Sammlungen
Das Geldmuseum verfügt über umfangreiche geldhistorische Sammlungen von Banknoten, Münzen, Wertpapieren und historischen Entwürfen. Mit insgesamt rund 80.000 Objekten zählen sie heute zu den größten numismatischen Sammlungen Österreichs. Einige der einzigartigen Stücke reichen bis in die Bronzezeit zurück und erzählen die Geschichte des Geldes über Jahrtausende hinweg.
Geldscheinsammlungen
Das Geldmuseum besitzt eine umfangreiche Sammlung an Geldscheinen. Diese Sammlung enthält Banknoten aus Österreich und der ganzen Welt. Die beiden ältesten Geldscheine der Sammlung sind 700 Jahre alt und stammen aus China. Deutlich jünger sind die ältesten europäischen Geldscheine der Sammlung, sie stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Den Kernbestand bildet das offizielle österreichische Papiergeld von der Zeit Maria Theresias bis heute. Er enthält zahlreiche seltene Beispiele von Papiergeld, wie z. B. verschiedene Ausgaben von Stadt-Banco-Zetteln.
Eine große Teilsammlung widmet sich dem Ersatzgeld, das in speziellen Fällen die offizielle Landeswährung als Zahlungsmittel ergänzen kann. Darunter fallen Notgeldscheine, Gefängnisgeld, Militärzahlungsmittel und modernes Regionalgeld.
Münzen
Seit den 1950er-Jahren wird die Münzensammlung der OeNB gezielt aufgebaut. Der Schwerpunkt liegt auf der Währungsgeschichte des österreichischen Raumes – mit besonderen Beständen zu habsburgischen Prägungen und Münzen des Erzbistums Salzburg.
Im Laufe der Zeit wurde die Münzen-Sammlung um bedeutende Einzelstücke und durch ganze Sammlungen zur europäischen und internationalen Geldgeschichte erweitert. Dazu zählen u. a. der Salzburger Rübentaler von 1504, ein 100 Dukatenstück Kaiser Ferdinands III. (1629), die Sammlung Leypold (provinzialrömische Münzen) sowie die Sammlung Ferrari-Kellerhof (Alttiroler Münzen).
Zeichnungen und Entwürfe
Seit 1816 waren zahlreiche bedeutende österreichische Künstler:innen an der Gestaltung von Banknoten beteiligt – darunter Koloman Moser, Gustav Klimt, Erika Giovanna Klien und Berthold Löffler. Ihre Arbeiten spiegeln sich in Originalzeichnungen, Entwürfen, Probedrucken und Papiermustern wider, die heute Teil der geldhistorischen Sammlungen der OeNB sind.
Druck- und Produktionstechnik
Ein besonders technikgeschichtlich spannender Bereich der Sammlungen ist die Druck- und Produktionstechnik. Österreichweit einzigartig, umfasst sie historische Druckplatten ab 1816, Glasnegative, Filme, Siebe und weitere Materialien aus der Banknotenherstellung. Diese Objekte geben faszinierende Einblicke in die Entwicklung der Drucktechnik und dokumentieren die handwerklichen und technologischen Prozesse hinter dem Geld.
Aktien und Wertpapiere
Aktien und Wertpapiere bilden eine besonders wirtschaftsgeschichtlich interessante Objektgruppe innerhalb der Sammlungen. Sie umfasst zahlreiche historische Dokumente aus dem In- und Ausland, welche die Entwicklung von Finanzmärkten und Unternehmensgeschichte greifbar machen.
Ein besonderes Highlight sind zwei Aktien der Privilegierten Oesterreichischen Nationalbank aus dem Jahr 1819 – ausgestellt auf Ludwig van Beethoven. Diese einzigartigen Stücke verbinden Geldgeschichte mit Kulturgeschichte auf eindrucksvolle Weise.
Historische Fälschungen
Die Bekämpfung von Falschgeld zählt zu den Aufgaben der OeNB – in enger Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden. Zu Dokumentationszwecken werden Belegexemplare aufgegriffener Fälschungen archiviert.
Historische Fälschungen, die nicht mehr für Ermittlungen benötigt werden – etwa Stadt-Banco-Zettel aus der Zeit um 1800 oder Bohr’sche Fälschungen österreichischer Banknoten ab 1816 – sind in die Sammlungen des Geldmuseums aufgenommen worden.
Sie geben Einblick in die Geschichte der Geldfälschung und ergänzen das geldhistorische Erbe der OeNB.
Alternative Zahlungsmittel
Die vielfältigste Sammlung des Geldmuseums vereint die ältesten Objekte der geldhistorischen Bestände. Sie reicht von prämonetären Zahlungsmitteln wie bronzezeitlichen Sicheln, Hundezähnen und Muschelgeld über historische Barren bis hin zu modernem Plastikgeld.
Auch halboffizielle und nur eingeschränkt gültige Zahlungsmittel – etwa Fabriksmarken, Notmünzen und ähnliche Formen – sind Teil dieser Sammlung. Sie dokumentieren eindrucksvoll, wie unterschiedlich Geld über die Jahrhunderte gedacht, gestaltet und verwendet wurde.
Museale Gegenstände
Die „Musealen Sammlungen" bilden den Rahmen für die übrigen Sammlungen. Ihr Schwerpunkt liegt nicht auf Zahlungsmitteln, sondern auf der Kulturgeschichte des Geldes. Sie vereinen sehr unterschiedliche Arten von Objekten. Geldtaschen, Geräte zur Geldbearbeitung, Sparbücher, Spardosen sowie historische Bücher und Dokumente erzählen vom täglichen Umgang mit Geld
Weiterführende Links
- Wiener Stadt-Banco – Zettel
- Schilling-Banknoten der Oesterreichischen Nationalbank 1925–1938
- Kronen-Banknoten der Oesterreichisch-ungarischen Bank
- Gulden-Banknoten der privilegirten Oesterreichischen National-Bank, Österreichische Währung
- Gulden-Banknoten der privilegirten Oesterreichischen National-Bank, Konventionsmünze
- Gulden Wiener Währung
- Alliierte-Militärschilling-Noten, Serie 1944
- Schilling-Banknoten der Oesterreichischen Nationalbank