Goldreserven
Österreich besitzt rund 280 Tonnen Gold. Dieses Gold dient als Sicherheitsreserve für Krisenzeiten und stärkt das Vertrauen in unser Geldsystem. Die OeNB verwaltet diese Reserven verantwortungsvoll.
Wie viel Gold hat Österreich und wo lagert es?
Österreich verfügt über rund 280 Tonnen Gold.
Davon liegen aktuell rund 139 Tonnen in Österreich. Der in der OeNB lagernde Goldbestand von etwa 90 Tonnen umfasst rund 7.200 Stück Goldbarren, der Rest des in Österreich lagernden Bestandes liegt in den Tresoren der Münze Österreich AG. Die im Ausland verbleibenden rund 141 Tonnen verteilen sich auf London (rund 84 Tonnen), Paris (rund 50 Tonnen) und die Schweiz (rund 7 Tonnen).
Damit wird einerseits das Konzentrationsrisiko an einem Lagerort reduziert, andererseits wird auch die Möglichkeit offengehalten, Gold an den Handelsplätzen in London, Paris und in der Schweiz im Anlassfall rasch einsetzen zu können.
Prüfung auf Echtheit
Damit Fälschungen ausgeschlossen werden können, wird Gold mit modernen Prüfverfahren genau untersucht. Dabei wird nicht nur die Oberfläche kontrolliert, sondern auch das Innere des Barrens.
Zum Einsatz kommen unter anderem präzise Gewichtsmessungen, Ultraschalluntersuchungen und Röntgenfluoreszenzanalysen zur Bestimmung der Materialzusammensetzung. Diese Methoden machen selbst kleinste Abweichungen sichtbar.
Goldmarkt
London, Zürich und New York sind nach wie vor die bedeutendsten Handelsplätze für Gold. Die Preise für Gold werden zumeist in US-Dollar pro Feinunze angegeben (1 Feinunze = 31,1034768 Gramm).
Der Preis des Goldes richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Entscheidend ist die Nachfrage der Schmuckindustrie, der Bedarf der Elektroindustrie und ob gerade stark in Goldbarren und -münzen investiert wird. Käufe und Verkäufe der Zentralbanken beeinflussen den Goldpreis ebenfalls. Der Preis für Gold wird zweimal täglich (10.30 und 15.00 Uhr Londoner Zeit) bestimmt – beim „Goldfixing“ des London Bullion Market, dem wichtigsten außerbörslichen Handelsplatz für Gold und Silber.
Die Goldreserven dienen in erster Linie als Sicherheitsinstrument. Sie werden nicht gehalten, um kurzfristige Gewinne zu erzielen, sondern um langfristige Stabilität zu sichern.
Die internationalen Goldlagerstellen erfüllen – wie die im Inland gelagerten Goldreserven – die höchsten Sicherheitsstandards und ermöglichen einen schnellen Zugriff auch in Zeiten schwieriger Marktbedingungen.
Der Goldpreis verändert sich durch Angebot und Nachfrage sowie wirtschaftliche Entwicklungen weltweit.
Nein, die OeNB verkauft kein Gold an Privatpersonen. Wenden Sie sich zum Beispiel an unsere Tochter die Münze Österreich AG.
Gold spielt weltweit eine besondere Rolle als stabile und international anerkannte Reserve. Silber hat diese Bedeutung im internationalen Finanzsystem nicht.
Goldmünzen erhalten Sie bei spezialisierten Anbieter:innen, Banken oder der Münze Österreich AG. Ein Umtausch ist ebenfalls möglich.
Schätzungen des World Gold Council (WGC) zufolge wurden in der Geschichte der Menschheit per Ende 2025 rund 219.891 Tonnen Gold (davon rund zwei Drittel seit 1950) abgebaut. Würde dieser Gesamtbestand zusammengetragen, entstünde ein Kubus mit einer Seitenlänge von 22 Metern.
Wie bei den meisten wertvollen Dingen wurde und wird auch immer wieder versucht, Goldbarren zu fälschen. Die Methode hat sich kaum geändert. Der Kern der Barren wird in der Regel durch minderwertigere Metalle ersetzt, z. B. Eisen oder Wolfram. Nur die äußere Schicht ist bei einer Fälschung aus Gold. Eine rein äußerliche Kontrolle ist also nicht ausreichend, um einen Barren auf seine Echtheit zu prüfen.
Mit einer hochpräzisen Waage wird das Gewicht festgestellt und ein Ultraschallgerät ermöglicht es, in den Kern eines Goldbarrens zu blicken. Mithilfe einer Röntgenfluoreszenzanalyse wird die Feinheit des Goldes bestimmt. Gut zu wissen: Gold ist nicht magnetisch.