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OeNB Report 2026/13: Haushalte setzen vermehrt auf Wertpapiere im Vermögensaufbau

Wertpapierinvestitionen übertreffen 2025 den Aufbau von Einlagen

Lisa Reitbrecht, Oesterreichische Nationalbank, Abteilung Statistik - Außenwirtschaft, Finanzierungsrechnung und Monetärstatistiken,

Veröffentlichung: 20. Mai 2026

Schlagwörter: Haushalte, Sparen, Finanzvermögen

Die Kreditnachfrage der österreichischen Unternehmen ist nach Einschätzung der heimischen Banken infolge der Konjunkturerholung im ersten Quartal 2026 weiter gestiegen. Die Unsicherheit und die direkten Auswirkungen des Nahost-Kriegs belasten jedoch den Ausblick für das Kreditgeschäft. Für das zweite Quartal 2026 erwarten die heimischen Banken einen Rückgang der Kreditnachfrage der Unternehmen.

Highlights

  • Sparquote mit 9,9 % gesunken, aber weiterhin über Vorkrisenniveau: 2025 sank das nettoverfügbare Einkommen der Haushalte real um 1,6 % und stieg nominell um 1,1 %. Die Nettosparquote lag bei 9,9 % (2024: 11,7 %). Von ihren verfügbaren Mitteln haben Haushalte knapp 80 % am Kapitalmarkt angelegt.

  • Wertpapierinvestitionen übertreffen den Aufbau von Einlagen: Haushalte tätigten 2025 Finanzinvestitionen von 27,8 Mrd EUR. Wertpapierinvestitionen (13,6 Mrd EUR) gewannen klar an Bedeutung – insbesondere die Veranlagung in Investmentfondsanteile und in vom Staat begebene Bundesschatzscheine.

  • Leichtes Wachstum des Kreditbestands im veränderten Zinsumfeld: Nach dem Einbruch aufgrund gestiegener Zinsen in den vergangenen Jahren kehrte 2025 mit erneut gesunkenen Zinsen das Kreditwachstum zurück: von -0,4 % auf +0,9 % im Jahresverlauf.

1 Abstract

Das netto verfügbare Einkommen der österreichischen Haushalte wuchs 2025 nominell moderat (1,1 %) und ging real leicht zurück (-1,6 %), während die Sparquote mit 9,9 % weiterhin über dem Vorkrisenniveau lag. Das finanzielle Vermögen der österreichischen Haushalte erreichte mit 968,6 Mrd EUR einen neuen Höchststand, wobei die finanziellen Investitionen zunehmend von Wertpapieren getragen wurden. Die Nettozukäufe von Wertpapieren übertrafen 2025 mit 13,6 Mrd EUR den Aufbau von Einlagen (10,9 Mrd EUR). Die Einlagenentwicklung spiegelte die sinkenden Zinsen wider, wodurch gebundene Einlagen an Attraktivität verloren. Gegengleich wurden Kredite wieder billiger und der Kreditbestand verzeichnete erneut ein leichtes Wachstum.

2 Sparen und Investitionen

Der österreichische Haushaltssektor (bestehend aus privaten Haushalten und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck) verfügte laut vorläufigen Ergebnissen 1 2025 über ein netto verfügbares Einkommen von 292,9 Mrd EUR. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem nominalen Zuwachs von rund 1,1 %. Nach den außergewöhnlich hohen nominellen Wachstumsraten der Jahre 2022 (10,4 %), 2023 (+7,4 %) und 2024 (+7,8 %) fiel das Einkommenswachstum 2025 somit deutlich moderater aus. Unter Berücksichtigung der Inflation (Konsumdeflator: 2,7 %) ergibt sich für 2025 sogar eine reale Verringerung des netto verfügbaren Einkommens von -1,6 % – während 2024 das Einkommen real noch um 4,4 % gestiegen ist (Grafik 1).

