Glossar

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Begriffe mit S

S.W.I.F.T. (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication)

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Internationale Bankeninstitution, die dem weltweiten Nachrichtenaustausch – insbesondere zur Beauftragung von Finanztransaktionen – dient.

Sachvermögen

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Wesentliche Bestandteile des Sachvermögens sind Immobilien, Gebäude, Fahrzeuge, Anlagen, Wertgegenstände aber auch Pflanzungen. Gegenteil: Finanzvermögen.

Saisonbereinigung (saisonale Bereinigung)

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Durch jahreszeitlich bedingte Schwankungen kann es zu Verzerrungen von statistischen Daten kommen. Um diese Verzerrungen zu minimieren, werden die saisonalen Einflüsse mit unterschiedlichen statistischen Methoden herausgerechnet.

Säulenmodell

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Nach Basel II ruht die Stabilität des Finanzmarktes auf drei Säulen: Mindestkapitalanforderungen, Bankaufsichtlicher Überprüfungsprozess und Marktdisziplin (verstärkte Offenlegungspflichten der Institute).

Scheidemünzen

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Bezeichnung für die Umlaufmünzen, die im täglichen Zahlungsverkehr zum aufgedruckten Nennwert – und nicht zum Metallwert wie die Bullionmünzen und Gedenkmünzen – gehandelt werden. Der Ausdruck stammt vermutlich daher, dass Käufer und Verkäufer dank dieser Münzen ohne Restschuld voneinander „scheiden“ können. Typisch für Scheidemünzen ist, dass ihr Materialwert stets unter dem Nennwert liegt, und dass der Verkäufer nur eine bestimmte Menge an Münzen akzeptieren muss.

Scheidemünzengesetz

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Laut dem Scheidemünzengesetz 1988 liegt das österreichische Münzregal bei der Münze Österreich, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der OeNB. Alle Euro-Umlaufmünzen mit österreichischer Seite stammen somit von der Münze Österreich.

Schuldenquote laut Maastricht (Staatsverschuldung laut Maastricht)

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Die Schuldenquote laut Maastricht setzt den Schuldenstand des Sektors Staat in Beziehung zur Wirtschaftsleistung (= Bruttoinlandsprodukt) einer Volkswirtschaft. Der Schuldenstand ist definiert als Bruttogesamtschuldenstand zum Nominalwert am Jahresende nach Konsolidierung innerhalb und zwischen den einzelnen Bereichen des Staatssektors. Zu den Schulden des Staates im Sinne von Maastricht gehören Darlehen von Finanzintermediären und auf den Finanzmärkten direkt aufgenommene Schuldtitel (titrierte Schuldkategorien). Ebenso sind derivative Finanztransaktionen bei der Berechnung der öffentlichen Verschuldung zu berücksichtigen. Nicht einzurechnen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (kurz- und langfristige Handelskredite), Anzahlungen auf begonnene oder bestellte Arbeiten sowie schwebende Posten (Erläge).

SCT (SEPA Credit Transfer, SEPA-Überweisung)

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In allen EU-Ländern einheitliches Überweisungsverfahren für Euro-Transaktionen, das das bis zum Jahr 2014 ausschließlich im Inland angebotene Überweisungsverfahren sukzessive abgelöst hat.

SDD (SEPA Direct Debit, SEPA-Lastschrift)

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Ein in allen EU-Mitgliedstaaten einheitliches Einzugsverfahren für Euro-Transaktionen, das das bis 1. Februar 2014 ausschließlich im Inland angebotene Einzugsverfahren sukzessive abgelöst hat.

SEC (U.S. Securities and Exchange Commission)

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US-amerikanische Regulierungsbehörde für den Wertpapierhandel. Die SEC wurde als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise 1934 gegründet.

Sekundärmarkt

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Der Sekundärmarkt ist jener Markt, auf dem im Umlauf befindliche Wertpapiere gehandelt werden.

Sekundärmarktrendite (SMR)

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Gewichteter Durchschnitt der Renditen der an der Wiener Börse im Amtlichen Handel notierten Anleihe-Emissionen in Schilling (bis 1998) oder Euro. Die Anleihen müssen eine fixe Verzinsung und eine Restlaufzeit von über einem Jahr aufweisen.

SEPA (Single Euro Payments Area)

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SEPA ist eine auch im deutschen Sprachraum gebräuchliche Abkürzung für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, in dem nicht mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden wird. Diese Initiative soll zu einem integrierten Zahlungsverkehrsmarkt in der EU führen.

