Fakten & Vorteile

Der digitale Euro wäre ein elektronisches Zahlungsmittel, das alle im Euroraum gebührenfrei und unkompliziert nutzen könnten. Wie Bargeld wäre er sicher und würde die Privatsphäre wahren.

Fakten

Was ist der digitale Euro?

Der digitale Euro ist digitales Zentralbankgeld – also das digitale Gegenstück zum analogen Bargeld.

Ob per Karte, Smartphone oder App: Der digitale Euro soll für alle leicht zugänglich und einfach zu handhaben sein. Genutzt werden könnte er in allen Geschäften, bei allen Händler:innen und öffentlichen Einrichtungen sowie zwischen Privatpersonen.

Digitales Bezahlen ist längst Teil unseres Alltags: Im Geschäft oder online bezahlen wir mit Karte. Und wir nutzen Handy-Apps und weitere elektronische Zahlungslösungen. Allerdings stammen viele dieser Lösungen aus nicht-europäischen Ländern bzw. von internationalen Großkonzernen.

Neu am digitalen Euro wäre daher, dass er als gesetzliches elektronisches Zahlungsmittel überall im Euroraum gebührenfrei verwendet werden kann und akzeptiert wird. Als öffentliches Geld stünde er unter der Garantie der Europäischen Zentralbank. Über Zentralbankgeld können Privatpersonen heute sonst nur in Form von Bargeld verfügen.

Nutzung

So funktioniert der digitale Euro

Der Zugang zum digitalen Euro soll einfach und möglichst barrierefrei sein.

Als Nutzer:in würden Sie digitale Euro auf einem Konto halten, das Sie bei Ihrer Bank oder einer öffentlichen Stelle einrichten. Auf Ihr Konto für den digitalen Euro würden Sie Geld laden. Entweder über ein verknüpftes Bankkonto oder indem Sie einen Barbetrag einzahlen. Ab dann könnten Sie in Geschäften und online mit digitalen Euro bezahlen: mit Karte, der App für den digitalen Euro oder Ihrer gewohnten Banking-App. Sogar offline wird das Bezahlen mit Smartphone oder Karte funktionieren. Und natürlich könnten Sie auch privat digitale Euro übertragen – etwa Taschengeld – und erhalten. Auf Ihrem Konto für den digitalen Euro könnten Sie Geld bis zu einer Obergrenze halten oder automatisch bzw. manuell zurück auf Ihr Bankkonto überweisen.

E-Learning: Was ist der digitale Euro?

Der digitale Euro im Detail

Der digitale Euro basiert auf einem zweistufigen System:

Das Eurosystem betreibt die zentrale Infrastruktur im Hintergrund und
Banken und Zahlungsdienstleister treten als Vermittler auf und bleiben die direkten Ansprechpartner für Nutzer:innen.

Wie das System konkret sichere Sofortzahlungen mit dem digitalen Euro ermöglicht, erfahren Sie im Anschluss.

Zugang und Nutzung

Der Zugang zum digitalen Euro erfolgt über die eigene Bank oder Zahlungsdienstleister. Diese überprüfen die Identität. Dann wird ein digitales Konto oder eine digitale Geldbörse (auch Wallet genannt) eingerichtet. Eine Zahlung läuft dann so ab: Die Nutzerin löst die Zahlung über eine App oder Karte aus, der Zahlungsdienstleister prüft Guthaben und Berechtigung und leitet die Transaktion an die zentrale Plattform des Eurosystems weiter. Dort wird die Zahlung sofort und endgültig in Zentralbankgeld abgewickelt – sicher, ohne Kreditrisiko und vergleichbar mit einer Barzahlung, aber vollständig digital. Das Guthaben lässt sich flexibel zwischen Bankkonto und digitalem Euro hin- und herbewegen, mit optionaler automatischer Nachladung.

Zahlungen zwischen Privatpersonen

Zahlungen zwischen Privatpersonen funktionieren in Echtzeit. Sie ähneln in der Bedienung den heutigen mobilen Zahlungsdiensten, basieren jedoch direkt auf Zentralbankgeld. Der Zahler löst die Transaktion über seine App aus, etwa per persönlicher Identifikation. Der Zahlungsdienstleister übernimmt die Authentifizierung und leitet die Zahlung ans Eurosystem weiter, wo sie sofort und endgültig verbucht wird. Die Empfängerin erhält das Geld in Echtzeit und kann unmittelbar darüber verfügen.

Offline-Funktion

Ein besonderes Merkmal des digitalen Euro ist die Möglichkeit, auch ohne Internetverbindung zu bezahlen. Dabei werden Zahlungen direkt von Gerät zu Gerät übertragen, auf Basis kryptografisch gesicherter Token, die in einem speziellen Hardware-Element des Geräts gespeichert sind. Diese Methode erreicht ein sehr hohes Datenschutzniveau, da keine zentrale Infrastruktur in den Zahlungsvorgang eingebunden ist.

Datenschutz durch Design

Datenschutz steht beim digitalen Euro klar im Fokus. Der digitale Euro folgt dem Prinzip „Privacy by Design“, d. h. der Datenschutz wird bereits bei der technischen Gestaltung berücksichtigt. Banken und Zahlungsdienstleister kennen ihre Kund:innen und erfüllen die gesetzlichen Anforderungen. Das Eurosystem selbst verarbeitet ausschließlich pseudonymisierte Daten und kann einzelne Nutzer:innen nicht identifizieren.

