Geschäftsbericht 2025
Vorwort des Präsidenten
Liebe Leserinnen und Leser,
die Welt steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Die geopolitische Lage ist angespannt, und wir erleben, wie die USA ihren traditionellen Status als strategischer Partner zunehmend infrage stellen. In unserer Gesellschaft ist ein Verlust des Vertrauens in grundlegende Werte und Institutionen zu beobachten. In dieser neuen Realität kommt Europa eine zentrale Verantwortung zu. Die Europäische Union ist nicht nur ein wirtschaftlicher und politischer Verbund, sondern auch eine Wertegemeinschaft, die auf Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit gegründet ist. Ein geeintes und handlungsfähiges Europa kann die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen meistern und seine Position in der neuen Weltordnung behaupten.
Im aktuellen Umfeld ist es notwendig, die Wirtschaft zu stärken. Die EZB kann strukturelle Entwicklungen in den Ländern des Euroraums nur begrenzt beeinflussen. Ihr Mandat und ihre Instrumente sind primär geldpolitisch ausgerichtet, während strukturelle Herausforderungen Lösungen auf nationaler bzw. EU-Ebene erfordern. Die nationalen Regierungen sind für tragfähige öffentliche Finanzen verantwortlich und müssen einen Rahmen für strategische Investitionen sowie wachstumsfördernde Strukturreformen schaffen. Dadurch lassen sich Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz nachhaltig stärken.
Die Kapitalmarktintegration muss weiter vorangetrieben werden, da mit der Spar- und Investitionsunion bessere finanzielle Möglichkeiten für die Bevölkerung und Unternehmen geschaffen werden können. Mit dem Projekt des digitalen Euro soll eine digitale Zentralbankwährung geschaffen werden, die die strategische Autonomie Europas gegenüber außereuropäischen Zahlungssystemen stärken soll. Das zugrunde liegende Gesetzgebungsverfahren befindet sich in der Verhandlungsphase zwischen Europäischem Parlament und Rat.
Geopolitische Unsicherheiten und plötzliche Finanzmarktkorrekturen bergen Risiken. Die Banken des Euroraums sind jedoch robust: Sie weisen starke Kapital- und Liquiditätsquoten, eine solide Aktivaqualität und eine stabile Ertragslage auf. Die makroprudenzielle Politik, also die Maßnahmen zur Sicherung der Stabilität des gesamten Finanzsystems, bleibt eine wichtige Verteidigungslinie gegen die Entstehung von Anfälligkeiten im Finanzsektor.
Im vierköpfigen Direktorium der Oesterreichischen Nationalbank traten zwischen Dezember 2024
und September 2025 drei neue Mitglieder ihr Amt an, ein weiteres Mitglied wurde wiederernannt. Seit
1. September 2025 gilt zudem eine neue Geschäftsverteilung. Sie bündelt die fachlichen Kompetenzen in den jeweiligen Ressorts und steigert so die Effektivität. Die künftige Strategie der OeNB wird soeben erarbeitet und soll im ersten Quartal 2026 finalisiert werden.
Ich selbst habe mit 1. Jänner 2026 die Funktion des Präsidenten des Generalrats übernommen. Ich danke der Bundesregierung für das mir entgegengebrachte Vertrauen und werde diese verantwortungsvolle Aufgabe mit größter Sorgfalt wahrnehmen. Gemeinsam mit dem Direktorium und den Mitarbeiter:innen werde ich mich mit ganzer Kraft unseren Aufgaben als Zentralbank widmen. Dabei werde ich die europäische Perspektive gezielt einbringen. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen verdeutlichen eindrücklich, wie unabdingbar ein koordiniertes Zusammenwirken zwischen Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Institutionen ist.
Wien, im März 2026
Johannes Hahn, Präsident
Vorwort des Gouverneurs
Liebe Leserinnen und Leser,
mit 1. September 2025 durfte ich das Amt des Gouverneurs der Oesterreichischen Nationalbank übernehmen – eine Aufgabe, die ich mit großer Freude und großem Respekt erfülle. 2025 war ein Jahr, das uns angesichts der globalen Unsicherheiten und komplexen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hohe Resilienz abverlangte. Der Euroraum bewies seine Widerstandsfähigkeit mit einem moderaten, aber stetigen Wirtschaftswachstum von 1,5 %. Auch für die kommenden Jahre wird mit einem weitgehend konstanten Wachstum von über 1 % gerechnet. Österreichs Wirtschaft entwickelte sich 2025 mit einem Wachstum von 0,6 % zwar schwächer als jene des Euroraums, für die kommenden Jahre erwarten wir aber eine weitere Erholung.
Auch die Inflation entwickelte sich 2025 im Euroraum insgesamt stabil. Das Inflationsziel von 2 % gilt als erreicht: Im Jahresdurchschnitt betrug die Inflationsrate im Euroraum 2,1 %. In Österreich belief sich die Inflationsrate 2025 zwar auf zu hohe 3,6 %, 2026 sollte sie sich jedoch dem Euroraum-Niveau weiter annähern und bei knapp über 2 % liegen. Aufgrund der rückläufigen Inflation lockerte der EZB-Rat seinen geldpolitischen Kurs und senkte zwischen 2024 und 2025 die Leitzinsen in acht Schritten. Ab Juni 2025 lag der Zinssatz für die Einlagefazilität bei 2,00 %, jener für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte bei 2,15 % und der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,40 %. Die konsolidierte Bilanz des Eurosystems konnte ebenfalls weiter reduziert werden.
Die OeNB weist für 2025 ein negatives geschäftliches Ergebnis von einer Milliarde Euro aus. Der Verlust entstand – wie in den Jahren zuvor – aus dem negativen Zinsergebnis der gemeinsamen Geldpolitik. Für Einlagen österreichischer Kreditinstitute hat die OeNB mehr Zinsen bezahlt, als sie an Zinserträgen mit den Wertpapieren, die vor Jahren für geldpolitische Zwecke gekauft worden waren, erzielt hat. Das Ungleichgewicht führt insgesamt zu einem negativen Ergebnis, das sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der niedrigeren Leitzinsen und der Reduktion des Anleihebestands deutlich verbessert hat. Diese Entwicklung wird sich auch 2026 fortsetzen. Die Reserven der OeNB profitierten im Berichtsjahr von Wertzuwächsen in einem positiven Finanzmarktumfeld.
Aus dem negativen geschäftlichen Ergebnis resultiert für die OeNB ein Bilanzverlust von 5,2 Mrd EUR, der auch die Bilanzverluste aus den Vorjahren enthält. Das Ergebnis wird in das Jahr 2026 fortgeschrieben. Die Effektivität der Geldpolitik im Euroraum und die Unabhängigkeit der Oesterreichischen Nationalbank und der Europäischen Zentralbank bleiben davon unberührt, und wir können jederzeit alle Aufgaben im Rahmen des Eurosystems vollständig und uneingeschränkt erfüllen. Jedenfalls müssen den vorübergehenden Verlusten auch die Vorteile der vergangenen expansiven Geldpolitik gegenübergestellt werden. So hat sich Österreich etwa durch die niedrigen Zinsen zwischen 2012 und 2022 einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag an Zinsausgaben erspart.
An dieser Stelle danke ich dem Präsidium, dem Generalrat, dem Direktorium, aber vor allem den Mitarbeiter:innen der OeNB für ihren außerordentlichen Einsatz und die hervorragende Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Auf neue Herausforderungen sind wir gut vorbereitet. Daher blicke ich optimistisch in die Zukunft. Gemeinsam können wir die Grundlagen für eine stabile und starke wirtschaftliche Entwicklung schaffen. Diese ist eine Voraussetzung dafür, dass nötige strukturelle Reformen im Euroraum und in Österreich umgesetzt werden können und unser gemeinsamer Wohlstand gesichert wird.
Wien, im März 2026
Martin Kocher, Gouverneur
Die OeNB im Profil und Kennzahlen zu Österreichs Banken
Wirtschaftsindikatoren für Österreich und Kennzahlen zum österreichischen Zahlungsverkehr
Aufgaben und Strategie der OeNB
„Sicherheit durch Stabilität. Der Euro – unsere Währung.“ Das ist die Vision der OeNB aus unserem Leitbild. Als unabhängige Zentralbank der Republik Österreich sind wir Teil des Eurosystems und wirken in internationalen Organisationen mit. Außerdem kommunizieren wir umfassend mit der Öffentlichkeit zu unseren Kernaufgaben:
Mit Dienstantritt von OeNB-Gouverneur Martin Kocher war das neue Direktorium am 1. September 2025 komplett. Damit wurde ein Strategieprozess der OeNB gestartet. In diversen Workshops mit dem Direktorium, den Führungskräften und zahlreichen Mitarbeiter:innen wurden die Schwerpunkte für die kommenden drei Jahre festgelegt. Teil der Strategie ist ein Einsparungsprogramm bei Personal- und Sachkosten.
Kasten 1: OeNB setzt Schwerpunkte für 2026–2028
Die OeNB definierte 2025 fünf Schwerpunktthemen, die für ihre neue Strategie von 2026 bis 2028 richtungweisend sind. Diese betreffen:
- das Sichtbarmachen der wirtschaftspolitischen Kompetenz und Position der OeNB;
- die verstärkte inhaltliche und räumliche Öffnung, um das Leistungsspektrum der OeNB für die Gesellschaft sichtbarer zu machen;
- die Forcierung der Umsetzung des digitalen Euro zur Stärkung der europäischen Autonomie bei Zahlungssystemen;
- die verantwortungsvolle, vermehrte Nutzung von künstlicher Intelligenz in der OeNB; sowie
- die Stärkung der selektiven Themenführerschaft der OeNB innerhalb des Europäischen Systems der Zentralbanken.
Um die oben genannten Schwerpunkte bestmöglich umzusetzen, fanden interne Reorganisationen statt. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Gründung der Organisationseinheit „Diversität und Gleichbehandlung“.
Die Finalisierung der Strategie wird 2026 erfolgen. Für 2028 ist eine Überprüfung der Strategie
geplant, auf die gegebenenfalls eine Neuausrichtung der Schwerpunkte folgt.
Preisstabilitätsziel im Euroraum erreicht
Wirtschaft zeigt sich resilient inmitten multipler globaler Krisen – sowohl im Euroraum als auch in Österreich
Das Weltwirtschaftswachstum konnte 2025 sein Niveau vom Vorjahr trotz multipler globaler Krisen halten (siehe World Economic Outlook des IWF). Gegenwind für das Wachstum kam von der Zollpolitik der USA sowie von Unsicherheiten über die internationale Handelspolitik bzw. globale Lieferketten. Außerdem wirkten schon länger bestehende geopolitische Krisen – wie der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und der Krieg in Gaza – weiterhin dämpfend auf die Konjunktur. Die erwähnte Prognose geht von einem Wachstum der Weltwirtschaft 2025 von 3,3% aus. Das entspricht dem Wachstum 2024, kann aber nicht mit den Raten der Vorjahre mithalten. Anfang 2025 waren die Prognosen noch pessimistischer. Im Jahresverlauf wurden sie jedoch schrittweise nach oben korrigiert.
Rückenwind für das Wachstum der Weltwirtschaft kam 2025 von den Investitionen im Technologiebereich, einschließlich KI. Es besteht die Hoffnung, dass sich aus der rasch voranschreitenden Digitalisierung und KI-Entwicklung mittelfristig Produktivitätsgewinne ergeben könnten. Gleichzeitig bedrohen Klimarisiken und Naturkatastrophen weiterhin die wirtschaftliche Stabilität.
Auch die Wirtschaft im Euroraum zeigte sich 2025 trotz der schwierigen Rahmenbedingungen widerstandsfähig. Das Wachstum war laut Eurostat mit 1,5% etwas stärker als in den Vorjahren. Wie auf globaler Ebene übertraf das BIP-Wachstum auch im Euroraum die Frühjahrsprognosen (siehe Dezember-Prognose der EZB ). Dies war zunächst auf einen Anstieg der Exporte im Vorfeld der angekündigten Zollerhöhungen zurückzuführen, aber auch die Investitionen in Ausrüstung und immaterielle Vermögenswerte entwickelten sich stärker als erwartet. Zudem setzte sich die Erholung des Konsums fort, unterstützt durch steigende Realeinkommen und relativ stabile Arbeitsmärkte.
Für die kommenden Jahre wird erwartet, dass das Wirtschaftswachstum im Euroraum weitgehend konstant über 1% liegen wird. Österreichs Wirtschaft entwickelte sich bis zur Jahresmitte 2025 schwächer als jene des Euroraums. In Kasten 2 gehen wir näher auf die wirtschaftliche Situation in Österreich ein.
Kasten 2: Österreichs Wirtschaft lässt Rezession hinter sich
Nach einer zweijährigen Rezession verzeichnete Österreich 2025 wieder ein schwaches Wachstum von 0,6 %. Unterjährig setzte die Erholung bereits zum Jahreswechsel 2024/25 ein. Die Quartalswachstumsraten blieben im weiteren Jahresverlauf aber volatil und in Summe noch leicht unterdurchschnittlich. Der Aufschwung ist somit verhalten und hinkt jenem im Euroraum hinterher.
Hinter der leicht positiven Dynamik der letzten Quartale verbirgt sich ein differenziertes Bild:
- Die Inlandsnachfrage trägt seit Mitte 2024 zum wirtschaftlichen Wachstum bei.
- Die negative Entwicklung der Exporte hielt auch 2025 an. Die Ursachen sind bekannt: fehlende Nachfrage, Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit und hohe Unsicherheiten in Folge handelspolitischer Konflikte.
Entstehungsseitig trug die Sachgütererzeugung nach einem starken Rückgang 2023–24 wieder positiv zur Wertschöpfungsentwicklung bei. Darüber hinaus unterstützte die positive Entwicklung der öffentlichen Dienstleistungen die wirtschaftliche Aktivität. Der Bausektor schrumpfte hingegen wie in den Jahren zuvor, und auch Handel, Verkehr und Gastronomie zeigten sich im Jahresverlauf eher schwach.
Für die kommenden Jahre erwartet die OeNB in ihrer
Gesamtwirtschaftlichen Prognose vom Dezember 2025
eine Fortsetzung der Erholung: 2026 soll das BIP um 0,8% steigen, 2027 um 1,1%. Damit wird das Wirtschaftswachstum in Österreich allerdings auch im Prognosehorizont geringer ausfallen als jenes im Euroraum. Wesentliche Abwärtsrisiken bestehen weiterhin, darunter ein weiterer Verlust von Exportmarktanteilen, schwache Investitionen und zusätzliche Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung. Österreichs Neuverschuldung wird 2026 und 2027 ohne zusätzliche Maßnahmen 4% des BIP überschreiten. Andererseits könnte eine raschere Verbesserung der Stimmungslage sowie ein stärkerer Rückgang der Sparquote positive Effekte auf den privaten Konsum auslösen und so das Wachstum
anschieben.
Nicht nur die Realwirtschaft, sondern auch die Inflation entwickelte sich 2025 im Euroraum insgesamt stabil: Sie lag im Jahresdurchschnitt bei 2,1%. Somit wurde das Inflationsziel von 2% nach Jahren höherer Raten wieder erreicht. 2022 und 2023 betrug die Inflation im Euroraum noch hohe 8,4% bzw. 5,4%, 2024 näherte sie sich mit 2,4% dem Zielwert bereits stark an.
Für den Rückgang der Inflation waren 2025 hauptsächlich die Kernkomponenten – d. h. Preise für Dienstleistungen und Industriegüter ohne Energie – verantwortlich. Im Dienstleistungssektor dämpfte der nachlassende Arbeitskostendruck den Preisauftrieb. Zudem waren die Auswirkungen vergangener Lieferketten- und Energiepreisschocks weitgehend abgeklungen. Die Energiepreise wirkten über weite Strecken des Jahres sogar inflationssenkend. Die Teuerung bei Industrieerzeugnissen (ohne Energie) milderte sich u. a. dank der Aufwertung des Euro ab.
Insgesamt beobachten wir eine Entspannung in der Inflationsentwicklung. Laut aktuellen Prognosen wird die Inflationsrate im Euroraum auch in den nächsten Jahren nahe 2% liegen (siehe Dezember-Prognose der EZB ): Konkret wird die durchschnittliche Jahresinflation voraussichtlich von 2,1% im Jahr 2025 auf 1,9% im Jahr 2026 und weiter auf 1,8% im Jahr 2027 sinken, bevor sie sich 2028 auf das mittelfristige Ziel der EZB von 2% einpendeln wird.
Kasten 3: Warum liegt die Inflation in Österreich über jener im Euroraum?
2025 lag die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflationsrate in Österreich mit 3,6% um knapp 1½ Prozentpunkte über jener im Euroraum. Der deutliche Inflationsunterschied 2025 ist hauptsächlich auf die Preise von Dienstleistungen und Energie zurückzuführen. Unterschiede bei den Inflationsraten von Nahrungsmitteln und Industriegütern spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle.
Seit 2011 beobachten wir, dass in Österreich die Dienstleistungspreise deutlich stärker steigen und stärker zur Inflation beitragen als im Euroraum. Getrieben von deutlicheren Anstiegen der Lohnstückkosten lag die Dienstleistungsinflation in Österreich im Durchschnitt um 1,3 Prozentpunkte über jener im Euroraum. Auch im Jahr 2025 blieb der Unterschied mit 1,1 Prozentpunkten hoch. Zusätzlich verstärkte die Energiepreisentwicklung den Inflationsunterschied. In Österreich liefen die staatlichen Entlastungsmaßnahmen, insbesondere die Strompreisbremse, Ende 2024 aus. Dadurch zog die Energieinflation ab Jänner 2025 deutlich an. In vielen anderen Euroraum-Ländern waren preissenkende Entlastungsmaßnahmen hingegen bereits früher ausgelaufen. In der Folge führten 2025 global sinkende Rohstoffpreise im Euroraum zu etwas niedrigeren Energiepreisen, während in Österreich die Energiepreise noch um 7,6% stiegen.
Für 2026 wird ein deutlicher Rückgang des Inflationsunterschieds zwischen Österreich und dem Euroraum erwartet. Österreichs Inflation soll auf etwas über 2% sinken und damit nur noch knapp höher sein als die Inflation im Euroraum. Wie im Euroraum sollte die Energieinflation negativ werden (Basiseffekt im Zusammenhang mit dem Auslaufen der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen endet). Damit leistet sie keinen Beitrag mehr zur Inflationsdifferenz. Lediglich die Dienstleistungsinflation in Österreich bleibt über jener des Euroraums. Das ist u. a. auf Gebührenerhöhungen im Zuge der Budgetkonsolidierung zurückzuführen (wie etwa die Erhöhung der Passgebühr oder der Preise für öffentliche Verkehrsmittel). Diese Maßnahmen erhöhen die Dienstleistungsinflation in Österreich um rund 0,4 Prozentpunkte.