Grafik 1 ist ein kombiniertes Säulen- und Liniendiagramm und zeigt die Entwicklung der Nettosparquote sowie das reale Wachstum von Einkommen und Konsum in Prozent von 2015 bis 2025. Die Nettosparquote (grüne Linie) liegt durchgehend im positiven Bereich und bewegt sich meist zwischen etwa 7 % und 13 %. Sie steigt deutlich im Jahr 2020 auf ihren Höchstwert (rund 13 %–14 %) an, fällt danach etwas ab, bleibt aber über dem Niveau der Vorjahre. 2024 gibt es erneut einen Anstieg, bevor sie 2025 leicht zurückgeht. Das reale Einkommenswachstum (blaue Balken) schwankt moderat um die Null-Linie. In den meisten Jahren ist es leicht positiv (etwa 0 % bis 3 %), mit kleineren Rückgängen in einzelnen Jahren wie 2020, 2023 und 2025. 2024 sticht mit einem vergleichsweise stärkeren Wachstum hervor. Das reale Konsumwachstum (gelbe Balken) zeigt stärkere Ausschläge. Besonders auffällig ist ein deutlicher Einbruch im Jahr 2020 (rund −7 %) aufgrund der Konsumeinschränkungen während der COVID-19-Pandemie. Danach folgt eine kräftige Erholung 2021 und 2022 mit positiven Wachstumsraten von etwa 5 %. In den Jahren 2023 bis 2025 ist das Konsumwachstum wieder niedrig und teilweise nahe null. Zusätzlich zeigt eine rote gestrichelte Linie den Konsumdeflator (Inflationsmaß), der bis 2020 niedrig ist, dann 2021 bis 2023 stark ansteigt (Spitze um etwa 8 %) und anschließend wieder sinkt. Im letzten verfügbaren Jahr (2025) ging das netto verfügbare Einkommen real leicht zurück (minus 1,6%), der Konsum wuchs real um 0,5 %, während die Sparquote mit 9,9 % weiterhin über dem Vorkrisenniveau lag. Quelle: Statistik Austria.

Vom netto verfügbaren Einkommen gaben 2025 Haushalte 90,1 % (265,9 Mrd EUR) für den Konsum aus. In nomineller Betrachtung stiegen die Konsumausgaben um 3,2 %, real hingegen lediglich um etwa 0,5 %. Jener Teil des Einkommens, den Haushalte nicht für den Konsum aufwenden, wird gespart.

Die Nettoersparnis der privaten Haushalte belief sich 2025 auf 29,2 Mrd EUR, was einer Nettosparquote von 9,9 % entsprach. Im Vergleich zum Vorjahr (2024: 11,7 %) ist diese also etwas gesunken, sie liegt aber trotz real rückläufiger Einkommen weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 (7,5 %).

Addiert man zum gesparten Teil des netto verfügbaren Einkommens die Vermögenstransfers sowie die Netto‑Kreditaufnahme, ergibt sich die Summe der verfügbaren Mittel, die den Haushalten für realwirtschaftliche Investitionen und Finanzanlagen zur Verfügung stehen (Grafik 2). Der Haushaltssektor erhielt 2025 netto Vermögenstransfers in Höhe von 3,2 Mrd EUR. Dies sind beispielsweise erhaltene Investitionszuschüsse (Wohnbauförderung, Förderung für thermische Sanierung, Umweltförderung) oder auch Auszahlungen im Zusammenhang mit Naturkatastrophen. Gleichzeitig kam es – nach den historischen Negativtransaktionen des Jahres 2023 – wieder zu einer positiven Netto‑Kreditaufnahme von 2,8 Mrd EUR. In Summe ergaben sich damit 2025 verfügbare Mittel in Höhe von 35,1 Mrd EUR (davon entfielen 29,2 Mrd EUR auf das Sparen, 3,2 Mrd EUR auf Vermögenstransfers und 2,8 Mrd EUR auf die Netto-Kreditaufnahme). Gegenüber dem Jahr 2024 (37,6 Mrd EUR) stellte dies einen leichten Rückgang von -7 % dar, das Niveau blieb jedoch weiterhin deutlich höher als in den Jahren vor der COVID‑19‑Pandemie.