Plattform für Innovation

Der digitale Euro ist als offene, standardisierte Plattform konzipiert. Bestehende Zahlungslösungen können eingebunden werden, und Zahlungsdienstleister können den digitalen Euro in ihre eigenen Produkte integrieren. In weiteren Ausbaustufen sind für den digitalen Euro auch bedingte Zahlungen vorgesehen: also Transaktionen, die automatisch ausgelöst werden, sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind, etwa bei Vertragserfüllung oder Lieferbestätigung.

Insgesamt verbindet der digitale Euro als digitale Währung die Stabilität und Sicherheit von Zentralbankgeld mit der Flexibilität moderner digitaler Plattformen und schafft damit eine einheitliche Grundlage für den europäischen Zahlungsverkehr.

Vorteile

Warum braucht Europa einen digitalen Euro?

Derzeit gibt es in Europa keine digitale Zahlungsoption für den gesamten Euroraum.

Der digitale Euro würde diese Lücke schließen und

  • öffentliches Zentralbankgeld fit für die digitale Zukunft machen
  • mehr Wahlfreiheit beim Bezahlen bieten
  • allen Marktteilnehmern Vorteile bringen
  • eine sichere europäische Lösung für elektronische Zahlungen sein
  • den Wettbewerb und die Widerstandsfähigkeit des europäischen Zahlungsverkehrs stärken und
  • zur strategischen Unabhängigkeit Europas beitragen

Das ist wichtig, weil aktuell ausländische Anbieter die europäische Zahlungsverkehrslandschaft dominieren. Im Euroraum werden etwa zwei Drittel aller elektronischen Zahlungen im Handel nach den Vorgaben von nur zwei Zahlungsanbietern aus dem EU-Ausland durchgeführt. In Österreich sind das sogar mehr als 90 % solcher Zahlungen.

Weiters würde der digitale Euro die strategische Autonomie des Euroraums stärken. Das ist wichtig, damit das Eurosystem auch künftig eigenständig Geldpolitik betreiben kann.

 

Was bringt der digitale Euro verschiedenen Marktteilnehmer:innen?

Konsument:innen 

Zusätzlich zu Bargeld könnten alle im Euroraum auch digital mit Zentralbankgeld bezahlen. Das Bezahlen mit dem digitalen Euro wäre im gesamten Euroraum gebührenfrei und auch offline möglich – in Geschäften, im Online-Handel, bei staatlichen Stellen und unter Privatpersonen.

Der digitale Euro würde einen unübertroffenen Schutz der Privatsphäre gewährleisten: kommerzielle digitale Zahlungsmethoden kommen an diesen nicht heran. Dem Eurosystem wäre es nicht möglich, Personen anhand ihrer Zahlungen zu identifizieren. Anders als kommerzielle Anbieter verfolgen die Zentralbanken als Herausgeber keine wirtschaftlichen Eigeninteressen und handeln nicht mit Daten.

Auch Menschen mit Unterstützungsbedarf hätten Zugang zu einem öffentlichen elektronischen Zahlungsmittel, das einfach zu handhaben ist. Per Karte könnte man den digitalen Euro auch ohne Bankkonto und digitales Endgerät nutzen.

 

Handel

Der digitale Euro hätte den Vorteil, dass Gebühren für Händler im Vergleich niedriger wären. Für ihre Kund:innen wäre der digitale Euro eine attraktive zusätzliche Zahlungsoption. Der Handel hätte somit eine weitere Möglichkeit, Zahlungen von Konsument:innen aus dem gesamten Euroraum zu empfangen. 

Der Zahlungsverkehr würde dadurch robuster und der Wettbewerb angekurbelt werden. Die Kosten im Handel würden sinken. Die Kostenvorteile würden in einem solchen Umfeld an die Konsument:innen weitergegeben werden.

Außerdem wäre der digitale Euro eine gesamteuropäische Plattform, auf der Marktteilnehmer zusätzliche innovative Serviceleistungen anbieten könnten.

 

Beaufsichtigte Banken und Zahlungsinstitute

Diese könnten im ganzen Euroraum innovative Zahlungs- und Finanzdienstleistungen auf Basis des digitalen Euro anbieten. Dadurch würde auch der Wettbewerb im elektronischen Geschäfts- und Zahlungsverkehr zunehmen.

Ihre Abhängigkeit von einigen wenigen Unternehmen, die den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr derzeit beherrschen, ließe sich somit reduzieren. Und die Abwicklungskosten würden sinken. Das Eurosystem würde seine eigenen Kosten tragen, darunter auch die Kosten für den Betrieb des Systems und die Abwicklungsverarbeitung.

Sie könnten die zentrale Infrastruktur und die grundlegenden Zahlungsfunktionen des digitalen Euro, die vom Eurosystem bereitgestellt werden, ohne direkte Transaktionsgebühren nutzen. Dank dieser kosteneffizienten Basis könnten im Euroraum innovative Dienstleistungen entwickelt und skaliert werden.