2027 und 2028 wird die Inflationsrate in Österreich weiterhin knapp über 2% liegen und sich demnach weiter der Euroraum-Inflation annähern. Erstmals seit 2011 sollte dann die Dienstleistungsinflation keinen nennenswerten Beitrag mehr zum Inflationsabstand leisten.
EZB-Rat senkte Zinsen weiter
Der EZB-Rat senkte 2025 die Leitzinsen in vier Schritten um insgesamt einen Prozentpunkt. Folglich lagen ab Juni 2025 der Zinssatz für die Einlagefazilität bei 2,00% und die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,15% bzw. 2,40% (siehe Grafik 2). Schon 2024 hatte die Aussicht auf die Erreichung des Preisstabilitätsziels, d. h. eine Inflationsrate von 2%, dem EZB-Rat Spielraum für geldpolitische Lockerungen eröffnet: 2024 senkte er die Leitzinsen in vier Schritten von 4% auf 3%.
Das aktuelle Leitzinsniveau von 2% im Euroraum dürfte dem sogenannten neutralen Zins entsprechen. Das Konzept des neutralen Zinses geht davon aus, dass bei diesem Zinsniveau die Geldpolitik die Wirtschaft weder bremst noch stimuliert. Folglich wächst die Wirtschaft nahe ihrem Potenzial und die Inflation bleibt stabil bei 2%. Die Schwierigkeit bei diesem Konzept ist jedoch, dass der neutrale Zinssatz nicht direkt beobachtbar ist, sondern lediglich geschätzt werden kann. Zudem kann er sich im Zeitverlauf ändern. Trotz all dieser Unsicherheiten gibt es Schätzungen (siehe z. B. ECB Economic Bulletin 1/2025 ), die nahelegen, dass der nominale neutrale Zinssatz für den Euroraum derzeit in einer Bandbreite von 1½ % bis 2½ % liegt. Vom aktuellen Zinsniveau ausgehend sollte sich die Geldpolitik also je nach auftretendem Schock rasch in beide Richtungen bewegen können.
Das Eurosystem hat 2025 seine Bilanzsumme weiter reduziert. In Reaktion auf die Krisen der letzten Jahre hatte das Eurosystem Maßnahmen gesetzt, die die konsolidierte Bilanz des Eurosystems bis 2022 auf 8,8 Billionen EUR anwachsen ließen. Zu diesen Maßnahmen zählten etwa das Programm der gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTROs III) zur Ankurbelung der Kreditvergabe durch die Banken. Mittlerweile wurden bereits rund 2,7 Billionen EUR an Krediten an Banken im Rahmen der TLTROs III sowie Wertpapiere wieder abgebaut. Nachdem die Rückzahlungen der TLTROs III hauptsächlich 2023–24 erfolgten, schrumpfte die Eurosystem-Bilanz 2025 deutlich langsamer, und zwar von 6,42 Billionen EUR auf 6,29 Billionen EUR. Dieser Rückgang war vor allem auf den Abbau der geldpolitischen Wertpapierportfolios zurückzuführen. Auch in der OeNB-Bilanz wurden die geldpolitischen Wertpapierportfolios weiter reduziert. Details dazu finden Sie in „ Geldpolitische Operationen und Reservemanagement “.
Bei künftigen Zinsentscheidungen bleibt der EZB-Rat, in dem die OeNB durch Gouverneur Martin Kocher vertreten ist, bei seinem seit 2022 erfolgreichen Ansatz: Er legt sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest, sondern macht den angemessenen geldpolitischen Kurs von der jeweiligen Datenlage abhängig und entscheidet von Sitzung zu Sitzung. Diese Strategie ist für eine höchst unsichere Situation, wie wir sie aktuell vorfinden, maßgeschneidert. So könnte etwa die Inflation im Euroraum niedriger ausfallen als prognostiziert, wenn eine schwächere Exportnachfrage, ein stärkerer Euro sowie höhere Unsicherheit an den Finanzmärkten die Nachfrage dämpfen. Umgekehrt könnte die Inflation durch folgende Faktoren höher ausfallen: stärker fragmentierte Lieferketten, steigende Importpreise und anhaltender Lohndruck. Zusätzlich könnten Extremwetterereignisse die Nahrungsmittelpreise deutlich erhöhen. Daher muss eine effektive Geldpolitik flexibel reagieren können.
Kasten 4: Die Strategiebewertung 2025
2025 führte das Eurosystem neuerlich eine Bewertung seiner geldpolitischen Strategie durch. Bereits 2020–21 hatte es eine groß angelegte Überprüfung gegeben. Geprägt war diese von der zuvor lang anhaltenden Phase niedriger Inflation und der wiederholt erreichten Zinsuntergrenze, auf die die Geldpolitik mit expansiven und unkonventionellen Maßnahmen reagiert hatte. Zentrales Ergebnis der Überprüfung 2020–21 war eine Präzisierung des Verständnisses von Preisstabilität im Sinne eines symmetrischen Inflationsziels von 2%: Abweichungen sowohl nach unten als auch nach oben gelten als gleichermaßen unerwünscht. Die wirtschaftlichen Herausforderungen der folgenden Jahre entwickelten sich jedoch anders als erwartet: Statt anhaltend niedriger Inflation gab es im Euroraum einen kräftigen Teuerungsschub und Inflationsraten von zeitweise über 10%.
Ziel der – deutlich schlankeren – Strategiebewertung 2025 war es, sicherzustellen, dass die geldpolitische Strategie auch langfristig wirksam und zweckmäßig bleibt. Am symmetrischen Inflationsziel von 2% hält man unverändert fest. Angesichts der turbulenten Jahre hoher Inflationsraten betonte das Eurosystem außerdem, dass nicht nur anhaltende Unterschreitungen, sondern auch anhaltende Überschreitungen von 2% starke geldpolitische Antworten brauchen. Zum einen verändere sich die Wirtschaftsstruktur ständig. Zum anderen gebe es Hinweise, dass die Inflationsentwicklung unsicherer und die Abweichungen vom Ziel (in beide Richtungen) ausgeprägter werden könnten. Zudem könnte das neutrale Zinsniveau etwas gestiegen sein. Das Risiko, an die Zinsuntergrenze zu stoßen, scheint folglich etwas gesunken zu sein.
Stabiles Wachstum in CESEE in einem turbulenten externen Umfeld
Ein turbulentes externes Umfeld prägte 2025 auch die Situation für die Volkswirtschaften der EU-Mitgliedstaaten Zentral-, Ost- und Südosteuropas (Central, Eastern and Southeastern Europe – CESEE). Die Spannungen zwischen den USA und den meisten ihrer Handelspartner erhöhten die Unsicherheit in der Weltwirtschaft und führten zu deutlich höheren effektiven Zöllen. Gleichzeitig kämpften wichtige Länder des Euroraums – insbesondere Deutschland – mit einer rückläufigen Industrieproduktion, schwachen Auftragseingängen und Zurückhaltung bei den Investitionen. In der CESEE-Region, deren Volkswirtschaften tief in die westeuropäischen Lieferketten integriert sind, führte diese Gemengelage zu einer schwächeren Auslandsnachfrage und Druck auf die Industrie.
Trotz der komplexen Herausforderungen hat sich die CESEE-Region aber vergleichsweise gut entwickelt. Das durchschnittliche reale BIP-Wachstum erreichte 2025 laut ersten Schätzungen etwas über 2% und fiel damit ähnlich hoch wie 2024 aus. Auch der Wachstumsvorsprung gegenüber dem Euroraum blieb mit etwa einem Prozentpunkt konstant. Die Wirtschaftsentwicklung in CESEE profitierte vor allem von der robusten Arbeitsmarktlage und den steigenden Löhnen. Diese trieben den privaten Konsum an. Die Außenwirtschaft dämpfte hingegen das Wachstum. Darin spiegelten sich nicht nur die schwache internationale Nachfrage, sondern auch Probleme bei der preislichen Wettbewerbsfähigkeit wider: Die Lohnstückkosten in der CESEE-Industrie sind in den letzten Jahren aufgrund hoher Lohnabschlüsse teils stark gestiegen.
Die durchschnittliche Inflation in den CESEE-EU-Mitgliedstaaten lag im Jahresverlauf 2025 relativ stabil bei etwa 4%. Angetrieben wurde die Teuerung vor allem von steigenden Preisen für Dienstleistungen und Lebensmittel, während Industriegüter und Energie nur mäßig zur Teuerung beitrugen. In Tschechien lag die Inflation nahe am Ziel von 2%, daher senkte die tschechische Notenbank ihren Leitzins im Februar und im Mai 2025 um jeweils 25 Basispunkte auf 3,5%. In Polen ging die Teuerung zurück und lag in der zweiten Jahreshälfte nahe beim Inflationsziel von 2,5%. Die polnische Notenbank senkte deshalb ihren Leitzinssatz in sechs Schritten um insgesamt 175 Basispunkte auf 4%. In Rumänien stieg der Preisdruck im zweiten Halbjahr 2025 hingegen deutlich, und die Inflationsrate liegt seit August bei über 8%.
Aufgrund der hohen Inflation hielt die rumänische Notenbank ihren Zinssatz im ganzen Jahr 2025 konstant bei 6,5%.
Bulgarien führte am 1. Jänner 2026 den Euro ein und wurde somit 21. Mitglied des Euroraums. Der Euro wird damit von knapp 360 Millionen EU-Bürger:innen als offizielles Zahlungsmittel verwendet. Zuvor hatten die EZB und die Europäische Kommission im Juni 2025 festgestellt, dass Bulgarien alle notwendigen Kriterien für die Euro-Einführung erfüllt. Der formale Beschluss zum Euroraum-Beitritt Bulgariens wurde am 8. Juli 2025 beim Rat der Wirtschafts- und Finanzminister der EU (ECOFIN) gefasst. Dabei wurde der Umrechnungskurs des bulgarischen Lew auf 1,95583 Lew je Euro festgelegt.
Gouverneur Kocher übernimmt die österreichische Vertretung im IWF-Gouverneursrat
Seit seinem Amtsantritt in der OeNB ist Martin Kocher österreichischer Gouverneur im IWF-Gouverneursrat („IMF Governor“). Bereits im Dezember 2024 hatte Vize-Gouverneurin Edeltraud Stiftinger die Funktion der stellvertretenden Gouverneurin im IWF-Gouverneursrat („IMF Alternate Governor“) für Österreich übernommen. Der IWF hat das Ziel, die Stabilität des internationalen Finanz- und Währungssystems zu sichern. Dazu vergibt er u. a. Kredite an Länder in Zahlungsschwierigkeiten, die an Reformbedingungen geknüpft sind. Die Finanzierung des IWF erfolgt über die Kapitalanteile der Mitgliedsländer, an denen sich auch die Stimmrechte orientieren. Die OeNB hält die Anteile (Quote) für Österreich. Gemeinsam mit dem Kosovo, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, der Türkei und Ungarn bildet Österreich eine Stimmrechtsgruppe. Von 1. November 2024 bis 31. Oktober 2026 stellt die Türkei den Exekutivdirektor dieser Gruppe, Österreich stellt den stellvertretenden Exekutivdirektor.
Delegationen des IWF besuchten 2025 Österreich zweimal, um die heimische Wirtschafts-, Währungs- und Finanzpolitik zu bewerten. Auf die Artikel-IV-Konsultation im Frühjahr folgte Ende September ein Staff Visit. Laut Artikel-IV-Bericht befindet sich die österreichische Wirtschaft nach zwei Rezessionsjahren in einem schwierigen Umfeld. Der IWF hält dazu fest, dass starke Institutionen helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen, und empfiehlt u. a. fiskalische Konsolidierung (Budgetdefizit unter 2% des BIP senken) sowie Strukturreformen, etwa am Arbeitsmarkt. Die nächsten Konsultationen sind für das erste Halbjahr 2026 geplant.
Im Herbst 2025 begann der IWF eine umfassende verpflichtende Überprüfung des österreichischen Finanzsektors im Rahmen des Financial Sector Assessment Program (FSAP). Der IWF evaluiert dabei (1) die wesentlichen Risiken für die makrofinanzielle Stabilität; (2) den regulatorischen Rahmen für die Finanzstabilität; und (3) die Kapazitäten der nationalen Institutionen zur Bewältigung einer Finanzkrise. Gegenstand der aktuellen Überprüfung sind die Bereiche makroprudenzielle Politik, mikroprudenzielle Aufsicht der kleineren Banken (less significant institutions – LSIs), Stresstests, Investmentfonds, Versicherungen und Krisenmanagement. Dabei werden Synergien mit dem 2025 abgeschlossenen Euroraum-FSAP bestmöglich genutzt. Im Sommer 2026 wird der IWF die zentralen Ergebnisse als Financial System Stability Assessment veröffentlichen.
Im IWF selbst ist noch die Umsetzung der 16. Allgemeinen Quotenerhöhung im Gang. Diese Reform soll die Quoten der IWF-Mitgliedstaaten proportional um 50% erhöhen. Per 16. Jänner 2026 hatten allerdings erst 142 IWF-Mitglieder, einschließlich Österreich, der Reform zugestimmt. Das entspricht 76% der Quotenanteile. Damit die Reform in Kraft treten kann, sind 85% notwendig. Die Frist für die Zustimmung wurde zuletzt bis 15. Mai 2026 verlängert. Damit die Kreditvergabekapazität des IWF bis zum Inkrafttreten der Reform unverändert erhalten bleibt, wurden Übergangsmaßnahmen beschlossen. So wurden u. a. die Neuen Kreditvereinbarungen (New Arrangements to Borrow – NAB), an denen auch Österreich teilnimmt, für den Zeitraum 2026 bis 2030 verlängert. Außerdem wurde die Laufzeit der bilateralen Kreditrahmenverträge des IWF mit ausgewählten Mitgliedern verlängert, jener der OeNB bis längstens 31. Dezember 2027.
OeNB-Expert:innen teilen Wissen und Erfahrungen mit anderen Notenbanken
Die OeNB unterstützt im Rahmen der technischen Zentralbankkooperation andere Notenbanken dabei, die Transformation ihrer Volkswirtschaften voranzutreiben und ihre Zentralbank- und Aufsichtssysteme an Best-Practice-Standards heranzuführen. Regionaler Schwerpunkt liegt auf Zentral-, Ost- und Südosteuropa sowie den Nachfolgestaaten der Sowjetunion (mit Ausnahme von Russland und Belarus). In vielen dieser Länder sind traditionell österreichische Unternehmen, insbesondere Banken, aktiv. Zuletzt verlagerte sich der Fokus der technischen Zentralbankkooperation zusehends auf die EU-Kandidatenländer sowie die Länder in Zentralasien und am Kaukasus.
Dieser Erfahrungs- und Wissensaustausch durch OeNB-Expert:innen umfasst einerseits maßgeschneiderte bilaterale Beratungsaktivitäten, insbesondere im Rahmen von EU-finanzierten Programmen. Andererseits bringen wir unsere Expertise über Seminare und Workshops am Joint Vienna Institute (JVI) ein. Das JVI besteht seit 1992 und bietet über die Wissensvermittlung hinaus ein internationales Forum für Meinungs- und Erfahrungsaustausch und eine Basis für längerfristige Vernetzung. Träger des JVI sind der IWF und die Republik Österreich, vertreten durch die OeNB und das Bundesministerium für Finanzen.
Positive Bilanz im Reservemanagement
Gute Entwicklung an den Finanzmärkten stärkt das Reservemanagement
Die Wertsteigerungen der OeNB-Veranlagungen hatten 2025 neuerlich einen positiven Einfluss auf unsere Bilanz. Die Veranlagung der Reserven unterliegt einem umfangreichen Risikomanagement und Kontrollsystem. Dabei achten wir insbesondere auf hohe Liquidität und Sicherheit, damit Mittel für koordinierte Interventionen an den Finanzmärkten verfügbar sind.
Der Goldbestand der OeNB ist seit 2007 konstant. Aufgrund der Wertsteigerung der letzten Jahre hat sich der relative Gold-Anteil an den Reserven deutlich erhöht und macht aktuell rund zwei Drittel aus (Grafik 3). Darüber hinaus setzt die OeNB auf einen Anlagemix in unterschiedlichen Währungen und Regionen – vor allem Schuldverschreibungen (rund 23%), aber auch Aktien (rund 10%). Die Diversifikation in Unternehmensanleihen und Aktien verbessert das Risiko-Ertrags-Verhältnis. Es überwiegen konvertible Währungen von Staaten mit hohen Bonitätsbewertungen sowie Anleihen von Staaten, staatsnahen Agenturen und supranationalen Organisationen und besicherte Schuldverschreibungen.
Die Aktienmärkte verzeichneten 2025 hohe Kursgewinne, während an den Anleihemärkten die Wertentwicklung uneinheitlich verlief. Wichtige Fremdwährungen erlitten Verluste gegenüber dem Euro. Trotz erhöhter handels- und geopolitischer Unsicherheiten überwog die positive Stimmung an den Finanzmärkten. Dazu beigetragen haben u. a. die rückläufige Inflation, sinkende Leitzinsen und gute Unternehmensergebnisse.
An den Aktienmärkten sticht die sehr starke Wertentwicklung des österreichischen Marktes hervor. Der ATX stieg mit +45,4% deutlich stärker als der Euroraum-Index EURO STOXX 50 mit +18,3% (Grafik 4). Österreichische Unternehmen profitierten u. a. von der Ankündigung des deutschen Infrastrukturprogramms. Der US-Aktienmarkt legte um +16,4% zu, wobei insbesondere Technologieaktien Gewinne verbuchten.
Die Märkte für Staatsanleihen entwickelten sich uneinheitlich. US-Staatsanleihen mit einer durchschnittlichen Duration von knapp sechs Jahren stiegen im Wert um +6,3%. Die US-Papiere profitierten von den Zinssenkungen der US-Notenbank. Deutsche und österreichische Staatsanleihen erlitten hingegen moderate Verluste von -1,6% bzw. -1,2%. Die Ankündigung der deutschen Regierung, verstärkt Schulden aufzunehmen, wirkte belastend.
Der Euro profitierte 2025 von der erhöhten geopolitischen Unsicherheit und den verstärkten fiskalischen Impulsen Deutschlands. Er legte gegenüber dem US-Dollar +11,8% zu, und auch gegenüber dem japanischen Yen und Pfund Sterling stieg der Euro (+11,5% bzw. +5,2%).
Eine regelrechte Rallye legte der Goldpreis hin. Die Wertsteigerung von +64,7% (in US-Dollar) war die größte seit 1979. Der Goldpreis profitierte von der gestiegenen Unsicherheit und den sinkenden Leitzinsen.
Unser Investmentportfolio (exklusive Gold) erzielte 2025 eine Performance von +4,7%. Der Marktwert der Goldreserven in Euro stieg um +46,1%.
