Klima & Notenbanken

Der Klimawandel kann erhebliche Folgen für die Wirtschaft und den Finanzsektor haben. Damit erschwert er den Auftrag der Notenbanken, für stabile Preise und solide Finanzmärkte zu sorgen. Der Finanzsektor muss Klimarisiken erkennen und managen, die OeNB unterstützt ihn dabei.

Welche Klimarisiken gibt es?

Es werden zwei Arten von Klimarisiken unterschieden:

  • Physische Risiken: Chronische Wasserknappheit sowie Extremwetter wie Hitze, Überschwemmungen oder Stürme können Betriebe, Infrastruktur und Ernten schädigen und die Produktivität dämpfen.
  • Transitionsrisiken entstehen aus dem Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft, etwa wenn Firmen ihre Geschäftsmodelle nicht rechtzeitig an neue Regeln und Technologien anpassen oder wenn Regierungen unerwartete Maßnahmen ergreifen.

Diese und andere umweltbezogene Risiken können die Verbraucherpreise und die Preise an Finanzmärkten beeinflussen. Werden sie unterschätzt, kann es zu Fehlentscheidungen, finanziellen Verlusten sowie zu Turbulenzen auf den Finanzmärkten kommen.

Gleichzeitig entstehen Chancen durch die Klimawende, also durch den Umbau hin zu einer klimaangepassten und emissionsarmen Wirtschaft. Dieser Umbau erfordert große Investitionen, etwa in Energie, Infrastruktur und neue Technologien. Green Finance kann dazu beitragen, diese Investitionen zu finanzieren, indem Klimarisiken und Klimaziele in Finanzentscheidungen einbezogen werden. Der Markt für nachhaltige Finanzprodukte wächst. Als Standard gilt ESG (Environmental, Social and Corporate Governance). Gleichzeitig bestehen Risiken wie Greenwashing, wenn Produkte als nachhaltiger dargestellt werden, als sie tatsächlich sind. Das untergräbt das Vertrauen und schwächt die Effizienz der Finanzmärkte.

Wie werden Klimarisiken von Notenbanken berücksichtigt?

  • Die EZB berücksichtigt die Klimarisiken in ihren geldpolitischen Geschäften. Die OeNB analysiert, wie Klimawandel und Klimapolitik (z. B. CO2-Steuern) Preise, Inflation und Wirtschaft beeinflussen. 
  • Die OeNB prüft im Rahmen ihrer Aufsicht, ob Banken Klimarisiken ausreichend berücksichtigen, etwa mögliche Kreditausfälle nach Extremwetterereignissen. Mithilfe ihrer Klimastresstests und Szenarien bewertet sie Risiken für Banken und das Finanzsystem. Zudem unterstützt die OeNB die Umsetzung nachhaltiger Finanzregeln sowie Green-Finance-Initiativen in Österreich.
  • Die OeNB setzt auch Maßnahmen in ihrem eigenen Geschäftsfeld um. So betreibet sie seit Jahrzehnten ein zertifiziertes Umweltmanagement, verbessert laufend ihren CO2-Fußabdruck in Richtung Klimaneutralität und legt klimarelevante Kennzahlen ihrer Finanzanlagen offen. Die OeNB schließt Datenlücken und sucht den Dialog zur Klimawende.

Klarerweise ist die OeNB in der Klimapolitik keine Hauptakteurin. Die zentralen Entscheidungen treffen der Gesetzgeber und die zuständigen Behörden wie das Umweltministerium.