 

Der digitale Euro – ein Garant für

Vertrauen und Stabilität für unsere Währung
Die Möglichkeit, Bankguthaben nicht nur in Bargeld, sondern auch in digitales Zentralbankgeld umzuwandeln, schafft Vertrauen in die Währung. Vertrauen in die Währung schafft Stabilität. Der digitale Euro wäre somit ein Stabilitätsanker.

Autonomie und Innovation im Zahlungsverkehr
Ein gemeinsames europäisches System würde die Abhängigkeit von außereuropäischen Zahlungsanbietern reduzieren. Der digitale Euro würde zudem allen Finanzinstituten im Euroraum eine Innovationsplattform bieten. Mehr Wettbewerb würde die Kosten senken.

Finanzdienstleistungen und Teilhabe für alle
Mit dem digitalen Euro hätten alle Menschen im Euroraum kostenfreien Zugang zu Finanzdienstleistungen. Sie könnten mit ihm ihre Einkäufe online und offline bezahlen. Wie Bargeld könnten sie digitale Euro auch privat austauschen.

Position der OeNB zum digitalen Euro

  • Wahlfreiheit & Ergänzung zu Bargeld

    Die OeNB unterstützt, dass der digitale Euro Bargeld ergänzt, aber nicht ersetzt.

  • Annahmefreiheit für Bürger:innen

    Die OeNB unterstützt, dass der digitale Euro von den Bürger:innen verwendet werden kann, aber nicht muss.

  • Annahmepflicht für Unternehmen

    Die OeNB unterstützt, dass Unternehmen den digitalen Euro annehmen müssen (mit sinnvollen Ausnahmen).

  • Gebührenfrei

    Die OeNB unterstützt, dass Bürger:innen den digitalen Euro wie Bargeld gebührenfrei verwenden können.

  • Nutzer:innenfreundlichkeit

    Die OeNB unterstützt, dass der digitale Euro das Leben der Bürger:innen im gesamten Euroraum erleichtert, insbesondere dort, wo Bargeld nicht oder nur schwer verwendet werden kann. Mit dem digitalen Euro soll überall im Euroraum bezahlt werden können.

  • Europäischer Zahlungsverkehr

    Die OeNB unterstützt den digitalen Euro, da dieser den Zahlungsverkehr im Euroraum unabhängig von außereuropäischen Zahlungsanbietern macht.

  • Sicherheit & Privatsphäre

    Die OeNB unterstützt, dass der digitale Euro sicher und benutzer:innenfreundlich ist und die Privatsphäre gewahrt bleibt, da die Notenbanken keine Kund:innendaten erhalten.

Ein digitaler Euro für alle

Um am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen zu können, braucht man Zugang zu Finanzdienstleistungen. Nur so kann man Zahlungen empfangen, Rechnungen begleichen, Einkäufe tätigen oder etwa auch staatliche Leistungen beziehen.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung entstehen neue Möglichkeiten, aber auch neue Herausforderungen - vor allem in Zusammenhang mit finanzieller Inklusion. Daher spielt finanzielle Inklusion beim digitalen Euro eine besonders wichtige Rolle. Als öffentliches Gut soll der digitale Euro allen Menschen im Euroraum einen barrierefreien Zugang zum digitalen Zahlungsverkehr ermöglichen.

Finanzielle Inklusion bedeutet, dass Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben und diese selbstständig, sicher und ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend nutzen können. Dazu zählen sowohl klassische Finanzdienstleistungen als auch digitale Zahlungsmöglichkeiten. Im Zusammenhang mit dem digitalen Euro stellt sich insbesondere die Frage, ob alle Bevölkerungsgruppen über die notwendigen Voraussetzungen verfügen, um digitale Zahlungsmittel gleichberechtigt nutzen zu können.

Warum ist finanzielle Inklusion wichtig?

Die Digitalisierung verändert den Zahlungsverkehr grundlegend. Digitale Bezahlmöglichkeiten gewinnen laufend an Bedeutung und eröffnen neue Möglichkeiten für Komfort, Effizienz und Innovation. Gleichzeitig können dadurch neue Formen der Ausgrenzung entstehen. Nicht alle Menschen verfügen über dieselben Voraussetzungen, um digitale Finanzdienstleistungen zu nutzen. Folgende Faktoren können dazu führen, dass Menschen digitale Zahlungsmöglichkeiten nur eingeschränkt oder gar nicht nutzen: fehlende technische Ausstattung, mangelnde digitale Kompetenzen, Sprachbarrieren, körperliche Einschränkungen oder fehlendes Vertrauen in digitale Systeme. Der digitale Euro soll allen Menschen offenstehen. Daher werden diese Herausforderungen bereits bei der Entwicklung berücksichtigt.

Wichtig ist außerdem, dass die Perspektiven potenziell betroffener Bevölkerungsgruppen frühzeitig in die Entwicklung des digitalen Euro einfließen. Dafür gründete die OeNB 2024 die Arbeitsgruppe „Finanzielle Inklusion“ und nahm damit innerhalb des Eurosystems eine Vorreiterrolle ein. Die Arbeitsgruppe bringt Expert:innen aus Sozialorganisationen, Behindertenverbänden, Interessenvertretungen, Wissenschaft, Finanzwirtschaft und öffentlicher Verwaltung zusammen. 

