OeNB übernimmt zentrale Rolle bei der Messung von Finanzkompetenz und der Wirksamkeit von Finanzbildungsmaßnahmen
Der Nationale Finanzbildungsrat, dem auch das Bundeskanzleramt und mehrere Ministerien angehören, hat am 20. Oktober 2026 die neue Nationale Finanzbildungsstrategie für die Jahre 2027 bis 2035 beschlossen. Sie baut auf den Erfahrungen der bisherigen Strategie auf und verfolgt das Ziel, die Finanzkompetenz der Menschen in Österreich weiter zu stärken. Im Mittelpunkt stehen sieben strategische Prioritäten, klare Verantwortlichkeiten und erstmals messbare Ziele. Die Strategie soll im Jänner 2027 in Kraft treten.
„Finanzbildung ist eine zentrale Zukunftskompetenz. Sie hilft den Menschen, fundierte finanzielle Entscheidungen zu treffen, Risiken besser einzuschätzen und sich vor Betrug zu schützen“, betont OeNB-Gouverneur Martin Kocher.
OeNB macht Finanzbildung messbarer
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB), die den Co-Vorsitz im Nationalen Finanzbildungsrat innehat, übernimmt die Schirmherrschaft für die strategische Priorität „Finanzbildung messbarer machen“. Ziel ist es, künftig nicht nur die Reichweite von Bildungsangeboten zu erfassen, sondern auch deren tatsächliche Wirkung auf Wissen, Einstellungen und Verhalten besser beurteilen zu können.
Dafür setzt die OeNB zwei zentrale Vorhaben um:
- Österreichischer Finanzbildungstest: Ein wissenschaftlich fundierter Test soll Finanzwissen und dessen praktische Anwendung in österreichischen Alltagssituationen erfassen. Er soll insbesondere zur individuellen Selbsteinschätzung, aber auch zur Beurteilung von Lernfortschritten dienen.
- Einheitliche Wirkungsmessung: Gemeinsam mit der Finanzbildungscommunity entwickelt die OeNB standardisierte Instrumente, mit denen Bildungsanbieter die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen vergleichbar erfassen können.
Was ist außerdem neu?
Die neue Strategie setzt auf einen längeren Zeithorizont bis 2035, eine stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen und eine bessere Messbarkeit der Ergebnisse.
Vier Handlungsfelder bilden den Rahmen:
- verantwortungsvoll mit Geld umgehen,
- langfristig planen und nachhaltig handeln,
- Chancen und Risiken bewusst einschätzen sowie
- verlässlichen Rat und passende Hilfe einholen.
Darauf aufbauend wurden sieben strategische Prioritäten festgelegt:
- Finanzmarkt,
- Überschuldung,
- finanzielle Unabhängigkeit von Frauen und Mädchen,
- Finanzbildung in der Schule,
- Digitalisierung,
- Umwelt und Klima sowie
- die Messung der Wirksamkeit von Finanzbildung.
Für die einzelnen Prioritäten übernehmen die zuständigen Institutionen klare Verantwortlichkeiten. Erstmals sind zudem konkrete Ziele und Kennzahlen bis 2035 vorgesehen, anhand derer Fortschritte überprüft werden können.
Fortsetzung, nicht Neuanfang!
Die bisherige Zusammenarbeit zeigt bereits Erfolge: Mehr als 80 Institutionen beteiligen sich an der Nationalen Finanzbildungsstrategie. Insgesamt wurden 235 Finanzbildungsmaßnahmen eingemeldet. Allein 2025 erreichten die beteiligten Organisationen mit persönlichen Bildungsangeboten mehr als 155.000 Menschen.
Mit der neuen Strategie und einer ersten Roadmap für 2027 bis 2029 wird die gemeinsame Arbeit fortgesetzt. Die OeNB bringt sich dabei weiterhin mit unabhängigen Finanzbildungsangeboten und wissenschaftlicher Expertise ein.
Weiterführende Links
- Fotos auf dem Flickr-Kanal der OeNB
- Finanznavi Eine Initiative des Bundesministeriums für Finanzen und der OeNB.
- Thema: Finanzbildung