Österreichs Wohnimmobilienmarkt 2000–2025 – Strukturwandel und Finanzmarktstabilität

Erste Ausgabe des Wohnimmobilien-Marktberichts der OeNB

24 September 2026
OeNB Report 2026/25
Anja Hahn, Selin Johanna Scheuerer, Elena Schlögl, Stefan W. Schmitz
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Zusammenfassung

Der österreichische Wohnimmobilienmarkt durchlief in den letzten 25 Jahren drei Phasen. Zwischen 2000 und Ende 2009 stiegen die Immobilienpreise und die Einkommen der privaten Haushalte in ähnlichem Maße an. Nach der globalen Finanzkrise ab 2010 begann eine lange Boomphase mit niedrigen Zinsen, starker Bautätigkeit und kräftig anziehenden Immobilienpreisen. Gleichzeitig erhöhten sich das Volumen der neu vergebenen Kredite im Verhältnis zu den Haushaltseinkommen sowie die Risiken für die Finanzmarktstabilität. Ab 2022 stiegen die Zinsen an und die Bautätigkeit, Immobilienpreise und -transaktionen sowie das Volumen an neuen Krediten gingen zurück. Gleichzeitig halfen bessere Standards bei der Kreditvergabe, die Kreditqualität und die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems weiterhin zu erhalten.

Highlights

Phase 1: Immobilienmarkt bis Ende 2009 ausgewogen
Die Preise für Wohnimmobilien und die Einkommen in Österreich entwickelten sich bis Ende 2009 ähnlich. So blieben Wohnimmobilien für die Menschen ähnlich gut leistbar. Risiken ergaben sich vor allem aus dem hohen Volumen an Fremdwährungskrediten. Die Aufsicht ergriff entsprechende Maßnahmen. Auch während der Finanzkrise blieb das Finanzsystem daher stabil.

Phase 2: nach Finanzkrise niedrige Zinsen und steigende Immobilienpreise ab 2010
Niedrige Zinsen, intensive Bautätigkeit und stark steigende Immobilienpreise prägten die Zeit ab 2010. Preise für Wohnimmobilien stiegen stärker als die Einkommen. Damit ging eine höhere Verschuldung der privaten Haushalte in Relation zu ihren Einkommen einher. Die Risiken für die Finanzmarkstabilität stiegen. Die Aufsicht ergriff Maßnahmen, um die Risiken zu reduzieren.

Phase 3: Zinswende und Marktanpassung ab Mitte 2022, Finanzmarkt weiterhin stabil
Die Preise für Wohnimmobilien sanken, während die Einkommen an die Inflation angepasst wurden. Gleichzeitig stiegen die Zinsen und das Kreditvolumen ging zurück. Bessere Kreditvergabestandards halfen, die Kreditqualität und die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems auch im veränderten Umfeld zu erhalten.