Settlement (Zahlungsausgleich)

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Erfüllung eines Finanzgeschäfts durch Geldüberweisung oder Wertpapierübertrag.

Sharpe Ratio

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Kennzahl zur Darstellung der Überschussrendite des Portfolios pro Risikoeinheit, wobei das Risiko durch die Volatilität (die Standardabweichung) der Portfoliorenditen repräsentiert wird. Dabei wird ein höherer Ertrag pro Risikoeinheit präferiert; eine negative Ausprägung repräsentiert eine Unterschreitung des risikolosen Zinssatzes.

Sicherheitsfaden

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Der Sicherheitsfaden ist ein Sicherheitsmerkmal auf Banknoten. Senkrecht durch die Banknote verläuft ein schmaler, in das Papier eingebetteter Faden, der gegen eine Lichtquelle betrachtet dunkel erscheint. Auf diesem Streifen ist bei echten Euro-Banknoten der ersten Serie das Wort „EURO“ und die Wertzahl der Banknote erkennbar, bei der Europa-Serie das Euro-Symbol und die Wertzahl.

Sichteinlagen

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Sichteinlagen sind täglich fällige Einlagen, die von Nichtbanken oder anderen Banken bei Banken unterhalten werden.

Simultandruckverfahren

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Das Simultandruckverfahren ist eine besondere Form des Offsetdrucks, das im Banknotendruck zum Einsatz kommt: Es werden beide Seiten der Banknote gleichzeitig bedruckt. Auf diese Weise kann z. B. das Durchsichtsregister passgenau gedruckt werden.

Smaragdzahl

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Die Smaragdzahl ist ein Sicherheitsmerkmal auf Banknoten der Europa-Serie. Beim Kippen der Banknote bewegt sich ein Lichtbalken auf und ab. Die Farbe der Zahl verändert sich von Smaragdgrün zu Tiefblau.

Solvabilität

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Solvabilität bezeichnet die Verpflichtung eines Kreditinstituts, über eine angemessene Eigenmittelausstattung im Vergleich zu den von ihm eingegangenen Risiken zu verfügen.

Als Solvenz wird die Fähigkeit eines Schuldners bezeichnet, seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Gläubigern termingerecht nachzukommen (Zahlungsfähigkeit).

Sonderziehungsrecht (SZR, Special Drawing Right, SDR)

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Sonderziehungsrechte sind 1969 vom IWF geschaffenes Buchgeld, das zu den internationalen Währungsreserven zählt und das der IWF darüber hinaus auch als Verrechnungswährung verwendet. Außerdem dient es als Grundlage für die Rechnungseinheit mehrerer anderer internationaler Organisationen und als Basis für private Finanzinstrumente. Der Wechselkurs eines Sonderziehungsrechts ist durch einen Währungskorb wichtiger Weltwährungen definiert und wird werktäglich vom IWF errechnet. Seit 1. Jänner 2011 enthält dieser Korb 41,9 % USD, 37,4 % EUR, 11,3 % GBP und 9,4 % JPY.

Sonstige Investitionen

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Sonstige Investitionen sind im Rahmen der Zahlungsbilanz erfasste Finanzforderungen, die keinem der übrigen Veranlagungsinstrumente (Direktinvestitionen, Portfolioinvestitionen, Finanzderivate, Währungsreserven) zugeordnet werden können. Sie umfassen im Wesentlichen das grenzüberschreitende Bankgeschäft mit Krediten und Einlagen.

Sound Practices

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Leitfadenreihe des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht zu verschiedenen bankaufsichtlichen und risikobezogenen Aspekten (z. B. „Sound Practices for the Management and Supervision of Operational Risk“ – „Management operationaler Risiken – Praxisempfehlungen für Banken und Bankenaufsicht“).

Sovereign Wealth Fund (SWF)

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Investmentfonds in Staatsbesitz. SWFs werden häufig in Ländern mit großen Budgetüberschüssen gegründet, um für zukünftige Generationen vorzusorgen und/oder um Reserven für wirtschaftlich schlechte Zeiten zu bilden. Zu den größten SWFs zählen Abu Dhabi Investment Authority (ADIA), Government Pension Fund of Norway (GPF), Government of Singapore Investment Corporation (GIC), Kuwait Investment Authority (KIA), China Investment Corporation (CIC).

Sparbuch

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Eine die Spareinlagen aufzeichnende Urkunde, die dem Sparer auszuhändigen ist. Ohne Einlage dürfen Sparbücher nicht ausgegeben werden.