Normalisierung der Geldpolitik und Bilanzreduktion im Euroraum
Das Jahr 2025 war von der Normalisierung der Geldpolitik geprägt. Die konsolidierte Bilanz des Eurosystems konnte weiter reduziert werden, und zwar um 127 Mrd EUR. Diese Reduktion ist das Ergebnis des Auslaufens der geldpolitischen Sondermaßnahmen und Kriseninstrumente, die in den letzten Jahren ergriffen worden waren.
Die Bestände in den Wertpapier-Ankaufprogrammen sanken 2025 weiter, d. h. Wertpapiere wurden am Ende der Laufzeit getilgt und aus der Bilanz vollständig entfernt. Das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Programme – APP) reift seit 2023 ab. Im Pandemie-Notfallankaufprogramm (Pandemic Emergency Purchase Programme – PEPP) wurde die Reinvestitionsphase Ende 2024 abgeschlossen. Der Bestand an APP- und PEPP-Wertpapieren reduzierte sich im Berichtsjahr in Österreich um ca. 10 Mrd EUR und im Eurosystem um 537 Mrd EUR. Dies entspricht in etwa 12% des Gesamtbestands in Österreich bzw. 14% des Gesamtbestands im Eurosystem. Der in der Bilanz der OeNB bzw. des Eurosystems verbliebene Bestand an Wertpapieren aus den Ankaufprogrammen wird in den nächsten Jahren weiter abgebaut.
Die Standardinstrumente – Tenderoperationen
Den geldpolitischen Geschäftspartnern im Euroraum stehen mit Beginn 2025 die Standardinstrumente zur Refinanzierung zur Verfügung. In den Jahren zuvor wurden „nicht-standardisierte Tenderoperationen“, die mit längeren Laufzeiten und Sonderkonditionen ausgestattet waren, stark ausgenützt. Dazu zählten etwa die gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTROs III; Grafik 5). Die Hauptrefinanzierungstender werden wöchentlich mit einer Laufzeit von sieben Tagen angeboten. Längerfristige Refinanzierungsgeschäfte werden monatlich mit einer Laufzeit von drei Monaten angeboten. Insgesamt wurden 2025 im Eurosystem 551,36 Mrd EUR zugeteilt, wobei der Anteil für österreichische Geschäftspartner bei 1,64% lag. Das Eurosystem rechnet damit, dass die Standardinstrumente in Zukunft wieder stärker in Anspruch genommen werden. Diese Instrumente spielen eine zentrale Rolle bei der Deckung des Liquiditätsbedarfs der Banken. 2025 wurden sie nur gering ausgenützt, da noch ausreichend Liquidität im Eurosystem vorhanden war (Grafik 6).
Verzinsung der Refinanzierungsinstrumente
Die Standardinstrumente werden zu einem fixen Zinssatz (dem Hauptrefinanzierungszinssatz) und in voller Höhe der Tendergebote den Banken zugeteilt („fixed rate, full allotment“), sofern ausreichende, vom Eurosystem akzeptierte Sicherheiten hinterlegt sind. Der Zinsabstand (Spread) zwischen Hauptrefinanzierungszinssatz und Einlagezinssatz wurde per 18. September 2024 reduziert – von 50 auf 15 Basispunkte. Die Verringerung des Spreads soll dazu dienen, die Teilnahme am Wochentender wieder zu intensivieren und gleichzeitig die Volatilität am Geldmarkt einzuschränken. Dabei wird jedoch genügend Raum für Geldmarktaktivitäten belassen.
Entwicklung der Leitzinsen
2025 hat die EZB die Leitzinsen in vier Schritten um insgesamt 100 Basispunkte gesenkt (siehe auch „ Geldpolitik und Volkswirtschaft “). Der EZB-Rat entscheidet in seinen Zinssitzungen alle sechs Wochen über die drei Leitzinssätze: (1) den Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität, zu dem sich Banken Übernacht-Liquidität (Geld) gegen Sicherheiten leihen können; (2) den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte zur Aufnahme von Liquidität (für den Zeitraum von sieben Tagen); und (3) den Zinssatz für die Einlagefazilität, der für die Einlagen von Banken bei den nationalen Zentralbanken des Eurosystems (wie der OeNB) gilt. Die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bzw. die Einlagefazilität bilden den Leitzinskorridor rund um den Zinssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte.
Mit diesem Korridor kann das Eurosystem kurzfristige Geldmarktzinsen steuern. Das sind jene Zinsen, die Banken verrechnen, wenn sie sich gegenseitig kurzfristig – über Nacht – Geld leihen. Der Leitzinskorridor gibt somit den Rahmen vor, in dem sich Übernachtzinsen am Interbankenmarkt bewegen. Auf den entsprechenden Transaktionen am unbesicherten Geldmarkt basiert der €STR (Euro Short-Term Rate). Dieser Zinssatz ist der wichtigste Referenzzinssatz für den Euro-Geldmarkt und wird von der EZB täglich veröffentlicht. Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage nach Zentralbankliquidität wirkt sich direkt auf den Interbankenzinssatz aus. Gelingt es dem Eurosystem, Liquidität entsprechend der Nachfrage der Banken in Umlauf zu bringen, so liegen die kurzfristigen Geldmarktzinsen genau in der Mitte des Korridors.
2025 verfügten die Banken nach wie vor über hohe Überschussliquidität. Dies hat dazu geführt, dass die kurzfristigen Geldmarktzinsen weiterhin unter dem Einlagezinssatz liegen, d. h. sie bewegen sich am unteren Rand des Leitzinskorridors. Der Zinssatz für die Einlagefazilität ist auch der für den Geldmarkt relevante Zinssatz (siehe Grafik 2 in „ EZB-Rat senkte Zinsen weiter “).
Geldpolitischer Handlungsrahmen sorgt für angemessene Versorgung mit Zentralbankliquidität
Der geldpolitische Handlungsrahmen ermöglicht dem Eurosystem, Zentralbankliquidität in angemessenem Ausmaß zur Verfügung zu stellen. Die bestehenden geldpolitischen Beschlüsse des EZB-Rates bewirken, dass die Überschussliquidität in den nächsten Jahren sinken wird. Der Handlungsrahmen wurde aufgrund der auslaufenden Kriseninstrumente einem Review unterzogen und zuletzt im März 2024 vom EZB-Rat neu beschlossen. 2026 soll auf Grundlage der Entwicklung der Überschussliquidität und der Marktaktivität eine Überprüfung dieser Entscheidungen zum geldpolitischen Handlungsrahmen erfolgen. Wesentliche Elemente des künftigen geldpolitischen Handlungsrahmens werden die Einführung von strukturellen längerfristigen Refinanzierungsgeschäften und eines strukturellen Portfolios mit Wertpapieren des Euroraums sein.
Liquiditätsversorgung in US-Dollar
Das Eurosystem führte 2025 wöchentliche Tenderoperationen in US-Dollar mit einer Laufzeit von einer Woche durch. Insgesamt wurden den Geschäftspartnern im Euroraum 4,3 Mrd USD zugeteilt; dies entspricht in etwa der Hälfte des Volumens, das 2024 zugeteilt wurde. Zur Versorgung mit Liquidität in US-Dollar bei etwaigen Engpässen kann sowohl die Laufzeit als auch die Anzahl der US-Dollar-Refinanzierungsgeschäfte vom Eurosystem angepasst werden.
Mindestreserven
Im Jahr 2025 waren im Durchschnitt rund 4,9 Mrd EUR auf den Mindestreserve-Konten bei der OeNB hinterlegt. Mindestreserven sind unverzinste Guthaben, die Banken beim Eurosystem bzw. bei der OeNB halten.
Negatives Ergebnis der OeNB im Vergleich zum Vorjahr halbiert
Für 2025 weist die OeNB ein negatives geschäftliches Ergebnis von einer Milliarde Euro aus. Der Verlust entstand wie in den Jahren zuvor aus dem negativen Zinsergebnis der Geldpolitik. Dieses wurde von denselben Faktoren geprägt: Für Einlagen österreichischer Kreditinstitute hat die OeNB mehr Zinsen bezahlt, als sie an Zinserträgen mit den Wertpapieren für geldpolitische Zwecke erzielt hat. Dieses Ungleichgewicht führt zwangsläufig zu einem insgesamt negativen Ergebnis. Die Zinsaufwendungen für die Geldpolitik haben sich jedoch 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich verringert: zum einen, weil die Leitzinsen gesenkt wurden; zum anderen, weil die Einlagen der Kreditinstitute bei der OeNB zurückgingen. Aus denselben Gründen verzeichnen auch andere nationale Zentralbanken im Eurosystem negative geschäftliche Ergebnisse.
Aus dem negativen geschäftlichen Ergebnis resultiert ein Bilanzverlust von -5,2 Mrd EUR. Dieser enthält den Bilanzverlust aus dem Vorjahr von -4,2 Mrd EUR (als Verlustvortrag). Der Bilanzverlust wird ins Jahr 2026 vorgetragen.
OeNB bleibt trotz negativem Eigenkapital handlungsfähig und unabhängig
Der Bilanzverlust 2025 ist damit wie im Vorjahr höher als das Grundkapital und die Rücklagen. Deshalb hat die OeNB weiterhin ein negatives Eigenkapital. Sie verfügt jedoch über Vermögenswerte, deren Wert die Verpflichtungen bzw. das negative Eigenkapital weit übersteigen – das sind vor allem die Goldbestände. Die OeNB kann, wie andere Notenbanken, auch mit negativem Eigenkapital alle Aufgaben im Rahmen des Eurosystems erfüllen, weil ihre Zahlungsfähigkeit jederzeit gewährleistet ist. Die Effektivität der Geldpolitik und die Unabhängigkeit der Zentralbank bleiben bestehen. Es kann jedoch keine Dividende an den Staat Österreich ausgeschüttet werden.
Goldpreis lässt Bilanzsumme der OeNB steigen
Im Gegensatz zur Bilanzsumme des Eurosystems ist die Bilanzsumme der OeNB leicht gestiegen. Der Goldpreis spielte dabei eine wesentliche Rolle: Das Gold in der Bilanz der OeNB war zum Jahresende 2025 um fast 50% mehr wert als im Vorjahr. Auch die Forderungen in Zusammenhang mit dem Euro-Banknotenumlauf haben sich aktivseitig erhöht. Die geldpolitischen Wertpapierankaufprogramme haben sich wiederum reduziert, weil sie teilweise ausgelaufen sind. Auf der Passivseite stieg vor allem der TARGET-Saldo deutlich an. Die höhere Goldbewertung wirkte sich auch passivseitig durch den Anstieg des Neubewertungskontos aus. Die Einlagefazilität verringerte sich, was den Anstieg der Bilanzsumme etwas bremste.
Wie wird sich das Ergebnis der OeNB entwickeln?
Aufgrund der langen Laufzeiten der geldpolitischen Portfolios werden diese nur langsam abgebaut. Dementsprechend verringern sich die Einlagen der Kreditinstitute und damit die Zinsaufwendungen aus der Geldpolitik nur langsam. Das Ergebnis aus der Geldpolitik wird über einige Jahre voraussichtlich negativ bleiben. Künftige Gewinne werden die Verlustvorträge und damit das negative Eigenkapital wieder ausgleichen. Dann können wieder Reserven gebildet und Dividenden an den Staat ausgeschüttet werden.
OeNB leistet aktiven Beitrag zur Finanzmarktstabilität
Resilienter Bankensektor unterstützt wirtschaftliche Erholung
Der österreichische Bankensektor zeigt sich weiterhin robust. Dazu trägt das auf Kredite und Einlagen fokussierte Geschäftsmodell der Banken bei – sowohl in Österreich als auch in Zentral-, Ost- und Südosteuropa (CESEE). Während die Banken einerseits die globale Unsicherheit und die schwache österreichische Konjunktur zu spüren bekommen, profitieren sie andererseits von der vergleichsweise guten wirtschaftlichen Lage in der CESEE-Region. Sinkende Zinsen mindern Kreditrisiken, dämpfen jedoch die Zinsmargen. Die Banken haben die hohen Gewinne der Vorjahre zum Kapitalaufbau genutzt und ihre Resilienz gestärkt, auch auf Empfehlung der OeNB.
Die österreichischen Banken verzeichneten in den letzten Jahren hohe Gewinne. In den ersten drei Quartalen 2025 lagen diese bei 8,2 Mrd EUR; davon entfielen 3,6 Mrd EUR auf die CESEE-Tochterbanken. Im Vorjahresvergleich sanken die Gewinne allerdings um knapp 25% (Grafik 7). Die Gründe dafür waren sinkende Zinserträge, höhere Kreditrisikokosten und Einmaleffekte (z. B. in Zusammenhang mit dem Russlandgeschäft).
Das harte Kernkapital (Common Equity Tier 1 – CET1) des österreichischen Bankensektors erhöhte sich von Ende 2024 bis September 2025 um
4,6 Mrd EUR auf 105 Mrd EUR. Die CET1-Quote stieg mit 18,4% auf ein historisch hohes Niveau (Grafik 8). Die CET1-Quote zeigt das Verhältnis zwischen CET1-Kapital und risikogewichteten Aktiva. Eine hohe Quote stärkt die Widerstandsfähigkeit einer Bank und verbessert den finanziellen Spielraum für die Kreditvergabe. Die Liquidität des Bankensektors blieb solide. Die maßgeblichen Kennzahlen befinden sich insgesamt deutlich über den regulatorischen Anforderungen und sind auch im europäischen Vergleich gut. Innerhalb des österreichischen Bankensektors sind allerdings Unterschiede zu beobachten.
Der OeNB-Stresstest 2025 bestätigte die Risikotragfähigkeit des Bankensektors. Bei diesem Test haben wir einen starken Wirtschaftseinbruch simuliert, verbunden mit geopolitischen Spannungen, einem kurzfristigen Inflationsanstieg und längerfristig hohen Zinsen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass selbst in diesem harten Szenario das österreichische Bankensystem insgesamt stabil bleibt. Die CET1-Quote sinkt zwar deutlich, bleibt aber insgesamt auf einem soliden Niveau. Manche Banken sind allerdings stärker gefährdet, vor allem jene mit vielen Krediten für Gewerbeimmobilien. Auch werden die zuletzt hohen Zinserträge künftig kleiner werden.
2025 haben die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und die EZB in Kooperation mit den nationalen Aufsichtsinstitutionen einen EU-weiten Stresstest durchgeführt. Dieser zeigt, dass alle fünf getesteten österreichischen Banken die regulatorischen Vorgaben erfüllen. Von Bank zu Bank variieren die Ergebnisse, insgesamt liegen die heimischen Institute im europäischen Mittelfeld. Die fünf getesteten österreichischen Banken waren: Addiko Bank AG, Erste Group Bank AG, Raiffeisen Bank International AG, Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen und Volksbank Wien AG.
Die Kreditqualität der österreichischen Banken blieb in den ersten drei Quartalen 2025 weitgehend stabil (Grafik 9). Gemessen wird die Kreditqualität am Anteil der notleidenden Kredite (NPL) an den Gesamtkrediten. Die NPL-Quote des österreichischen Bankensektors lag von Jänner bis September 2025 bei 3,0%. Bei der Finanzierung von Gewerbeimmobilien war 2025 noch keine Verbesserung der Kreditqualität zu verzeichnen, wenngleich sich die negative Dynamik abschwächte. Die Kreditqualität der österreichischen Tochterbanken in CESEE blieb hingegen in den vergangenen Jahren weitgehend stabil, sodass die NPL-Quote dort mittlerweile unter jener in Österreich liegt. Von 2022 bis 2024 war die NPL-Quote in Österreich angestiegen, was hauptsächlich auf das höhere Zinsniveau, die schwache Konjunktur in Österreich sowie die schwierigen Bedingungen am Gewerbeimmobilienmarkt zurückzuführen war.
Das Kreditwachstum in Österreich stieg von September 2024 bis September 2025 leicht auf 2%. Dieses moderate Wachstum basierte insbesondere auf einer höheren Nachfrage nach Wohnimmobilienkrediten und einer leichten Erholung bei Unternehmensfinanzierungen. Die Entwicklung bleibt stark konjunkturabhängig, wobei die gesunkenen Zinsen die Erholung zusätzlich begünstigten.
Aus externer Perspektive werden die österreichischen Banken positiv bewertet. Ratingagenturen hielten an ihren erstklassigen Einschätzungen fest, sehen jedoch die schwache wirtschaftliche Entwicklung in Österreich als Herausforderung. Die gestiegenen Kreditausfälle werden kritisch bewertet. Die Entwicklung der Kreditqualität gilt als zentral dafür, wie sich die Ratings der Banken künftig entwickeln werden. Die CESEE-Aktivitäten der österreichischen Institute sorgen für Diversifizierung und entsprechend positive Effekte. Auch der IWF hat in seiner letzten Einschätzung im Rahmen der Artikel-IV-Konsultation den österreichischen Finanzsektor als gesund bewertet und die makroprudenziellen Maßnahmen als angemessen eingestuft. Derzeit führt der IWF in Österreich eine Prüfung im Rahmen des Financial Sector Assessment Program (FSAP) durch. Dabei handelt es sich um eine umfassende verpflichtende Prüfung des österreichischen Finanzsektors, die regelmäßig durchgeführt wird (siehe auch „ Geldpolitik und Volkswirtschaft “).
Risikoorientierte Aufsicht agiert mit gezielten Maßnahmen
Der Aufsichtsbereich der OeNB hat im Jahr 2025 auf die wesentlichen Risiken und Herausforderungen reagiert und sich für die Anpassung bzw. das Setzen zielgerichteter Maßnahmen ausgesprochen. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten kommt einem soliden Bankensektor eine zentrale Rolle bei der Finanzierung der Realwirtschaft zu. Eine effektive Aufsicht ist essenziell für die Stabilität des Finanzsektors und unterstützt damit die wirtschaftliche Entwicklung.
Risiken und Maßnahmen in der Immobilienfinanzierung
In der privaten Wohnimmobilienfinanzierung kam es zu einer Anpassung der aufsichtlichen Maßnahmen. Die Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-V), die für höhere Vergabestandards gesorgt hatte, lief – wie gesetzlich vorgesehen – im Juni 2025 aus. Möglich war dies, weil sich die Kreditvergabestandards für neue Wohnimmobilienfinanzierungen und die Kapitalausstattung der Banken deutlich verbesserten. Dessen ungeachtet bleibt die Sicherstellung guter Kreditvergabestandards weiterhin im Fokus: Die OeNB überwacht die Kreditvergabestandards auf Grundlage des Wohnimmobilienkreditvergabe-Rundschreibens der österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) und wird über die Ergebnisse informieren. Eine höhere Meldefrequenz ermöglicht eine zeitnahe Analyse und Kommunikation (siehe Kasten 5).
