Fakten zu Österreich und seinen Banken 2026
Zusammenfassung
Österreichs Wirtschaft ist trotz mehrerer internationaler Krisen in den vergangenen Jahren resilient. Das Beschäftigungswachstum lag trotz des schwierigen Umfelds im positiven Bereich, und die geleisteten Arbeitsstunden erholten sich 2025 wieder. Zwar stieg die Inflation 2025 durch das Auslaufen diverser energiepreissenkender Maßnahmen wie der Strompreisbremse etwas an, sie wird 2026 aber nach aktueller Prognose der OeNB deutlich geringer ausfallen. Eine ausgewogene, dienstleistungsorientierte Wirtschaftsstruktur sowie eine hohe Branchenvielfalt in der Sachgütererzeugung unterstützen die Widerstandsfähigkeit der österreichischen Volkswirtschaft in ökonomisch unsicheren Phasen. Herausforderungen ergeben sich aus dem mittelfristig geringen Wachstumspotenzial, das geprägt ist von der ungünstigen demografischen Entwicklung und dem zunehmenden internationalen Wettbewerb.
Das österreichische Bankensystem erwies sich 2025 trotz erhöhter geopolitischer Unsicherheit als widerstandsfähig. Die weiterhin hohe Profitabilität, getragen auch von wesentlichen Gewinnbeiträgen aus Zentral-, Ost- und Südosteuropa (CESEE), stärkte die Kapitalisierung der Banken und damit die Finanzmarktstabilität.
Der österreichische Bankensektor erzielte 2025 das bisher zweithöchste Ergebnis seiner Geschichte. Die Kapital- und Liquiditätsausstattung blieb robust und lag deutlich über den regulatorischen Anforderungen. Während die Kreditvergabe insbesondere im Bereich der Wohnimmobilienfinanzierung wieder an Dynamik gewann, erhöhten sich die Risiken im Gewerbeimmobiliensektor.
Highlights
BIP-Wachstum 2026 nahe am Potenzial
Die österreichische Wirtschaft wächst in einem seit Anfang 2026 sehr unsicheren und wirtschaftlich volatilen internationalen Umfeld nahe an ihrem Potenzial und damit langsamer als in vergangenen Erholungsphasen.
Internationale Wettbewerbsfähigkeit zeigt sich stabil
Die relativen Lohnstückkosten gegenüber dem Euroraum werden sich 2026 voraussichtlich nicht weiter verschlechtern. Österreich hat damit seine preisliche Wettbewerbsposition nach Jahren mit deutlichen Verlusten stabilisiert. Auch die Leistungsbilanz spiegelte 2025 mit einem neuerlich positiven Ergebnis die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Exportwirtschaft wider.
Kapitalisierung des Bankensektors auf hohem Niveau
Die hohe Profitabilität der letzten Jahre hat dazu geführt, dass der österreichische Bankensektor die höchste Kapitalisierung seiner Geschichte erreicht hat.
Risiken im Gewerbeimmobiliensektor
Die Risiken im Gewerbeimmobiliensektor bleiben erhöht. Mit dem sektoralen Systemrisikopuffer für Gewerbeimmobilien wurde die Widerstandsfähigkeit der Banken gezielt gestärkt. Die OeNB überwacht die aktuellen Entwicklungen unter anderem anhand ihrer Gewerbeimmobilien- und Wohnimmobilien-Dashboards laufend.