Spareinlagen

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Geldeinlagen bei Kreditinstituten, die nicht dem Zahlungsverkehr, sondern der Anlage dienen und als solche nur gegen Ausfolgung besonderer Urkunden (z. B. des Sparbuchs) entgegengenommen werden dürfen.

Sparkassen

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Sparkassen sind Kreditinstitute, die sich auf die Sammlung von Spareinlagen und die Gewährung von Darlehen und Krediten spezialisiert haben. Grundsätzlich kann zwischen Vereinssparkassen, die von Privatpersonen gegründet wurden, und Gemeindesparkassen, die von Gemeinden gegründet wurden, unterschieden werden. Sparkassen werden zunehmend in der Rechtsform von Aktiengesellschaften geführt.

Sparquote

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Die Sparquote ist die Relation von Sparen zum verfügbaren Einkommen. Vom verfügbaren Einkommen wird der Konsum abgezogen. Der Rest ist Sparen.

Special Purpose Entities (SPE)

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Special Purpose Entities sind Holdinggesellschaften ohne Marktproduktion und mit vernachlässigbarer Beschäftigung, die zur Gänze in ausländischem Besitz sind und deren Vermögen zum überwiegenden Teil aus Beteiligungen bzw. verbundenen Unternehmen im Ausland besteht. SPE-Daten werden im Rahmen der Direktinvestitionsstatistik gesondert erhoben und bei detaillierten Analysen der Direktinvestitionen („im engeren Sinne“) nicht berücksichtigt, um eine künstliche Aufblähung von aktiven und passiven Direktinvestitionen (Flüssen wie Ständen) zu vermeiden.

Special Purpose Vehicle (SPV, finanzielle Mantelgesellschaft, Zweckgesellschaft)

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Special Purpose Vehicles sind Unternehmen, die eigens gegründet wurden, um Leasinggeschäfte, die Verbriefung von Finanzinstrumenten oder Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten durchzuführen.

Spezialfonds

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Spezialfonds sind Fonds, die ausschließlich von institutionellen Investoren gezeichnet werden.

Spitzenrefinanzierungsfazilität

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Die Kreditinstitute können die Spitzenrefinanzierung, eine der beiden ständigen Fazilitäten des Eurosystems, in Anspruch nehmen, um sich von den nationalen Zentralbanken Übernachtliquidität (Liquidität) zu einem vorgegebenen Zinssatz gegen refinanzierungsfähige Sicherheiten zu beschaffen. Diese Kreditlinie ist zur Deckung eines vorübergehenden Liquiditätsbedarfs der Kreditinstitute bestimmt. Der Zinssatz der Spitzenrefinanzierungsfazilität bildet im Allgemeinen die Obergrenze des Taggeldsatzes am Geldmarkt.

SSP (Single Shared Platform)

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EDV-Lösung, mit der das RTGS-System des Eurosystems (TARGET2) von allen teilnehmenden Zentralbanken gemeinsam betrieben wird.

Zum Sektor „Staat“ gehören laut ESVG 95 Bund, Länder und Gemeinden sowie Sozialversicherungsträger und andere institutionelle Einheiten, die sich primär mittels Zwangsabgaben finanzieren wie rechtlich selbstständige Fonds (z. B. Insolvenzausgleichsfonds, Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds, Krankenanstaltenfonds) und Bundes- und Landeskammern.

Staatsanleihen

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Staatsanleihen sind kurz-, mittel- oder langfristige Anleihen (Schuldverschreibungen), die von der öffentlichen Hand und anderen staatlichen Körperschaften ausgegeben werden. Je nach Bonitätsrating des Staates unterliegen sie einem geringen bis hohen Ausfallrisiko.

Stabilitätsprogramme

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Bei den Stabilitätsprogrammen handelt es sich um die jährlich aktualisierten mittelfristigen Budget- bzw. Haushaltspläne, die die Mitgliedstaaten der WWU der Europäischen Kommission bzw. dem Wirtschafts- und Finanzausschuss (WFA) vorzulegen haben. Deren Einschätzung stellt die Basis für die Beurteilung der einzelnen Updates durch den ECOFIN entsprechend dem präventiven Arm des Stabilitäts- und Wachstumspakts dar. Die jährlichen Updates zu den Stabilitätsprogrammen sind entsprechend eines gemeinsamen „Code of Conduct“ zu erstellen und enthalten im Wesentlichen Informationen über die Einschätzung der mittelfristigen makroökonomischen Entwicklungen, der mittelfristigen Budgetziele und der Entwicklung der langfristigen Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen. EU-Mitgliedstaaten, die nicht der WWU angehören

Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP)