Kasten 5: OeNB als Kompetenzzentrum für den österreichischen Immobilienmarkt
„Immo-Hub“ bietet interaktives Wohnimmobilien-Dashboard
Die OeNB hat einen „Immo-Hub“ geschaffen, um der Öffentlichkeit hochwertige Daten und fundierte Analysen zum österreichischen Wohn- und Gewerbeimmobilienmarkt zur Verfügung zu stellen. Das erste Produkt des Immo-Hubs ist das neue Wohnimmobilien-Dashboard . Dieses integriert rund zehn Datenquellen und bietet etwa 70 mengen- und preisbezogene Indikatoren mit zahlreichen Subindikatoren auf Bundesländerebene, intuitive Visualisierungen und die Bündelung umfassender Daten. Diese Indikatoren umfassen Informationen zur Angebots- und Nachfragesituation, zum Wohnimmobilienmarkt sowie zur makroprudenziellen Analyse. Damit sorgt die OeNB für mehr Transparenz am österreichischen Wohnimmobilienmarkt. Außerdem setzen wir die Daten in einen Finanzstabilitäts-Kontext, um der engen Verknüpfung zwischen Wohnimmobilienmarkt und Finanzmarkt Rechnung zu tragen; schließlich besteht ein erheblicher Teil der Kreditportfolios österreichischer Banken aus Wohnimmobilienkrediten.
Die Daten und Analysen des Immobilien-Hubs können uns u. a. helfen, nicht nachhaltige Marktdynamiken und potenzielle Systemrisiken frühzeitig zu erkennen. Durch unsere Kommunikation zu Immobilienmarktthemen und gegebenenfalls eingesetzten makroprudenziellen Maßnahmen wollen wir die Stabilität des Immobilienmarkts stärken. Darüber hinaus soll der Immo-Hub zu einer erstklassigen Ratingeinschätzung Österreichs beitragen und die Forschung aktiv mitgestalten. Der Immo-Hub steht allen Stakeholdern – darunter Ratingagenturen, Journalist:innen und Forschungseinrichtungen – als zentrale Anlaufstelle zur Verfügung.
Die gewerbliche Immobilienfinanzierung macht einen bedeutenden Anteil in den Portfolios der österreichischen Banken aus. In den letzten drei Jahren gab es hier hohe Kreditausfälle. Beide Faktoren stechen im europäischen Vergleich hervor. Die Risiken bei der gewerblichen Immobilienfinanzierung sind zuletzt aufgrund des schlechteren makroökonomischen Umfelds und des im Vergleich zu vor der Zinswende 2022 höheren Zinsniveaus gestiegen. Dies ist das Ergebnis einer Evaluierung der Systemrisiken durch das Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) im zweiten Halbjahr 2025 (basierend auf OeNB-Analysen). Untersucht wurde der Zeitraum seit Festlegung des sektoralen Systemrisikopuffers 2024. Dieser Puffer erhöht zielgerichtet die Resilienz von Banken, die Gewerbeimmobilienkredite vergeben haben. Die mit 2025 wirksame Novelle der EU-Eigenkapitalverordnung (CRR III) hat die Eigenkapitalunterlegung auf Systemebene kaum verändert.
Das FMSG empfahl daher am 12. Dezember 2025 eine schrittweise Anhebung des sektoralen Systemrisikopuffers in zwei Stufen: zunächst von 1% auf 2% per 1. Juli 2026 sowie auf 3,5% ein Jahr später. Finanzierungen gemeinnütziger Bauvereinigungen bleiben weiterhin ausgenommen, da von ihnen kein systemisches Risiko ausgeht. Die OeNB schätzt die Auswirkungen des Puffers auf Kreditkosten, Kreditvergabe und Realwirtschaft als gering ein. Die meisten Banken verfügen auch nach der Erhöhung über ausreichend freies Kapital, und Gewinne ermöglichen einen weiteren Kapitalaufbau. Erfahrungen zeigen, dass höhere Puffer die Kreditvergabe kaum einschränken. Der Puffer stellt sicher, dass Kapital zur Verfügung steht, das gegebenenfalls zum Tragen von Verlusten genutzt werden kann. Die Erhöhung des Puffers stärkt somit zielgerichtet die Widerstandsfähigkeit der Banken.
Zielgerichtete Aktivitäten der laufenden Aufsicht mit Fokus auf Kreditrisiken
Die österreichischen Banken weisen im jährlichen aufsichtlichen Überprüfungsprozess (SREP) insgesamt gute Ergebnisse auf und verfügen über eine solide Kapitalbasis. Im Rahmen des SREP durchleuchtet die Aufsicht die Geschäftsmodelle der Banken und überprüft, ob die internen Regelungen, Strategien, Verfahren und Mechanismen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und einen angemessenen Schutz vor Risiken bieten. Banken mit Defiziten in bestimmten Risikobereichen werden von der Aufsicht verpflichtet, qualitative und quantitative Maßnahmen zu setzen, wie etwa die Einhaltung höherer Kapitalquoten.
Das Risikoumfeld bestimmte die Schwerpunkte, die 2025 in Österreich bei der Vor-Ort-Prüfung von Banken und Analysen gesetzt wurden: Kreditrisiko, Liquiditätsrisiko, Zinsrisiko und IT-Risiko.
Ziel der aufsichtlichen Aktivitäten ist es, dass bei den Banken die Kreditrisiken adäquat abgebildet und notleidende Kredite zügig und nachhaltig abgebaut werden. Dadurch können Banken ihre Kreditvergabekapazität sichern und das Vertrauen in ihre Stabilität erhalten. Banken mit einem erhöhten Anteil notleidender Kredite unterliegen einem verstärkten Monitoring. Die Aufsicht überprüft die angemessene und zeitnahe Bildung von Kreditrisikovorsorgen sowie die adäquate Sicherheitenbewertung. Bei Banken mit einer NPL-Quote von über 5% werden zusätzlich die Pläne zum NPL-Abbau evaluiert. Vor-Ort-Prüfungen zum Kreditrisiko zeigten zuletzt weiterhin Verbesserungsbedarf. Besonders bei Gewerbeimmobilienkrediten müssen Banken die Klassifizierungs- und Risikomanagementprozesse verbessern. Die Aufsicht prüfte darüber hinaus Modelle zur Berechnung des Kreditrisikos mit internen Ratings (IRB-Ansatz). Dabei standen Risikosysteme, Prozesse und die Ermittlung der Risikoparameter der Banken im Mittelpunkt.
Auch Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken rückten in den Fokus der Aufsichtsaktivitäten. Die OeNB überprüfte insbesondere die Notfall- und Finanzierungspläne sowie die Berechnung wichtiger Liquiditätskennzahlen bei Banken. Zinsänderungs- und Kreditspread-Risiken im Bankbuch wurden ebenfalls näher analysiert.
Die OeNB hat 2025 ihre Methode zur Beurteilung von prozyklischen Systemrisiken weiterentwickelt. Solche Risiken können etwa durch eine übermäßige Kreditvergabe in Boomphasen und einen Einbruch der Kreditvergabe in einer Rezession entstehen. Unsere neue Methode verknüpft Kreditentwicklung und Realwirtschaft stärker, um Systemrisiken frühzeitig zu erkennen. Alle Indikatoren sind in einem öffentlich zugänglichen Dashboard zusammengeführt. Ein Instrument zur Adressierung von prozyklischen Systemrisiken ist der antizyklische Kapitalpuffer. Er wurde 2025 bei 0% belassen. Auch die Anforderungen aus strukturellen makroprudenziellen Kapitalpuffern, die darauf abzielen, systemische Risiken zu reduzieren – konkret der Puffer für systemrelevante Institute (O-SII) und der Systemrisikopuffer – blieben 2025 im Wesentlichen unverändert.
Schwerpunkte der Bankenaufsicht 2026
Gemeinsam mit der FMA haben wir die Aufsichtsschwerpunkte für 2026 festgelegt:
- Stärkung der Resilienz des Bankensektors angesichts geopolitischer Unsicherheiten, bestehender Immobilienrisiken und der relativ schwachen konjunkturellen Entwicklung,
- Stärkung der Sicherheit von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT),
- Austausch mit Banken bezüglich konkreter Anwendungen von KI,
- Berücksichtigung von Risiken in Bezug auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) im Risikomanagement der Banken (siehe auch „ OeNB setzt sich in allen Bereichen für Nachhaltigkeit ein “) und
- Erhöhung der Effizienz bei Regulierung und Aufsichtsprozessen.
Diese fünf Schwerpunkte stehen im Einklang mit den Aufsichtsschwerpunkten der europäischen Bankenaufsicht (Einheitlicher Aufsichtsmechanismus – SSM) und dem Arbeitsprogramm der EBA für 2026.
Verstärkte Kommunikation und zukunftsfitte Organisation
Wir haben unsere Kommunikation im Aufsichtsbereich verstärkt, um Risiken und Maßnahmen transparent darzustellen. Unser Ziel ist es, die Nachvollziehbarkeit und das Verständnis für Aufsichtsmaßnahmen zu erhöhen. Die OeNB-Website bietet Informationen zu Strukturdaten des österreichischen Bankensektors, Methoden der Aufsicht und Ergebnisse von Querschnittsanalysen. In einer Reihe von OeNB-Blogs haben wir Analysen und Aufsichtsmaßnahmen näher erläutert. Der halbjährlich erscheinende Financial Stability Report und die begleitenden Pressekonferenzen bieten detaillierte Analysen zu Bankenentwicklung, Risiken und aufsichtsrechtlichen Fokusthemen. Zusätzlich zu den aufsichtlichen Gesprächen mit Banken fanden Gespräche mit Ratingagenturen und Stakeholdern statt.
Die OeNB hat 2025 den Bankenaufsichtsbereich reorganisiert, um dem veränderten Risikoumfeld und den digitalen Herausforderungen Rechnung zu tragen. In der neuen Organisationsstruktur wird die interne Kooperation gestärkt, Ressourcen können flexibler eingesetzt und Kompetenzen gebündelt werden. So können wir schneller und besser auf neue Anforderungen reagieren.
Entsprechend einer Matrixorganisation wird Fachwissen aus verschiedenen Bereichen („Querschnittsthemen“ wie Kredit- und Liquiditätsrisiko) systematisch zusammengeführt und für die Bankenaufsicht genutzt. Damit erzielen wir eine risikoorientierte und effiziente Verteilung der Aufsichtsressourcen – stets mit einem ganzheitlichen Blick auf jede einzelne Bank. Der Ansatz der Expert:innengruppen wurde gestärkt und institutionell verankert. Diese Gruppen dienen als zentrale Wissens- und Koordinationspunkte.
Das IT-Know-how in der Aufsicht wurde gebündelt, um insbesondere technologische Risiken sowie Innovationen im Bereich FinTech effizienter zu evaluieren. Ein IT-Hub bündelt Informationen über Vor-Ort-Prüfungen zu IT-Themen bei österreichischen Banken und IKT-Drittdienstleistern und koordiniert und begleitet realitätsnahe simulierte Cyberangriffe.
Regulatorische Weiterentwicklungen sollen Vereinfachung bringen
Im vergangenen Jahr wurden zunehmend Rufe nach einer Vereinfachung und Entbürokratisierung der Bankenaufsicht in Europa laut. Das Regelwerk wurde über die Jahre schrittweise weiterentwickelt. Die Zusammenarbeit der zuständigen Institutionen im Rahmen der europäischen Aufsicht und Abwicklung hat sich erfolgreich etabliert. Heute präsentiert sich der Bankensektor in Europa widerstandsfähiger und robuster denn je. Jedoch ist der EU-Rahmen zunehmend komplex geworden. Seit Frühjahr 2025 gewinnt die Debatte über Entbürokratisierung und Wettbewerbsfähigkeit in der Bankenregulierung und -aufsicht an Schwung.
Die EZB und die EBA haben bereits entsprechende Initiativen gestartet und regen folgende Maßnahmen an: Vereinfachungen im Banken-Meldewesen, eine Evaluierung der regulatorischen Mandate der EBA, stärkere Proportionalität in Regulierung und Aufsichtssystemen für kleinere Banken, eine ganzheitliche Betrachtung der Kapitalausstattung sowie die Vollendung der Spar- und Investitionsunion.
Für Österreich ist die Debatte zur Regulierung und Aufsicht kleinerer Banken besonders relevant, da der Bankensektor kleinteilig ist und die Geschäftsmodelle überwiegend auf das klassische Kredit-Einlagen-Geschäft ausgerichtet sind. Die OeNB begrüßt Vereinfachungen und bringt sich proaktiv in die europäischen Initiativen ein. Allerdings muss bei den Vereinfachungen gewährleistet sein, dass weder die Stabilität des Finanzmarkts noch die Einhaltung der internationalen Standards des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht beeinträchtigt werden. Zusätzlich prüft die OeNB, wie verstärkte Automatisierung und KI-Anwendungen die Aufsicht effizienter machen können.
Verlässliche Daten und Statistiken der OeNB als Fundament guter Entscheidungen
Verstärkte Unterstützung von Politik, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft
Entscheidungen benötigen faktenbasierte Grundlagen – die OeNB kann diese Fakten liefern. Als unabhängige Anbieterin von Finanz- und Wirtschaftsstatistiken verfügt die OeNB über einen einzigartigen Datenschatz, der tiefgehende Einblicke in Österreichs Finanz- und Unternehmenslandschaft ermöglicht. Unser Anspruch ist klar: Diese Daten sollen Politik, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft bestmöglich zugänglich sein. Aktualität, moderne Aufbereitung und eine präzise, zielgruppengerechte Kommunikation stehen dabei im Mittelpunkt.
Um den Nutzen ihrer Daten weiter zu erhöhen, baut die OeNB die Unterstützung für Entscheidungsträger:innen, Forscher:innen, Wirtschaftsvertreter:innen und Journalist:innen konsequent aus. Dank einer internen Reorganisation 2025 ist es nun möglich, sie noch gezielter mit maßgeschneiderten Datenprodukten, Services und Expertise zu versorgen. Die OeNB schafft damit eine belastbare Grundlage für faktenbasierte Entscheidungen in einem zunehmend komplexen Umfeld.
Der Research Desk der OeNB bietet Forscher:innen einen Zugang zu hochwertigen Mikrodaten aus statistischen Erhebungen, insbesondere zum Geschäft österreichischer Banken und Unternehmen. Durch die Zusammenarbeit in einem neu etablierten ESZB-Netzwerk fließen zusätzlich internationale Perspektiven ein. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse stärken nicht nur die Forschung, sondern auch die Position Österreichs als wissensbasierter, wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort.
Nachhaltige Finanzwirtschaft erfordert belastbare Klimaindikatoren
Die OeNB wirkte 2025 an der Weiterentwicklung von Klimaindikatoren für den Finanzsektor auf ESZB-Ebene mit. Im Fokus stand dabei die Bewertung physischer Risiken in Wertpapier- und Kreditportfolios von Finanzinstituten. Auch zum CO2-Abdruck der Portfolios wurden Kennzahlen entwickelt. Neben der Bereitstellung von (granularen) Daten wurde auch ein Schätzmodell implementiert, das die Vorhersage von Werten ermöglicht. Klimaindikatoren kommen in der OeNB auch im Bereich der Bonitätsbeurteilung von nichtfinanziellen Unternehmen zum Einsatz und ermöglichen eine sektorale Betrachtung des CO2-Abdrucks (siehe auch „ Ökologische Nachhaltigkeit – neue Initiativen und erreichte Meilensteine “).
Mit dem Ziel, die Qualität der Daten und Aufschlüsselungen weiter zu verbessern, werden die Arbeiten an diesen Datensätzen fortgesetzt. Dadurch wird sich die Verfügbarkeit von Daten für Analyst:innen und Endnutzer:innen zu den oben genannten Themen in den kommenden Jahren weiter verbessern.
KI-Anwendungen erlauben effizientere statistische Analysen
Durch den Einsatz moderner statistischer Analyseverfahren und Technologien steigert die OeNB die Effektivität und Effizienz im Monitoring österreichischer Kreditinstitute für die Zwecke der Bankenaufsicht. So wurden Anwendungen entwickelt, die modernste Methoden des Machine Learning bzw. der KI nutzen, um problematische oder atypische Entwicklungen bei Banken frühzeitig zu erkennen. Diese innovativen Ansätze sollen die Prognosegüte gegenüber traditionellen Verfahren deutlich verbessern und dadurch ein effizienteres Monitoring ermöglichen. Zudem erlauben sie, einen sehr großen Teil der verfügbaren Meldewesen-Daten – bis hin zur vollständigen Datenbasis – in die Analyse einzubeziehen.
Weiters wurde am Aufbau eines statistischen internen Bonitätsanalyseverfahrens zur Bonitätsbeurteilung nichtfinanzieller Unternehmen im Zusammenhang mit der Durchführung geldpolitischer Geschäfte gearbeitet. Dieses statistische Verfahren wird auf Klein- und Kleinstunternehmen angewendet. Dabei werden deren veröffentlichte und maschinenlesbare Jahresabschlüsse automatisiert erfasst und verarbeitet. Das Verfahren ergänzt das langjährig bestehende interne Bonitätsanalyseverfahren der OeNB (in-house credit assessment system), welches zusätzlich eine Expert:innenanalyse umfasst. Beide Verfahren stehen im Einklang mit den Vorgaben des Eurosystems ( S-ICAS ) und wurden gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank entwickelt.
Zentralbanken und Aufsichtsbehörden der EU setzen Schritte zur Modernisierung des Meldewesens
Mehrere Initiativen von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden für Banken verfolgen das Ziel, langfristig den Meldeaufwand zu verringern, Redundanzen zu minimieren und gleichzeitig die Datenqualität und Analyseflexibilität zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten europäische und nationale Behörden gemeinsam mit Geschäftsbanken an einer Harmonisierung des statistischen, aufsichtlichen und abwicklungsbezogenen Meldewesens. Entsprechende Daten sollen von den Regulatoren nur einmal granular erhoben und in der Folge für mehrere Zwecke verwendet werden können. Damit wird auch die Flexibilität bei der Analyse dieser Daten erhöht.
Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Harmonisierung des bestehenden statistischen Meldewesens ( Integrated Reporting Framework – IReF ). In einem weiteren Schritt soll die Lücke zwischen den Datenanforderungen auf der einen Seite und dem Datenmanagement in den Banken auf der anderen Seite geschlossen werden. Dafür arbeitet das ESZB eng mit dem Bankensektor an dem sogenannten Banks’ Integrated Reporting Dictionary (BIRD) zusammen. Dieses beruht auf einem einheitlichen Datenmodell, das sämtliche den Meldepflichten zugrunde liegende Konzepte redundanzfrei definiert und beschreibt. Auf dieser Grundlage können die Banken besser entscheiden, welche Daten sie wie aus ihren internen Systemen extrahieren und verarbeiten sollen, um die Meldeanforderungen zu erfüllen.
In weiterer Folge wird auch eine Harmonisierung des Meldewesens zwischen verschiedenen Sektoren (Banken, Versicherungen und Pensionskassen, Investmentfonds) angestrebt. Die OeNB hat so ein effizientes Meldewesen bereits vor Jahren in Zusammenarbeit mit Banken erfolgreich umgesetzt und entwickelt es laufend weiter ( Gemeinsames Meldewesen-Datenmodell ).
