TARGET-Dienste
Die TARGET-Dienste (TARGET Services) sind Dienstleistungen des Eurosystems für den Finanzmarkt. Sie dienen der reibungslosen und sicheren Übertragung von Geld, Wertpapieren und Sicherheiten in ganz Europa. Alle TARGET-Dienste verwenden Zentralbankgeld und kommunizieren auf Basis des ISO20022-Standards.
Überblick über die TARGET-Dienste
CLM steht für Central Liquidity Management, also zentrales Liquiditätsmanagement. CLM ist eine Komponente des Abwicklungssystems T2. Über CLM werden Liquiditätsmanagement, geldpolitische Geschäfte sowie die Haltung der Mindestreserve abgewickelt.
In CLM können die Teilnehmer außerdem
- ihre Liquidität zentral steuern und überwachen
- Liquidität von zentralen Geldkonten (Main Cash Accounts – MCAs) an zweckgebundene Geldkonten (Dedicated Cash Accounts – DCAs) in RTGS, TIPS und T2S übertragen
- das Liquiditäts-Dashboard im MCA-Konto für einen zentralen Überblick über sämtliche Liquiditäts-Positionen nutzen
Sämtliche Guthaben auf MCA- und DCA-Konten der TARGET-Dienste werden automatisch bei der Haltung der Mindestreserve berücksichtig. Es ist also kein manueller Eingriff des Teilnehmers erforderlich.
Auch die Abwicklungskomponente RTGS und die TARGET-Dienste T2S und TIPS nutzen CLM.
Die OeNB bietet österreichischen Banken eine Co-Management-Funktion für CLM an.
Damit können diese über das OeNB-Zahlungssystem ASTI auf CLM zugreifen und
- Kontostände abfragen
- Kontoauszüge herunterladen
- Aufträge abfragen
- Reservierungen vornehmen
- Liquidität von und zu ASTI übertragen
- Liquidität zwischen zwei Konten in CLM übertragen
- Liquidität auf ein zweckgebundenes Geldkonto (DCA) übertragen
Dieses Angebot richtet sich vor allem an kleine Institute, für die eine Anbindung an die TARGET-Dienste über einen zertifizierten Netzwerkdienste-Anbieter (Network Service Provider – NSP) zu aufwändig ist.
- Main Cash Accounts (MCAs) sind zentrale Geldkonten in CLM.
- Dedicated Cash Accounts (DCAs) sind zweckgebundene Geldkonten in den untergeordneten Komponenten bzw. Systemen.
RTGS steht für Real-time Gross Settlement, also Echtzeit-Brutto-Abwicklung, und ist eine Komponente des Abwicklungssystems T2.
Über RTGS können Geschäftspartner abwickeln:
- Bankenzahlungen
- Kundenzahlungen
- Bankenlastschriften
- Reklamationsfälle
- Rücksendungen bzw. Rückzahlungen (Returns)
Außerdem können Nebensysteme (Ancillary Systems) die Liquiditätspositionen ihrer Teilnehmer in RTGS buchen, wenn diese am RTGS sowie dem betreffenden Nebensystem teilnehmen. Die Verbuchung erfolgt auf zweckgebundenen Geldkonten (Dedicated Cash Accounts – DCAs) bzw. in einigen Nebensystemen auch auf speziell dafür eröffneten Unterkonten.
T2S steht für TARGET2-Securities und dient der einheitlichen Abwicklung von Wertpapiertransaktionen auf einer gemeinsamen Plattform und in Zentralbankgeld. Europäische Wertpapier-Zentralverwahrer können T2S für die Abwicklung von nationalen und grenzüberschreitenden Wertpapier-Transaktionen nutzen.
T2S zielt darauf ab,
- das Post-Trading sicherer und effizienter zu machen,
- den Wettbewerb zu fördern,
- Back-Office-Kosten sowie Entgelte in Europa – insbesondere bei grenzüberschreitenden Transaktionen – zu reduzieren.
TIPS steht für TARGET Instant Payment Settlement und dient der Abwicklung für Echtzeitzahlungen im Format SCT Inst (SEPA Instant Credit Transfer). Zahlungen in TIPS sind SEPA-Echtzeitüberweisungen in Zentralbankgeld.
TIPS zielt darauf ab,
- einen raschen Geldtransfer zwischen zwei Personen zu ermöglichen,
- technische Standards zu vereinheitlichen und
- durch die Verwendung von Zentralbankgeld sichere Zahlungen zu gewährleisten.
