Zentral-, Ost- und Südosteuropa

Österreich hat eine starke wirtschaftliche Verbindung zu Zentral-, Ost- und Südosteuropa (CESEE). Darum behalten wir die Entwicklungen in dieser Region seit vielen Jahren genau im Auge. Unsere Analysen und länderübergreifenden Vergleiche liefern wichtige Erkenntnisse für Politik, Wirtschaft und Forschung.

Warum die CESEE-Region wichtig ist

Die österreichische Wirtschaft, insbesondere der Bankensektor, ist eng mit den Volkswirtschaften in Zentral-, Ost- und Südosteuropa (CESEE) verbunden. Unser CESEE-Team in der OeNB untersucht gezielt die wirtschaftlichen Entwicklungen in diesen Ländern. So wollen wir zu einem besseren Verständnis der europäischen Integration beitragen.

Unsere Ziele und Schwerpunktländer

In unseren CESEE-Analysen untersuchen wir 18 Volkswirtschaften: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Türkei, die Ukraine und Ungarn.

Wir beobachten und analysieren laufend die wirtschaftliche Integration Europas sowie die gesamtwirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen in den einzelnen CESEE-Ländern. Das ermöglicht uns gute länderübergreifende Vergleiche. So können wir abschätzen, welche Folgen sich daraus für die österreichische Wirtschaft und die Finanzstabilität ergeben.

Schwerpunktthemen

Unsere Forschungsarbeit konzentriert sich auf zentrale Themen, die aufgrund der wirtschaftlichen Wechselwirkungen zwischen der CESEE-Region und dem Euroraum für Geldpolitik und Finanzstabilität entscheidend sind, darunter:

  • Verwendung des Euro
  • Immobilienmarkt
  • Konjunktur

Der Euro Survey – eine wertvolle Datenquelle

Der OeNB Euro Survey ist eine internationale Erhebung, in deren Rahmen wir jährlich Privatpersonen in CESEE zur Verwendung des Euro in der Region befragen. So konnten wir im Laufe der Jahre einen wertvollen Datenschatz aufbauen, der in der internationalen Forschung gerne genutzt wird. 

Euro Survey

Forschungsergebnisse

Die Ergebnisse unserer Arbeit teilen wir über unterschiedliche Kanäle und Formate mit der Forschungs-Community und der Öffentlichkeit, unter anderem in diesen regelmäßigen OeNB Reports:

  • Economic trends in CESEE EU member states
  • Economic trends in EU candidates and Russia
  • CESEE Property Market Review
  • OeNB Euro Survey in Central, Eastern and Southeastern Europe
OeNB Reports zu CESEE

Aktuelle Reports

Veranstaltungen

Wir organisieren auch regelmäßig Veranstaltungen und kooperieren mit vielfältigen Partnern, um Informationen zu wirtschaftspolitisch relevanten CESEE-Themen auszutauschen und wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. Jährliche Fixpunkte: 

  • Conference on European Economic Integration
  • East Jour Fixe
Vergangene Veranstaltungen

Wir arbeiten international zusammen

Die OeNB arbeitet mit vielen anderen Zentralbanken, Institutionen und Forschungseinrichtungen regelmäßig zusammen – im CESEE-Bereich vor allem mit dem Bank of Finland Institute for Emerging Economies und dem Joint Vienna Institute sowie den Zentralbanken unterschiedlicher Länder.

Ausbildung und Beratung für Zentralbanken – das Joint Vienna Institute

Wir bieten Ausbildungs- und Beratungsmaßnahmen für Notenbanken in Zentral-, Ost- und Südosteuropa sowie in Zentralasien und dem Kaukasus an. Damit wollen wir diese Länder bei der Weiterentwicklung ihrer Wirtschaftssysteme unterstützen.

Eine wichtige Säule dieser technischen Zusammenarbeit ist das Engagement der OeNB am Joint Vienna Institute (JVI). Neben dem Bundesministerium für Finanzen und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) finanziert die OeNB das seit 1992 bestehende Institut. Darüber hinaus bringt die OeNB in Kursen und Workshops zu Themen mit Zentralbankbezug ihre Expertise ein. Ziel dieser Kurse ist es, über die reine Wissensvermittlung hinaus ein internationales Forum für Meinungs- und Erfahrungsaustausch zu bieten und die Kursteilnehmer:innen auch längerfristig besser zu vernetzen.

