Schwerpunkt Außenwirtschaft 2020/2021

Der Corona-Effekt: Strukturwandel und außenwirtschaftliche Auswirkungen

Das Jahr 2020 hat uns dramatisch vor Augen geführt, wie rasch sich das internationale und heimische Umfeld, in dem Österreichs Außenwirtschaft operiert, sowie die Einschätzung über die weitere Entwicklung ändern können. Die von China ausgehende Corona-Epidemie erreichte im 1. Quartal 2020 auch Europa. Viele Staaten reagierten mit weitreichenden Lockdowns, um die Ausbreitung der damals noch weitgehend unerforschten Krankheit einzudämmen. Die dadurch induzierten wirtschaftlichen Einbrüche waren dramatisch. Der Welthandel erholte sich nach einer anfänglichen Schockstarre in der Folge überraschend rasch; ab 2021 wurden jedoch zunehmend Lieferengpässe bei Vorleistungsgütern und empfindliche Preisanstiege bei Transportkosten, Rohstoffen und einigen strategisch wichtigen Vorleistungsgütern bemerkbar. Ab dem 2. Halbjahr zeichnete sich mit dem vollen Anlaufen der Impfprogramme und als Folge massiver staatlicher Stimulierungsprogramme – allen voran in den USA – eine deutliche wirtschaftliche Erholung ab.
Das Schwerpunktthema dieser Ausgabe ist ausgewählten Aspekten der COVID- 19-Krise und ihrer erfolgreichen Bewältigung gewidmet:

  • Wie hat sich die Pandemie auf den Welthandel und auf globale Wertschöpfungsketten ausgewirkt?
  • Welche Wirkungen hat die COVID-19-Krise auf ausländische Direktinvestitionen gehabt? Hat sie bestehende Tendenzen zu strategisch motivierten Einschränkungen ausländischer Direktinvestitionen bestärkt?
  • Welche Rolle hat die Wirtschaftspolitik bei der Bewältigung der Krise gespielt? Wie hat die Krise für eine gemeinsame EU-Wirtschaftspolitik als Katalysator gewirkt? Wie positioniert sich die EU nach der Krise im Bereich der internationalen Handelspolitik?
  • Wie soll die wirtschaftliche Erholung nach der Krise bestmöglich gestaltet werden? Welche sektoralen Verschiebungen und strukturellen Anpassungen in Richtung nachhaltigen Wirtschaftens und einer krisenrobusteren Branchenstruktur könnten von der Krise ausgehen?