Grafik 2 ist ein kombiniertes Säulen- und Liniendiagramm und zeigt die verfügbaren Mittel privater Haushalte nach Herkunft (in Milliarden Euro) für die Jahre 2015 bis 2025. Dargestellt sind gestapelte Balken für drei Komponenten: Sparen (größter Anteil, grün), Kreditaufnahme (gelb) und Vermögenstransfers (lila). Eine schwarze Linie mit Punkten zeigt die Gesamtsumme der verfügbaren Mittel. Insgesamt steigen die verfügbaren Mittel von etwa 17 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf rund 35 Milliarden Euro im Jahr 2025, mit deutlichen Schwankungen dazwischen. Bis 2019 ist ein moderater Anstieg zu erkennen (auf etwa 23 Milliarden Euro). 2020 und 2021 folgt ein deutlicher Sprung auf rund 36–37 Milliarden Euro, hauptsächlich getrieben durch stark steigendes Sparen. Ab 2022 sinkt die Gesamtsumme wieder auf etwa 30 Milliarden Euro und erreicht 2023 einen Tiefpunkt von rund 22–23 Milliarden Euro. In diesem Jahr ist die Kreditaufnahme negativ (Rückgang bzw. Netto-Tilgung), während Sparen ebenfalls niedriger ist. 2024 steigt die Gesamtsumme erneut stark auf etwa 38 Milliarden Euro an, bevor sie 2025 leicht auf etwa 35 Milliarden Euro zurückgeht. Das Sparen stellt in allen Jahren den größten Anteil dar und schwankt besonders stark zwischen etwa 15 und über 30 Milliarden Euro. Kreditaufnahme ist meist positiv, außer 2023, und bewegt sich grob zwischen minus 3 und plus 9 Milliarden Euro. Vermögenstransfers spielen eine kleinere Rolle und liegen meist im niedrigen einstelligen Bereich, mit leicht höheren Werten in den letzten Jahren. Insgesamt verdeutlicht die Grafik, dass Veränderungen der verfügbaren Mittel vor allem durch Schwankungen im Sparverhalten bestimmt werden. Quelle: Oesterreichische Nationalbank, Statistik Austria.

Von den verfügbaren Mitteln wurden 2025 nach vorläufigen Daten der Statistik Austria 20,7 % bzw. 7,3 Mrd EUR für realwirtschaftliche Investitionen wie beispielsweise den Kauf einer Wohnung verwendet. Der überwiegende Teil der verfügbaren Mittel – rund 79,3 % bzw. 27,8 Mrd EUR – wurde für Investitionen in Finanzprodukte verwendet. Damit setzte sich der Trend des Vorjahres fort, wonach Haushalte einen Großteil ihrer finanziellen Mittel am Finanzmarkt veranlagen und realwirtschaftliche Investitionen eher zurückhaltend tätigen.

3 Geldvermögen und finanzielle Investitionen

Das finanzielle Vermögen des österreichischen Haushaltssektors betrug Ende des Jahres 2025 insgesamt 968,6 Mrd EUR. Die Struktur des Vermögens blieb im Wesentlichen stabil, wobei Einlagen mit 35,2 % oder 340,8 Mrd EUR weiterhin die größte Anlagekategorie darstellen, gefolgt von Beteiligungen mit 23,7 % (230,0 Mrd EUR) und Wertpapieren mit 22,4 % (217,0 Mrd EUR). Letztere haben in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen und machen mittlerweile einen substanziellen Anteil am Gesamtvermögen aus.

Die gesamten Netto-Zukäufe von Finanzprodukten beliefen sich 2025 – wie oben erwähnt – auf 27,8 Mrd EUR. Damit lagen sie weiterhin auf einem hohen Niveau. Im Vergleich zum historischen Höchstwert von 30,1 Mrd EUR im Jahr 2024 gab es aber einen leichten Rückgang.

