OeNB: Schaden durch Zahlungsbetrug steigt 2025 auf 115 Millionen Euro

20. August 2026

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Anstieg um 17,6 % im Vorjahresvergleich – Betrugsraten in Österreich aber unter EU-Schnitt – OeNB verstärkt Prävention und Information weiter

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) veröffentlicht einen aktuellen OeNB Report mit neuen Daten zu den Auswirkungen von Betrug im unbaren Zahlungsverkehr. 2025 hat sich die Schadenssumme im Vorjahresvergleich um 17,6 % erhöht – auf insgesamt 115,4 Mio EUR. Dennoch ist im Schnitt nur eine von 16.000 Transaktionen eine betrügerische Zahlung. Von 1.000 bezahlten EUR fließen im Durchschnitt lediglich 1,6 Cent an Betrüger:innen. Im europäischen Vergleich steht Österreich gut da: Bei den meisten Zahlungsarten liegen die heimischen Betrugsraten unter dem EU-Durchschnitt.

Insgesamt wurden 2025 rund 351.000 betrügerische Transaktionen registriert. Dabei geht es um Überweisungen, Kartenzahlungen, Bargeldbehebungen mit Karte, Lastschriften, E-Geld-Zahlungen, Finanztransfers und Scheckzahlungen. Die durchschnittliche Schadenssumme beträgt über alle Zahlungsarten hinweg rund 329 EUR pro Betrugsfall. Dabei zeigen sich jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Zahlungsarten. Neun von zehn Betrugsfällen entfallen auf Kartenzahlungen, bei denen der durchschnittliche Schaden mit rund 75 EUR vergleichsweise gering ist.

„Österreich verfügt über einen sehr sicheren Zahlungsverkehr und steht auch im europäischen Vergleich gut da. Der deutliche Anstieg der Schadenssumme zeigt aber, dass wir uns auf diesem hohen Sicherheitsniveau nicht ausruhen dürfen. Entscheidend ist, neue Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und dort anzusetzen, wo neue Risiken entstehen. Deshalb beobachten und analysieren wir als OeNB die Entwicklungen genau und leisten – neben zahlreichen Aktivitäten im Bereich Zahlungsverkehrssicherheit und Finanzbildung – auch mit unseren Daten und Analysen einen wichtigen Beitrag zur Betrugsprävention“, so OeNB-Vize-Gouverneurin Edeltraud Stiftinger.

Betrügerische Überweisungen im Fokus

Im Detail zeigt der europäische Vergleich: Österreich liegt bei der Betrugsrate bei allen untersuchten Zahlungsarten unter dem EU-Durchschnitt – mit Ausnahme von Überweisungen. Hier liegt die Betrugsrate gemessen an der Anzahl der Transaktionen mit 0,004 % doppelt so hoch wie im EU-Schnitt (0,002 %). Gemessen an der Schadenssumme liegt Österreich bei Überweisungen hingegen genau im EU-Durchschnitt (0,001 %), bei allen anderen Zahlungsarten deutlich darunter.

Die betrügerischen Überweisungen verursachen den mit Abstand größten finanziellen Schaden. Darunter fallen sowohl Überweisungen, die von Betrüger:innen selbst ausgelöst werden, als auch Zahlungen, die Opfer infolge gezielter Täuschung selbst freigeben. Überweisungen machen nur rund 9 % der gemeldeten Betrugsfälle aus, sind mit rund 89 Mio EUR aber für 78 % der gesamten Schadenssumme verantwortlich. Der durchschnittliche Schaden bei einer betrügerischen Überweisung liegt bei rund 3.000 EUR, in Einzelfällen wurden sogar Schäden von mehr als 1 Mio EUR beobachtet.

Besonders auffällig ist dabei die zunehmende Bedeutung sozialer Manipulation („Social Engineering“): 83 % der Verluste bei Überweisungen waren 2025 darauf zurückzuführen, dass Betrüger:innen ihre Opfer gezielt täuschten und dazu brachten, eine Zahlung selbst auszulösen und freizugeben. Zu den häufigen Betrugsmaschen zählen dabei etwa Kauf- und Anlagebetrug, Liebesbetrug, Rechnungs- und Überweisungsbetrug, Paketdienst- und Zustellbetrug, CEO-Betrug, „Behörden“-Betrug sowie der Enkel- oder Neffentrick. Der Betrug verlagert sich damit zunehmend von technischen Angriffen hin zur gezielten Manipulation von Menschen.

Eine genaue Beschreibung der Vorgangsweisen bei den einzelnen Kategorien und detaillierte Ausführungen zu anderen Betrugsmaschen wie Phishing, Quishing oder SIM-Swapping finden sich im OeNB Report 2026/22. Zusätzlich können dort auch Informationen zu aktuell verbreiteten Betrugsmaschen etwa bei Kartenzahlungen oder Bargeldbehebungen sowie bei anderen unbaren Zahlungsmethoden nachgelesen werden.