Die Arbeitsgruppe wertete internationale Erfahrungen aus und identifizierte Bevölkerungsgruppen, denen digitale finanzielle Ausgrenzung droht. Außerdem analysierte sie, welche Barrieren im Zugang zu digitalen Finanzdienstleistungen bestehen. Darüber hinaus entwickelte sie Kriterien für eine öffentliche Anlaufstelle, die Menschen künftig dabei unterstützen kann, den digitalen Euro zu nutzen.

Wer ist betroffen?

Finanzielle Exklusion kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. 

Folgende Bevölkerungsgruppen können stärker betroffen sein:

  • ältere Menschen
  • Personen mit Behinderungen
  • Menschen mit geringem Einkommen
  • Personen mit geringen digitalen Kompetenzen
  • Menschen mit Sprachbarrieren
  • Personen mit Migrations- oder Fluchthintergrund sowie
  • Menschen in prekären Lebenssituationen

Dabei geht es nicht ausschließlich um den Zugang zu digitalen Geräten oder dem Internet. Eine wichtige Rolle spielen hier auch Fragen der Barrierefreiheit, Verständlichkeit, Sicherheit, finanziellen Bildung oder sozialen Unterstützung.

Was braucht es für finanzielle Inklusion?

Um digitale finanzielle Teilhabe zu ermöglichen, müssen mehrere Barrieren gleichzeitig abgebaut werden. 

Finanzielle Inklusion lässt sich nicht allein dadurch erreichen, dass eine technologische Lösung bereitgestellt wird. Vielmehr bedarf es eines umfassenden Maßnahmenbündels: technische Zugänglichkeit, Information, Bildung, Unterstützung und Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft. Insbesondere persönliche Beratungsangebote und vertrauenswürdige Anlaufstellen können wesentlich dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und die Nutzung digitaler Finanzdienstleistungen zu erleichtern. Das zeigen internationale Erfahrungen.

Die Arbeitsgruppe hat daher einen ganzheitlichen Ansatz entwickelt, der finanzielle Inklusion entlang mehrerer Dimensionen betrachtet. Dazu zählen neun zentrale Faktoren. Nur wenn diese Faktoren gemeinsam berücksichtigt werden, kann sichergestellt werden, dass der digitale Euro tatsächlich allen Menschen offensteht.

Neun Faktoren als Schlüssel zu finanzieller Inklusion

  1.  Physischer Zugang und Infrastruktur
  2.  Technische Ausstattung
  3.  Psychologische Sicherheit und Vertrauen
  4.  Verständliche und barrierefreie Information und Kommunikation
  5.  Finanzielle Ressourcen
  6.  Digitale und finanzielle Kompetenzen
  7.  Stress- und Zeitbelastung
  8.  Rechtliche und formale Anforderungen
  9.  Soziale Einbettung und Unterstützung

Österreichweite Betroffenheitsstudie liefert wertvolle Erkenntnisse

Um die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen, wurde 2026 eine österreichweite Studie zur finanziellen Inklusion initiiert. Bislang existierten in Österreich keine belastbaren quantitativen Daten dazu, welche Bevölkerungsgruppen von digitaler finanzieller Exklusion in welchem Ausmaß betroffen sind und welche Barrieren besonders häufig auftreten. Die Studie schließt diese Wissenslücke.

Untersucht werden die Nutzung digitaler Zahlungsformen und die dahinterliegenden Hindernisse, aufgeschlüsselt nach unterschiedlichen Alltagssituationen wie Online-Einkäufen, Zahlungen zwischen Privatpersonen und Zahlungen im stationären Handel. Grundlage ist ein mehrdimensionales Forschungsmodell. Es erfasst verschiedene Barrieretypen systematisch und setzt diese in Beziehung zu soziodemografischen Merkmalen wie Alter, Bildungsstand, Einkommen, Wohnort oder Migrationshintergrund.

Die Ergebnisse sollen erstmals belastbare Antworten auf zentrale Fragen liefern:

  • Wie viele Menschen sind in Österreich von digitaler finanzieller Exklusion betroffen?
  • Welche Barrieren treten am häufigsten auf?
  • In welchem Ausmaß sind die unterschiedlichen von Ausgrenzung bedrohten Gruppen von digitaler finanzieller Ausgrenzung betroffen?

Damit entsteht eine evidenzbasierte Grundlage, um finanzielle Inklusion gezielt zu fördern und den digitalen Euro so zu gestalten, dass er den Bedürfnissen möglichst aller Menschen gerecht wird.

Studie zur Betroffenheit von digitaler finanzieller Exklusion

Faktencheck: wahr oder erfunden?

Hier finden Sie gesicherte Fakten aus erster Hand.  

Fiktion: Der digitale Euro soll das Bargeld ersetzen

Fakt ist: Der digitale Euro wäre ein zusätzliches elektronisches Zahlungsmittel, das Bargeld ergänzt, aber nicht ersetzt. Der digitale Euro würde die steigende Nachfrage der Verbraucher:innen nach schnellen und sicheren elektronischen Zahlungsmitteln erfüllen. Er wäre außerdem eine rein europäische Lösung mit Fokus auf Datenschutz. Bargeld wird den Menschen im Euroraum selbstverständlich weiterhin zur Verfügung stehen. Dasselbe gilt für die derzeit verwendeten privaten elektronischen Zahlungsmittel.
 