Gemeinsam mit anderen Zentralbanken des Europäischen Systems der Zentralbanken beteiligt sich die OeNB an EU-finanzierten Programmen insbesondere für die EU-Kandidatenländer und die potenziellen Beitrittskandidaten am Westbalkan.

Forschungsnetzwerk und langjährige Partnerinstitutionen

Zu unseren langjährigen Forschungspartnern zählen insbesondere Zentralbanken und ausgewählte Forschungsinstitute. Mit diesen Partnern stehen wir in regelmäßigem Austausch, etwa durch bilaterale Forschungsbesuche, gemeinsame Veranstaltungen und Forschungskooperationen.

Wir betreiben ein Forschungsnetzwerk (CESEE.net) für Ökonom:innen in Zentralbanken des ESZB und in Ländern, die als EU-Beitrittskandidaten gelten. CESEE.net wird von der OeNB gemeinsam mit den Zentralbanken in Lettland, der Slowakei und Tschechien organisiert. Zweck ist der Austausch von Informationen zu wirtschaftspolitisch relevanten Themen mit einem regionalen Fokus auf Zentral-, Ost- und Südosteuropa.

SEEMHN-Netzwerk: Wissensaustausch zur Geldgeschichte Südosteuropas

Im South-East European Monetary History Network (SEEMHN) sind Expert:innen für Finanz- und Geldgeschichte, Ökonomie und Statistik eng miteinander vernetzt. Das Netzwerk wurde im April 2006 auf Initiative der bulgarischen und der griechischen Zentralbank ins Leben gerufen. Hauptziel dieser Plattform ist der Austausch und die Verbreitung von Wissen zur Geldgeschichte und -politik Südosteuropas als einem integralen Bestandteil europäischer Geschichte. Vor diesem Hintergrund werden innerhalb des Netzwerks Publikationen herausgegeben und Konferenzen organisiert. Diese konzentrieren sich auf die Untersuchung spezifischer Phänomene und Ereignisse in den Ländern Südosteuropas – sowohl aus historischer als auch vergleichender Perspektive. Derzeit gehören die Zentralbanken folgender Länder dem SEEMHN an: Albanien, Bulgarien, Griechenland, Österreich, Rumänien, Serbien, Türkei und Ungarn.

SEEMHN-Datenband: Einzigartige Datenbank mit historischen Zeitreihen für Südosteuropa

Angesichts des Bedarfs an verlässlichen Daten als Grundlage für empirische Studien wurde 2006 beschlossen, eine Südosteuropa-Datenbank mit historischen Monetär- und Finanzdaten des 19. und 20. Jahrhunderts zu schaffen. Seither arbeiten die Zentralbanken Albaniens, Bulgariens, Griechenlands, Rumäniens, Serbiens, der Türkei und Österreichs gemeinsam an diesem Projekt. Der daraus entstandene SEEMHN-Datenband ist ein Meilenstein in den gemeinsamen Bemühungen zur Veröffentlichung harmonisierter langfristiger Zeitreihen zu monetären, finanziellen und anderen makroökonomischen Variablen.

Details zum SEEMHN-Datenband

Für jedes Land wird ein vollständiger Datensatz zur Verfügung gestellt, der sechs Indikatorkategorien abdeckt: (1) Monetärvariablen, (2) Zinssätze, (3) Wechselkurse, (4) öffentliche Finanzen, (5) Preise, Produktion und Arbeit sowie (6) Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung und Bevölkerung.

Jedes Kapitel ist in vier Abschnitte untergliedert: (1) wichtige geldpolitische Ereignisse, einschließlich Kurzdarstellung des institutionellen Rahmens für die Umsetzung der Geldpolitik im jeweiligen Land; (2) detaillierte Beschreibung und Definition der veröffentlichten Variablen; (3) ausführliche Darstellung der Primär- und Sekundärquellen der erhobenen Daten; und (4) historische Datenreihen für das jeweilige Land.

