Außenwirtschaft

Österreichs Wirtschaft ist stark international vernetzt. In der Zahlungsbilanz werden diese Verbindungen sichtbar. Die wichtigsten Partnerländer sind der Euroraum, besonders Deutschland, sowie die USA, China und die Schweiz.

Bedeutung der österreichischen Außenwirtschaft

Die Außenwirtschaft umfasst alle wirtschaftlichen Beziehungen eines Landes mit dem Ausland – also Exporte und Importe von Gütern und Dienstleistungen, den grenzüberschreitenden Kapitalverkehr und Investitionen. Für Österreich ist sie überragend wichtig, weil ein wesentlicher Teil der Wirtschaftsleistung aus der Verflechtung mit dem Ausland stammt.

Österreichs Wirtschaft ist international intensiv vernetzt. Dies betrifft sowohl den Handel mit Gütern und Dienstleistungen als auch den Kapitalverkehr wie z. B. Direktinvestitionen. Auch der Reiseverkehr ist eine wichtige Ertragsquelle für die österreichische Wirtschaft. Der Euroraum ist insgesamt mit Abstand die wichtigste Partnerregion, wobei Deutschland eine herausragende Rolle einnimmt. Aber auch andere Volkswirtschaften wie die USA, China oder die Schweiz sind als Handelspartner sehr bedeutend.

Messgrößen der Außenwirtschaft

Auf dieser Seite bieten wir einen ersten Überblick zu wichtigen Messgrößen der außenwirtschaftlichen Lage:

  • Zahlungsbilanz und Internationale Vermögensposition
    - Portfolioinvestitionen
    - Sonstige Investitionen
  • Dienstleistungsstatistiken
  • Direktinvestitionsstatistiken

Detaillierte Daten zur Außenwirtschaft finden Sie in unserem Datenbereich. Unser Datenangebot umfasst Informationen zur österreichischen Zahlungsbilanz, einschließlich Details zur Leistungsbilanz, sowie zur Internationalen Vermögensposition, auch nach Partnerregionen. Weiters werden der internationale Dienstleistungsverkehr sowie die österreichischen Direktinvestitionen mit Gliederung nach Branchen und Beschäftigten dargestellt. Zum Dienstleistungsverkehr gibt es zudem eine Darstellung nach der Art der Erbringung.

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Wichtige Kennzahlen für Österreich

  • Leistungsbilanzsaldo

  • Internationale Vermögensposition Netto

  • Reiseverkehrseinnahmen Netto

Zahlungsbilanz

Die Zahlungsbilanz ist ein wichtiges wirtschaftspolitisches Analyseinstrument, das Rückschlüsse auf die internationale Verflechtung und die Stabilität einer Volkswirtschaft im internationalen Vergleich ermöglicht. Sie erfasst alle wirtschaftlichen Transaktionen mit dem Ausland. Das betrifft sowohl die Realwirtschaft – den Handel mit Gütern und Dienstleistungen, Erwerbs- und Vermögenseinkünfte, Transferzahlungen – als auch die Finanzwirtschaft bzw. den internationalen Kapitalverkehr mit Direktinvestitionen (grenzüberschreitende Firmenbeteiligungen), Portfolioinvestitionen (grenzüberschreitende Wertpapierinvestitionen), Sonstige Investitionen (grenzüberschreitende Kredite und Bankeinlagen) und grenzüberschreitende Finanzderivate sowie Währungsreserven.

Realwirtschaftliche Entwicklungen werden überwiegend in der Leistungsbilanz und in den Vermögensübertragungen abgebildet, die finanzielle Transaktionen in der Kapitalbilanz.

Die internationale Vermögensposition (IVP) zeigt – im Gegensatz zur Kapitalbilanz, die finanzielle Transaktionen abbildet – das Finanzvermögen bzw. die Finanzverpflichtungen gegenüber dem Ausland. Methodisch basiert die Zahlungsbilanz auf den internationalen Konventionen des Balance of Payments Manual des IWF und des Systems volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen.

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Dienstleistungen

Dienstleistungen umfassen zum Beispiel Transportleistungen, Reiseverkehr, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen, Beratungsleistungen, technische Dienstleistungen, Patente und Lizenzen. Die Transaktionen sind zu Marktpreisen bewertet. Credit zeigt die an das Ausland verkauften Leistungen, Debit die vom Ausland bezogenen.