Die Zusammensetzung der finanziellen Investitionen (Grafik 3) verdeutlicht eine veränderte Präferenzstruktur der Haushalte, bei der Wertpapiere eine immer bedeutendere Rolle spielen:

  • Wertpapiere verzeichneten mit 13,6 Mrd EUR den größten Zuwachs und waren damit so wie auch schon in den Jahren 2022 und 2023 die wichtigste Anlagekategorie,

  • Einlagen trugen mit 10,9 Mrd EUR weiterhin maßgeblich – jedoch im geringeren Ausmaß als 2024 – zum Vermögensaufbau bei,

  • Beteiligungen sowie Altersvorsorgeprodukte leisteten mit 1,1 Mrd EUR bzw. 1,5 Mrd EUR geringere Beiträge.

Diese Entwicklung unterstreicht, dass Haushalte 2025 verstärkt kapitalmarktorientierte Anlagen nachfragten und sich die bereits in den Vorjahren beobachtete strukturelle Verschiebung im Anlageverhalten weiter fortsetzte.

Grafik 3 ist ein kombiniertes Säulen- und Liniendiagramm und zeigt die finanziellen Investitionen nach Anlagekategorien in Österreich von 2015 bis 2025, gemessen in Milliarden Euro. Die Daten sind in fünf Kategorien unterteilt: Einlagen (dunkelblau), Wertpapiere (hellgrün), Beteiligungen an GmbHs, Privatstiftungen u. ä. (hellbraun), Lebensversicherungen, Pensions- und Mitarbeiterkapitalbeteiligungen (dunkelbraun) sowie übrige Geldvermögensbildung (grau). Die Summe aller Investitionen ist als schwarze Linie dargestellt. Im Jahr 2015 betrugen die gesamten finanziellen Investitionen etwa 10 Milliarden Euro, wobei Einlagen den größten Anteil ausmachten. Bis 2019 stiegen die Investitionen leicht an und erreichten rund 15 Milliarden Euro. Im Jahr 2020 gab es einen deutlichen Anstieg auf etwa 26 Milliarden Euro. In den folgenden Jahren sanken die Investitionen wieder, blieben aber auf einem höheren Niveau als vor 2020. Mit 30 Milliarden Euro gab es im Jahr 2024 einen Rekordwert an finanziellen Investitionen, gefolgt von einem ähnlich hohen Wert von knapp 28 Milliarden Euro im Jahr 2025. Die Einlagen und Wertpapiere sind dabei die wichtigsten Anlagekategorien. Wenngleich bis zum Jahr 2020 die Zuwächse bei Einlagen die Investitionen dominierten, nahm ab den Jahr 2020 die Bedeutung der Wertpapiere enorm zu. Während die Investitionen in Wertpapiere 2020 noch 3,4 Milliarden Euro ausmachen, gab es im Jahr 2025 Nettozukäufe von 13,6 Milliarden Euro. Quelle: Oesterreichische Nationalbank.

3.1 Wertpapierveranlagung

In Summe erreichten die Wertpapierinvestitionen 2025 mit +13,6 Mrd EUR nicht nur einen neuen Höchstwert, sondern stellten auch die wichtigste Komponente der Finanzinvestitionen dar und übertrafen damit erneut deutlich den Beitrag der Einlagen zum Vermögensaufbau. Die Wertpapierinvestitionen wurden dabei maßgeblich von Investmentfonds sowie weiterhin hohen Zuflüssen in verzinsliche Wertpapiere getragen (Grafik 4).

Seit 2020 ist eine deutliche Ausweitung der Wertpapierinvestitionen privater Haushalte zu beobachten. Die gesamten Nettoinvestitionen in Wertpapiere stiegen von +3,4 Mrd EUR (2020) auf +9,0 Mrd EUR (2021) und weiter auf über +10 Mrd EUR in den Jahren 2022 bis 2024.