Fiktion: Der digitale Euro wäre programmierbares Geld

Fakt ist: Der digitale Euro wäre unter keinen Umständen programmierbares Geld. Darunter versteht man eine digitale Form von Geld, die wie ein Gutschein nur für einen vorab festgelegten Zweck verwendet wird. Programmierbares Geld ist daher mit bestimmten Einschränkungen versehen, wo oder wann es verwendet werden kann. Dies wurde für den digitalen Euro bereits definitiv ausgeschlossen. Zahlungsdienstleister, wie beispielsweise Banken, könnten ihren Kund:innen jedoch ihrerseits sogenannte bedingte Zahlungsdienste anbieten. Darunter versteht man Zahlungen, die automatisch angewiesen werden, wenn bestimmte vordefinierte Bedingungen erfüllt sind. Ein Beispiel: Kund:innen könnten sich von ihrer Hausbank eine automatische monatliche Zahlung einrichten lassen, um digitale Euro unmittelbar an ihre Familienmitglieder oder an Freund:innen zu überweisen.
 

Fiktion: Der digitale Euro würde keine Privatsphäre und keinen Datenschutz bieten

Fakt ist: Der digitale Euro wäre so gestaltet, dass er einen höheren Schutz der Privatsphäre bieten würde als die derzeitigen elektronischen Zahlungsmittel. Das Eurosystem stellt den digitalen Euro und die dafür nötige Infrastruktur zur Verfügung, könnte aber keine Person direkt anhand ihrer Zahlungen identifizieren. Offline-Zahlungen mit dem digitalen Euro würden den Konsument:innen eine Privatsphäre wie bei Bargeldzahlungen bieten. Die persönlichen Transaktionsdetails wären nur der zahlenden und zahlungsempfangenden Person bekannt. Bei Online-Zahlungen mit dem digitalen Euro würde das Eurosystem datenschutzverbessernde Technologien einsetzen, sodass bei der Zahlungsabwicklung die Nutzer:innen keinesfalls direkt aufgrund ihrer Transaktionen identifizierbar wären.

Weitere Informationen zum digitalen Euro und zum Datenschutz finden sich auf der Website der  EZB.
 

Fiktion: Das Konto für den digitalen Euro wäre mit einem Social-Credit-Score und dem CO2-Verbrauch verknüpft

Fakt ist: Der Schutz personenbezogener Daten stand von Anfang an im Mittelpunkt des Projekts digitaler Euro. Der digitale Euro ist als neutrales Zahlungsmittel konzipiert und ist weder mit Social-Credit-Systemen noch mit individuellen CO2-Daten oder anderen Formen der Verhaltensbewertung verknüpft. Es existieren keine Mechanismen zur Bewertung, Steuerung oder Einschränkung von Konsumverhalten.

Darüber hinaus wird der digitale Euro nach dem Prinzip „Privacy by Design“ entwickelt. Die konkreten Details einer Offline-Zahlung in digitalen Euro wären nur der Person bekannt, die damit bezahlt, und der Person, die die Zahlung empfängt. Diese Offline-Funktion würde keine Internetverbindung benötigen.

Auch bei Online-Zahlungen ist die Privatsphäre gewahrt. Die jeweils involvierte Bank der zahlenden Person hätte nur Zugang zu einem Mindestmaß an Informationen, die zur Einhaltung von EU-Recht (z. B. Geldwäscheprüfung) erforderlich wären. Das Eurosystem würde sicherstellen, dass keine unbeteiligten Dritten, wie etwa staatliche Stellen, Daten über Zahlungen mit digitalen Euro erhalten. Auch das Eurosystem selbst könnte keine konkreten Personen mit Zahlungen in Verbindung bringen. Zudem stünde die EZB unter der Aufsicht unabhängiger Datenschutzbehörden. Diese würden darauf achten, dass die EU-Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. Die EU-Datenschutzbestimmungen zählen bekanntlich zu den weltweit strengsten Datenschutz- und Datensicherheitsvorschriften. Die EZB wird daher sicherstellen, dass die modernsten Technologien zum Schutz der Privatsphäre eingesetzt werden. Überdies prüft die EZB mit Blick auf Praktikabilität und Effizienz laufend neue vielversprechende Maßnahmen.
 

Fiktion: Der digitale Euro wäre Geld mit einem Verfallsdatum

Fakt ist: Der digitale Euro hätte kein Verfallsdatum. Denn Geld mit Verfallsdatum entspricht weder dem Mandat noch den Interessen der EZB. Das heißt, ein Euro ist und bleibt ein Euro, egal ob in physischer oder digitaler Form.
 

Fiktion: Der digitale Euro würde ein automatisches Einziehen von Geld ermöglichen

Fakt ist: Alle Zahlungen mit dem digitalen Euro müssten, wie auch bei derzeitigen elektronischen Zahlungen, von der zahlenden Person vorab autorisiert werden. Ein automatisches Einziehen ohne vorherige Autorisierung und ohne Einspruchsmöglichkeit der zahlenden Person wäre nicht möglich.

