Preise & Löhne

Die Analyse der Preisentwicklung ist für das Eurosystem besonders wichtig, um ihr primäres Ziel die Preisstabilität zu gewährleisten. Die OeNB untersucht die Entwicklung der Verbraucherpreise in Österreich und erstellt Inflationsprognosen, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Auch die Lohnentwicklung ist relevant, da sie sowohl die Konjunktur als auch die Inflation beeinflusst.

Analyse der Preis- und Lohnentwicklung

Warum wir Preise und Löhne untersuchen

Das primäre Ziel des Eurosystems ist die Gewährleistung von Preisstabilität im Euroraum. Darunter verstehen wir einen stabilen geringfügigen Preisanstieg, konkret eine Inflationsrate von 2 % auf mittlere Sicht. 

Da die Inflationsrate von verschiedenen Faktoren wie z. B. den Energiepreisen oder der Lohnentwicklung beeinflusst wird, beobachtet die OeNB diese Entwicklungen laufend und genau. Nur so können wir dazu beitragen, dass die Preisentwicklung stabil bleibt.

Die OeNB arbeitet daher geografisch und inhaltlich in zwei Bereichen zur Preis- und Inflationsentwicklung: Einerseits beobachtet und analysiert die OeNB die Preis- und Inflationsentwicklung in Österreich. Die OeNB erstellt vierteljährlich, detaillierte Prognosen, veröffentlicht deren Ergebnisse und nimmt zu relevanten wirtschaftspolitischen Entscheidungen Stellung, die sich auf Preise und Inflation in Österreich auswirken. Andererseits verfolgt und analysiert die OeNB die Inflationsentwicklung des Euroraums, um die europäische Geldpolitik mitzugestalten.

Das Lohnwachstum ist ein wichtiger Bestimmungsfaktor der Inflation. Das Wachstum der effektiven Löhne und Gehälter wird wiederum stark von der Tariflohnentwicklung beeinflusst. Der OeNB Wage-Tracker präsentiert Trends der Tariflohnentwicklung und stellt eine Kurzfrist-Prognose für das Tariflohnwachstum dar.  

OeNB Wage Tracker

OeNB-Produkte zur Preisentwicklung

Die Expert:innen der OeNB stellen unterschiedliche Informationsprodukte zu Inflation und Kaufkraft in Österreich bereit.

Wirtschaftsprognosen für Österreich

Die vierteljährliche Gesamtwirtschaftliche- und Interims-Prognose der OeNB widmet sich ausführlich der Konjunktur- und Preisentwicklung in Österreich. Die Preisentwicklung – gemessen an der HVPI-Inflation – prognostiziert die OeNB in einem "Bottom-up-Prozess" über die Hauptkomponenten Nahrungsmittel, Industriegüter ohne Energie, Energie und Dienstleistungen. Daraus ergeben sich neben der HVPI-Inflation auch die Kerninflation (HVPI-Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel) als zentrale Prognoseergebnisse.

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Persönliche InflationsApp (PIA)

Mit dieser App lässt sich, egal ob am Handy oder auf der Homepage deine persönliche Inflationsrate berechnen. Dafür stellt man seinen eigenen Warenkorb mit jenen Produkten, die man typischerweise kauft zusammen und kann sich so seine persönliche Inflationsrate berechnen.

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Kaufkraftrechner

Der Kaufkraftrechner gibt an, wie viele Einheiten eines Produktes man sich von einem durchschnittlichen Monats-Nettoeinkommen einer Arbeitnehmerin bzw. eines Arbeitnehmers zu einem beliebigen Zeitpunkt in der Vergangenheit und heute kaufen konnte bzw. kann.

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Wichtige Kennzahlen für Österreich

  • HVPI-Inflation

    Vergleich zum Vorjahr

OeNB Wage Tracker: Wie entwickeln sich die Löhne und Gehälter?

Tariflohnwachstum 2026 mit 2,3 % deutlich unter der rollierenden Inflation

10.06.2026

Der OeNB Wage Tracker ist seit Jahresbeginn weiter gesunken und er zeigt nun für den Jahresdurchschnitt 2026 ein Wachstum von 2,3 % an (siehe die untenstehende Grafik). Ein wesentlicher Grund für das weitere Sinken des Tariflohnwachstums in diesem Jahr sind die niedrigen Abschlüsse in den großen Sektoren Metallindustrie, öffentlicher Dienst und dem Handel, die bereits im November letzten Jahres bzw. mit Jahresanfang wirksam wurden. Die Tariflohnentwicklung wird damit heuer etwa jener des Euroraums entsprechen. Mit dem projizierten Plus von 2,3 % wird das Wachstum der Tariflöhne auch deutlich hinter der rollierenden inflation von 3,5 % (VPI für 2025) zurückbleiben.

