Unser Bargeld

Bargeld verfügt über eine Reihe besonderer Merkmale und Vorteile: Es ist unmittelbar, unabhängig von Technik, inklusiv und schafft ein hohes Maß an Vertrauen. Damit bleibt es ein wichtiges Stück gelebter Freiheit im Alltag. Die OeNB setzt sich dafür ein, dass diese Form des Bezahlens auch in Zukunft erhalten bleibt und für alle Menschen verlässlich verfügbar ist.

Warum Bargeld unverzichtbar bleibt

Bargeld ist das einzige öffentliche und nicht gewinnorientierte Zahlungsmittel. Es ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, stärkt Unabhängigkeit und schafft Vertrauen.

Als Bargeldkompetenzzentrum sorgen wir für einen widerstandsfähigen Bargeldkreislauf, schließen Versorgungslücken und unterstützen Banken sowie den Handel mit modernen und nachhaltigen Lösungen. Wir positionieren Bargeld als zeitgemäßes, sicheres und technologisch hochwertiges Zahlungsmittel. Durch eine flächendeckende, effiziente und sichere Bargeldversorgung sichern wir die Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr.

 

Modern in seiner Einfachheit

Bargeld ist das einzige öffentliche Zahlungsmittel, das unabhängig von kommerziellen Anbieter:innen funktioniert. Es gehört der Gesellschaft – physisch, direkt und ohne Zwischeninstanzen. 

Als gebührenfreies Zahlungsmittel sorgt es für Fairness im Wettbewerb und schützt vor versteckten Kosten oder Abhängigkeiten. Bargeld steht für Transparenz, Stabilität und echte Wahlfreiheit im digitalen Zeitalter.

 

Sicher in seiner Struktur

Bargeld ist gelebter Datenschutz: Zahlungen bleiben privat, ohne Datenspuren oder Weitergabe an Dritte. Gleichzeitig erfüllt Bargeld höchste Sicherheitsstandards – mit modernster Technologie in jeder Banknote. 

Es funktioniert jederzeit – ohne Strom, ohne Internet, ohne Systemabhängigkeit. Gerade in unsicheren Zeiten ist Bargeld ein stabiles Rückgrat unseres Zahlungsverkehrs.

 

Menschlich in seiner Wirkung

Bargeld schafft echte Begegnungen und macht Wert greifbar. Es ist für alle zugänglich – unabhängig von Alter, Technik oder sozialem Hintergrund. Gleichzeitig fördert es ein bewusstes Ausgabenverhalten und stärkt das Verständnis für Geld im Alltag. Bargeld ist einfach – und genau darin liegt seine Stärke.

 

Fünf gute Gründe für Bargeld

Es gibt immer wieder Befürchtungen und Ängste, dass das Bargeld abgeschafft wird. Dieses Video liefert fünf gute Gründe, warum Bargeld aus unserer Sicht bleiben wird.

Wahlfreiheit beim Bezahlen

Als Notenbank steht die OeNB für Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr und damit für den Erhalt von Euro-Bargeld in guter Qualität als öffentliches Zahlungsmittel und dessen – auch zukünftige – Rolle als tragende Säule im Zahlungsverkehr.

Tipp für Krisenfälle

Es ist sinnvoll, Bargeld zu Hause zu haben. Die OeNB empfiehlt ungefähr den Betrag von zwei Wocheneinkäufen (oder bis zu 100 EUR pro Haushaltsmitglied) in niedrigen Stückelungen sicher aufzubewahren. So können Sie auch bei Ausfällen von elektronischen Zahlungsmöglichkeiten bezahlen.

Was wir tun, damit Bargeld selbstverständlich bleibt

Bargeld ist Österreich aufgrund seiner besonderen Eigenschaften sehr beliebt. Damit das so bleibt, setzt sich die OeNB dafür ein, die Zukunft des Bargelds aktiv zu schützen und seine Verfügbarkeit dauerhaft zu sichern. Im Rahmen ihrer Bargeld‑Initiative verfolgt sie Maßnahmen, die sicherstellen, dass Bargeld auch künftig selbstverständlich bleibt.