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Häufig gestellte Fragen zum digitalen Euro

Stand: 9. Juli 2026

Allgemeines zum digitalen Euro

  1. Evolution des Geldes: Der digitale Euro wäre die Weiterentwicklung des Bargelds für die digitale Welt. So wie Banknoten vor Jahrhunderten die Evolution der Münzen darstellten.
     
  2. Erleichterung des Lebens: Der digitale Euro wäre eine neue Zahlungsmethode, die uns dank ihrer Eigenschaft der universellen Nutzbarkeit in den meisten Zahlungssituationen und im gesamten Euroraum, das Leben erleichtern würde.
     
  3. Erhöhte Widerstandsfähigkeit: Der alltägliche Zahlungsverkehr ist eine wesentliche Dienstleistung für die Menschen und das Funktionieren der Wirtschaft, vergleichbar mit Strom oder Wasser. Die Menschen erwarten von öffentlichen Institutionen, dass sie die Kontinuität dieser Dienstleistungen für alle Bürger:innen gewährleisten und dass niemand zurückgelassen wird. Der digitale Euro würde uns in Europa helfen, die Abhängigkeit von nicht-europäischen Zahlungslösungen zu verringern.

Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen: Für den digitalen Euro ist die Entwicklung von Kryptowerten bzw. Krypto-Assets irrelevant. Die Verwirrung rührt von dem Begriff „digitale Währungen“, der Krypto-Vermögenswerte wie Bitcoin und den digitalen Euro in einen Topf wirft.

In Wirklichkeit haben sie nichts miteinander zu tun. Bitcoin ist keine Währung, weil er nicht als Tauschmittel und Rechnungseinheit dient. Bitcoin ist ein Spekulationsobjekt.

Der digitale Euro hingegen ist eine Verbindlichkeit der Zentralbank.

Wer mit Krypto-Assets spekulieren möchte, kann dies nach den geltenden Rechtsvorschriften weiterhin tun, unabhängig davon, ob ein digitaler Euro ausgegeben wird oder nicht.

Eine zusätzliche Bezahlmethode: Ein digitaler Euro würde nicht nur Bargeld, sondern auch private elektronische Zahlungslösungen ergänzen. In einem dynamischen und wachsenden Markt können ein digitaler Euro und europaweite private Zahlungslösungen gut nebeneinander bestehen. Dadurch soll ermöglicht werden, Zahlungen sofort durchzuführen. Die Investitionen, welche Banken in ihre IT-Systeme getätigt haben, um der Verordnung über Echtzeitüberweisungen gerecht zu werden, machen sich auch für den digitalen Euro bezahlt. Beide Lösungen erfordern eine Verarbeitung von Zahlungen in Echtzeit.

Gleichzeitig werden mit dem digitalen Euro zusätzliche Schwachstellen in der europäischen Zahlungsverkehrslandschaft behoben, was durch die EU-Verordnung für Echtzeitzahlungen allein nicht möglich wäre.

Die für den digitalen Euro eingeführten Standards könnten auch die Einführung von Euroraum-weiten Massenzahlungslösungen auf der Grundlage von Sofortzahlungen fördern. Dadurch könnte sich Europas Abhängigkeit von außereuropäischen Akteuren verringern, die derzeit den Großteil der Zahlungen an den Verkaufsstellen und im elektronischen Handel im Euroraum abwickeln.

Vorteile des digitalen Euro

  1. Eine Zahlungslösung für jede Gelegenheit, zu jeder Zeit: Derzeit gibt es kein einziges europäisches digitales Zahlungsmittel, das im gesamten Euroraum akzeptiert wird. Eine Erweiterung des 2002 eingeführten Euro-Bargelds steht daher für digitale Zahlungen noch aus.
     
  2. Eine Zahlungslösung, die bargeldähnliche Merkmale beibehält: Der digitale Euro kann dort eingesetzt werden, wo Bargeld nicht hinreicht, wie etwa im elektronischen Geschäftsverkehr und bei Fernzahlungen zwischen zwei Personen. Und dabei blieben die geschätzten bargeldähnlichen Merkmale erhalten: hoher Schutz der Privatsphäre, kostenlose Basisdienste, Offline-Verfügbarkeit und einfache Handhabung.
     
  3. Ein auf den Schutz der Privatsphäre ausgerichtetes Zahlungsmittel: Die persönlichen Transaktionsdetails von Offline-Zahlungen in digitalen Euro wären nur der Person bekannt, die bezahlt, und der Person, die die Zahlung erhält. Online könnten Zahlungen getätigt werden, ohne dass Daten an Dritte weitergeben werden, es sei denn, diese Daten werden gemäß europäischem Recht benötigt, um illegale Handlungen zu verhindern. Demnach wird die EZB durch die Anwendung von Technologien zur Verbesserung des Datenschutzes bei der Zahlungsabwicklung keine Nutzer:innen anhand ihrer Zahlungen identifizieren können.
     