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Der Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP) ist ein Rahmenwerk zur Gewährleistung gesunder Staatsfinanzen in den EU-Mitgliedstaaten als Mittel zur Verbesserung der Voraussetzungen für Preisstabilität und für ein starkes, nachhaltiges und beschäftigungsförderndes Wachstum. Er enthält die Auflage für EU-Mitgliedstaaten mittelfristige Haushaltsziele festzulegen, sowie genaue Bestimmungen für ein Verfahren bei einem übermäßigen Defizit. Er besteht aus der Entschließung des Europäischen Rates von Amsterdam über den SWP vom 17. Juni 1997 sowie drei Verordnungen des Europäischen Rates. Ergänzender Bestandteil ist auch der Bericht des ECOFIN-Rates über die Verbesserung der Umsetzung des SWP vom 22./23. März 2005 sowie ein Verhaltenskodex und Leitlinie zu den Stabilitäts- und Konvergenzprogrammen.

Stagflation

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Aus Stagnation und Inflation gebildete Wortzusammensetzung, die eine wirtschaftliche Konstellation beschreibt, in der schwaches Wirtschaftswachstum (bei dem eigentlich ein sinkendes Preisniveau zu erwarten wäre) und Inflation gleichzeitig auftreten. Auslöser von Stagflation können angebotsseitige Schocks sein, die das Preisniveau beeinflussen (deshalb auch Preisschocks genannt). Derartige Angebotsschocks können z. B. durch stark steigende Energiepreise, andere Rohstoffpreise oder Missernten hervorgerufen werden. Stagflation wurde erstmals während der ersten Ölkrise Ende der 1960er-Jahre im Vereinigten Königreich und in den USA beobachtet, als die OPEC die Ölförderung drosselte.

Stagnation

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Als Stagnation wird eine konjunkturelle Phase bezeichnet, in der die gesamtwirtschaftliche Entwicklung auf dem Vorquartals- oder Vorjahresniveau stagniert oder nur sehr geringe prozentuelle Veränderungen des BIP festzustellen sind.

Stammaktie

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Nach dem österreichischen Aktienrecht können Aktien verschiedene Rechte verbriefen, insbesondere im Hinblick auf Gewinnansprüche und die Aufteilung des Gesellschaftsvermögens im Konkursfall. Daher wird zwischen Stammaktien und Vorzugsaktien unterschieden. Stammaktien sind die gebräuchlichste Form einer Aktie. Im Unterschied zur stimmrechtslosen Vorzugsaktie wird dem Aktionär mit der Stammaktie das Stimmrecht in der Hauptversammlung garantiert.

Ständige Fazilitäten

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Ständige Fazilitäten sind geldpolitische Instrumente, die den Banken die kontinuierliche Möglichkeit einräumen, auf ihre Initiative Liquidität zu erhalten (Spitzenrefinanzierungsfazilität) oder anzulegen (Einlagefazilität). Da die Banken jederzeit und unlimitiert (mit Ausnahme der Bedingung, dass ausreichende Sicherheiten zur Verfügung stehen müssen) Zugang zu den ständigen Fazilitäten haben, werden so exzessive Marktzinssatzschwankungen verhindert. Im Euroraum kann der Taggeldsatz nicht über den Refinanzierungssatz ansteigen (meistens Leitzins plus 100 Basispunkte), gleichzeitig limitiert die Verzinsung der Einlagefazilität (Leitzins minus 100 Basispunkte) ein Absinken nach unten. Entsprechend ihrer Rolle in der Liquiditätszufuhr ist die Laufzeit von Geschäften bei den ständigen Fazilitäten mit einem Tag beschränkt. Die ständigen Fazilitäten werden dezentral von den nationalen Zentralbanken verwaltet.

STATISTIK AUSTRIA

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Erstellt Statistiken aller Art, einschließlich der damit zusammenhängenden Analysen, Prognosen und statistischen Modelle, über die wirtschaftlichen, demografischen, sozialen, ökologischen und kulturellen Gegebenheiten in Österreich. Die OeNB arbeitet eng mit STATISTIK AUSTRIA – auf Basis eines Kooperationsvertrages – in verschiedenen Statistikfeldern zusammen.

Statistische Differenz

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Die Darstellung aller grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Transaktionen erfolgt in der Zahlungsbilanz gemäß den Grundsätzen der doppelten Verbuchung. Bei vollständiger und richtiger Erfassung aller Geschäfte müsste daher theoretisch die Summe aller Salden der Teilbilanzen null ergeben. In der Praxis kann diese Regel nicht lückenlos umgesetzt werden. Es verbleibt eine Restgröße von nicht aufgeklärten bzw. nicht zuordenbaren Transaktionen, die als statistische Differenz bezeichnet wird.

