Hohes Lohnwachstum in den vergangenen Jahren – niedrigere Abschlüsse in der laufenden Lohnrunde

10. Juni 2026
OeNB Policy Brief 2026/1
Wolf Heinrich Reuter, Alfred Stiglbauer, Gerhard Fenz
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Zusammenfassung

In den Jahren von 2022 bis 2025 kam es in Österreich zu einem um 6 Prozentpunkte höheren Wachstum der Lohnstückkosten als im Euroraum. Dadurch hat sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Volkswirtschaft deutlich verschlechtert. In der laufenden Lohnrunde – beginnend mit den Lohnabschlüssen seit Herbst 2025 – ist eine Trendwende erkennbar: Zum einen kommt es aktuell mehrheitlich zu Abschlüssen unterhalb der Inflationsrate, und zum anderen sind Mehrjahresabschlüsse mit fixen Lohnsteigerungen häufiger geworden. Dies trägt dazu bei, dass sich die relative Lohnstückkostenposition gegenüber dem Euroraum aktuell nicht weiter verschlechtert, und könnte Zweitrundeneffekte bei der Inflation dämpfen.

Highlights

Lohnabschlüsse mehrheitlich unter Inflationsrate
In der laufenden Lohnrunde ist eine Trendwende erkennbar. Die Mehrzahl der Abschlüsse liegt unter der rollierenden Inflation, was auch insbesondere mit der zuletzt negativen Entwicklung der mittelfristigen Arbeitsproduk-tivität zusammenhängen dürfte.

Häufiger Mehrjahresabschlüsse mit fixen Steigerungsraten 
Außerdem stieg die Häufigkeit von Mehrjahresabschlüssen. Diese sehen entgegen den Gepflogenheiten in den vorigen Lohnrunden mehrheitlich fixe Lohnsteigerungen vor und sind somit nicht von der künftigen Inflationsentwicklung abhängig.

Keine weitere Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit 
Die aktuellen Entwicklungen tragen dazu bei, weitere Verluste an preislicher Wettbewerbs-fähigkeit gegenüber dem Euroraumdurchschnitt zu vermeiden. Die hohen Verluste der vergangenen Jahre werden aber nicht aufgeholt.