  4. Eine Zahlungslösung, die niemanden zurücklässt: Da der digitale Euro ein öffentliches Gut wäre, würde er garantieren, dass Zahlungen für alle zugänglich sind und niemand zurückgelassen wird. So würde die EZB eine App entwickelt, die einfach zu bedienen ist, in allen Sprachen des Euroraums verfügbar ist und auch Funktionen für Menschen mit Einschränkungen bietet. Für Nutzer:innen ohne mobiles Endgerät soll es außerdem Zahlungskarten geben, die bei beaufsichtigten Zahlungsdienstleistern bezogen werden können. Schließlich sieht der Gesetzgeber vor, dass der Einstieg in die Nutzung des digitalen Euro persönlich unterstützt wird.

  1. Effizientere Zahlungen: Der digitale Euro wäre eine Zahlungslösung, die im gesamten Euroraum funktioniert. Sie könnte also die bestehende Situation im Handel vereinfachen. Händler:innen müssten nicht mehr mit der derzeitigen fragmentierten Landschaft von Zahlungslösungen zurechtkommen. Darüber hinaus könnte die Verfügbarkeit einer öffentlichen Lösung den Druck aufrechterhalten, den Zahlungsmarkt (insbesondere für KMU) kosteneffizient zu halten. Niedrigere Kosten könnten auch den Endverbraucher:innen zugutekommen.
     
  2. Einfaches Bezahlen: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kund:innen beim Online-Shopping einen Kauf zum Zeitpunkt der Zahlung ablehnen, ist geringer, wenn sie mit dem Zahlungsinstrument vertraut sind. Dies ist besonders im elektronischen Handel von Bedeutung.
     
  3. Sofortiger Geldeingang: Dank des digitalen Euro können Händler:innen das Geld auf ihrem Konto sofort und ohne zusätzliche Kosten erhalten.

  1. Eine Plattform für Innovation: Banken und andere Zahlungsdienstleister werden in der Lage sein, die Beziehung zu den Endnutzer:innen aufrechtzuerhalten und weiterhin ihre bevorzugten Dienstleister zu sein. Heute dienen Innovationen des Privatsektors in erster Linie den heimischen Märkten. Der digitale Euro bietet unmittelbare Reichweite im gesamten Euroraum. Darüber hinaus könnte die Einführung digitaler Euro-Standards die Weiterentwicklung und Verbreitung von Zahlungslösungen auf der Grundlage von Sofortzahlungen fördern (also etwa bei Zahlungen an Kassenterminals, wo sie heute kaum vertreten sind).
     
  2. Ein neutrales Vergütungsmodell: Laut dem vorgeschlagenen Vergütungsmodell im Gesetzesentwurf sollen Zahlungsdienstleister bei Transaktionen mit digitalen Euro eine ähnliche Vergütung erhalten wie bei Zahlungen mit privaten Lösungen. Außerdem können die Zahlungsdienstleister eine breite Palette zusätzlicher und innovativer Dienstleistungen auf und neben dem digitalen Euro anbieten, die über die für Verbraucher:innen kostenlosen Basisdienste hinausgehen.

Beibehaltung der Seigniorage, also dem Ertrag aus dem Banknotenumlauf: Sollte die Nachfrage nach Bargeld als Wertaufbewahrungsmittel in Zukunft zurückgehen, läge es im Interesse des Staats, die Seigniorage dennoch aufrechtzuerhalten.

Wie kommt es zu Seigniorage-Einkünften? Geschäftsbanken sorgen dafür, dass die Euro-Banknoten zu den Menschen im Euroraum gelangen. Sie kaufen zu diesem Zweck die Euro-Geldscheine zum Nennwert bei den Zentralbanken. Dafür leihen sich die Banken entweder Geld bei der jeweiligen Zentralbank oder überlassen ihr im Gegenzug einige Vermögenswerte. Die Notenbank erhält für das verliehene Geld Zinsen oder erzielt mit den erworbenen Vermögenswerten Gewinne, sprich Seigniorage-Einkünfte.

Die Seigniorage wird davon abhängen, in welchem Umfang die Menschen digitale Euro halten. Im Einklang mit dem Wunsch, die Auswirkungen auf die Gewinnspannen der Banken zu begrenzen, ist auch eine begrenzte Auswirkung darauf zu erwarten. Konkret wird sie abhängen von: (1) der Akzeptanz des digitalen Euro, (2) der Frage, ob die Banken Einlagenkonten/die Guthaben auf den Konten für den digitalen Euro vergüten, (4) den Obergrenzen für Guthaben in digitalen Euro sowie (5) der Präferenz der Nutzer:innen, digitale Euro zu halten oder direkt von ihrem Bankkonto zu bezahlen.

Nutzung und Akzeptanz

  1. Einfacher Zugang für alle Menschen: Alle Nutzer:innen im Euroraum sollten einen einfachen Zugang zum digitalen Euro haben und mit ihm bezahlen können, unabhängig davon, bei wem sie ihre Bankgeschäfte tätigen oder in welchem Mitgliedstaat sie ansässig sind. Der Zugang zum digitalen Euro muss vergleichbar einfach wie der Zugang zu Euro-Banknoten sein.
     
  2. Breite Akzeptanz: Bürger:innen werden erwarten, dass sie mit dem digitalen Euro genauso einfach bezahlen können wie heute mit Bargeld. Händler:innen, die digitale Zahlungsmittel akzeptieren, sollten daher auch den digitalen Euro annehmen. Dies gilt natürlich auch für den elektronischen Handel, der derzeit kein Bargeld, sondern nur private Zahlungsmittel akzeptiert.
     
