Glossar

Das OeNB‑Glossar unterstützt dabei, komplexe Begriffe aus der Finanz‑ und Wirtschaftswelt verständlich zu machen. Es erklärt zentrale Fachwörter, Abkürzungen und Konzepte der OeNB in klarer, zugänglicher Sprache und schafft damit Orientierung in einem oft anspruchsvollen Themenfeld.

A

Abwicklung einer Bank
Die Abwicklung ist ein Verfahren, um eine ausfallende Bank auf kontrollierte Weise zu schließen. Es wird genutzt, wenn ein normales Insolvenzverfahren nicht möglich ist, weil dieses die Stabilität des Finanzsystems gefährden könnte. Bei einer Abwicklung werden die wichtigsten Funktionen der Bank aufrechterhalten und die Interessen der Kund:innen bestmöglich geschützt. In Österreich ist die Finanzmarktaufsicht (FMA) die zuständige Abwicklungsbehörde.

Ausfall
Ausfall bezeichnet im Finanzwesen den Umstand, dass Schuldner:innen fällige Zahlungen nicht erbringen können oder wollen. Ein Ausfall liegt etwa vor, wenn Kreditnehmer:innen Zinsen oder Kreditraten nicht mehr bezahlen können.

B

Bail-in
Bail-in bedeutet, dass Gläubiger einer Bank (z. B. bestimmte Investoren in Anleihen) Verluste tragen müssen, wenn die Bank saniert oder geschlossen wird. Auf Deutsch wird auch „Gläubigerbeteiligung“ verwendet.
Bail-out
Bail-out bedeutet, dass der Staat oder eine andere Stelle die Schulden einer Bank übernimmt, wenn diese in Schwierigkeiten gerät. Man spricht in dem Fall auch von „Bankenrettung“.
Bankenaufsicht
Die Bankenaufsicht kontrolliert, ob Banken im Rahmen der Gesetze agieren und sorgfältig handeln. Sie prüft z. B., ob Banken ihre Risiken angemessen steuern, überwachen und begrenzen, solide Erträge erwirtschaften und genug eigenes Kapital haben, damit die Gelder ihrer Kund:innen geschützt sind.
Bankensystem
Das Bankensystem ist die Gesamtheit aller Banken in einem Land.
Banknotenumlauf
Als Banknotenumlauf bezeichnet man den Gesamtwert aller Banknoten, die laut Zentralbankbilanz zirkulieren.
Bankomat®
Ein Bankomat® ist ein Gerät zum Abheben von Bargeld vom eigenen Konto in Selbstbedienung. Die Bezeichnung Bankomat® ist vor allem in Österreich gebräuchlich und hier auch rechtlich geschützt. Viele Geräte bieten zusätzliche Funktionen, etwa Einzahlungen oder die Abfrage des Kontostands. Andere Bezeichnungen sind Geldautomat und Geldausgabeautomat.
Bankwesengesetz
Das Bankwesengesetz ist jenes Gesetz, das die grundsätzlichen Regeln für Banken in Österreich festlegt. Der volle Titel lautet Bundesgesetz über das Bankwesen, die Abkürzung ist BWG.
Bargeld
Bargeld ist Geld in Form von Banknoten und Münzen.
bedeutende Bank
Eine bedeutende Bank ist laut Europäischer Zentralbank (EZB) besonders groß und/oder hat eine hohe wirtschaftliche bzw. grenzüberschreitende Bedeutung. Gebräuchlich ist auch „bedeutendes Institut“ bzw. die englische Bezeichnung „significant institution (SI)“.
BIC
Der BIC, kurz für Business Identifier Code, ist eine mehrstellige Nummer, die einer Bank zugeordnet ist. Der BIC ermöglicht damit die eindeutige Identifizierung einer Bank. Der BIC wird z. B. bei Überweisungen ins Ausland benötigt, damit das Geld zur richtigen Bank geht.
Binnenmarkt
Ein Binnenmarkt ist ein abgegrenzter Wirtschaftsraum mit weitgehend gleichen Marktregelungen für alle teilnehmenden Staaten oder Regionen. Der europäische Binnenmarkt beruht auf den vier Grundfreiheiten: dem freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen. Damit gibt es zwischen den Mitgliedsstaaten keine Zölle oder Handelsbeschränkungen, und die Bürger:innen dürfen in allen Mitgliedsstaaten arbeiten, sich niederlassen oder ein Unternehmen gründen.
BIP
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem bestimmten Zeitraum produziert werden. Das BIP ist ein statistisches Maß, mit dem die wirtschaftliche Stärke eines Landes gemessen wird.
Bonität
Die Bonität ist die Einschätzung, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Privatperson oder ein Unternehmen verlässlich Schulden zurückzahlen kann. Diese Einschätzung basiert auf den Vermögensverhältnissen der Schuldner:innen. Banken nutzen die Bonitätsprüfung, um zu entscheiden, ob bzw. zu welchen Bedingungen sie einen Kredit vergeben.
Bruttoinlandsprodukt
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem bestimmten Zeitraum produziert werden. Das BIP ist ein statistisches Maß, mit dem die wirtschaftliche Stärke eines Landes gemessen wird.
Buchgeld
Buchgeld (oder Giralgeld) ist Geld, das als Guthaben auf einem Girokonto liegt und für unbare Zahlungen genutzt wird, z. B. für Überweisungen oder Kartenzahlungen. Buchgeld kann in der Regel jederzeit in Bargeld umgewandelt werden. Wenn man also z. B. am Geldautomat Bargeld von seinem Konto abhebt, wird Buchgeld zu Bargeld.
Budgetpolitik
Budgetpolitik ist die Planung und Steuerung der staatlichen Einnahmen und Ausgaben, um politische Ziele zu erreichen.
Budgetsaldo
Der Budgetsaldo ist der Unterschied zwischen den Einnahmen und Ausgaben eines Staates (z. B. des Bundes oder einer Gemeinde) in einem bestimmten Zeitraum. Ein positiver Saldo zeigt an, dass ein öffentlicher Haushalt mehr einnimmt als ausgibt und somit einen Budgetüberschuss aufweist. Bei einem negativen Saldo ist es genau umgekehrt; es liegt ein Budgetdefizit vor.
Business Identifier Code
Der BIC, kurz für Business Identifier Code, ist eine mehrstellige Nummer, die einer Bank zugeordnet ist. Der BIC ermöglicht damit die eindeutige Identifizierung einer Bank. Der BIC wird z. B. bei Überweisungen ins Ausland benötigt, damit das Geld zur richtigen Bank geht.
BWG
Das Bankwesengesetz ist jenes Gesetz, das die grundsätzlichen Regeln für Banken in Österreich festlegt. Der volle Titel lautet Bundesgesetz über das Bankwesen, die Abkürzung ist BWG.

C

Cent
Cent ist die kleinste Geldeinheit des Euro. 100 Cent entsprechen 1 Euro.
Clearing
Clearing umfasst alle Schritte, die zwischen einem Zahlungsauftrag und der tatsächlichen Übertragung des Geldes liegen. Die Zahlungsaufträge werden übermittelt, abgeglichen und in manchen Fällen bestätigt. Häufig werden gegenseitige Forderungen dabei auch aufgerechnet, sodass am Ende nur noch der Saldo offen ist. Eine zentrale Stelle – die Clearingstelle – übernimmt diese Aufgabe. So müssen nicht alle Beteiligten einzeln miteinander abrechnen, sondern nur mit dieser einen Stelle. Das Geld selbst wird erst im nächsten Schritt übertragen, bei der Abwicklung (Settlement).