Zu Beginn jedes Länderkapitels steht eine Überblickstabelle. Diese enthält eine Liste der präsentierten Variablen und der ihnen zugeordneten Codes sowie Informationen zu den abgedeckten Zeiträumen, der verfügbaren Datenfrequenz und der Recheneinheiten. Die Überblickstabelle findet sich auch am Anfang jeder Datendatei und dient Nutzern als Orientierung bei der Datensuche. Dies erleichtert die schnelle Navigation zu den benötigten Zeitreihen auf Monats- oder Jahresbasis.

South-Eastern European Monetary and Economic Statistics from the Nineteenth Century to World War II, published by: Bank of Greece, Bulgarian National Bank, National Bank of Romania, Oesterreichische Nationalbank, 2014, Athens, Sofia, Bucharest, Vienna.

© Bank of Greece, Bulgarian National Bank, National Bank of Romania, Oesterreichische Nationalbank, 2014. Alle Rechte vorbehalten. Reproduktionen für nicht kommerzielle Zwecke, wissenschaftliche Zwecke und Lehrtätigkeit sind unter Nennung der Quelle freigegeben.

Warum wir gute CESEE-Daten brauchen

Als Zentralbank befassen wir uns mit der internationalen Rolle des Euro. Konkret stellen wir die einzige Datenquelle zur Verfügung, welche Informationen zur Verwendung des Euro in Zentral-, Ost- und Südosteuropa (CESEE) enthält und die folgenden Fragen beantwortet:

  • Wie stark wird der Euro in den unterschiedlichen CESEE-Ländern genutzt? 
  • Wie sehr vertrauen die Menschen in der Region dem Euro und den Zentralbanken? 
  • Sparen Personen in der Region in Euro oder in ihrer lokalen Währung? 
  • Was sind ihre Inflationserwartungen? 
  • Und wie treffen sie finanzielle Entscheidungen?

Durch Datenerhebungen und Analysen liefern wir Antworten auf diese und viele andere Fragen. Das ist wichtig für Forschung, Politik und Wirtschaft – denn nur wenn man eine gute Datengrundlage hat, kann man gute Entscheidungen treffen.

OeNB Euro Survey

Der OeNB Euro Survey ist eine internationale Erhebung und Eckpfeiler unseres strategischen CESEE- Schwerpunkts. Seit 2007 befragen wir im Rahmen dieser Umfrage jährlich Privatpersonen in Zentral-, Ost- und Südosteuropa (CESEE) zur Verwendung des Euro in der Region. So konnten wir im Laufe der Jahre einen wertvollen Datenschatz aufbauen, der in der internationalen Forschung gerne genutzt wird. 

Die untersuchten Kernthemen sind:

  • Nutzung des Euro (Euroisierung)
  • Vertrauen in Institutionen
  • Finanzstabilität
  • monetäre Erwartungen
  • finanzielle Entscheidungen

Im Wesentlichen untersuchen wir hier jene Länder, die den Euro noch nicht (oder erst kürzlich) eingeführt haben. Die mittels des OeNB Euro Survey erhobenen Daten geben Einblick, warum und in welchem Ausmaß die Bevölkerung jener Länder Fremdwährungen (hauptsächlich den Euro) verwendet. Die Daten, die wir so gewinnen, teilen wir mit den Zentralbanken in CESEE und im Euroraum, anderen Entscheidungsträger:innen und Aufsichtsbehörden sowie der Forschungs-Community.

Einzigartige Datenquelle  

Der OeNB Euro Survey ist integraler Bestandteil der CESEE-Forschungsagenda der OeNB sowie der von der OeNB durchgeführten Analysen zur Finanzstabilität. Diese einzigartige, wissenschaftlich fundierte Datenquelle erlaubt es uns zu analysieren, wie und in welchem Ausmaß sich die europäische Integration auf das Leben der Menschen in der CESEE-Region auswirkt. Dadurch gewinnen wir Einblick in ihre Sichtweisen zu wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen (etwa zur Einführung des Euro); ferner erlangen wir ein besseres Verständnis über die Unterschiede zwischen bzw. innerhalb der untersuchten Länder. Der OeNB Euro Survey wird vom österreichischen Gallup-Institut im Auftrag der OeNB durchgeführt, wobei die Feldarbeit von dessen lokalen Partnerinstituten geleistet wird.

