OeNB-Exportindikator
Leichter Rückgang der Exporte nach starkem ersten Quartal
Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom Juni 2026
11.06.2026
März 2026: Kräftiger Anstieg der Güterexporte
Die österreichischen Güterexporte sind im März mit einem Plus von 2,4 % zum Vormonat (saison- und arbeitstägig bereinigt) kräftig gewachsen. Im Jahresabstand betrug das unbereinigte Wachstum 9,5 %. Dieses starke Wachstum sollte jedoch nicht überinterpretiert werden, da der März 2026 um einen Arbeitstag mehr hatte als der März des Vorjahres und die Exportentwicklung in diesem Monat schwach war. Im gesamten ersten Quartal legten die Exporte um 3,4 % zu. Bestimmender Faktor war die Entwicklung der Exporte in die USA, die im ersten Quartal um 15 % im Jahresabstand zurückgingen. Die europäischen Handelspartner konnten dieses Minus jedoch kompensieren, getrieben von der Schweiz (+16 %). Die Exporte nach Deutschland – Österreichs wichtigster Handelspartner – legten zuletzt leicht an Dynamik zu (+2,7%). Die Ausfuhren in die EU stiegen im ersten Quartal um 4,6 %.
LKW-Fahrleistungsdaten zeigen leichte Rückgänge im April und Mai
Gemäß den aktuellen Ergebnissen des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators sind die nominellen Güterexporte im April und Mai mit -1,1 % bzw. -0,4 % (zum Vormonat, saison- und arbeitstägig bereinigt) leicht zurückgegangen. Im Jahresabstand geht das Exportwachstum stark zurück (April: + 3,4 %, Mai: -1,2 %). Der Rückgang im Mai ist zu einem Großteil auf Arbeitstagseffekte zurückzuführen, da der Mai heuer um zwei Arbeitstage weniger hatte als der Mai 2025.
| LKW−Fahrleistung | Güterexporte nominell | LKW−Fahrleistung | Güterexporte nominell | LKW−Fahrleistung | Güterexporte nominell | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Veränderung zum Vorjahr in % | Veränderung zur Vorperiode in % | |||||
| Nicht bereinigt | Saison- und arbeitstägig bereinigt | |||||
| 2025M11 | -0,2 | 2,5 | 2,4 | 5,2 | 0,5 | 2,5 |
| 2025M12 | 2,1 | 6,2 | -0,2 | 3,5 | -2,4 | -1,9 |
| 2026M01 | -1,6 | -2,1 | 1,9 | 1,9 | 2,9 | 1,1 |
| 2026M02 | 4,0 | 2,5 | 4,0 | 2,4 | 1,1 | 0,5 |
| 2026M03 | 7,3 | 9,5 | 5,0 | 6,8 | 1,3 | 2,4 |
| 2026M04 | 3,2 | 3,4 | 1,7 | 3,4 | -1,7 | -1,1 |
| 2026M05 | -1,7 | -1,2 | 2,6 | 3,3 | 0,4 | -0,4 |
| 2025Q2 | -0,2 | -1,5 | 0,6 | -0,6 | 0,7 | 0,2 |
| 2025Q3 | 1,5 | -0,3 | 1,4 | -0,5 | 0,7 | 0,5 |
| 2025Q4 | 0,8 | 2,8 | 0,9 | 3,0 | -0,3 | 1,1 |
| 2026Q1 | 3,4 | 3,4 | 3,6 | 3,7 | 2,6 | 1,9 |
| 2024 | -1,4 | -4,8 | -1,9 | -5,2 | -1,9 | -5,2 |
| 2025 | 0,2 | -0,5 | 0,3 | -0,4 | 0,3 | -0,4 |
| Anmerkung: Fett markierte Werte sind Prognosewerte. | ||||||
| Quelle: ASFINAG−Maut Service GmbH, Statistik Austria und OeNB. | ||||||
Vorlaufindikatoren signalisieren (noch) keine Auswirkungen des Irankonflikts
Die Exportauftragseingänge laut EinkaufsManagerIndex der UniCredit/Bank Austria und die Einschätzung der Exportauftragsbestände erreichten im März ihren Höhepunkt. Nach einem leichten Rückgang im April sind sie im Mai wieder auf das Niveau von März gestiegen (siehe Abbildung unten, rechts). Die Exportkonjunktur zeigt sich damit bisher resilient. Deutliche Auswirkungen des Krieges im Nahen und Mittleren Osten sind (noch) nicht erkennbar.