OeNB-Exportindikator
Solider Aufwärtstrend der Güterexporte
Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom August 2026
12.08.2026
Jänner bis Mai 2026: Hohe Volatilität überlagert positiven Trend
Die österreichischen Güterexporte sind im Mai im Vergleich mit dem Vormonat saison- und arbeitstägig bereinigt leicht gesunken (-0,5 %). Im Jahresabstand fiel das unbereinigte Wachstum von 10,5 % im März auf 6,9 % im April auf 0,2 % im Mai. Dies ist jedoch zum überwiegenden Teil auf Arbeitstagseffekte zurückzuführen, da der März 2026 einen Arbeitstag mehr als der Vorjahresmonat, der April gleich viele Arbeitstage und der Mai um zwei Arbeitstage weniger hatte.
Im Durchschnitt der ersten fünf Monate des Jahres betrug das Wachstum der österreichischen Güterexporte 3,4 %. Von den wichtigsten österreichischen Exportmärkten stechen vor allem das Vereinigte Königreich (+16,2 %) und die Schweiz (+11,2 %) heraus. Die Ausfuhren nach Deutschland stiegen mit +3,6 % etwas schwächer als die gesamten Ausfuhren in den Euroraum (+4,1 %). Dem steht ein Rückgang der Exporte in die USA (-6,6 %) gegenüber. Nach Gütergruppen betrachtet waren es chemische Erzeugnisse (+6,0 %), Fahrzeuge (+4,5%) und Maschinen (+2,5 %), die das Exportwachstum stützten. Brennstoffe und Energie (-3,7 %), Rohstoffe (-2,5 %) und Nahrungsmittel (-0,8 %) dämpften das Wachstum.
LKW-Fahrleistungsdaten zeigen Aufwärtstrend der Güterexporte
Gemäß den aktuellen Ergebnissen des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators sind die nominellen Güterexporte im Juni recht kräftig um 1,6 % gestiegen, während es im Juli eine Stagnation gab (zum Vormonat, saison- und arbeitstägig bereinigt).
Im Jahresabstand ergibt das ein (unbereinigtes) Exportwachstum von 13,2 % und 8,1 % für die Monate Juni und Juli.
| LKW−Fahrleistung | Güterexporte nominell | LKW−Fahrleistung | Güterexporte nominell | LKW−Fahrleistung | Güterexporte nominell | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Veränderung zum Vorjahr in % | Veränderung zur Vorperiode in % | |||||
| Nicht bereinigt | Saison- und arbeitstägig bereinigt | |||||
| 2026M01 | -1,6 | -4,1 | 1,9 | -0,1 | 3,0 | -0,2 |
| 2026M02 | 4,0 | 3,2 | 4,0 | 3,1 | 1,1 | 2,5 |
| 2026M03 | 7,3 | 10,5 | 5,0 | 7,8 | 1,3 | 2,7 |
| 2026M04 | 3,2 | 6,9 | 1,7 | 5,2 | -1,6 | -0,1 |
| 2026M05 | -1,7 | 0,2 | 2,6 | 5,3 | 0,4 | -0,5 |
| 2026M06 | 10,8 | 13,2 | 6,0 | 8,5 | 1,2 | 1,6 |
| 2026M07 | 3,4 | 8,1 | 3,3 | 8,1 | 0,0 | 0,0 |
| 2025Q3 | 1,5 | -0,3 | 1,4 | -0,5 | 0,6 | 0,5 |
| 2025Q4 | 0,8 | 2,2 | 0,9 | 2,5 | -0,2 | 0,7 |
| 2026Q1 | 3,4 | 3,4 | 3,7 | 3,6 | 2,7 | 2,2 |
| 2026Q2 | 4,0 | 6,7 | 3,4 | 6,3 | 0,3 | 2,7 |
| 2024 | -1,4 | -4,8 | -1,9 | -5,2 | -1,9 | -5,2 |
| 2025 | 0,2 | -0,7 | 0,3 | -0,6 | 0,3 | -0,6 |
| Anmerkung: Fett markierte Werte sind Prognosewerte. | ||||||
| Quelle: ASFINAG−Maut Service GmbH, Statistik Austria und OeNB. | ||||||
Vorlaufindikatoren bilden Aufwärtstrend der Exporte nur teilweise ab
Die Exportauftragseingänge laut EinkaufsManagerIndex der UniCredit/Bank Austria sind in den letzten beiden Monaten gesunken, die Einschätzung der Exportauftragsbestände durch die Unternehmen laut Umfrage der EK hat sich zuletzt hingegen leicht verbessert. Beide Vorlaufindikatoren zeigen seit Anfang 2025 einen schwachen Aufwärtstrend, der die aktuelle Erholung der Exportkonjunktur nur zum Teil widerspiegelt. Der Ausblick für die Exportkonjunktur ist daher weiter unsicher.