OeNB setzt auf Prävention

OeNB-Direktor Josef Meichenitsch verantwortet in seinem Ressort sowohl den Zahlungsverkehr als auch die Finanzbildung. Für ihn sind technische Sicherheit und Prävention zwei Seiten derselben Medaille: „Betrüger werden immer dreister und arbeiten mit immer ausgefalleneren Tricks, um an das hart verdiente Geld ihrer Opfer zu kommen. Jeder von uns kennt die WhatsApp-Nachricht mit windigen Investment-Angeboten, die Fake-Anrufe oder die SMS vom Enkerl, der Nichte oder dem Sohn, der das Handy verloren hat und ein bisschen Geld braucht. Dagegen hilft am besten Bewusstsein schaffen, kritisches Hinterfragen und eine gute Portion Vorsicht. Als OeNB sorgen wir gemeinsam mit dem Eurosystem für einen sicheren Zahlungsverkehr und eine starke und stabile Infrastruktur. Mit der Finanzbildung setzen wir voll auf Prävention.“

In diesem Zusammenhang veranstaltet die OeNB gemeinsam mit der Polizei österreichweit Projekttage zum Thema „Generationen gemeinsam sicher“, bei denen Schüler:innen und Senior:innen gemeinsam lernen, Betrugsmaschen zu erkennen und sich davor zu schützen. In Kooperation mit der Universität Wien hat die OeNB eine Phishing-Simulation an Schulen gestartet, bei der Jugendliche anhand realistischer Beispiele lernen, Phishing zu erkennen. Und zudem ist Betrugsprävention Teil der OeNB-Finanzbildungsarbeit, die Wissen über sicheres digitales Bezahlen und typische Warnsignale vermittelt, damit Menschen Betrugsversuche möglichst erkennen, bevor überhaupt ein Schaden entsteht.

Auch Künstliche Intelligenz eröffnet Betrüger:innen neue Möglichkeiten. Mithilfe von KI können beispielsweise täuschend echte E-Mails, Webseiten, Stimmen oder Videobotschaften erstellt werden. Technische Sicherheitsmaßnahmen wie die starke Kundenauthentifizierung schützen zwar vor unbefugten Zugriffen auf Konten, können aber nicht verhindern, dass Menschen durch gezielte Manipulation dazu gebracht werden, eine betrügerische Zahlung selbst freizugeben.

Wer trägt den Schaden?

Wer bei Zahlungsbetrug letztlich den finanziellen Schaden trägt, hängt wesentlich davon ab, ob eine Zahlung vom Opfer selbst autorisiert wurde oder nicht. 2025 trugen Zahlungsdienstnutzer:innen 97 % der Verluste, die durch betrügerische Überweisungen entstanden. Bei Bargeldabhebungen trugen Kund:innen 55 % der Verluste, bei Kartenzahlungen hingegen lediglich 32 %. Bei E-Geld-Transaktionen wurden die Betrugsverluste vollständig von den Zahlungsinstituten getragen.

Grundsätzlich gilt: Bei einer nicht autorisierten Zahlung muss die Bank das Konto des Kunden bzw. der Kundin unverzüglich berichtigen. Wurde eine Zahlung hingegen vom Opfer selbst autorisiert, etwa durch eine TAN- oder App-Freigabe im Onlinebanking, trägt grundsätzlich der Kunde bzw. die Kundin den Schaden. Die konkrete Haftung hängt allerdings vom jeweiligen Einzelfall ab. Dabei können auch die Schutz- und Sorgfaltspflichten der Bank sowie eine mögliche grobe Fahrlässigkeit des Opfers eine Rolle spielen.

Der OeNB Report 2026/22 beschreibt typische Warnsignale bei Betrugsversuchen und detaillierte Handlungsempfehlungen im Betrugsfall.

„Euro-Banknoten sind mehr als ein Zahlungsmittel – sie sind eine der greifbarsten Ausdrucksformen Europas“, so Christine Lagarde, Präsidentin der EZB. „Durch Designs, die Schönheit und Sinn in sich vereinen, werden sie unsere gemeinsame Identität stärken.“

„Bargeld ist und bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Zahlungsverkehrs. Wahlfreiheit bei der Bezahlung ist ein zentrales Anliegen des Eurosystems. Deshalb werden die Euro-Banknoten laufend weiterentwickelt und mit noch moderneren Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Jetzt startet ein breiter öffentlicher Beteiligungsprozess, bei dem alle Europäerinnen und Europäer ihre Meinung zu den Gestaltungsvorschlägen einbringen können. Das ist wichtig, denn die Euro-Banknoten gehören den Menschen in Europa – sie sollen sich auch in ihrem Design wiederfinden“, unterstreicht Martin Kocher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).

