Der Nahost-Krieg und der Ölpreis – sind der aktuelle Preis und die hohe Volatilität die neue Normalität?
Zusammenfassung
Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten löste starke Schwankungen am Ölmarkt aus: Auf einen raschen Preisanstieg folgte ebenso schnell eine zeitweise Normalisierung. Der Ölpreisanstieg wurde von mehreren Effekten gedämpft, die jedoch teilweise nur temporär wirken: Lagerabbau, Anstieg der US-Exporte und Rückgang der chinesischen Importe. Zuletzt hat sich die Situation wieder zugespitzt. Die Sperre der wichtigen Öl-Transitroute ist von einer fiktiven Bedrohung zur Realität geworden. Dies könnte auch langfristig zu einem höheren Risikoaufschlag auf die Ölpreise führen. Die Volatilität und damit Unsicherheit für die Prognosen von Inflation und Wirtschaftsleistung bleiben vorerst bestehen.
Highlights
Märkte signalisieren nach wie vor Entspannung im weiteren Jahresverlauf
Die Futures-Preise spiegeln aktuell die Erwartung der Finanzmärkte wider, dass Produktion und Transit von Rohöl Ende 2027 zum Vorkriegsniveau zurückkehren.
Geringe Puffer und weiterhin erhöhtes Risiko
Der historische Abbau der Ölreserven schränkt die Fähigkeit ein, etwaige weitere Schocks abzufedern. Auf den Rohölmärkten bleibt die Gefahr starker Preisausschläge deutlich erhöht.
Finanzmarkteinschätzung zu Ölpreisen von zentraler Bedeutung für Prognosen
Die Erwartungen der Finanzmärkte hinsichtlich der künftigen Ölpreise fließen oftmals direkt in Wirtschaftsprognosen ein – so auch in der OeNB. Die Entwicklungen in den letzten Monaten haben gezeigt, dass sich langfristige Einschätzungen und somit auch Prognosen rasch ändern können.