SEPA-konforme Clearinginfrastruktur der OeNB zur Verarbeitung von kundeninduzierten Interbankzahlungen. STEP.AT wird Ende 2013 durch CS.I abgelöst.

STEP.GSA

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Abwicklungsinfrastruktur der OeNB zur kumulierten Verarbeitung des bargeldinduzierten Zahlungsverkehrs. STEP.GSA wurde mit Mai 2013 durch CS.C abgelöst.

STEP2 (Straight Through Euro Payment 2)

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STEP2 ist ein Clearingsystem für den europäischen Massenzahlungsverkehr, das von der European Banking Association (EBA) angeboten wird. Die OeNB bietet österreichischen Teilnehmern einen Systemzugang zu STEP2 an.

Stresstest (Krisentest, Stressszenario, Krisenszenario)

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In einem Stresstest wird analysiert, wie sich Stressszenarien (Krisenszenarien) auf die Einkommens- und Solvenzsituation eines Kreditinstituts bzw. eines Bankensystems auswirken. Ein Stressszenario beschreibt eine zukünftige drastische, aber dennoch plausible Verschlechterung des Umfelds, im dem das Institut bzw. das System agiert. Stresstests werden sowohl von den einzelnen Kreditinstituten als auch von Aufsichtsbehörden und/oder Zentralbanken eingesetzt. Im Bereich der Finanzmarktstabilität stellen Stresstests ein wesentliches Element der quantitativen Analyse dar.

Strukturelles Defizit

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Zyklisch (d. h. um den automatischen konjunkturellen Einfluss auf das Defizit) bereinigtes Defizit des Staates unter Herausrechnung spezifischer Einmalmaßnahmen.

Strukturierte Kredite

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Im engeren Sinn werden damit Wertpapiere bezeichnet, bei denen das Verlustpotenzial eines zugrunde liegenden Pools von Forderungen (z. B. von Krediten oder Anleihen) in verschiedene Verlusttranchen aufgespaltet wird. Die Investoren, die solche Wertpapiere kaufen, tragen das Risiko, dass tatsächlich auftretende Verluste in ihre Verlusttranche fallen oder diese übersteigen. Im weiteren Sinn werden alle Arten von Kreditderivaten als strukturierte Kredite bezeichnet.

STUZZA (Studiengesellschaft für Zusammenarbeit im Zahlungsverkehr)

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Die STUZZA ist eine von der OeNB initiierte Kooperationsplattform der größten österreichischen Kreditinstitute zur Erarbeitung von Methoden und Normen für den Zahlungsverkehr.

Subprime-Kredite

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Subprime-Kredite sind Hypothekarkredite, deren Schuldner eine schlechte Bonität haben.

Subsidiaritätsprinzip

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Diesem gesellschaftspolitischen Prinzip zufolge sollen übergeordnete gesellschaftliche Einheiten (z. B. der Staat, die EZB, die EU) nur solche Aufgaben übernehmen, zu deren Wahrnehmung untergeordnete Einheiten (z. B. Einzelstaat, Bundesland, Gemeinde, Zentralbank eines einzelnen Landes) nicht in der Lage sind. Im europäischen Kontext wurde das Prinzip durch den Vertrag von Maastricht 1993 eingeführt und bedeutet, dass die Europäische Gemeinschaft in den Bereichen, die nicht in ihre ausschließliche Zuständigkeit fallen, nur tätig wird, sofern und soweit die Ziele der Maßnahmen auf Ebene der Mitgliedstaaten nicht ausreichend erreicht werden können und daher wegen ihres Umfangs oder ihrer Wirkung besser auf Gemeinschaftsebene erreicht werden können.

Darunter ist ein derivatives Finanzinstrument zu verstehen, bei dem zwei Vertragsparteien die gegenseitige Übernahme von vertraglichen Rechten und Pflichten (Swap = Tausch) für einen bestimmten Zeitraum und nach einem vorher festgelegten Ablaufplan vereinbaren; z. B. der Tausch von fixen gegen variierende Zinszahlungen.

Systemisches Risiko

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Das systemische Risiko ist jenes Risiko, dass durch die Zahlungsunfähigkeit eines Marktteilnehmers andere Marktteilnehmer nicht mehr in der Lage sind, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, und es dadurch zu erheblichen, die Finanzmarktstabilität gefährdenden Liquiditäts- und/oder Solvenzproblemen kommen kann.