Schwerpunkt Außenwirtschaft 2017/2018

Protektionismus: Ursachen, Erscheinungsformen, ökonomische Effekte

2017 und die ersten Monate von 2018 waren global und in Europa durch eine überaus kräftige Konjunktur bei weiterhin niedriger Inflation, durch Schritte in Richtung geldpolitischer Normalisierung, durch ein Anhalten populistischer Strömungen und globale Spannungen sowie insbesondere durch Rückschläge bei der internationalen Handelsintegration und ein Eskalieren protektionistischer Maßnahmen gekennzeichnet. Es zeichnet sich zunehmend ab, dass letztere beide Faktoren – neben den vorläufig noch geringen direkten Effekten – Unsicherheit generieren und dadurch den Wirtschaftsaufschwung ernsthaft gefährden können. In Österreich war das Wachstum des realen BIP mit 3% im Jahr 2017 das stärkste seit der Finanz- und Wirtschaftskrise, getragen von der Inlands- als auch der Auslandsnachfrage. Für 2018 erwartet die OeNB ein ähnliches Wachstum. Die Arbeitslosenquote sank erstmals seit fünf Jahren. Die nominellen Gesamtexporte wiesen mit einem Plus von 8,1% die höchste Zuwachsrate seit den Nachkrisenjahren 2010 und 2011 auf. Sowohl die Güterals auch die Dienstleistungsbilanz waren im Plus.

Der Spezialteil widmet sich dem bereits zuvor erwähnten Protektionismus. Die diesjährigen Beiträge setzen sich unter anderem mit folgenden Fragestellungen auseinander: Welche sind die Gründe für den aufkeimenden Protektionismus? In welcher Form manifestiert sich der Protektionismus? Welche potenziellen Kosten bringt er mit sich? Welche Vorteile sind allenfalls aus erhöhter Autonomie/Protektionismus sowohl politisch als auch ökonomisch zu erwarten? Welche Szenarien zu weiteren Entwicklungen sind vorstellbar? Welche Maßnahmen sind geeignet, um protektionistische Tendenzen einzudämmen?