Finanzverhalten der Haushalte

Private Haushalte treffen viele Finanzentscheidungen, die sich in Summe auf die Wirtschaft auswirken. Sie sparen und investieren, nehmen Kredite auf oder bilden Vermögen, um für die Zukunft vorzusorgen. Sie stellen der Wirtschaft damit finanzielle Mittel zur Verfügung, die wesentlich sind für produktive Investitionen und Fortschritt.

Wie Menschen in Österreich sparen, investieren und vorsorgen

Wir alle treffen tagtäglich eine Vielzahl von Finanzentscheidungen, die sich in Summe auf die Entwicklung der Wirtschaft auswirken. Unser verfügbares Einkommen wenden wir entweder für den Konsum auf oder wir sparen es, um realwirtschaftliche oder finanzielle Investitionen zu tätigen.

Private Haushalte stellen Banken und nichtfinanziellen Unternehmen damit Kapital zur Verfügung, das diese für ihre Geschäftstätigkeit benötigen. Die Ersparnisse der privaten Haushalte sind also wesentliche Ressourcen für produktive Investitionen der Unternehmen und damit für Innovation und Fortschritt.

Warum beschäftigen wir uns mit dieser Frage?

Haushalte bestimmen über ihr Sparen, Investieren und Verschulden maßgeblich, wie die Wirtschaft auf geldpolitische Entscheidungen reagiert.

Die OeNB untersucht das Finanzverhalten der privaten Haushalte sowie das anderer volkswirtschaftlicher Sektoren regelmäßig und stellt die Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung. Entscheidungsträger:innen aus Politik und Wirtschaft, Forscher:innen und nicht zuletzt die privaten Haushalte selbst gewinnen mithilfe dieser Daten, Analysen und Forschungsergebnisse wertvolle Erkenntnisse, mit deren Hilfe sie informierte Entscheidungen treffen können.

Household Finance and Consumption Survey (HFCS)

Im Zuge der Erhebung zur finanziellen Situation und zum Konsum der Haushalte (Household Finance and Consumption Survey, HFCS) werden Daten zum Finanzanlage- und Konsumverhalten privater Haushalte erhoben. Der HFCS ist in Europa die umfassendste Haushaltserhebung zu diesem Themengebiet.

In Österreich ist der HFCS die erste Erhebung, die eine umfassende wissenschaftliche Analyse der finanziellen Situation privater Haushalte gemäß internationalen Standards ermöglicht. Das Projekt wird in Österreich von der OeNB in enger Zusammenarbeit mit den anderen nationalen Zentralbanken des Eurosystems und der Europäischen Zentralbank (EZB) realisiert.

HFCS

Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung

Die Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung zeigt, wie private Haushalte sparen, sich verschulden und Vermögen aufbauen. Sie macht das Finanzverhalten der Haushalte sichtbar, indem sie deren Finanzvermögen, Schulden und Transaktionen systematisch erfasst.

Sie zeigt Finanztransaktionen und Finanzbestände aller volkswirtschaftlichen Sektoren in Österreich. Dazu gehören z. B.  nichtfinanzielle Unternehmen, private Haushalte oder Banken. Die Gliederung erfolgt nach Veranlagungs- bzw. Finanzierungsinstrumenten (wie z. B. Einlagen, Kredite, Wertpapiere, Anteilsrechte bzw. Versicherungs- und Alterssicherungssysteme).

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  • Finanzielles Nettovermögen privater Haushalte

  • Finanzielle Investitionen privater Haushalte

  • Finanzierungssaldo

Die Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung ist ein Teil der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, sie bildet deren finanzielle Seite ab.

Die Daten werden auf Basis des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010 (ESVG 2010) erstellt. Dies ist das neueste, international kompatible EU-Regelwerk zur Rechnungslegung für eine systematische und detaillierte Beschreibung einer Volkswirtschaft und entspricht dem weltweiten „System of National Accounts 2008“ bzw. in den grenzüberschreitenden Finanztransaktionen dem „6. Zahlungsbilanzmanual des Internationalen Währungsfonds“.

In die Berechnung der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung fließt eine Vielzahl an verschiedenen Datenquellen ein. Dazu zählen Statistiken der OeNB, von Statistik Austria und der FMA. Gemeldet werden die Daten unter anderen von Banken, Versicherungen, Pensionskassen und nichtfinanziellen Unternehmen.

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Reports zum Finanzverhalten der Haushalte