D

Dauerauftrag
Mit einem Dauerauftrag beauftragen Kontoinhaber:innen ihre Bank, regelmäßig einen gleichbleibenden Betrag auf dasselbe Konto zu überweisen. Das kann z. B. die monatliche Wohnungsmiete oder ein Sparbetrag sein. Wie lange ein Dauerauftrag läuft, bestimmen die Kontoinhaber:innen.
Debitkarte
Eine Debitkarte ist eine Karte zum Abheben von Bargeld oder zum bargeldlosen Bezahlen. Der Betrag wird sofort oder innerhalb weniger Tage von dem Konto abgebucht, das mit der Karte verbunden ist. In Österreich werden Debitkarten oft auch Bankomatkarte oder Bankkarte genannt.
Deflation
Deflation bedeutet, dass die Preise von Waren und Dienstleistungen bei einem großen Teil der Produkte sinkt und dieser Rückgang über einen längeren Zeitraum anhält. Wenn Konsument:innen folglich mit weiter sinkenden Preisen rechnen, beginnen sie Käufe aufzuschieben, Unternehmen verdienen weniger und schieben Investitionen auf.
Devisen
Devisen sind Guthaben in einer fremden Währung, die nicht als Bargeld vorliegen, etwa Bankguthaben in US-Dollar oder eine Überweisung in Schweizer Franken. Im Alltag wird die Bezeichnung Devisen häufig auch für Bargeld in Fremdwährung verwendet, in der Fachsprache heißt dieses jedoch Valuten.
Devisenpolitik
Devisenpolitik bezeichnet die Maßnahmen einer Zentralbank, die darauf abzielen, den Wert der eigenen Währung gegenüber einer anderen Währung in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen. Dazu gehört z. B. der An- oder Verkauf von fremden Währungen. Man nennt solche Maßnahmen auch Interventionen am Devisenmarkt.
digitale Geldbörse
Eine digitale Geldbörse (Wallet) ist eine auf einem mobilen Endgerät installierte App, mit der Zahlungen durchgeführt und verwaltet werden können. In einer Wallet können Zahlungskarten, Online-Bezahldienste (z. B. PayPal), Ausweise oder Tickets hinterlegt werden. Zudem gibt es Krypto-Wallets, die zur Verwaltung von Kryptowerten dienen.
digitaler Euro
Der digitale Euro ist die elektronische Form des Euro-Bargelds. Er würde öffentliches Zentralbankgeld auch im digitalen Raum verfügbar machen. Der digitale Euro existiert noch nicht. An seiner Entwicklung arbeiten derzeit die Europäische Zentralbank (EZB) und die Zentralbanken der Länder, die den Euro eingeführt haben.
digitales Zentralbankgeld
Digitales Zentralbankgeld ist öffentliches Geld in elektronischer Form, das von einer Zentralbank ausgegeben wird. Die Zentralbank entscheidet auf Basis der jeweils gültigen Rechtsgrundlagen über Ausgabemenge und Rahmenregelungen. In der Fachwelt gängig ist auch die englische Abkürzung CBDC (central bank digital currency).
Direktbank
Eine Direktbank ist eine Bank, die keine Filialen hat und ihre Dienstleistungen nur online, per App oder telefonisch anbietet.
Direktorium der OeNB
Das Direktorium der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) ist das vierköpfige Leitungsgremium der österreichischen Zentralbank. Es besteht aus Gouverneur:in, Vize-Gouverneur:in und zwei weiteren Mitgliedern.

E

Echtzeitüberweisung
Eine Echtzeitüberweisung ist eine elektronische Zahlung, bei der das Geld innerhalb weniger Sekunden auf dem Zielkonto ankommt. Sie ist rund um die Uhr möglich, auch an Wochenenden und Feiertagen und dauert in der Regel höchstens zehn Sekunden.
ECMS
Das Eurosystem Collateral Management System (ECMS) ist eine vom Eurosystem betriebene Plattform für die Verwaltung von Vermögenswerten (Wertpapieren und Krediten), die als Sicherheiten bei Kreditgeschäften im Eurosystem verwendet werden.
ECU
Der ECU (kurz für European Currency Unit) war der Vorläufer des Euro. Er diente von 1979 bis Ende 1998 als offizielle Rechnungseinheit des Europäischen Währungssystems. Er war ein Währungskorb, dessen Wert sich aus festgelegten Anteilen der Währungen der teilnehmenden EU-Mitgliedstaaten zusammensetzte.
Eigenkapital einer Bank
Das Eigenkapital einer Bank im buchhalterischen Sinn sind jene Mittel, die sie von ihren Eigentümern erhalten hat, sowie die Gewinne, die sie im Lauf der Zeit einbehalten hat. Das Eigenkapital einer Bank dient als Haftungs- und Risikopuffer, um unerwartete Verluste aufzufangen.
Eigenkapitalrichtlinie
Die Eigenkapitalrichtlinie ist jene EU-Rechtsnorm, die u. a. festlegt, wie Banken ihr Kapital und ihre Risiken messen. Mit der Richtlinie gibt die EU Ziele und Mindeststandards vor. Diese müssen von den einzelnen Mitgliedstaaten in nationale Gesetze gegossen werden. Gebräuchlich ist auch die englische Bezeichnung der Richtlinie: Capital Requirements Directive bzw. CRD.
Eigenkapitalverordnung
Die Eigenkapitalverordnung ist eine EU-weit rechtlich bindende Vorgabe für Banken im Hinblick auf Eigenkapital, Liquidität und Risikomessung. Die Verordnung hat in allen EU-Mitgliedstaaten unmittelbare Rechtswirkung. Gebräuchlich ist auch die englische Bezeichnung der Verordnung: Capital Requirements Regulation bzw. CRR.
Eigenkapital von Kreditnehmer:innen
Das Eigenkapital von Kreditnehmer:innen ist das eigene Geld, das diese bei einer Investition beisteuern (z B. beim Kauf eines Hauses). Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto kleiner die benötigte Kredithöhe. Ein hoher Eigenkapitalanteil verbessert auch die Kreditwürdigkeit, d. h. reduziert das Ausfallrisiko für die kreditgebende Bank, und trägt häufig zu besseren Kreditkonditionen bei.
Eigenmittel
Die Eigenmittel einer Bank sind jene Mittel, die eine Bank im Krisenfall zum Ausgleich von Verlusten verwenden kann. Sie umfassen das Eigenkapital und andere Vermögenswerte, die als Sicherheitspolster dienen können, z. B. langfristige Anleihen oder Rückstellungen (d. h. finanzielle Rücklagen).
Eigenmittelanforderung
Die Eigenmittelanforderungen gemäß EU-Verordnung geben vor, wie viel und welche Art von Kapital eine Bank mindestens vorhalten muss, um ihre Risiken abzudecken und ihre finanzielle Stabilität sicherzustellen.
Eigenmittelerfordernis
Das Eigenmittelerfordernis ist der konkret errechnete Betrag, den eine Bank vorhalten muss. Die Grundlage für die Berechnung bilden die risikogewichteten Aktiva der Bank.
Eigenmittelunterlegung
Die Eigenmittelunterlegung bezeichnet den Eigenmittelbetrag, den eine Bank vorhält, um ein konkretes Risiko abzudecken.
Einheitlicher Aufsichtsmechanismus
Der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism – SSM) regelt, wie die Banken in der EU überwacht werden. Dabei arbeiten die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen zuständigen Behörden (in Österreich sind das die OeNB und die FMA) eng zusammen. Die großen Banken („bedeutende Institute“) werden direkt von der EZB beaufsichtigt, für die kleineren Banken („weniger bedeutende Institute“) sind primär die nationalen Behörden zuständig.
Einlage
Eine Einlage ist Geld, das Kund:innen auf ein Bankkonto oder Sparkonto eingezahlt haben.
Einlagefazilität
Die Einlagefazilität ermöglicht es Banken im Euroraum, Zentralbankreserven über Nacht bei der nationalen Zentralbank anzulegen. Der dafür gezahlte Zins – der sogenannte Zinssatz für die Einlagefazilität – gilt derzeit als der wichtigste der drei Leitzinssätze und beeinflusst direkt das allgemeine Zinsniveau.
Einlagensicherung
Die Einlagensicherung schützt das Guthaben von Bankkund:innen, wenn eine Bank zahlungsunfähig wird. Gesichert sind Guthaben auf Konten und Sparbüchern bis zu 100.000 EUR pro Person und Bank. Das bedeutet, dass im Fall einer Bankinsolvenz die Kund:innen ihre Guthaben bis zu dieser Höchstgrenze aus der Einlagensicherung zurückbekommen.
Endfälliger Kredit
Ein endfälliger Kredit ist ein Darlehen, bei dem der ausgeliehene Betrag erst am Ende der Kreditlaufzeit zurückgezahlt wird. Während der Kreditlaufzeit zahlen Kreditnehmer:innen lediglich die Kreditzinsen.
ESZB
Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) umfasst die nationalen Zentralbanken aller EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Zentralbank (EZB).
EURIBOR
Der EURIBOR ist ein Zinssatz, der anzeigt, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander kurzfristig und ohne Besicherung (für eine Woche bis zwölf Monate) Geld leihen. Er dient oft als Richtschnur für Zinssätze, die Banken bei variabel verzinsten Krediten oder Sparprodukten anwenden. EURIBOR steht für Euro Interbank Offered Rate.
Euro
Der Euro ist die offizielle Währung von 21 Ländern in der EU. Er ist nach dem US-Dollar eine der wichtigsten Währungen weltweit.
Europäisches System der Zentralbanken
Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) umfasst die nationalen Zentralbanken aller EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Zentralbank (EZB).
Europäische Zentralbank
Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Währungsbehörde für den Euroraum, das heißt für alle Länder, die den Euro als offizielle Währung eingeführt haben. Ihre Hauptaufgabe ist es, mit ihrer Geldpolitik für Preisstabilität zu sorgen. Außerdem ist die EZB für die Aufrechterhaltung von Stabilität im Finanzsystem zuständig.
European Currency Unit
Der ECU (kurz für European Currency Unit) war der Vorläufer des Euro. Er diente von 1979 bis Ende 1998 als offizielle Rechnungseinheit des Europäischen Währungssystems. Er war ein Währungskorb, dessen Wert sich aus festgelegten Anteilen der Währungen der teilnehmenden EU-Mitgliedstaaten zusammensetzte.
Euroraum
Der Euroraum ist jene Gruppe von EU-Mitgliedstaaten, die den Euro als ihre offizielle Währung eingeführt haben. Andere gängige Bezeichnungen für den Euroraum sind Euro-Währungsgebiet und Eurozone.
Euro Short-Term Rate
Euro Short-Term Rate (€STR) ist ein Zinssatz, der anzeigt, zu welchen Konditionen sich Banken im Euroraum durchschnittlich über Nacht Geld leihen. Er dient in vielen Finanzverträgen, z. B. Kreditverträgen, als Grundlage für den tatsächlich angewendeten Zinssatz. Er basiert auf Daten, die von den Banken gemeldet werden, und wird von der EZB veröffentlicht.
Eurosystem
Das Eurosystem umfasst die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Zentralbanken jener EU-Mitgliedstaaten, die den Euro eingeführt haben.
Eurosystem Collateral Management System
Das Eurosystem Collateral Management System (ECMS) ist eine vom Eurosystem betriebene Plattform für die Verwaltung von Vermögenswerten (Wertpapieren und Krediten), die als Sicherheiten bei Kreditgeschäften im Eurosystem verwendet werden.
EZB
Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Währungsbehörde für den Euroraum, das heißt für alle Länder, die den Euro als offizielle Währung eingeführt haben. Ihre Hauptaufgabe ist es, mit ihrer Geldpolitik für Preisstabilität zu sorgen. Außerdem ist die EZB für die Aufrechterhaltung von Stabilität im Finanzsystem zuständig.
EZB-Rat
Der EZB-Rat ist das wichtigste Entscheidungsgremium der Europäischen Zentralbank (EZB). Er bestimmt den geldpolitischen Kurs im Euroraum. Dazu gehört, dass er die Leitzinsen festsetzt. Der EZB-Rat besteht aus den Mitgliedern des EZB-Direktoriums und allen Präsident:innen bzw. Gouverneur:innen der nationalen Zentralbanken des Euroraums.

