Konjunktur

Der Begriff Konjunktur bezeichnet die wirtschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft über einen bestimmten Zeitraum. Kurzfristig wird sie vor allem von der inländischen und externen Nachfrage bestimmt. Auch Zinsen und Erwartungen spielen eine wichtige Rolle. Langfristig wird Wachstum durch den technologischen Fortschritt, Bildung und Kapitalausstattung bestimmt. Die OeNB analysiert die Konjunktur und erstellt Prognosen. Damit liefert sie eine wichtige Grundlage für wirtschaftspolitische Entscheidungen und unterstützt die Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags zur Sicherung der Preisstabilität.

Die Konjunkturanalyse der OeNB

Mit ihren Konjunkturanalysen liefert die OeNB unabhängige und faktenbasierte Einschätzungen zur wirtschaftlichen Entwicklung. Auf Basis dieser Analysen erstellt die OeNB als einzige Institution in Österreich eine Wirtschaftsprognose auf Quartalsbasis. Darüber hinaus leisten zahlreiche Analysen und Ausarbeitungen zu aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftspolitischen Dialog in Österreich. Ein besonderes Anliegen der OeNB ist es, die Öffentlichkeit über verschiedene Kanäle verständlich, transparent und zielgruppengerecht zu informieren.

Warum wir wirtschaftliche Entwicklungen analysieren

Wirksame geldpolitische Entscheidungen setzen ein fundiertes Verständnis der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung voraus. Die OeNB erstellt ihre Konjunkturanalysen und -prognosen für Österreich in enger Zusammenarbeit mit der EZB und den anderen nationalen Zentralbanken des Eurosystems. Sie fließen als Österreichbeitrag in die Analysen und Prognosen für den Euroraum ein, die eine wichtige Grundlage für die geldpolitischen Entscheidungen des EZB-Rats bilden. So trägt die Konjunkturanalyse dazu bei, fundierte Entscheidungen zur Sicherung der Preisstabilität zu ermöglichen.

Wo wir über wirtschaftliche Entwicklungen informieren

Über die Tab-Navigation oben finden Sie die zentralen OeNB-Produkte zur Konjunkturanalyse, aktuelle Einschätzungen in unterschiedlichen Formaten sowie wichtige Konjunkturdaten, konkret:

Unabhängig, faktenbasiert und zielgruppenorientiert

Unsere Einschätzungen leisten einen Beitrag zum wirtschaftspolitischen Dialog in Österreich. Das heißt, dass wir der Politik Informationen anbieten, auf deren Grundlage fundierte Entscheidungen möglich sind. Unsere Analysen fließen auch in wichtige Entscheidungen zum Euro ein – damit unsere gemeinsam Währung ihren Wert behält. 

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Wichtige Kennzahlen für Österreich

  • Entwicklung des BIP (real)

    Vergleich zum Vorjahr
  • Arbeitslosenquote (Eurostat)

    Vergleich zum Vorjahr
  • HVPI-Inflation

    Vergleich zum Vorjahr
  • Unternehmenskredite in Österreich

    Vergleich zum Vorjahr

Interimsprognose der OeNB für Österreich 2026 bis 2028

Verbesserter Konjunkturausblick für 2027 – Inflation auf Euroraum-Niveau

11.09.2026

Trotz des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten und der Dürre in diesem Sommer wird die heimische Wirtschaft im zweitem Halbjahr 2026 wieder auf einen Wachstumspfad einschwenken. Die OeNB erwartet für die Jahre 2026 bis 2028 ein BIP-Wachstum von 0,5 %, 1,3 % und 1,2 %. Grund für die leichte Abwärtsrevision 2026 (-0,1 Prozentpunkte gegenüber der Juni-Prognose) ist die inzwischen schwächer ausgewiesene Wirtschaftsentwicklung in der ersten Jahreshälfte. Die stärkere Konjunkturdynamik ab dem zweiten Halbjahr wird in den Jahreszahlen erst in der Aufwärtsrevision für 2027 (+0,2 Prozentpunkte) sichtbar. Die Inflationsprognose wird nach unten revidiert und liegt nun bei 3 % für 2026. 2027 sinkt die prognostizierte Inflation auf 2,3 % und 2028 wird sie bei 2,2 % liegen. Ausschlaggebend dafür ist vor allem das erwartete Abklingen des Energiepreisschocks. Damit entspricht die prognostizierte Inflation in Österreich dem Euroraum-Niveau.