Wie oft werden Daten erhoben?

Der OeNB Euro Survey wird mindestens einmal pro Jahr mittels nationaler Versionen eines gemeinsamen Fragebogens für alle untersuchten Länder durchgeführt. Die oben angeführten Kernthemen sind Teil jeder Umfragewelle. Für die Untersuchung zusätzlicher Themen können spezifische Sonderfragen hinzugefügt werden. Bisher wurden u. a. Fragen zu folgenden Themen ergänzt: 

  • Inflation und Inflationserwartungen
  • Fremdwährungskredite
  • Überschuldung und Kreditrückstände
  • Nichtbankenkredite und Eventualverbindlichkeiten 
  • Staatsverschuldung 

Das wirtschaftliche und finanzielle Umfeld ändert sich ständig; manchmal treten auch krisenhafte Situationen auf. Jährliche Erhebungen erlauben uns zeitnah Veränderungen im Spar- und Verschuldungsverhalten zu erfassen und Auswirkungen auf die Verbreitung des Euro (die Euroisierung) zu verstehen. 

Sind die Daten gut vergleichbar?

Um eine maximale Vergleichbarkeit der Daten zwischen den Ländern zu gewährleisten, werden die nationalen Versionen des Fragebogens und die Erhebungsmethode vor jeder Umfragewelle harmonisiert. Sämtliche nationale Umfragewellen werden unter zufällig ausgewählten, erwachsenen Bürger:innen des jeweiligen Landes durchgeführt. Als Beobachtungseinheit werden Einzelpersonen ab 18 Jahren herangezogen. Die Mindeststichprobengröße je Umfragewelle beträgt 1.000 Personen pro Land. 

Hauptergebnisse

Der OeNB Euro Survey ist eine einzigartige Quelle umfassender Informationen dazu, wie die Menschen in Zentral-, Ost- und Südosteuropa den Euro verwenden. Er bietet Einsichten zu Fremdwährungsvermögen bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten von Privatpersonen in CESEE-Ländern. Der für die gesamte Region einheitliche Aufbau der Umfrage ermöglicht nicht nur Vergleiche zwischen den einzelnen Ländern, sondern auch zwischen verschiedenen soziodemographischen Gruppen. Die Mikrodaten des OeNB Euro Survey liefern wertvolle Erkenntnisse über die Determinanten der Verwendung des Euro als Parallelwährung („Euroisierung“) und stellen somit einen wichtigen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs zu diesem Thema dar.

Detaillierte Informationen über ausgewählte Ergebnisse von Ländervergleichen auf Basis des OeNB Euro Survey finden Sie in unseren OeNB Reports und in unserem Dashboard zu den Hauptergebnissen des OeNB Euro Survey.

Finanzbildung in CESEE 

Dashboard

Die OeNB stellt umfassende Ergebnisse zur Finanzbildung in Zentral-, Ost- und Südosteuropa in einem interaktiven Dashboard zur Verfügung. Während mittlerweile für eine Vielzahl von Ländern detaillierte Daten vorliegen, ist das Thema Finanzwissen in vielen Ländern der CESEE-Region nach wie vor unterbeleuchtet. Die im Rahmen des OeNB Euro Survey erhobenen Daten sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg, diese Lücke zu schließen. Neben einem Vergleich mit Österreich erlaubt das Dashboard auch die maßgeschneiderte Erstellung von Grafiken und deren Download inklusive der zugrundeliegenden Daten.

Publikationen

Beckmann, E. and S. Reiter. 2020. How financially literate is CESEE? Insights from the OeNB Euro Survey. 
In: Focus on European Economic Integration, Q3/20. 36–59.