OeNB-Direktor Thomas Steiner erinnert an die Ausgabe der ersten, vom Österreicher Robert Kalina entworfenen Euro-Banknoten: „Die Einführung des Euro-Bargelds im Jahr 2002 war nicht nur ein bloßer Währungswechsel. Das Euro-Bargeld wurde vielmehr zum ersten gemeinsamen Symbol eines zusammenwachsenden Europas. Fast ein Vierteljahrhundert später ist der Euro die zweitwichtigste Währung der Welt und ein Garant für Stabilität und Vertrauen. Doch Bargeld lebt nicht nur von Sicherheit und Funktionalität. Deshalb entwickeln wir nicht nur die Sicherheitsmerkmale, sondern auch das Design der Euro-Banknoten weiter.“

Die Vorschläge, die es in die Endauswahl geschafft haben, sind in einem EU-weiten Design-Wettbewerb ermittelt worden. Mehr als 1.200 Grafikdesigner:innen hatten sich beworben. 25 von ihnen waren eingeladen worden, Gestaltungsvorschläge für ein Thema oder beide Themen auszuarbeiten. Eine unabhängige Jury aus 21 Fachleuten aus verschiedenen Bereichen wie Grafikdesign, Kommunikation, Neurowissenschaft und Geschichte, die jeweils von einer Zentralbank des Euroraums nominiert worden waren, wählte anschließend zehn Vorschläge aus.

Nun sind alle Menschen in Europa eingeladen, sich in einer auf Beschluss des EZB-Rats initiierten Online-Umfrage zu diesen zehn Gestaltungsvorschlägen zu äußern. Die öffentliche Umfrage läuft noch bis zum 21. September 2026. Parallel dazu wird ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut eine separate Umfrage mit denselben Fragen bei einer repräsentativen Stichprobe von Bürger:innen des Euroraums durchführen. Die EZB wird einen Bericht über die Ergebnisse beider Umfragen veröffentlichen, sobald das endgültige Gestaltungskonzept ausgewählt worden ist. Das Feedback der Öffentlichkeit ist ein wesentliches Element des inklusiven Ansatzes des Eurosystems. So wird sichergestellt, dass die Ansichten von Bürger:innen aus ganz Europa berücksichtigt werden.

Die endgültige Entscheidung über die Gestaltung der neuen Banknoten wird der EZB-Rat voraussichtlich gegen Jahresende fällen. Er wird sich dabei auf verschiedene Informationen stützen, unter anderem die Schlussfolgerungen der Jury des Design-Wettbewerbs, eine technische Bewertung sowie die Ergebnisse der beiden Umfragen.

Das ausgewählte Design wird dann weiter ausgearbeitet und getestet, bevor es in die Produktion geht. Die Banknoten der neuen Serie werden voraussichtlich in den darauffolgenden Jahren in Umlauf gebracht. Die Euro-Banknoten der vorherigen Serie werden ihren Wert behalten und neben der neuen Serie in Umlauf bleiben. Dies ist die erste vollständige Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Ausgabe im Jahr 2002.

„Die Neugestaltung der Euro-Banknoten ist Teil der langfristigen Bemühungen des Eurosystems, dafür zu sorgen, dass Bargeld ein sicheres, effizientes und ansprechendes Zahlungsmittel bleibt und der Zugang der Bürger:innen zu öffentlichem Geld sowie ihre Freiheit bei der Wahl des Zahlungsmittels erhalten bleibt“, so EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone.

Die regelmäßige Ausgabe neuer Banknotenserien ermöglicht es, vom technologischen Fortschritt zu profitieren, um Geldfälscher:innen einen Schritt voraus zu sein. Die neuen Banknoten werden neuartige und verbesserte Sicherheitsmerkmale enthalten, die die Echtheitsüberprüfung erleichtern und die hindernisfreie Nutzung – auch durch Menschen mit Sehbeeinträchtigungen – verbessern.

Die EZB ist außerdem bestrebt, den ökologischen Fußabdruck der Banknoten zu verringern, indem sie deren Haltbarkeit verbessert und nachhaltigere Materialien und Produktionsprozesse einsetzt.

Informations- und Beratungsstellen

OeNB: Informationen zum sicheren Zahlungsverkehr, aktuelle Betrugswarnungen und Prävention

Finanzmarktaufsicht (FMA): Informationen zu Betrugsrisiken im Finanzbereich und Warnungen vor unseriösen Anbietern

Bundeskanzleramt: Informationen zu Cyberkriminalität und Prävention sowie Hinweise zur Anzeige von Betrugsfällen

Watchlist Internet: Aktuelle Warnungen vor Phishing, Fake-Shops und weiteren Betrugsmaschen

onlinesicherheit.gv.at: Informationsplattform der Republik Österreich zu den Themen Cybersicherheit, Internetkriminalität und digitale Sicherheit, inkl. relevante Beratungs- und Meldestellen

Internet Ombudsstelle: Beratung bei Problemen im Online-Handel sowie bei Internetbetrug

Arbeiterkammer (AK): Informationen zu Konsumentenschutz, Online-Betrug, Fake-Shops und Unterstützung bei Verbraucherfragen

Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR): Meldestelle für Rufnummernmissbrauch sowie unerwünschte elektronische Kommunikation

Kontakt


Schroeder-Marlies
Marlies Schroeder Pressesprecherin (OeNB)