Goldreserven

Österreich besitzt rund 280 Tonnen Gold. Dieses Gold dient als Sicherheitsreserve für Krisenzeiten und stärkt das Vertrauen in unser Geldsystem. Die OeNB verwaltet diese Reserven verantwortungsvoll.

Goldreserven als stabiler Anker

Gold spielt seit Jahrhunderten eine besondere Rolle im Finanzsystem. Auch heute halten Zentralbanken weltweit Gold. Nicht als Zahlungsmittel im Alltag, sondern als strategische Reserve für den Ernstfall.

Gold ist ein zentraler Bestandteil unserer Währungsreserven und hilft dabei, den Euro zu stabilisieren. Sein Vorteil: Es ist international anerkannt und unabhängig von einzelnen Staaten oder Währungen. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit kann Gold Stabilität schaffen und Vertrauen stärken. Es hilft Ländern, auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Kurz gesagt: Gold ist ein stabiler Anker in einem sich verändernden globalen Finanzsystem.

Was bedeutet das konkret für Sie?

Auch wenn Sie selbst nicht direkt mit Goldreserven zu tun haben, wirken sie sich indirekt auf Ihr Leben aus. Die Stabilität eines Landes hängt stark davon ab, wie gut es auf Krisen vorbereitet ist. Die Goldreserven sind Teil dieser Vorsorge.

Sie sorgen dafür, dass:

  • das Vertrauen in das österreichische Finanzsystem erhalten bleibt
  • wirtschaftliche Unsicherheiten besser abgefedert werden können
  • Österreich auch in schwierigen Zeiten stabil bleibt

Wie viel Gold hat Österreich und wo lagert es?

Österreich verfügt über rund 280 Tonnen Gold. 

Davon liegen aktuell rund 139 Tonnen in Österreich. Der in der OeNB lagernde Goldbestand von etwa 90 Tonnen umfasst rund 7.200 Stück Goldbarren, der Rest des in Österreich lagernden Bestandes liegt in den Tresoren der Münze Österreich AG. Die im Ausland verbleibenden rund 141 Tonnen verteilen sich auf London (rund 84 Tonnen), Paris (rund 50 Tonnen) und die Schweiz (rund 7 Tonnen).

Damit wird einerseits das Konzentrationsrisiko an einem Lagerort reduziert, andererseits wird auch die Möglichkeit offengehalten, Gold an den Handelsplätzen in London, Paris und in der Schweiz im Anlassfall rasch einsetzen zu können.

Entwicklung der Goldreserven in Österreich

Nach dem Anschluss 1938 an das Deutsche Reich beschlagnahmte die Deutsche Reichsbank 78,2 Tonnen österreichisches Gold. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 50,1 Tonnen davon zurückgegeben. In den 1950er- und 1960er-Jahren wuchsen die österreichischen Goldreserven stark an – ein Ergebnis des wirtschaftlichen Aufschwungs. Ihren höchsten Stand erreichten sie in den 1980er-Jahren mit rund 657 Tonnen. 

Ein Teil des Goldes wurde im Ausland gelagert, weil Gold im Krisenfall vor allem an internationalen Handelsplätzen eingesetzt werden kann. Während des Kalten Krieges spielten zusätzlich geopolitische Überlegungen eine Rolle. 

Bis Anfang der 1970er-Jahre waren Goldreserven wichtig, um den Wert einer Währung über die sogenannte Goldparität abzusichern. Mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems 1973 verlor Gold diese Funktion. Die Einführung des Euro 1999 verringerte die Bedeutung von Gold für Wechselkursstabilisierung weiter. 

In den 1990er-Jahren reduzierte die OeNB ihre Goldbestände – unter anderem, weil rund 22 Tonnen bei der Europäischen Zentralbank hinterlegt wurden und zusätzlich Verkäufe stattfanden. Seit 2007 hält die OeNB konstant 280 Tonnen Gold. 

Die größten Goldreserven einzelner Staaten weltweit besitzen die USA (rund 8.133 Tonnen), gefolgt von Deutschland (rund 3.350 Tonnen) und Italien (rund 2.452 Tonnen). Das gesamte Eurosystem verfügt derzeit über etwa 10.808 Tonnen Gold.

