OeNB-Exportindikator

Starke Exportkonjunktur zum Jahresende 2022

Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom Jänner 2023

12.01.2023

Laut aktueller Veröffentlichung von Statistik Austria erreichte das nominelle Wachstum der österreichischen Güterexporte in den ersten zehn Monaten des Jahres 2022 18,4 % (im Vergleich zu den Vorjahresmonaten).

Das stärkste Wachstum wiesen aufgrund der Preisanstiege Brennstoffe und Energie (+89 %) auf, was sich aufgrund der geringen Rolle dieser Gütergruppe nur schwach auf das gesamte Exportwachstum auswirkte. Die stärksten Wachstumsimpulse kamen von den Gütergruppen bearbeitete Waren (+24 %) und chemische Erzeugnisse (+17 %). Das Güterexportwachstum nach Regionen war deutlich vom Ukrainekrieg geprägt. Die Exporte in die EU (+19 %) und nach Amerika (+21 %) wuchsen in etwa gleich stark. Die Ausfuhren nach Asien (+15 %) entwickelten sich schwächer; die Exporte nach Russland gingen um 6 % zurück. Innerhalb der EU entwickelten sich die Ausfuhren nach Slowenien (+44 %), Kroatien (+29 %) und Ungarn (+29 %) am stärksten. Die Ausfuhren nach Deutschland stiegen um 17 %.

Gemäß den aktuellen Ergebnissen des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators hat sich das Wachstum der nominellen Güterexporte in den Monaten November und Dezember im Jahresabstand auf 12,0 % bzw. 9,5 % abgeschwächt. Dies spiegelt aber nicht eine Abschwächung der Dynamik am aktuellen Rand dar, sondern ist auf einen Basiseffekt zurückzuführen, da die Exporte gegen Jahresende 2022 ein starkes Wachstum aufgewiesen haben. Darüber hinaus hatte der Dezember im Jahr 2022 um zwei Arbeitstage weniger als im Jahr 2021.

Für das Gesamtjahr 2022 ergibt sich ein kräftiges Wachstum der nominellen Güterexporte von 17,1 %. Dieses Wachstum wurde jeweils zur Hälfte durch Anstiege der Exportpreise (+8,5 %) als auch der Mengen (+8,3 %) bestimmt. Im Vergleich zu 2021 (+16,1 %) fiel das nominelle Wachstum etwas stärker aus. Das reale Wachstum schwächte sich gegenüber 2021 (+10,3 %) leicht ab.

Das Exportwachstum im Jahresabstand (saison- und arbeitstägig bereinigt) schwächte sich im Verlauf des gesamten Jahres 2022 spürbar ab. Diese Abschwächung ist auf die realen Exporte zurückzuführen. Die Anstiege der Exportpreise1 lagen relativ konstant bei 8–10 %. Betrachtet man die Exportentwicklung im Monatsabstand, so zeigt sich die Abschwächung der Exportentwicklung nur im ersten Halbjahr 2022, die vor allem auf einen geringeren Preisauftrieb zurückzuführen ist. Im November und Dezember zeigte sich eine deutliche Beschleunigung der Exporte, die der Prognose zufolge von der realen Entwicklung bestimmt wurde.

Nominelles und reales Wachstum der Güterexporte (saison- und arbeitstägig bereinigt)

Die Vorlaufindikatoren senden derzeit gemischte Signale aus (siehe rechte Abbildung unten). Die von der UniCredit Bank Austria erhobenen Exportauftragseingänge haben im November und Dezember ihren Abwärtstrend durchbrochen und sind wieder gestiegen. Der Exportauftragsbestand laut Europäischer Kommission – der sich lange Zeit aufgrund eines Auftragsrückstaus infolge von Lieferkettenproblemen seitwärts bewegte – ist hingegen weiter im Sinken.

Ergebnisse des OeNB−Exportindikators vom Jänner 2023 
  LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell
 
  Nicht bereinigt Saison- und arbeitstägig bereinigt
 
2022M06 -1,8 19,0 -0,8 20,5
2022M07 -4,0 11,7 -0,5 16,2
2022M08 1,3 19,6 -1,2 16,2
2022M09 0,0 19,3 0,1 19,5
2022M10 -0,5 16,3 -0,2 16,8
2022M11 -1,0 12,2 -1,1 12,2
2022M12 -3,7 9,5 0,4 13,5
 
2022Q1 2,3 20,0 1,6 19,2
2022Q2 0,5 19,3 1,2 19,7
2022Q3 -1,0 16,8 -0,5 17,3
2022Q4 -1,6 12,7 -0,3 14,2
 
2021 8,8 16,1 8,5 16,1
2022 0,1 17,1 0,5 17,5
 

                                  

Die Grafiken zeigen die LKW-Fahrleistung und Güterexporte sowie die Vorlaufindikatoren für den Außenhandel.

                               

1Die monatlichen Exportpreise wurden errechnet, in dem der Deflator der Güterexporte lt. VGR von Quartalen auf Monate interpoliert wurde.