F

Falsifikat
Ein Falsifikat ist eine gefälschte Banknote oder Münze.
Fazilität
Eine Fazilität ist die Möglichkeit für Geschäftsbanken, kurzfristig bei der Zentralbank Geld anzulegen oder sich zu leihen. Das Eurosystem bietet zwei ständige Fazilitäten an: die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität.
Feinsteuerungsoperation
Feinsteuerungsoperationen sind Maßnahmen des Eurosystems, mit denen kurzfristige Schwankungen im Geldbedarf der Geschäftsbanken ausgeglichen werden können. Mit ihnen kann zusätzliche Liquidität bereitgestellt oder abgezogen werden.
Finanzausgleich
Der Finanzausgleich ist eine Vereinbarung darüber, wie das Aufkommen aus bestimmten Abgaben, die der Bund einhebt, zwischen Bund, Bundesländern und Gemeinden aufgeteilt werden.
Finanzierung
Finanzierung bezeichnet die Beschaffung von Geld, um Ausgaben zu decken oder Investitionen zu tätigen. Möglichkeiten der Finanzierung sind die Aufnahme eines Kredits (Fremdfinanzierung) oder die Ausgabe von Aktien (Eigenfinanzierung).
Finanzinstrument
Finanzinstrument ist der Überbegriff für Verträge, die finanzielle Ansprüche oder Verpflichtungen begründen. Dazu gehören z. B. Aktien, Anleihen oder Kredite.
Finanzintermediär
Finanzintermediär ist der Überbegriff für Institutionen des Finanzmarkts, die zwischen Kapitalgeber:innen und Kapitalnehmer:innen vermitteln. So sind z. B. Banken Finanzintermediäre: Sie vergeben das Kapital aus den Einlagen von Sparer:innen als Kredite an Kreditnehmer:innen, die damit Konsum oder Investitionen finanzieren.
Finanzmarkt
Finanzmarkt ist der Überbegriff für alle Märkte, auf denen Angebot und Nachfrage nach Finanzmitteln (Geld, Kapital, Devisen) aufeinandertreffen. Das ist etwa bei der Vergabe von Krediten oder beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren der Fall.
Finanzmarktaufsicht
Die Finanzmarktaufsicht (FMA) ist eine weisungsfreie Behörde, die die Aufsicht über Banken, Versicherungen und weitere Finanzdienstleister in Österreich wahrnimmt. Auch die Bekämpfung von Geldwäsche und Marktmissbrauch gehört zu ihren Aufgaben. Weiters hat die FMA die Funktion der nationalen Bankenabwicklungsbehörde inne. Bei der Bankenaufsicht arbeitet die FMA eng mit der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen.
Finanzmarktstabilität
Finanzmarktstabilität bedeutet, dass das Finanzsystem auch in Krisen ohne staatliche Unterstützung gut funktioniert. Konkret heißt das z. B.: Banken vergeben weiterhin Kredite und verwalten Sparguthaben; Zahlungen und Wertpapiergeschäfte können reibungslos abgewickelt werden.
Finanzmarktstabilitätsgremium
Das Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) ist ein österreichisches Expert:innen-Gremium zur Förderung der Finanzmarktstabilität und Stärkung der Zusammenarbeit in makroprudenziellen Fragen. Es besteht aus Vertreter:innen des Finanzministeriums, des Fiskalrats, der Finanzmarktaufsicht (FMA) und der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).
Finanzsystem
Das Finanzsystem ist die Gesamtheit aller Finanzmärkte und Finanzintermediäre sowie deren Infrastruktur (z. B. jener für den Zahlungsverkehr). Im weiteren Sinn zählen zum Finanzsystem auch die Regeln und Institutionen, die für das stabile Funktionieren des Systems sorgen.
Fiskalrat
Der Fiskalrat ist ein Gremium unabhängiger Expert:innen, das die Einhaltung der EU-weiten und nationalen Regeln für die Budgetpolitik in Österreich überwacht. Er gibt außerdem regelmäßig Empfehlungen zu den Staatsfinanzen an die Regierung ab. Das Büro des Fiskalrats ist bei der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) angesiedelt.
FMA
Die Finanzmarktaufsicht (FMA) ist eine weisungsfreie Behörde, die die Aufsicht über Banken, Versicherungen und weitere Finanzdienstleister in Österreich wahrnimmt. Auch die Bekämpfung von Geldwäsche und Marktmissbrauch gehört zu ihren Aufgaben. Weiters hat die FMA die Funktion der nationalen Bankenabwicklungsbehörde inne. Bei der Bankenaufsicht arbeitet die FMA eng mit der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen.
FMSG
Das Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) ist ein österreichisches Expert:innen-Gremium zur Förderung der Finanzmarktstabilität und Stärkung der Zusammenarbeit in makroprudenziellen Fragen. Es besteht aus Vertreter:innen des Finanzministeriums, des Fiskalrats, der Finanzmarktaufsicht (FMA) und der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).
Fremdkapital
Fremdkapital ist der Überbegriff für die gesamten Schulden eines Unternehmens oder einer Privatperson. Es sind finanzielle Mittel, die von Dritten (z. B. einer Bank) zur Verfügung gestellt werden und zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezahlt werden müssen. Dazu gehören z. B. Kredite oder ausgegebene Anleihen und Rückstellungen.
Fremdwährungskredit
Ein Fremdwährungskredit ist ein Kredit, der in einer ausländischen Währung geführt wird. Im Vergleich zu anderen Krediten birgt ein Fremdwährungskredit daher zusätzlich ein Wechselkursrisiko. In Österreich wurden in der Vergangenheit typischerweise Kredite in Schweizer Franken oder japanischen Yen vergeben, Auszahlung und Rückzahlung erfolgten aber in Euro.
Fristentransformation
Von Fristentransformation spricht man, wenn Banken kurzfristig verfügbares Geld entgegennehmen und damit langfristige Kredite vergeben. Banken verdienen daran, weil sie für kurzfristige Einlagen üblicherweise weniger Zinsen zahlen als sie für langfristige Kredite erhalten.