Prüfung auf Echtheit

Damit Fälschungen ausgeschlossen werden können, wird Gold mit modernen Prüfverfahren genau untersucht. Dabei wird nicht nur die Oberfläche kontrolliert, sondern auch das Innere des Barrens.

Zum Einsatz kommen unter anderem präzise Gewichtsmessungen, Ultraschalluntersuchungen und Röntgenfluoreszenzanalysen zur Bestimmung der Materialzusammensetzung. Diese Methoden machen selbst kleinste Abweichungen sichtbar.

Um eine hohe Marktfähigkeit ihrer Goldreserven zu gewährleisten, verfügen viele Zentralbanken über Goldbarren, die dem Good Delivery Standard der London Bullion Market Association (LBMA) entsprechen. Dieser legt fest, welche Anforderungen ein Barren erfüllen muss, damit er weltweit anerkannt wird. Ein solcher Goldbarren hat einen sehr hohen Goldgehalt von mindestens 995 von 1000 Teilen und wiegt in der Regel rund 12,5 Kilogramm. Auch die Größe ist standardisiert und liegt ungefähr bei 25 × 7 × 3,5 Zentimetern.

Goldmarkt

London, Zürich und New York sind nach wie vor die bedeutendsten Handelsplätze für Gold. Die Preise für Gold werden zumeist in US-Dollar pro Feinunze angegeben (1 Feinunze = 31,1034768 Gramm).

Der Preis des Goldes richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Entscheidend ist die Nachfrage der Schmuckindustrie, der Bedarf der Elektroindustrie und ob gerade stark in Goldbarren und -münzen investiert wird. Käufe und Verkäufe der Zentralbanken beeinflussen den Goldpreis ebenfalls. Der Preis für Gold wird zweimal täglich (10.30 und 15.00 Uhr Londoner Zeit) bestimmt – beim „Goldfixing“ des London Bullion Market, dem wichtigsten außerbörslichen Handelsplatz für Gold und Silber.

FAQ

Die Goldreserven dienen in erster Linie als Sicherheitsinstrument. Sie werden nicht gehalten, um kurzfristige Gewinne zu erzielen, sondern um langfristige Stabilität zu sichern.

 

Die internationalen Goldlagerstellen erfüllen – wie die im Inland gelagerten Goldreserven – die höchsten Sicherheitsstandards und ermöglichen  einen schnellen Zugriff auch in Zeiten schwieriger Marktbedingungen.

Der Goldpreis verändert sich durch Angebot und Nachfrage sowie wirtschaftliche Entwicklungen weltweit.

 

Nein, die OeNB verkauft kein Gold an Privatpersonen. Wenden Sie sich zum Beispiel an unsere Tochter die Münze Österreich AG.

 

Gold spielt weltweit eine besondere Rolle als stabile und international anerkannte Reserve. Silber hat diese Bedeutung im internationalen Finanzsystem nicht.

 

Goldmünzen erhalten Sie bei spezialisierten Anbieter:innen, Banken oder der Münze Österreich AG. Ein Umtausch ist ebenfalls möglich.

 

Schätzungen des World Gold Council (WGC) zufolge wurden in der Geschichte der Menschheit per Ende 2025 rund 219.891 Tonnen Gold (davon rund zwei Drittel seit 1950) abgebaut. Würde dieser Gesamtbestand zusammengetragen, entstünde ein Kubus mit einer Seitenlänge von 22 Metern.

Wie bei den meisten wertvollen Dingen wurde und wird auch immer wieder versucht, Goldbarren zu fälschen. Die Methode hat sich kaum geändert. Der Kern der Barren wird in der Regel durch minderwertigere Metalle ersetzt, z. B. Eisen oder Wolfram. Nur die äußere Schicht ist bei einer Fälschung aus Gold. Eine rein äußerliche Kontrolle ist also nicht ausreichend, um einen Barren auf seine Echtheit zu prüfen.

Mit einer hochpräzisen Waage wird das Gewicht festgestellt und ein Ultraschallgerät ermöglicht es, in den Kern eines Goldbarrens zu blicken. Mithilfe einer Röntgenfluoreszenzanalyse wird die Feinheit des Goldes bestimmt. Gut zu wissen: Gold ist nicht magnetisch.

Bildergalerie – Gold