OeNB-Expert:innen sind maßgeblich an der Entwicklung der zuvor genannten Vorhaben beteiligt – nicht zuletzt, weil das integrierte österreichische Meldewesen auf europäischer Ebene als Vorbild gilt.
Neuer Datenkatalog erleichtert Zugang zu Wirtschafts- und Finanzstatistiken
2025 wurde der in den Vorjahren konzipierte OeNB-interne Datenkatalog implementiert. Dieser Katalog bietet einen umfassenden Überblick darüber, welche Daten und Datenprodukte in der OeNB vorhanden sind, wie diese miteinander verknüpft sind und wie darauf zugegriffen werden kann. Ausgewählte Daten des Katalogs sollen künftig auch öffentlich frei zugänglich sein (etwa im Rahmen der „ Open Data Initiative “). Zielsetzung ist eine bessere Sichtbarkeit und Transparenz der Daten sowie, in weiterer Folge, eine verstärkte Nutzung der in der OeNB verfügbaren Daten.
Der Datenkatalog ist außerdem ein wichtiger Baustein für die neue OeNB-interne Daten- und Analyseplattform. Diese Plattform ermöglicht die Nutzung von modernen Werkzeugen und von KI, um das rasante Datenwachstum, aber auch die steigenden und komplexeren Anforderungen der Nutzer:innen zu bewältigen.
Bargeld im Wandel – OeNB prägt die Richtung
OeNB als Garant für Bargeldzugang
Die OeNB setzt sich für die Stärkung des Bargelds als gesetzliches Zahlungsmittel ein. Auf EU-Ebene unterstützen wir das „ Paket zur einheitlichen Währung “ der Europäischen Kommission und setzen uns für klare Vorgaben im Bargeldbereich ein: die verbindliche Annahmepflicht, auch für unbemannte Verkaufspunkte (Automaten); die Durchsetzbarkeit der Annahmepflicht für Einzelpersonen; sowie ein Verbot einseitiger Ausschlüsse von Barzahlungen, wie „no cash“-Hinweise. Auch im Kontext des digitalen Euro fordert die OeNB Gleichbehandlung: Bargeld und sein digitaler Zwilling sollen, wo sinnvoll, denselben Rechten und Pflichten unterliegen.
Bargeld ist ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Zahlungsfreiheit. Es ist das einzige nicht kommerzielle Zahlungsmittel, das flächendeckend verfügbar und breit akzeptiert ist – und somit entscheidend soziale Teilhabe und wirtschaftliche Stabilität stärkt. Gerade in einer zunehmend digitalen Welt ist die aktive Sicherung der Bargeldinfrastruktur unverzichtbar.
Die OeNB steht österreichweit für einen einfachen und verlässlichen Zugang zu Bargeld. Wir überwachen die aktuelle Versorgungslage und liefern aktuelle Daten zur Erreichbarkeit von Bargeld-Abhebeorten auf Gemeindeebene. Gemeinsam mit unserer Tochtergesellschaft GELDSERVICE AUSTRIA (GSA) arbeiten wir an effizienten und regional optimierten Lösungen für den Bargeldkreislauf. Durch engen Austausch mit den Banken bieten wir maßgeschneiderte Servicepakete und eine nachhaltige Bargeldlogistik.
Die OeNB schließt auch Lücken in der grundsätzlich sehr guten Bargeldversorgung. Ziel ist es, bis zu 120 Geldausgabegeräte vor allem im ländlichen Raum zu installieren. Per 10. Februar 2026 waren bereits 39 dieser Geräte in ganz Österreich in Betrieb. Das Projekt sichert gemeinsam mit dem Österreichischen Gemeindebund und dem Österreichischen Städtebund den Bargeldzugang in schlecht versorgten Regionen und stärkt die finanzielle Inklusion. Für diese Initiative wurde die OeNB bei den CashTech Innovation Awards 2025 als „Best CashTech Innovator“ ausgezeichnet.
Bargeld als unverzichtbares Zahlungsmittel
Bargeld ist mehr als nur ein Zahlungsmittel – es steht für Verlässlichkeit, Unabhängigkeit und Teilhabe. Es ist einfach, weil es überall akzeptiert wird und keine Technik benötigt. Es ist sicher, weil es unabhängig von digitalen Systemen und Störungen funktioniert und volle Kostenkontrolle ermöglicht. Es ist für alle, weil es jedem Menschen Zugang zu einer grundlegenden Form des Bezahlens bietet – unabhängig von Alter, Einkommen oder technischen Voraussetzungen. Bargeld garantiert echte Wahlfreiheit – auch in einer zunehmend digitalen Welt, da es kein privates Geschäftsmodell ist, sondern gesetzliches Zahlungsmittel.
Bargeld besitzt in Österreich weiterhin einen hohen Stellenwert und wird von der Bevölkerung als verlässliches, praktisches und breit akzeptiertes Zahlungsmittel geschätzt. Die große Mehrheit der Menschen verbindet damit Sicherheit, einfache Handhabung, Ausgabenüberblick und die Möglichkeit unter Wahrung der Privatsphäre unabhängig zu bezahlen. Auch im Alltag bleibt Bargeld für viele ein fester Bestandteil ihres Zahlungsverhaltens, und es wird regelmäßig genutzt – sowohl für kleinere als auch für größere Beträge.
Die Akzeptanz im Handel ist überwiegend gegeben, wenngleich einzelne Branchen gelegentlich Einschränkungen erkennen lassen. Bargeld ist für die meisten weiterhin leicht zugänglich, da entsprechende Bezugsquellen gut erreichbar sind. Insgesamt zeigt sich, dass Bargeld über alle Altersgruppen hinweg eine bedeutende Rolle spielt und für viele Menschen ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer finanziellen Selbstbestimmung bleibt.
Zukünftige Euro-Banknoten: sicher, modern und innovativ
2025 startete die EZB einen EU-weiten Designwettbewerb für die neue Euro-Banknotenserie zu zwei möglichen Themen: „Europäische Kultur: Gemeinsame Kulturstätten“ und „Flüsse und Vögel: Stark durch Vielfalt“. 2026 werden vorausgewählte Designs der Bevölkerung präsentiert, und die Öffentlichkeit wird weiter einbezogen, damit sich Europäer:innen jeden Alters mit den Designs auseinandersetzen können. Voraussichtlich Ende 2026 wird die EZB das finale Design und den Zeitplan für die Herstellung und Ausgabe der neuen Euro-Banknoten festlegen.
Das Thema „Flüsse und Vögel“ befasst sich mit der Widerstandskraft und Vielfalt der Natur. Beim Thema „Europäische Kultur“ geht es um gemeinsame Kulturstätten und herausragende europäische Persönlichkeiten. So wäre geplant, auf der 200-Euro-Banknote eine Österreicherin abzubilden: Bertha von Suttner, die erste Friedensnobelpreisträgerin. Dies würde ein starkes Zeichen für den Frieden und die bedeutende Rolle der Frauen in Europa setzen. Unabhängig vom gewählten Thema – ob europäische Kulturstätten und Persönlichkeiten oder Naturmotive – werden die Banknoten das gemeinsame Erbe und die Werte Europas widerspiegeln.
Mit der nunmehr dritten Banknotenserie seit Einführung des Euro bekräftigen die EZB und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems die Bedeutung von Bargeld. Damit setzen sie ein klares Zeichen: Bargeld bleibt wichtig – auch im digitalen Zeitalter.
Digitaler Euro: Eurosystem startet planmäßig nächste Phase der technischen Vorbereitung
Der digitale Euro soll das erste digitale gesetzliche Zahlungsmittel für alle Bürger:innen des Euroraums sein. Er soll das Euro-Bargeld und die bestehenden Zahlungslösungen ergänzen und damit öffentliches Geld auch im digitalen Raum verfügbar machen.
Die unsichere Weltlage zeigt deutlich, warum Europa eine unabhängige, verlässliche Infrastruktur für den digitalen Zahlungsverkehr braucht. Als kritische Infrastruktur stärkt der digitale Euro die strategische Autonomie Europas gegenüber außereuropäischen Zahlungssystemen und privaten Kryptowährungen mit Zahlungsfunktion, wie etwa Stablecoins (zu den Chancen und Risiken im Zusammenhang mit Stablecoins siehe auch die von der OeNB und der Boston Consulting Group veröffentlichte Studie ). Damit trägt der digitale Euro dazu bei, Europa eigenständiger, wettbewerbsfähiger und widerstandsfähiger zu machen.
Nutzen für Bürger:innen, Banken und Wirtschaft
Der digitale Euro soll, genauso wie Bargeld, für alle Menschen einfach zugänglich und überall nutzbar sein. Er ermöglicht mehr Dynamik, Wettbewerb und Innovation. Dadurch sollen Bürger:innen, Unternehmen und Zahlungsdienstleister das Potenzial des (digitalen) europäischen Binnenmarkts besser ausschöpfen können: Für die Menschen bedeutet der digitale Euro ein zusätzliches digitales Zahlungsmittel und somit mehr Wahlfreiheit. Unternehmen könnten mehr Reichweite für ihre Güter und Dienstleistungen erzielen und europaweit von Skalen- und Netzwerkeffekten profitieren. Zahlungsdienstleister wie Banken und FinTechs erhalten eine europäische Plattform zur Entwicklung innovativer Produkte und wären weiterhin ein wichtiger direkter Kontakt für Kund:innen.
Fortschritte bei technischen und gesetzlichen Vorbereitungen
Das Projekt digitaler Euro schreitet im Eurosystem auf technischer Ebene und bei den EU-Mitgesetzgebern auf regulatorischer Ebene planmäßig voran. Die Entscheidung über die Ausgabe eines digitalen Euro wird das Eurosystem – also die EZB und die Zentralbanken der Euroraum-Länder – jedoch erst dann treffen, wenn der Rechtsrahmen dafür feststeht.
Das Eurosystem beendete im Oktober 2025 fristgerecht die zweijährige Vorbereitungsphase . Im November 2025 startete eine neue, bis Ende 2027 laufende Projektphase , in der die Voraussetzungen für den digitalen Euro geschaffen werden: Im Mittelpunkt stehen dabei die Vorbereitung der technischen Infrastruktur, die Einbindung des Marktes und die Unterstützung des EU-Gesetzgebungsverfahrens.
Der EU-Gesetzgebungsprozess machte 2025 ebenso Fortschritte. Ein wesentlicher Meilenstein wurde Ende Dezember mit der Einigung im Europäischen Rat auf eine Verhandlungsposition zum digitalen Euro erreicht. Nachdem die EU-Mitgesetzgeber (Europäisches Parlament und Rat) ihre Positionen festgelegt haben, müssen sie sich mit der Europäischen Kommission über den Gesetzesentwurf vom 28. Juni 2023 zum einheitlichen Währungspaket einigen. Dieses Paket beinhaltet Vorschläge, die den Euro als Bargeld stärken und die Schaffung eines Rechtsrahmens für den digitalen Euro ermöglichen sollen. Eine Einigung darüber kann möglicherweise bereits 2026 erzielt werden. Sobald diese vorliegt, kann das Eurosystem zügig an der Testung und Umsetzung des digitalen Euro weiterarbeiten: Eine Pilotphase könnte 2027 starten, eine mögliche Erstausgabe 2029.
OeNB wirkt aktiv am Projekt digitaler Euro mit
Die OeNB arbeitet auf nationaler Ebene und im Eurosystem aktiv am Projekt des digitalen Euro mit. Ein digitaler Euro hätte klare Vorteile für den Handel und den für Österreich wichtigen Tourismus: mehr Reichweite, Kosteneffizienz, einfacher Zugang zu den europäischen Märkten. Auch Unternehmen und Kreditinstitute könnten vom Innovationspotenzial profitieren. Der digitale Euro macht es möglich, neue Ideen und digitale Lösungen praxisnahe auszutesten und sie anschließend in ganz Europa alltagstauglich nutzbar zu machen.
Darauf lag 2025 einer der Schwerpunkte: Eurosystemweit beteiligten sich über 70 Banken, FinTechs, Händler, Universitäten und Unternehmen – davon insgesamt acht aus Österreich – als Innovationspartner am Ausloten innovativer und praktischer Anwendungsmöglichkeiten des digitalen Euro. Schließlich soll der digitale Euro ebenso wie sein analoger Zwilling, das Euro-Bargeld, für alle Menschen einfach und inklusiv verwendbar sein.
Die OeNB ist hierbei eine Vorreiterin innerhalb des Eurosystems: Seit Projektbeginn werden auch von finanzieller bzw. digitaler Ausgrenzung betroffene Bevölkerungsgruppen direkt in die Ausgestaltung des digitalen Euro miteinbezogen. Zudem steht die OeNB regelmäßig in engem Austausch mit österreichischen Marktteilnehmer:innen und Vertreter:innen der Kreditwirtschaft, des Handels, des Verkehrs und des Tourismus sowie der Interessensverbände und der Öffentlichkeit.
Zusammen mit fünf weiteren Eurosystem-Zentralbanken hat sich die OeNB außerdem zur Allianz für den digitalen Euro zusammengeschlossen. Zu dieser Allianz gehören auch die Deutsche Bundesbank , die Banque de France , die Banco de España , die Banca d’Italia und die Lietuvos bankas (litauische Zentralbank). Gemeinsam wird diese Allianz zentrale Zahlungsabwicklungs-Komponenten für den digitalen Euro entwickeln. Dank ihrer Mitwirkung kann die OeNB einschlägige Kompetenzen in diesem Bereich aufbauen und so eine erfolgreiche und zukunftsgerichtete Zahlungsverkehrslandschaft in Österreich und Europa aktiv mitgestalten. Die weiteren Komponenten, wie etwa jene für die Offline-Funktion des digitalen Euro, werden von privaten europäischen Anbietern entwickelt. Diese wurden im Zuge einer öffentlichen Ausschreibung 2025 ausgewählt.
Der digitale Euro aus Perspektive der Finanzmarktstabilität
Die EZB und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems begleiten die Entwicklung und mögliche Einführung des digitalen Euro auch aus der Perspektive der Finanzmarktstabilität. Dabei geht es vor allem um die Abschätzung möglicher Auswirkungen auf die Liquiditätsausstattung sowie die Erträge und Kosten von Banken – insbesondere aufgrund der Substitution von Bankeinlagen durch Guthaben in digitalen Euro.
Laut bisherigen Analysen, u. a. von der EZB und der OeNB , ist die Finanzmarktstabilität bei Verwendung des digitalen Euro für alltägliche Zahlungen jedenfalls gewährleistet. Potenziellen systemischen Risiken in bestimmten krisenhaften Situationen wird durch klar definierte und durch Studien untermauerte Bestandsobergrenzen für den digitalen Euro entgegengewirkt. Aus den Analysen geht aber auch hervor, dass die Auswirkungen je nach Geschäftsmodell der Banken sehr unterschiedlich ausfallen können.
Aus Sicht der Finanzmarktstabilität sollte die Zahlungsfunktion (im Gegensatz zur Wertaufbewahrungsfunktion) des digitalen Euro im Vordergrund stehen. Das Eurosystem hat bei der Ausgestaltung des digitalen Euro die Finanzmarktstabilität im Blick und kann die dafür relevanten Parameter, insbesondere Bestandsobergrenzen, festlegen und anpassen. Entsprechende quantitative Analysen aus Perspektive der Finanzmarktstabilität liefern dafür wichtige Erkenntnisse.
OeNB als vielfältiges Unternehmen
OeNB setzt sich in allen Bereichen für Nachhaltigkeit ein
Die OeNB berücksichtigt in ihren Fachbereichen das Thema ESG . Die Abkürzung ESG steht für Environmental, Social und Governance (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) und bezeichnet ein umfassendes Regelwerk, mit dem wir eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung fördern wollen.
Das Thema Nachhaltigkeit ist sehr breit gefächert und weist unterschiedliche, interdisziplinäre Ausprägungen auf. So tragen verschiedene Bereiche der OeNB Verantwortung für ökologische und soziale Nachhaltigkeit sowie verantwortungsbewusste Unternehmensführung. Den Aufgaben in diesen ESG-Bereichen kommen wir nicht nur innerhalb der OeNB, sondern auch in internationalen Gremien nach.
Ökologische Nachhaltigkeit – neue Initiativen und erreichte Meilensteine
Das Umweltmanagement der OeNB ist seit 25 Jahren gemäß dem Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) zertifiziert. Für dieses Umweltmanagementsystem, das Unternehmen hilft, umweltfreundlicher zu werden, konnten wir uns 2025 erfolgreich rezertifizieren.
Im Berichtsjahr lag der Schwerpunkt auf dem Thema Energiesparen. Dementsprechend wurden im Hauptgebäude alte Fenster ausgetauscht; bei einem der weiteren Bürogebäude wird derzeit die Fassade renoviert und abgedichtet. Auf unseren Dächern gewinnen wir nunmehr nachhaltige Energie aus Photovoltaik und das Bürogebäude unserer Zweigstelle in Innsbruck wird mittlerweile mittels Fernwärme beheizt.
Alle Informationen zu unserem Umweltmanagement und unsere Umwelterklärung sind auf der OeNB-Website verfügbar.
Das Veranlagungsmanagement der OeNB legt – in Abstimmung mit dem Eurosystem – jährlich einen Bericht über die Nachhaltigkeit unserer Investments vor.
In der Bankenaufsicht begleitet die OeNB die Entwicklung von neuen Vorgaben zur stärkeren Berücksichtigung von Risiken im Zusammenhang mit ESG. Ein Beispiel sind die technischen Standards der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde zur Offenlegung von ESG-Risiken. Im Zuge einer SSM-weiten thematischen Überprüfung wurde die Prüfung der Klimarisiken bei bedeutenden Instituten finalisiert. Die Ergebnisse, inklusive Best Practices, wurden mit den einzelnen Banken besprochen. Klimarisiken bleiben ein zentraler Schwerpunkt der europäischen Bankenaufsicht im Rahmen des SSM. Ein weiterer Fokus liegt auf der Umsetzung der Transitionsplanung, die für einen Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft unerlässlich ist.
In Österreich arbeiten wir an einer effizienten Weiterentwicklung der Behandlung von ESG-Risiken im Rahmen der Aufsicht über weniger bedeutende Institute. Dabei berücksichtigen wir das Prinzip der Verhältnismäßigkeit (Proportionalität) und vermitteln den Instituten unsere klaren aufsichtlichen Erwartungen. Wir integrieren beispielsweise ESG-Fragestellungen in den aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP); ergänzend dazu gibt es u. a. ein aktualisiertes ESG-Dashboard und eine Querschnittsanalyse. Zur Förderung des Austausches über ESG-Risiken wurde für die Institute 2025 zudem ein Workshop abgehalten.
Die OeNB arbeitet auch an einer SSM-Arbeitsgruppe zur freiwilligen Entwicklung einheitlicher Aufsichtsansätze und Methoden im ESG-Bereich mit. Im Berichtsjahr setzten wir uns darüber hinaus insbesondere mit physischen Risiken auseinander. Konkret haben wir geografische Schneerisiken mit detaillierten Kreditdaten verknüpft; die Ergebnisse wurden in einem OeNB-Blogbeitrag veröffentlicht.