G

Geldmarkt
Der Geldmarkt ist jener Teil des Finanzmarkts, auf dem kurzfristig Mittel aufgenommen bzw. verliehen werden. Banken nutzen den Geldmarkt, um z. B. genug liquide Mittel für den täglichen Zahlungsverkehr zu haben.
Geldmenge
Die Geldmenge ist der Bestand an Zahlungsmitteln in einer Volkswirtschaft, der sich im Besitz von Personen, Unternehmen und anderen Nichtbanken befindet.
Geldpolitik
Geldpolitik ist der Überbegriff für alle Maßnahmen, die Zentralbanken ergreifen, um die Kosten und Verfügbarkeit von Geld in einer Volkswirtschaft zu steuern. Das wichtigste Ziel der Geldpolitik im Euroraum ist die Preisstabilität.
Geldschöpfung
Geldschöpfung ist der Prozess, bei dem Geld entsteht.
Es gibt zwei Arten von Geld:
1) Zentralbankgeld – dieses wird durch Zentralbanken entweder durch die Ausgabe von Banknoten und Münzen oder durch die Vergabe von Krediten (im weiteren Sinn) an Geschäftsbanken geschaffen.
2) Buch- oder Giralgeld – dieses schaffen Geschäftsbanken, indem sie Kredite an ihre Kund:innen gewähren. Der Kreditbetrag wird dabei dem Konto der Kund:innen gutgeschrieben.
Geldservice Austria GmbH
Die Geldservice Austria GmbH (GSA) ist ein österreichisches Bargeldlogistik-Unternehmen. Die GSA ist eine 100 %-Tochter der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).
Generalrat der OeNB
Der Generalrat ist das Aufsichtsorgan der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Er überwacht jene Geschäfte, die nicht in den Aufgabenbereich des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) fallen, und berät das Direktorium bei der Geschäftsführung und der Währungspolitik. Der Generalrat besteht aus Präsident:in, Vizepräsident:in und acht weiteren Mitgliedern.
Geschäftsbank
Eine Geschäftsbank ist eine Bank für Privatpersonen und Unternehmen. Sie nimmt Spareinlagen entgegen, vergibt Kredite und bietet viele weitere Finanzdienstleistungen.
gesetzliches Zahlungsmittel
Ein gesetzliches Zahlungsmittel ist Geld, das zum Bezahlen in einem Land grundsätzlich angenommen werden muss. Das gesetzliche Zahlungsmittel in Österreich ist der Euro.
Giralgeld
Giralgeld (oder Buchgeld) ist Geld, das als Guthaben auf einem Girokonto liegt und für unbare Zahlungen genutzt wird, z. B. für Überweisungen oder Kartenzahlungen. Giralgeld kann in der Regel jederzeit in Bargeld umgewandelt werden. Wenn man also z. B. am Geldautomat Bargeld von seinem Konto abhebt, wird Giralgeld zu Bargeld.
Girokonto
Ein Girokonto ist ein Konto bei einer Bank, das den Inhaber:innen u. a. ermöglicht, per Überweisung Zahlungen zu erhalten oder zu tätigen.
Gläubiger
Ein Gläubiger ist jemand, der das Recht hat, von einer Person, einer Institution oder einem Unternehmen Geld oder eine Leistung zu erhalten. So ist etwa eine Bank, die einen Kredit vergibt, ein Gläubiger.
globale Finanzkrise
Die globale Finanzkrise war eine weltweite Banken- und Finanzkrise, die 2007 begann. 2008 erreichte sie mit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers ihren Höhepunkt. In der Folge kam es 2009 zur schwersten globalen Rezession seit den 1930er Jahren.
Green Finance
Green Finance bezeichnet Aktivitäten auf dem Finanzmarkt, die entweder zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen oder umwelt- und klimabedingten finanziellen Risiken entgegenwirken. Zu diesen Risiken gehören auch jene, die durch einen ungeordneten Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft entstehen.
GSA
Die Geldservice Austria GmbH (GSA) ist ein österreichisches Bargeldlogistik-Unternehmen. Die GSA ist eine 100 %-Tochter der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).

H

Harmonisierter Verbraucherpreisindex
Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ist eine Kennzahl, mit der die Entwicklung der Preise für Waren und Dienstleistungen für private Haushalte in Europa gemessen wird. Er ist ein wichtiges Instrument zur Messung der Inflation in Österreich.
Hauptrefinanzierungsgeschäft
Das Hauptrefinanzierungsgeschäft ist das wichtigste Instrument, mit dem das Eurosystem Geschäftsbanken im Euroraum Zentralbankgeld leiht. Der Zinssatz, den die Geschäftsbanken dafür zahlen müssen, ist einer der drei Leitzinssätze des Eurosystems.
Hausbank
Als Hausbank bezeichnet man die Bank, über die Kund:innen (Privatpersonen und Unternehmen) über längere Zeit den Großteil ihrer Bankgeschäfte abwickeln. Für Unternehmen ist die Hausbank meist auch die wichtigste Ansprechpartnerin für Finanzierungen. Trotzdem kann man jederzeit Angebote anderer Banken nutzen oder die Bank wechseln.
HVPI
Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ist eine Kennzahl, mit der die Entwicklung der Preise für Waren und Dienstleistungen für private Haushalte in Europa gemessen wird. Er ist ein wichtiges Instrument zur Messung der Inflation in Österreich.
Hypothekarkredit
Ein Hypothekarkredit ist ein meist langfristiger Kredit, der zur Finanzierung von Immobilien (Haus oder Wohnung) verwendet wird. Als Sicherheit dient ein Pfandrecht (Hypothek), das zugunsten der kreditgebenden Bank im Grundbuch eingetragen wird.

I

IBAN
Die IBAN ist eine international standardisierte Nummer, die ein Zahlungskonto eindeutig identifiziert. Sie ermöglicht die automatisierte Abwicklung von in- und ausländischen Überweisungen. In Österreich hat die IBAN 20 Stellen und beginnt mit „AT“. Bei Überweisungen im Euroraum wird zusätzlich geprüft, ob die eingegebene IBAN und der angegebene Name zusammenpassen. IBAN steht für International Bank Account Number.
Inflation
Inflation bedeutet, dass das allgemeine Niveau der Preise von Waren und Dienstleistungen steigt.
Inflationsrate
Die Inflationsrate gibt an, um wie viel Prozent sich das Niveau der Preise von Waren und Dienstleistungen in einem bestimmten Zeitraum verändert hat.
Insolvenz
Von Insolvenz spricht man, wenn eine Person oder ein Unternehmen fällige Zahlungen nicht mehr leisten kann. Bei Unternehmensinsolvenzen folgt ein gerichtliches Verfahren, das zwei Ziele haben kann: Entweder wird das vorhandene Vermögen verwertet und unter den Gläubiger:innen aufgeteilt, oder das Unternehmen wird saniert und fortgeführt, wobei die Gläubiger:innen einen Teil ihrer Forderungen erhalten. Auch Privatpersonen können ein Insolvenzverfahren durchlaufen. Wenn sie über mehrere Jahre einen Teil ihres Einkommens an die Gläubiger:innen abgeben, können sie danach von den restlichen Schulden befreit werden.
Interbankenmarkt
Der Interbankenmarkt ist der Markt, auf dem Banken untereinander mit Geld, Devisen oder Wertpapieren handeln und sich gegenseitig kurzfristig (täglich) mit Liquidität versorgen.