  3. Ein Service der eigenen Bank: Bürger:innen werden außerdem erwarten, dass sie den digitalen Euro bei ihrer Bank erhalten, so wie es heute mit Bargeld der Fall ist. Es sollte keine Hürden für Nutzer:innen geben, die Zugang zum digitalen Euro haben wollen. Sie sollten also nicht gezwungen sein, ihre Bank zu wechseln.

Nutzer:innen können ein Konto für den digitalen Euro oder aber auch mehrere derartige Konten haben, z. B. Geschäftskonten. Weiters könnte aber auch mit einer anderen Person über ein gemeinsames Konto verfügt werden, z. B. einem Familienangehörigen oder Verwandten. Das wäre zusätzlich zum eigenen Konto für digitale Euro möglich. Wie viele solcher Konten existieren, liegt bei den Endnutzer:innen und könnte auch jederzeit geändert werden.

Bei mobilen Zahlungen könnten die Nutzer:innen Zahlungen über die mobilen Apps ihrer Zahlungsdienstleister vornehmen oder erhalten, wie es bereits heute der Fall ist. Die EZB kann zudem beschließen, eine spezielle App für den digitalen Euro anzubieten, für welche sich Nutzer:innen dann entscheiden könnten.

Unterhalb einer bestimmen Schwelle und solange die Geräte, über welche die Zahlung erfolgt, sich in räumlicher Nähe zueinander befinden, wären mobile Zahlungen in digitalen Euro auch ohne Internetverbindung möglich. Um den digitalen Euro dann auch sicher zu speichern, könnte auch die eigene EUid-Brieftasche genutzt werden, welche von der Kommission vorgeschlagen wurde, um Menschen und Unternehmen den Zugang zu öffentlichen und privaten Online-Diensten zu erleichtern.

Rahmenbedingungen für Zahlungsdienstleister

  1. Gebührenfreie Basisdienste für Endnutzer:innen: Das vorgeschlagene Kompensationsmodell basiert auf einem ausgewogenen Konzept. Für Bürger:innen soll die Nutzung von Basisdiensten wie das Bezahlen, Halten oder Empfangen des digitalen Euros gebührenfrei möglich sein. Gleichzeitig sollen aber auch wirtschaftliche Anreize für Händler die den digitalen Euro akzeptieren, und für Zahlungsdienstleister wie Banken, die den digitalen Euro vertreiben, geschaffen werden.
     
  2. Möglichkeiten für Zahlungsdienstleister: Zahlungsdienstleister können insbesondere durch zusätzliche, über die Basisdienste hinausgehende Leistungen Einnahmen generieren, etwa durch innovative Mehrwerts-Services oder optionale Zahlungsinstrumente. Darüber hinaus erhalten sie indirekte Vergütung über regulierte Händlergebühren (Merchant Service Charges) sowie Inter-PSP-Gebühren, welche jedoch gedeckelt und streng reguliert sind.
     
  3. Die Rolle des Eurosystems: Das Eurosystem selbst trägt die Kosten für den Aufbau und Betrieb der zentralen Infrastruktur des digitalen Euro, vergleichbar mit dem heutigen Ausgeben von Euro-Bargeld. Für Zahlungsdienstleister entstehen dadurch keine direkten Teilnahmegebühren.
     
  4. Regulierte Preisstruktur und Schutzmechanismen: Gleichzeitig folgt die Preisgestaltung nicht vollständig freien Marktmechanismen, sondern wird durch regulatorische Vorgaben bestimmt werden. Insbesondere sind Gebührenobergrenzen vorgesehen, welche sicherstellen sollen, dass Händler nicht stärker belastet werden als bei vergleichbaren Zahlungsmitteln und insgesamt vor überhöhten Kosten geschützt sind.

 

Sicherheit und Datenschutz

Ein digitales Euro-Ökosystem würde einem umfassenden Rahmen für die Cyberresilienz unterliegen, vergleichbar mit jenem für die bestehenden TARGET-Services.

TARGET-Services werden vom Eurosystem entwickelt und betrieben. Sie gewährleisten den freien Fluss von Bargeld, Wertpapieren und Sicherheiten in ganz Europa. Wie ein Schutzschild soll der Rahmen sicherstellen, dass alle Akteur:innen über die notwendigen Kontrollen und Prozesse verfügen, um Cyberrisiken zu minimieren, einschließlich der kontinuierlichen Überwachung neuer Bedrohungen.

Darüber hinaus würden bei der Gestaltung eines digitalen Euro modernste Technologien zum Einsatz kommen, um ein System zu schaffen, das gegen Cyberattacken resistent und zukunftssicher ist.

Ein digitaler Euro wäre niemals programmierbares Geld, was so auch in der gesetzlichen Grundlage vorgesehen ist. Das Eurosystem würde niemals festlegen, wo, wann oder wofür die Menschen mit einem digitalen Euro bezahlen können.

Programmierbares Geld wäre gleichbedeutend mit der Ausgabe von Gutscheinen. Das Eurosystem ist jedoch für die Ausgabe von Geld zuständig und nicht für die Ausgabe von Gutscheinen.

Sollten noch Fragen offen sein, können Sie uns gerne kontaktieren!

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