Im Bereich der Statistik lag unser Fokus auf der Mitwirkung auf europäischer Ebene: Wir arbeiteten an der Entwicklung künftiger Meldeinhalte für Kreditinstitute mit und erschlossen neue Datenquellen. Zudem wirkten wir an der Verbesserung der Methodologie mit, die den EZB-Klimaindikatoren zugrunde liegt. In Übereinstimmung mit EZB-Vorgaben analysieren wir die Klimarisiken nichtfinanzieller Unternehmen; diese sind für die Bonitätsbeurteilung im Zusammenhang mit der Durchführung geldpolitischer Geschäfte relevant (siehe auch „ Nachhaltige Finanzwirtschaft erfordert belastbare Klimaindikatoren “).
Der Fachbereich Volkswirtschaft liefert Analysen zu den Chancen und Risiken der Dekarbonisierung für Wirtschaft und Geldpolitik. Ebenso berücksichtigen wir die physischen Risiken in unseren Analysen zur Preis- und Finanzstabilität. 2025 wurde eine Reihe öffentlicher Debatten zur Energiewende mit reger Publikumsbeteiligung veranstaltet. Ferner organisierten wir zwei Kurse über Green Finance für internationale Regulierungsbehörden und Zentralbanken und veröffentlichten einschlägige wissenschaftliche Studien und Blogbeiträge . Die Expert:innen des Fachbereichs liefern laufend Stellungnahmen und Einschätzungen zu nationalen und europäischen Gesetzesvorlagen im Nachhaltigkeitsbereich. Höhepunkt der öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen war 2025 die Green-Finance-Konferenz , die gemeinsam mit dem Umweltbundesamt in der OeNB veranstaltet wurde.
Im internen Risikomanagement der OeNB-Veranlagung wurde auch 2025 ein Klimastresstest für das nicht geldpolitische Portfolio durchgeführt. Ziel war es, zu simulieren, wie sich wichtige Risikokennzahlen und Verlustpotenziale anhand von zwei Negativszenarien gegenüber einem Basisszenario entwickeln. Damit wurden die unmittelbaren und direkten betriebswirtschaftlichen Konsequenzen für die OeNB-Veranlagung geschätzt. Die ausgewählten Szenarien basieren auf Szenarien des Network for Greening the Financial System (NGFS), eines freiwilligen Zusammenschlusses von Notenbanken und Aufsichtsorganen.
In NGFS-Arbeitsgruppen arbeitet die OeNB an Empfehlungen und Best Practices mit. Gleichzeitig profitiert die OeNB vom intensiven Wissensaustauch mit anderen Notenbanken.
Weichenstellung für Gleichbehandlung und Diversität in der OeNB
Mit 1. September 2025 wurde im Organigramm der OeNB eine neue Organisationseinheit verankert: das Referat für Diversität und Gleichbehandlung (REFDG). Es bündelt erstmals die Themen Chancengleichheit, Vielfalt und Inklusion sowie die Aktivitäten des Sustainability Offices und des betrieblichen Umweltschutzes. Die ehrenamtlich tätigen Gleichbehandlungsbeauftragten bleiben darüber hinaus in ihrer Funktion und stehen weiterhin allen Mitarbeiter:innen beratend zur Seite. Mit der neuen Struktur werden sie institutionell und organisatorisch gestärkt.
Die Verankerung der oben genannten Aufgaben in einer eigenen Organisationseinheit ermöglicht eine ganzheitliche, koordinierte und vor allem wirksame Umsetzung strategischer Maßnahmen. Letztere zielen darauf ab, Diversität und Gleichbehandlung als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen der OeNB zu implementieren und ihre Relevanz nachhaltig sichtbar zu machen. Damit erfüllen wir nicht nur die Vorgaben des Bundes-Gleichbehandlungsgesetzes, sondern bereiten uns auch auf die ab Juni 2026 geltende EU-Richtlinie über Standards für Gleichbehandlungsstellen vor. Zudem setzen wir bewusst ein Zeichen nach außen und bekennen uns klar zu Diversität und Chancengleichheit. Wenn die OeNB intern und extern Vielfalt abbildet, stärken wir nicht nur unsere Glaubwürdigkeit, sondern schaffen auch Strukturen, die gerechter, zukunftsfähiger und näher an der Lebensrealität der Gesellschaft sind.
Die erste und stärkste Maßnahme haben wir gleich mit der Gründung des Referats umgesetzt: Seit September 2025 ist die Leitung des REFDG in den gesamten Besetzungsprozess zur Vergabe von Fach- und Führungskarrierepositionen eng eingebunden. Mit der zweiten vom REFDG vorgeschlagenen und vom Direktorium beschlossenen Maßnahme reagieren wir auf den derzeit niedrigen Frauenanteil in OeNB-Gremien: Zukünftig soll über eine Selbstverpflichtung sichergestellt werden, dass Gremien, Panels, Hearings, Arbeitsgruppen und Projekte divers besetzt sind. Konkret soll ein ausgeglichener Gendermix angestrebt werden bzw. zumindest ein Drittel weiblich besetzt sein. 2025 konnte bereits ein großer Erfolg erzielt werden: Der Anteil der Ernennungen weiblicher Führungskräfte erreichte erstmals 50%.
#TeamOeNB – die Mitarbeiter:innen im Mittelpunkt
In Zeiten anhaltenden Wandels und zunehmender Dynamik auf den Arbeitsmärkten gewinnt der Faktor Mensch weiter an Bedeutung. Der Unternehmenserfolg wird maßgeblich durch die Kompetenz und das Engagement der Mitarbeiter:innen bestimmt. Gleichzeitig hat sich der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte deutlich intensiviert, während klassische Recruiting-Ansätze an Wirksamkeit verlieren. Vor diesem Hintergrund rückt unsere Attraktivität als Arbeitgeberin noch weiter in den Fokus.
Employer Branding – mehr als ein Lippenbekenntnis
Im Jahr 2025 stand das Employer Branding in der OeNB im Mittelpunkt. Das Projekt #TeamOeNB trug dazu bei, die Positionierung der OeNB als attraktive Arbeitgeberin weiterzuentwickeln. Auf Grundlage repräsentativ zusammengestellter Fokusgruppenbefragungen ermittelten wir zentrale Erwartungen, Beweggründe und Potenziale der Mitarbeiter:innen unserer Organisation. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass insbesondere die hohe Fachkompetenz unserer Mitarbeiter:innen sowie die enge Kooperation zwischen den Bereichen zu unseren größten Erfolgsfaktoren zählen. Darauf aufbauend haben wir vielfältige interne Initiativen und bereichsübergreifende Get-together-Formate entwickelt, die den persönlichen Austausch stärken, das gegenseitige Verständnis vertiefen und ein noch engeres Miteinander fördern.
„Was wir tun, zählt.“
Die OeNB als Arbeitgeberin steht für Stabilität, Innovation und eine sinnstiftende Tätigkeit. Mit dem im Rahmen des Projekts #TeamOeNB entwickelten Claim „Was wir tun, zählt“ wird das auf den Punkt gebracht. Unter diesem Leitgedanken rücken wir bewusst die Mitarbeiter:innen und ihre Aufgaben in den Mittelpunkt. Dazu zählt auch ein neues Videoformat, in dem Kolleg:innen aus unterschiedlichen Bereichen ihre Berufsprofile vorstellen und Einblicke in ihren Arbeitsalltag geben. Ergänzend stärken wir im Sinne einer vorausschauenden Nachwuchsförderung den frühzeitigen Kontakt zu potenziellen Fachkräften – u. a. durch Get-together-Events für Praktikant:innen. Diese Maßnahmen fördern Vernetzung, Einbindung und Orientierung und unterstützen eine nachhaltige Talentbindung bereits in frühen Phasen.
Die Arbeitgeberin OeNB als verlässliche Partnerin
Die Arbeitgeberin OeNB versteht sich als verlässliche Partnerin, deren starke Marke in gelebten, attraktiven und stabilen Rahmenbedingungen wurzelt. Im Zentrum steht ein Arbeitsumfeld, das die unterschiedlichen Lebensphasen und Bedürfnisse unserer Mitarbeiter:innen ernst nimmt und ihnen flexible Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Dazu zählen moderne Arbeitszeitmodelle ebenso wie Homeoffice-Angebote und ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, die individuelle Entwicklungen gezielt unterstützen. Die Ausbildungstage sind im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht zurückgegangen, verbleiben aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Ein besonderer Fokus liegt außerdem auf der Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die als zentraler Bestandteil unserer Bestrebungen kontinuierlich gestärkt und weiterentwickelt wird.
| Teilzeit-Anteil in % | 24,8 |
|---|---|
| Homeoffice-Tage pro Mitarbeiter:in im Jahr | 67,1 |
| Sabbaticals | 21 |
| Aus- und Weiterbildungs-Tage pro Mitarbeiter:in im Jahr | 4,7 |
| Mobilitätsrate in %1 | 8,6 |
| Fluktuationsrate in % | 2,8 |
| Durchschnittliche Dienstzugehörigkeit in Jahren | 13,7 |
|
1 Anteil der Mitarbeiter:innen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit
entweder einen zeitlich befristeten Arbeitseinsatz bei nationalen oder internationalen Organisationen absolviert oder an internen Jobrotationen teilgenommen haben. Dies umfasst auch die Teilnahme an Vor-Ort-Prüfungen durch länderübergreifende Teams im Rahmen der europäischen Bankenaufsicht. |
|
| Anmerkung: Stichtag 31. Dezember 2025. | |
| Quelle: OeNB. | |
Verstärkung im Bereich Diversität und Gleichbehandlung
Wir legen großen Wert auf Diversität und Chancengleichheit sowie auf die nachhaltige Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden. Gesundheitsprävention, Bewusstseinsbildung und ein vielfältiges Angebot an gesundheitsfördernden Maßnahmen sind fest in unseren Aktivitäten verankert und werden kontinuierlich weiterentwickelt – von Bewegungs- und Vorsorgeprogrammen bis hin zu regelmäßigen Informationsveranstaltungen. Diese ganzheitliche Ausrichtung trägt maßgeblich zu einer hohen Mitarbeiter:innenbindung und einer geringen Fluktuation (2,8%) bei.
| % | |
|---|---|
| Fachkarriere gesamt | 39,5 |
| Führungskarriere gesamt | 30,1 |
| davon: | |
| Gruppenleiter:in | 20,8 |
| Stellvertretende:r Abteilungsleiter:in | 31,3 |
| Abteilungsleiter:in | 40,5 |
| Direktor:in der Hauptabteilung | 33,3 |
| Anmerkung: Stichtag 31. Dezember 2025. | |
| Quelle: OeNB. | |
Mit der Gründung des REFDG wurde eine zentralisierte, spezialisierte Anlaufstelle geschaffen, wenngleich die Themen Diversität, Gleichbehandlung und Inklusion auch bisher schon zentrale Elemente in der Personalentwicklung waren. Zwischen dem REFDG und der Abteilung People and Culture besteht ein enger, regelmäßiger Austausch, um Maßnahmen abgestimmt weiterzuentwickeln und organisationsweit zu verankern. In diesem Zusammenhang sind auch die Organisation der OeNB-Teilnahme am Programm „MyAbility“ sowie am „Inclusive Business & DEI Summit“ offiziell von der Personalentwicklung in das neue Referat übergegangen (siehe auch „ Weichenstellung für Gleichbehandlung und Diversität in der OeNB “).
OeNB als attraktive Arbeitgeberin mehrfach ausgezeichnet
Die Qualität unserer Maßnahmen wird auch extern bestätigt: Zahlreiche Auszeichnungen und Zertifizierungen – darunter das Gütesiegel der Österreichischen Gesundheitskassa für Betriebliche Gesundheitsförderung, das Audit „ berufundfamilie “ sowie die Anerkennung als „ Leading Employer “ – unterstreichen unseren Anspruch, langfristig attraktive und zukunftsfähige Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Unser Anspruch als Arbeitgeberin ist es, Expert:innen zu gewinnen, die zu uns passen, sie langfristig zu begleiten und ihnen ein Umfeld zu bieten, in dem sinnstiftende Aufgaben und echte Entwicklungsperspektiven begeistern. Damit schaffen wir die Grundlage für eine starke, zukunftsorientierte OeNB, in der engagierte Mitarbeiter:innen gemeinsam Wirkung entfalten.
Compliance und Interne Revision sorgen für hohe Ethik-Standards und wirksame Kontrollsysteme
Das Compliance Office (CO) begleitete 2025 die organisatorischen Umstrukturierungen in der OeNB. Hierbei stellte das CO sicher, dass alle Mitarbeiter:innen und Führungskräfte in ihren neuen Aufgaben und Funktionen wie bisher die höchsten ethischen Standards entsprechend dem Code of Conduct und diversen Dienst- und Bereichsvorschriften erfüllen.
Als Teil des Ethik- und Compliance-Ausschusses des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) unterstützte das CO u. a. eine Awareness-Kampagne der EZB in Form eines Compliance-Quiz, an dem Teams aller Zentralbanken des ESZB teilnahmen. Zudem sorgte das CO dafür, dass in den OeNB-Tochtergesellschaften ein einheitliches Verständnis über Ethik-Standards gelebt wird.
Die Interne Revision (REV) ist die unabhängige Prüfungs- und Beratungsinstanz der OeNB; sie arbeitet im Einklang mit internationalen und europäischen Berufsstandards. Mit risikoorientierten Prüfungen leistet die REV einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren des internen Kontroll- und Steuerungssystems. Durch laufende Methodeninnovation wird auch ein verstärkter Fokus auf effiziente Geschäftsprozesse und Optimierungspotenziale gelegt.
Die Arbeit der REV ist über das Internal Auditors Committee (IAC) eng in die Strukturen des Eurosystems, des ESZB und des SSM eingebunden. Das Jahr 2025 stand auch im IAC ganz im Zeichen der Innovation und Weiterentwicklung von Methoden. Als Innovationsvorreiterin im IAC bringt sich die REV in diese Entwicklungen ein und leitet beispielsweise die ESZB-weite Taskforce zur Anwendung von KI in der Revisionsarbeit.
Durch die Anwendung von innovativen Methoden, wie quantitativen Datenanalysen, Machine Learning und Prozessanalysen, agiert die REV als zukunftsgerichtete Prüforganisation in der OeNB. Diese Innovationsfelder sowie die diesbezügliche Themenführerschaft im IAC wurden 2025 stark ausgebaut und stellen auch die strategischen Schwerpunkte der REV für das Jahr 2026 dar.
Kasten 6: Cybersicherheit und Cyberresilienz schützen vor erhöhten Risiken
2025 hat die OeNB ihr Umsetzungsprojekt zur Stärkung der Cyberresilienz erfolgreich abgeschlossen. Damit erfüllen wir die erste Stufe der Anforderungen des Eurosystems, denen Finanzmarkt-Infrastrukturen in puncto Cyberresilienz entsprechen sollen (cyber resilience oversight expectations – CROE). Um das höchste Niveau der CROE-Anforderungen umzusetzen und weitere Themen der Informationssicherheit zu adressieren, hat die OeNB das Informationssicherheits-Programm 2030 initiiert. Dieses Programm dient der langfristigen Vorbereitung auf sicherheitsrelevante Bedrohungen und der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Informationssicherheit. Es wird vom Chief Information Security Officer (CISO) der OeNB vorangetrieben.
In der aktuellen geopolitischen Lage sind vermehrt politisch motivierte Cyberangriffe zu verzeichnen, die sich gegen europäische Institutionen, Unternehmen und kritische Infrastrukturen richten. Diese Angriffe werden häufig von staatlich unterstützten Akteur:innen oder Hackergruppen durchgeführt, um politische Ziele durchzusetzen, Systeme zu destabilisieren oder strategische Vorteile zu erlangen. Neben klassischen Angriffsmustern beobachtet die OeNB eine Zunahme von Angriffen, bei denen Schwachstellen in Lieferketten ausgenutzt werden, um vertrauenswürdige Systeme zu infiltrieren. Aufgrund dieser dynamischen Bedrohungslage treibt die OeNB die technische Weiterentwicklung ihrer Sicherheitsinfrastruktur voran. Dazu gehören u. a. die Implementierung moderner Schutzmechanismen, der Betrieb eines modernen Security Operations Centers (SOC), regelmäßige Schulungen und Kampagnen sowie die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Institutionen. Damit stärken wir die Resilienz unserer Systeme und gewährleisten die Stabilität unserer IT-Infrastruktur auch unter erhöhten Bedrohungslagen.
Die OeNB überprüfte 2025 zudem, inwieweit mit CROE die Anforderungen des Digital Operational Resilience Act (DORA) erfüllt sind. DORA ist eine EU-Verordnung, die die digitale Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors stärken soll. Sie verpflichtet Finanzunternehmen und deren IT-Dienstleister dazu, sich besser gegen Cyberangriffe, IT Störungen und sonstige Betriebsrisiken zu wappnen und Ausfälle schnell zu bewältigen. Die Überprüfung zeigte, dass CROE 88 % der DORA-Anforderungen abdeckt; verbleibende Abweichungen werden von der OeNB bereits adressiert. Weiters führte der Enterprise Chief Information Security Officer (E-CISO) 2025 eine Analyse der gesamten OeNB-Unternehmensgruppe mittels der vom Center for Internet Security (CIS) veröffentlichten Sicherheitskontrollen durch. Die CIS-Kontrollen sind international als Sicherheitsmaßnahmen zur Verbesserung der Cybersicherheit anerkannt. Die OeNB schnitt in fast allen Bereichen sehr gut ab; die Ergebnisse wurden in einem Risikoanalysebericht zusammengefasst, der auch mögliche Verbesserungsmaßnahmen vorsieht. Die Ergebnisse der OeNB-Töchter flossen in deren Schwerpunktplanungen für 2026 mit ein.
2026 wird die OeNB ihren Fokus auf das Informationssicherheits-Programm 2030 und auf die Weiterentwicklung des SOC legen. Zusätzlich dazu soll der für die OeNB-Unternehmensgruppe geschaffene Prozess (cyber risk strategy process – CRISP) weiter stabilisiert werden. Ferner ist ein Review der CIS-Kontrollen in den OeNB-Töchtern und die Umsetzung von CIS-Maßnahmen auf Ebene der Unternehmensgruppe geplant. Ein bankweiter Fokus wird außerdem auf der Vorbereitung auf zukünftige Risiken durch Quantencomputer (post-quantum cryptography) und auf der Einführung eines Risikomanagements für Drittparteien liegen. Nicht zuletzt sind Risikoanalysen zu aktuellen Themen, wie etwa künstliche Intelligenz oder Cloud-Technologien, geplant.