J

Joint Supervisory Team
Ein Joint Supervisory Team (JST) ist ein Team von Bankenaufseher:innen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der nationalen zuständigen Behörden der Länder, die am Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM) teilnehmen. JSTs sind für die laufende Überwachung der bedeutenden Banken im Euroraum zuständig.
Joint Vienna Institute
Das Joint Vienna Institute (JVI) ist ein Aus- und Fortbildungsinstitut in Wien, das Kurse für Expert:innen aus der öffentlichen Verwaltung und aus Zentralbanken in Zentral-, Ost- und Südosteuropa, dem Kaukasus und Zentralasien veranstaltet.
JST
Ein Joint Supervisory Team (JST) ist ein Team von Bankenaufseher:innen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der nationalen zuständigen Behörden der Länder, die am Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM) teilnehmen. JSTs sind für die laufende Überwachung der bedeutenden Banken im Euroraum zuständig.
JVI
Das Joint Vienna Institute (JVI) ist ein Aus- und Fortbildungsinstitut in Wien, das Kurse für Expert:innen aus der öffentlichen Verwaltung und aus Zentralbanken in Zentral-, Ost- und Südosteuropa, dem Kaukasus und Zentralasien veranstaltet.

K

Kapitalmarkt
Der Kapitalmarkt ist der Teil des Finanzmarkts, auf dem sich Unternehmen und der Staat mittel- bis langfristig Geld für Investitionen beschaffen können. Dafür geben sie z. B. Aktien oder Anleihen aus. Investor:innen kaufen diese, um damit Erträge aus Dividenden, Kursgewinnen oder Zinsen zu erzielen.
Kapitalpuffer
Kapitalpuffer sind finanzielle Reserven, die Banken in guten Zeiten aufbauen müssen, damit sie in Krisenzeiten verwendet werden können, etwa um Verluste auszugleichen oder die Kreditvergabe aufrechtzuerhalten. Damit soll die Stabilität des Finanzsystems geschützt werden. Die Höhe der Kapitalpuffer wird von der Bankenaufsicht bestimmt.
Kerninflation
Die Kerninflation ist ein Maß für die Teuerung, bei dem die Preise für Energie und Nahrungsmittel nicht berücksichtigt werden. Letztere werden überwiegend auf den Weltmärkten bestimmt und können somit kaum im Inland beeinflusst werden.
Konjunktur
Die Konjunktur ist die gesamtwirtschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft im Zeitverlauf. Gemessen wird die Konjunktur anhand der Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Typischerweise verläuft die Konjunktur in Zyklen mit den Phasen Aufschwung, Boom, Abschwung und Rezession.
Konsument:in
Konsument:innen sind Personen, die Waren und Dienstleistungen für den eigenen Gebrauch kaufen.
Konsumkredit
Ein Konsumkredit ist ein Kredit, den Privatpersonen für Anschaffungen aufnehmen, z. B. für Möbel oder ein Auto (nicht jedoch für den Kauf einer Immobilie). Auch Kontoüberziehungen, Kreditkarten-Kredite und Ratenzahlungen zählen dazu. Konsumkredite sind in der Regel nicht besichert und daher deutlich teurer als Immobilienkredite.
kontaktloses Bezahlen
Kontaktloses Bezahlen ist eine Zahlungsart, bei der keine direkte Berührung zwischen dem Zahlungsmittel (z. B. einer Debitkarte oder einem Smartphone) und dem Lesegerät notwendig ist. Die Datenübertragung erfolgt meist über die Funktechnologie NFC („near field communication").
Kreditinstitut
Ein Kreditinstitut ist ein Unternehmen, das gemäß dem Bankwesengesetz berechtigt ist, Bankgeschäfte zu betreiben. Dazu zählen u. a. die Hereinnahme von Einlagen, die Vergabe von Krediten und die Durchführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Die Begriffe Kreditinstitut und Bank werden im allgemeinen Sprachgebrauch meist synonym verwendet.
Kreditkarte
Eine Kreditkarte ist eine Karte zum bargeldlosen Bezahlen, wobei die Beträge meist erst zu einem späteren Zeitpunkt gesammelt abgebucht werden. Das Kreditkartenunternehmen gewährt den Karteninhaber:innen damit kurzfristig einen Kredit. Bis zum Zeitpunkt der Sammelabbuchung (meist das Monatsende) fallen in der Regel keine Zinsen an. Wird der offene Betrag nicht fristgerecht oder nur teilweise beglichen, werden meist hohe Zinsen verrechnet. Auch Bargeldbehebungen sind mit einer Kreditkarte möglich, dafür fallen aber meist Gebühren an.
Kreditrisiko
Kreditrisiko ist die Gefahr, dass Kreditnehmer:innen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht vollständig nachkommen können und der Bank dadurch ein finanzieller Verlust entsteht. Für Banken ist das Kreditrisiko in der Regel die bedeutendste Risikokategorie.
Kreditvergabestandard
Kreditvergabestandards nennt man die Kriterien, die Banken anwenden, wenn sie entscheiden, ob bzw. zu welchen Bedingungen sie einen Kredit vergeben.
Kryptowert
Ein Kryptowert ist die digitale Darstellung eines Werts, der mit Hilfe spezieller Technologien elektronisch übertragen und gespeichert werden kann. Kryptowerte werden nicht von einer zentralen Institution verwaltet oder abgesichert. Bekannte Kryptowerte sind z. B. Bitcoin und Ethereum. Kryptowerte werden in der Praxis vor allem für spekulative Anlagezwecke genutzt.

L

Lastschrift
Eine Lastschrift ist ein Zahlungsverfahren, bei dem Kontoinhaber:innen einem Unternehmen oder einer Organisation erlauben, Beträge von ihrem Konto abzubuchen. Diese Erlaubnis heißt SEPA-Lastschriftmandat und kann schriftlich oder elektronisch erteilt werden. Lastschriften eignen sich für regelmäßige Zahlungen, besonders wenn deren Höhe wechselt, z. B. Strom- oder Handyrechnungen.
Leitzins
Leitzinsen sind jene Zinssätze, zu denen Banken bei der Zentralbank Geld aufnehmen oder anlegen können. Im Euroraum bestimmt die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen. Die Leitzinsen beeinflussen direkt die Zinsen am Geldmarkt und damit auch, wie hoch die Kredit- bzw. Einlagezinsen für Konsument:innen sind.
Liquiditätsrisiko
Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, dass eine Bank, ein Unternehmen oder eine andere Institution Zahlungsverpflichtungen nicht zeitgerecht erfüllen kann, weil nicht genügend sofort verfügbares Geld vorhanden ist. Der Begriff umfasst auch das Risiko, dass Vermögenswerte, z. B. Wertpapiere, nicht schnell genug zu einem angemessenen Preis verkauft werden können.
Liquidität
Liquidität bezeichnet die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen jederzeit fristgerecht erfüllen zu können. In der Geldpolitik beschreibt Liquidität zudem die Verfügbarkeit von Geldmitteln im Finanzsystem.