Die OeNB setzt sich für eine verpflichtende Bargeldannahme als einzigem öffentlichen Zahlungsmittel ein und fordert eine stabile Bargeldversorgung durch Kreditinstitute, damit die gute Versorgung erhalten bleibt und Gemeinden ohne Geldausgabegeräte Zugang bekommen. Ebenso wichtig sind ein offener Informationsaustausch, die starke Verankerung des Euro‑Bargelds und die Einbindung der Bevölkerung in einer zunehmend digitalen Zahlungswelt.

Gut versorgt: OeNB-Geldausgabeautomaten

Eine gute Versorgung der Menschen in Österreich mit Bargeld und dessen einfache Erreichbarkeit sind wesentliche Ziele der OeNB. Deshalb möchte die OeNB dem Wunsch vieler Menschen nachkommen und bestehende Bargeld-Versorgungslücken im ländlichen Raum schließen.

Mehr erfahren

Gut vernetzt: Plattform Bargeld 

Unter dem Vorsitz von Dr. Matthias Schroth, Direktor der Hauptabteilung für Recht, Bargeld und Beteiligungen – zuständig für die Weiterentwicklung des baren Zahlungsverkehrs in der OeNB – wurde die Plattform Bargeld im September 2022 ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Repräsentant:innen der österreichischen Bevölkerung und der österreichischen Wirtschaft sollen attraktive Rahmenbedingungen für den Erhalt des Euro-Bargelds im Zahlungsverkehr in Österreich geschaffen werden.

Was ist uns dabei besonders wichtig?

  • Ein umfassender Informationsfluss zwischen den interessierten Institutionen.
  • Die Festigung und nachhaltige Positionierung des Euro-Bargelds in der österreichischen Bevölkerung als öffentliches und damit einziges nicht gewinnorientiertes Zahlungsmittel in einer zunehmend digitalisierten Zahlungsgesellschaft.
  • Die Einbindung der österreichischen Bevölkerung mit besonderem Augenmerk auf die fortschreitende Digitalisierung.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren!

Gemeinsam stark: Bargeld-Netzwerk

Wir sorgen als zentrale Institution für eine sichere Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigem Bargeld. Gemeinsam mit unseren Tochtergesellschaften Geldservice Austria (GSA), Münze Österreich AG und Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OEBS) übernehmen wir relevante Aufgaben im Bargeldkreislauf – angefangen von der Produktion von Bargeld über dessen Ausgabe bis hin zu dessen Rücknahme. Dabei stellen wir einen stabilen, effizienten und kosteneffektiven Bargeldkreislauf in Österreich sicher. Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, uns langfristig als wettbewerbsfähige und innovative Anbieterin in unsere Kernbereichen zu etablieren. Grundlage dafür sind klare strategische Prinzipien: wirtschaftliches und ressourcenschonendes Handeln, die Schaffung von Mehrwert durch effiziente Prozesse und Innovationen sowie die Bereitstellung von sicherem Bargeld für die österreichische Bevölkerung. 

Diese Prinzipien werden durch konkrete Maßnahmen umgesetzt: 

  • Die GSA sorgt mit modernen Cash-Centern und automatisierten Sortier- und Zählsystemen für eine schnelle, sichere und ressourcenschonende Bargeldlogistik – von Banken über Zahlungsdienstleister bis hin zum Handel. 
  • Die Münze Österreich AG verbindet Tradition und Innovation. Neben der Prägung von Umlaufmünzen entwickelt sie regelmäßig neue Produktlinien wie Sammlermünzen und Edelmetallprodukte. Der Wiener Philharmoniker zählt zu den international bedeutendsten Anlagemünzen.
  • Die OEBS hat sich von einer klassischen Banknotendruckerei zu einem internationalen Kompetenzzentrum in Sachen Banknoten entwickelt. Sie produziert den von der EZB zugeteilten Anteil an Euro-Banknoten für Österreich und teilweise für Belgien sowie Fremdwährungen für internationale Kund:innen. Für den Erfolg der OEBS spielen auch die strategischen Kooperationen eine entscheidende Rolle: Hierzu zählen die enge Zusammenarbeit mit der Notenbank von Frankreich sowie die Partnerschaft mit den Notenbanken von Belgien und Portugal im Rahmen der „Euro Printing Inhouse Cooperation (EPIC)“.