Industrie trägt Erholung: Die österreichische Industriekonjunktur nimmt trotz der durch den Krieg im Nahen und Mittleren Osten ausgelösten Verwerfungen im zweiten Halbjahr 2026 Fahrt auf. Steigende Auftragseingänge und Produktionserwartungen deuten auf eine positive Entwicklung hin.

Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel dämpft Inflation vorübergehend: Die Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Lebensmittel wird weiterhin nahezu vollumfänglich weitergegeben. Die Lebensmittelinflation liegt dadurch für ein Jahr um einen Prozentpunkt niedriger, die Gesamtinflation um 0,15 Prozentpunkte.

Dürre hat geringen Effekt auf Wachstum und Inflation: Die Dürre des Jahres 2026 dürfte ungeachtet der unmittelbaren Schäden in der Landwirtschaft geringe gesamtwirtschaftliche Auswirkungen auf Wachstum und Inflation haben.

Alles zur aktuellen Prognose

Wirtschaftsprognosen für Österreich

Die OeNB erstellt wirtschaftliche Prognosen für Österreich. Die Ergebnisse der OeNB-Prognosen werden im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt und als OeNB Report veröffentlicht. 

Dabei arbeitet die OeNB mit den anderen nationalen Zentralbanken des Eurosystems und der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen. Die Wirtschaftsprognose für Österreich werden innerhalb eines gemeinsamen Prognoserahmens des Eurosystems mit gemeinsam abgestimmten internationalen Annahmen erstellt. Die OeNB-Prognose fließt in die gesamtwirtschaftlichen Projektionen für den Euroraum ein. Diese dienen dem EZB-Rat als wichtige Entscheidungsgrundlage für die Geldpolitik.

Pro Jahr veröffentlicht die OeNB vier Prognosen: Jeweils im Juni und Dezember erstellt die OeNB eine detaillierte gesamtwirtschaftliche Prognose, jeweils im März und September eine Interimsprognose, die im Wesentlichen ein technisches Update darstellen. Im März, Juni und September werden neben dem aktuellen Jahr die kommenden zwei Jahre prognostiziert. Im Dezember wird ein zusätzliches Jahr prognostiziert. Die gesamtwirtschaftliche und die Interimsprognose unterscheiden sich im Umfang der prognostizierten Kennziffern.

OeNB-Prognose-Dashboard

Die Ergebnisse der Wirtschaftsprognosen der OeNB werden auch in einem interaktiven Dashboard kompakt und übersichtlich zur Verfügung gestellt.

Zum Dashboard

Gesamtwirtschaftliche Prognose für Österreich

Die Gesamtwirtschaftliche Prognose umfasst folgende Bereiche:

  • Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und seiner Komponenten
  • Entwicklung der Einkommen und des Haushaltseinkommens
  • vollumfängliche außenwirtschaftliche Zusammenhänge
  • Potenzialoutput
  • Entwicklung der Inflation
  • Entwicklung der öffentlichen Finanzen

Interimsprognose

Die Interimsprognose umfasst weniger Kennziffern, darunter:

  • Wachstum des BIP
  • Inflation
  • Arbeitslosenquote
OeNB Reports: Alle Prognosen

Reports Prognosen

OeNB-Konjunkturindikator – wie geht es der Wirtschaft in Österreich?

Nahost-Konflikt führt zu Stagnation zur Jahresmitte

11.09.2026

Die österreichische Wirtschaft ist im ersten Halbjahr 2026 etwas schwächer gewachsen als es in der OeNB-Prognose vom Juni erwartet wurde. Seit Jahresmitte haben sich die Stimmung und Erwartungen in der Industrie jedoch merklich verbessert und die Güterexporte haben an Dynamik zugenommen. Dadurch fällt die aktuelle OeNB-Kurzfristprognose für die zweite Jahreshälfte optimistischer aus. Die Folgen der im Modell nicht abgebildeten Dürre in diesem Sommer wurde über ein negatives Expert Judgment berücksichtigt. Damit erhalten wir ein Wachstum von 0,1 % für das dritte und 0,3 % für das vierte Quartal 2026. Für die OeNB-Interimsprognose vom September ergibt sich damit für 2026 in Summe eine leichte Abwärtsrevision gegenüber der OeNB-Prognose vom Juni von -0,1 Prozentpunkte auf 0,5 %. Der Ausgangswert für das Jahr 2027 hat sich hingegen verbessert.