Kasten 7: Einsatz von künstlicher Intelligenz in der OeNB
Nach der erfolgreichen Initiative „AI 2024“ hat die OeNB ihre Aktivitäten im Bereich künstliche Intelligenz (KI) im Jahr 2025 konsequent ausgebaut. Damit haben wir ein klares Signal für Innovation und digitale Transformation gesetzt. Ein Meilenstein war die Einführung eines multimodalen Chatbots mit angebundener Wissensdatenbank, der den Zugang zu internen Informationen erheblich erleichtert und Mitarbeiter:innen bei der täglichen Arbeit unterstützt. Dieses System ist ein intelligenter Begleiter, der Fragen beantwortet und Wissen dort verfügbar macht, wo es gebraucht wird.
Die für den Chatbot genutzte generative KI basiert auf Open-Source-Technologien, die auf unserer IT-Infrastruktur laufen. Auf Basis dieser KI haben wir auch weitere Anwendungsfälle erfolgreich umgesetzt. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Automatisierung von Prozessen in der Gremienarbeit, die nicht nur Zeit spart, sondern auch die Qualität der Abläufe deutlich verbessert. Diese Beispiele zeigen, wie KI die Effizienz steigern, Routineaufgaben vereinfachen und Raum für wertschöpfende Tätigkeiten schaffen kann.
Parallel dazu hat die OeNB 2025 die Grundlage für das strategische Leuchtturmprojekt „KI in der OeNB“ geschaffen. Hierfür haben wir fünf zentrale Handlungsfelder definiert, in denen KI künftig eingesetzt werden soll:
- am Arbeitsplatz, um Mitarbeiter:innen durch intelligente Systeme zu unterstützen;
- in Prozessen, um Geschäftsabläufe zu optimieren bzw. zu automatisieren;
- in der Softwareentwicklung für die Code-Generierung, Qualitätssicherung und Dokumentation;
- in bestehenden und neuen Applikationen, um KI-Funktionen zu integrieren; sowie
- in IT-Lösungen, die am Markt verfügbar sind und bestehende Software ergänzen.
Mit diesen Initiativen verfolgt die OeNB eine klare Vision: Wir möchten den Einsatz von KI nicht isoliert, sondern als integralen Bestandteil einer modernen, agilen und zukunftsorientierten Organisation etablieren. Ziel ist es, Innovation und Effizienz zu verbinden, sodass die OeNB auch weiterhin fit für die digitale Zukunft bleibt.
Finanzbildung deutlich ausgebaut
Mit neuen Zielgruppen mehr erreichen
Die OeNB setzte im Berichtsjahr gezielt auf neue Zugänge und Zielgruppen. Ein Schwerpunkt lag auf dem Dialog zwischen den Generationen: Im Pilotprojekt „Achtung, Betrug!“ erklärten Jugendliche älteren Menschen, wie sie sich vor digitalen Betrugsformen schützen können. Der Peer-to-Peer-Ansatz stärkte sowohl das Verständnis für digitale Risiken als auch Vertrauen und gegenseitigen Austausch.
Niederschwellige digitale Angebote erleichtern den Einstieg in Finanzthemen und ergänzen persönliche Formate. Mit den FinBasics E-Learnings entwickelte die OeNB leicht zugängliche Online-Kurse zur Finanzbildung, die grundlegendes Finanzwissen in einfacher Sprache vermitteln, etwa zur Eröffnung eines Bankkontos. Die Kurse wurden erfolgreich in Jugendcoachings, der Lehrlingsausbildung sowie an Polytechnischen Schulen eingesetzt und erreichen junge Menschen frühzeitig und praxisnah.
Finanzielle Vorsorge beginnt mit klaren Zielen und ähnelt in vielerlei Hinsicht regelmäßigem Sport. In einer Social-Media-Kampagne stellte die OeNB die Parallelen zwischen finanzieller Vorsorge und sportlichem Training in den Vordergrund. Im Mittelpunkt stand die Botschaft, dass konkrete Ziele, sorgfältige Planung sowie Geduld und Ausdauer helfen, Wünsche in erreichbare Ziele zu verwandeln.
Mit Synergien und Evaluierung mehr bewirken
Starke institutionelle Partnerschaften sichern Kontinuität und strategische Wirkung. Auf Basis der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Finanzen im Rahmen der Nationalen Finanzbildungsstrategie 2021–2026 und der Entwicklung des Finanzbildungsportals Finanznavi wurde die OeNB im Mai zum permanenten Ko-Vorsitzenden im Finanzbildungsrat der Nationalen Strategie berufen. In enger Kooperation mit Partnerorganisationen und Stakeholdern wurden im zweiten Halbjahr 2025 zentrale Weichen für die Folgestrategie gestellt.
Ready4Finance verankert Finanzbildung nachhaltig im Schulsystem. Mit diesem neuen Schulzertifikat unterstützt die OeNB gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung, dem Bundesministerium für Finanzen und der Stiftung für Wirtschaftsbildung die Weiterentwicklung der Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucher:innenbildung in Mittelschulen, AHS-Unterstufen und Sonderschulen der Sekundarstufe I.
Internationale Vernetzung verstärkt Sichtbarkeit und Wirkung von Finanzbildung. Auf europäischer Ebene wurde im Berichtsjahr das Eurosystem Informal Financial Literacy Network gegründet, in dem die OeNB eine Ko-Leitungsfunktion übernimmt. Gemeinsame Commitments stärken die Sichtbarkeit von Finanzbildung, fördern die Zusammenarbeit der nationalen Zentralbanken, schaffen eine europäische Datenbasis zur Finanzkompetenz und ermöglichen neue gemeinsame Initiativen entlang zentraler Lebensphasen.
Wirkungsmessung ist integraler Bestandteil wirksamer Finanzbildung. Mit der OeNB Financial Literacy Evaluation Series leistet die OeNB einen zentralen Beitrag zur Evaluierung von Finanzbildungsmaßnahmen. Im Jahr 2025 wurden elf Artikel dieser Reihe in einem Sammelband veröffentlicht. Die Beiträge geben praktische Empfehlungen für Evaluationsstudien und behandeln quantitative, qualitative sowie kombinierte Forschungsmethoden. Ergänzend dazu wurden weitere Fachartikel veröffentlicht, die sich mit dem Aufbau finanzieller Kompetenzen in der Schule und im Kindergarten beschäftigen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen laufend in die Finanzbildungsarbeit der OeNB ein.
Die Kommunikationskanäle der OeNB: modern, zeitgemäß und konsistent
2025 hat die OeNB ihr Corporate Design neu gestaltet. Mit dem modernisierten Design möchten wir unseren visuellen Auftritt klarer, zeitgemäßer und über alle Kommunikationskanäle hinweg konsistent darstellen.
Auch bei ihren Publikationen setzte die OeNB neue Maßnahmen: Fachpublikationen wird nunmehr eine Übersichtsseite vorangestellt, die die Kernaussagen des jeweiligen Beitrags in verständlicher Sprache zusammenfasst. Weiters wurde die Veröffentlichung von Blogbeiträgen zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen intensiviert. Mit diesen Maßnahmen möchten wir unseren Leser:innenkreis wie auch das Interesse an unseren Themen erweitern.
Der mit September 2025 finalisierte Wechsel im Direktorium der OeNB ging mit zahlreichen internen und externen Kommunikationsaktivitäten einher. Die kommunikative Begleitung fand auch in den Medien ein breites Echo. Äußerst positiv wurde die 2025 mit dem Österreichischen Gemeindebund gestartete Initiative zur Bargeldversorgung beleuchtet, insbesondere von regionalen Medien. Ziel der Initiative ist es, Lücken in der flächendeckenden Bargeldversorgung zu schließen. Im Dezember 2025 rückte die OeNB im Rahmen einer Medienkampagne sichere Zahlungsmittel, darunter auch Bargeld, stärker ins öffentliche Bewusstsein. Über digitale Kanäle und regionale Printmedien wurde die Öffentlichkeit über die Vorteile, die Sicherheit und die Verlässlichkeit von Zahlungsmitteln informiert.
Der seit Jahren stetige Anstieg der Community auf den Social-Media-Kanälen der OeNB setzte sich auch 2025 fort. Die drei reichweitenstärksten Kanäle der OeNB sind LinkedIn , Instagram und YouTube . Seit Februar 2025 ist die OeNB auch auf Bluesky aktiv. Auf Instagram wurden regelmäßig Reels u. a. zu Finanzbildungsthemen angeboten – und das auch in Österreichischer Gebärdenspräche. Informationen rund um den Designwettbewerb für die künftigen Euro-Banknoten kommunizierte die OeNB über sämtliche Social-Media-Kanäle. Mit internen und externen Kommunikationsmaßnahmen begleitete die OeNB ferner das eurosystemweite Projekt zum digitalen Euro. Ein Fixpunkt der internen OeNB-Kommunikation, die Vortragsreihe „OeNB einfach erklärt“, erfreute sich auch 2025 größter Beliebtheit.
Für das Jahr 2026 ist ein Relaunch der OeNB-Website geplant. Mit dem überarbeiteten Online-Auftritt möchten wir eine verbesserte Benutzer:innenfreundlichkeit und einen zeitgemäßen Zugang zu unseren Inhalten und Services bieten.
OeNB hat ihr Risikomanagement weiterentwickelt
Enterprise Risk Management: Verbesserung der Prozessabläufe durch Digitalisierung
In der OeNB ist ein umfassendes Enterprise Risk Management eingerichtet. Dieses besteht aus mehreren Risikomanagementsystemen, die von der Abteilung Risikomanagement koordiniert und kontinuierlich an die strategischen Ziele der Organisation angepasst werden. Dazu zählen das Compliance-Risikomanagement, das finanzielle Risikomanagement, das Informationssicherheits-Risikomanagement, das operationelle Risikomanagement, das Projektrisikomanagement sowie das Risikomanagement der OeNB-Beteiligungen.
Seit Ende 2024 nutzt die OeNB ein neues Risikomanagement-IT-System, das auch bei ihren direkten Mehrheitsbeteiligungen eingesetzt und laufend weiterentwickelt wird. Damit können vor allem die nichtfinanziellen Risiken der OeNB effizient verwaltet und gesteuert werden. Durch das neue System wurde der Grad an Automatisierung und Standardisierung deutlich erhöht.
Weitere Fortschritte bei der Digitalisierung wurden 2025 durch die Beschaffung eines IT-Systems zur Markt- und Kreditrisiko-Berechnung erreicht. 2026 wird der Schwerpunkt darauf liegen, dieses System vollständig zu implementieren. Damit sollen die bisherigen IT-Systeme abgelöst und die Risikoberichterstattung sowie die Risikosteuerung auf moderne IT-Lösungen und Prozesse umgestellt werden.
Finanzielles Risikomanagement: Eckpunkte einer zielorientierten Risikobereitschaft
Das Direktorium beschloss 2024 wesentliche Änderungen im Risikomanagement-Konzept, die seit 2025 wirksam sind. Das Direktorium legt jährlich ein Risk Appetite Statement fest. Dieses drückt aus, inwieweit die OeNB finanzielle Risiken bei der Eigenveranlagung akzeptieren kann. Das Risk Appetite Statement ist zudem ein Ausgangspunkt für die strategische Ausrichtung der Veranlagung, die auf langfristig stabilen Veranlagungsstrukturen beruht. Außerdem ist es die Grundlage dafür, wie das Risikoregelwerk ausgestaltet ist.
Durch das neue Risikomanagement-Konzept ändern sich Herleitung und Begründung des Risk Appetite Statements. Bisher war der mögliche Risikoappetit durch die Risikodeckungsmassen – d. h. durch das Kapital, das zur Risikoabsicherung verfügbar ist – begrenzt. Die Risikodeckungsmassen bleiben weiterhin eine wichtige Größe, allerdings wird die Betrachtung um zusätzliche wichtige Komponenten erweitert. Bei den zusätzlichen Komponenten handelt es sich um Reputation, Infrastruktur und Know-how der Mitarbeiter:innen. Zusammengenommen bilden diese die Risikokapazität der OeNB ab. Innerhalb der Risikokapazität wird der finanzielle Risikoappetit auf Basis der zielorientierten Risikobereitschaft festgelegt. Das bedeutet: Die OeNB geht nur Risiken ein, die zur Zielerreichung notwendig sind, während Risiken vermieden werden, die nicht der Zielerreichung dienen.
Die OeNB hat verschiedene Veranlagungssegmente, die unterschiedliche Ziele haben. Deshalb wird die Risikobereitschaft für jedes Veranlagungssegment einzeln im Risk Appetite Statement festgelegt – je nach strategischer Ausrichtung.
In Vorbereitung des Risk Appetite Statements wird dem Direktorium als Entscheidungsgrundlage zur OeNB-Veranlagung ein Risikokennzahlen-Set bereitgestellt. Dieses berücksichtigt den Risikogehalt der jeweiligen Assetklassen und Währungen und quantifiziert Portfolio-Risiken auf Basis eines einjährigen Horizonts mit einem Konfidenzniveau von 99% sowie auf Basis langfristiger Zeithorizonte. Für das laufende Monitoring werden bestimmte Schwellenwerte gesetzt, deren Überschreitung für die Risikobehandlung relevant sind.
Für die einheitliche Geldpolitik wird das Risiko gesamthaft für das Eurosystem berechnet und in der OeNB anteilig entsprechend dem Kapitalschlüssel berücksichtigt. Risiken aus der einheitlichen Geldpolitik umfassen Kreditrisiken sowie Ertragsrisiken, die sich aus unterschiedlichen Fristigkeiten der Aktiv- und Passivseite der Bilanz ergeben. Dieses Risiko wird im Risk Appetite Statement ebenfalls berücksichtigt, kann aber von der OeNB nicht gesteuert werden.
Das neue Risikomanagement-Konzept wird die langfristige Zielerreichung der Veranlagungssegmente noch besser unterstützen.
OeNB fördert Forschung, Wissenschaft, Kunst und Kultur
OeNB leistet Forschungsförderung im Rahmen des Jubiläumsfonds
Erklärtes Ziel des Jubiläumsfonds der OeNB ist es, thematisch abgegrenzte Grundlagenforschungs-Vorhaben mit Notenbankbezug zu fördern. Damit wollen wir faire Wettbewerbsbedingungen sicherstellen, die Konkurrenzfähigkeit gezielt stärken und die ökonomisch orientierte Forschungslandschaft in Österreich attraktiver machen.
Dazu genehmigte das Direktorium der OeNB 2025 die Finanzierung von 24 Forschungsprojekten mit knapp 5,8 Mio EUR aus Mitteln des Jubiläumsfonds zur Förderung der Forschungs- und Lehraufgaben der Wissenschaft.
OeNB unterstützt unabhängige Wirtschaftsforschungsinstitute in Österreich
Unabhängige, hochqualitative empirische Wirtschaftsforschung schafft wichtige Entscheidungsgrundlagen für staatliche Akteur:innen und informiert die Öffentlichkeit durch die Analyse wirtschaftspolitischer Maßnahmen. Die vielfältigen ökonomischen Herausforderungen der Gegenwart unterstreichen die besondere Bedeutung der Wirtschaftsforschung als relevantes öffentliches Gut. Die OeNB unterstützt dies auch finanziell und leistet damit einen essenziellen Beitrag für die Unabhängigkeit von Forschungsinstituten gegenüber Politik und Wirtschaft.
Die OeNB hat dementsprechend im Herbst 2021 ihr System an Basisfinanzierungen für österreichische Wirtschaftsforschungsinstitute grundlegend reformiert. Das neue OeNB-Förderprogramm leistete 2025 die in Tabelle 3 dargestellten Subventionen an heimische Wirtschaftsforschungsinstitute.
| in EUR | |
|---|---|
|
Österreichisches Institut für
Wirtschaftsforschung (WIFO) |
2.200.000 |
| Institut für Höhere Studien (IHS) | 1.440.000 |
|
Wiener Institut für Internationale
Wirtschaftsvergleiche (wiiw) |
700.000 |
| Complexity Science Hub Vienna (CSH) | 290.000 |
| EcoAustria – Institut für Wirtschaftsforschung | 120.000 |
| Quelle: OeNB. | |
OeNB fördert Kunst und Kultur
2025 fielen drei bedeutende 100-Jahr-Jubiläen zusammen: die Einführung des Schillings; die Wiedereröffnung des OeNB-Hauptgebäudes nach umfassender Sanierung; sowie die Prägung des Begriffs „Neue Sachlichkeit“, der den Schwerpunkt der OeNB-Kunstsammlung bildet. Zur Feier dieser Anlässe präsentierten das Bankhistorische Archiv, das Geldmuseum und die Kunstsammlung der OeNB erstmals gemeinsam ihre Bestände in einer Publikation und im Rahmen einer Ausstellung. Diese trug den Titel „1925 – Aufbruch in eine neue Zeit“ und war Anfang Oktober 2025 im Kassensaal der OeNB zu sehen.
Die Kunstsammlung der OeNB wurde durch Ankäufe von Werken von Maximilian Reinitz, Oswald Oberhuber, Joannis Avramidis, Birgit Jürgenssen u. v. m. erweitert. Darüber hinaus konnten wir mit unserer Sammlung mehrere Ausstellungen im In- und Ausland unterstützen, darunter „Die Neue Sachlichkeit. Ein Jahrhundertjubiläum“ in der Kunsthalle Mannheim und „Radikal! Künstlerinnen* und Moderne 1910–1950“ im Belvedere in Wien.
Das Geldmuseum der OeNB war 2025 mit Leihgaben in Museen im In- und Ausland vertreten, wie etwa im Rahmen der Ausstellungen „Money Talks“ im Ashmolean Museum in Oxford oder „CASH. Der Wert des Bargeldes“ im Technischen Museum Wien. Zudem wurden die geldhistorischen Sammlungen durch den Ankauf der Sammlung Ferrari-Kellerhof, die mehr als 1.100 numismatische Objekte umfasst, bedeutend erweitert. Die Sammlung besteht zum Großteil aus Münzen des Alttiroler Währungsraumes (12. bis 19. Jahrhundert). Öffentlichkeitswirksam waren auch wieder die kostenlosen Führungen und Workshops im Geldmuseum. Sie vermitteln einem breiten Publikum Wissen über die Geschichte des Geldes und der OeNB. Um dieses Ziel zukünftig noch besser zu erfüllen, ist eine Modernisierung des Museums geplant.
Für das vom Jubiläumsfonds geförderte Projekt der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck über die Bautätigkeit der Oesterreichisch-ungarischen Bank und der Oesterreichischen Nationalbank 1878–1938 fungierte das Bankhistorische Archiv der OeNB als die Hauptquelle zur Forschung an historischen Plänen und Bauakten.
Die Sammlung historischer Streichinstrumente der OeNB unterstützt die heimische Musikszene durch die kostenlose Bereitstellung ihrer Instrumente an ausgewählte Musiker:innen. Diese Partnerschaft trägt dazu bei, dieses einzigartige kulturelle Erbe als lebendigen Klangkörper für kommende Generationen zu bewahren. Darüber hinaus fördert die Zusammenarbeit mit der Wiener Staatsoper das Musikschaffen an einer seiner bedeutendsten Wirkungsstätten.