M

makroprudenzielle Aufsicht
Makroprudenzielle Aufsicht bezeichnet jene Aktivitäten, die darauf abzielen, Risiken – insbesondere systemische Risiken – für die Finanzmarktstabilität zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems zu stärken. In Österreich erstellt die OeNB makroprudenzielle Analysen. Darüber hinaus schlägt sie dem Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) bei Bedarf Maßnahmen vor.
Marktrisiko
Als Marktrisiko bezeichnet man die Gefahr, bei einer Vermögensanlage Geld zu verlieren, wenn sich relevante Marktpreise verändern. Solche Veränderungen können z. B. aufgrund von Schwankungen von Zinssätzen, Aktienkursen, Wechselkursen oder Warenpreisen hervorgerufen werden.
MFI
Ein monetäres Finanzinstitut (MFI) ist ein Institut, das Einlagen oder einlagenähnliche Gelder entgegennimmt und Kredite auf eigene Rechnung gewährt oder in Wertpapiere investiert. Der MFI-Sektor umfasst insbesondere Kreditinstitute, E-Geld-Institute, Geldmarktfonds und Zentralbanken.
mikroprudenzielle Aufsicht
Mikroprudenzielle Aufsicht bezeichnet jene Aktivitäten, die darauf abzielen, die Sicherheit und Solvenz einzelner Institute wie Banken, Versicherungsgesellschaften oder Pensionskassen zu überwachen. Für die mikroprudenzielle Aufsicht ist in Österreich die Finanzmarktaufsicht (FMA) zuständig; die OeNB unterstützt sie dabei insbesondere im Bereich der wirtschaftlichen Aspekte.
Mindestreserve
Die Mindestreserve ist ein vorgeschriebenes Guthaben, das Geschäftsbanken bei der Zentralbank halten müssen. Ihre Höhe bemisst sich nach dem Mindestreservesatz (im Eurosystem derzeit 1 %), der auf bestimmte Kund:inneneinlagen der Banken angewandt wird. Die Mindestreserve dient dazu, starke Liquiditätsschwankungen auszugleichen und Zinsentwicklungen zu stabilisieren.
monetäres Finanzinstitut
Ein monetäres Finanzinstitut (MFI) ist ein Institut, das Einlagen oder einlagenähnliche Gelder entgegennimmt und Kredite auf eigene Rechnung gewährt oder in Wertpapiere investiert. Der MFI-Sektor umfasst insbesondere Kreditinstitute, E-Geld-Institute, Geldmarktfonds und Zentralbanken.
Münze Österreich AG
Die Münze Österreich AG ist die staatliche Münzprägestätte Österreichs und für die Prägung der österreichischen Euro- und Centmünzen verantwortlich. Darüber hinaus stellt sie Anlage-, Sammler- und Gedenkmünzen her, darunter den „Wiener Philharmoniker“. Sie ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).

N

Nationalbankgesetz 1984
Das Nationalbankgesetz 1984 (NBG) ist ein österreichisches Bundesgesetz, das die Rechtsstellung, die Organe und die Aufgaben der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) regelt.
NBG
Das Nationalbankgesetz 1984 (NBG) ist ein österreichisches Bundesgesetz, das die Rechtsstellung, die Organe und die Aufgaben der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) regelt.
Nennwert eines Zahlungsmittels
Der Nennwert − auch als Nominalbetrag bezeichnet − ist der amtlich festgelegte Wert eines gesetzlichen Zahlungsmittels. Er gibt an, welche Kaufkraft das Geld im offiziellen Zahlungsverkehr hat.
nichtfinanzielles Unternehmen
Ein nichtfinanzielles Unternehmen ist ein Betrieb, der Waren produziert und nichtfinanzielle Dienstleistungen anbietet. Dazu zählen beispielsweise Industrie-, Handels-, Bau- oder Dienstleistungsunternehmen. Im Gegensatz dazu zählen Banken oder Versicherungen zum Finanzsektor.
Nominalzinssatz
Der Nominalzinssatz − auch Nominalzins − ist der vertraglich festgelegte Zinssatz für einen angelegten oder geliehenen Geldbetrag. Er berücksichtigt weitere Faktoren wie Gebühren oder Steuern nicht.
Notenbank
Eine Notenbank (Zentralbank) ist eine öffentliche Institution, die für die Geld- und Währungspolitik eines Landes oder eines Währungsraumes zuständig ist. Das vorrangige Ziel vieler Notenbanken ist, Preisstabilität zu gewährleisten und so die Kaufkraft ihrer Währung zu erhalten. Weiters geben Notenbanken Banknoten aus, verwalten die Währungsreserven und behalten das Finanzsystem im Auge, um im Krisenfall stabilisierend eingreifen zu können.

O

OeBS
Die Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS) ist ein österreichisches Unternehmen, das sich auf den Druck von Banknoten und die Entwicklung von Sicherheitsmerkmalen für Banknoten spezialisiert hat. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).
öffentliche Finanzen
Der Begriff öffentliche Finanzen umfasst alle staatlichen Einnahmen und Ausgaben und die damit zusammenhängenden Aktivitäten. Dazu zählen außerdem die Schulden und Vermögenswerte des Staates.
öffentliches Geld
Als öffentliches Geld bezeichnet man jene Form von Geld, die von der Zentralbank begeben und garantiert wird. Es ist das offizielle gesetzliche Zahlungsmittel eines Landes. Dazu zählen Bargeld sowie Guthaben, die Geschäftsbanken bei der Zentralbank halten.
Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH
Die Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS) ist ein österreichisches Unternehmen, das sich auf den Druck von Banknoten und die Entwicklung von Sicherheitsmerkmalen für Banknoten spezialisiert hat. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).
Oesterreichische Nationalbank
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ist die Zentralbank von Österreich. Sie ist Teil des Europäischen Systems für Zentralbanken (ESZB) und wirkt an der Umsetzung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit. Zudem trägt sie zur Finanzmarktstabilität bei, versorgt Österreichs Bevölkerung und Wirtschaft mit Bargeld und unterstützt einen sicheren Zahlungsverkehr.
Offenmarktgeschäft
Ein Offenmarktgeschäft ist eine geldpolitische Operation, bei der die Zentralbank die Liquidität, die sie den Banken zur Verfügung stellt, vermehren oder verknappen kann. Im Eurosystem sind Offenmarktgeschäfte das wichtigste Instrument zur Steuerung der Liquidität auf den Finanzmärkten.
operationales Risiko
Als operationales Risiko bezeichnet man das Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren oder Systemen, durch menschliche Fehler oder durch externe Ereignisse entstehen. Dazu zählen z. B. IT-Störungen, Betrugsfälle, Bedienungsfehler oder Naturkatastrophen, aber auch rechtliche Aspekte (z. B. Prozessrisiken).

P

Preisindex
Ein Preisindex ist eine Maßzahl, die das Preisniveau von jenen Gütern und Dienstleistungen angibt, die sich im nationalen Warenkorb zu einem bestimmten Zeitpunkt befinden. Durch den Vergleich desselben Index zu verschiedenen Zeitpunkten kann man erkennen, wie sich die Preise dieser Güter und Dienstleistungen entwickeln. Am bekanntesten ist der Verbraucherpreisindex, weil er als Kennziffer für die allgemeine Konsumentenpreisentwicklung dient.
Preisstabilität
Preisstabilität bedeutet, dass sich das allgemeine Preisniveau trotz der Schwankungen einzelner Preise insgesamt nicht oder nur wenig ändert. Die Gewährleistung von Preisstabilität ist das vorrangige Ziel des Eurosystems, wobei Preisstabilität als ein Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Euro-Währungsgebiet von 2 % gegenüber dem Vorjahr definiert ist.
privater Konsum
Als privaten Konsum bezeichnet man die Ausgaben privater Haushalte für Waren und Dienstleistungen. Dazu zählen beispielsweise Ausgaben für Lebensmittel, Wohnen, Kleidung, Mobilität oder Freizeit.
privates Geld
Als privates Geld bezeichnet man jene Form von Geld, die von nichtstaatlichen Institutionen, normalerweise von Geschäftsbanken, geschaffen wird und nicht seitens staatlicher Stellen garantiert ist. Dazu zählen insbesondere Guthaben und Ersparnisse auf Bankkonten.
Prognose
Eine Prognose ist eine Vorhersage, die auf Basis historischer Zusammenhänge mithilfe von Modellen erstellt wird. Im Wirtschaftskontext wird sie beispielsweise zu Entwicklungen der Inflation oder des Wirtschaftswachstums erstellt.
programmierbares Geld
Programmierbares Geld ist eine digitale Form von Geld, die wie ein Gutschein nur für einen vorab festgelegten Zweck verwendet wird. Es ist also mit bestimmten Einschränkungen versehen, wo oder wann es verwendet werden kann.