Eine aktuelle Analyse und Bewertung der KV-Abschlüsse in der laufenden Lohnrunde findet sich im OeNB Policy-Brief 2026/1. Dort wird unter anderem gezeigt, dass die Abschlüsse in der laufenden Lohnrunde etwa im Einklang mit der Benya-Formel sind und der Summe aus rollierender Inflation und der zuletzt negativen Wachstumsrate der mittelfristigen Arbeitsproduktivität entsprechen.

In weiterer Folge wird über die neuesten KV-Abschlüssen seit der letzten Veröffentlichung des Wage-Trackers Anfang März berichtet, wobei auf die Abschlüsse in größeren bzw. mittelgroßen Sektoren fokusiert wird. Lange Verhandlungen führten im März zu einer Einigung im IT-Sektor (2,9 % per Anfang des Jahres). Bei den Versicherungen kam es Anfang März zu Mindestgehaltssteigerungen in Höhe von 3,3 % (Außendienst) bzw. 3,1 % (Innendienst). Ähnlich der Abschluss für die Kreditinstitute, der rückwirkend per Anfang April wirksam wurde (+3,1 %). Bei den Angestellten im Immobiliensektor betrug der Gehaltszuwachs 2,45 % (ab April).

Der Sektor „Werbung und Marktkommunikation Wien“ verzeichnete ein Gehaltsplus von 2,7 % ab Anfang Mai. Für die Arbeitnehmer:innen In Bauindustrie und Baugewerbe kam es zu einem Abschluss von 3,3 %, ebenfalls per Anfang Mai. Für die Dienstnehmer:innen der Seilbahnbetriebe gelten ab Mai Mindestentgeltsteigerungen im Ausmaß von 3,57 %. Die Angestellten der privaten Kur- und Rehabilitationseinrichtungen verzeichneten eine Gehaltssteigerung von 2,48 % (auch im Mai). In den privaten Bildungseinrichtungen („BABE“) kam es im selben Monat zu einer Gehaltssteigerung von 2,5 %.

In der Papierindustrie betragen die Lohn- und Gehaltsszuwächse 2,4 %. Dieser Abschluss trat im Mai in Kraft, wobei der Geltungsbeginn je nach Ertragslage (gemessen am EBIT) auch auf den September oder den November verschoben werden kann. Nach zähen Verhandlungen und Warnstreiks kam es Ende Mai zu einer Erneuerung des Kollektivvertrags in der Elektro- und Elektronikindustrie (3 %, Geltungsbeginn Anfang Mai). Immer noch ausständig ist der Abschluss im Hotel- und Gastgewerbe, der normalerweise ebenfalls im Mai wirksam wird.

In den Privatkrankenanstalten (Ordensspitälern) kommt es mit Anfang Juli zu Gehaltsteigerungen von 3,3 %. In der Fleischwarenindustrie und im Fleischergewerbe kam es zu identischen Abschlüssen in Höhe von 2,85 %. Diese treten ebenfalls im Juli in Kraft.

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Allgemeine Infos zum Wage Tracker

Der starke Anstieg der Verbraucherpreisinflation in Österreich ab Mitte 2021 führte auch zu einem gesteigerten Interesse an der Entwicklung der Tariflöhne, da diese in Österreich – mit Verzögerung – eng an die Entwicklung der Verbraucherpreise gekoppelt ist und wiederum selbst Rückwirkungen auf die Inflation hat. Wir müssen also beobachten, wie sich Löhne und Gehälter entwickeln, um Preisstabilität sichern zu können.

 

Der OeNB Wage Tracker ist ein von der OeNB entwickelter Indikator. Er kann die vergangene Entwicklung der Tariflöhne gut nachzeichnen und ist gleichzeitig ein guter Vorlaufindikator für die Entwicklung in den kommenden Monaten. 

Während die Tariflohnindizes vergangene Entwicklungen gut abbilden, ermöglicht der OeNB Wage Tracker eine Abschätzung der künftigen Tariflohnentwicklung. Er basiert auf einer chronologischen Aufzeichnung der Kollektivvertragsabschlüsse seit Herbst 2020. Da Kollektivertragsabschlüsse in Österreich typischerweise eine Laufzeit von einem Jahr aufweisen und eine dauerhafte Erhöhung der KV-Entgelte bewirken, lässt sich das zukünftige Tariflohnwachstum als der beschäftigungsgewichtete Mittelwert über alle laufenden Kollektivverträge abschätzen. Der Wage Tracker kann für die Gesamtwirtschaft und für Teilsektoren der österreichischen Wirtschaft dargestellt werden.