Strategische Zielsetzungen der OeNB-Beteiligungen – Bargeldkompetenz auf hohem Niveau
Die OeNB sorgt als zentrale Institution für eine sichere Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigem Bargeld. Gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften GELDSERVICE AUSTRIA Logistik für Wertgestionierung und Transportkoordination G.m.b.H. (GSA), Münze Österreich AG und Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OEBS) übernimmt sie relevante Aufgaben im Bargeldkreislauf – angefangen von der Produktion von Bargeld über dessen Ausgabe bis hin zu dessen Rücknahme. Dabei stellt sie einen stabilen, effizienten und effektiven Bargeldkreislauf in Österreich sicher.
Die OeNB und ihre Tochtergesellschaften verfolgen das Ziel, sich langfristig als wettbewerbsfähige und innovative Anbieter in ihren Kernbereichen zu etablieren. Grundlage dafür sind klare strategische Prinzipien: wirtschaftliches und ressourcenschonendes Handeln, die Schaffung von Mehrwert durch effiziente Prozesse und Innovationen sowie die Bereitstellung von sicherem Bargeld für die österreichische Bevölkerung.
Diese Prinzipien werden durch konkrete Maßnahmen umgesetzt:
Die GSA sorgt mit modernen Cash-Centern und automatisierten Sortier- und Zählsystemen für eine schnelle, sichere und ressourcenschonende Bargeldlogistik – von Banken über Zahlungsdienstleister bis hin zum Handel.
Die Münze Österreich AG verbindet Tradition und Innovation. Neben der Prägung von Umlaufmünzen entwickelt sie regelmäßig neue Produktlinien wie Sammlermünzen und Edelmetallprodukte. Der Wiener Philharmoniker zählt zu den international bedeutendsten Anlagemünzen.
Die OEBS hat sich von einer klassischen Banknotendruckerei zu einem internationalen Kompetenzzentrum in Sachen Banknoten entwickelt. Sie produziert den von der EZB zugeteilten Anteil an Euro-Banknoten für Österreich und teilweise für Belgien sowie Fremdwährungen für internationale Kunden. Für den Erfolg der OEBS spielen auch die strategischen Kooperationen eine entscheidende Rolle: Hierzu zählen die enge Zusammenarbeit mit der Notenbank von Frankreich sowie die Partnerschaft mit den Notenbanken von Belgien und Portugal im Rahmen der „Euro Printing Inhouse Cooperation (EPIC)“.
Die IG Immobilien-Gruppe verwaltet das Immobilienvermögen der OeNB und strebt eine nachhaltige Wertsteigerung des Portfolios an, während die BLM Betriebs-Liegenschafts-Management GmbH (BLM) die für den Betrieb der OeNB und ihrer Tochtergesellschaften notwendigen Immobilien bereitstellt.
Nach sorgfältiger unternehmerischer und strategischer Prüfung hat das Direktorium der OeNB die Schließung des Tochterunternehmens OeNPAY Financial Innovation HUB GmbH (OeNPAY) beschlossen. Der Geschäftsbetrieb der OeNPAY wurde daher nach fünf Jahren per 31. Dezember 2025 eingestellt. Innovationen im Zahlungsverkehr werden weiterhin strategisch und zentral in der OeNB vorangetrieben.
Die Tochtergesellschaften der OeNB veröffentlichen ihre Jahresberichte gemäß dem Bundes-Public-Corporate-Governance Kodex auf ihren Websites. Eine Übersicht über die direkten und indirekten Beteiligungen der OeNB findet sich im Beteiligungsspiegel (Tabelle 4).
Beteiligungsspiegel
|
Anteil
in % |
Gesellschaft | Nennkapital | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2,4175 | Europäische Zentralbank, Frankfurt | 10.825.007.069,61 | EUR | |||
| 100 | Münze Österreich Aktiengesellschaft, Wien | 6.000.000,00 | EUR | |||
| 100 | Schoeller Münzhandel GmbH, Wien | 1.017.420,00 | EUR | |||
| (100) | 100 | Schoeller Münzhandel Deutschland GmbH, Hamburg (Deutschland) | 6.400.000,00 | EUR | ||
| 100 | Rondoro GmbH, Wien | 35.000,00 | EUR | |||
| 51 | PRINT and MINT SERVICES GmbH, Wien | 35.000,00 | EUR | |||
| 22,25 | Proionic GmbH, Raaba-Grambach | 52.877,00 | EUR | |||
| 24,87 | PI-NB GmbH | 310.000,00 | EUR | |||
| (1,3) | 5,23 | Naturbeads Ltd, Malmesbury (Vereinigtes Königreich) | 21.461,00 | GBP | ||
| 16,67 | World Money Fair Holding GmbH, Berlin (Deutschland) | 30.000,00 | EUR | |||
| (16,67) | 100 | World Money Fair Berlin GmbH, Berlin (Deutschland) | 25.000,00 | EUR | ||
| 12,28 | Stirtec GmbH, Kalsdorf | 101.067,00 | EUR | |||
| 100 | Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH, Wien | 10.000.000,00 | EUR | |||
| 29 | PRINT and MINT SERVICES GmbH, Wien | 35.000,00 | EUR | |||
| 0,25 | Europafi S.A.S., Vic-le-Comte (Frankreich) | 133.000.000,00 | EUR | |||
| 100 | GELDSERVICE AUSTRIA Logistik für Wertgestionierung und Transportkoordination G.m.b.H., Wien | 3.336.336,14 | EUR | |||
| 20 | PRINT and MINT SERVICES GmbH, Wien | 35.000,00 | EUR | |||
| 100 | OeNPAY Financial Innovation HUB GmbH, Wien | 35.000,00 | EUR | |||
| 100 | IG Immobilien Invest GmbH, Wien | 40.000,00 | EUR | |||
| 100 | Austrian House S.A., Brüssel (Belgien) | 5.841.610,91 | EUR | |||
| 100 | City Center Amstetten GmbH, Wien | 72.000,00 | EUR | |||
| 100 | Cortenbergh 71 S.A., Brüssel (Belgien) | 12.471.349,70 | EUR | |||
| 100 | EKZ Tulln Errichtungs GmbH, Wien | 36.000,00 | EUR | |||
| 100 | HW Hohe Warte Projektentwicklungs- und ErrichtungsgmbH, Wien | 35.000,00 | EUR | |||
| 100 | IG Belgium S.A., Brüssel (Belgien) | 19.360.309,87 | EUR | |||
| 100 | IG Hungary Irodaközpont Kft., Budapest (Ungarn) | 11.852,00 | EUR | |||
| 100 | IG Immobilien Beteiligungs GmbH, Wien | 40.000,00 | EUR | |||
| 100 | IG Immobilien Management GmbH, Wien | 40.000,00 | EUR | |||
| 100 | IG Immobilien Mariahilfer Straße 99 GmbH, Wien | 72.000,00 | EUR | |||
| 100 | IG New Energy GmbH, Wien | 35.000,00 | EUR | |||
| 100 | IG Immobilien O20-H22 GmbH, Wien | 110.000,00 | EUR | |||
| 100 | IG Netherlands N1 and N2 B.V., Hoofddorp (Niederlande) | 90.000,00 | EUR | |||
| 100 | OWP5 Betriebs-Liegenschafts-Management GmbH, Wien | 35.000,00 | EUR | |||
| 100 | IG Immobilien Schwarzspanierstraße 18 GmbH, Wien | 10.000,00 | EUR | |||
| 100 | BLM Betriebs-Liegenschafts-Management GmbH, Wien | 40.000,00 | EUR | |||
| 100 | IG Immobilien Active Living Langenzersdorf GmbH, Wien | 10.000,00 | EUR | |||
| 100 | BLM New York 43 West 61st Street LLC, New York (USA) | 10,00 | USD | |||
|
Anmerkung: Die OeNB hält an der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Basel (Schweiz), 8.000 Stück Aktien zu je 5.000 SZR und
564 Stück Aktien ohne Stimmrecht sowie an der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (Swift), La Hulpe (Belgien), 56 Anteile zu je 125,00 EUR und 8 Anteile zu je 7.760,00 EUR. |
||||||
| Quelle: OeNB, Beteiligungsgesellschaften. | ||||||
Tabelle 4 zeigt gemäß § 68 Abs. 4 NBG die direkten und indirekten Beteiligungen der OeNB.
Eigentümer und Organe
Die OeNB ist eine Aktiengesellschaft. Sie unterliegt aber einer Reihe von speziellen Regelungen. Diese ergeben sich aus ihrer besonderen Stellung als Zentralbank und sind im Nationalbankgesetz 1984 (NBG) festgelegt. Das Grundkapital von 12 Mio EUR steht seit Juli 2010 zur Gänze im Eigentum des Bundes.
Generalversammlung
Die Republik Österreich ist Alleinaktionärin der OeNB. Die Aktionärsrechte werden vom Bundesminister für Finanzen in der regelmäßigen Generalversammlung ausgeübt. Zu den Aufgaben der Generalversammlung gehören u. a. die Genehmigung des Jahresabschlusses, die Beschlussfassung über die Verwendung des im Jahresabschluss ausgewiesenen Bilanzgewinns, einschließlich der an die Alleinaktionärin auszuschüttenden Dividende, sowie die Erteilung der Entlastung der Mitglieder des Generalrats und des Direktoriums.
Generalrat
Aufgaben
Der Generalrat ist das Aufsichtsorgan der OeNB. Er berät das Direktorium in Angelegenheiten der Geschäftsführung und der Währungspolitik und überwacht jene Geschäfte, die nicht in den Aufgabenbereich des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) fallen. Der Generalrat tagt in der Regel monatlich. Mindestens einmal im Vierteljahr haben Generalrat und Direktorium eine gemeinsame Sitzung. Die Kompetenzen des Generalrats werden insbesondere in den §§ 20 bis 31 NBG geregelt.
Die Zustimmung des Generalrats ist z. B. erforderlich für: die Neuaufnahme oder Auflassung von Geschäftszweigen, die Errichtung oder Auflassung von Zweiganstalten sowie den Erwerb oder die Veräußerung von Beteiligungen und Liegenschaften. Das gilt auch für die Besetzung von Aufsichtsräten und geschäftsführenden Organen von Unternehmen, an denen die OeNB beteiligt ist, und die Ernennung von Funktionär:innen der zweiten Führungsebene der OeNB.
Der Beschlussfassung durch den Generalrat sind z. B. vorbehalten: die Erstattung von unverbindlichen Dreiervorschlägen an die Bundesregierung für die Ernennung der Mitglieder des Direktoriums durch den Bundespräsidenten, die Festlegung allgemeiner Grundsätze der Geschäftspolitik in Nicht-ESZB-Angelegenheiten, die Genehmigung des Jahresabschlusses zwecks Vorlage an die Generalversammlung sowie die Genehmigung der Plankostenrechnung und des Investitionsplans für das nächste Geschäftsjahr.
Zusammensetzung
Der Generalrat besteht aus Präsident:in, Vizepräsident:in und acht weiteren Mitgliedern. Alle Mitglieder des Generalrats werden von der Bundesregierung für die Dauer von fünf Jahren ernannt; eine Wiederernennung ist zulässig.
Personelle Veränderung
Die Bundesregierung hat in der Sitzung des Ministerrats vom 3. Dezember 2025 beschlossen, Dr. Johannes Hahn mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 2026 für die Dauer von fünf Jahren zum Präsidenten des Generalrats der OeNB zu ernennen, nachdem Prof. Dr. Harald Mahrer seine Funktion mit Ablauf des 30. Novembers 2025 zurückgelegt hat. Der Eigentümervertreter, Bundesminister für Finanzen Dr. Markus Marterbauer, hat das Ernennungsdekret am 18. Dezember 2025 ausgefolgt.
Die Mandate von Generalrat Mag. Erwin Hameseder und Generalrätin Dr.in Susanne Riess-Hahn endeten am 5. März 2025. Mit Ministerratsbeschluss vom 19. März 2025 wurde Mag. Erwin Hameseder zum Mitglied des Generalrats wiederernannt und Mag.a Silvia Hruška-Frank zum Mitglied des Generalrats ernannt. Die Ernennungsdekrete wurden am 26. März 2026 rückwirkend ausgefolgt.
Mitglieder des Generalrats der OeNB
Dr. Johannes Hahn
Präsident1
Funktionsperiode:
1.1.2026 — 31.12.2030
Prof. Dr. Harald Mahrer
Präsident2
Ersternennung: 2018
Funktionsperiode:
11.10.2023 — 30.11.2025
Prof.in Mag.a Ingrid Reischl
Vizepräsidentin
Bundesvorstand Österreichischer Gewerkschaftsbund
Funktionsperiode:
11.10.2023 — 10.10.2028
Mag.a Silvia Angelo
Mitglied des Vorstandes der ÖBB-Infrastruktur AG
Funktionsperiode:
11.10.2023 — 10.10.2028
Univ.-Prof. Dr. Leonhard Dobusch
Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre, Universität Innsbruck
Funktionsperiode:
11.10.2023 — 10.10.2028
Mag. Erwin Hameseder
Präsident der Raiffeisen-
Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.m.b.H.
Ersternennung: 2020
Funktionsperiode:
19.3.2025 — 18.3.2030
Univ.-Prof. Dr. Christian Helmenstein
Chefökonom der
Industriellenvereinigung
Funktionsperiode:
1.3.2023 — 29.2.2028
Mag.a Silvia Hruška-Frank
Direktorin der AK Wien und der Bundesarbeitskammer
Funktionsperiode: 19.3.2025 — 18.3.2030
Dr. Stephan Koren
Vorstandsvorsitzender der Wüstenrot Wohnungswirtschaft reg. Gen.m.b.H.
Ersternennung: 2018
Funktionsperiode:
11.10.2023 — 10.10.2028
Univ.-Prof. Dr. Stefan Pichler
Vorstand des Institute for Finance, Banking and Insurance, Wirtschaftsuniversität Wien
Funktionsperiode:
11.10.2023 — 10.10.2028
Univ.-Prof.in Dr.in Sigrid Stagl
Ökonomin am Department
für Sozioökonomie,
Wirtschaftsuniversität Wien
Funktionsperiode:
1.3.2023 — 29.2.2028
Dr.in Susanne Riess-Hahn
Generaldirektorin der
Bausparkasse Wüstenrot AG
Funktionsperiode:
6.3.2020 — 5.3.2025
Staatskommissär
Sektionschef
Mag. Harald Waiglein
Leiter der Sektion für Wirtschaftspolitik und Finanzmärkte im
Bundesministerium für Finanzen
Ersternennung: 2012
Funktionsperiode:
1.7.2022 — 30.6.2027
Staatskommissär-Stellvertreterin
Dr.in Nadine Wiedermann-Ondrej, MIM
Gruppenleiterin der
Gruppe III/C Finanzmärkte
und Finanzmarktlegistik
Funktionsperiode:
1.6.2024 — 31.5.2029
Gemäß § 22 Abs. 5 NBG 1984 werden vom Zentralbetriebsrat zu den Sitzungen des Generalrats entsandt:
Mag.a Birgit Sauerzopf
Vorsitzende des
Zentralbetriebsrats
Mag. Dr. Alfred Stiglbauer
Stellvertretender Vorsitzender des Zentralbetriebsrats
1 Dr. Johannes Hahn wurde von der Bundesregierung mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 2026 für die Dauer von fünf Jahren zum Präsidenten des Generalrats ernannt.
2 Prof. Dr. Harald Mahrer hat seine Funktion als Präsident des Generalrats mit Ablauf des 30. Novembers 2025 vorzeitig zurückgelegt.
Direktorium
Das Direktorium leitet den Dienstbetrieb und führt die Geschäfte der OeNB. Bei der Verfolgung der Ziele und Aufgaben des ESZB handelt das Direktorium entsprechend den gemeinsam beschlossenen Leitlinien der EZB.
Das Direktorium besteht aus Gouverneur:in, Vize-Gouverneur:in und zwei weiteren Mitgliedern. Sie werden vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung für sechs Jahre ernannt; eine Wiederernennung ist zulässig. Der Gouverneur bzw. die Gouverneurin ist Mitglied des EZB-Rats und des Erweiterten Rats der EZB. Gouverneur:in und Vize-Gouverneur:in sind bei Wahrnehmung dieser Funktionen weder an Beschlüsse des Direktoriums noch an die des Generalrats gebunden und unterliegen auch sonst keinerlei Weisungen. Für weitere Informationen zum Direktorium der OeNB siehe www.oenb.at.
Von links: Direktor DI Dr. Thomas Steiner, Vize-Gouverneurin Mag.a Edeltraud Stiftinger,
Gouverneur Univ.-Prof. Dr. Martin Kocher, Direktor Mag. Josef Meichenitsch
Personelle Veränderungen
Nachdem Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen auf Vorschlag der Bundesregierung im September 2024 die neuen Mitglieder des Direktoriums für eine Funktionsperiode von sechs Jahren ernannt hat, haben diese 2024 bzw. im Verlauf des Jahres 2025 ihr Amt angetreten. Am 1. Dezember 2024 übernahm Mag.a Edeltraud Stiftinger die Funktion der Vize-Gouverneurin der OeNB von Univ.-Prof. MMag. Dr. Gottfried Haber. DI Dr. Thomas Steiner wurde als Direktor wiederernannt und seine Funktionsperiode daher mit
1. Mai 2025 um weitere sechs Jahre verlängert. Am 11. Juli 2025 löste Mag. Josef Meichenitsch als neues Mitglied des Direktoriums DDr. Eduard Schock ab. Mit 1. September 2025 übernahm Univ.-Prof. Dr. Martin Kocher von Univ.-Prof. Mag. Dr. Robert Holzmann die Funktion des Gouverneurs der OeNB.
Geschäftsordnung
Mit dem Amtsantritt von Vize-Gouverneurin Edeltraud Stiftinger trat ab 1. Dezember 2024 bereits eine erste Änderung der Ressortverteilung in Kraft. Die zweite Änderung, und damit abschließende Festlegung der Geschäftsbereiche, erfolgte am 1. September 2025, nachdem Gouverneur Martin Kocher und Direktor Josef Meichenitsch ihre jeweilige Funktion übernommen hatten. Der Generalrat hat die überarbeitete Geschäftsordnung für das Direktorium, einschließlich der Änderung der Ressortverteilung, in beiden Fällen beschlossen. Gouverneur Martin Kocher leitet das Ressort „Notenbankpolitik“. Vize-Gouverneurin Edeltraud Stiftinger leitet das Ressort „Statistik, Treasury und Rechnungswesen“, Direktor Josef Meichenitsch das Ressort „Zahlungsverkehr, Finanzbildung und IT“ und Direktor Thomas Steiner das Ressort „Finanzmarktstabilität, Bankenaufsicht und Beteiligungen“.