Q

R

realer Wechselkurs
Der reale Wechselkurs vergleicht die Kaufkraft zweier Währungen. Ein fallender realer Wechselkurs bedeutet, dass ein heimischer Warenkorb gegenüber einem vergleichbaren ausländischen Warenkorb relativ günstiger geworden ist. Diese Verschiebung in der Kaufkraft kann durch Änderungen im nominellen Wechselkurs oder durch unterschiedliche Entwicklungen der Inflation in den beiden Ländern hervorgerufen werden.
Realwirtschaft
Als Realwirtschaft bezeichnet man jenen Teil der Gesamtwirtschaft, in dem Güter und Dienstleistungen produziert, gehandelt und genutzt werden. Sie steht im Gegensatz zur Finanzwirtschaft, die sich mit Geld, Kapitalanlagen, Krediten und Wertpapieren befasst.
Realzinssatz
Der Realzinssatz − oder Realzins − ergibt sich aus dem Nominalzinssatz abzüglich der Inflationsrate. Er gibt somit die Verzinsung eines angelegten oder geliehenen Geldbetrags unter Berücksichtigung der Teuerung an. Ist der Realzinssatz negativ (z. B. wenn die Inflation höher ist als der Zinssatz eines Sparbuchs), verlieren Spareinlagen real an Wert.
Referenzzinssatz
Als Referenzzinssatz bezeichnet man einen Zinssatz, der als Richtschnur für die Festlegung von Zinsen für verschiedene Finanzprodukte dient. Beispiele im Euroraum sind der EURIBOR oder der €STR.
Refinanzierung
Als Refinanzierung bezeichnet man die Beschaffung von Finanzierungsmitteln durch Banken. Zum einen vergeben Banken Kredite, z. B. an Unternehmen (sie finanzieren also Unternehmen); zum anderen müssen sie sich selbst finanzieren (re-finanzieren). Dies tun sie z. B. über Kund:inneneinlagen, die Aufnahme von Geld am Finanzmarkt oder Kredite der Zentralbank.
Rezession
Eine Rezession ist eine Phase im Konjunkturzyklus, in der die Wirtschaftsleistung schrumpft.
Risikoprämie
Die Risikoprämie ist der zusätzliche Ertrag (Zinsen oder Rendite), den Anleger:innen für das Übernehmen eines finanziellen Risikos im Vergleich zu einer sicheren, risikofreien Anlage erhalten. In der Regel gilt: Je höher das Risiko eingeschätzt wird, das angelegte Geld gar nicht oder nur mit Abschlägen zurückzubekommen, desto höher fällt die Risikoprämie aus.

S

Scheidemünze
Eine Scheidemünze ist eine Münze, deren Materialwert niedriger ist als ihr aufgeprägter Nennwert. Ursprünglich wurden damit Kleinmünzen bezeichnet, mit denen man beim Bezahlen kleine Wertdifferenzen ausgleichen konnte. Käufer:in und Verkäufer:in konnten dank dieser Münzen also ohne Restschuld voneinander „scheiden“. Heute sind praktisch alle im Umlauf befindlichen Münzen Scheidemünzen, auch die gängigen Euro-Münzen.
Schilling
Der Schilling ist die ehemalige Währung von Österreich vor der Einführung des Euro.
Sicherheitsmerkmal
Sicherheitsmerkmale bei Banknoten sind besondere Kennzeichen, die die Echtheit der Banknoten überprüfbar machen und Fälschungen verhindern sollen. Zu den Sicherheitsmerkmalen der Euro-Banknoten zählen u. a. das griffige Spezialpapier, das Wasserzeichen, der Sicherheitsfaden, die Smaragdzahl sowie Hologramme.
Sichteinlage
Sichteinlagen sind Guthaben auf Bankkonten, über die die Kontoinhaber:innen jederzeit ohne Kündigungsfrist („auf Sicht“) verfügen können. Sie werden auch als täglich fällige Einlagen bezeichnet.
Sparquote
Die Sparquote gibt an, welcher Anteil des verfügbaren Einkommens (in %) nicht für Konsum ausgegeben, sondern gespart wird.
Spitzenrefinanzierungsfazilität
Die Spitzenrefinanzierungsfazilität ermöglicht es Banken im Euroraum, Zentralbankreserven über Nacht bei der nationalen Zentralbank zu leihen. Die jeweilige Bank muss hierfür Sicherheiten hinterlegen. Der dafür gezahlte Zins − der sogenannte Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität − ist einer der drei Leitzinssätze.
SSM
Der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism – SSM) regelt, wie die Banken in der EU überwacht werden. Dabei arbeiten die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen zuständigen Behörden (in Österreich sind das die OeNB und die FMA) eng zusammen. Die großen Banken („bedeutende Institute“) werden direkt von der EZB beaufsichtigt, für die kleineren Banken („weniger bedeutende Institute“) sind primär die nationalen Behörden zuständig.
Stablecoin
Stablecoins sind digitale Vermögenswerte, die von privaten Stellen ausgegeben werden und Geldfunktionen erfüllen können. Ihr Wert soll möglichst stabil gehalten werden und ist daher üblicherweise an einen Referenzwert wie eine Währung, einen Rohstoff oder einen Korb von Vermögenswerten gekoppelt. Ziel ist es, starke Wertschwankungen zu vermeiden, die bei anderen Kryptowerten häufig auftreten.
ständige Fazilität
Eine ständige Fazilität ist die Möglichkeit für Geschäftsbanken, jederzeit kurzfristig bei der Zentralbank Geld anzulegen oder sich zu leihen. Das Eurosystem bietet zwei ständige Fazilitäten an: die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität.
symmetrisches Ziel
Unter einem symmetrischen Ziel versteht die Europäische Zentralbank (EZB) eine mittelfristige Inflationsrate von 2 %, bei der Abweichungen nach unten und nach oben gleichermaßen unerwünscht sind. Das bedeutet, dass einer zu niedrigen Teuerung ebenso gegengesteuert wird wie einer zu hohen Teuerung.
systemisches Risiko
Ein systemisches Risiko ist ein Risiko von Störungen im Finanzsystem, die schwerwiegende negative Auswirkungen nach sich ziehen können.

T

Taggeldsatz
Der Taggeldsatz ist der Zinssatz für kurzlaufende Kreditgeschäfte von nur einem Tag zwischen Geschäftsbanken.
Tender
Ein Tender ist ein Bietungsverfahren für geldpolitische Operationen. Im Rahmen von Tenderverfahren geben die Geschäftsbanken Gebote ab, auf deren Grundlage sie anschließend Zentralbankgeld aufnehmen oder bei der Zentralbank anlegen können. Tender sind ein wichtiges Instrument zur Steuerung der Liquidität im Bankensystem.
Termineinlage
Eine Termineinlage ist eine Geldanlage, die für eine bestimmte Zeit zu einem festen Zinssatz bei einer Bank angelegt wird. Während dieser Zeit steht das Geld in der Regel nicht zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten Anleger:innen üblicherweise einen höheren Zinssatz als bei Sichteinlagen.
Transmissionsmechanismus
Der Transmissionsmechanismus beschreibt, wie sich geldpolitische Maßnahmen (z. B. Leitzinsänderungen) auf volkswirtschaftliche Größen (z. B. Preisniveau, Beschäftigung, Produktion) auswirken. Die Übertragung geldpolitischer Maßnahmen erfolgt über verschiedene Kanäle und mit einer Zeitverzögerung. Wann und wie stark diese Maßnahmen wirken, ist mit einer gewissen Unsicherheit verbunden.

U

Überschussliquidität
Überschussliquidität wird von Zentralbanken geschaffen und von Geschäftsbanken auf Zentralbankkonten gehalten. Im Eurosystem halten Geschäftsbanken ihre Überschussliquidität auf der Einlagefazilität; sie erhalten dafür den Zinssatz für die Einlagefazilität. Der Begriff Überschussliquidität weist darauf hin, dass es sich um jene Zentralbankliquidität handelt, die Banken über das Mindestreserve-Erfordernis hinaus halten.

Überweisung
Eine Überweisung ist ein bargeldloser Zahlungsauftrag. Damit beauftragt eine zahlende Person ihre Bank, einen bestimmten Betrag von ihrem Girokonto auf ein anderes Konto zu übertragen. Eine Überweisung kann per Online-Banking oder Banking-App, an einem Terminal oder mit einem Zahlschein bei der Bank beauftragt werden.