Diese Entwicklung wurde zunächst vor allem von der Veranlagung in Investmentfonds dominiert, die insbesondere 2021 mit +9,6 Mrd EUR sehr hohe Zuflüsse verzeichneten. In den Folgejahren blieb diese Anlageform die wichtigste Komponente, wenngleich mit zwischenzeitlich geringerer Dynamik, bevor sie 2025 wieder an Bedeutung gewann.

Parallel dazu kam es ab der Zinswende 2022 zu einer markanten Trendänderung bei verzinslichen Wertpapieren: Nach jahrelangen Abflüssen wurden diese mit dem erhöhten Zinsniveau wieder verstärkt nachgefragt (2022: +2,3 Mrd EUR; 2023: +6,7 Mrd EUR; 2024: +6,4 Mrd EUR, 2025: +5,8 Mrd EUR). Im Frühjahr 2024 wurden außerdem erstmals Bundesschatzscheine der Republik Österreich emittiert und seither von Haushalten stark nachgefragt: Etwa die Hälfte der seit 2024 gekauften verzinslichen Wertpapiere machen Bundesschatzscheine aus. Seit dem ersten Quartal 2024 beliefen sich die Zukäufe von Bundesschatzscheinen im Mittel auf 0,8 Mrd EUR pro Quartal. In etwa ein Viertel dieser Transaktionen machen Zukäufe von grünen Bundesschatzscheinen aus, womit ausschließlich nachhaltige Projekte des Staates finanziert werden.

Im Jahr 2025 gab es erneut hohe Netto-Zukäufe von Wertpapieren, wobei sich die Struktur der Investitionen erneut verschob. Ausschlaggebend für die hohen Nettoinvestitionen in Wertpapiere war insbesondere der deutliche Anstieg bei Investmentfonds (+7,6 Mrd EUR), die damit wieder zur wichtigsten Wertpapier-Anlagekategorie wurden. Österreichische Haushalte halten Ende 2025 insgesamt 117,9 Mrd EUR an Investmentfondsanteilen. Davon sind 65 Mrd EUR (55 %) bei inländischen und 52,9 Mrd (45 %) bei ausländischen Investmentfonds veranlagt. Ähnlich wie auch bei der Veranlagung in Bundesschatzscheine sind den österreichischen Haushalten Investitionen in nachhaltige Finanzprodukte wichtig: 55 % der im inländischen Investmentfondsanteilen sind nachhaltig zertifiziert.

Die Grafik ist ein kombiniertes Säulen- und Liniendiagramm und zeigt die Netto-Zukäufe von Wertpapieren in Österreich von 2015 bis 2025, unterteilt in Investmentfondsanteile (hellgrün), börsennotierte Aktien (mittelgrün) und verzinsliche Wertpapiere (dunkelgrün). Die schwarze Linie stellt die Gesamtsumme dar. Bis 2020 lagen die Netto-Zukäufe meist zwischen 2 und 4 Milliarden Euro. Danach folgte ein rasanter Anstieg auf 9 Milliarden Euro im Jahr 2021 und 11 Milliarden Euro im Jahr 2022. 2023 und 2024 gab es mit jeweils 10 Milliarden Netto-Zukäufen einen leichten Rückgang bevor 2015 13,5 Milliarden Euro in Wertpapiere investiert wurden. von 2015 bis 2020 wurde vor allem In Investmentfondsanteile investiert, währen verzinsliche Wertpapiere abgebaut wurden. 2020 bis 2022 dominierten die Investitionen in Investmentfondsanteilen die Wertpapierinvestitionen, gefolgt von Zukäufen von börsennotierten Aktien. Ab der Zinswende im Jahr 2022 wurden die verzinslichen Wertpapiere wieder attraktiver, welche die Wertpapier-Zukäufe im Jahr 2023 und 2024 dominierten. Im Jahr 2025 teilten sich die Zukäufe von 13,6 Milliarden Euro in 5,8 Milliarden Euro verzinsliche Wertpapiere, 7,5 Milliarden Euro auf und 0,3 Milliarden Euro börsennotierte Aktien. Quelle: Oesterreichische Nationalbank.