Kontakt


Plattform Bargeld Oesterreichische Nationalbank
Otto-Wagner-Platz 3
1090 Wien

Bargeld, digitaler Euro und die Rolle der OeNB

Die aktuelle Diskussion rund um Bargeld und elektronisches Bezahlen zeigt, wie stark sich das Zahlungsumfeld verändert. Bargeld bleibt in Österreich aufgrund seiner besonderen Eigenschaften sehr beliebt, gleichzeitig arbeiten EU‑Institutionen und Notenbanken an einer möglichen digitalen Ergänzung: dem digitalen Euro. Die Europäische Kommission hat dafür ein umfassendes Paket vorgelegt, das sowohl den Zugang zu Bargeld sichern als auch einen Rahmen für digitales Zentralbankgeld schaffen soll. Die OeNB bringt sich aktiv in diesen Prozess ein. Ein zentrales Anliegen ist dabei die Gleichbehandlung von Bargeld und digitalem Euro bei der Annahmepflicht für Unternehmen.

  • Bargeld stärken - verpflichtende Annahme, gesicherte Versorgung, nationale Gestaltungsspielräume.
  • Digitalen Euro entwickeln - Ergänzung zu Bargeld, nutzerfreundlich, sicher, kostenfrei.
  • Gleichbehandlung sicherstellen - klare Annahmepflichten für Unternehmen, sinnvolle Ausnahmen.
  • OeNB in zentraler Rolle - Mitarbeit an EU‑Prozessen, Austausch mit Marktteilnehmer:innen, Positionierung in Konsultationen.

Position der OeNB

Wir sichern die Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr, indem wir die flächendeckende, effiziente und sichere Verfügbarkeit von Bargeld als öffentliches Zahlungsmittel in Österreich gewährleisten.

Bargeld ist demokratisch: es ermöglicht Teilhabe, Unabhängigkeit und Vertrauen für alle Menschen und Unternehmen. 

Wir sichern die Wahlfreiheit zwischen Zahlungssystemen, indem wir Bargeld als einziges öffentliches, nicht gewinnorientiertes Zahlungsmittel stärken und so ein faires Wettbewerbsumfeld gewährleisten – frei von profitorientierten Gebührenstrukturen und mit verlässlicher Qualität für alle Konsument:innen.

Als innovatives und serviceorientiertes Bargeldkompetenzzentrum Österreichs sorgen wir gemeinsam mit unseren Tochtergesellschaften für einen resilienten Bargeldkreislauf, schließen Versorgungslücken und unterstützen Banken sowie den Handel mit leistungsfähigen, nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Versorgungslösungen. 

Wir verstehen Bargeld als hochtechnologisches Produkt im Wettbewerb: Es muss aktiv gesteuert, positioniert und kommuniziert werden. Wer eine Banknote in der Hand hält, spürt Sicherheit und Verlässlichkeit – getragen von Qualität, modernster Technik und Innovationskraft. 

Wir stärken das Image von Bargeld als modernes, intelligentes und sicheres Zahlungsmittel und fördern das öffentliche Bewusstsein für seinen Wert und seine Funktion in einer zunehmend digitalen Welt. Durch klare Kommunikation schaffen wir Transparenz und Vertrauen.

International übernehmen wir selektive Themenführerschaft im ESZB, engagieren uns in globalen Gremien und forcieren Notenbankkooperationen, um die Zukunft des Bargelds aktiv mitzugestalten – einschließlich der Entwicklung neuer Banknoten und Münzen.

In all unserem Handeln orientieren wir uns an den Grundsätzen der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit und stehen allen Zahlungsmitteln neutral gegenüber. Unser Ziel ist ein modernes, sicheres und menschliches Bargeldsystem, das Österreich langfristig stärkt.

Welche Vorgaben gelten beim Bezahlen mit Bargeld in Österreich?

Die OeNB ist in Österreich die zentrale Institution für die Ausgabe und Qualitätskontrolle von Euro‑Banknoten, die Überwachung der Bargeldbearbeitung, Vorgaben für Banken und Bargeldakteur:innen für das Bargeldhandling sowie die Information der Öffentlichkeit über Rechte und Pflichten beim Bezahlen.