Seit der letzten OeNB-Kurzfristprognose (Anfang Juni) haben sich die verfügbaren Konjunkturindikatoren für Österreich mehrheitlich positiv entwickelt. Insbesondere der Ausblick für exportorientierte Industrie hat sich verbessert. Das spiegelt sich in der Stimmung der Industrie und den LKW-Fahrleistungen wider von denen im dritten Quartal 2026 überdurchschnittliche Wachstumssignale ausgehen. Gleichzeigtig dämpft die unterdurchschnittliche Stimmung bei den Dienstleistungen noch das gesamten reale BIP-Wachstum gegenüber dem Vorquartal (saison- und arbeitstagbereinigt). Für das vierte Quartal 2026 liegen noch keine realisierten Daten vor. Setzt sich die Entwicklung wie im Modell erwartet fort, dann dürfte sich das Wachstum aber weiter beschleunigen. Die aufgrund der Dürre im Sommer entstandenen Ernteausfälle berücksichtigen wir über ein negatives Expert Judgment von rund -0,1 Prozentpunkten für das Gesamtjahr 2026. Dadurch ergibt sich ein Wachstum von 0,1 % für das dritte und 0,3 % für das vierte Quartal 2026.

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Allgemeine Infos zum Konjunkturindikator

Mit ihrem Konjunkturindikator schätzt die OeNB vierteljährig das BIP-Wachstum Österreichs für das aktuelle und nächste Quartal. 

Die Prognosen werden am Anfang des dritten Monats des Quartals erstellt. Damit ist bereits eine hinreichende Informationsdichte für das laufende Quartal verfügbar. Gleichzeitig besteht aber zu dem Zeitpunkt noch ein ausreichender Informationsvorsprung bis zur Veröffentlichung der VGR-Schnellschätzung.

 

Die Prognose des BIP-Wachstums wird in die Beiträge aller enthaltenen Variablen zerlegt. Da die Modellprognose auf mittelwertbereinigten Daten beruht, wird diese noch um den Mittelwert des BIP-Wachstums des Modellzeitraums ergänzt. Abschließend kann die Modellprognose noch um ein „Expert Judgment“ erweitert werden, um gegebenenfalls im Modell nicht berücksichtigte Informationen abzubilden.

Den Prognosen liegt ein dynamisches Faktormodell mit gemischten Frequenzen zu Grunde (s. Modellmethodik im Downloadbereich). Dabei wird aus dem realen BIP-Wachstum und einer Reihe an vor- bzw. gleichlaufenden monatlichen Konjunkturindikatoren ein gemeinsamer latenter Faktor modelliert, der die zugrundeliegende Konjunkturdynamik beschreibt. Basierend auf den aktuellen Informationen der monatlichen Konjunkturindikatoren und der Modelldynamik wird dieser Faktor für den Prognosehorizont fortgeschrieben und bildet die Basis der Kurzfristprognose für das Wirtschaftswachstum.

Im August 2025 wurde das Modell, dem der OeNB-Konjunkturindikator zu Grunde liegt, aktualisiert. Dafür wurden die Parameter des Modells für den Zeitraum Q1 2005 bis Q2 2025 optimiert. Der Anfangspunkt wurde gegenüber der Vorgängerversion (November 2023) von Q1 1999 auf Q1 2005 verschoben, um das schwächere durchschnittliche Produktivitäts- und BIP-Wachstum seit der zweiten Hälfte der 2000er Jahre zu berücksichtigen. Der Endpunkt wurde von Q4 2019 (Version vom November 2023) auf Q2 2025 (August 2025 Update) ausgeweitet. Um jedoch Verzerrungen bei den geschätzten Parametern durch die COVID-19 Pandemie zu vermeiden, wurden die Daten zwischen Q1 2020 und Q2 2022 bei der Parameterschätzung nicht berücksichtigt. Das durchschnittliche BIP-Wachstum gegenüber dem Vorquartal sinkt durch die Veränderung des Schätzzeitraums von 0,41 % auf 0,27 %.