3.2 Einlagenentwicklung

Die Einlagenentwicklung 2025 blieb stark vom geldpolitischen Umfeld geprägt. Nach steigenden Zinsen in den Vorjahren und einer Umschichtung in gebundene Einlagen zeigt sich nun eine Gegenbewegung (Grafik 5).

In der Niedrigzinsphase wurden täglich fällige Einlagen deutlich aufgebaut (2020: +21,1 Mrd EUR; 2021: +15,6 Mrd EUR), während gebundene Einlagen zurückgingen. Mit der Zinswende ab 2022 änderte sich dieses Verhalten: 2023 stiegen gebundene Einlagen stark an (+26,1 Mrd EUR), während täglich fällige Einlagen sanken (-22,4 Mrd EUR). Nachdem sich 2024 der Einlagenaufbau in beiden Kategorien weiter fortsetzt, verlor 2025 mit dem erneuten Rückgang der Leitzinsen auf 2,15 % die Bindung von Einlagen deutlich an Attraktivität. Der Einlagenaufbau blieb mit +10,9 Mrd EUR zwar positiv, gebundene Einlagen wurden jedoch kaum nachgefragt (+0,9 Mrd EUR).

Insgesamt zeigt sich ein zinssensitives Verhalten: Phasen niedriger Zinsen gehen mit einer Präferenz für täglich verfügbare Einlagen einher, während steigende Zinsen eine Umschichtung in gebundene Einlagen auslösen.

Grafik 5 ist ein kombiniertes Säulen- und Liniendiagramm und zeigt die Entwicklung der Einlagen von österreichischen Haushalten von 2015 bis 2025, unterteilt in täglich fällige Einlagen (hellblau) und Einlagen mit vereinbarter Laufzeit (dunkelblau). Die schwarze Linie stellt die Entwicklung der Gesamteinlagen dar, während die rote gestrichelte Linie den EZB-Leitzinssatz auf der rechten Achse zeigt. In den Jahren 2015 bis 2022 bewegten sich die Zuwächse der Gesamteinlagen meist zwischen 7 und 17 Milliarden Euro, wobei täglich fällige Einlagen aufgebaut und gebundene Einlagen abgebaut wurden. Der EZB-Leitzinssatz lag in diesem Zeitraum bei etwa 0 %, was die niedrigen Zinsen für Sparer:innen widerspiegelt. Aufgrund gestiegener Leitzinsen gab es 2023 eine massive Umschichtung: täglich fällige Einlagen wurden um 22,4 Milliarden Euro abgebaut und gleichzeitig gebundene Einlagen mit 26,1 Milliarden Euro aufgebaut. Während der Leitzinssatz wieder schrittweise abgesenkt wurde, wurden im Jahr 2024 sowohl täglich fällige Einlagen (9,1 Milliarden Euro) als auch gebundene Einlagen (10,2 Milliarden Euro) aufgebaut. Dies ergab einen Höchstwert von 19,3 Milliarden Euro an Einlagenzuwächsen im Jahr 2024. Im Jahr 2025 wurden gebundene Einlagen kaum mehr augebaut – Fast der gesamte Zuwachs an Einlagen von 10,9 Milliarden Euro waren täglich fällige Einlagen. Quelle: Oesterreichische Nationalbank.

4 Verschuldung

Nach einer Phase rückläufiger Kreditdynamik infolge gestiegener Zinssätze entwickelte sich das Kreditvolumen 2025 wieder leicht positiv.