In Österreich ist der rechtliche Rahmen für den Umgang mit Bargeld klar definiert. Euro-Banknoten und Euro-Münzen sind gemäß Artikel 128 AEUV und Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 974/98 gesetzliches Zahlungsmittel im gesamten Euroraum. Damit haben Kund:innen das Recht, mit Bargeld zu bezahlen, und Unternehmen sind grundsätzlich verpflichtet, Bargeld anzunehmen. Die gesetzliche Annahmepflicht schützt Wahlfreiheit, Teilhabe und eine sichere, verlässliche Zahlungsform im Alltag.

Mit der geplanten EU‑Bargeldverordnung (Legal Tender Cash Regulation, LTCR) soll die Annahmepflicht künftig europaweit noch stärker abgesichert werden. Ziel ist es, die Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Bargeld langfristig zu garantieren und die Wahlfreiheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen.

Eine nationale Bargeldobergrenze gibt es in Österreich nicht; Bargeldzahlungen sind daher weiterhin uneingeschränkt zulässig. 

In Österreich gibt es derzeit keine gesetzliche Obergrenze für Barzahlungen. Diese Situation ändert sich jedoch mit 10. Juli 2027, wenn neue EU‑Regeln aus dem EU‑Geldwäschepaket (Verordnung (EU) 2023/1113) in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt gilt im geschäftlichen Bereich eine Barzahlungsobergrenze von 10.000 Euro. Beträge darüber dürfen Unternehmen nicht mehr vollständig bar annehmen. Zusätzlich müssen Händler ab Barzahlungen von 3.000 Euro die Identität ihrer Kundinnen und Kunden feststellen und dokumentieren, wie es die geldwäscherechtlichen Sorgfaltspflichten nach der Geldwäscheverordnung (EU) 2023/1113 vorsehen. Reine Privat‑zu‑Privat‑Geschäfte bleiben weiterhin von der 10.000‑Euro‑Grenze ausgenommen. Auch der Besitz, das Abheben und das Einzahlen von Bargeld bleiben uneingeschränkt zulässig, da diese Bereiche nicht von den EU‑Beschränkungen erfasst sind.

Falschgeld darf nicht angenommen werden und ist gemäß §79 Nationalbankgesetz der OeNB oder der Münze Österreich AG zur Überprüfung zu übergeben.

Auch Unternehmen und ihr Kassenpersonal unterliegen klaren Vorgaben. 

  • Wird Bargeld akzeptiert, besteht die Pflicht, geprüftes Wechselgeld auszugeben.
  • Verdächtige Banknoten müssen anhand der Sicherheitsmerkmale überprüft werden.
  • Falschgeld darf keinesfalls weitergegeben werden.

Grundsätzlich besteht innerhalb des gesamten Euro-Währungsgebietes eine Annahmeverpflichtung für sämtliche Euro-Banknoten. Alle von der OeNB, der Europäischen Zentralbank (EZB) und von den nationalen Zentralbanken der anderen Euro-Länder ausgegebenen, auf Euro lautenden Banknoten sind gesetzliche Zahlungsmittel. Gemäß § 61 Nationalbankgesetz (NBG) müssen die Euro-Banknoten zum Nennwert unbeschränkt angenommen werden. Damit wird für die Banknoten von 5 bis 500 Euro eine grundsätzlich unbeschränkte Annahmeverpflichtung begründet. Daher steht der generelle Ausschluss der Annahme einzelner bestimmter Banknotenkategorien mit dem in § 61 NBG verankerten Grundsatz der unbeschränkten Annahmepflicht für Euro-Banknoten im Widerspruch.

Gemäß § 8 Scheidemünzengesetz müssen Scheidemünzen in folgendem Ausmaß angenommen werden:

  • von der OeNB und der Münze Österreich AG ohne Begrenzung
  • von den Gebietskörperschaften bis zu 100 Stück
  • von allen übrigen Personen bis zu 50 Stück (davon Gedenkmünzen nur bis zu zehn Stück)