordnete_Einheit) als Referenzschuldner des Underlyings. Für jedes dieser Exposures können eine/mehrere Sicherheiten vorliegen, daher können zusätzlich beliebig viele indirekte Exposures entstehen.

Das Gegenparteiausfallsrisiko ist, sofern es nicht gem. Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 646/2012 (CRR)mit 0 angesetzt wird, als direktes Exposure bei einem Geschäftsfall der Kategorie "Regulatorischer Netting-Satz (Z)" darzustellen und wird damit unter einem eigenen Instrument gemeldet.

Beispiel 2: Credit Default Swap, mit Eigenmittelberechnung auf Basis der Underlyings 

Der Mandant ist Sicherungsgeber in einem Credit Default Swap (AI_Geschaeftsfall_ID = "CDS1") in Höhe von EUR 100.000.000 mit zwei Underlyings von Unternehmen.

Das erste Underlying (AI_Geschaeftsfall_ID = "Underlying1") mit Nominale von EUR 80.000.000 wird vollständig durch eine Finanzgarantie (AI_Sicherheiten_ID = "ABC") einer Bank (Sicherungsgeber1) besichert.
Das zweite Underlying (AI_Geschaeftsfall_ID = "Underlying2") hat eine Nominale von EUR 20.000.000.
Die Eigenmittelberechnung gem. CoRep wird auf Basis der Informationen der Underlyings durchgeführt. Das Gegenparteiausfallsrisiko wird mit 0 angesetzt, daher ist kein "Regulatorischer Netting-Satz (Z)" erforderlich.
Das aus dem Underlying1 resultierende Risiko wird durch ein direktes Exposure (AI_Exposure_ID = "U1_direkt") und ein indirektes Exposure (AI_Exposure_ID = "U1_indirekt") dargestellt. Das indirekte Exposure dient dabei der Darstellung der Garantie.
Das aus dem Underlying2 resultierende Risiko wird durch ein direktes Exposure (AI_Exposure_ID = "U2_direkt") dargestellt.

Beispiel 3: Credit Linked Note mit ECAI-Rating und Garantie auf Instrumentebene

Eine Credit Linked Note (AI_Geschaeftsfall_ID = "CLN1") mit ECAI-Rating wird gekauft, d.h. der Mandant ist Sicherungsgeber in einem funded Kreditderivat. Der Buchwert beträgt EUR 100.000.000.

Zur Häfte ist die CLN duch eine Garantie eines anderen Kreditinstituts (AI_Einheitennummer_ID = "Garantiegeber") besichert. Der anrechenbare Wert der Sicherheit beträgt EUR 50.000.000.

Die Eigenmittelberechnung nach CoRep wird auf Basis des Ratings durchgeführt (AI_Exposure_ID = "EX1_direkt" mit Risikogewicht=50%). Das Exposure wird zur Hälfte (AI_Exposure_ID = "EX2_indirekt") auf den Garantiegeber (Risikogewicht=20%) übertragen.

4: Verbriefte Kredite

Eine Bank verbrieft zwei vergebene Kredite - einen Kredit an eine Privatperson (AI_Geschaeftsfall_ID = "Kredit1") und einen Kredit an ein Unternehmen (AI_Geschaeftsfall_ID = "Kredit2") - zu einer synthetischen Verbriefung im Sinne der Definition gem. Artikel 2 (10) Regulation (EU) 2017/2402. Das Kreditrisiko gem. CoRep wird nun anhand der Verbriefung beurteilt, wenn für die synthetische Verbriefung die Kriterien für einen signifikanten Risikotransfer (SRT) gem. Artikel 245 (2)(a)(b) CRR erfüllt sind. Daher ist für diese Zwecke ein "synthetischer" Geschäftsfall (hier: AI_Geschaeftsfall_ID = "Synth.Verbrief") anzulegen, der nicht in der Bilanz aufscheint (GF132_Bilanzposition_local_GAAP_Code = "Nicht in der Bilanz (NIB)"). Da der Mandant die Verbriefungsstruktur bildet ist er selbst als "Inhaber (IH)" des Geschäftsfalls darzustellen.

In diesem Beispiel beträgt der Buchwert der Kredite jeweils EUR 50.000.000.

Das Kreditrisiko gem. CoRep wird durch zwei Exposures dargestellt: Das direkte Exposure (AI_Exposure_ID = "EX_direkt") weist einen ursprünglichen Risikopositionswert von EUR 100.000.000 auf. Das Risiko wird mittels der Verbriefungsstruktur auf einen Dritten (GarantiegebendeBank) übertragen, der den Ausfall garantiert. Dies wird durch das indirekte Exposure (AI_Exposure_ID = "EX_indirekt") dargestellt, bei dem die gegebene Garantie als Sicherheit hinterlegt ist. 

Für Zwecke des "Internen Risikomanagements (INT)" muss die Garantie bei den beiden verbrieften Krediten hinterlegt werden. 

Die Meldung der synthetischen Verbriefung in der Granularen Kredit Erhebung ist hier dargestellt: Beispiel 5 in GKE.xlsx. Es ist zu beachten, dass der Verbriefungs-Geschäftsfall im Wertpapiercube unter Anderem mit Instrument-ID, ISIN, Bilanzposition und Nominalwert gemeldet wird. Für den Mandant sind die "Daten zu Vertragspartnern und Exposure-zugeordnete Einheiten" nicht zu melden (Ausnahmeregel).


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