Neben dem Eingang in die Zahlungsbilanzstatistik werden auch Strukturinformationen zum unternehmensnahen Dienstleistungsverkehr veröffentlicht (Services Trade by Enterprise Characteristics, STEC). Zusätzlich wird der internationale Dienstleistungsverkehr auch danach unterschieden, welche Art der Erbringung bzw. der Versorgung stattfindet (Modes of Supply, MoS).

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Direktinvestitionen

Direktinvestitionen sind grenzüberschreitende Unternehmensbeteiligungen mit einem Anteil von mindestens 10 % an den Stimmrechten. Ab diesem Schwellenwert wird ein längerfristiges Engagement von Investor:innen an Unternehmen angenommen – ein wesentliches Kriterium für Direktinvestitionen.

Aktive Direktinvestitionen zeigen Beteiligungen von inländischen Investor:innen an einem ausländischen Unternehmen, bei passiven Direktinvestitionen beteiligen sich ausländische Investor:innen an österreichischen Unternehmen. Die Direktinvestitionsstatistik wird in Form von Beständen, Transaktionen sowie Einkommen jeweils nach Ländern, Branchen sowie Finanzierungsinstrumenten dargestellt.

Wichtig ist die Unterscheidung dieser Direktinvestitionsstatistiken von der funktionalen Kategorie „Direktinvestitionen“ der Zahlungsbilanz und der internationalen Vermögensposition. Bei letzterer werden Direktinvestitionen in Forderungen und Verbindlichkeiten unterschieden, und nicht nach der Investitionsrichtung der Beteiligung wie bei aktiven und passiven Direktinvestitionen. 

Für die Analyse von Direktinvestitionen wird die Verwendung der Direktinvestitionsstatistik empfohlen.

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Portfolioinvestitionen

Portfolioinvestitionen sind grenzüberschreitende Wertpapiergeschäfte, sofern diese keine Beteiligungen von 10 % oder mehr am stimmberechtigten Kapital darstellen. Andernfalls sind sie den Direktinvestitionen zuzuordnen. Für den Anleger stehen Profite in Form von Renditen im Vordergrund, während bei Direktinvestitionen der Einfluss auf das Unternehmen im Vordergrund steht. Grenzüberschreitende Käufe und Verkäufe von Wertpapieren werden in der Zahlungsbilanz dargestellt,
der Bestand an ausländischen Wertpapieren im Besitz von Inländern bzw. der Bestand an inländischen Wertpapieren im Besitz von Ausländern wird in der Internationalen Vermögensposition (IVP) gezeigt. Portfolioinvestitionen werden immer zu Marktwerten bewertet.

Als inländische Wertpapiere gelten solche, deren Emittenten ihren Sitz im Inland haben. Als ausländische Wertpapiere werden jene beschrieben, deren Emittenten ihren Sitz im Ausland haben. Diese Klassifikation richtet sich somit nicht nach dem Land, in dem das Wertpapier auf den Markt gebracht wird (Emissionsland) und erfolgt unabhängig von der Währung, auf die das Wertpapier lautet.

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Sonstige Investitionen

Sonstige Investitionen (SI) sind all jene Kapitalformen, die weder den Portfolioinvestitionen, noch den Direktinvestitionen, den Finanzderivaten oder den offiziellen Währungsreserven zugerechnet werden. Darunter sind insbesondere folgende Finanzierungsinstrumente zu verstehen: Bargeld und Einlagen, Kredite (unter 10 % Beteiligung), Versicherungstechnische Rückstellungen, Handelskredite, Sonstige Anteilsrechte (unter 10 % Beteiligung), Sonderziehungsrechte. 

Sonstige Investitionen werden als Transaktionen innerhalb der Zahlungsbilanz dargestellt, ausstehende Forderungen/Verbindlichkeiten (Stände) in der Internationalen Vermögensposition (IVP). Sie werden in Form von Buchwerten dargestellt.
Grenzüberschreitende Erträge Sonstiger Investitionen werden in der Zahlungsbilanz in der gleichen Gliederung wie die Bestände gezeigt. Diese sind in der Leistungsbilanz unter der Kategorie Vermögenseinkommen zu finden.

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Reports zur Außenwirtschaft