ECMS steht für Eurosystem Collateral Management System und ist ein harmonisiertes IT-System zur Verwaltung von Vermögenswerten, die als Sicherheiten in den Refinanzierungsgeschäften des Eurosystems eingesetzt werden. Es wurde im Juni 2025 in Betrieb genommen.
Pontes ist ein Projekt des Eurosystems, das als technische Brücke gedacht ist:
Es verbindet die herkömmlichen TARGET-Dienste mit marktbasierten Plattformen, die die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) nutzen. Dadurch soll Pontes die sichere Abwicklung von Großbetrags-Zahlungen und Wertpapier-Transaktionen in Zentralbankgeld ermöglichen.
Im Rahmen der strategischen Initiative APPIA arbeitet das Eurosystem – gemeinsam mit Akteuren aus dem öffentlichen und privaten Sektor – daran, ein tokenisiertes Finanzökosystem in Europa zu gestalten. Dabei sollen Tokenisierung – also die Ausgabe bzw. Abbildung von Vermögenswerten als digitale „Token“ – und die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) genutzt werden, um Transaktionen am Finanzmarkt noch effizienter zu machen. Zentralbankgeld wird dabei weiterhin eine zentrale Rolle spielen – in tokenisierter Form. Bis 2028 soll die Initiative eine Vision für ein sicheres, tokenisiertes europäisches Finanzökosystem veröffentlichen.
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Echtzeitzahlungen (TIPS)
Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Fragen zu TIPS, dem TARGET-Dienst für Echtzeitzahlungen, sowie weiterführende Informationen und Links.
Über TIPS können Banken und Zahlungsdienstleister für ihre Kunden Überweisungen in Echtzeit abwickeln. So wird ein Geldtransfer zwischen Personen oder Unternehmen innerhalb von 10 Sekunden möglich. TIPS funktioniert ganzjährig rund um die Uhr.
Was sind die Vorteile von TIPS?
Die Vorteile von TIPS sind:
- Geschwindigkeit – Zahlungen dauern maximal 10 Sekunden
- Sicherheit – Zahlungen werden in Zentralbankgeld abgewickelt
- Reichweite – TIPS funktioniert europaweit
- Verfügbarkeit – TIPS ist ganzjährig rund um die Uhr verfügbar
- Multi-Währungsfähigkeit – TIPS funktioniert für Zahlungen in Euro, Schwedischen Kronen und Dänischen Kronen
Wer kann an TIPS teilnehmen?
An TIPS können teilnehmen:
- Banken
- Zahlungsdienstleister
- technische Dienstleister (Service Provider)
- Clearinghäuser
Teilnehmer müssen ein eigenes zentrales Geldkonto (MCA-Konto) haben und ein TIPS-Konto einrichten oder sich von einem anderen TIPS-Teilnehmer als erreichbare Bank (Reachable Party) registrieren lassen.
Nähere Informationen dazu finden Sie weiter unten auf dieser Seite sowie unter TARGET-Dienste.
Downloads und Links
- TIPS User Requirements (URD) (PDF, 2 MB)
- TIPS User Detailed Functional Specifications (UDFS) (PDF, 24 MB)
- TIPS User Handbook (UHB) (PDF, 5 MB)
- TIPS – Main features and how to participate (PDF, 1 MB)
- EZB: TIPS facts and figures (incl. list of TIPS direct participants and reachable parties)
- EZB: TIPS Consultative Group documentation
Geschäftsbedingungen für TARGET-OeNB
Diese Geschäftsbedingungen regeln die Teilnahme von Banken und Zahlungsdienstleistern an TARGET-OeNB.
- Änderungen der Geschäftsbedingungen der Oesterreichischen Nationalbank (PDF, 586 KB) Änderungen der Geschäftsbedingungen der Oesterreichischen Nationalbank per 15. Juni 2026, 1. Juli 2026 und 14. November 2026
- Geschäftsbedingungen der OeNB für die Teilnahme an TARGET-OeNB (gültig ab 15.06.2026) (PDF, 1 MB)
- Geschäftsbedingungen der OeNB für die Teilnahme an TARGET-OeNB (gültig bis 14.06.2026, in Teilen bis 13.11.2026) (PDF, 1 MB)
Target Compensation Scheme – Claim Form
Mit diesem Formular können Teilnehmer an den TARGET-Diensten Entschädigungsansprüche geltend machen – etwa, wenn eine technische Fehlfunktion der TARGET-Dienste dazu führt, dass Zahlungen nicht am selben Geschäftstag abgewickelt werden können und dadurch Zinsnachteile entstehen.
Weitere Geschäftsbedingungen der OeNB
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