Bei der Wahl der monatlichen Konjunkturindikatoren wurde berücksichtigt, dass alle wichtigen Sektoren abgedeckt sind und dass neben gängigen Stimmungsindikatoren auch rasch verfügbare und kaum Datenrevisionen unterliegende reale Aktivitätsindikatoren verwendet werden. Im Modell enthalten sind die Stimmungsindikatoren der Europäischen Union (ESI) der Sektoren Industrie, Dienstleistungen und Einzelhandel und als Aktivitätsindikatoren sind die LKW-Fahrleistung der ASFINAG und die sofort verfügbaren offenen Stellen laut AMS inkludiert. Die jeweiligen zeitlichen Vorläufe wurden mittels Korrelationsanalysen ermittelt.

Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom Oktober 2026

Positive Exportdynamik hält im dritten Quartal an

12.10.2026


Erstes Halbjahr 2026: Starke Exportdynamik

Das starke Wachstum der österreichischen Güterexporte im ersten Halbjahr 2026 erreichte im Juni mit +16,4 % seinen Höhepunkt. Dazu beigetragen hat der Umstand, dass der Juni 2026 um zwei Arbeitstage mehr hatte als der Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vormonat betrug das Wachstum 2,1 % (saison- und arbeitstägig bereinigt). Im Juli gingen die Exporte um 2,2 % zurück und erreichten damit das Niveau vom Mai.

Im Durchschnitt der ersten sieben Monate des Jahres betrug das Wachstum der österreichischen Güterexporte 5,6 % (im Vorjahresvergleich). Von den wichtigsten österreichischen Exportmärkten sticht vor allem die Schweiz (+13,3 %) heraus. Die Ausfuhren nach Deutschland stiegen mit + 6,0 % etwas schwächer als die gesamten Ausfuhren in den Euroraum (+6,6 %). Dem steht ein Rückgang der Exporte in die USA (-2,1 %) gegenüber. Nach Gütergruppen betrachtet waren es Fahrzeuge (+10,7%), chemische Erzeugnisse (+8,6 %), bearbeitete Waren (+4,5 %) und Maschinen (+4,3 %), die das Exportwachstum stützten.
 

LKW-Fahrleistungsdaten zeigen weiterhin starkes Exportwachstum

Gemäß den aktuellen Ergebnissen des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators sind die nominellen Güterexporte im August und September um 2,4 % bzw. 1,9 % gestiegen (zum Vormonat, saison- und arbeitstägig bereinigt). Im Jahresabstand ergibt das ein (unbereinigtes) Exportwachstum von 10,2 % und 8,7 %.

Damit fällt das Wachstum der nominellen Güterexporte im dritten Quartal mit 8,4 % (nicht-saisonbereinigt, im Vergleich zum Vorjahr) ähnlich stark aus wie im zweiten Quartal (8,0 %). 
 

Nominelles und reales Wachstumg der Güterexporte
LKW-Fahrleistung und Güterexporte
  LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell
 
  Veränderung zum Vorjahr in % Veränderung zur Vorperiode in %
  Nicht bereinigt Saison- und arbeitstägig bereinigt
 
2026M03 7,3 9,8 5,0 7,2 1,4 2,6
2026M04 3,2 7,0 1,7 5,4 -1,6 0,4
2026M05 -1,7 0,9 2,7 6,0 0,5 0,2
2026M06 10,8 16,4 6,0 10,6 1,3 2,1
2026M07 3,4 6,7 3,3 6,7 -0,1 -2,2
2026M08 6,7 10,0 5,7 7,7 1,0 2,2
2026M09 4,9 8,3 5,0 8,3 0,0 1,8
 
2025Q4 0,8 2,2 0,9 2,5 -0,2 0,6
2026Q1 3,4 2,9 3,7 3,2 2,7 1,9
2026Q2 4,0 8,0 3,4 7,3 0,4 3,7
2026Q3 4,9 8,2 4,7 7,6 1,6 1,2
 
2024 -1,4 -4,8 -1,9 -5,2 -1,9 -5,2
2025 0,2 -0,7 0,3 -0,6 0,3 -0,6
 

Vorlaufindikatoren signalisieren anhaltende Exportkonjunktur

Die Exportauftragseingänge laut EinkaufsManagerIndex der UniCredit/Bank Austria sind im August und September nach Rückgängen im Juni und Juli stark gestiegen und erreichten den höchsten Wert seit über drei Jahren. Die Einschätzung der Exportauftragsbestände durch die Unternehmen laut Umfrage der EK zeigte im September einen leichten Rückgang, liegt aber auf einem hohen Niveau. Beide Indikatoren deuten daher auf eine anhaltend starke Exportdynamik hin.