Beckmann, E. and S. Kiesl-Reiter. 2023. Financial literacy and financial wellbeing: Evidence from Eastern Europe in a high inflation environment. In: Journal of Financial Literacy and Wellbeing 1(2). 263–367.

Olbrich, L., E. Beckmann and J.W. Sakshaug. 2026. Multivariate assessment of interviewer errors in a cross-national economic survey and the role of fieldwork institutes. In: Journal of the Royal Statistical Society Series A: Statistics in Society, 189(1). 561–580. 

OeNB Financial Literacy Dashboard

Datennutzung

Die im Zuge des OeNB Euro Survey gewonnenen Daten werden für Forschungszwecke unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Umfragedaten finden in zahlreichen Publikationen der OeNB Verwendung; zudem bilden sie die Basis erfolgreicher Kooperationen, zum Beispiel mit: 

  • Zentralbanken
  • Forschungseinrichtungen und Universitäten 
  • Weltbank
  • der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
  • CESifo
  • und anderen internationalen Organisationen 

Forschungskooperationen

Neben der Bereitstellung von Daten für externe Forschungsprojekte ist die OeNB auch offen für Forschungskooperationen zwischen Ökonom:innen der OeNB und externen Forscher:innen im Zuge von Forschungsprojekten von gemeinsamem Interesse.

Wer kann unsere Daten nutzen?

Die durch den OeNB Euro Survey gewonnenen Daten teilen wir mit:

  • Zentralbanken
  • anderen Entscheidungsträger:innen 
  • Aufsichtsbehörden 
  • Forschungs-Community

Wie kann man die Daten des OeNB Euro Survey nutzen?

Die Nutzung von OeNB-Euro-Survey-Daten für externe Forschungsprojekte ist an bestimmte Bedingungen geknüpft und erfolgt nach einem bewährten Verfahren. Dabei gibt es zwei Optionen:

Nutzung von veröffentlichten Daten

Wenn Sie Ergebnisse nutzen wollen, die bereits von der OeNB ausgearbeitet und auf ihrer Website veröffentlicht wurden, finden Sie unter „Hauptergebnisse“ ausgewählte Daten des OeNB Euro Survey. Die grafischen Darstellungen sowie die zugrunde liegenden Daten können direkt über das Kontextmenü der jeweiligen Grafik als CSV-Datei heruntergeladen werden.

Individuelle Nutzung von Rohdaten

Wenn Sie für Ihr Forschungsvorhaben Rohdaten des OeNB Euro Survey individuell nutzen wollen, ist wie folgt vorzugehen: 

  1. Bitte lesen und unterzeichnen Sie zuerst die Vertraulichkeitserklärung/Nutzungsbedingungen. In diesen Nutzungsbedingungen sind die spezifischen Bedingungen und Einschränkungen angeführt, unter denen die OeNB den Zugang zu den Daten des OeNB Euro Survey gewährt.
  2. Zusätzlich muss ein Research Outline übermittelt werden. Dieses beinhaltet folgende Punkte:
    • die zentralen Forschungsfragen und die Motivation hinter dem geplanten Forschungsprojekt, für das Sie die angeforderten Daten des OeNB Euro Survey verwenden möchten
    • einen vorläufigen Zeitplan des Forschungsprojekts
    • die Länder und Wellen, die bei dem Forschungsprojekt verwendet werden.
  3. Bitte senden Sie beide Dokumente an eurosurvey@oenb.at.
  4. Nach Übermittlung der Unterlagen werden diese von der OeNB evaluiert.
  5. Im Falle einer Genehmigung des Forschungsprojekts durch die OeNB wird ein Download-Link zu Ihrem Datensatz zur Verfügung gestellt.

Fragebogen

Das Team des OeNB Euro Survey ist für die Konzeption und kontinuierliche Weiterentwicklung des Fragebogens verantwortlich. Dies beinhaltet die Sicherung und Erhöhung der Datenqualität, die Optimierung des Umfrageverfahrens sowie die Verknüpfung der Umfragedaten mit geografischen Informationen und anderen Mikrodaten. Das Umfrageteam der OeNB freut sich über Fragen und Rückmeldungen anderer Umfrageexpert:innen zum OeNB Euro Survey. Interessierte Forscher:innen sind auch eingeladen, gemeinsam mit dem OeNB-Euro-Survey-Team neue Forschungsthemen auszuarbeiten sowie neue Fragen zu konzipieren. Eingereichte Forschungsvorschläge sollen für das Zentralbankwesen relevante Themen behandeln.

