Verzinsung der Mindestreserve

Das Mindestreserve-Guthaben wird bis zur Höhe des Mindestreserve-Solls zum durchschnittlichen Zinssatz des Eurosystems für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte über die Mindestreserve-Erfüllungsperiode (gewichtet nach der Anzahl der Kalendertage) verzinst. Überschussreserven – also Guthaben, die das Mindestreserve-Soll übersteigen – werden mit null Prozent oder zum Einlagesatz verzinst, je nachdem, welcher dieser Zinssätze niedriger ist. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit Wirkung vom 11. Juni 2014 den Einlagesatz unter null Prozent gesenkt. Seit 30.10.2019 wird ein bestimmter Teil dieser Überschussreserven jedoch von der Negativverzinsung ausgenommen. Nähere Details hierzu werden im nächsten Kapitel „Zweistufiges System für die Verzinsung von Überschussreserven“ erklärt.  

Daten zur Entwicklung der Mindestreserveguthaben und deren Verzinsung in Österreich

Zweistufiges System für die Verzinsung von Überschussreserven

In der Sitzung des 12. September 2019 beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank, ein zweistufiges System für die Verzinsung gehaltener Überschussreserven einzuführen. Das sogenannte Two-tier-System sieht vor, dass Guthaben, welche im Rahmen der Mindestreserve bis zu einem ein bestimmt definierten Vielfachen des jeweiligen Mindestreservesolls gehalten werden, mit einem von der EZB festzulegenden anderen Zinssatz verzinst werden. Die erste Erfüllungsperiode, in der dieses System schlagend wurde, begann per 30.10.2019. Der EZB-Rat beschloss seitdem, den Multiplikator m mit 6 festzulegen und jenen Zinssatz, der auf diesen Betrag Anwendung findet auf 0,00 % zu erhöhen. Seit 30.10.2019 werden also Überschussreserven, welche das 6-fache Mindestreservesoll des jeweiligen Instituts unterschreiten, mit 0,00 % p. a. verzinst.

Nähere Informationen zum Two-tier-System finden Sie auf der Website der EZB:
Two-tier system for remunerating excess reserve holdings
Q&A related to the two-tier system for remunerating excess reserve holdings