Allgemeine Infos zum Exportindikator

Exporte sind für Österreich sehr wichtig, weil ein großer Teil der heimischen Produktion ins Ausland verkauft wird. Sie sichern viele Arbeitsplätze, besonders in Industriebranchen wie Maschinenbau oder Chemie. Wenn die Exporte steigen, wächst meist auch die gesamte Wirtschaft des Landes.

Mit dem Exportindikator schätzt die OeNB monatlich das nominelle Güterexportwachstum Österreichs.

Der OeNB-Exportindikator basiert auf Daten der ASFINAG Maut Service GmbH und prognostiziert via der Lkw-Fahrleistung auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen die nominelle Güterexportentwicklung im abgelaufenen Monat.

Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Entwicklung der Güterexporte frühzeitig angezeigt werden kann. Aufgrund der zeitnahen Verfügbarkeit der ASFINAG-Daten ergibt sich damit gegenüber der ersten Veröffentlichung der Exportdaten durch Statistik Austria ein Informationsvorsprung von zwei bis drei Monaten.

Umfrage über das Kreditgeschäft (Bank Lending Survey)

Die Umfrage über das Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) ist eine vierteljährliche Erhebung, die von den nationalen Zentralbanken des Euroraums, einschließlich der OeNB, gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Jänner 2003 durchgeführt wird. Ziel der Umfrage ist es, Erkenntnisse über die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Haushalte zu erlangen. Der Fragebogen enthält 22 Standardfragen zu vergangenen und erwarteten zukünftigen Entwicklungen im Kreditgeschäft. Die Fragen betreffen die Kreditvergabepolitik der Banken und die Kreditnachfrage von Unternehmen und privaten Haushalten. Darüber hinaus werden bei Bedarf Zusatzfragen zu Themen von besonderem Interesse hinzugefügt. An der Umfrage nehmen rund 160 Banken aus allen Ländern des Euroraums teil, darunter acht Institute aus Österreich.

Reports: Ergebnisse für Österreich

Österreich und der Euroraum: Wachstumsdifferenz und BIP pro Kopf

Grafik 1

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Die Wirtschaftsentwicklung Österreichs war Anfang der 2000er-Jahre – nach Einführung des Euro als gemeinsame europäische Währung – geprägt von einem ruhigen externen Umfeld und überdurchschnittlichem Wirtschaftswachstum. 2008 kam es zur großen Finanz- und Wirtschaftskrise, dieser folgte nach einem Aufholprozess die europäische Staatsschuldenkrise. Erst Mitte der 2010er-Jahre verzeichnete die österreichische Wirtschaft wieder eine länger währende Wachstumsphase, die 2019 zu Ende ging. Seitdem wurde die österreichische Volkswirtschaft von einer Reihe von Schocks getroffen, die die wirtschaftliche Entwicklung stark beeinflusst haben: dem Brexit, Handelskonflikten und die dadurch verursachten Unsicherheiten, der COVID-19-Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und dem Krieg im Nahen und Mittleren Osten sowie die in Folge stark gestiegene Inflation. Österreichs Wirtschaft schrumpfte zwischen dem zweiten Halbjahr 2022 und Ende 2024 so lange wie noch nie in der Zweiten Republik, wenngleich der Rückgang deutlich geringer ausfiel als in vorhergehenden Rezessionen. Die zyklische Erholung der österreichischen Wirtschaft seit Jahresende 2024 wurde durch unterschiedliche Faktoren gebremst: zunächst eine im internationalen Vergleich herausfordernde preisliche Wettbewerbsposition der exportorientierten Sektoren, die erratische US-Zollpolitik, die notwendige fiskalische Konsolidierung und ein seit Anfang 2026 sehr unsicheres und wirtschaftlich volatiles internationales Umfeld aufgrund der Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten.

Bruttowertschöpfung

Grafik 2

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Die österreichische Volkswirtschaft ist hoch entwickelt. Dementsprechend spielt der tertiäre Sektor eine bedeutende Rolle. Die privaten Dienstleistungen (Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Grundstücks- und Wohnungswesen, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, sonstige Dienstleistungen) trugen mit einem Anteil von knapp 30 % am stärksten zur Bruttowertschöpfung im Jahr 2025 bei. Mit jeweils rund 20 % folgten die Bereiche „Bergbau, Herstellung von Waren, Energie und Wasser“ sowie „Handel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie“. Österreich weist zudem eine große Branchenvielfalt innerhalb der Sachgütererzeugung auf.