Was wird abgefragt?

Der Fragebogen, der von Mitarbeiter:innen der OeNB zusammengestellt wurde, konzentriert sich auf die Euroisierung. Der Hauptfragebogen umfasst Fragen zu: 

  • Verwendung von Fremdwährungen 
  • Präferenzen und Determinanten, die Nachfrage nach Fremdwährung bestimmen
  • Finanzkrisen und wirtschaftlichen Bedingungen 
  • Erwartungen hinsichtlich Wechselkursen und Inflation
  • Einkommen in Fremdwährung und Finanzkompetenz

Der Fragebogen erstreckt sich über die Euroisierung hinaus und umfasst Bereiche, die je nach Umfragezeitpunkt variieren, wie beispielsweise den Zugang zu Krediten, Einstellungen gegenüber öffentlichen Schulden und Migrationsabsichten. Soziodemografische Daten, die für internationale Vergleiche wichtig sind, werden seit 2012 ex ante harmonisiert. 

Paradaten, die den Feldarbeitsprozess und die Merkmale der Interviewer:innen beschreiben, werden gesammelt, um die Datenqualität zu verbessern. Die Übersetzung in nationale Sprachen und die Programmierung des Fragebogens unterliegen strengen Qualitätskontrollen. Pilotierung und die Programmierung an sich gewährleisten die Genauigkeit des Fragebogens und die Konsistenz zwischen den Ländern, wobei periodische Anpassungen aufgrund von Feedback erfolgen. Übersetzungs-, Programmier- und Codierfehler werden überwacht, um die Datenintegrität zu gewährleisten.

Die technische Erläuterung zum Fragebogen ist in englischer Sprache verfügbar.

Methodologie

Die Datenerhebung im Zuge des OeNB Euro Survey wird von Meinungsforschungsinstituten in den zentral-, ost-, und südosteuropäischen Ländern durchgeführt und zentral in Österreich koordiniert. Die Stichprobenerhebung erfolgt durch persönliche Interviews, wobei die Befragung entweder als computergestützte persönliche Interviews (CAPIs) oder wesentlich seltener als persönliche Interviews mit Stift und Papier (PAPIs) durchgeführt wird. In jeder Umfragewelle werden pro Land ca. 1.000 Personen (Staatsbürger:innen des jeweiligen Landes, Mindestalter 18 Jahre) befragt. Die Auswahl der Stichprobe beruht auf einer mehrstufigen und geschichteten Zufallsstichprobe mit zufälliger Routenauswahl (random route sampling). Auch persönliche Merkmale der Interviewer:innen werden erhoben, einschließlich Geschlecht, Alter, Bildung, Beschäftigungsstatus und Erfahrung mit der Umfrage.

Die Überwachung der Feldarbeit umfasst logische Konsistenzprüfungen, Telefonrückrufe und die Überprüfung von Interviews durch persönliche Besuche. Poststratifizierungsgewichte werden angewendet, um Stichprobeneffekte zu korrigieren. Datenkonsistenzprüfungen und Bearbeitungsverfahren umfassen die Überprüfung von soziodemografischen Daten, logische Konsistenzprüfungen und Ausreißererkennung. 

Detaillierte Informationen finden Sie im Download-Bereich.

Datenbank zu Bankstandorten in CESEE

Wir haben eine eigene Datenbank mit allen Bankfilialen und deren Standorten in zehn CESEE-Ländern aufgebaut. So können wir untersuchen, wie sich die Filialnetze von Banken in CESEE entwickeln. Die Bankstandortdatenbank enthält Indikatoren zur Bankendichte, -konzentration und der Rolle von ausländischen Banken auf NUTS-3 Ebene in zehn CESEE-Ländern.

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