Nach einem moderaten Wachstum während der COVID-19-Pandemie beschleunigte sich die Kreditvergabe bis 2022 deutlich (Gesamtwachstum bis zu +6,2 %), bevor es infolge der Zinswende zu einem starken Einbruch kam. Im Verlauf des Jahres 2023 wurden erstmals negative Wachstumsraten verzeichnet (bis zu -1,9 %), was insbesondere auf rückläufige Wohnbaukredite zurückzuführen ist. Diese schwache Entwicklung setzte sich 2024 zunächst fort, allerdings mit einer allmählichen Stabilisierung im Jahresverlauf.

Im Jahr 2025 zeigt sich schließlich eine klare Trendwende: Das Kreditwachstum wird wieder leicht positiv und steigt im Jahresverlauf von -0,4 % (erstes Quartal) auf +0,9 % (viertes Quartal) an. Diese Entwicklung wird vor allem durch Wohnbaukredite getragen, die mit etwa 70 % den größten Anteil im Kreditbestand ausmachen.

5 Zusammenfassung und Ausblick

Nach einem starken Zuwachs im Vorjahr sank das Einkommen 2025 real um 1,6 % (unter Berücksichtigung des Konsumdeflators von 2,7 %). Damit ging die Kaufkraft der Haushalte zurück. Trotz sinkender Realeinkommen blieb die Sparquote mit 9,9 % über dem Durchschnitt vor der COVID-19-Pandemie (2015–2019: 7,5 %). Die verfügbaren Mittel (35,1 Mrd EUR) wurden zu 79 % am Kapitalmarkt angelegt. Investiert wurde zunehmend in Wertpapiere – ein Trend, der sich seit 2020 verstärkt. Realwirtschaftliche Investitionen (z. B. in den Wohnbau) blieben mit 20,7 % unterdurchschnittlich.

Das finanzielle Vermögen des Haushaltssektor stieg 2025 somit auf 968,6 Mrd EUR, wobei Wertpapiere (22,4 %) und insbesondere Investmentfondsanteile (12 %) an Bedeutung gewannen. Einlagen verloren an Attraktivität, da die Zinswende 2025 an Dynamik einbüßte. Nach zwei Jahren Rückgang stieg die Kreditvergabe 2025 wieder leicht an (+0,9 % im Jahresverlauf), getrieben von Wohnbaukrediten.

Die WIFO-Konjunkturprognose 2 für das Jahr 2026 zeichnet ein Bild gedämpfter Konsum- und Einkommensdynamik für die privaten Haushalte. Während sich die schwache Ausgabendynamik (+0,5 % real) fortsetzt, stagniert das verfügbare Einkommen (+0,0 % real), was auf eine anhaltende Kaufkraftschwäche hindeutet.

Das makroökonomische Umfeld für Haushalte ist von Unsicherheiten geprägt: Die geplante Budgetkonsolidierung der Regierung dämpft die Einkommensentwicklung, während geopolitische Risiken (Energiekrise, volatile Rohstoffmärkte) die Inflationsprognose belasten. Die Inflationsentwicklung bleibt 2026 mit einem Konsumdeflator von 2,6 % ähnlich hoch wie 2025. Haupttreiber sind die Preissteigerungen bei fossilen Energieträgern, ausgelöst durch den Nahost-Krieg, die sich über die Produktionsketten auswirken. Die nunmehr gestiegene Unsicherheit könnte die Haushalte jedoch wieder zu vermehrtem Sparen veranlassen. Die Sparquote sinkt 2026 laut Prognose zwar leicht auf 9,4 %, bleibt damit aber weiterhin über dem vor der COVID-19-Pandemie gemessenen Durchschnitt. Falls sich der Trend aus den Vorjahren fortsetzt und die nicht-finanziellen Investitionen niedrig sind, lässt dies vermuten, dass die Haushalte auch im Jahr 2026 hohe finanzielle Investitionen tätigen werden.


  1. Die in dieser Analyse beschriebenen Daten der OeNB und der Statistik Austria für das Jahr 2025 sind vorläufig und werden im September 2026 erneut revidiert. ↩︎

  2. WIFO-Konjunkturprognose 1/2026 (April): https://www.wifo.ac.at/publication/445091/ ↩︎

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