V

Valuten
Als Valuten bezeichnet man Bargeld in einer fremden Währung, also ausländische Banknoten und Münzen. Wer vor einer Reise beispielsweise Euro in US-Dollar wechselt, kauft damit Valuten.
Verbraucherpreisindex
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die Preisentwicklung aller Güter und Dienstleistungen eines repräsentativen Warenkorbs der privaten Haushalte. Darin enthalten sind Güter des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittel, Bekleidung oder Mieten, langlebige Gebrauchsgüter wie Kraftfahrzeuge oder Möbel und Dienstleistungen wie Friseurbesuche oder Versicherungen.
Vor-Ort-Prüfung
Eine Vor-Ort-Prüfung ist eine eingehende Überprüfung ausgewählter Banken im Rahmen der Bankenaufsicht, die in der Regel direkt in den Räumlichkeiten der jeweiligen Bank stattfindet. Dabei kontrollieren unabhängige Prüfer:innen, ob die Banken die Bestimmungen des Bankwesengesetzes und weiterer relevanter Normen einhalten (z. B. EU-Verordnungen und gesetzliche Bestimmungen im Zusammenhang mit Immobilienkrediten). Vor-Ort-Prüfungen werden auch als „on-site inspections“ bezeichnet.
VPI
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die Preisentwicklung aller Güter und Dienstleistungen eines repräsentativen Warenkorbs der privaten Haushalte. Darin enthalten sind Güter des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittel, Bekleidung oder Mieten, langlebige Gebrauchsgüter wie Kraftfahrzeuge oder Möbel und Dienstleistungen wie Friseurbesuche oder Versicherungen.

W

Währungshoheit
Währungshoheit ist das Recht eines Staates oder einer Staatengemeinschaft, über das eigene Währungssystem unabhängig zu entscheiden. Sie umfasst insbesondere die Befugnis, eine Währung einzuführen, gesetzliche Regeln für ihren Gebrauch festzulegen und ihre Ausgabe zu regeln.
Währungsreserven
Währungsreserven sind liquide Vermögenswerte, die von Zentralbanken gehalten werden. Sie umfassen Gold, ausländische Währungen sowie Sonderziehungsrechte und Reservepositionen beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Zentralbanken nutzen diese Reserven, um die Liquidität im internationalen Zahlungsverkehr zu sichern, Wechselkurse zu stützen und Krisen abzufedern.
Wallet
Eine Wallet (digitale Geldbörse) ist eine auf einem mobilen Endgerät installierte App, mit der Zahlungen durchgeführt und verwaltet werden können. In einer Wallet können Zahlungskarten, Online-Bezahldienste (z. B. PayPal), Ausweise oder Tickets hinterlegt werden. Zudem gibt es Krypto-Wallets, die zur Verwaltung von Kryptowerten dienen.
Warenkorb
Ein Warenkorb ist eine Zusammenstellung von Gütern und Dienstleistungen, die private Haushalte im Durchschnitt konsumieren. Er dient der Ermittlung eines Preisindex, anhand dessen sich die Inflation messen lässt. Die Zusammensetzung des Warenkorbs wird regelmäßig aktualisiert, um Veränderungen im Konsumverhalten zu berücksichtigen.
Wechselkurs
Der Wechselkurs gibt an, wie viel eine Währung im Vergleich zu einer anderen Währung wert ist. Im Euroraum werden Wechselkurse jeweils im Verhältnis zu einem Euro angegeben. Z. B. bedeutet ein Wechselkurs zum US-Dollar von 1,14, dass man für einen Euro 1,14 US-Dollar bekommt. Ein steigender Wechselkurs bedeutet folglich, dass der Euro aufwertet.
Wechselkursmechanismus II
Der Wechselkursmechanismus II (WKM II) ist ein System fester Wechselkurse, an dem jene EU-Länder teilnehmen müssen, die den Euro als Währung einführen wollen. Nimmt ein Land am WKM II teil, darf dessen Währung um höchstens ± 15 Prozent von dem zum Euro festgelegten Leitkurs abweichen. Eine erfolgreiche Teilnahme am WKM II von mindestens zwei Jahren zählt zu den Voraussetzungen für die Einführung des Euro.
weniger bedeutende Bank
Eine weniger bedeutende Bank ist gemäß Europäischer Zentralbank (EZB) eine kleine oder mittlere Bank, die eine geringere wirtschaftliche bzw. grenzüberschreitende Bedeutung hat. Gebräuchlich ist auch „weniger bedeutendes Institut“ bzw. die englische Bezeichnung „less significant institution (LSI)“. Diese werden primär von der nationalen Aufsichtsbehörde (in Österreich durch die Finanzmarktaufsichtsbehörde) beaufsichtigt.
Wirtschafts- und Währungsunion
Die Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) bezeichnet den vertraglich vereinbarten Zusammenschluss der EU-Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Währungspolitik. Sie umfasst die Koordinierung der Wirtschafts- und Haushaltspolitik sowie eine einheitliche Währungspolitik für die Mitgliedstaaten, die den Euro eingeführt haben.

X

Y

Z

Zahlungsdienstleister
Zahlungsdienstleister sind Anbieter, die Zahlungen für ihre Kund:innen ausführen und dafür eine Zulassung oder Berechtigung benötigen. Sie ermöglichen es etwa, Überweisungen zu tätigen, ein Konto zu führen oder mit Karte zu bezahlen. Zahlungsdienstleister sind vor allem Banken; daneben auch Zahlungsinstitute und E-Geld-Institute, Zentralbanken sowie Bund, Länder und Gemeinden, soweit sie Zahlungsdienste erbringen.
Zahlungssystem
Ein Zahlungssystem ist eine von mindestens drei Teilnehmenden genutzte technische und organisatorische Infrastruktur zum elektronischen Transfer von Geldwerten. Teilnehmende sind in der Regel Banken, Zahlungsdienstleister oder andere Finanzinstitute, die Zahlungen senden, empfangen oder verrechnen.
Zahlungssystemaufsicht
Die Zahlungssystemaufsicht (ZSA) stellt das reibungslose Funktionieren von Zahlungssystemen sicher. Sie beurteilt Risiken, prüft die Systemsicherheit und überwacht die Einhaltung relevanter Standards. Damit fördert sie auch die Finanzmarktstabilität. In Österreich ist die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) für diese Aufgabe verantwortlich.
Zahlungsverkehr
Der Zahlungsverkehr ist die Summe aller Zahlungsvorgänge innerhalb einer Volkswirtschaft oder zwischen verschiedenen Volkswirtschaften. Die Zahlungsvorgänge können bar (durch die Übergabe von Banknoten und Münzen) oder unbar (etwa durch eine Überweisung oder Kartenzahlung) erfolgen.
Zentralbank
Eine Zentralbank (Notenbank) ist eine öffentliche Institution, die für die Geld- und Währungspolitik eines Landes oder eines Währungsraumes zuständig ist. Das vorrangige Ziel vieler Zentralbanken ist, Preisstabilität zu gewährleisten und so die Kaufkraft ihrer Währung zu erhalten. Weiters geben Zentralbanken Banknoten aus, verwalten die Währungsreserven und behalten das Finanzsystem im Auge, um im Krisenfall stabilisierend eingreifen zu können.
Zentralbankgeld
Zentralbankgeld ist Geld, das von einer Zentralbank geschaffen wird. Physisch existiert es in Form von Bargeld und elektronisch in Form von Guthaben, die Geschäftsbanken bei der Zentralbank halten. In Zukunft wird elektronisches Zentralbankgeld – in Form des digitalen Euro – auch für Haushalte und Unternehmen zur Verfügung stehen.
Zinssatz
Der Zinssatz ist der Preis für die Überlassung von Geld. Er wird üblicherweise in Prozent bezogen auf ein Jahr angegeben. Er bestimmt, in welcher Höhe vom angelegten oder geliehenen Geldbetrag Zinsen berechnet werden.
ZSA
Die Zahlungssystemaufsicht (ZSA) stellt das reibungslose Funktionieren von Zahlungssystemen sicher. Sie beurteilt Risiken, prüft die Systemsicherheit und überwacht die Einhaltung relevanter Standards. Damit fördert sie auch die Finanzmarktstabilität. In Österreich ist die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) für diese Aufgabe verantwortlich.